Thema: Freundlichkeit im Alltag
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Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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Beatrixtg
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Thema: Freundlichkeit im Alltag

Post 1 im Thema

Beitrag von Beatrixtg »

Thema Freundlichkeit:
Ich starte dieses Thema, mit der Absicht, dass andere Forumsmitglieder vielleicht auch ganz gern mal ein kurzes Erlebnis, das sie gefreut hat, hier reinschreiben. Schlechte Publikationen gibt es genug. Das ist vielleicht ein kleines Gegengewicht. Ich bin gespannt auf Eure Erlebnisse.

Mein Erlebnis.
Am Fasnachtsmittwoch ging ich als Frau an den Cortege (Fasnachtsumzug) in Basel.
Meinen Rollator vor mich her stossend. Den brauche ich wenn ich längere Zeit zu Fuss unterwegs bin. Die Griffe stabilisieren meinen Rücken.
Ich hielt etwa 3 Schritte vor dem Fussgängerstreifen an und winkte einem Wagen der abbremste zu Fahren. Es sassen 2 Junge Männer im Auto, sie winkten ich solle gehen. Ich schüttelte den Kopf und zeigte, sie sollen einfach fahren. Was mich bewegte, beide zeigten mit beiden Händen ein Herz, winkten lachten und fuhren dann.
So einfache Begegnungen, aber sie hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Das passiert mir oft, ein freundliches lächeln, ein winken zu den Kindern im Kinderwagen, und schon kommt ein Lachen zurück.
Oder mit dem Motorrad. Abbremsen, einem Lastwagenfahrer zeigen dass er in die Strasse einbiegen kann, etc. Manche schauen dich gross an, weil sie es nicht gewohnt sind. Aber das Lachen, danke winken, erhellt doch deinen eigenen Tag. Und Freundlichkeit kommt auch meist zurück.
Und wenn man das selbst auch erlebt, das andere freundlich sind, das lässt einem gewisse Politiker und ihre Handlungen etwas vergessen. Es zeigt, dass die Welt nicht nur aus solchen Menschen besteht.

Erwartungsvoll auf Eure Erlebnisse Beatrix
Ich bin nicht Mann, ich bin nicht Frau, ich bin einfach ich. Und das ist gut so.
Momo58
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Re: Thema: Freundlichkeit im Alltag

Post 2 im Thema

Beitrag von Momo58 »

Es kommt oft vor, dass mir jemand die Türe aufhält. Dann bedanke ich mich. Selbst der Hund meiner Nachbarin rennt freundlich auf mich zu, da er weiß, dass ich gerne mit ihm spiele. Gestern hat mich eine ältere türkische Frau gebeten, sie mit ihrem Handy zu fotografieren. Das habe ich sehr gerne getan und die Frau war total happy. Manchmal bekomme ich im Vorbeigehen ein kleines Lächeln oder eine nette Begrüßung oder auch anerkennende Worte für mein Outfit.

LG Manuela
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Claudia
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Re: Thema: Freundlichkeit im Alltag

Post 3 im Thema

Beitrag von Claudia »

Moin!
Freundlichkeit erlebe ich immer wieder wenn ich mit dem Rolli unterwegs bin und das von vielen Menschen.

Gerade erst heute wieder beim durchfahren einer Unterführung mit doch recht steilem Antieg. Da wurde ich mehrfach gefragt, ob ich etwas Hilfe haben möchte, einfach ein Stück schieben bis nach oben. Das konnte dann - wie so oft - auch freundlich ablehnen, weil ich ja Elektro-Unterstützung habe und diese Hilfe in dem Moment nicht brauchte. Genauso freundlich war die Hilfe, als ich mich vor ein paar Wochen mehrfach im Schnee festgefahren hatte. So sind hier die Leute.

Aber dann gibt es noch etwas, das geht weit über Freundlichkeit hinaus. Wenn ich einen miesen Tag habe, mich körperlich schlecht fühle oder von traurigen Erinnerungen überrollt werde und ich dann im Chat von einer lieben Freundin eine virtuelle Umarmung bekomme. Nur virtuell und doch so berührend, stärkend. Es ist traurig, dass es Situationen gibt, in denen ich das brauche, aber es ist wunderbar, dass ich das erleben kann.

LG Claudia
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Without excuses & without any masks to cover the truth of who you truly are.
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Re: Thema: Freundlichkeit im Alltag

Post 4 im Thema

Beitrag von conny »

So positive Erfahrungen wie Claudia mache ich mit meiner Frau auch. Ich, selbst Körperbehindert schiebe meine im Rollstuhl sitzende Frau. Wenn wir unterweg sind bekommen immer sehr bereitwillig Hilfe angeboten. Z.B. wurden uns heute von vorbeigehenden Passanten die Türen zu einem Kaufhaus aufgehaltem, obwohl sie es selber gar nicht besuchen wollten.
Btw.: ein kleines Lächeln ggü. Leuten die einem über den Weg laufen bewirken oft Wunder.
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Re: Thema: Freundlichkeit im Alltag

