Was bin ich und was fühl ich ?
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Lebensplanung, Standorte
Flodur
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Was bin ich und was fühl ich ?

Post 1 im Thema

Beitrag von Flodur »

Hallo liebe ??
Gleichgesinnte? Kolleg-inn-en?

Ich tu mir schon mit der Anrede schwer.

Das wird wahrscheinlich etwas länger und ich bitte um Geduld.
Ich bin mir auch nicht sicher in welches Forum es am besten passt, aber habe das Gefühl, dass es zu Gefühl gehört.

Mich irritiert die hier üblichen Anrede "Hallo Mädels" jedes Mal.
Ich bin kein Mädel (leider) und fühle mich auch ganz und gar nicht so.
Ich bin nach außen relativ "Macho", hauptsächlich im Gehabe, so Richtung Halbstarker, Kraftprotz, Bäumeklettern usw.
In der Gefühlslage allerdings ziemlich "Softie".

Ja, natürlich wäre ich gerne eine (lesbische) Frau, weil ich mich dann nicht mehr verkleiden würde, sondern einfach das tragen was mir gefällt, dann auch viel besser passt und aussieht.

Hauptsächlich bin ich wohl Fetischist. Beim Anblick schöner Stiefel, bestrumpfter Beine oder schöner Kleider empfinde ich fast körperlichen Schmerz und will das dann haben — und selber tragen.
Damenhosen machen mich dagegen gar nicht an. Tatsächlich sind fast alle Hosen, die ich besitze und im Alltag trage ursprünglich Damenhosen, entweder Jeans von Victorias Secret aus meinen Jahren in USA oder viel von Waschbär und Panda.
Wenn ich die trage empfinde ich allerdings gar nichts. Ich trage sie gerne wegen der Farbenpracht. Alles für Männer ist ja von grauschwarz über jeansblau bis schlammbraun.
Wie schrecklich ist das Modediktat, dass alles andere als ein mitternachtsschwarzer Anzug unseriös ist!

Beim Einkaufen und im Urlaub trage ich oft Röcke, auch mit mehr oder weniger hochhackigen Stiefeln und suche lange nach einem passenden Oberteil.
Kleider trage ich allerdings fast nie. Denn ich finde das Gesamtbild muss passen und dazu fehlt mir einfach die Figur.

Eine große Ausnahme und tolles Erlebnis war der Besuch eines vornehmen edlen Restaurants beim Besuch einer fremden Stadt zusammen mit einem dort wohnenden Freundespärchen. Ich trug mein maßgeschneidertes Lackkleid mit Bolero in Gold und Silber, mit Reifrock, High Heels, langem Ohrgehänge und Kette. (Aber sonst nicht weiter auf Frau getrimmt, mit Vollbart und schütterem(!) Haupthaar.)

Ich weiß nicht ob Leute viel geguckt haben, als wir reinkamen. Später, als ich mich mal umguckte, habe ich niemand gesehen, der auch nur in meine Richtung geguckt hätte.
Der Besitzer/Kellner meinte: "Ein tolles Kleid tragen Sie!" "Danke!"
Sonst keine weitere Bemerkung.

Gruß und Kuss, euer Flodur
Franka

Re: Was bin ich und was fühl ich ?

Post 2 im Thema

Beitrag von Franka »

Ich glaube wir sind schon ein bisschen seelenverwand. Ich bin im Grunde auch gern ein Mann. Bäume fällen, Holz hacken, Bier trinken, Fußball schauen und ein bisschen Macho. Wenn ich durch die City gehe, schaue ich aber immer nur nach hübscher Damenbekleidung, Männerklamotten lassen mich absolut kalt. Wenn ich noch einmal in der Pubertät wäre, würde ich warscheinlich über eine Geschlechtsumwandlung nachdenken, aber in meinem alter und bei dem inzwischen erlangten Aussehen würde ich mich als Freak fühlen, von daher lasse ich es lieber. Auch würde es bestimmt an Reiz verlieren, wenn "Mann" als Frau alles tragen könnte ( müsste) um gut auszusehen.
Allerdings denke ich inzwischen über ein öffentliches Outing nach, was auf einem kleinen Dorf und in der Arbeit bestimmt einige Nachteile mit sich bringt. Da ich aber vom Sternzeichen Skorpion bin und mir nicht viel aus der Meinung anderer mache, was soll schon groß passieren. Sie können sich hinter meinem Rücken lustig machen, sollen sie doch, da stehe ich drüber. Meine Haare wachsen jedanfalls im Moment schon mal sehr schön :mrgreen:
So kann ich auf das billige Kunsthaar nächstes Jahr schon mal verzichten.

