Mann-Frau-Mischform, Jacke wie... Rock?
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NeoMe
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Mann-Frau-Mischform, Jacke wie... Rock?

Post 1 im Thema

Beitrag von NeoMe »

Guten Morgen ihr Lieben,

ich habe bei meinem Psychologentermin kürzlich eine recht bahnbrechende Erkenntnis gehabt. Die wollte ich Euch kurz schildern und Eure Sichtweise dazu erfragen. Über die Suchfunktion habe ich dazu schon ältere Beiträge von Lana gelesen.

Der Psychologe quetschte mich zu meinen weiblichen Gefühlen aus. Ich erzählte ihm, dass ich als Frau kaum in die Öffentlichkeit ginge, weil es sehr aufwändig sei. Ich hatte mich in der Vergangenheit stundenlang geschminkt, oft mehrere Tage in Folge geübt und vorbereitet. Dieser Aufwand und die trotzdem ausbleibende Zufriedenheit mit meinem fraulichen Antlitz haben es mir schwer gemacht, diese Versuche häufiger zu wagen. Meine Partnerin wäre offen dafür gewesen, erwähnte hin und wieder "möchtest Du Dich vielleicht dafür schminken?" (damit meinte sie verwandeln). Doch die Aussicht auf stundenlange Arbeit und die fehlende Gewissheit, ob sich dies dann stimmig anfühlen würde, ließen das kaum zu.

Nun, beim Psychologen wurde mir klar, dass das Entscheidende für mein Wohlbefinden der Blick an meinem Körper nach unten ist. Ich sehe die Rundungen künstlicher Brüste, oder eines Push-Up-BHs unter einem Kleid, oder weiblichen Top, eng anliegende Leggins oder einen Rock, glatt rasierte Beine in Strumpfhosen und - sehr wichtig für mich, von oben hübsch aussehende "süße"/sexy Schuhe.
Dieser Blick lässt mich innerlich erstrahlen und ich fühle mich schön und stimmig.

Wenn ich dies zuhause auslebe, kommt es dazu, dass ich im Badezimmer am Spiegel vorbei muss und mein männliches Gesicht sehe, vielleicht mit Bartstoppeln, meine Männerfrisur, ungeschminkt. Meine Gefühle dabei waren in der Vergangenheit häufig Ekel. Ich habe es also vermieden, mich im Spiegel zu betrachten. Nur eine Perücke aufzusetzen, um den Grad der Weiblichkeit zu erhöhen, genügte mir nicht, es verwirrte mich eher zusätzlich.

Als ich dem Psychologen das schilderte, wurde mir klar, dass ich vor mir selbst noch keine Akzeptanz gefunden habe. Denn wenn ich mich verwandle, also "Karla" bin (wobei ich noch nicht einmal einen Namen habe, der sich für mich stimmig anfühlt, Karla ist nur die weibliche Form meines Realnamens), dann verschwindet die "andere Hälfte" von mir. Manchmal wünsche ich mir das. Also ganz "Karla" zu sein. Aber häufig bin ich auch diese "Mischform". Doch diese Mischform hatte ich bisher nicht in meine Akzeptanz integriert. Wie gesagt, habe ich mich selbst angeekelt. Und dieses Gefühl war auch im Hintergrund, wenn ich weibliche Einflüsse auf mein männliches Outfit zugelassen habe.

Der Psychologe riet mir, auch diese Mischform zu "üben" und zuzulassen. Gestern habe ich das ganz bewusst und achtsam zelebriert. Ich habe mich vor einem großen Spiegel umgezogen. Ich strich sanft über mein relativ kurzes Haar, fuhr an meiner Kleidung entlang, fühlte meine hübschen Schnürstiefel, den BH, etc. und betrachtete mich gleichzeitig als "Mischform". Es fällt mir nach wie vor schwer, diese Wahrnehmung zu integrieren. Aber ich denke, es war ein Anfang.

Der Wunsch, als nach außen hin vollständige Frau gesehen zu werden ist dennoch vorhanden; innerlich hat dieser Wunsch mit dieser Selbstwahrnehmung aber gefühlt nichts zu tun.

Wie erlebt ihr dieses Thema und welche Reaktionen habt ihr vielleicht in Eurem Umfeld schon erfahren?

Danke für Eure Zeit
Eure Karla (ich tendiere eher zu "Mira"... aber bin mir sehr unschlüssig;)
Beatrixtg
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Re: Mann-Frau-Mischform, Jacke wie... Rock?