Post 5 im Thema

Beitrag von Beatrixtg »

Danke für Eure Beiträge. Zwei mal behindert, aber stark im leben. So wie ich es verstanden habe.
Ich kenne das nur zu gut. Mein zweiter Sohn hat Muskelschwund, Typ duchene. Es wurde uns nach der Diagnose gesagt, Lebenserwartung 18 - 22 Jahre. Jetzt ist er weit über 30 und lebt immer noch. Braucht dauerbeatmung, kann die Finger bewegen, aber die Hand nicht selbst heben.
Und wir können alle nur von Ihm lernen!
Ich weiss nicht ob ich das bewältigt hätte.
Und beim schreiben wird mir mal wieder bewusst, wie klein unsere probleme sind. Und wie wichtig unsere Haltung den vielen behinderten gegenüber ist.
Da wird mir wieder klar, wie arm doch Menschen sind, die Hassmails schreiben und andere bedrohen.
Sie vergiften sich selbst.

Entschuldigt meine augenblicklichen Gedanken.

Beatrix
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Re: Thema: Freundlichkeit im Alltag

Post 6 im Thema

Beitrag von Violetta-TransFlower »

Hallöchen,

Es gibt schon länger ein sehr ähnliches Thema.
In diesem Thema geht es grundsätzlich um schöne Erlebnisse, die Uns passieren.

Vielleicht kann ja Anne-Mette beide zusammenführen,
wenn das niemand stört ?

viewtopic.php?p=209564#p209564

💜🌺
🌺 Das Glück 🍀 wohnt wieder in meinem Herzen 💜🙏
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Re: Thema: Freundlichkeit im Alltag

Post 7 im Thema

Beitrag von Violetta-TransFlower »

Erlebnis von gestern:

Ich war ja wieder beim Metal Konzert.
Ich habe dort schon mal diesen Mensch, um den es jetzt geht, getroffen.

Ich stand am Tresen und beobachte ihn beim bestellen eines Getränks.
Und ich sah schnell seinen Blindenstock, den er mit sich führte.
Er ist komplett erblindet.
Er wirkte sehr souverän bei seinen Tätigkeiten.
Ich sagte Ihm das damals, daß er meinen großen Respekt hat, als blinder Mensch zu einer Veranstaltung zu gehen.
Und ich sagte Ihm auch noch, daß er auf sein Gehör achtgeben soll, aber das war ihm vollkommen bewusst.

Gestern dann, sah ich ihn dann zum Ende,es war schon gegen 1.30 Uhr, draußen vor dem Eingang stehen und er versuchte zu telefonieren und ein Taxi 🚕 zu rufen.
Dies gelang ihm aber nicht.
Ich beobachtete die Situation eine kurze Zeit und sprach ihn an.
Er sagte, dass es schwierig sei, ein Taxi wegen des Streiks zu bekommen.
Ich sagte, "ich hole mein Auto her, bin gleich wieder da"
Er ging gleich in die Offensive und fragte mich ob ich ihn mitnehmen könnte.
Ich hätte ihm das dann sowieso angeboten.
Ich fragte, wo er denn wohne und er sagte "in Erfurt."
Das war kein Problem für mich.
Er fragte mich noch nach meinem Namen
und ich sagte "Violetta ".
Er fragte nochmal, weil er aufgrund meiner Stimme jetzt verwirrt war und ich antwortete das gleiche nochmal.
Ich sagte noch, ich erkläre es Dir auf der Fahrt.

Nachdem ich mein Auto geholt hatte und mich von allen verabschiedet habe, nahm ich ihn bei der Hand und führte ihn zu meinem Auto 🚗.
Auf der Fahrt erklärte ich ihm dann meine Transidentität.
Da verstand er den Zusammenhang.
Wir unterhielten uns noch über Musik und unseren Club, dann war ich bei seinem zu Hause.
Ich half ihm wieder bis zur Tür und verabschiedete mich.
Er war sehr glücklich und dankbar, daß ihm jemand geholfen hat.

Ich selbst erfahre soviel Hilfe, Freundlichkeit und Akzeptanz in meinem Umfeld, da denke ich, es ist für mich selbstverständlich, auch Anderen zu helfen.
Und das sollte es sowieso sein.

Was ich gestern auch verstärkt beobachtet habe, die Männer halten mir wirklich sehr oft die Tür auf und sind auch sonst sehr zuvorkommend.
So schön. (ap)

Hilft immer gerne
Eure Violetta 💜 🌺
🌺 Das Glück 🍀 wohnt wieder in meinem Herzen 💜🙏
Beatrixtg
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Re: Thema: Freundlichkeit im Alltag

Post 8 im Thema

Beitrag von Beatrixtg »

Ein Herz alleine genügt da nicht.
Hast Du toll gemacht.
Ich finde, das schönste im Leben ist, wenn man jemandem helfen kann. Und ein lachen und ein ehrliches Dankeschön ist die Währung die ich am liebsten habe.
Ich bin nicht Mann, ich bin nicht Frau, ich bin einfach ich. Und das ist gut so.
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