Gruß Dahlia
Anne-Mette
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Re: Was bin ich und was fühl ich ?

Post 3 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
Mich irritiert die hier üblichen Anrede "Hallo Mädels"
... die ist sicherlich auch überwiegend spaßig gemeint.

So wie ich es sehe, gibt es doch wesentlich mehr Leute, als ich dachte, die sich in einer Art Grau-Zone fühlen.
Natürlich hat jeder unterschiedliche Beweggründe und Gefühle; aber es ist wohl etwas Wahres dran, dass es nicht nur zwei Geschlechter gibt, sondern provokant ausgedruckt so viele Geschlechter, wie es Menschen gibt.
Nutzen wir die Freiheit, die sich uns bietet!
Viele leiden unter Einschränkungen und Beeinträchtigungen. Bei manchen betrifft das eher die Familie - bei manchen eher das "weitere Umfeld".
Ich muss sagen, dass es hier "auf dem Dorf" fast keine Schwierigkeiten gibt. Die Leute scheinen es zu akzeptieren.
In der Stadt sind gewisse Gegenden mit Vorsicht zu betreten; aber darauf kann ich mich einrichten.
Die Fragen "was bin ich" und "was fühle ich" haben sich wohl schon die meisten gestellt. Es ist wichtig, dass man das herausfindet, ganz egal, ob man Mann, Frau oder irgend etwas dazwischen ist.
Auch wenn wir einer Minderheit angehören, sind wir normal - so normal wie Menschen sein können :)

Außerdem: es gibt nicht nur uns; es gibt Frauen mit Bart, Frauen, die gern Holz hacken, Motorrad fahren....

Gruß
CPG
Salmacis
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Re: Was bin ich und was fühl ich ?

Post 4 im Thema

Beitrag von Salmacis »

Also ich fühle mich null als Frau. Ich mag meine Identität und meinen Körper (bis auf ein paar Pfunde :P ) und auch ich find die Begrüßung "mädel" immer sehr unpassend ;)
viele CDler nehmen ja doch die soziale rolle der frau inklusive Namen und Anrede an. ich lehne das ab denn ich bin ein mann und mag es meiner freundin halt zu geben wenn sie ihn braucht.

Ich selbst würde mich als Fashion-Victim bezeichnen oder besser als modischen Cross-Dresser. Ich mache das ganze rein aus Liebe zur Mode. Ich finde es wahnsinn wie viele Ausdrucksmöglichkeiten man mit Kleidung und Schminke hat, Wie verschiedene Kleidungsstücke verschiedenste Emotionen hervor rufen können.

es löst eine andere selbstwahrnehmung und damit auch eine andere ausstrahlung aus je nach dem wie ich mich kleide.
mein kariertes blusenkleid lässt mich mich ganz anders bewegen als z.b. top und jeans. so kann ich diese kleidung nutzen um gefühle auszudrücken oder aber auch um sie auszulösen. diese vielfalt in kombination mit meinen emotionen macht für mich drossdressing aus.

es hat bei mir nichts (mehr) mit geschlechtszugehörigkeit zu tun. das war früher mal so, als es anfing. ich denke da macht sich jeder seine gedanken. aber ich weiß inzwischen wo ich stehe und stehe da sehr gut :)
Ramona-m

Re: Was bin ich und was fühl ich ?

