Ein herzliches Hallo in die Runde
auch dieses mal komme ich wieder sehr spät dazu, euch von meine Ausflugstag zu erzählen, so dass ich diesen Bericht nicht mehr in Tages-Outfit-Thread posten möchte.
5 Wochen sind seit meinem letzten Ausflug vergangen, eine lange Zeit, die bei mir mit viel Arbeit ausgefüllt war. Das Handwerk hat auch weiterhin goldenen Boden, allerdings muß man sich dazu bücken, um es auch aufheben zu können. Zwischendurch gab es zwar mal die eine oder andere Klamottenanprobe in der heimischen Wohnung, jedoch lässt sich das nicht mit einem Tag en femme vergleichen, sind es doch immer nur ein paar Minute gewesen. Also bleibt nur die Möglichkeit, sich einen konkreten Termin zu suchen.
Als erstes kam wieder die Abstimmung mit meiner Frau. Sie signalisierte mir für das vergangene Wochenende eine gute Option, da sie selbst noch genügend berufliche Arbeit zu erledigen hatte.
So begann ich mich auf die Suche nach eine passenden Tagesprogramm zu machen. Fündig wurde ich bei einer Vorstellung im Theater Hof. CLUEDO – eine temporeiche Komödie, die entfernt etwas mit dem Gesellschaftsspiel zu tun hat. Für den Tagesabschluß gab es dann auch noch ein 80er Revival in meinem Lieblings-Club – das offizielle After-Party-Programm zum am Wochenende stattfindenden Maisels Weißbier-Fest.
Somit stand dann mein abendliches Tagesprogramm fest. Für den Nachmittag entschied ich mich noch für eine kleine Shoppingtour auf dem Weg nach Hof und für die Suche nach einem Foto-Spot in oder um Hof herum.
Um nicht am eigentlichen Ausflugstag zu viel Zeit mit Klamottenauswahl und Körperpflege zu verbringen hatte ich schon unter der Woche mit den Vorbereitungen angefangen. Bei der Kleidung war vor allem der Theaterbesuch eine Herausforderung. Ich wollte unbedingt die Kombination der roten Netzstrumpfhose mit den schwarzen Slingpumps tragen. Es stellte sich mir somit die Frage nach dem passenden Rock und Oberteil. Nachdem ich fast meinen ganzen Fundus durchprobiert hatte, viel die Auswahl auf eine Schwarz-Weiß-Kombination, wobei ich mich nicht entscheiden konnte, ob der Rock lang oder kurz und das Oberteil eher weit oder Figur betonend in Spitze wird.
Die Auswahl für den Club hingegen war recht schnell gefunden. Hotpant und langärmeliges Oberteil waren schnell gefunden.
Nach einer frühlingshaften Woche war der Ausflugstag doch recht frisch. Für den Nachmittag hatte ich schon überlegt, ob ich nicht schon das erste Sommerkleid aus dem Schrank hole. Aber die erwarteten 15° ließen mich dann doch wieder etwas wärmeres Auswählen. Im Rückblick finde ich es selbst interessant, was dann am Ende dabei herausgekommen ist. Aber auch hier hat es viele Anläufe gebraucht, bis ich mit der Auswahl glücklich war. Welche Schuhe/Stiefel passen zu Strumpfhose und Rock und welche Jacke ziehe ich zum Wetter passend an.
Trotz Vorbereitung hat sich die Transition dieses mal wieder recht lang hingezogen. Da war das eine Oberteil, welches ich trotz intensiver Suche nicht gefunden habe, die Suche nach dem passenden Schuhen und Jacken, welchen Schmuck will ich tragen…..
Schlussendlich habe ich es aber nach gut 2,5 Stunden geschafft, das Haus zu verlassen und mich auf den Weg zu machen.
