Redezeit! Austausch- und Nachrichten-Portal für intergeschlechtliche und transsexuelle Menschen, Crossdresser, nonbinä¤re Menschen, Feministinnen, Luder, Hexen
New_Peach hat geschrieben: So 5. Okt 2008, 14:49
Hier ist ein informatives buch, das mir sehr geholfen hat
(und nicht nur weil es im praktischen pdf-Format ist)(-; http://freenet-homepage.de/Jula.Me/pdf/ ... ssesde.pdf
Der Link funktioniert nicht mehr, aber noch besser: in deutscher Übersetzung hier:
Meines Wissens gibt es keine Bücher, die erklären können, warum wir so sind, wie wir sind. Die Materie ist extrem komplex und es dürfte viele Ursachen haben. Mir haben die Randgebiete der Psychologie und der Neurologie geholfen, die nicht konkret mit Trans zu tun haben, Zusammenhänge zu erkennen. Dazu gehören:
David Schnarch: Die Psychologie sexueller Leidenschaft
Die Vorträge von Gerald Hüther
Die Bücher von Jürg Willi
u.a.m.
Keiner weiß, wo das Geschlechtsempfinden verankert ist. Keiner weiß, wie es gebildet (neurologische, biologische Fragestellung) und keiner weiß, ob es verändert werden kann (evtl. psychologische Frage). Es weiß auch keiner, ob man es verändern können sollte (ethische und gesellschaftliche Frage). Dabei wissen Menschen schon eine ganze Menge. In vielerlei Hinsicht gibt es Hinweise und Überzeugungen (z.B. zur Unveränderlichkeit). Aber gesicherte Erkenntnisse gibt es nicht.
Deshalb kommt gerade dem gesellschaftlich/ethischen Komplex eine größere Bedeutung zu. Hier liegen mMn die größten Probleme. Würde jemand über Trans ernsthaft Probleme bekommen, wenn die Geschlechtlichkeit keine so überragende Bedeutung hätte ? Es steht im Kern unseres Daseins. Alle Lebewesen haben ihr Dasein so entwickelt, dass die Fortpflanzung im Mittelpunkt steht und die ist bei den höher entwickelten Arten nun einmal geschlechtlich. Welchen Sinn haben hier Homosexuelle und Trans-Menschen ?
Aber sie sind nicht nutzlos. Im Gegenteil, sie haben sehr häufig Fähigkeiten, die andere nicht haben. Ich postuliere, dass Transmenschen, die zwischen den Geschlechtern stehen, bessere Möglichkeiten haben, in einem Mediationsprozess, besonders bei Scheidungen, erfolgreich zu sein, als Cis-Menschen. Sie sehen die Situation aus unterschiedlichen Perspektiven.
Ich denke, die Ursachenforschung sollte versuchen uns Ursachen zu liefern. Die Frage ist interessant und gesellschaftlich relevant. Aber für das tägliche Leben brauchen wir andere Informationen.