Andrea geht einkaufen
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Andrea aus Sachsen
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Andrea geht einkaufen
Am vergangenen Freitag war wieder einmal Crossdressertreffen in Chemnitz. Ich konnte es schon kaum erwarten, mal wieder dabei zu sein. Bisher hatte ich mich damit begnügt, dort nur Damensachen anzuziehen. Nach einem Schlüsselerlebnis vor einigen Wochen kommt aber jetzt nur noch komplettes Styling in Frage. Ein Kosmetikstudio mit reichlicher CD-Erfahrung hatte ich im Vorfeld bereits ausfindig gemacht, bzw. ist mir von anderen Crossdressern empfohlen worden. Den Termin dort hatte ich bewusst so gelegt, dass ich vor dem Treffen noch genug Zeit hatte, endlich einmal als Andrea einzukaufen.
Eigentlich handelt es sich bei der Einrichtung um ein Zweithaarstudio (http://www.zweithaarstudio-chemnitz.de), in welchem die verschiedendsten Arten von Haarersatz angeboten werden. Für unsereins besteht auch die Möglichkeit, sich vor Ort umzuziehen, professionell schminken zu lassen und vielleicht, wie in meinem Fall, gleich noch eine neue Perücke zu erstehen. Das Ergebnis meiner Behandlung dort sah phantastisch aus. Eins der danach entstandenen Fotos habe ich in meine Galerie gestellt. Inzwischen, nach ca. 2 Stunden, konnte ich es kaum noch erwarten, endlich loszuziehen. Ich trug einen braunen ausgestellten knielangen Rock, eine blau-grün-weiß gemusterte Bluse, braune blickdichte Strumpfhosen, schwarze Stiefel und darüber eine Jacke mit Hahnentrittmuster. Wie schon bei meinem vorherigen Ausflug, war meine Aufregung während des Schminkens mit so einem "umwerfenden" Aussehen draußen plötzlich wie weggeblasen. Während des nachmittäglichen Berufsverkehrs als Andrea in einem vollbesetzten Bus ins Stadtzentrum — vor wenigen Wochen für mich noch unvorstellbar — konnte ich völlig entspannt angehen. Wieder einmal hat scheinbar niemand Notiz von mir genommen.
Zuerst habe ich mir in einem Fotoladen Passbilder anfertigen lassen. Alles ging problemlos. Ob der Fotografin aufgefallen ist, dass ich nicht "echt" war? Ich konnte jedenfalls keine entsprechende Reaktion erkennen. Wozu ich die Bilder brauchte, erkläre ich später. An meinem ersten "Shoppingtag" als Andrea wollte ich nach einem festlichen Abendkleid Ausschau halten. Kleider sind für unsereins bekanntlich problematisch wegen der unterschiedlichen Größen oben und unten. Ohne Anprobieren ist das Risiko eines Fehlkaufes groß. Was ich mir als Mann nie getraut hatte, sollte ja diesmal kein Problem sein. Ich ging zuerst zu Peek & Cloppenburg und war vom Angebot an festlicher Mode etwas enttäuscht. Irgendwie hatte ich das anders in Erinnerung, aber vielleicht ist festlich Elegantes nicht mehr so gefragt. Trotzdem fiel mir ein blaues Kleid auf: einfacher Schnitt, matt glänzender Stoff mit Spaghettiträgern und in allen Größen vorhanden. Und da war noch ein sehr schönes pinkes Neckholderkleid für ... Kann denn das sein, nur 19,95€? Es hing tatsächlich bei den Sonderangeboten, aber leider nur als Einzelstück in Größe 38. Da ich bei Blusen mindestens eine 42 brauche, könnte das ein Problem sein. Aber einen Versuch war es wert. Ich nahm das pinke Kleid zusammen mit einem blauen in Größe 42 mit in die Umkleidekabine. Dort musste ich feststellen, dass bei Größe 38 kein Reißverschluss mehr zuging. Schade, das wäre ein echtes Schnäppchen gewesen. Das blaue Kleid dagegen passte perfekt, fühlte sich auch gut an, nur oben herum kam ich mir etwas nackt vor. Da hätte ich mir noch ein Bolerojäckchen dazukaufen müssen und wäre dann, da das Kleid allein schon 159€ kostete, in eine ganz andere Preisklasse gekommen. Also hängte ich die Kleider wieder zurück und fragte eine Verkäuferin, die zufällig vorbeikam, ob das pinke Kleid auch in Größe 42 zu haben wäre. Leider nein, aber ein schwarzes schulterfreies hätte ich zum gleichen Preis in Größe 42 haben können. Die Frage, wie ich das an meinem nicht vorhandenen Busen festmachen soll, habe ich mir verkniffen. Außerdem gefällt mir die Farbe schwarz nicht so gut; sie erinnert mich zu sehr an Beerdigungen.