Post 5 im Thema

Beitrag von Ramona-m »

Also Ich für meinen teil muß sagen das ich mich in Röcken und Kleider,teils geschminckt
am besten fühle.Kann mit der Männermode nicht leben(Keine Ohrringe keine Scminchke kein Nagellack,ohne dies allem fühle ich mich unwohl.Würde für meinen Teil Lieber Frau sein!
Ich bin in meinem Gedancken kein Mann,fühle auchn nicht so.
Regina
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Re: Was bin ich und was fühl ich ?

Post 6 im Thema

Beitrag von Regina »

Hallo zusammen,

auch ich bin ein Mann und fühle mich auch als solcher. Ich kann zwar nicht so genau sagen wie man sich als Mann fühlen sollte, schließlich weiß ich ja nicht wie sich die Macho Brecher Typen so fühlen. Ich habe aber nicht das Gefühl im falschen Körper zu stecken.
Ich glaube ich habe bereits an anderer Stelle geschrieben, dass es mir schwer fiel mir ein weibliches Synonym zu zulegen. Ich musste auch lange überlegen welchen Namen ich für mich wähle, habe mich aber dann doch für einen weiblichen Vornamen entschieden.
Obwohl ich also ein Mann bin kleide ich mich sehr gern komplett als Frau. Also von der Hüfte auf- und abwärts. Dazu gehören dann natürlich auch Silikonbrüste. Am liebsten trage ich Röcke mit Blusen oder Kleider. Damenjeans kann ich nichts abgewinnen. Wenn schon als Frau gekleidet, dann richtig feminin und elegant. In letzter Zeit wächst in mir der Wunsch auch einmal so auszugehen. Aber auf keinen Fall um Männer scharf zu machen. Nur einfach weil ich mich zeigen möchte. Heute kann ich Frauen, die sich einfach hübsch machen viel besser verstehen. Man tut das hauptsächlich für sich selbst. Um ein gutes Gefühl zu haben. Als Mann in Damenkleidung bin ich aber immer noch sehr unsicher und mache mir viel zu viel Gedanken was andere von mir halten könnten.

Die Begrüßung "Hallo Mädels" im Chat oder sonst empfinde ich nicht anmaßend sondern eher spaßig.

Gruß aus Hamburg,
Regina CD
Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit. (Erasmus von Rotterdam)
lederlady-jana

Re: Was bin ich und was fühl ich ?

Post 7 im Thema

Beitrag von lederlady-jana »

Flodur hat geschrieben:Hauptsächlich bin ich wohl Fetischist. Beim Anblick schöner Stiefel, bestrumpfter Beine oder schöner Kleider empfinde ich fast körperlichen Schmerz und will das dann haben — und selber tragen.
Hallo Flodur,

das kann ich durchaus nachempfinden, da es mir ganz ähnlich geht.

Wenn ich etwas in einem Schaufenster oder an einer Frau sehe, das mir gefällt, dann überlege ich, wie das an mir aussehen könnte und was aus meiner Sammlung dazu passen könnte. Oder ich überlege, was in meiner Sammlung noch fehlt.

Du siehts, es gibt noch mehr Leute, denen das so geht.
Flodur
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Re: Was bin ich und was fühl ich ?

Post 8 im Thema

Beitrag von Flodur »

Danke für die Antworten.
Es ist schön zu erfahren, dass einem jemand "zuhört".

@lederlady-jana: Wie ja schon dein Name sagt, hast du dir ein besonders teures Hobby zugelegt — wie ich aus eigener Erfahrung beurteilen kann.
Kannst du bestimmte Quellen nennen, wo Ledersachen günstig zu kriegen sind?

Gruß, Flodur
lederlady-jana

Re: Was bin ich und was fühl ich ?

Post 9 im Thema

Beitrag von lederlady-jana »

Flodur hat geschrieben:@lederlady-jana: Wie ja schon dein Name sagt, hast du dir ein besonders teures Hobby zugelegt — wie ich aus eigener Erfahrung beurteilen kann.
Kannst du bestimmte Quellen nennen, wo Ledersachen günstig zu kriegen sind?
Die allermeisten meiner Sachen sind Vintagesachen (meist aus den 80ern oder frühen 90ern, teilweise auch älter). Diese habe ich mir fast ausnahmslos bei Ebay ersteigert. Wenn es mal erheblich mehr als 50EUR geworden sind, da war das schon viel. Kaum eins der Stücke kostete über 100EUR. Da ich mehr oder weniger eine Standardfrauengröße 38 tragen kann, ist die Auswahl recht groß. Da meine Sammlung aber schon recht komplett ist und ich eh kaum noch Platz zum Verstauen habe, wird wohl kaum noch etwas dazukommen.

