Hebammen, Ärzte und Kliniken warnen vor Alleingeburt | SWR
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Anne-Mette
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Hebammen, Ärzte und Kliniken warnen vor Alleingeburt | SWR

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Eine Geburt ohne Hebamme oder Arzt, ganz allein zu Hause oder an einem exotischen Ort – Berichte von solchen Alleingeburten finden sich tausendfach in Social Media, propagiert von sogenannten Freebirthing Coaches. Doch die gesundheitlichen Risiken sind hoch – und die Warnungen aus der Fachwelt sind eindringlich.

https://www.sr.de/sr/home/nachrichten/p ... g_100.html
Lina
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Re: Hebammen, Ärzte und Kliniken warnen vor Alleingeburt | SWR

Post 2 im Thema

Beitrag von Lina »

Nicht desto weniger haben Menschen das Jahrtausende gemacht - und zu Zeiten, wo man nicht innerhalb von Minuten einen Notarz vor Ort harn konnte, falls es Probleme gab.
Ich würde so geboren, meine drei Geschwister, meine Eltern und ihre ganzen Geschwister auch.
Michi
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Re: Hebammen, Ärzte und Kliniken warnen vor Alleingeburt | SWR

Post 3 im Thema

Beitrag von Michi »

Lina hat geschrieben: So 8. Feb 2026, 17:31 Nicht desto weniger haben Menschen das Jahrtausende gemacht - und zu Zeiten, wo man nicht innerhalb von Minuten einen Notarz vor Ort harn konnte, falls es Probleme gab.
Weiß ich nicht, ob das die sinnvollste Reaktion ist, die Propaganda dieser sogenannten Freebirthing Coaches zu wiederholen. :roll:

Lina hat geschrieben: So 8. Feb 2026, 17:31 Ich würde so geboren, meine drei Geschwister, meine Eltern und ihre ganzen Geschwister auch.
Oh! Du bist also nicht geboren worden. Wie bist du denn dann entstanden? (has-o)
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
Dolores59
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Re: Hebammen, Ärzte und Kliniken warnen vor Alleingeburt | SWR

Post 4 im Thema

Beitrag von Dolores59 »

Lina hat geschrieben: So 8. Feb 2026, 17:31 Nicht desto weniger haben Menschen das Jahrtausende gemacht - und zu Zeiten, wo man nicht innerhalb von Minuten einen Notarz vor Ort harn konnte, falls es Probleme gab.
Ich würde so geboren, meine drei Geschwister, meine Eltern und ihre ganzen Geschwister auch.
Deshalb war die Lebenserwartung von Frauen in Europa früher deutlich geringer als in heutiger Zeit. Eine Geburt kann lebensgefährlich für die Frau sein. Auch die Folgen einer Geburt können schwerwiegend für die Gesundheit sein (Stichwort: Kindbettfieber).
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
(Psalm 139,14)
Lina
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Re: Hebammen, Ärzte und Kliniken warnen vor Alleingeburt | SWR

Post 5 im Thema

Beitrag von Lina »

Dolores59 hat geschrieben: So 8. Feb 2026, 20:28
Lina hat geschrieben: So 8. Feb 2026, 17:31 Nicht desto weniger haben Menschen das Jahrtausende gemacht - und zu Zeiten, wo man nicht innerhalb von Minuten einen Notarz vor Ort harn konnte, falls es Probleme gab.
Ich würde so geboren, meine drei Geschwister, meine Eltern und ihre ganzen Geschwister auch.
Deshalb war die Lebenserwartung von Frauen in Europa früher deutlich geringer als in heutiger Zeit. Eine Geburt kann lebensgefährlich für die Frau sein. Auch die Folgen einer Geburt können schwerwiegend für die Gesundheit sein (Stichwort: Kindbettfieber).
Kann sein. Beide meiner Großmütter wurden ca. 85 und meine Mutter 104. Ich glaube das ist auch nach heutigem Stand über Durchschnitt.
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Re: Hebammen, Ärzte und Kliniken warnen vor Alleingeburt | SWR

Post 6 im Thema

Beitrag von Lana »

Frauen die sich dafür entscheiden, ihr Kind alleine zur Welt zu bringen, werden ihre Gründe dafür haben. Heutzutage sind alle Informationen nur einen Mausklick entfernt, so dass ich von einer informierten Entscheidung ausgehen würde.