Nach diesem ersten nicht ganz erfolgreichen Versuch ging ich in den nächsten Laden. Nur wenige Meter entfernt in der Galeria Kaufhof ist eine komplette Etage nur der Damenbekleidung vorbehalten. Das Angebot an festlicher Kleidung war aber noch bescheidener. Zumindest von den Kleidern, die ich suchte, fand ich jeweils nur eine Handvoll in schwarz oder rot. Während ich schwarz aus bereits genannten Gründen nicht mochte, war mir rot eigentlich zu auffällig. Ein rotes Kleid fiel mir aber besonders auf. Es hatte bedeckte Schultern, einen V-Ausschnitt (soll die Schultern nicht so breit wirken lassen) und war ab Größe 44 zu haben. Ein anderes rotes Kleid sah fast genau so aus wie das blaue im ersten Laden, war aber mit 59€ deutlich preiswerter. Ich konnte nur keine Größenangabe finden. Also ging ich wieder mit zwei Kleidern in die Kabine. Das mit der Größe war schnell geklärt: mindestens zwei Nummern zu klein. Das Kleid in Größe 44 passte dagegen vorzüglich, auch in der Länge. Irgendwie war ich plötzlich sogar von der Farbe begeistert. Ich fand, dass rot gut zu meiner Haarfarbe passt (Bitte korrigiert mich, wenn ich da falsch liege!). Ansonsten war das Tragegefühl überwältigend. So etwas Schönes hatte ich noch nie an. Da empfand ich sogar den Preis von 119€ angemessen. Hier ein Foto, damit ihr wisst, wovon ich rede: Stolz trug ich das gute Stück zur Kasse. Ob der Verkäuferin mein männlicher Name auf meiner EC-Karte aufgefallen ist? Meine männliche Stimme schien sie jedenfalls nicht zu beeindrucken. Einmal auf den Geschmack gekommen, hätte ich das Spiel gern noch bis Ladenschluss fortgesetzt, aber erstens hatte ich an diesem Tag schon genug Geld ausgegeben und zweitens wollte ich ja noch zum Crossdressertreffen.
Es waren noch einmal 15 Minuten Fußweg durch die Chemnitzer Innenstadt bis zum Treffpunkt. Diesmal waren 8 nette "Damen" dort. Denjenigen, die mich schon kannten, ist natürlich aufgefallen, dass ich diesmal geschminkt war. Ansonsten war es ein ganz lustiger Abend. Bei meinen vergangenen Treffen war eigentlich erst das Ende, das heißt die Heimfahrt, der Höhepunkt des Abends. Das waren meine ersten, für damalige Verhältnisse, größeren Ausflüge als Andrea. Heute ist das für mich Selbstverständlichkeit. Eine Besonderheit gab es trotzdem. Für meinen Fahrausweis, den ich sonst für meinen täglichen Arbeitweg nutze, habe ich ja nun auch ein weibliches Passbild und kann somit jetzt auch als Andrea im Raum Chemnitz die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. In meiner Galerie könnt ihr den Ausweis sehen. Ich bin auch tatsächlich kontrolliert worden, alles ohne Probleme.
