Politik: Energiewende...
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Sabrina Verena
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Re: Politik: Energiewende...

Post 1 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Hallo Juliane!
Danke für Dein Beitrag. Die Geothermie sollte tatsächlich stärker gefördert werden. Es muss dazu aber auch erwähnt werden, dass diese erstens nicht mit Pedothermie verwechselt werden darf und zweitens sorgfältigste Untersuchungen des Geologischen Untergrundes erfordert. Die Eifel ist ein tertiäres Vulkangebiet, hier steht in einzelnen Magmadomen die Asthenophäre vereinzelt nahe an der Oberfläche. Im Oberrheingraben (einer Riftzone) liegt die Asthenosphäre sogar nur 24 km unter der Oberfläche. Hier müssen Bohrungen nicht sehr tief sein. In den Bereichen der varizischen oder auch alpinen Gebirgszüge wären sehr, sehr tiefe Bohrungen erforderlich. Wichtig ist aber auch die Beschaffenheit des Untergrundes. Kalk löst sich in Kohlensäure (Die entsteht bei "sauberen" Verbrennungen z.B. von Methan (Erdgas/Biogas)), Salz löst sich in Wasser (Dipolcharakter des Wassermoleküls solvatiert die Ionenverbindung des Salzes). Für die Ablagerungen aus dem Messozoikum oder dem Oberperm nicht unrelevant. Es hat sich z.B. im Schwarzwald gezeigt dass hier nach Errichtung eines Geothermieschen Kraftwerkes, es im Untergrund zu tektonischen Verwerfungen gekommen ist, wodurch die Erdoberfläche quer durch belebte Orte teils abgesenkt wurde, was Häuser regelrecht zerrissen hat.
Zur Pedeothermie sei erwähnt, das hier lediglich etwa 4-5 m tief gebohrt wird. In dieser Tiefe herscht eine konstante Bodentemperatur, welche im Wärmetauschverfahren bei der Klimatisierung von Niedrigenergiehäusern eingesetzt wird. Die Wärmepumpen sind allerdingst reine Energiefresser.
Wer allerdingst auf 100% erneuerbar hinnaus will, und da kommen wir nicht drum rum, braucht einen Energiemix. Hinzu kommen massive Einsparungen und Efizienzsteigerungen. Will heißen: Bewußter mit Energieverbrauch umgehen und eingesetzte Energie besser ausnutzen. Zur Zeit wird noch viel zu viel Energie verschwendet. Auch die anderen alternativen Energiequellen erfordern Sorgfalt bei der Standortwahl (siehe Diskussionen zur Nutzung von Windenergie, Biogas, Wasserkraft oder Netzausbau).

Was das "Dorf" betrifft, etwas ähnliches gibt es schon. Die EnergieWerke Schönau (EWS).

Hier noch interessante Addressen zum Thema Energiepolitik: www.energieverbraucher.de, www.nabu.de und www.bund.net

Liebe Grüße
Verena
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exuser-12-02-2013

Re: Politik: Energiewende...

Post 2 im Thema

Beitrag von exuser-12-02-2013 »

Hallo,
ich persönlich halte nichts von Geothermie. Erstens ist das nur in wenigen regionen der Erde sinnvoll.
Außerdem, und das finde ich sehr wichtig zu sagen, regenerative Energiequellen sind nur zeitlich, aber nicht in der "Menge" unbegrenzt verfügbar.
Und drittens ist Geothermie nicht regenerativ: Wir zapfen bloss einen sehr großen Wärmespeicher an. Was wäre wenn die ganze Menschheit ihre Leistung aus dem Erdinneren ziehen würde?
Die Folgen sind nicht Abzuschätzen. Ich meine, vor 150 hätte man über den Klimawandel und das rauspusten von CO2 nur gelacht. Die Atmospäre ist ja so groß...