Post 2 im Thema

Beitrag von Beatrixtg »

Hallo.
Schwieriges Thema.
Ich kann nur beschreiben wie es bei mir ist.
Früher dachte ich, das Ziel sei wie eine Frau zu sein.
Heute sehe ich das differenzierter. Ich gehe in letzter Zeit mehr als Frau aus dem Haus, als als Mann.
Was sich geändert hat? Meine Erkenntnis, ich will keine Frau sein. Aber die Zeit und die Erfahrung hat mir gezeigt, wenn ich als Frau gekleidet bin, habe ich keine Mühe Emotionen zu zeigen. Mir wurde auch mehrmals bestätigt, dass ich so authentischer rüber komme. Ganz einfach, weil ich so meine Gefühle zeige, mich nicht zuerst Frage ob das zur Zeit angebracht ist. Oder sogar die Gefühle nicht mal hoch kommen. Das ist wohl der Erziehung geschuldet.
Kleines Beispiel?
Zürich, auf dem Weg zu einem Transgender Schminkkurs. Von Basel mit dem Motorroller angereist. In meiner Reiseplanung rund eine Stunde Sicherheit eingeplant. Was soll ich sagen, ich habe es tatsächlich geschafft in einem umkreis von ca. 250 Meter radius das Ziel nicht zu finden. In der nähe geparkt, alle Häuser abgeklappert. Keines war das richtige. Die Zeit war um. Vor mir das Kirchgemeinde Haus. Das war das richtige. Ich stand 50 Meter davor und liess den Tränen freien lauf. Einfach weil ich von meiner männlichen Planung so enttäuscht war. Und Plötzlich war es kein Problem mehr, ich war 5 Minuten zu spät.
Es hat mir einfach gezeigt, ich brauche keine Frau zu sein, ich muss mir nur selbst erlauben mein ganzes Wesen zu zu lassen.
Und woher soll ich wissen wie eine Frau wirklich fühlt? Ich kann das nur versuchen zu verstehen. Aber was ich kann, versuchen mein Ich ganz auszuleben, und das gelingt mir feminin gekleidet besser.
Also Sexuell stimmt mein Körper mit meinen Gefühlen überein, aber die Innere Gefühlswelt geht mehr Richtung emotionalem erfassen und reagieren.
Das Muss jeder / jede für sich selbst rausfinden. Und das braucht Zeit und mann muss sich die Mühe machen sein eigenes Ich zu erforschen.

Ich hoffe ich habe mich einigermassen verständlich aus gedrückt.
Liebe Grüsse Beatrix
Ich bin nicht Mann, ich bin nicht Frau, ich bin einfach ich. Und das ist gut so.
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Re: Mann-Frau-Mischform, Jacke wie... Rock?

Post 3 im Thema

Beitrag von Liv »

Hallo Mira/Karla,

der Weg zu Selbstakzeptanz ist lang und manchmal auch steinig. Ich kann dich nur einladen, die Geschichten und Tagebücher der anderen hier zu lesen. In vielem findet man sich wieder, in manchem vielleicht überhaupt nicht. Auch das ist eine Erkenntnis.
NeoMe hat geschrieben: Di 10. Feb 2026, 07:09 Der Psychologe quetschte mich zu meinen weiblichen Gefühlen aus. Ich erzählte ihm, dass ich als Frau kaum in die Öffentlichkeit ginge, weil es sehr aufwändig sei. Ich hatte mich in der Vergangenheit stundenlang geschminkt, oft mehrere Tage in Folge geübt und vorbereitet. Dieser Aufwand und die trotzdem ausbleibende Zufriedenheit mit meinem fraulichen Antlitz haben es mir schwer gemacht, diese Versuche häufiger zu wagen.
Ok, das sind jetzt verschiedene Aspekte: Der hohe Aufwand und das unbefriedigende Ergebnis. Zum Aufwand kann ich Dir sagen, dass es halt leider wirklich etwas dauert. Je nach Anlass und verfügbarer Zeit dauert es bei mir 1-2 Stunden. Wobei ich mir dann auch wirklich Zeit nehme, es zelebriere und genieße. Es hat viel mit Self-Care zu tun und die Transformation an sich ist für mich bereits ein Teil des Auslebens. Oft passiert mir dabei auch ein Maleur, der Lidstrich verschmiert oder die Wimpern verkleben. Früher bin ich dann in Panik geraten. Heute weiß ich, wie es sich reparieren lässt, und ich habe immer die Gewissheit, dass es am Ende schon irgendwie gut wird.

Meine ersten Versuche endeten allerdings damit, dass ich irgendwie halb Clown, halb Vogelscheuche war, aber nicht ansatzweise weiblich. Ich hatte keine Ahnung von Mode und Makeup, völlig falsche Produkte und offensichtlich keinen Schimmer was ich damit machen musste. So saß ich dann heulend auf dem Badezimmerteppich und habe beschlossen, mir Hilfe zu holen, auch wenn das bedeutete, dass ich mich jemandem anvertrauen muss, was ich bislang um jeden Preis vermeiden wollte.

