Ihr Lieben,
Das verlängerte Wochenende im Waldschlößchen war in mehrerer Hinsicht eine Premiere für mich. Zum einen waren 4 Tage nonstop en femme präzedenzlos - ich hatte Sorge, meiner Weiblichkeit womöglich überdrüssig zu werden, was sich schließlich als unbegründet erwies. Zum anderen, weil ich nie zuvor mit so vielen Gleichgesinnten zusammensein konnte. Unter‘m Strich war das Wochenende eine lange Kette, bestückt mit Glücksperlen einer nach der anderen - ich bin nachhaltig geflasht! Es begann im Kleinen schon Mittwoch.
TAG 1 - Mittwoch
Die Anreise war mit Komplikation verbunden: 10km vor dem Waldschlösschen, wo ich schonmal meinen „Koffer“ parken wollte, versetzte ein Getriebeschaden meinen Camper in den Notlaufmodus. Mehr schlecht als recht konnte ich die Ziele aber doch noch erreichen. So stand zuerst ein Termin im Nagelstudio an - auch Premiere für mich. Mit Gel-Nägeln ging‘s dann direkt zum Vorglühen-Treffen mit Jana, Liv, Melissa und Olga im Restaurant Stadtwall, gefolgt von gemeinsamem Absacker im Hotel. Alles en femme natürlich. Mein Nachtplatz mit dem Camper lag vor den Toren der Stadt.
Waldschlößchen am Mittwochabend: Der stimmungsvolle Anblick ließ die Erwartungen klettern.
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TAG 2 - Donnerstag
Jana, Liv und Olga waren autark mobil, sodass ich Melissa noch vom Hotel abzuholen hatte und wir mit Getriebeschaden schön langsam zum Waldschlößchen getuckert sind. Der Checkin verlief freundlich und super, gefolgt vom ersten gemeinsamen Mittagessen. Nachmittags gab‘s dann mit allen Teilnehmerinnen eine ausgiebige Vorstellungsrunde. Mit von der Partie waren auch 3 Partnerinnen / Lebensgefährtinnen, deren Teilnahme, so mein Eindruck, allseits bestens gelitten war. Dennoch war‘s absolut aufmerksam von Karin, deren Duldung nicht stillschweigend zu antizipieren, sondern ausdrücklich in der Gruppe zu erfragen. Ich fand es schön und Zuversicht stiftend, wie freundlich, einfühlsam und aufgeschlossen sich die drei Cis-Damen in unser Wochenende integriert haben. So kann das also klappen im partnerschaftlichen Zusammenleben - wunderbar!
Martina direkt nach dem Checkin
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TAG 3 - Freitag
Nach dem Frühstück gab‘s den ersten Schmink-Workshop. Gehe ich also ungeschminkt zum Frühstück??? Sinnvoll wär‘s, aber die Eitelkeit hat obsiegt - wenigstens quick+Dirty musste ich dann doch machen, um dann zu sehen, dass etliche Schwestern hier in der geschlossenen Gruppe viel pragmatischer unterwegs waren. Hätte ich mir die Eitelkeit also sonstwo hinstecken können!