Einige wenige Sachen sind auch aus der Jetztzeit, aber die stammen auch von Versandhändlern, die Ebay als Verkaufsplattform verwenden.

Nur eine homöopatische Dosis meiner Sachen ist direkt aus dem Laden.

Hier kannst Du ein Blick in meine Sammlung werfen.

http://picasaweb.google.com/lederladyjana
brunhilde

Re: Was bin ich und was fühl ich ?

Post 10 im Thema

Beitrag von brunhilde »

Hallo Ihr Lieben,

was bin ich und was fühl ich oder steckt vielleicht nicht in jedem Mann auch immer ein kleines Stück
Frau?
Mir ging es auf jeden Fall so.Ich bin vor 57 Jahren,aus meinem Alter mache ich kein Geheimnis,in Halle
an der Saale geboren.Mein Eltern hatten dort eine kleine Drogerie.Nach dem Tod meines Vatis
1959 hatte meine Mutti Schwierigkeiten mit der Obrigkeit,wegen unserem Geschäft.So sind wir dann
1960 nach Ba-Würt. an den Rand einer mittleren Stadt gezogen.Diese Stadtrandsiedlung hatte durchaus
ein etwas -Ländliches Flair-,worauf ich etwas meine Vorliebe zum meiner/unserer bis heute gelieben Kleidung zurück führe.
Ich war ein spätes Kind,da meine Mutti schon bei meiner Geburt 43 Jahre alt war und nach dem Tod von Papa bin ich ihr Lebensinhalt geworden,ich war ihr kleiner Liebling,bei dem vieles toleriert wurde, ich war sehr viel mit ihr zusammen,wurde umsorgt und hatte durch meinen damaligen
Dialekt im Ländle, kaum Gelegenheit in die Gemeinschaft der anderen Kinder aufgenommen zu werden.
Sicher hat es etwas dazu beigtragen,dass ich mich zu dem entwickelt habe,was ich heute bin.
Durch die Nähe zu meiner lieben Mutti,fühlte ich schon als Kind irgendwie -anders.Ich empfand meine
Mutti unwahrscheinlich schön und fraulich.Dieses bezog sich auch auf ihre Kleidung und wie magisch
fühlte ich von ihren Kleiderschränken angezogen.Ich weis nicht, wer die Gefühle kennt, wenn man die
Korsetts,Mieder,Unterhemden,Schlüpfer,Hüfthalter,Unteröcke und andere Kleidungsstücke anfassen kann,an das Anprobieren der Kleider hat man dann erst später ,so mit 11-12 Jahren gedacht.
Außerdem gab in dem Haus in dem wir wohnten, noch ein Waschhaus.Dort wurde die grosse Wäsche
gewaschen und auf dem Hof aufgehängt.Bis 1988,dem Todesjahr meiner lieben Mutti und meines
Umzuges,auch wegen meiner Andersartigkeit,fazinierten mich der Anblick der Frauen in der typischen
Waschhausbekleidung (Gummischürze,Gummistiefel,Kittel,Kopftuch).Mutti machte natürlich unsere
Wäsche ebenfalls in dieser Kleidung.Selbiges traf auch auf das Tragen von Regenbekleidung zu.
Dies soll kein Fetischbericht werden,aber bei meiner Entwicklung zur Frau spielt das bis heute eine Rolle.
Durch das enge Verhältnis zu meiner Mutti kam es hin und wieder dazu, dass ich sie beim Ankleiden
heimlich beobachten konnte,oder sie mich sogar bat ,beim Schließen des Rückenreißverschlusses
vom Kleid zu helfen.
So mit 12 habe ich dann die ersten Versuche unternommen und heimlich in der Wohnung mal Mieder-
waren,Strümpfe und Strumpfhosen,BH ,Unterrock,Kittel,die damals modernen Korksandaletten meiner Mutti zu probieren.Ein Problem war dann wieder die Sachen so zu verstauen,wie Mutti sie in die Schränke gelegt hatte,denn jedes Kleidungsstück hatte seinen speziellen Platz.Sicher hat Mutti es
mitbekommen ,aber nichts gesagt.Sie hat auch später ,so mit 14-15 nichts gesagt als ich ihr mit
jungsuntypischer Kleidung,Gummischürze,Damengummistiefel!!!,Leggins,einer Blauen Kittelschürze mit Weißen Kragen und einem Kopftuch!!! bei unserer Wäsche geholfen habe.