Und dann hieß es: üben, üben, üben. Ich bin dadurch nicht schneller geworden, aber das Ergebnis ist nun zuverlässig "passabel". So macht der Aufwand dann auch Spaß, weil ich weiß, dass das Ergebnis es wert sein wird. Wobei auch bei mir noch gelegentlich der innere Schweindehund hochkommt und mir den Tag verderben will.
NeoMe hat geschrieben: Di 10. Feb 2026, 07:09 Manchmal wünsche ich mir das. Also ganz "Karla" zu sein. Aber häufig bin ich auch diese "Mischform". Doch diese Mischform hatte ich bisher nicht in meine Akzeptanz integriert. Wie gesagt, habe ich mich selbst angeekelt. (…)
Der Psychologe riet mir, auch diese Mischform zu "üben" und zuzulassen.
Ich glaube, ich hätte einen Direkteinstieg in diese Mischform nicht geschafft. Bei mir musste das Pendel erstmal ganz weit auf die andere Seite ausschlagen, es gab also zeitweise nur Barbie oder Ken. Nichts dazwischen, null Graustufen. Ich war eine eine blonde Partymaus, gerne mit kurzem Rock und tiefem Dekolletee, keine Tanzfläche war sicher vor meinen High Heels. Ich musste mich mit Haut und Haaren auf der weiblichen Seite einfühlen, brauchte den Exzess - zur Kalibrierung. Jetzt kann ich mich auch weiblich fühlen, wenn ich mir meine Haare zum Dutt mache und einen Lidstrich ziehe, ansonsten Jeans/Sneakers/Kaschmirpulli. Mischformen gehen auch, wobei das dann eher Schneewittchen im Hoodie ist, als Räuber Hotzenplotz im Kleid. Und ja, die männliche Reinform gibt's auch noch - dann gerne auch mit Bart. Ich bin da mittlerweile komplett im Reinen mit mir, muss nur ein wenig aufpassen, dass ich mein persönliches Umfeld nicht zu sehr verwirre.
NeoMe hat geschrieben: Di 10. Feb 2026, 07:09 Nun, beim Psychologen wurde mir klar, dass das Entscheidende für mein Wohlbefinden der Blick an meinem Körper nach unten ist.
Kann ich gut nachvollziehen, bei mir ist es der Griff auf die Hüfte (mit den darunter liegenden Postern). Ohne die macht es bei mir nicht Klick. Viele von uns haben solche Trigger. Bei manchen ist es das Körpergefühl bei anderen sind es eher soziale Aspekte, die eine Euphorie auslösen. Diese Trigger zu finden und richtig einzuordnen (!) ist m.E. die "Hauptarbeit" wenn man beginnt, seine weibliche Seite zu erkunden.

Viel Spaß dabei!

LG
Liv
ExUserIn-2026-04-08
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Re: Mann-Frau-Mischform, Jacke wie... Rock?

Post 4 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Liv hat geschrieben: Di 10. Feb 2026, 13:26 Bei mir musste das Pendel erstmal ganz weit auf die andere Seite ausschlagen,
Bei mir war das ähnlich, auch wenn sich das anders geäußert hat. Aber weil ich nicht das sein kann, was ich will und auch auch nicht das sein will, was ich bin, war ich ständig in Verzweiflung und dieses ewige Hin und Her hat mich zermürbt. Aber im Laufe der Zeit habe ich ein differenzierteres Verhältnis zu mir selber bekommen. ICh bewege mich in der Zwischenzone (nicht Mischform), so wie es mir gerade gefällt. Der innere Druck hat dabei massiv nachgelassen. Sogar der Wunsch zu dressen hat nachgelassen, weil ich eben nicht das sein kann, was ich darstellen kann. Aber ich kann dadurch meine Gefühle zeigen, wenn es mir wichtig ist. Ob zuhause oder draußen ist dabei egal.

Wichtig ist mir viel mehr, Haltung zu zeigen. Ich bin wie ich bin und fertig. Das Frausein kann ich nicht erzwingen. Die Weiblichkeit zeigen schon. Ich habe mich mit dem Gedanken des Frauseins intensiv beschäftigt und spüre immer wieder, dass da Grenzen sind, die ich nicht überwinden kann. Es macht für mich keinen Sinn, dem nachzujagen. Der entscheidende Schritt war die Anerkennung dieser Erkenntnis. Das bedeutet ja nicht, dass ich das ganze Thema aufgeben will. Im Gegenteil, aber ich lebe es dann so, wie es mir passt.

Ich habe ein paar Sinnsprüche zusammen gesucht, die vielleicht helfen, das innere Unwohlsein zu beruhigen:

„An seine Träume zu glauben bedeutet, sein ganzes Leben im Schlaf zu verbringen.“

„Spannung ist, wer du denkst, dass du sein solltest. Entspannung ist, wer du bist.“

„Wenn du nicht willst, dass es jemand erfährt, tu es nicht.“

„Wenn der Himmel ihn gemacht hat – die Erde kann ihn gebrauchen.“

„Wer auf sich selbst angewiesen ist, wird das größte Glück erlangen.“

„Sei nicht beunruhigt darüber, missverstanden zu werden; sei eher beunruhigt, weil du nicht verstehst.“

Und zu guter letzt:

“Diejenigen, die sagen, dass es nicht möglich ist, sollten die Leute, die es tun, nicht unterbrechen.”

Deshalb halte ich jetzt den Mund und wünsche einen schönen Tag.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Lana
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Re: Mann-Frau-Mischform, Jacke wie... Rock?

Post 5 im Thema

Beitrag von Lana »

Hallo liebe Mira!

