Mann-Frau-Mischform, Jacke wie... Rock? - # 3
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Julia Lacourt
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Re: Mann-Frau-Mischform, Jacke wie... Rock?
Liebe Mira,
ich finde diesen Thread überaus spannend, danke für deine Gedanken. Ich bin auch sehr inspiriert von den Antworten weiterer Teilnehmerinnen. Mir geht es wie Alicia, mich bewegt dieses Thema auch sehr. Ich werde kein Mann mehr sein, Frau sein geht aber auch nicht. Wegen meiner eigenen Ansprüche und auch der gesellschaftlichen. Meine eigenen Ansprüche sind aber die Hauptursache.
Martinas Gedanken sind sehr spannend. Sie haben mich auf einen Gedanken gebracht, der bisher (glaube ich) in diesem Thread noch nicht betrachtet wurde. Ich finde die Gesellschaft ist schon sehr weit genderfluides Äußeres zu akzeptieren. Wenn es von von F-->M ist. Der Link zeigt eine der reichsten Frauen in Deutschland mit einem Äußeren, das sicher als männlich konnotiert betrachtet werden kann.
https://www.manager-magazin.de/unterneh ... 22029.html
Sofern das ein CEO oder Inhaber eines Daxkonzerns von M-->F gemacht hätte, wäre das ganz sicher nicht im Manager-Magazin erschienen, sondern in der Yellow Press. Männliche Frauen sind m.E. akzeptiert, weibliche/frauliche Männer m.E. noch nicht.
Ich bewundere den Mut und das Selbstbewusstsein einiger Teilnehmerinnen, die sich über die Konventionen hinwegsetzen und zu sich Selbst stehen. Soweit bin ich leider noch nicht (ganz). Aber genau diese Threads helfen ein wenig aus dem Schneckenhaus zu kommen.
LG Julia
ich finde diesen Thread überaus spannend, danke für deine Gedanken. Ich bin auch sehr inspiriert von den Antworten weiterer Teilnehmerinnen. Mir geht es wie Alicia, mich bewegt dieses Thema auch sehr. Ich werde kein Mann mehr sein, Frau sein geht aber auch nicht. Wegen meiner eigenen Ansprüche und auch der gesellschaftlichen. Meine eigenen Ansprüche sind aber die Hauptursache.
Martinas Gedanken sind sehr spannend. Sie haben mich auf einen Gedanken gebracht, der bisher (glaube ich) in diesem Thread noch nicht betrachtet wurde. Ich finde die Gesellschaft ist schon sehr weit genderfluides Äußeres zu akzeptieren. Wenn es von von F-->M ist. Der Link zeigt eine der reichsten Frauen in Deutschland mit einem Äußeren, das sicher als männlich konnotiert betrachtet werden kann.
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Sofern das ein CEO oder Inhaber eines Daxkonzerns von M-->F gemacht hätte, wäre das ganz sicher nicht im Manager-Magazin erschienen, sondern in der Yellow Press. Männliche Frauen sind m.E. akzeptiert, weibliche/frauliche Männer m.E. noch nicht.
Ich bewundere den Mut und das Selbstbewusstsein einiger Teilnehmerinnen, die sich über die Konventionen hinwegsetzen und zu sich Selbst stehen. Soweit bin ich leider noch nicht (ganz). Aber genau diese Threads helfen ein wenig aus dem Schneckenhaus zu kommen.
LG Julia
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Lana
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Re: Mann-Frau-Mischform, Jacke wie... Rock?
Ja, das stimmt. So eine "Uniform" scheint verpflichtend zu sein, um Zugang zu diesen Kreisen zu bekommen oder dort toleriert zu werden. Auch (und vielleicht gerade?) als Frau.Julia Lacourt hat geschrieben: Fr 20. Feb 2026, 12:04 Ich finde die Gesellschaft ist schon sehr weit genderfluides Äußeres zu akzeptieren. Wenn es von von F-->M ist. Der Link zeigt eine der reichsten Frauen in Deutschland mit einem Äußeren, das sicher als männlich konnotiert betrachtet werden kann.
