Von der Frau zum Mann und wieder zurück | WDR
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Anne-Mette
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Von der Frau zum Mann und wieder zurück | WDR

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Offiziell heißt er noch William. Eine Namensänderung ist bereits auf dem Weg. Doch da der 35-Jährige als Frau geboren wurde und nun wieder den Weg zurückgehen möchte, nennen wir William auf Wunsch "Billie". Dies wird der neue Name sein. Aber von vorne.

https://www1.wdr.de/nrw/koeln/koeln-tra ... n-100.html
Knäckebrötchen
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Re: Von der Frau zum Mann und wieder zurück | WDR

Post 2 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Dann wünsche ich Billie viel Glück und Erfolg auf dem weiteren Weg, wohin auch immer die Reise am Ende führen mag.
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Vesta
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Re: Von der Frau zum Mann und wieder zurück | WDR

Post 3 im Thema

Beitrag von Vesta »

Das ist mMn. ein sehr wichtiges Thema. Also nicht für den reinen Crossdresser, sondern sobald irreversible Maßnahmen angestrebt werden. Kann es sein, dass ich mich irre? Kann es etwas anderes sein als trans? Wird eine Transition ein großer Fehler sein? Was tue ich, wenn dies ein Fehler war?

Leider findet das Thema nicht die Beachtung, die es verdient. Und das wird auch in dem Artikel genannt, das ist ein Tabu-Thema, das war schon immer ein Tabu-Thema in Trans-Kreisen. Das ist schade.

Es wird so gerne von Selbstbestimmung geredet, aber um wirklich selbstbestimmt entscheiden zu können, und da meine ich nicht nach SBGG, denn die juristische Änderung lässt sich rückstandslos zurücknehmen, sondern die selbstbestimmte Entscheidung über medizinische Eingriffe, dazu muss ich doch erst einmal die Fakten kennen, ich muss die Risiken kennen. Zu den Risiken gehört nicht nur, dass ich einen künstlichen Darmausgang oder einen Lagerschaden kriegen kann, sondern ebenso, dass ich die OP als solche bereuen könnte und rückgängig machen möchte. Die Schäden durch eine falsche Transition sind zu groß, Unfruchtbarkeit, keine leiblichen Kinder, im Falle jenes Artikels nicht Mutter werden zu können, Änderungen im Aussehen (z. B. keine Brüste oder keinen Penis), die einen immer begleiten werden. Da muss ich doch vorher sicher sein.

Wenig hilfreich ist da natürlich, wenn ausgerechnet transfeindliche Gruppierungen (z. B. die Emma) solche Fälle aufgreifen und einseitig davon berichten.
Val44721
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Re: Von der Frau zum Mann und wieder zurück | WDR

Post 4 im Thema

Beitrag von Val44721 »

Vesta hat geschrieben: Mo 10. Aug 2026, 15:56 Leider findet das Thema nicht die Beachtung, die es verdient. Und das wird auch in dem Artikel genannt, das ist ein Tabu-Thema, das war schon immer ein Tabu-Thema in Trans-Kreisen. Das ist schade.
Wirklich? Ich nehme es eher genau andersrum war. Es wird sehr überdurchschnittlich über Detransition und das Bereuen von med. Maßnahmen gesprochen.

Das sagt z.b. die Rosa Luxemburg Stiftung:
Between 2015 and 2018, the subject of detransition was mentioned more than 50 times in the US and UK media[3]. In contrast, between 2008 and 2018, 59 cases of detransition out of a corpus of 22,725 transgender people were recorded by the study by Danker et al. which represents 0.26% of the corpus of the study[4]. It could almost be said that every person who has transgendered has had his or her own newspaper article.
https://rosalux.nyc/media-representatio ... ansitions/

Die Studie die die da referenzieren war eine der WPATH (World Professional Association of Transgender Healthcare), der so ziemlich führende medizinische Fachorganisation zu dem Thema.
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SaskiaValentine
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Re: Von der Frau zum Mann und wieder zurück | WDR

Post 5 im Thema

Beitrag von SaskiaValentine »

Detransitionen werden gerade von transfeindlichen Gruppierungen in den Vordergrund gestellt um Angst und Zweifel an der Transition zu stärken. Dabei sind Leute die Ihre Transition rückgängig machen oder bereuen eine absolute Minderheit (ca. 1%).

https://dgti.org/2022/09/28/jenny-wilke ... -9-2-2022/
Michi
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Re: Von der Frau zum Mann und wieder zurück | WDR

Post 6 im Thema

Beitrag von Michi »

Vesta hat geschrieben: Mo 10. Aug 2026, 15:56 Leider findet das Thema nicht die Beachtung, die es verdient. [...]