(Ich nenne dich jetzt einfach mal so, um dir die Möglichkeit zu geben, zu spüren wie es auf dich wirkt und hoffe, dass das so OK ist für dich :P)
NeoMe hat geschrieben: Di 10. Feb 2026, 07:09 Über die Suchfunktion habe ich dazu schon ältere Beiträge von Lana gelesen.
Nun weiß ich ja nicht, was du da alles gelesen hast, allerdings erkenne ich viel von mir in deiner Beschreibung wieder.

Ob es nun eine "Mischform" ist (nichtbinär im weitesten Sinne?) oder ein Wechsel, oder fließende Übergänge (gender-fluid?) ist eigentlich gar nicht wichtig.

Ich habe einige Zeit gebraucht, die Suche nach einer für mich passenden Schublade einzustellen. Trotzdem war diese Zeit nicht umsonst. Weil ich da gelernt habe, welche Konzepte bei mir inneren Anklang finden und welche nicht. Dass die bei mir aus unterschiedlichen Schubladen kommen ist dann halt so. Das einzige Problem ist eigentlich, dass es kein einfaches Wort gibt, mit dem ich mich schmücken könnte und das ich Anderen sagen könnte, wenn sie fragen, was ich denn sei?

Das schöne daran, dass man keine passende Schublade für sich findet, ist die Erkenntnis, dass man das gar nicht braucht. Dass es gar nicht notwendig ist, sich in ein vorgefertigtes Schema einzupassen.

Man könnte das Thema "Einordnung" an dieser Stelle loslassen und beiseite legen.

Das mit dem Loslassen geht genauso in Bezug auf die Zuordnung zu "Mann" oder "Frau". Klar, wir werden so sozialisiert und bekommen das schon als Baby mit. Daher ist es schwierig, überhaupt zu erkennen, dass diese zwei Kategorien zwar existieren, aber ihre vermeintliche Ausschließlichkeit nicht gegeben ist. OK, alter Hut, wirst du jetzt sagen. Schließlich wissen wir alle hier, dass es neben M und F noch allerhand andere Möglichkeiten gibt. Ist also eine Binse?

Ja - und Nein.
Etwas zu wissen, und etwas zu fühlen sind zwei völlig verschiedene Dinge.
Etwas zu sehen, und etwas zu leben sind zwei völlig verschiedene Dinge.

Die Schwierigkeit liegt also darin, diese abstrakten, rationalen Ideen, von denen wir hören und lesen, mit Leben zu füllen, sie in unser eigenes Leben zu lassen und genau d anzunehmen und willkommen zu heißen:
In unserem Leben, als Teil unserer Identität.
Nicht, indem wir uns das Tag für Tag vorsagen, sondern indem wir selbstverständlich so leben und einfach so sind.

Einfacher gesagt als getan. Zu sehr hängen wir in alten Vorstellungen fest, versuchen krampfhaft Dinge, die vielleicht gar nicht zu uns passen und so weiter...

Nun hast Du eine gute Akzeptanz deines Äußeren vom Hals abwärts, oberhalb davon wird es jedoch schwierig, weil dich dein Kopf zu sehr an deine Männlichkeit erinnert. Das stört dein Gesamtbild, bei dem du einen "vollständigen" klischee-weiblichen Eindruck haben möchtest. Dem kannst du sogar nahe kommen, aber der Aufwand dafür ist sehr groß. Zu groß für den Alltag.

Vicky nennt es:
Vicky_Rose hat geschrieben: Di 10. Feb 2026, 15:32 weil ich nicht das sein kann, was ich will
Anstatt damit zu hadern, dass es nicht so ist, wie du es gerne hättest, entscheidest du dich dafür, die Gegebenheiten zu akzeptieren und das beste daraus zu machen: eine Mischform, unten Rock, oben männliches Gesicht.

Nur mit der Akzeptanz hapert es noch. Es stört unser gängiges ästhetisches Empfinden. Das Klischeebild wird gebrochen, und durch diesen Bruch fallen die gegensätzlichen Teile noch mehr auf.

Das ist so, und stört mich immer mal wieder an mir selbst. Es ist ein längerer Prozess gewesen, diese Diskrepanz, diesen scheinbaren Widerspruch für mich annehmen zu können.
Liv hat geschrieben: Di 10. Feb 2026, 13:26 der Weg zu Selbstakzeptanz ist lang und manchmal auch steinig
Da kann ich Liv nur zustimmen. Zumal es vielleicht um mehr geht als "nur" um die Akzeptanz deiner geschlechtlichen Identität in dieser Form, wie du sie zur Zeit siehst? Viele von uns haben noch andere Baustellen im Hintergrund. Oft wissen wir gar nichts davon, haben nur eine unbestimmte Ahnung, dass "irgendwas" mit uns nicht stimmt und uns daran hindert, mit uns glücklich und zufrieden zu sein.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Suche nach meiner Geschlechtsidentität nur ein Teilaspekt meiner Suche ist. Ein sehr wichtiger, das immerhin. Bei dieser Suche habe ich gelernt, dass all diese modernen Schlagwörter wie Akzeptanz, Annahme, Aufmerksamkeit etc. (gerne mit dem Präfix Selbst- versehen) mehr sein können als nur hippes Lifestyle-Gebrabbel (oft sind sie aber auch nur genau das: heiße Luft). Ihr tieferer Sinn ist verborgen und muss mühsam von jeder einzelnen Person selbst zu Tage gefördert werden. Ganz individuell, weil wir alle verschieden sind, von unterschiedlichen Orten kommen und andere Ziele haben.