Ich mache mich hier wahrscheinlich entgültig unbeliebt, aber die Energiewende ist sowieso nur Käse.
Erneuerbare Energie sind keine Lösung, eine Ergänzung ja aber mehr nicht.
Für Wohhäuser würde das vielleicht noch funktionieren, aber für Infrastruktur, Industrie usw.?
Sabrina Verena
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Re: Politik: Energiewende...

Post 3 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Hallo Sophie!
Ja und Nein ! Erneubare regenerieren sich selbst. Sie sind aber nicht immer verfügbar.
Deshal ist das Thema Netzausbau für die Energiewende von Bedeutung. Wind soll genutzt werden, wenn Wind weht. Dazu muss der Strom dann auch zu den Verbrauchern gelangen. Gegenwärtig erfüllt das Stromnetzt nicht die Vorausetzung. Netzunabhängige Insellösungen würden in dicht besiedelten Gebieten schlicht Energieverschwendung bedeuten. Da viele Kraftwerke paralell laufen, und Strom und Wärme nicht efizient genutzt werden.
Deine letzten 3 Sätze möchte ich nicht gelesen haben. Wir kommen nicht drum rum uns zu 100% aus "Erneuerbaren" mit Energie zu versorgen. Öl, Kohle und Uran sind begrenzte und zerstörerische Energieträger. Und das muss hier mal erwähnt werden radioaktive Strahlung zerstört Erbmaterial und tötet Zellen. Radioktive Strahlung läßt sich im Umfeld von KernkraftAnlagen nachweisen. Der Zusammenhang von Radioaktivität und Leukämie, Unfruchtbarkeit und Mutation ist wissenschaftlich längst belegt.
Und dass ist für "uns" interessant, weil auch immer mehr intersexuelle Menschen geboren werden.
Liebe Grüße
Verena
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exuser-12-02-2013

Re: Politik: Energiewende...

Post 4 im Thema

Beitrag von exuser-12-02-2013 »

Hallo Sabrina
Leider kommen wir wohl nicht drum herum, das ganze physikalisch aufzudröseln:
Energie kann weder erzeugt noch vernichtet werden (1. Hauptsatz TD). Die "Erneuerbaren" regenerieren sich nicht, sondern beziehen ihre Energie von außen. Hauptsächlich von der Sonne, die ein gewaltiger Fusionsreaktor ist (mit begrenztem Brennstoffvorrat!). Die Sonne hält damit teilweise das Windsystem aufrecht (und scheint natürlich direkt) und ermöglicht die Bildung von Biomasse. Ein weiterer Faktor ist die Erdrotation und die Bewegung des Mondes um die Erde. Diese treiben den anderen teil der Windmaschine an und auch die Gezeiten (auch das Magnetfeld). Diese Bewegung stammt noch vom Anfangsimpuls aus der Enstehung des Sonnensystems, erneuert sich also nicht. (der Mond enfernt sich sogar wegen der Bremswirkung der Gezeiten!)
Schließlich die Erdwärme, die entstanden ist, als sich Planetesimale zur Urerde vereinigte haben. Die erneuert sich auch nicht, sondern ist wie in einer überdimensionalen Thermosflasche gespeichert.
Im falle der Sonne ist das egal - die scheint immer. Aber bei den letzten sollten wir nicht einfach energie herausziehen, ohne die konsequenzen zu kennen.
Das wollte ich damit sagen.
Die letzen beiden Sätze aber nehme ich nicht zurück!
Das uns die Fossilen langfristig umbringen ist klar, also fallen die schon mal weg.
Ich bin überzeugt, dass die erneuerbaren eine Modelpackung sind. Mag sein dass die keine Abfälle erzeugen, aber das ist nicht der einzige Punkt. Es geht allgemein um den einfluss auf die Erde. Und der ist bei erneuerbaren gewaltig - Flächennutzung. Jedes mal, wenn ich einen Solarpark sehe, denke ich: Das könnte jetzt ein Wald stehen. Die naturbelassenen Flächen nehmen ohnehin schon ab, und wer will schon Kulturflächen opfern? Da ist es was ich befürchte. Wenn wir nur noch auf erneuerbare setzten, sind wir abhängig von schwankenden Quellen, habe die halbe Erde verbaut und sind von Hochspannungsmasten umgeben.
Und nein ich übertreibe nicht. Wie gesagt vor 150 Jahre hätte man über den Klimawandel auch gelacht, und wie stehen wir jetzt da?
Sabrina Verena
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Re: Politik: Energiewende...