(Auf mich wirken aber alle drei abgebildeten Personen wenig authentisch und sie scheinen sich nicht besonders wohl zu fühlen)
Allerdings ist es richtig, dass Frauen in unserer Gesellschaft nahezu alles tragen können, ohne besondere Aufmerksamkeit zu erregen. Das haben sie sich hart erkämpft, indem sie durchgesetzt haben, Hosen zu tragen. Das war in den fünfziger Jahren noch unüblich, inzwischen sieht man kaum noch was anderes. Allerdings war dieser Kampf begleitet von den feministischen Idealen wie Gleichberechtigung etc. Die Frauenbewegung hatte also etwas zu "gewinnen", indem sie sich männliche Eigenschaften und Kleidungsstücke angeeignet hat. Nur so war es möglich, in ehemals exklusiv männliche Bereiche in Wirtschaft und Politik vorzudringen. Das ist bis heute so. Trägt eine Frau in diesen Kreisen ein modisches Outfit und zeigt sich schönheitsbewusst, wird sie sofort auf ihr Äußeres reduziert und ihre Kompetenz in Frage gestellt.
So lange das so ist, werden Männer in Frauenkleidung (unabhängig von ihrer Selbstdefinition) immer schräg angeschaut, sobald sie gesellschaftlich exponiert sind. Daher glaube ich auch nicht, dass sich auf absehbare Zeit unser "Exotenstatus" auflösen wird.
LGL
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Knäckebrötchen
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Re: Mann-Frau-Mischform, Jacke wie... Rock?
Das ist in diesem Geschäftsfeld die Arbeitskleidung, ja. Das "scheint" nicht nur. Als Frau steht einem noch die etwas größere Auswahl an Farben und Schnittvariationen zu, viel Platz ist da aber auch nicht. Und natürlich ein Rock. Das Frau Schaeffler hier mit der Krawatte als modischem Accessoire spielt ist schon fast keck.Lana hat geschrieben: Fr 20. Feb 2026, 12:53 So eine "Uniform" scheint verpflichtend zu sein, um Zugang zu diesen Kreisen zu bekommen oder dort toleriert zu werden. Auch (und vielleicht gerade?) als Frau.
Und dann ist es auch noch eine kulturelle Frage.
Ich weiß, die Diskussionen über wer was wann wie tragen darf, soll, kann, will oder auch nicht sind müßig. Genauso müßig ist es aber auch, andauernd darüber zu lamentieren, dass Konventionen doof sind und bitte gerne abgeschafft werden mögen. Weil irgendjemand der Meinung ist, es muss auch akzeptiert werden, im Badeanzug oder Clownskostüm auf einer Trauerfeier zu erscheinen.Lana hat geschrieben: Fr 20. Feb 2026, 12:53 So lange das so ist, werden Männer in Frauenkleidung (unabhängig von ihrer Selbstdefinition) immer schräg angeschaut, sobald sie gesellschaftlich exponiert sind. Daher glaube ich auch nicht, dass sich auf absehbare Zeit unser "Exotenstatus" auflösen wird.
Viel von dem "schräg angeschaut werden" kommt doch auch daher, dass die Schnitte und Proportionen der Kleidung oft nicht richtig passen. Ob das nun eine fehlende Oberweite ist, die breiteren Schultern oder der flache Po. Steck Frau Schaeffler in einen klassischen Herrenanzug und das wird auch schräge Blicke ernten, weil die Kleidung nicht richtig passt.
Dann kommt als nächstes die Frage: trägt der Mann in deinem Beispiel nur weiblich konnotierte Kleidung (z.B. Rock, Heels) oder versucht er auch "als Frau" aufzutreten. Das ist ja nochmal eine ganz entscheidende Distinktionseben: das alleinige Tragen von gegengeschlechtlicher Kleidung wird anders gewertet als der zusätzliche Rollenwechsel. So lange ich als Mann durchs Leben gelaufen bin konnte ich einen Rock tragen und das war in keinem Bereich meines Lebens ein Problem. Weil ich als Mann einen Rock getragen habe den ich als Kleidungsstück bequem fand. Und das wurde einfach akzeptiert, teilweise kamen andere Männer und meinten, "hmmm so gesehen würde ich das auch mal ausprobieren".