[...] Die Schäden durch eine falsche Transition sind zu groß, Unfruchtbarkeit, keine leiblichen Kinder, im Falle jenes Artikels nicht Mutter werden zu können, Änderungen im Aussehen (z. B. keine Brüste oder keinen Penis), die einen immer begleiten werden. Da muss ich doch vorher sicher sein.
Ich sehe nicht, dass das Thema zu wenig Beachtung findet, sondern es wird von den falschen instrumentalisiert. Darum will ich den Teil auch gleich wieder bei Seite lassen, weil es da eh nicht um das Wohl der Betroffenen geht.


Ich sehe ein großes Problem, wenn sich die Betroffenen wegen des Gatekeeping viel mehr mit der Überwindung der ihnen auferlegten Hürden beschäftigen, um den Gatekeepern "zu gefallen" und die Erlaubnis zu bekommen. In der Vergangenheit, als ich selbst noch dachte, "nur" eine Teilzeitfrau zu sein, habe ich trotzdem immer breit und aufmerksam gelesen, und immer wieder mitbekommen, wie Anleitungen und Wissen darüber ausgetauscht wurden. Und das hat bekanntlich auch zu einigen sehr prominenten Fällen geführt, bei denen genau das das Problem war, dass sie das "System" quasi überlistet haben.

Darum bin ich der Meinung, dass nicht das Erschweren des Zugangs zu geschlechtsangleichenden Maßnahmen der richtige Weg ist, weil das bei den Betroffenen nur den Eindruck verstärkt, alles richtig zu machen und auf dem richtigen Weg zu sein, wenn sie die "Prüfungen" bestehen. Die Gefahr ist groß, sich auf die Hindernisse zu fokussieren und sich selbst dabei völlig zu vergessen. Vielmehr muss von Anfang an völlige Klarheit herrschen, dass es immer selbstbestimmte Entscheidungen sind. Auch wenn diese von Fachärzten und Psychologen begleitet werden, sind doch alle Betroffenen immer für jede Entscheidung selbst verantwortlich.
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Re: Von der Frau zum Mann und wieder zurück | WDR

Post 7 im Thema

Beitrag von Vesta »