Und noch eine Premiere gab es an diesem Abend. Wie ich in einem anderen Beitrag schrieb, weiß meine Mutter inzwischen Bescheid, aber heute konnte ich ihr Andrea erstmals in natura vorstellen. Sie hat es sehr positiv aufgenommen. Auch das neue Kleid hat ihr gefallen. Ich weiß übrigens schon, wo und wann ich das mal anziehen werde, aber so viel möchte ich noch nicht verraten.
Eigentlich handelt es sich bei der Einrichtung um ein Zweithaarstudio (http://www.zweithaarstudio-chemnitz.de), in welchem die verschiedendsten Arten von Haarersatz angeboten werden. Für unsereins besteht auch die Möglichkeit, sich vor Ort umzuziehen, professionell schminken zu lassen und vielleicht, wie in meinem Fall, gleich noch eine neue Perücke zu erstehen. Das Ergebnis meiner Behandlung dort sah phantastisch aus. Eins der danach entstandenen Fotos habe ich in meine Galerie gestellt. Inzwischen, nach ca. 2 Stunden, konnte ich es kaum noch erwarten, endlich loszuziehen. Ich trug einen braunen ausgestellten knielangen Rock, eine blau-grün-weiß gemusterte Bluse, braune blickdichte Strumpfhosen, schwarze Stiefel und darüber eine Jacke mit Hahnentrittmuster. Wie schon bei meinem vorherigen Ausflug, war meine Aufregung während des Schminkens mit so einem "umwerfenden" Aussehen draußen plötzlich wie weggeblasen. Während des nachmittäglichen Berufsverkehrs als Andrea in einem vollbesetzten Bus ins Stadtzentrum — vor wenigen Wochen für mich noch unvorstellbar — konnte ich völlig entspannt angehen. Wieder einmal hat scheinbar niemand Notiz von mir genommen.
Zuerst habe ich mir in einem Fotoladen Passbilder anfertigen lassen. Alles ging problemlos. Ob der Fotografin aufgefallen ist, dass ich nicht "echt" war? Ich konnte jedenfalls keine entsprechende Reaktion erkennen. Wozu ich die Bilder brauchte, erkläre ich später. An meinem ersten "Shoppingtag" als Andrea wollte ich nach einem festlichen Abendkleid Ausschau halten. Kleider sind für unsereins bekanntlich problematisch wegen der unterschiedlichen Größen oben und unten. Ohne Anprobieren ist das Risiko eines Fehlkaufes groß. Was ich mir als Mann nie getraut hatte, sollte ja diesmal kein Problem sein. Ich ging zuerst zu Peek & Cloppenburg und war vom Angebot an festlicher Mode etwas enttäuscht. Irgendwie hatte ich das anders in Erinnerung, aber vielleicht ist festlich Elegantes nicht mehr so gefragt. Trotzdem fiel mir ein blaues Kleid auf: einfacher Schnitt, matt glänzender Stoff mit Spaghettiträgern und in allen Größen vorhanden. Und da war noch ein sehr schönes pinkes Neckholderkleid für ... Kann denn das sein, nur 19,95€? Es hing tatsächlich bei den Sonderangeboten, aber leider nur als Einzelstück in Größe 38. Da ich bei Blusen mindestens eine 42 brauche, könnte das ein Problem sein. Aber einen Versuch war es wert. Ich nahm das pinke Kleid zusammen mit einem blauen in Größe 42 mit in die Umkleidekabine. Dort musste ich feststellen, dass bei Größe 38 kein Reißverschluss mehr zuging. Schade, das wäre ein echtes Schnäppchen gewesen. Das blaue Kleid dagegen passte perfekt, fühlte sich auch gut an, nur oben herum kam ich mir etwas nackt vor. Da hätte ich mir noch ein Bolerojäckchen dazukaufen müssen und wäre dann, da das Kleid allein schon 159€ kostete, in eine ganz andere Preisklasse gekommen. Also hängte ich die Kleider wieder zurück und fragte eine Verkäuferin, die zufällig vorbeikam, ob das pinke Kleid auch in Größe 42 zu haben wäre. Leider nein, aber ein schwarzes schulterfreies hätte ich zum gleichen Preis in Größe 42 haben können. Die Frage, wie ich das an meinem nicht vorhandenen Busen festmachen soll, habe ich mir verkniffen. Außerdem gefällt mir die Farbe schwarz nicht so gut; sie erinnert mich zu sehr an Beerdigungen.