Man(n) könnte da schon was bewegen und mit gutem Beispiel voran gehen. Lese ich mir die Beiträge hier so durch, gewinne ich den Eindruck, ich muss aber mindestens mit meiner Identität hadern. Ein reines Crossdressing aus modischen Gründen ohne "weibliche Anteile" habe ich hier noch nicht getroffen.
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Julia Lacourt
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Re: Mann-Frau-Mischform, Jacke wie... Rock?
Hallo Knäckebrötchen,
wiederrum interessante, neue Perspektiven, vielen Dank!
Ich habe viele Jahre, als Berater, Führungskräfte von Unternehmen kennen gelernt. In diesen Jahren ist mir eine Kleidung, bei einer weiblichen Führungskraft, wie bei Frau Schäffler nie untergekommen. Zweireiher und Krawatte, Button-Down-Kragen, war hier, in diesem Bild, für mich Einzig. Üblich sind Kostüme oder mal ein (dezentes) Kleid bzw. Rock.
Ich finde Deine Perspeketive als "keck" aber spannend und interessant. Unterstreicht m.E. meine Aussage, diese Art von Kleidung bei Frau ist gesellschaftlich akzeptiert.
Julia
wiederrum interessante, neue Perspektiven, vielen Dank!
Ich habe viele Jahre, als Berater, Führungskräfte von Unternehmen kennen gelernt. In diesen Jahren ist mir eine Kleidung, bei einer weiblichen Führungskraft, wie bei Frau Schäffler nie untergekommen. Zweireiher und Krawatte, Button-Down-Kragen, war hier, in diesem Bild, für mich Einzig. Üblich sind Kostüme oder mal ein (dezentes) Kleid bzw. Rock.
Ich finde Deine Perspeketive als "keck" aber spannend und interessant. Unterstreicht m.E. meine Aussage, diese Art von Kleidung bei Frau ist gesellschaftlich akzeptiert.
Zu dieser Ausführung: Uneingeschränkte Zustimmung.Knäckebrötchen hat geschrieben: Fr 20. Feb 2026, 14:45 Das ist in diesem Geschäftsfeld die Arbeitskleidung, ja. Das "scheint" nicht nur. Als Frau steht einem noch die etwas größere Auswahl an Farben und Schnittvariationen zu, viel Platz ist da aber auch nicht. Und natürlich ein Rock. Das Frau Schaeffler hier mit der Krawatte als modischem Accessoire spielt ist schon fast keck.
Ich habe bisher noch keinen Mann so gesehen, ist aber eine spannende Erkenntnis und vielleicht mal einen Versuch wert.Knäckebrötchen hat geschrieben: Fr 20. Feb 2026, 14:45 Ich weiß, die Diskussionen über wer was wann wie tragen darf, soll, kann, will oder auch nicht sind müßig. Genauso müßig ist es aber auch, andauernd darüber zu lamentieren, dass Konventionen doof sind und bitte gerne abgeschafft werden mögen.
LGKnäckebrötchen hat geschrieben: Fr 20. Feb 2026, 14:45 So lange ich als Mann durchs Leben gelaufen bin konnte ich einen Rock tragen und das war in keinem Bereich meines Lebens ein Problem. Weil ich als Mann einen Rock getragen habe den ich als Kleidungsstück bequem fand. Und das wurde einfach akzeptiert, teilweise kamen andere Männer und meinten, "hmmm so gesehen würde ich das auch mal ausprobieren".
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Re: Mann-Frau-Mischform, Jacke wie... Rock?
Hi Julia,Julia Lacourt hat geschrieben: Fr 20. Feb 2026, 15:28 Ich habe bisher noch keinen Mann so gesehen, ist aber eine spannende Erkenntnis und vielleicht mal einen Versuch wert.
ich konnte es damals und würde es auch heute nur empfehlen. Ja, natürlich gibt es Fragen. Und natürlich gibt es auch Menschen, denen sowas nicht gefällt. Aber mit "bei 35°C ist eine kühle Brise um die Beine erfrischender als in zwei Stoffröhren schwitzen" erntet man viel Verständnis. Eben insbesondere von Männern, aber natürlich auch das augenzwinkernde "jetzt verstehst Du" von Frauen.
