Queerfeindlichkeit in MV | Katapult
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Anne-Mette
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Queerfeindlichkeit in MV | Katapult

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

„Warum hasst mich die halbe Welt dafür, dass ich der Mensch bin, der ich sein will?“
Von Diskussionen um Regenbogenflaggen bis hin zu rechtsextremer Mobilisierung zu CSDs – die Zeichen des Kampfes gegen Vielfalt zeigen sich in MV deutlich. Seit Mitte April belegen zudem Zahlen der Opferberatung Lobbi einen erneuten Anstieg rechter Angriffe auf queere Menschen. Die Spitze des Eisbergs. Denn viele Taten und alltägliche Diskriminierungen bleiben unsichtbar. Welche Erfahrungen machen queere Personen in MV und wie gehen sie damit um? Ein Blick ins Land.


https://katapult-mv.de/artikel/queer-feindlichkeit-mv/
Michi
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Re: Queerfeindlichkeit in MV | Katapult

Post 2 im Thema

Beitrag von Michi »

Anne-Mette hat geschrieben: Sa 16. Mai 2026, 11:23 „Warum hasst mich die halbe Welt dafür, dass ich der Mensch bin, der ich sein will?“


Der Satz ergibt doch keinen Sinn. Müsste es nicht heißen:
Warum hasst mich die halbe Welt dafür, dass ich der Mensch sein will, der ich bin?

So wie im Original sagt er doch genau das aus, was uns immer wieder von Rechts unterstellt wird: Nämlich das wir uns freiwillig dazu entscheiden würden, anders zu sein.
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
Susi T
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Re: Queerfeindlichkeit in MV | Katapult

Post 3 im Thema

Beitrag von Susi T »

Manchmal frag ich mich auch, wer da spinnt.
Das ist nicht neu oder MV, das ist schon immer so.
Ganz blödes Beispiel gleich zu Beginn.
Fehlender Selbsterhaltungsgetrieb?
Seid wann quescht man sich freiwillig an alkoholisierte Jugendliche vorbei? Nur Sprüche und keine Handgreiflichkeiten, dann hat man aber Glück gehabt würde ich mir denken.
Wir sind letztens auch fast mitten rein geraten als der Betze mal wieder eine Heimklatsche bekommen hat und wir nicht drauf geachtet hatten das das Spiel war und wir die Rùckroute der Fans betreten. Aber auch wenn das Normale und keine Holigens waren, ist man vorsichtig und meidet enge Gassen.
Vor unserem Restaurant wo wir einkehrten standen dann an der Kreuzung auch recht schnell Einsatzkräfte der Polizei, so daß wir sicher waren, trotz Ausländischer Restaurants.
In meinem ganzen Leben hätte ich alkoholisierte Fangruppen gemieden, wenn dann nur eigene und da achtet man darauf das Erkennungszeichen wie Schals dabei sind.
Gibt genügend A Löcher, ich meide die aber wenn möglich. Frauen sind das eh gewohnt und Queer sind leider auch betroffen, so wie jede Minderheit.
Natürlich gilt da genau drauf zu schauen, es sollte nicht sein und es sollte weniger und nicht mehr werden. Jede Straftat, jeder Übergriff ist einer zuviel und verstecken sollten wir uns auch nicht müssen. Deswegen gibt's bei uns an manchen Stellen Polizeikräfte bei kritischen Ereignissen. Aber die sind nicht überall und machen leider auch manchmal Fehler(manchmal vielleicht auch mit Absicht, aber auch da gilt es sich nicht mit alleine, sondern in der Öffentlichkeit abzugeben).
Normale Überlebensinstinkte sind wichtig, war schon immer so und wird so bleiben. Als normal erkennbarer Mann ist es halt leichter, die Umstellung und Erkenntnis des erforderlichen kann scheinbar wie ein Kulturschock sein.
Das beste Make-up einer Frau ist Glücklich sein
Michi
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Re: Queerfeindlichkeit in MV | Katapult

Post 4 im Thema

Beitrag von Michi »

Susi T hat geschrieben: So 17. Mai 2026, 10:00 Seid wann quescht man sich freiwillig an alkoholisierte Jugendliche vorbei? Nur Sprüche und keine Handgreiflichkeiten, dann hat man aber Glück gehabt würde ich mir denken.

[...] ist man vorsichtig und meidet enge Gassen.
Hallo Susi,

ich verstehe schon, was du meinst. Doch anscheinend ist dir entgangen, dass die Situationen im Zug, in der Bahn passiert sind. Es gibt leider Situationen, wo man nicht einfach mal so "wo anders lang" gehen kann.