Post 5 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Hallo Mona!
Du hast recht. Auch das Speichern von Energie ist ein wichtiger Aspekt. Er ist aber keine wirkliche Alternative zum Netzausbau, da beim Speichern immer auch Energie verloren geht. Außerdem müssen wir zwischen Strom-und Wärmeversorgung teilen. Um Missverständnissen entgegenzuwerken. Energieträger die Beides liefern sollen auch Beides liefern, gerade auch im Winter ist Kraft- Wärme Kopplung gefragt. Strom kann aber nicht gespeichert werden. Windstrom aus Offshore- Anlagen soll zur Reduktion von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff eingesetzt werden. An Land wird der Wasserstoff dann wieder zu Wasser oxidiert, hierbei entsteht Wärme (Knallgasverbrennung) mit der Strom erzeugt wird (Kirchhoff läßt grüßen).
Liebe Grüße
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Re: Politik: Energiewende...

Post 6 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Hallo Sophie! Ich bin mir der Probleme, welche der Ausbau der Ernerbaren mit sich bringt durchaus bewußt!
Und als Staatlich geprüfter Techniker der Fachrichtung Maschienenbau mit Schwerpunkt Umweltschutz- Anlagentechnik ( Auch wenn ich nur im Werkzeugbau tätig bin) bin ich mir über die physikalischen, geologischen und interstelaren Grundlagen auch bewußt. Was ich bei Dir aber vermisse ist ein Lösungsvorschlag! Alles taugt nichts gut und schön, aber wie soll es weitergehen?
Liebe Grüße
Verena
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exuser-12-02-2013

Re: Politik: Energiewende...

Post 7 im Thema

Beitrag von exuser-12-02-2013 »

Tut mir leid, dass ich noch nachlegen muss, aber das Thema ist mir unheimlich wichtig, ich trage das schon zu lange mit mir rum.
Als einzige Energie bleibt uns die Kernenergie.
Aber darüber wird derzeit so viel gelogen! Tatsächlich ist die Kernenergie deutlich sicherer als alle behaupten. Das radioaktive Strahlen gefährlich sind, leugnet niemand, deswegen sind reaktoren auch stark abgeschirmt! (außerdem gibt es auch natürlich Radioaktivität).
Zu Fukoshima: Das war ein Reaktor der zweiten Generation, und zudem der älteste Japans (Er sollte eigentlich letztes jahr vom Netz gehen, traurige Ironie), der in einem außergewöhnlichen Belastungsfall versagt hat. Und auch nur wegen der unzureichenden Stromversorgung. Alle 50 anderen reaktoren haben aber einwandfrei funktioniert. Wenn wir schon auf jemanden schimpfen wollen, dann auf diese gierigen Manager, die aus geiz auf Nachrüstungen verzichtet haben, obwohl die Ingenieure auf die Gefahr hingewiesen haben. Aber das halbe Jahr, das hätte sich ja nicht gelohnt.
Zu Tschernobyl: Das war kaum ein Unfall, sondern grobe Fahrlässigkeit, gepaart mit einem schlechten Reaktordesign. Nirgendwo, wo die Sicherheitsbestimmungen nur halbwegs eingehalten werden, könnte so was passieren (die haben damals sogar Sicherheitssysteme ausgeschalten, um ihren Test durchzuführen!)
Ich gebe zu, dass unsere Uranreaktoren nicht das gelbe vom Ei sind. Eigentlich eine Zwischenlösung. Aber es gibt bessere: Der beste Entwurf, von dem ich gelesen habe, ist der Thorium-Flüssigsalz-Reaktor:
Ausreichende Thoriumreserven; inheränte Sicherheit; viel weniger Abfälle, die auch nur 300 Jahre lang strahlen; keine Anreicherung; kein Plutonium für Bomben; deutlich höhrere Energieausbeute; Selbstregelverhalten; und er verbraucht sogar Atommüll im Betrieb; man kann sehr kleine und sehr große Reaktoren bauen
Ein dezentrales Versorgungssystem wäre möglich, kleine gekapselte Reaktoren für Industrieanlagen oder Mehrwasserentsalzungsanlagen. Dank der hohen Temperaturen lässt sich Wasserstoff herstellen (Sulfur-Iodine-Process).
In den USA, China, Russland und Indien läuft bereits die Entwicklung.
ich gebe zu, dass es wie ein Wunschtraum klingt, aber lies dir bitte ein paar Quellen im Internet durch, ich denke mir das alles nicht aus.