Wenn man sich die Berichte und Untersuchungen zu Krankenhausgeburten anschaut, dann kann man wissen, dass dort sehr vieles nicht gut ist. Das geht los damit, dass der Geburtszeitpunkt künstlich eingeleitet wird um besser zum Personal plan zu passen, über Gewalt von Seiten der Ärzte und des Personals, bis zu Kaiserschnitt entgegen des ausdrücklich erklärten Willens der Gebärenden. Ich glaube, wir hatten hier auch schon Beiträge dazu.

Warum kann man nicht einfach respektieren, wenn sich jemand anders entscheidet als man das selbst richtig findet? Es geht doch niemanden etwas an, wie, wann und wo eine Frau ihr Kind gebärt.

LGL
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Re: Hebammen, Ärzte und Kliniken warnen vor Alleingeburt | SWR

Post 7 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Lina hat geschrieben: So 8. Feb 2026, 22:31 Kann sein. Beide meiner Großmütter wurden ca. 85 und meine Mutter 104. Ich glaube das ist auch nach heutigem Stand über Durchschnitt.
Ja, es geht um den "Durchschnitt". Und wenn die beiden so alt geworden sind, sind andere dafür sehr früh gestorben.

Das ist aber irrelevant. Denn es geht um die Sterblichkeit "unter der Geburt". Sowohl des Kindes als auch der Mutter. Und da ist eine Alleingeburt schlicht immer maximal risikobehaftet.
Lana hat geschrieben: Mo 9. Feb 2026, 13:31 Heutzutage sind alle Informationen nur einen Mausklick entfernt, so dass ich von einer informierten Entscheidung ausgehen würde.
Mit diesem Argument kann ich dann als nächstes auch wieder Heroin frei verkäuflich anbieten. Das große Problem an dieser "Informierten Entscheidung" ist doch, dass ich mich über die Risiken theoretisch informieren kann, sie theoretisch abwägen und dann aber am Ende ganz praktisch keine Plazentaablösung erfolgt und ich daran sterbe. Zwischen "sich auf dem Papier informieren" und "die Realität erleben" ist dann doch ein kleiner aber nicht ganz unerheblicher Unterschied.

Und diese mystifizierende Verklärung ist schon kritisch zu sehen. Da muss noch nicht mal die Horrorstory aus dem Krankenhaus herhalten. Eine ausgebildete Hebamme zur Seite würde ja schon viel Risiko minimieren. Selbst "nur" eine zweite Person, die im worst case die Fahrt ins Krankenhaus übernehmen kann - oder den RTW rufen... weil, das kommt ja dann oft auch noch dazu: sowas wird dann ganz mystisch irgendwo im Wald auf einer mondbeschienenen Lichtung gemacht, möglichst weit weg von Wegen und Menschen, dafür mit ganz viel Einklang mit der Natur und so.
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Re: Hebammen, Ärzte und Kliniken warnen vor Alleingeburt | SWR

Post 8 im Thema

Beitrag von Lana »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Mo 9. Feb 2026, 14:04 Das große Problem an dieser "Informierten Entscheidung" ist doch, dass ich mich über die Risiken theoretisch informieren kann, sie theoretisch abwägen und dann aber am Ende ganz praktisch keine Plazentaablösung erfolgt und ich daran sterbe.
Informiert bedeutet, dass man die Fakten zur Kenntnis nimmt und dann eine Risikoabwägung macht. In letzter Konsequenz bedeutet es, dass ich die Möglichkeit durch Komplikationen zu sterben in Kauf nehme, wohlwissend, dass ich im Krankenhaus vielleicht überleben würde.

Risikoabwägung ist Teil unseres Alltags und passiert meist unbewusst. Anders geht es nicht, weil es keine absolute Sicherheit gibt. Welches Risiko im Einzelfall als akzeptabel angesehen wird, ist eine individuelle Entscheidung. Einzige Einschränkung wie immer: Schädigung bzw. Gefährdung von Dritten.

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Re: Hebammen, Ärzte und Kliniken warnen vor Alleingeburt | SWR

Post 9 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Hi Lana,

ich bin jetzt ehrlich gesagt verwirrt. Genau das habe ich doch geschrieben?

Das schwierige an diesem Thema ist für mich zum einen diese relativ unbedarfte pseudo-Gleichung "das hat früher auch geklappt, also kann es ja gar nicht soooo gefährlich sein", gepaart mit der Mystfizierung einer Geburt ganz in den Armen von Mutter Natur in Kombination mit einer sehr stark ausgeprägten Horrorvorstellung einer Geburt im Kreißsaal.