Liebe Grüße (has-o)
Michi
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Re: Queerfeindlichkeit in MV | Katapult

Post 5 im Thema

Beitrag von Susi T »

Ja manchmal gibt es solche Situationen, aber die Geschilderte zählst du dazu?
Dann sind wir Meilenweit auseinander, denn ich sehe keinen Grund mich durch eine solche Gruppe zu zwängen, außer Unsterblichkeit oder Lebensmüdigkeit.
Und zu erwarten das es keine Sprüche gibt ist doch völlige Fehleinschätzung meiner Meinung nach.
Ich weis im Vorfeld von der Situation und meide solche.
Gröhlende Fangruppen am Bahnhof machen mir Angst, ein vollbesetztes Abteil mit besoffenen Jugendlichen und ich muss es nicht nur betreten, sondern muss mitten durch, warum?
Ein freier Sitzplatz?No. Ein Kartenautomaten? Hmm, kann ich mir nicht vorstellen das ich das wagen würde. Eine Frau die Mißhandelt wird? Ja dann ja, Zivilcourage kenn ich, aber die haben nur wenige.
Wie gesagt, mir gefallen diese geschilderten Situationen nicht, da sie so geschildert keine sind, die nicht abwändbar gewesen wären. Vielleicht ja auch nur blöd geschildert.
Was bleibt ist, das sowas für mich nicht neu ist, sondern schon immer so ist.
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Re: Queerfeindlichkeit in MV | Katapult

Post 6 im Thema

Beitrag von Shoshana »

Welchen Grund gibt es sich im Zug durch eine Gruppe alkoholisierter Gestalten zu quetschen?
Solche Gruppen sieht mensch schon vor dem Einsteigen und entweder nehme ich dann einen anderen Einstieg oder bleibe direkt im Eingangsbereich. Sich durchquetschen nur weil ev. dahinter ein Sitzplatz frei ist? Da interveniert mein Selbsterhaltungstrieb massiv - völlig egal in welchem Modus.

Das hat nichts aber auch gar nichts mit verstecken zu tun. Einfach nur die Situation realistisch Einschätzung und vorhersehbare Konfrontationen nicht herausfordern.
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Re: Queerfeindlichkeit in MV | Katapult

Post 7 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Susi T hat geschrieben: So 17. Mai 2026, 10:00 Ganz blödes Beispiel gleich zu Beginn.
Fehlender Selbsterhaltungsgetrieb?
Seid wann quescht man sich freiwillig an alkoholisierte Jugendliche vorbei?
Geht ganz unfreiwillig zum Beispiel so:

- Du setzt dich in einen ziemlich leeren Zug nach Rostock, weil {Termin, Job, Schule, Uni}, also nicht so einfach vermeidbar und jetzt fällig
- Unterwegs steigt eine größere Gruppe agitierter Fussball-Fans ein und nimmt ausgerechnet den Wagen in Beschlag, in dem du sitzt
- Dein Anlass nötigt dich, die S-Bahn zum Ziel zu benutzen, das unglücklicherweise auf der Strecke zum Stadion liegt. Du kannst nicht einfach nicht oder später fahren.

Was mich eigentlich stört ist aber diese Täter-Opfer-Umkehr. Das ist "selber schuld, warum hat sie sich so angezogen" - sorry - "... ist sie ausgerechnet da mit dem Zug gefahren". Solche Belästigungen sind einfach immer und überall Unrecht. Egal ob gegen queere Menschen, gegen Frauen(tm) allgemein, generell gegen markierte Gruppen, "Ausländer", nicht-weisse, als jüdisch oder moslemisch gelesene Menschen, whatever. Solche Situationen sind das Toleranz-Paradox in der Praxis: Wenn wir (Zivilgesellschaft, Ordnungskräfte) allgemein gewalttätigen Gruppen dieses Verhalten ziemlich unbeschränkt durchgehen lassen, schränkt das unser aller Freiheiten ein - und diese Gewalttätigen lernen, dass es funktioniert und erweitern ihren Spielraum.

Es ist das eine, die Realität anzuerkennen; es gibt diese Leute und es gibt zu wenig zivilen Widerstand und zu wenig Einhegung durch offizielle Ordnungskräfte. Im Alltag sind wir demzufolge besser beraten, uns abseits zu halten. Was aber nunmal nicht immer funktioniert, wie im angenommenen Fall oben.