@Val44721
Es geht nicht nur um die recht kleine Gruppe derer, die nach vollständiger Transition wieder detransitionieren. Es gibt auch welche, die im neuen Geschlecht vielleicht etwas glücklicher sein könnten als vorher, die die Transition auf Grund der Schäden dennoch als Fehler oder zumindest fragwürdig betrachten. Vor allem gibt es aber die gar nicht mal so kleine Gruppe derer, die die Transition nicht durchziehen, weil der Psychologe eine wichtige Indikation verweigert, da er Zweifel an der Richtigkeit der Transition für diese Person hat. Hat der Psychologe recht, hat er seine Patientin bzw. seinen Patienten davor bewahrt, ihr bzw, sein Leben zu ruinieren, irrt er sich jedoch, dann ist seine Verweigerung übergriffig, schmerzhaft und diskriminierend. Möchte man da völlige Selbstbestimmung, müssen alle, die eine Transition in Erwägung ziehen, selbst erkennen können, ob der Weg der Richtige ist. Und dazu braucht man nicht nur Berichte, wie toll das Leben nach der Transition ist, sondern man braucht auch Informationen, wann die Transition ein Fehler ist und wie man dies erkennen kann. Und gerade an Letzterem mangelt es.
SaskiaValentine hat geschrieben: Mo 10. Aug 2026, 22:10 Detransitionen werden gerade von transfeindlichen Gruppierungen in den Vordergrund gestellt um Angst und Zweifel an der Transition zu stärken.
Ja, leider. Denn dadurch werden diese Berichte bei denen, denen sie wirklich nützen können (in Bezug auf ihre eigene Entscheidungsfindung), diskreditiert.
Michi hat geschrieben: Mo 10. Aug 2026, 23:56 Darum bin ich der Meinung, dass nicht das Erschweren des Zugangs zu geschlechtsangleichenden Maßnahmen der richtige Weg ist, weil das bei den Betroffenen nur den Eindruck verstärkt, alles richtig zu machen und auf dem richtigen Weg zu sein, wenn sie die "Prüfungen" bestehen.
Das ist durchaus richtig. Besser ist, der/die Betroffene erkennt selbst, was für ihn/sie richtig ist. Dazu braucht er/sie aber nicht nur Informationen, wann die Transition passt und wie sie durchzuführen ist, sondern auch, wann sie ein Fehler ist, wie dieser zu erkennen ist, und ob es nicht sogar was ganz anderes sein könnte wie Borderline, uneingestandene Homosexualität, Psychosen oder sonst was. Michi, du beschäftigst dich seit Jahrzehnten mit dem Thema, da hast du gewiss die notwendige Gewissheit und Erkenntnis über die Richtigkeit deines Weges, aber andere schliddern sehr kurzfristig und übereilt da rein.
Jaddy
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Re: Von der Frau zum Mann und wieder zurück | WDR

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Beitrag von Jaddy »

Sehr wichtige Punkte, die hier angesprochen wurden. Ich nehme in SHGs und Online-Communities durchaus wahr, dass auch über körperliche De- und Retransition gesprochen wird, auch über partielle, usw. Aber immer nur im kleinen Kreis, weil den transfeindlichen kein Futter geliefert werden soll. Dieser Nebeneffekt des Drucks durch einige Kräfte ist ein Großteil des Problems.

Bei den Jüngeren (U25) ist es eh viel flexibler. Auch die Idee des einen, wahren, lebenslangen Genders ist dort größtenteils erledigt. Nach dem initialen coming out ist es häufig mehr eine Art fortlaufender Erkenntnisfortschritt auf der Nebenspur, und Abzweigungen, Schleifen und Probierphasen völlig normale Konzepte. Das frühere Prinzip Pferderennen, wer am schnellsten was alles "machen lässt", ist zumindest in meinem Umfeld kein Thema (mehr). Im Gegenteil wird sich sehr häufig über Möglichkeiten und Folgen ausgetauscht. Es wird in der Regel auch nicht geduldet, auf andere herab zu schauen, weil sie abwarten, sich noch nicht entscheiden, etc.

Das beste Mittel gegen übereilte Entscheidungen und blindem Vertrauen auf Fachleute (Thema externe Vailidierung statt eigener Sicherheit) ist deshalb aus meiner Sicht und Erfahrung ein möglichst gutes und vielfältiges Netzwerk auf gleicher Ebene, ohne Machtverhältnisse.

Das primäre Problem sehe ich auch eher "aussen". Überall dort, wo Menschen einem etwas verweigern können, weil ihre Meinung letztlich mehr zählt, als der eigene Entschluss, ist kein ehrliches Gespräch möglich, und wird natürlich aus reiner Vorsicht auch gar nicht erst angefangen. SNAFU-Prinzip.
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Re: Von der Frau zum Mann und wieder zurück | WDR

Post 9 im Thema

Beitrag von Val44721 »

Da muss ich an Julia Serano denken:
To put it differently (and borrowing from the “woman trapped inside a man’s body” cliché), the cisgender majority tends to view people who detransition as “cisgender people trapped inside ‘transgendered’ bodies” — which, for them, seems like a fate worse than death. This is why they imagine it as “life ending.”
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Lavendellöwin
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Re: Von der Frau zum Mann und wieder zurück | WDR

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Beitrag von Lavendellöwin »

Puh...

manches hier liest sich für mich wirklich schwer, denn fair wäre zu sagen, das eine Transition und auch eine Detransition
nie "falsch" ist. Es ist doch, was die Person im Moment spürt..man macht sich für sich auf den Weg, für niemand sonst, auch
wenn andere mit beteiligt sind..