PS: ich bin auch Maschinenbäuerin, das merkt man wahrscheinlich...
Sabrina Verena
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Re: Politik: Energiewende...

Post 8 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Hallo Sophie!
Danke für die Antwort!
Das ich anderer Auffassung bin hast Du ja selber schon gemerkt. Tatsächlich ist die schmutzige Spalttechnik genauso wie die noch in der Erforschung liegende Fusionstechnik keine wirkliche Antwort auf unsere Versorgungsprobleme. Gerade weil auch Du aus dem Maschinenbau kommst, sollte Dir der Unterschied zwischen Theorie und Praxis eigentlich auch bekannt sein. Menschen machen immer Fehler gerade auch unter Druck, dass gilt auch für die Jenigen, die in Kernkraftwerken arbeiten. Ich habe mich durchaus mit ehemaligen Kernkraftbeschäftigen unterhalten können. Es gibt ein hohes Mass an Sicherheitsmaßnahmen, ja!. Aber diese werden auch mal umgangen. Und Zwischenfälle wie damals in Brunsbüttel und Krümmel sind nur die Spitze vom Eisberg. Außerdem darf auch der Kontrollverlust bei einer hochgradig Technikabhängigen Technologie nicht unerwähnt bleiben. Fokuschima hat dieses Problem gezeigt. Vieles lief automatisch ab und es konnte nicht einggriffen werden.
Thorium ist ebenfalls nicht regenerativ! Und wirklich ungefährlich sind Abfälle nur, wenn sie schadlos abgebaut werden oder inert sind. Also wenn sie in den ökologischen Kreislauf zurückfließen ohne ihn zu schädigen oder keine Reaktionen (physikalisch/chemisch und somit auch biologisch/ökologisch) eingehen.
Liebe Grüße
Verena
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Heike40HH

Re: Politik: Energiewende...

Post 9 im Thema

Beitrag von Heike40HH »

Hallo,
aus heutiger perspektive gibt es keine vernüntigere Lösung als ein Mix aus regenarativen Energien und was wir vrnachlässigen: Energie sparen.
Auch regenerative energien sind nicht 100% regnerativ. Die module (Solaranlagen, Windräder) müssen auch erstmal hergestellt werden.
Eine anfängliche Lösung wäre schon eine dezentrale Lösung. Die Übertragung von Strom über weite Strecken bringt einen Energieverlust von ca. 8-10 %.
Es gibt sog. Insellösungen über BHKW `s. Diese sind zwar zuR zeit noch Erdgasgeführt haben aber eine Effizenz von >95%. Ein Kernkraftwerk zum vergleich: 35% max 38%. Der vorteil eines BHKW's sind die dezentralen Lösungen und somit nah beim Verbraucher. Diese können später auch auf andere Energieträger umgestellt werden, z.B. Wasserstoff.
Geothermie bringt auch gefahren wie in der Schweiz zu sehen war. Dort löste eine Bohrung für ein Geothermiekraftwerk ein kleines Erdbeben aus.
Und was bei dieser Diskusion fehlt: Einspaaren von Energie. habe neulig ein Beitrag bei Deutschland Radio gehört. Wie jetzt in Japan die Hääuser gekült werden. Nicht mehr so häufig mit Klimaanlagen sondern mit traditionellen Bambusmatten. Also : Back to the roots".
Was wichtig wäre, die Energieversorgung von Konzeren wegzuholen die nur auf den Profit aus sind. Netze in Bürgerhand.
Soviel von mir.
Heike
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Re: Politik: Energiewende...