Es war komisch, ich habe mich weder geschämt,noch hat es mir etwas ausgemacht,dass Leute mich
sehen konnten,was man Ende der 60iger,vor allem im Ländle,über uns denken,ich habe mich richtig wohl gefühlt.
In dieser Zeit hatte ich dann das Bedürfnis mich auch einmal in der Öffentlichkeit,als Mädchen zu zeigen.Zuerst bin ich dann mit Muttis Fahrrad,es mußte unbedingt das Damenfahrrad sein, in
Jungskleidung in den Wald gefahren,habe mich dann umgezogen und bin als Mädchen durch den
nächsten Ort geradelt.Später bin ich dann schon bei Regenwetter oder zur "dunklen"Jahreszeiten von
zu Hause losgefahren.Vorteil war ,ich konnte mich in Gummistiefel,PVC oder Gummiregenmantel,
darunter eine PVC oder Gummischürze,oder im Friesennerz und Gummistiefeln,auf jeden Fall aber immer mit Kittelschürze oder Kleid,nie mit Hosen zeigen ohne mich vorher noch im Wald umziehen
zu müssen.Da ich ein Einzelgänger war ,konnte ich relativ unproblematisch meine Realschule abschließen.
Dann kam der Schicksalsschlag,heute sage ich es war ein Glücksfall, ich hatte immer Schmerzen im Genitalbereich.Unser Hausarzt hat mich zum Spezialisten überwiesen.Dieser stellte dann
die Diagnose Hodenkrebs,für die damalige Zeit eigentlich das Ende,mir wurden beide Hoden entfernt,
bei der darauffolgenden Bestahlung wurde durch einen Bestrahlungsfehler mein Penis "verbrannt" und
mußte bis auf eine kleinen Ansatz (2cm)in dem sich meine Harnröhre befindet entfernt werden.Die Bestrahlung hat noch andere Schäden angerichtet,deshalb auch der Hinweis in meiner
Vorstellung,dass ich die GaOP nicht durchführen lasse,obwohl ich vom Personstand weiblichen Geschlechts bin.Dadurch bin ich schon in ganz jungen Jahren zur Rentnerin geworden.
Die sich anschließende langjährige Behandlung,u.a mittels Hormonen machte mich dann zur Frau.
Ganz stolz und zufrieden bin ich,dass Mutti mich noch als Frau kennengelernt hat,vielleicht hat sie schon bei meinen ersten Verkleidungsversuchen gemerkt,das ich ein Mädchen/Frau bin und hat mich deshalb gewähren lassen oder sie hatte sich gar ein Mädchen gewünscht?
Es begann damit,dass meine Brustwarzen und Warzenhöfe dunkler und größer wurden,die Brustdrüsen
wuchsen,die Körperbehaarung verschwand,die Kopfbehaarung wuchs irgendwie schneller ,trotzdem habe ich bis heute Angst,ob nicht doch wie bei Männern Haarausfall auftritt und ich dann mit Perücke
laufen muß.Heute habe ich eine Körbchengröße 90C.
Wehmutspunkt ist heute,ich finde mein Gesicht trotz aller kosmetischen Mittel,relativ männlich.Wir habe aber nicht die finanziellen Mittel, dies operativ verändern zu lassen.Solange mich meine Partnerin von Frau zu Frau so liebt wie ich bin ,mir das Gefühl gibt ich bin eine richtige Frau,wir sogar unsere Leidenschaft teilen,ist alles gut.Sie sagt mir,ich bin mehr!!!!Frau,vom Verhalten bis in den Gefühlsbereich,als die meisten Biofrauen.
Um aber auf den Anfang zurück zukommen,als Frau bin ich zu der Lebenseinstellung gekommen,
man soll das sein ,was man fühlt und soll es nicht unterdrücken,egal was andere Leute von einem
denken.Auf jeden Fall merkt man ganz schnell wer richtige Freundinnen/Bekannte/Verwandte sind,
die im Anderssein zu dir halten.
Trotz aller Emanzipation sind wir doch als Transgender,als Homosexuelle,als Fetischisten,etc eine
Randgruppe der Gesellschaft,einige wünschen sich es vielleicht einmal so zu leben wie wir,aber nach
außen lehnen sie uns ab,bei einigen ist es Unwissenheit,bei manchen Furcht vor den Gefühlen und
beim großen Rest ist pure Ablehnung.