Nach diesem ersten nicht ganz erfolgreichen Versuch ging ich in den nächsten Laden. Nur wenige Meter entfernt in der Galeria Kaufhof ist eine komplette Etage nur der Damenbekleidung vorbehalten. Das Angebot an festlicher Kleidung war aber noch bescheidener. Zumindest von den Kleidern, die ich suchte, fand ich jeweils nur eine Handvoll in schwarz oder rot. Während ich schwarz aus bereits genannten Gründen nicht mochte, war mir rot eigentlich zu auffällig. Ein rotes Kleid fiel mir aber besonders auf. Es hatte bedeckte Schultern, einen V-Ausschnitt (soll die Schultern nicht so breit wirken lassen) und war ab Größe 44 zu haben. Ein anderes rotes Kleid sah fast genau so aus wie das blaue im ersten Laden, war aber mit 59€ deutlich preiswerter. Ich konnte nur keine Größenangabe finden. Also ging ich wieder mit zwei Kleidern in die Kabine. Das mit der Größe war schnell geklärt: mindestens zwei Nummern zu klein. Das Kleid in Größe 44 passte dagegen vorzüglich, auch in der Länge. Irgendwie war ich plötzlich sogar von der Farbe begeistert. Ich fand, dass rot gut zu meiner Haarfarbe passt (Bitte korrigiert mich, wenn ich da falsch liege!). Ansonsten war das Tragegefühl überwältigend. So etwas Schönes hatte ich noch nie an. Da empfand ich sogar den Preis von 119€ angemessen. Hier ein Foto, damit ihr wisst, wovon ich rede: Stolz trug ich das gute Stück zur Kasse. Ob der Verkäuferin mein männlicher Name auf meiner EC-Karte aufgefallen ist? Meine männliche Stimme schien sie jedenfalls nicht zu beeindrucken. Einmal auf den Geschmack gekommen, hätte ich das Spiel gern noch bis Ladenschluss fortgesetzt, aber erstens hatte ich an diesem Tag schon genug Geld ausgegeben und zweitens wollte ich ja noch zum Crossdressertreffen.
Es waren noch einmal 15 Minuten Fußweg durch die Chemnitzer Innenstadt bis zum Treffpunkt. Diesmal waren 8 nette "Damen" dort. Denjenigen, die mich schon kannten, ist natürlich aufgefallen, dass ich diesmal geschminkt war. Ansonsten war es ein ganz lustiger Abend. Bei meinen vergangenen Treffen war eigentlich erst das Ende, das heißt die Heimfahrt, der Höhepunkt des Abends. Das waren meine ersten, für damalige Verhältnisse, größeren Ausflüge als Andrea. Heute ist das für mich Selbstverständlichkeit. Eine Besonderheit gab es trotzdem. Für meinen Fahrausweis, den ich sonst für meinen täglichen Arbeitweg nutze, habe ich ja nun auch ein weibliches Passbild und kann somit jetzt auch als Andrea im Raum Chemnitz die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. In meiner Galerie könnt ihr den Ausweis sehen. Ich bin auch tatsächlich kontrolliert worden, alles ohne Probleme.
Und noch eine Premiere gab es an diesem Abend. Wie ich in einem anderen Beitrag schrieb, weiß meine Mutter inzwischen Bescheid, aber heute konnte ich ihr Andrea erstmals in natura vorstellen. Sie hat es sehr positiv aufgenommen. Auch das neue Kleid hat ihr gefallen. Ich weiß übrigens schon, wo und wann ich das mal anziehen werde, aber so viel möchte ich noch nicht verraten.