Als ob es nur das eine oder das andere gäbe. Es gibt z.B. Geburtshäuser oder Hausgeburten als Varianten die ein hohes Maß an Sicherheit bieten und gleichzeitig sehr weit weg sind vom Stress und der Anonymität eines Krankenhauses. Unser erster ist im Krankenhaus zur Welt gekommen, weil es eine Risikoschwangerschaft war. Die drei danach zu Hause, weil wir das Glück hatten, eine tolle Hebamme gefunden zu haben, die viel Erfahrung damit hatte.

Und die war lange in Afrika als Hebamme tätig und hat einiges von der Not erzählt, aus der heraus Frauen das Risiko einer Alleingeburt auf sich nehmen mussten. Freiwillig und "wegen der Natur" macht das nämlich da auch kaum jemand. Die wissen, wie gefährlich das ist. Aber wir verwöhnten hoch zivilisierten Erstweltbewohner meinen inzwischen, da ganz viel Esoterik und Vergangenheitsverklärung dran hängen zu müssen.

Mit dem Satz "das haben meine [Verwandte X] auch gemacht/erlebt und sind trotzdem alt geworden" kannst du alles rechtfertigen. Von der Süßspeise am Sonntag bis zur Tracht Prügel.

Und was das Thema "Eigenverantwortung" angeht, irgendwie haben wir als Gesellschaft eine Abneigung gegen wahllos in der Landschaft herumliegende Tote entwickelt. Keine Ahnung warum...
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Michi
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Re: Hebammen, Ärzte und Kliniken warnen vor Alleingeburt | SWR

Post 10 im Thema

Beitrag von Michi »

Lina hat geschrieben: So 8. Feb 2026, 22:31 Kann sein. Beide meiner Großmütter wurden ca. 85 und meine Mutter 104. Ich glaube das ist auch nach heutigem Stand über Durchschnitt.
Hallo Lina,

das nennt sich anekdotische Evidenz. Hört man genau so zum Thema Rauchen, Saufen o.ä. .. wird aber trotzdem nicht allgemeingültig! Wäre nur eine der 3 Frauen bei der Entbindung gestorben, hättest du das nicht schreiben können, weil du einfach nicht existieren würdest.

Lana hat geschrieben: Mo 9. Feb 2026, 23:53 Informiert bedeutet, dass man die Fakten zur Kenntnis nimmt und dann eine Risikoabwägung macht.
Hallo Lana,

was du schreibst, ist nicht grundsätzlich falsch. Dennoch möchte ich widersprechen, dass man nach ein paar Klicks im Internet eine informierte Entscheidung treffen kann. Wie auch in anderen Bereichen gilt: Als Laien haben wir nicht mal ansatzweise die nötige Expertise, die dargebotenen Informationshäppchen einzuordnen. Doch leider sind Leute zunehmend nicht mehr in der Lage, ihren Mangel an Expertise zu erkennen.

Ja, in Krankenhäusern könnte manches noch besser laufen. Aber vor allem erreichen Negativmeldungen unsere Aufmerksamkeit, und wir haben nicht die nötigen Daten parat, um einschätzen zu können, wie hoch oder niedrig das konkrete Risiko ist, dem sich eine Frau bei einer Entbindung im Krankenhaus aussetzt. Dem gegenüber stehen mystisch verklärte, mit viel Prosa garnierte Geschichten auf Esoterik-Seiten, die eine "natürliche" Geburt .. also möglichst fern von Zivilisation und Hilfe im Notfall .. als das ultimative Erlebnis verkaufen.

Auch wenn Risikoabwägung Teil unseres Alltags ist, heißt das nicht, dass wir wirklich gut darin sind. Viel zu oft erleben wir doch, dass andere unfähig sind, ein Risiko richtig einschätzen zu können. Einfach mal mit offenen Augen im Auto eine halbe Stunde Stadtverkehr oder 100km durchschnittlich belebte Autobahn, und man hat wenigstens 3 Fälle, in denen der Schaden für die Betroffenen nur durch das umsichtige Handeln anderer abgewendet wurde.

Knäckebrötchen hat geschrieben: Di 10. Feb 2026, 02:23 Mit dem Satz "das haben meine [Verwandte X] auch gemacht/erlebt und sind trotzdem alt geworden" kannst du alles rechtfertigen. Von der Süßspeise am Sonntag bis zur Tracht Prügel.

Und was das Thema "Eigenverantwortung" angeht, irgendwie haben wir als Gesellschaft eine Abneigung gegen wahllos in der Landschaft herumliegende Tote entwickelt. Keine Ahnung warum...
Hallo Knäckebrötchen,

zwar ironisch zugespitzt, aber genau so ist es. Dem Rest deiner Ausführungen stimme ich auch zu.


Liebe Grüße
Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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