Ein großer Teil dieser Aufgabe findet auf der emotionalen Ebene statt, nicht auf der rationalen. Es geht letztlich darum, dass wir uns gut fühlen mit uns, gut umgehen mit uns und uns selbst lieben können in einer positiven, konstruktiven Art und Weise.

Geht man ein paar Schritte auf diesem Weg, dann stellt man rasch fest, dass manche Dinge, die früher ganz wichtig waren, ihre Bedeutung verlieren. Als ich an diesem Punkt war, habe ich zum Beispiel aufgehört mit der Nadelepilation. Ich mag zwar immer noch keinen Bart im Gesicht haben und freue mich, wenn es dort schön glatt ist, aber mir geht es nicht mehr schlecht damit, wenn der Zustand sehr "unweiblich" ist. Es ist dann halt so, und ich komme damit klar. Dabei kann ein "dickes Fell" hilfreich sein, das die Reaktionen der Umgebung von mir fern hält (du siehst das Spannungsfeld: auf der einen Seite sensibles Auf-Mich-Einlassen, auf der anderen Seite eine gesunde Ignoranz gegenüber den Befindlichkeiten meiner Mitmenschen).

Das waren mal ein paar Gedanken, wie man unterschiedlich auf dein Thema schauen könnte. Vielleicht ist ja etwas dabei gewesen, wo du dich erkennen kannst? Falls nicht, auch nicht schlimm. Du wirst irgendwann etwas passendes finden, oder Dinge, die du schon meinst zu "kennen", anders verstehen.

Ich wünsche dir alles Glück der Welt dabei!
(dr)

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Re: Mann-Frau-Mischform, Jacke wie... Rock?

Post 6 im Thema

Beitrag von Slothorpe »

Hallo Mira,

Ich lebe mit genau dieser Mischform (weswegen ich mich in diesem Forum auch eher als Fremdkörper fühle und recht zurückhaltend bin). Ich wäre, könnte ich mich entscheiden, sicher eine Frau, aber in der Realität irgendwie zwischen den Geschlechtern.

Wenn ich dann versuche ganz Frau zu sein, bin ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden und fühle mich auch nicht authentisch (nicht nur die Äußerlichkeit).

Andererseits will ich auf schöne Kleider, Röcke, hohe Schuhe usw. nicht verzichten… und die auch offen tragen, nicht nur im Verborgenen.

Also habe ich mich dazu durchgerungen, mit diesen Mischformen zu spielen, je länger ich das tue, desto besser fühlt es sich an und desto weniger interessiert es mich, ob mich die Menschen nun als Frau oder Mann oder keines von beidem wahrnehmen - für mich passt das irgendwie. Auf jeden Fall akzeptieren mich meine Familie, meine Freunde und mein Umfeld so, das macht es leicht.

Du wirst Deinen Weg finden, wenn Du auf Dich selbst hörst und vertraust.
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Re: Mann-Frau-Mischform, Jacke wie... Rock?

Post 7 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Unter dem Stichwort „hybrid“ gibt es eine ähnliche Diskussion:

viewtopic.php?p=410590&hilit=Hybrid#p410590
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Re: Mann-Frau-Mischform, Jacke wie... Rock?

Post 8 im Thema

Beitrag von NeoMe »

Wow, tolle Antworten, ihr Lieben, vielen Dank erst einmal.

Um ehrlich zu sein ist das so viel Input, ich kann es kaum verarbeiten. Ich schätze, das wird nach und nach passieren.

Lana, von Dir habe ich den Post im Topic "Heimaturlaub" gelesen, wo Du eben beschreibst, dass Du weniger Anspruch an ein perfektes Passing hast und mit der "Mischform" gut zurecht kommst. Das ist ja genau die (Selbst-)Akzeptanz, die mir noch fehlt. Wenn ich vollkommen ehrlich darüber reflektiere, will ich nur hübsche Kleidung tragen, die mir gefällt. Und da gefällt mir die der Frauen einfach besser. Aber ich will als Karl nicht verschwinden.

Ich war sehr berührt von der Unterscheidung "Weiblichkeit ausdrücken" und "Frau sein". Und auch etwas nachzujagen, das man zwar darstellen kann, aber nicht sein... diese Art der Aussagen kam jetzt mehrfach und ist eine wichtige Erkenntnis, die auch mein Denken widerspiegelt. Ich möchte meine Weiblichkeit ausdrücken können, wenn es mir passt. Und zwar durch Kleidung, aber auch durch die Art meiner Bewegung, durch Emotionalität, Sexyness und so weiter. Aber mich komplett in eine Frau verwandeln, vielleicht sogar operieren lassen? Nein, das möchte ich nicht, das bin ich nicht. Ich möchte die Freiheit haben, zu sein, wer ich gerade sein will.