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Zuletzt geändert von Andrea aus Sachsen am Mi 4. Apr 2012, 10:04, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
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Re: Andrea geht einkaufen
Ja, wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich das Ganze gleich am nächsten Tag wiederholt, aber ich musste bis zum vergangenen Samstag warten, bis sich eine geeignete Gelegenheit dazu bot. Meine Tochter war bei einer Freundin und ich hatte für den Rest des Tages "sturmfreie Bude". Leider war um diese Zeit kein Kosmetikstudio geöffnet, so dass ich das Schminken diesmal selbst in die Hand nehmen musste. Es war mein zweiter Selbstversuch. Camouflage und Lippenstift auftragen ist ja noch ein Kinderspiel. Aber rund um die Augen, wenn man bzw. frau nur mit Brille etwas erkennen kann, diese aber abnehmen muss. Vielleicht kann mal jemand einen Thread mit Tipps zur Lösung dieses Rätsels aufmachen. Jedenfalls sah das Ergebnis bei mir nach ca. 90 Minuten von weitem durchaus ansprechend aus. Aus der Nähe mit Brille betrachtet dagegen: na ja ... ich kann nur hoffen, die Leute draußen belassen es bei erstgenanntem.Linda K hat geschrieben:Ach, schöner Bericht und bestimmt ein wiederholenswertes Ereignis!
Aus meinem Kleiderschrank wählte ich diesmal einen kniefreien roséfarbenen engen Rock mit Lochstickerei, hautfarbene Strumpfhosen, weiße Pumps und oben herum wie bei meinem ersten Einkaufstag die blau-grün-weiß gemusterte Bluse und die Jacke mit Hahnentrittmuster. Wer meine Vorgeschichte kennt, wird bemerkt haben, dass ich vor zwei neuen Premieren stand: mein erster Einkaufstag in meiner Heimatstadt und das erste Mal tagsüber selbstgeschminkt draußen.
Nach einem abschließenden Blick in den Spiegel stöckelte ich los. Bei 4cm hohen Keilabsätzen ist das vielleicht nicht ganz der richtige Ausdruck, aber das typische Geräusch auf den Pflastersteinen war unüberhörbar, zumal hier die Innenstadt um diese Zeit wie ausgestorben wirkt. Nur einige Einkaufszentren am Stadtrand (zu Fuß in 20 bis 25min erreichbar) haben Samstagnachmittag noch geöffnet. Vielleicht wegen meinem nicht ganz perfekten Makeup oder der Möglichkeit, hier auf Bekannte zu treffen, blieb diesmal zunächst eine gewisse Aufregung. Auf dem Weg zum Einkaufszentrum verlor ich einen Schuh, nachdem der Absatz zwischen zwei Gehwegplatten stecken blieb. Dieses Missgeschick hatte zum Glück keine Folgen, möglicherweise hat es nicht einmal jemand mitbekommen.
Zuerst hatte ich eine Kleinigkeit in einen Baumarkt zu besorgen. Als elegant gekleidete Dame kam ich mir dort etwas deplaziert vor, aber ich wusste, wo das liegt, was ich brauchte und konnte schnell zur Kasse gehen und den Markt wieder verlassen.
Dann ging ich zu kik (dem Textildiscount). Hier fühlte ich mich wieder in meinem Element. Ganz entspannt in den Damensachen stöbern, jetzt war meine Aufregung weg. Die Sachen bei kik sind extrem preiswert, das meiste entsprach aber nicht meinem Stil. Nur ein knielanger schwarz-weiß gepunkteter weiter Rock gefiel mir. Noch ein Petticoat dazu und das 50er-Jahre-Outfit wäre perfekt. Natürlich habe ich das Teil gleich anprobiert. Als ich damit vor dem Spiegel, der hier außerhalb der Umkleidekabine stand, eine Drehung vollführte, wurde ich von einer Frau beobachtet. Ich kann zwar keine Gedanken lesen, aber irgendwie sah ich etwas Neidisches in ihrem Blick. Ohne gleich in Selbstüberschätzung zu verfallen, kam ich mir in meinem Outfit doch etwas attraktiver vor. Ich wollte mir dann noch einen neuen BH kaufen, aber meine Größe gab es nur mit D-Körbchen. Das war etwas zu viel des Guten.