Große Fragen zum Schminken hatte ich eigentlich nicht. Das groß thematisierte Bartschattenproblem und seine Kryolan-Lösung ist bei mir glücklicherweise irrelevant. Also malte ich wie immer, nur mit viel mehr Muse, so vor mich hin und erhielt positives Feedback für meine autodidaktischen Resultate. Nur der erste Lippenstiftversuch ging farblich daneben, was mir auch die anderen Mädels bestätigten; zum schwarzen Outfit musste dann girlyhafte Pastellrosa wieder runter und wurde durch ein sattes Rot ersetzt. Elke, die Partnerin von Carolin, hatte dann aber noch einen Vorschlag für meine Haare und legte ganz lieb Hand an. Das Ergebnis fand ich sehr vorteilhaft.
Nachmittags gab‘s aufschlussreiche Infos zur Stimmbildung und Stilberatung.
Martina nachmittags
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Mit dem Lippenstift in Rot war die Schuhauswahl für den Abend quasi gesetzt. Ein erstes Highlight musste her, bin ich doch verrückt nach auffälligen und stilvollen Schuhen. Auch der zweite Abend ging wieder bis in die Puppen - wieder waren Violetta und ich die letzten, die den Weg ins Bett gefunden haben. Davor mussten aber natürlich noch paar nächtliche Fotos vom Outfit gemacht werden - den vorangegangenen Rotwein kann man, denke ich, gut in meinen Augen ablesen.
Martina in Rot nach viel Rotwein
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TAG 4 - Samstag
Den vormittäglichen Schminkworkshop hab ich geschwänzt. Stattdessen gab‘s nette Gespräche und ich konnte mich um das Nachmittagsoutfit für den Ausflug nach Göttingen kümmern; musste ich ja erstmal aus dem geparkten Koffer auswählen.
Martina vormittags
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Der Ausflug nach Göttingen bot beste Gelegenheit für weitere Gespräche und nette neue Bekanntschaften. Allein der Busfahrer auf dem Hinweg dürfte eigentlich maximal LKW fahren, da seine Fahrkünste zur Personenbeförderung gänzlich ungeeignet waren. Und als wollte er uns challengen, war die Heizung voll aufgedreht - Qualm unter den Perücken gab‘s kostenlos. Kindliche Freude löste Karin in mir aus, als sie mich von hinten antippte und lobende Worte für mein Outfit fand, das ich erstmals in dezentem Boho-Style versucht hatte (schon wieder Premiere).
Martina nachmittags
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Zurück aus Göttingen stieg die Aufregung samt Puls mit Blick auf die „Schwesternzeit-LateNight-Abschlussparty“, zu der ich auch noch eine Karaoke-Einlage angekündigt hatte. Das Outfit sollte dafür wieder ein Highlight werden, zum Song „Patricia the Stripper“ passen (etwas Sexappeal durfte also sein), schlicht und elegant anmuten und natürlich vorteilhaft sein. Eine nie zuvor erlebte Herausforderung im Grenzbereich von Sexappeal und Stil. Ob‘s mir gelungen ist, mögen andere entscheiden. Das erhaltene Feedback am Abend, am Folgetag und auch heute wieder legt mir die Vermutung nahe, dass ich damit einen Treffer hatte. Wenn meine Frau die Fotos sehen würde - sie würde wohl aus den Latschen kippen und wäre traumatisiert.
Martina abends
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TAG 5 - Sonntag
Natürlich war auch die dritte Nacht extrem kurz. Aber Adrenalin macht’s möglich! Nach dem Frühstück folgte eine Feedbackrunde, die in aller Achtsamkeit und Respekt den Teilnehmerinnen Unterstützung bei Selbsteinschätzung und Selbstbewusstsein bieten konnte. Ich bin bis heute sehr berührt von dem vielen Zuspruch, den ich erhalten habe und sage an dieser Stelle an alle Mädels, die‘s lesen, nochmal DANKE

. IHR SEID WUNDERVOLL!!!
Nach dem Mittagessen ging‘s ans Verabschieden, was mitunter sehr schwer gefallen ist, da sich manche anschließende Wege geografisch genau entgegengesetzt darstellten - mit der verbundenen räumlichen Ferne trotz innerer Nähe. Nur eines ist sicher: Wenn uns das Leben gewogen bleibt, gibt‘s ein Wiedersehen. Und darauf freue ich mich schon heute riesig!
Die Heimreise - ich war ja die mit dem weitesten Weg laut Quizergebnis (sorry Melissa, dass ich Dir wegen 3km mehr Distanz den 1. Platz in dieser Wertung genommen hab!) - verlief trotz Getriebeschaden glücklicherweise glimpflich, wozu ich auch jedwede ungünstige Fahrsituation gemieden habe und freiwillig erstmals auf einer deutschen Autobahn vollgetankt habe - Augen zu und durch beim Anblick der Tankquittung und sch… drauf, das neue Getriebe kostet über das 100-fache. War‘s das Wochenende oder das Getriebe - nach 3 äußerst kurzen Nächten waren 7 Stunden Rückreise ohne Schlafpause drin. Adrenalin macht‘s möglich!
Ich bin bis heute hin und weg von den Erlebnissen und Eindrücken. Ich hatte an dem Wochenende Raum+Zeit völlig verloren, fast wie Leben in einem Paralleluniversum. Die gedankliche Verheiratung des Erlebten mit dem realen Alltagskontext dauert noch an - vermutlich noch länger.
Ich umarme all die lieben Menschen, die ich kennenlernen durfte. Sowas gab‘s in dieser Art nicht in meinem Leben. Ich empfinde große Dankbarheit dafür.
Das Geschriebene ist kein chronologischer Bericht. Der hier ist persönlich und subjektiv, also auch mit bewussten und unbewussten Auslassungen. Ich sag‘s nur, falls jemand was vermisst.
Geflasht und ganz herzlich grüßt euch:



DIE MARTINA