Deswegen wurde ich auch bei dem "Pendel"-Vergleich hellhörig. Ich denke, das könnte bei mir ähnlich sein. Ich hatte nie wirklich die Freiheit, zu sein, wer ich wollte. Wenn ich nicht suchtkrank gewesen wäre und mir mehr zugetraut hätte, wäre ich schon früh in eine große Stadt abgehauen, um mich dort auszuleben. Ich denke, ich wäre dann heute zufriedener und könnte eben locker entscheiden, was ich gerade sein will. Einfach, weil ich beide Seiten kenne. Aber so hinkt die Hälfte von mir ständig hinterher, versteckt sich und schämt sich in ihrem Umfeld.

Beatrix: Obwohl ich in den 80ern geboren bin, stecke ich ebenfalls sehr fest in dieser typisch männlichen Erziehung. Insbesondere meine Mutter hatte ein Idealbild von einem Mann. Sie heiratete früh meinen Vater und stellte danach erst fest, er war dieses Idealbild nicht. Und weil sie sich auseinanderlebten - so jedenfalls mein Gefühl - versuchte sie mich, ihren zunächst einzigen Sohn zu ihrem Ideal-Mann zu machen. Dabei kleidete sie mich schick und teuer ein, und lehrte mich auf harte Art und Weise "große" Werte (Demut, Großherzigkeit, Resilienz, .......). Sie hat damit eine Seite an mir stark und widerstandsfähig gemacht. Eine andere Seite hat sie in ein Korsett gezwängt. Die meisten Gefühle, die ich zeigte, waren verpönt.
Eine Zeit lang musste als 8-10 Jähriger sonntags bestimmte Jungsschuhe tragen. Es waren teure Lederschuhe von "Richter". Sie waren mir zu eng und zu klein. Sonntag für Sonntag bekam ich Blasen an den Füßen und hatte Schmerzen. "Ein Indiander kennt keinen Schmerz." [...]

Ich weiß gar nicht, was ich gerade noch denken soll... ich denke, in mir existiert der Wunsch nach einer Wahl, nach Freiheit. Die habe ich mir in meinen eigenen vier Wänden schon hart erkämpft (gegen mich selbst). Draußen muss das noch folgen. Ich denke mit dem Bewusstsein, dass ich die Wahl tatsächlich habe, wird es mir deutlich besser gehen.

Ich danke Euch für Eure Beiträge. Ich werde mir die vermutlich noch ein zwei mal durchlesen müssen, um alles zu erfassen.

Liebe Grüße
Karl/Karla/Mira

(Danke Liv und Lana, dass ihr mich so angesprochen habt =) - das hat ein warmes, liebliches Gefühl ausgelöst... hinter meinem Gesicht wurde es kurz etwas warm.. es berührt mich auf jeden Fall positiv. Tatsächlich fühle ich da mehr, als bei "Karla". Ich denke, dass Karla zu nah an meinem männlichen Part liegt. Und bei dem empfinde ich einfach völlig andere Sachen. Wenn ich "Karla" lese, höre ich fast nur "Karl"...)

P.S.: Sorry für die Verwirrung... mein Kopf quillt über vor Gedanken und uneingeordneten Gefühlen...
Zuletzt geändert von NeoMe am Di 10. Feb 2026, 22:05, insgesamt 1-mal geändert.
Alicia
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Re: Mann-Frau-Mischform, Jacke wie... Rock?

Post 9 im Thema

Beitrag von Alicia »

Hallo Mira/Karla,

dein Thema rennt bei mir offene Türen ein. Das Problem, halsaufwärts einigermaßen weiblich zu wirken, setzt einiges an Aufwand voraus, den ich nicht (mehr) bereit bin aufzubringen. Zumindest nicht oft.
Ich habe meine Haare wachsen lassen (sie haben mich zumindest im hinteren Kopfbereich nicht enttäuscht), trage 24/7 Ohrringe oder -stecker und laufe seit einiger Zeit bartfrei herum. Ok, die hohe Stirn will halt zu bestimmten Anlässen abgedeckt werden, aber wozu gibt's Tücher und Mützen? Das muss für den Alltag reichen.
Halsabwärts bin ich daheim ausschließlich in Rock oder Kleid unterwegs, was von meiner Frau dankenswerter Weise nicht nur toleriert, sondern auch voll akzeptiert wird. Draußen müssen es feminin angehauchte Hosen und Pullover/Shirts sein, außer es steht ein expliziter en femme-Ausflug an. 8)
Ich habe mich, wie Vicky-Rose schon anderswo geschrieben hat, damit abgefunden, dass aus mir optisch keine echte Frau wird, egal wie viel Aufwand ich treibe. (ag)
Also bin ich zur 80-20-Methode übergegangen und nehme mich wie ich bin. Das Gleiche erwarte ich auch von meiner Umwelt.
Bisher bin ich nicht schlecht damit gefahren. Mein Selbstbewusstsein ist im grünen Bereich, ich gehe erhobenen Hauptes in jeden Laden uns suche mir das aus, was mir gefällt. :mrgreen:

Also lass dich nicht unterkriegen, deine Ausführungen klingen doch ganz optimistisch und vielversprechend. Obwohl ich aus Franken komme, liebe ich den Kölner Spruch: Jeder Jeck ist anders. Und das gilt gerade hier im Forum. )))(:

Liebe Grüße, Alicia. (ki)
Eine Lebensweise zu erfinden ist nichts. Sie zu verinnerlichen, ein Anfang. Sie zu leben ist alles.
(Frei nach Otto Lilienthal)
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Re: Mann-Frau-Mischform, Jacke wie... Rock?

Post 10 im Thema

Beitrag von Violetta-TransFlower »

NeoMe hat geschrieben: Di 10. Feb 2026, 07:09 Danke für Eure Zeit
Eure Karla (ich tendiere eher zu "Mira"... aber bin mir sehr unschlüssig;)
Liebe Karla,

Herzlich Willkommen im Forum. (flow)

Mir persönlich würde dieser Name viel besser für Dich gefallen.
Der Name Mira ist zwar im Forum schon vergeben, Du kannst Dich ja für einen Doppelnamen entscheiden, so wie ich es hier vor einiger Zeit gemacht habe.

Ich finde es auch immer ziemlich unoriginell, nur eine Änderung des männlichen Vornamens zu machen.
Das kam für mich nie in Frage, heute bin ich nach meiner Personenstandsänderung sehr glücklich darüber. 😊🍀

Das sind meine Gedanken dazu.

Lana hat geschrieben: Di 10. Feb 2026, 19:58 Hallo liebe Mira!

(Ich nenne dich jetzt einfach mal so, um dir die Möglichkeit zu geben, zu spüren wie es auf dich wirkt und hoffe, dass das so OK ist für dich :P)
Das finde ich eine sehr gute Idee 💡, liebe Lana.
👍 (ap)


Ich möchte gerne noch etwas zu dem eigentlichen Thema Deines Beitrags etwas schreiben, weiß aber noch nicht, ob ich das schaffe.

P.S.
Ich war in den 90ern oft in Gefrees.
Dort hatte ich viele Metal Freunde und Freundinnen.
Einmal im Jahr gab es eine Party im Sommer auf der so genannten Hügelwiese.
Dort stand eine Grillhütte und ein
kleines Häuschen mit Schotter Parkplatz in der Nähe.
War immer klasse dort.
Kennst Du diese Örtlichkeit?


Deine Violetta 💜 🌺
🌺 Das Glück 🍀 wohnt wieder in meinem Herzen 💜🙏
NeoMe
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Re: Mann-Frau-Mischform, Jacke wie... Rock?

Post 11 im Thema

Beitrag von NeoMe »

Guten Morgen allerseits,


Liebe Violetta,

Danke für Deine Nachricht! Ja.. Mira berührt mich auch viel mehr. Habe ich im obigen - noch nicht sichtbaren Beitrag ausführlicher beschrieben. Und doch wirkt es manchmal auch wie eine Figur, eine Rolle. Die Identität schwankt und ist instabil.
Lass Dir Zeit mit Deinem Beitrag zum Thema, ich würde mich aber sehr freuen.

Also ich komme nicht ursprünglich aus Gefrees sondern von ein paar Kilometer weiter nördlich. In Gefrees war ich als Jugendlicher selten und kannte daher bisher auch die Hügelwiese nicht. Ich bin vor drei Jahren in einen Außenort von Gefrees gezogen. Aber dass jemand meine Heimat kennt, tut mir gerade sehr gut. Damit baut sich innerlich irgendwie Distanz zu ab. Aus "Menschen im Internet" werden "Ortskundige"... das ist schön. Hast Du denn auch in der Nähe gelebt oder warst Du hier nur zu Besuch? In der Metal-Szene war ich zwar nicht, kannte aber über die Schule ein paar Gefreeser Metaller :D . Allerdings waren die auch Jahrgang '86-'88. In den 90ern waren die vermutlich auf noch keinen Metal-Partys.

P.S. an alle Antwortenden:
Der Input ist sehr viel für mich und die Denkmaschine rattert gefühlt Tag und Nacht. Zusätzlich bin ich stark erkältet, sitze wie die Jungfrau Maria mit Schal um den Kopf vor dem PC, wenn ich es aushalte. Es kann also sein, dass ich mich etwas kürzer fasse, als ich das Bedürfnis danach hätte. Aber ihr sollt wissen, dass mir dieser Austausch wirklich viel bedeutet. <3
P.S. 2: Kann man noch andere Smileys machen, als die vorgeschlagenen an der Seite? Und wenn ja, wie?
Slothorpe
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Re: Mann-Frau-Mischform, Jacke wie... Rock?