Zuletzt ging ich noch in einen Supermarkt, eigentlich nur, weil ich lange nicht mehr dort war. Da ich nichts Bestimmtes brauchte, beobachtete ich nebenbei ein wenig die anderen Leute. Außer mir hatten nur zwei Frauen einen Rock an. Trotzdem war ich scheinbar wieder einmal niemandem aufgefallen. Dafür hatte ich doch noch den BH gefunden, den ich suchte. Übrigens habe ich auch zwei Bekannte getroffen. Da diese mich aber nicht wie sonst gegrüßt haben, gehe ich mal davon aus, dass ich von denen nicht erkannt worden bin. Im Nachhinein fand ich es als gut, das ich diesmal bewusst oder unbewusst nur sehr wenig gesprochen habe. Die Bekannten oder andere Leute, die mich nur vom Sehen kennen, hätten so einen eventuellen Verdacht schnell bestätigt bekommen.
Auf dem Heimweg bin ich dann doch einmal aufgefallen. Der Fahrer eines Kleintransporters (möglicherweise sind wir uns schon im Supermarkt begegnet, bin mir aber nicht sicher) schaute während der gesamten Zeit, als er auf der gegenüber liegenden Straßenseite vorbeifuhr, mir nach. Zum Glück war in diesem Moment die Straße vor ihm frei, sonst wäre ich womöglich noch an einem Unfall schuld gewesen. Natürlich habe ich dann die Stunden als Andrea abends zu Hause ausklingen lassen.
An diesem erlebnisreichen Tag hatte ich folgendes gelernt: 1. Professionelles Schminken ist gut, zur Not geht es auch mal allein. 2. Crossdressing geht auch in meiner Heimatstadt. Die Gefahr, erkannt zu werden, ist aber nicht zu unterschätzen. Deshalb werde ich derartige Aktionen in meiner unmittelbaren Umgebung vorerst noch nicht allzu oft wiederholen.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
Andrea aus Sachsen
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Ulrike15
Re: Andrea geht einkaufen
Hallo Andrea,
auch von mir meine Glückwünsche zu Deinen ersten Shoppingerfolgen als Andrea. Ich staune über Deinen Mut und Deinen Enthusiasmus, Dich ganz en femme in der Öffentlichkeit zu bewegen. Aber mit einem sehr guten Makeup und einer passenden Perücke scheint das doch recht ordentlich machbar. Zur Frage, als Mann erkannt zu werden, kann ich nur wiederholen, was ich schon oft gehört und auch selbst erlebt habe:
"Wir machen uns viel zu viele Gedanken!"
Die Masse der Mitmenschen ist mit sich selbst und ihren eigenen Problemen und Sorgen beschäftigt und nimmt die Menschen um sich herum kaum war. Wenn jemand wirklich aufmerksam sein Umfeld mustert oder beobachtet, dann ist das schon die Ausnahme. Und eventuell ist es selbst ein CD, der sich unsicher fühlt ...
Deine Beobachtungen im Supermarkt ("Außer mir hatten nur zwei Frauen einen Rock an") kann ich wieder nur bestätigen. Auch ich achte immer darauf, wie sich andere Frauen kleiden und muss leider meist feststellen, eher leger bis nachlässig als feminin bis elegant. Im Rock fällt man (Frau) immer sofort etwas auf. Aber trotzdem lasse ich mich nicht davon beirren - eine feminin, elegante Kleidung gehört einfach zu mir.
Hast Du Dir den schwarz-weiß gepunkteten weiten Rock gekauft? Hast Du auch einen Petticoat dazu? ich liebe dieses Styling der 50er-Jahre!
Ansonsten kann ich Dich nur nochmals beglückwünschen: Crossdressing geht zwar auch in der Heimatstadt, aber dann sollte die Stadt doch möglichst groß sein. In einer Kleinstadt wird die Gefahr, doch erkannt zu werden und so zu einem ungewollten Outing zu kommen, recht groß.