Ich machte mich auf den Weg nach Hof – mit einem Zwischstopp Unterwegs um noch etwas durch Klamottenläden zu streifen. Inzwischen bin ich doch schon so gereift, nicht automatisch alles kaufen zu müssen, was auf den ersten Blick hübsch ausschaut. Es folgen Gedanken, ob ich denn nicht schon etwas ähnliches im Schrank habe, zu welcher Gelegenheit ich es denn anziehen könnte und vor allem, ob ich es auch morgen noch so interessant finde wie gerade. Bei manchen Teilen ist es auch einfach die Feststellung, es gibt Kleidungsstücke, bei denen die eigene Vorstellung ganz schnell von der Realität eingeholt wird, weil es einfach nicht zu mir passt. Ein schönes Beispiel ist auch das 2. Kleid, welches ich anprobiert hatte. Herrliches Blumenmuster, dünner Stoff mit blickdichtem Innenfutter, es schaute wirklich echt klasse aus, aber das Innenfutter war von der Länge her so knapp, dass ich mich nicht sicher fühlte.
Nach dieser Erkenntnis ging es ins Auto und ich machte mich auf den Weg weiter nach Hof. Eine Region in Nordbayern, die nicht um sonst Bayerisch Sibirien genannt wird. Hatte es doch als ich dort an kam nur noch 10° auf der Temperaturanzeige.
Mein Weg führte mich zum Botanischen Garten, ein frei zugänglicher Bürgerpark mit einer riesigen Auswahl an Pflanzen aus allen möglichen Regionen. Dort machte ich dann noch einige Bilder und schaute mir natürlich auch die ganzen Arrangements und Blütenpracht an.
Ob der Frosch sich wohl zu einem Prinzen oder doch zu einer Prinzessin verwandelt hätte, wenn ich ihn geküsst hätte – ich werde es wohl nicht erfahren…
Der Blick auf die Uhr ließ mich dann wieder zu meinem Auto zurück kehren, das Umkleiden für den Theaterbesuch stand an. Zum Glück hatte ich ja schon vorab eine Tasche mit der Kleiderauswahl gepackt. Meine Stimmung war dann nach dem kurzen Rock und dem Spitzen-Oberteil….solang, bis mir auffiel, ich hatte mich für eine schwarzen BH entschieden und der Rücken von dem Oberteil hatte kein blickdichtes Innenfutter. Der Gedanke so unter die Leute zu gehen bereitete mir keine Freude – hatte ich mir nicht vorab noch überlegt, einen hautfarbenen BH für dieses Oberteil anzuziehen….shit happens….dann mußte eben das alternative Oberteil herhalten.
Quelle: https://i.ibb.co/8gsGnGg9/Hof-Cluedo.jpg
Auf dem Weg vom Parkplatz zum Theater überlegte ich mir dann kurz noch, ob ich nicht doch etwas Overdressed bin, doch dann sah ich auch schon wieder andere Gäste, die ebenfalls die feine Garderobe gewählt hatten. An der Garderobe im Theater gab es dann wieder die „gewohnte“ Verwechslung. (Hintergrund: Eine Mitarbeiterin des Theaters, Bass-Sängerin im Chor und Gleichstellungsbeauftragte – wir scheinen uns für viele recht ähnlich zu sehen) So ergab sich schon das erste Gespräch mit den Damen an der Garderobe und die erste Lacher.
Das Theaterstück erfüllte alle Erwartungen und ich hatte einen erfüllten Abend. Natürlich waren die Spiegel in Foyer auch wieder eine willkommene Selfi-Location. Auch vor dem Theater konnte ich noch ein paar schöne Bilder machen, bevor ich mich auf den Rückweg machte. Mit dabei ein Zwischenstopp beim McD. Es war ein Vergnügen noch im edlen Outfit an einem Tisch zu sitzen und sich das Essen schmecken zu lassen. Ich hoffe zumindest das ich dies einigermaßen Ladylike hinbekommen habe.
Zurück in meiner Heimat stelle ich mein Auto in der Nähe des Clubs ab und zog mich das letzte mal um, der Rock wurde gegen eine Hotpant getauscht, das weite Oberteil wich einem bunten, die Figur betonendem Oberteil. Bei Nachttemperaturen um die 6° hatte ich vorsorglich noch eine Winterjacke eingepackt und war froh, diese dann auch noch anziehen zu können. Der Ansturm auf den Club hielt sich sehr in Grenzen, so dass auf der Tanzfläche ausreichend Platz war und ich zu den Klängen meiner Jugend mich so richtig gehen lassen konnte – tänzerisch zumindest. Aber mit fast 55 Lenzen war dann gegen 1:30 Schicht im Schacht, der Vernunft und Weißheit des Alters sei es gedankt.
So ging ein erfüllter Tag zu Ende.