Die Linke fragt: medial erzeugte Schönheitsideale
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Anne-Mette
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Die Linke fragt: medial erzeugte Schönheitsideale

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Aus dem Bundestag mal wieder eine "kleine Anfrage" der LINKEN:
Die Linke fragt nach Gesundheitsgefährdung durch medial erzeugte Schönheitsideale
Gesundheit/Kleine Anfrage
Inwieweit durch die Medien erzeugte Schönheitsideale zu einer Gesundheitsgefährdung oder auch Diskriminierung führen können, fragt die Fraktion Die Linke in einer Kleinen Anfrage (17/10539). Viele Menschen, schreibt die Linke, litten unter dem Gefühl, nicht dem gängigen Schönheitsideal zu entsprechen. Als mögliche Folgen würden insbesondere bei jungen Menschen Essstörungen und nicht notwendige Schönheitsoperationen zu gesundheitlichen Risiken führen. Daher möchte die Fraktion von der Bundesregierung wissen, wie sich der körperliche Allgemeinzustand der Gruppe der 14-bis 29-Jährigen in den vergangenen zehn Jahren

entwickelt habe und ob sich in dieser Gruppe eine Zunahme psychisch bedingter Erkrankungen feststellen lässt. Außerdem erkundigen sich die Abgeordneten nach der Meinung der Regierung zu einem Gesetzentwurf der französischen Abgeordneten Valérie Boyer, der vorsieht, dass Fotografien von retuschierten Körpern kenntlich gemacht werden müssen.
Lina
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Re: Die Linke fragt: medial erzeugte Schönheitsideale

Post 2 im Thema

Beitrag von Lina »

chris1960 hat geschrieben:Moin Moin,

das mit dem kenntlich machen von retuschierten Bildern ist Quark ... dann müsste jeder wegretuschierte Pickel kenntlich gemacht werden :)
.. ...
Stimmt, ab wann gilt ein Bild als reutschiert, müsste man dann fragen. Schon da, wo partielle Farbkorrekturen statt gefunden haben, was ein wesentlicher Teil der Beauty-Retusche ist, oder ab da, wo Augenweiß und Zähne weiß (statt gelb durch Kunstlicht) gemacht werden? In beiden Fällen müsste man alle Portraits auf Wahlplakatem und auch die Autogrammfotos der ganzen Fernsehmoderatoren kennzeichnen.
Lina
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Re: Die Linke fragt: medial erzeugte Schönheitsideale

Post 3 im Thema

Beitrag von Lina »

chris1960 hat geschrieben:Moin Moin,
...

Es gab aber mal ne Studio zum Thema Schaufensterpuppen, die Frage war, sollen die Puppen diese Idealfiguren behalten oder sollten sie doch lieber der durchschnittsfigur entsprechen. Nach vielen Befragungen und Studien wurde deutlich, das die "Idealfigur" der Schaufensterpuppen beibehalten werden soll!

...

Das mit den Schaufensterpuppen ist ja auch wirklich ein Unding. Es scheint mir, dass nicht mal Modeläden, die auf "Große Größen" spezialisiert sind, entsprechende Schaufensterpuppen finden.

Wenn jemand hier in der Branche ist - ich würde gerne welche entwerfen - wer produziert?
Marielle
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Re: Die Linke fragt: medial erzeugte Schönheitsideale

Post 4 im Thema

Beitrag von Marielle »

Hallo, Guten Morgen,

Das sich irgendjemand im Bundestag mit dieser Frage beschäftigt, halte ich für eine sehr gute Sache. Ich bin nämlich auch der Ansicht, dass es wichtig ist dies zu thematisieren. Vielleicht lässt sich also doch was bewegen: viewtopic.php?t=4696

Ob es gut ist dazu Gesetze zu erlassen? Darauf mag ich meine Meinung (noch) nicht festlegen. Einerseits bin ich der Überzeugung, dass Medien/Werbung bewusst Trugbilder erzeugen und verbreiten, die für die Gesellschaft als Ganzes und viele Einzelpersonen nicht gut sind. Andererseits sieht man viele Menschen, die versuchen diesen Trugbildern zu entsprechen, die versuchen sich dem vermeintlichen Ideal anzupassen, weil sie "dazugehören" wollen.