Viele liebe Grüße von
Ulrike15
auch von mir meine Glückwünsche zu Deinen ersten Shoppingerfolgen als Andrea. Ich staune über Deinen Mut und Deinen Enthusiasmus, Dich ganz en femme in der Öffentlichkeit zu bewegen. Aber mit einem sehr guten Makeup und einer passenden Perücke scheint das doch recht ordentlich machbar. Zur Frage, als Mann erkannt zu werden, kann ich nur wiederholen, was ich schon oft gehört und auch selbst erlebt habe:
"Wir machen uns viel zu viele Gedanken!"
Die Masse der Mitmenschen ist mit sich selbst und ihren eigenen Problemen und Sorgen beschäftigt und nimmt die Menschen um sich herum kaum war. Wenn jemand wirklich aufmerksam sein Umfeld mustert oder beobachtet, dann ist das schon die Ausnahme. Und eventuell ist es selbst ein CD, der sich unsicher fühlt ...
Deine Beobachtungen im Supermarkt ("Außer mir hatten nur zwei Frauen einen Rock an") kann ich wieder nur bestätigen. Auch ich achte immer darauf, wie sich andere Frauen kleiden und muss leider meist feststellen, eher leger bis nachlässig als feminin bis elegant. Im Rock fällt man (Frau) immer sofort etwas auf. Aber trotzdem lasse ich mich nicht davon beirren - eine feminin, elegante Kleidung gehört einfach zu mir.
Hast Du Dir den schwarz-weiß gepunkteten weiten Rock gekauft? Hast Du auch einen Petticoat dazu? ich liebe dieses Styling der 50er-Jahre!
Ansonsten kann ich Dich nur nochmals beglückwünschen: Crossdressing geht zwar auch in der Heimatstadt, aber dann sollte die Stadt doch möglichst groß sein. In einer Kleinstadt wird die Gefahr, doch erkannt zu werden und so zu einem ungewollten Outing zu kommen, recht groß.
Viele liebe Grüße von
Ulrike15
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Andrea aus Sachsen
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Re: Andrea geht einkaufen
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Hallo Ulrike,
vielen Dank für die Glückwünsche und anerkennenden Worte!
Hallo Ulrike,
vielen Dank für die Glückwünsche und anerkennenden Worte!
Genau, das ist bereits die "halbe Miete", jedenfalls bei mir. Wenn ich damit das Gefühl habe, authentisch zu wirken, sind alle eventuell noch vorhandenen Hemmungen verschwunden und ich kann ganz entspannt nach draußen gehen. Selbst in meiner Heimatstadt habe damit inzwischen kein Problem mehr. Erst vorige Woche habe ich über eine Bekannte die Bestätigung bekommen, dass ich von einer Verkäuferin nicht erkannt wurde (mein Bericht dazu: viewtopic.php?f=6&t=4662#p47303)Ulrike15 hat geschrieben:Aber mit einem sehr guten Makeup und einer passenden Perücke scheint das doch recht ordentlich machbar.
Ja, den Rock habe ich gekauft und auch schon draußen getragen. Ein Foto davon gibt es in meiner Galerie (gallery/image_page.php?album_id=677&image_id=5439). Nur der Petticoat fehlt noch, aber was nicht ist, kann ja noch werden.Ulrike15 hat geschrieben:Hast Du Dir den schwarz-weiß gepunkteten weiten Rock gekauft? Hast Du auch einen Petticoat dazu?
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
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Sandra B.
Re: Andrea geht einkaufen
Andrea aus Sachsen hat geschrieben:... Nach einem Schlüsselerlebnis vor einigen Wochen kommt aber jetzt nur noch komplettes Styling in Frage.
Hallo Andrea,
der oben zitierte Satz interessiert mich schon ...
Was für ein Schlüsselerlebnis war das?
Grüße,
S.