Post 10 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Hallo Heike!
Danke für Deine Anmerkungen! Das mit dem Energiesparen und dem Energiemix hatte ich aber in meinem ersten Beitrag bereits erwähnt. Die BHKW gehören mit zum Mix und sind heute schon einsetzbar. Du hast damit völlig recht. Auch für den kommunalen Bereich sind sie bereits möglich inklusive Nahwärmeversorgung statt verschwenderischer Einzelhausversorgung. Hier könnte durchaus angefangen werden.
"Das Erdbeben" war aber im Schwarzwald ( Nicht den Hohenzollerngraben!!!) falls ich da jetzt nicht falsch informiert bin. Bezüglich der "Konzerne" hast Du ebenfalls völlig recht. Alle Ver- und Entsorgungsnetze gehören unter öffentliche Kontrolle. Die Öffentlichkeit sind wir! Da es sich bei Strom und Wärme nicht um sensible Daten handelt sehe ich eigentlich auch kein Demokratisches Hindernis. Hier können die Bürger ja dem Schönauer Model folgen?
Liebe Grüße
Verena
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Re: Politik: Energiewende...

Post 11 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Hallo Carat!
Deutschland exportiert Strom nach Frankreich, nicht umgekehrt! Tatsächlich produzieren wir noch mehr Strom als wir verbrauchen (trotz Verschwendung). Im Zusammenhang mit dem Umstieg auf die erneuerbaren Energien ist allerdingst der Import aus Norwegen (Wasserkraft) und ggf. der Nordsahara (Photovoltaik und Solarthermie) geplant.

Hallo Juliane!
Wie ich schon mal erwähnt habe musse eine sorgfältige Standortanalyse vorgenommen werden. Bei dem "Disaster" wurde auf Probebohrungen aus Kostengründen verzichtet, dass hat sich offensichtlich als gewaltiger Fehler herausgestellt.
Liebe Grüße
Verena
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exuser-12-02-2013

Re: Politik: Energiewende...

Post 12 im Thema

Beitrag von exuser-12-02-2013 »