Meine persönliche Meinung dazu ist: In den Medien und der Werbung wird eine Plastikwelt dargestellt; Alles propper, alles schön, alles Standard. Keine Ecken, keine Kanten, keine Pickel. Völlig irreal und in Teilen gefährlich. Gefährlich für diejenigen, die versuchen sich gegen ihre Persönlichkeit in diese Plastikwelt einzupassen und darunter seelisch oder körperlich leiden. Allerdings macht die Gesellschaft ja bei dem Spiel mit. Da lästern Gruppen dünner Frauen über dicke Frauen, ohne die Pickel an ihren eigenen Hintern zu berücksichtigen; Junge Männer schimpfen über alte "Langsamfahrer", ohne zu erkennen das sie auch bald so sein werden. Oder, mir völlig unverständlich, Männer im Fummel echauffieren sich über andere Männer in anderen Fummeln, was sie aber nicht davon abhält sich über die Intoleranz der Gesellschaft zu beklagen.

Besser als ein Gesetz fände ich es daher, wenn die Medienmacher/Werber z.B. auf "Beautyretuschen" verzichten würden und die Menschen einen Pickel auf einem Modemodell-Po als normal erkennen würden.

Nein, ich bin nicht naiv. Beides wird kurzfristig nicht passieren. Daher sind m.E. der Antrag der französischen Abgeordneten und die Anfrage der LINKEN eine gute Sache. Es führt dazu, dass darüber geredet und nachgedacht wird.

Marielle
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Re: Die Linke fragt: medial erzeugte Schönheitsideale

Post 5 im Thema

Beitrag von Marielle »

Guten Abend zusammen,
nur damit kann die Freizeitrendite nicht befriedigt werden
Was ist denn eine Freizeitrendite? Ich hab den Begriff noch nie gehört und eine schnelle Internet-Recherche brachte auch keine erhellenden Infos.

mit der Bitte um Aufklärung diesbezüglich

Marielle
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Re: Die Linke fragt: medial erzeugte Schönheitsideale

Post 6 im Thema

Beitrag von Marielle »

Guten Tag zusammen,

danke für die Info Chris.

Mit deinen Ausführungen zum Konsumverhalten betreffend Kleidung usw. (für mich sind es in erster Linie Schuhe ;) ) hast du sicher recht. Gegen "sich selbst belohnen" ist ja auch nichts zu sagen. Und wenn sich jemand dabei selbst ein bisschen belügt..naja..auch erstmal kein Problem.

Ich glaube aber nicht, dass das die Motivation für diese Anfrage war.
Das Problem ist, kaum jemand will sich wirklich so sehen wie er/sie ist und schon garnicht möchte er/sie das vorgeführt bekommen.
Bis dahin stimme ich dir zu. Allerdings mit der Einschränkung, dass ich das nicht für gut halte.
Wir alle jagen (ganz bewusst wir alle) irgendwo einem Idealbild hinterher, ohne zu wissen was das eigentlich wirklich ist.
Und genau da sehe ich ein Problem für manche Menschen. Es ist doch nicht zu bestreiten, dass manche sich selbst Schaden zufügen, um diesem vermeintlichen Ideal zu entsprechen oder das andere einfach deswegen leiden, weil sie diesem Bild nicht entsprechen können. Soll man die damit einfach allein lassen?

Man könnte nun sagen: Betrifft mich nicht, ist mir egal. Aber grade das was mich in dieses Forum geführt hat, der Teil "Weiblichkeit" in mir, ist der Meinung das das nicht richtig ist. Deswegen finde ich es gut darüber zu diskutieren, ob man da was machen sollte. Und so ganz abwegig finde ich den Vorschlag aus Frankreich auch nicht. Schliesslich ist eher die Flut von (retuschierten) "Idealdarstellungen" das Problem, als das es die Menschen sind die darunter leiden.

Meine Meinung ist, dass das ganze auch einen gesamtgesellschaftlichen Aspekt hat. Alles schön, alles glatt, alles ideal....so wird es dargestellt. Das ist aber nicht wahrhaftig, das ist Schein, Lug und Trug. Die Welt ist doch anders; Sie ist eigentlich wahrhaftig, analog und unretuschiert. Und oft genug führen Unwahrhaftigkeiten und Retuschen zu Problemen oder gar zu Leiden. Egal ob ein Schwuler sein schwulsein retuschiert, ein Transvestit seine Empfindungen verleugnet oder eine junge Frau versucht, ihren Körper auf "ideal" zu retuschieren; Alles Mist, finde ich.


Marielle
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