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Andrea aus Sachsen
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Re: Andrea geht einkaufen
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Hallo Sandra,
mein Schlüsselerlebnis schlechthin als Crossdresser war das erstmalige Schminken und das unter professioneller Anleitung, verbunden mit einer Typ- und Stilberatung. Das Ergebnis sah phantastisch aus. Seitdem habe ich keinerlei Probleme mehr, mich als Frau in der Öffentlichkeit zu bewegen.
Irgendwie hat dieses Erlebnis mich so beeindruckt, dass es für mich bei der Verwandlung zur Frau jetzt nur noch alles oder nichts gibt. Irgendwelche "halben Sachen", früher bei jeder sich bietenden Gelegenheit praktiziert, mag ich jetzt nicht mehr.
Du kannst meine ausführlichen Berichte dazu gern noch einmal nachlesen:
viewtopic.php?f=6&t=4017 und viewtopic.php?f=16&t=4184
Hallo Sandra,
mein Schlüsselerlebnis schlechthin als Crossdresser war das erstmalige Schminken und das unter professioneller Anleitung, verbunden mit einer Typ- und Stilberatung. Das Ergebnis sah phantastisch aus. Seitdem habe ich keinerlei Probleme mehr, mich als Frau in der Öffentlichkeit zu bewegen.
Irgendwie hat dieses Erlebnis mich so beeindruckt, dass es für mich bei der Verwandlung zur Frau jetzt nur noch alles oder nichts gibt. Irgendwelche "halben Sachen", früher bei jeder sich bietenden Gelegenheit praktiziert, mag ich jetzt nicht mehr.
Du kannst meine ausführlichen Berichte dazu gern noch einmal nachlesen:
viewtopic.php?f=6&t=4017 und viewtopic.php?f=16&t=4184
Viele Grüße
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Re: Andrea geht einkaufen
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Hallo Juliane,
das Problem beim Schminken habe ich inzwischen mit einem Hohlspiegel mit 10-facher Vergrößerung gelöst. Wenn ich da nahe genug herangehe, kann ich auch ohne Brille meine Augen gut erkennen.
Zu deiner anderen Frage: Für den Fahrausweis, den ich nutze, muss kein Personalausweis vorgelegt werden. Im Original steht natürlich mein männlicher Name drauf. Das, was ich als Andrea benutze ist eine Kopie, bei welcher ein Buchstabe des Vornamens retuschiert und das Passbild ausgetauscht wurde, also genaugenommen eine Fälschung. Als Betrug sehe ich diese Manipulation insofern nicht, da ich den Ausweis nur an mein äußeres Erscheinungsbild angepasst habe. Etwas anderes wäre es, wenn ich Kopien für andere Personen anfertigen würde, was aber in der Praxis kaum etwas nützen würde, da der Ausweis erst durch eine monatliche Wertmarke gültig wird und so nur einer, der Inhaber der Wertmarke, den Ausweis nutzen könnte.
Eine Vornamensänderung habe ich nicht beantragt und dergleichen auch nicht vor.
Hallo Juliane,
das Problem beim Schminken habe ich inzwischen mit einem Hohlspiegel mit 10-facher Vergrößerung gelöst. Wenn ich da nahe genug herangehe, kann ich auch ohne Brille meine Augen gut erkennen.
Zu deiner anderen Frage: Für den Fahrausweis, den ich nutze, muss kein Personalausweis vorgelegt werden. Im Original steht natürlich mein männlicher Name drauf. Das, was ich als Andrea benutze ist eine Kopie, bei welcher ein Buchstabe des Vornamens retuschiert und das Passbild ausgetauscht wurde, also genaugenommen eine Fälschung. Als Betrug sehe ich diese Manipulation insofern nicht, da ich den Ausweis nur an mein äußeres Erscheinungsbild angepasst habe. Etwas anderes wäre es, wenn ich Kopien für andere Personen anfertigen würde, was aber in der Praxis kaum etwas nützen würde, da der Ausweis erst durch eine monatliche Wertmarke gültig wird und so nur einer, der Inhaber der Wertmarke, den Ausweis nutzen könnte.
Eine Vornamensänderung habe ich nicht beantragt und dergleichen auch nicht vor.
Viele Grüße
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