Hallo
Energie sparen ist bestimmt ein wichtiger Punkt. Ich habe nie verstanden, wozu man Klimaanlagen in (Wohn-)Häusern brauchen soll, ich hatte sie nie gebraucht.
Aber Energiesparen alleine ist eben auch keine Lösung. Bzw. eine Lösung, die nur für Privathaushalte sinnvoll ist.
Aber wie stehts mit der Industrie? Wenn ich da an eine Aluminiumhütte denke, das Schmelzflusselektrolyseverfahren saugt doch den Strom wie ein Staubsauger. Allgemein braucht die Industrie enorme Energiemengen, ganze Größenordnungen mehr als was wir als "Privatmenschen" gewohnt sind. Und den Wirkungsgrad von Maschinen kann man auch nicht beliebig erhöhen, bei E-Motoren sind wir schon am Limit.
Sabrina Verena hat geschrieben:Thorium ist ebenfalls nicht regenerativ!
Das stimmt, aber es würde mehrere tausend Jahre ausreichen. Und die Abfallmengen sind wirklich sehr viel kleiner.
Eine kleine Entstehungsgeschichte der KKWs:
Unsere Reaktoren sind leider nicht weiter als auf die Energieproduktion angepasste Plutoniumreaktoren (sagt leider viel über uns aus!). Die Dinger arbeiten so ineffizient, ich habe mal folgenden Vergleich gelesen: Es ist so, als ob man morgens einen Bissen Toast essen würde, und die restliche Scheibe wegschmeissen würde. Dann kommt die nächste, bis man satt ist. Den Abfallhaufen kann man sich vorstellen. Gerade mal 5% des Urans wird wirklich gespalten, der Rest ist nutzlos, muss dann mühsam getrennt, aufbereitet, transportiert, entsorgt werden...
Beim Thoriumkreislauf fällt das alles weg.
Sabrina Verena hat geschrieben:Außerdem darf auch der Kontrollverlust bei einer hochgradig Technikabhängigen Technologie nicht unerwähnt bleiben.
Konventionelle reaktoren sind von Natur aus instabil und müssen aktiv geregelt werden. Eigentlich ist es so, als ob man einen Besenstiel auf seiner Spitze balancieren möchte.
Aber die neuen Entwürfe, regeln sich selbst, durch Naturgesetze die nicht gebrochen werden können. Jetzt lassen wir den Besenstiel an der Spitze pendeln, er findet immer seinen Ruhepunkt.
juliane7 hat geschrieben:Was, wenn der Abfall in die Hände derer kommt, die den 11. September planten?
Was wenn diese Leute Giftgas in die Hände bekommen? Oder Biowaffen? Es wird immer Fanatiker geben, die anderen schaden wollen, die finden dann auch einenn Weg. Unsere Pflicht wäre es das zu verhindern. Das bedeutet, dass kerntechnische Anlagen bewacht werden müssen (ich glaube, dass tut man bereits, jedennfalls glaube ich nicht, dass man sich einfach so einen Brennstab abholen kann).
juliane7 hat geschrieben:... gezielt Sabotage plant gegen solche Reaktoren?
Aber wir dürfen uns doch nicht von diesen Leuten erpressen lassen! Was wenn jemand ein entführtes Flugzeug in einen Staudamm stürzt? Oder ein Chemiewerk? in der Hinsicht sind wir immer angreifbar. Dann müssten wir schon auf jede technologie verzichten.
Allgemein zur sichherheit, ich glaube, dass das etwas untergegangen ist: Thorium-Flüssigsalz-Reaktoren können nicht "durchschmelzen", denn der Brennstoff ist bereits flüssig. Im schlimmsten Fall wird diese Flüssigkeit in Speichertanks gelassen, die so aufgebaut sind, dass es dort gefahrlos erstarrt, das einzige was im Reaktor bleiben würde, wäre der Kern aus Graphit.
(ich möchte jetzt nicht die Funktionsweise erklären, ich will euch damit nicht langweilen)
Heike40HH hat geschrieben:Was wichtig wäre, die Energieversorgung von Konzeren wegzuholen die nur auf den Profit aus sind.
Ganz genau das ist doch der Punkt! Aber die freie Marktwirtschaft ist ja wichtiger als alles andere.

Liebe grüße
Sophie
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Re: Politik: Energiewende...

Post 13 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Hallo Sophie!
Wieviel Energie muss eingesetzt werden um Thorium aus Monazit zu gewinnen? Was ist mit den sogenannten Nebenprodukten? Außerdem gehört das Monazit zu den Seltenerden!
Liebe Grüße
Verena
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exuser-12-02-2013

Re: Politik: Energiewende...

Post 14 im Thema

Beitrag von exuser-12-02-2013 »

Hallo Sabrina
ein berechtigter Einwand!
Ich hab nur kurz den W-Artikel überflogen, da stand nur etwas zum Prozess, aber nicht zur Energiebilanz (offenbar sind da Temperaturen von über 160-°C notwendig und Schwefelsäure ist da auch im Spiel).
Streng genommen ist Monazit keine Seltene Erde (lautet so der Singular?), sondern besteht aus Oxiden seltener Erden. Tatsächlich sollen große Mengen Thorium als Abfallstoff bei der Gewinnung dieser seltenen Erden anfallen, auch in Kohlenasche ist nicht wenig Thorium (und Uran) enthalten.
Also falls jemand mehr darüber weis oder einen Link kennt, mich interessierts auch

liebe Grüße
Sophie
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Re: Politik: Energiewende...

Post 15 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Danke, für die ehrlichkeit Sophie!
Liebe Grüße
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