Und wenn das dann mal im Sommer so etabliert wurde, ist eine Leggins im Winter plötzlich auch selbstverständlich. Weil frieren ist ja auch
Das habe ich 1 Jahr so durchgehalten, bis ich mich dann geoutet habe. Aber die ersten 4 Monate war ich authentisch Mann-im-Rock und danach versteckte-Frau-im-Mann-im-Rock.
Als Mann hatte ich auch nie Probleme mit "chaffing", also dem Wundreiben der Oberschenkel. Das ist seit den Hormonen (leider) anders...
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Re: Mann-Frau-Mischform, Jacke wie... Rock?
Wenn ich in meinem soziologischen Halbwissen krame, dann finde ich vermeintliche Erklärungen, dass Frauen (schon immer) weniger Wert waren als Männer. Egal ob alttestamentarisch die Frau dem Manne untertan zu sein hat, oder die ersten mühsamen Schritte zur Gleichberechtigung bis hin zum Frauenwahlrecht zu Beginn des 20. Jahrhundert (in der Schweiz erst viel später). Dann gab's ja auch noch die Regelung, dass Frauen ihren Ehemann um Erlaubnis bitten mussten, wenn sie gegen Geld arbeiten wollten. Fazit, die Rede vom sogenannten schwachen Geschlecht wurde historisch gut untermauert und wird auch heute noch gepflegt.
Um die Sache mit der Gleichberechtigung auf die Spitze zu treiben erdreisteten sich die Frauen auch noch und zogen Hosen an. Sie wollten aufsteigen und den Männern auf Augenhöhe begegnen. Das haben sie ein Stück weit geschafft, zumindest was die Akzeptanz von Hosen an Frauen betrifft. Siehe Bild mit weiblichen Führungskräften. Da klagt heute keineR mehr.
Und jetzt kommen die Männer daher und wollen Kleider und Röcke tragen - welch ein Abstieg! Zumindest in den Augen der Ewiggestrigen und Erzkonservativen (Stichwort "Neue Männlichkeit"), denen die Gleichberechtigung eh ein Dorn im Auge ist und war.
Also brauchen wir uns nicht wundern, dass wir blöd angeglotzt werden, wenn wir en femme unterwegs sind. Igitt, da gibt einer seine Männlichkeit auf, was für ein Schwächling... Der aufgeklärtere und größere Teil der Bevölkerung wird es akzeptieren und nichts tun. Aber die fallen uns mit ihrem Nichtglotzen auch nicht auf oder sie schenken uns ein Lächeln.
Ironische Grüße, Alicia.
Um die Sache mit der Gleichberechtigung auf die Spitze zu treiben erdreisteten sich die Frauen auch noch und zogen Hosen an. Sie wollten aufsteigen und den Männern auf Augenhöhe begegnen. Das haben sie ein Stück weit geschafft, zumindest was die Akzeptanz von Hosen an Frauen betrifft. Siehe Bild mit weiblichen Führungskräften. Da klagt heute keineR mehr.
Und jetzt kommen die Männer daher und wollen Kleider und Röcke tragen - welch ein Abstieg! Zumindest in den Augen der Ewiggestrigen und Erzkonservativen (Stichwort "Neue Männlichkeit"), denen die Gleichberechtigung eh ein Dorn im Auge ist und war.
Also brauchen wir uns nicht wundern, dass wir blöd angeglotzt werden, wenn wir en femme unterwegs sind. Igitt, da gibt einer seine Männlichkeit auf, was für ein Schwächling... Der aufgeklärtere und größere Teil der Bevölkerung wird es akzeptieren und nichts tun. Aber die fallen uns mit ihrem Nichtglotzen auch nicht auf oder sie schenken uns ein Lächeln.
Ironische Grüße, Alicia.
Eine Lebensweise zu erfinden ist nichts. Sie zu verinnerlichen, ein Anfang. Sie zu leben ist alles.
(Frei nach Otto Lilienthal)
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