Transition und Detransition können unterschiedliche Formen derselben grundlegenden Freiheit sein: das eigene Leben, den eigenen Körper
und die eigene soziale Rolle so zu gestalten, wie es für die betreffende Person zu diesem Zeitpunkt am besten passt.
Dazu gehört auch, körperliche Features die angepasst wurden, nicht zu betrauern, sondern anzuerkennen das es für den Weg zu der
gegebenen Zeit wichtig war.
Und selbst wenn ich jemals wieder in die männliche soziale Rolle wechseln würde, wäre ich mit den körperlichen Features jetzt
um Längen glücklicher als vorher und würde bei E2 als Hormon bleiben...da bin ich mir sicher.

Jedenfalls ist keine De oder Retransition ein Versagen der einzelnen Person, sondern nur die Ausprägung einer weiteren Entwicklung
die niemand vorher wirklich sehen konnte..und das ist der Punkt wo wirkliche Verantwortungsübernahme für sich selbst anfängt..

habt es fein, Marie (flo)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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Re: Von der Frau zum Mann und wieder zurück | WDR

Post 11 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Jaddy hat geschrieben: Di 11. Aug 2026, 12:28 Auch die Idee des einen, wahren, lebenslangen Genders ist dort größtenteils erledigt.
Das ist ja - im Grunde genommen - auch schon immer Unsinn gewesen. Für männlich gelesene Menschen vielleicht weniger als für weiblich gelesene, aber die sozialen Rollen verändern sich doch mit dem individuellen Alter schon so stark, dass eine stumpf-starre "Gender"-Zuweisung gar nicht haltbar ist.
Lavendellöwin hat geschrieben: Di 11. Aug 2026, 19:00Dazu gehört auch, körperliche Features die angepasst wurden, nicht zu betrauern, sondern anzuerkennen das es für den Weg zu der gegebenen Zeit wichtig war.
Ich würde dazu im Zusammenhang mit dem hier verlinkten Artikel gerne darauf hinweisen, dass die Billies Motivation ja schon recht stark und früh von außen, und hier durch das cis-heteronormative Umfeld! geprägt worden ist. So wie Billie klingt, war da nie die echte, richtige eigene Überzeugung. Denn das was Billie da beschreibt, und vor allem: wie, klingt schon nach Bedauern eines eigentlich im Nachhinein nicht richtigen Schritts (HRT, OPs).

Und insofern finde ich die Entwicklung, wie Jaddy sie beschreibt enorm wichtig und positiv. Mich würde interessieren, echte Neugier, wie flächendeckend diese Einstellung und die Möglichkeiten für Kontakte insbesondere für junge Menschen ist.
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Re: Von der Frau zum Mann und wieder zurück | WDR

Post 12 im Thema

Beitrag von Claudia-67 »

Hallo allerseits,
Jaddy hat geschrieben: Di 11. Aug 2026, 12:28 Das beste Mittel gegen übereilte Entscheidungen und blindem Vertrauen auf Fachleute (Thema externe Vailidierung statt eigener Sicherheit) ist deshalb aus meiner Sicht und Erfahrung ein möglichst gutes und vielfältiges Netzwerk auf gleicher Ebene, ohne Machtverhältnisse.
das stimmt. Aber manche Leute lehnen Selbsthilfegruppen ab, wo man offen über solche Dinge reden kann. Ich bin froh eine solche Gruppe zu haben und ich würde nicht dort stehen, wo ich jetzt in der Transition bin, wenn ich nicht den Austausch gehabt hätte. Da bekommt man mit, welche Ärzte gut sind und welche eher nicht so. Auch in einem Verein, der nichts mit Trans zu tun hat, wo aber eine Reihe von uns aktiv sind, haben sich einige vernetzt und wir tauschen uns sehr gut aus. Das geht u.a. bis zum Thema GaOP.

Liebe Grüße
Claudia
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