Das heisst aber nicht, dass wir die Betroffenen für "selber schuld" verurteilen dürften, die Täter (jepp, ohne *) in Schutz nehmen oder die Lage insgesamt akzeptieren.
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Re: Queerfeindlichkeit in MV | Katapult

Post 8 im Thema

Beitrag von Malvine »

Michi hat geschrieben: Sa 16. Mai 2026, 22:39 So wie im Original...
Hallo Michi,

wenn wir davon ausgehen, daß es sich tatsächlich um das Original-Zitat handelt, bin ich voll bei dir.
Meine Erfahrungen mit Presse Interviews ist eher so, die Aussagen wurden öfters nicht Wort genau wiedergeben, sondern vom Autor sinngemäß umgebaut.

LG Malvine
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Re: Queerfeindlichkeit in MV | Katapult

Post 9 im Thema

Beitrag von Michi »

Susi T hat geschrieben: So 17. Mai 2026, 11:23 Ja manchmal gibt es solche Situationen, aber die Geschilderte zählst du dazu?
Hallo Susi,

ich würde mir nicht anmaßen, darüber zu urteilen, dass die Betroffene selbst schuld ist. Das gibt die "Schilderung" nicht mal ansatzweise her. Jaddy hat vollkommen Recht: Was du machst, ist Täter-Opfer-Umkehr!

Nur, weil wir .. du und ich .. andere hier .. selbst sehr leicht zu Opfern werden können, und uns im Laufe der Zeit ein paar Vermeidungsstrategien erarbeitet haben, bedeutet das noch lange nicht, dass wir dazu berufen wären, Aussagen über Situationen und das angeblich falsche Verhalten anderer Betroffener zu treffen!


Beste Grüße
Michi
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Re: Queerfeindlichkeit in MV | Katapult

Post 10 im Thema

Beitrag von Michi »

Malvine hat geschrieben: So 17. Mai 2026, 12:07
Michi hat geschrieben: Sa 16. Mai 2026, 22:39 So wie im Original...
wenn wir davon ausgehen, daß es sich tatsächlich um das Original-Zitat handelt, bin ich voll bei dir.
Meine Erfahrungen mit Presse Interviews ist eher so, die Aussagen wurden öfters nicht Wort genau wiedergeben, sondern vom Autor sinngemäß umgebaut.
Hallo Malvine,

mit Original meine ich den von Anne-Matte verlinkten Artikel. Ich gehe davon aus, dass die Verfasserin den Text selbst verfasst hat und nicht von irgendwoher abgeschrieben. Da die Verfasserin überwiegend linke Texte schreibt, finde ich es um so bedauerlicher, dass sie sich offenbar so wenig Gedanken um die Wahl ihrer Worte gemacht hat.

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Re: Queerfeindlichkeit in MV | Katapult

Post 11 im Thema

Beitrag von Diana.65 »

Na ja ....

Die Situationen sind ja in dem Artikel recht vage beschrieben. Da lässt sich schlecht was daraus schlussfolgern. Ich muss euch da insoweit Recht geben, dass es nichts nützt sich immer nur zurück zu ziehen und sich dadurch freiwillig zum Opfer zu machen. Allerdings merke ich auch, dass ich seitdem ich dauerhaft als Frau unterwegs bin, ich mich öfter in bestimmten Situationen unwohler fühle, als mir das früher passiert ist.
Allerdings hab ich Situationen, ähnlich der im Artikel beschriebenen sogar vor vielen Jahren, noch im Männer-Modus, erleben müssen. Ich war zeitweilig recht oft beruflich zwischen Erfurt und Jena mit dem Zug unterwegs und da ergab sich halt ab und an auch die Situation, dass ich Züge benutzen musste, in denen Fussballfans unterwegs waren. Selbst da gab's dumme Kommentare, wenn man mal zwischen denen durch musste. Bei alkoholisierten Gruppen bin ich schon seit jeher vorsichtiger, was aber keine Rechtferigung für deren Verhalten ist, sondern mich eher in kontrollierbare Positionen bringt.

Nachdenkliche Grüße,
Diana.
Ich bin und bleibe ich.
Und ... genieße mein neues Leben.
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Re: Queerfeindlichkeit in MV | Katapult

Post 12 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo,

Ich muss Diana beipflichten. Pöpeleien und mehr im Zug haben selten etwas mit Queersein zu tun. Ich war in den letzten 15 Jahren beruflich und privat viel in den Zügen unterwegs. Mir im Männermodus wie auch anderen Reisenden wurde oft vom Zugpersonal nahr gelegt, von angetrunkenen und alkoholisierten Fußballfans Abstand zu halten und Sitzplätze oder Toiletten lieber woanders im Zug aufzusuchen.

Liebe Grüße
Inga
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