Langer Text

Liebe Grüße
Brunhilde
Bianca D.
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Re: Was bin ich und was fühl ich ?

Post 11 im Thema

Beitrag von Bianca D. »

Hallöchen Brunhilde,
durch einen Bestrahlungsfehler mein Penis "verbrannt"
Das klingt ja doch sehr merkwürdig.Wo gibt es denn sowas?Nicht,daß ich deinen Bericht als solches in Frage stellen will,nein so manches deckt sich mit dem Buch,welches ich andern Orts vorgestellt habe,
aber so eine "Nummer" von Medizinern klingt mir sehr unglaublich.Vielleicht habe ich auch noch zuviel Gottvertrauen in die Ärzte,daß ich mir so einen Murx nicht vorstellen kann.
Freue mich aber für dich,daß du in deinem Leben angekommen bist und dein persönliches Glück gefunden hast.

LG Bianca
Ick wees nüscht,kann nüscht,hab aba jede Menge Potenzial
brunhilde

Re: Was bin ich und was fühl ich ?

Post 12 im Thema

Beitrag von brunhilde »

Hallo liebe Bianca,

ich möchte hier nicht über medizinisch Kunstfehler sprechen, sie gibt es bis heute, nur werden sie kaum
in der Öffentlichkeit publiziert.Deshalb habe ich bis heute zu den Ärzten ein sehr kritsches Verhältnis. Mein Prozess gegen den behandelnden Radiologen und gegen die Klinik,auch zur Anerkennung für
meiner Rentenansprüche hat sich fast über 7Jahre hingezogen.Davon hat man in den Medien nichts gehört.Außerdem mußt Du davon ausgehen,dass die Medizintechnik im Bereich der Radiologie 1975 eine
andere war als im Jahr 2010.Zufällig bin ich noch in einer Selbsthilfegruppe für medizinische Strahlengeschädigte engagiert.Man sollte sich nicht täuschen,wieviel Schäden,auch heute mit modernster
Technik,bei Tumorerkrankungen mit oder ohne OP`s passieren können und in unsere Selbsthilfegruppe
sind die,die sich vielleicht gegen die Kunstfehler wehren wollen.Andere haben vielleicht schon aufgegeben,andere scheuen den Weg in eine Selbsthilfegruppe oder vor allem die alten Leute
nehmen es als gottgegeben in unserer Region so hin.
Sicher hast Du dich an dem Begriff "verbrannt" gestossen,aber die Folgen einer Strahlenschädigung
sind nun mal die einer Verbrennung. Das Strahlungszentrum war so stark nekrotisch verbrannt,dass man nach längerem "Herumexperimentieren" entschieden hat,zu amputieren ,zumal mein körperlicher
Zustand durch den Krebs auch nicht der beste war.....
Ich habe kein!!!! Problem,Aufnahmen aus der Prozessakte,da es ja ein Teil meines Leben als Frau ist,hier ins Forum zu stellen,obwohl es nicht zum eigentlichen Thema zählt.?!
Von einem Buch weis ich nichts,da ich eigentlich nicht so eine Forenbesucherin bin.Meist habe ich immer so ein komisches Gefühl bei Transgenderforen,dass sie von irgend welchen Leuten /Männern zur "Befriedigung" ihrer Gelüste benutzt werden oder in einem Forum fehlt der Wille
sich mit unseren Trangenderproblemen ernsthaft zu beschäftigen,deshalb habe ich sehr lange überlegt ob ich überhaupt in ein/dieses Forum eintreten soll.Auf jeden Fall ist es mal einen Versuch wert.
Seht bitte diesen Artikel und meine direkte Art nicht als Kritik an,dafür bin ich zu neu hier.
Ich bin auch gern bereit über meine Erfahrungen während der Hormontherapie,Alltagstest und über das Alltagsleben als Frau zu schreiben....