Post 12 im Thema

Beitrag von Slothorpe »

NeoMe hat geschrieben: Di 10. Feb 2026, 21:54
Eine Zeit lang musste als 8-10 Jähriger sonntags bestimmte Jungsschuhe tragen. Es waren teure Lederschuhe von "Richter". Sie waren mir zu eng und zu klein. Sonntag für Sonntag bekam ich Blasen an den Füßen und hatte Schmerzen. "Ein Indiander kennt keinen Schmerz." [...]
Wenn ich das lese, dann erfüllt mich auch eine große Traurigkeit… ich kann das sehr gut nachvollziehen, diese bürgerlich konventionelle Erwartung, die uns so gar nicht entspricht… Es ist nie zu spät, zu Dir zu stehen!!

Ich bin Mitte der 60er als einziger „Junge“ in der Familie geboren…. Und wurde am Wochenende schon mit 4 oder 5 Jahren ausstaffiert wie der kleine Lord, mit unbequemen schwere Leder-Schuhen, steifen Hosen, Hemden und Jackets usw. Ich habe mich so unwohl gefühlt, daran kann ich mich so gut erinnern und man sieht es auch auf den alten Fotos, die ich kaum anschauen kann…
Meine Schwester und Cousinen wurden zwar auch ausstaffiert, aber „durften“ wenigsten luftige Kleider, Röcke und hübsche kleine Schuhe usw. tragen… Ich war so neidisch…
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Re: Mann-Frau-Mischform, Jacke wie... Rock?

Post 13 im Thema

Beitrag von NeoMe »

Slothorpe hat geschrieben: Mi 11. Feb 2026, 10:27 …. Und wurde am Wochenende schon mit 4 oder 5 Jahren ausstaffiert wie der kleine Lord, mit unbequemen schwere Leder-Schuhen, steifen Hosen, Hemden und Jackets usw.
Same here. Der kleine Lord ist ein guter Vergleich. Witzigerweise hat der Film der kleine Lord mich immer sehr stark berührt, aber wegen der Gutherzigkeit des Jungen, nicht wegen seinem Outfit =)
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Re: Mann-Frau-Mischform, Jacke wie... Rock?

Post 14 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Lana hat geschrieben: Di 10. Feb 2026, 19:58 entscheidest du dich dafür, die Gegebenheiten zu akzeptieren und das beste daraus zu machen: eine Mischform, unten Rock, oben männliches Gesicht.
Ja und nein.

Ja, ich mache das beste aus dem, was ich bin. Und nein, es ist keine Mischform.

Ich lebe gerade so, wie ich leben möchte. Mann-Frau, diese Kategorien sind aus meiner Perspektive nur zeitweise von Bedeutung und zeiteise einfach nur irrelevant. Ich denke nicht mehr darüber nach, was ich bin. Ich lasse es auf mich zukommen.

Mich hat immer gestört, dass mir durch die Fixierung auf ein Geschlecht so viel Lebensenergie verloren geht. Aber wenn Weiblichkeit für mich von Bedeutung ist, lebe ich sie auch, ganz. Dann gönne ich mir die Zeit meiner Form der gelebten Weiblichkeit. Damit komme ich viel besser zurecht und mein Leben wird leichter. Letztlich geht es um mein inneres Seelenleben. Diese Leichtigkeit führt bei mir zu sehr viel Produktivität und Kreativität, weil ich mich nicht länger krampfhaft mit meinem Geschlechtsverständnis auseinandersetze. Das fühlt sich richtig gut an. Dieses Krampfhafte wird bei mir auch körperlich manifest, in dem meine Muskeln verhärten. Wie werde ich diese Verhärtungen los ?

Das bringt mich zu der Frgae, was wirklich wichtig ist in meinem Leben ? Es ist NICHT die Geschlechtsfrage, auch wenn sie sehr viel Zeit in Anspruch genommen hat. Aber sie hat mich von den wesentlichen Fragen abgelenkt. Deshalb lasse ich sie zu, wenn sie gerade von Bedeutung ist. Und dadurch erhalte ich buchstäblich Luft und Raum zum Atmen. Die zwanghafte Konzentration auf meine Geschlechtsfrage hat mir genau das genommen. Der spielerische Umgang damit kommt mir viel mehr entgegen. Und damit kann ich es viel besser in meinem Leben einordnen.

Ich weiß nicht, ob ich mich verständlich ausgedrückt habe. Aber was passiert, wenn Ihr das Thema spielerisch angeht ? Ich weiß, für manche ist das kein Weg. Aber mMn gibt es hier im Forum so viele, denen das richtig gut tun könnte ...
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
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Re: Mann-Frau-Mischform, Jacke wie... Rock?

Post 15 im Thema

Beitrag von Slothorpe »

Der Begriff Mischform ist in der Tat zwiespältig, so ein binäres Stereotyp. Und in der Tat hat man hier (und auch auf Treffen) manchmal den Eindruck, es gäbe nur ein Richtig oder Falsch… spielerisch klingt gut!

Zum Thema „kleiner Lord…“

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