Bis demnächst

Bruni
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Re: Was bin ich und was fühl ich ?

Post 13 im Thema

Beitrag von Joe95 »

@brunhilde:
ich finde es passt sehr gut gerade in dieses forum...
nicht das erotik oder vergnügen aussen vor bleiben sollten, aber ich denke der alltag mit all seinen problemen ist doch das hauptthema in diesem forum... oder?
ich bin jedenfalls neugierig auf alles, was sich mit dem leben "zwischen den geschlechtern" beschäftigt...
wer sowas nicht lesen mag kann ja gerne weiterblättern, alle anderen können sicherlich mit der eigenen situation vergleichen und sich gedanken machen oder erkenntnisse ziehen...

hier auch gleich meine erste frage, zum thema kastration:
mich würde interessieren in wie weit die kastration sich auf deine einstellung ausgewirkt hat, wenn überhaupt, und ob du eine veränderung deiner libido festgestellt hast.
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...
Bianca D.
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Re: Was bin ich und was fühl ich ?

Post 14 im Thema

Beitrag von Bianca D. »

Hallöchen Bruni,
an dem Begriff "verbrannt" gestossen,aber die Folgen einer Strahlenschädigung
sind nun mal die einer Verbrennung.
Da ich während meiner Wehrdienstzeit auch gelernt habe,wie Strahlenkranke aussehen(im Lehrfilm),kann ich mir schon vorstellen,was dir passiert ist.Nur konnte ich mir einfach nicht vorstellen,daß so etwas in unserer hochtechnisierten Welt passiert.Muß ich wohl mein Bild von den "Göttern in Weiss" reviedieren,und das auch wegen der näheren Umstände eines Todesfalles in der Verwandschaft,
die mir heute von der Hinterbliebenen zugetragen wurden.
Von einem Buch weis ich nichts,
Es ging um das Buch "Telefonate mit Denise",vielleicht kennst du es ja.
Ich bin auch gern bereit über meine Erfahrungen während der Hormontherapie,Alltagstest und über das Alltagsleben als Frau zu schreiben....
Das würde mich freuen,da ich noch am Anfang des Weges stehe,und jede Information wie ein trockner Schwamm aufsauge.Im übrigen finde ich deine direkte Art,ganz ok,besser so,als wenn eine/r immer um den heißen Brei redet.So weiß man,woran man ist.

LG Bianca
Ick wees nüscht,kann nüscht,hab aba jede Menge Potenzial
brunhilde

Re: Was bin ich und was fühl ich ?

Post 15 im Thema

Beitrag von brunhilde »

Liebe Bianca,

ich möchte nochmal auf Deinen recht ungläubigen Beitrag in bezug auf meine überstandene krankheit
und das Ergebnis oder das Resultat der" ärztlichen Kunst" hinweisen.
Dazu stelle ich ein paar Bilder in meine Galerie um zu zeige was man anrichten kann,ohne dabei zu
verhehlen,dass ich heute als Frau sehr glücklich damit bin.
Als Mann wäre ich damit bestimmt nicht mehr unter den Lebenden!
Ich setze die Bilder deshalb in die Galerie,da man nicht alles in der Öffentlichkeit zeigen soll ,man ist
doch kein Anschauungsobjekt.

Liebe Grüsse

Brunhilde
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