Forscherinnen kritisieren Begriff „Verstümmelung“ | BILD
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Anne-Mette
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Forscherinnen kritisieren Begriff „Verstümmelung“ | BILD

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

J, BILD - aber sie haben in dem (gerade noch) frei lesbaren Artikel veröffentlicht, was auch in diversen Abo-Artikeln von anderen Anbietenden zu lesen ist und
das, um was es geht, soweit ich das beurteilen kann, ganz gut zusammengefasst.

Jetzt schreiben 22 Wissenschaftlerinnen und vier Wissenschaftler im Journal of Medical Ethics einen Artikel unter dem Titel „Schäden der aktuellen globalen Anti-FGM-Kampagne“ über die weibliche Genitalverstümmelung.

Grob umrissen: Sie befürworten sie nicht – aber sie wollen sie nicht mehr Verstümmelung nennen, lieber Praxis. Die globale Anti-FGM-Kampagne verursache nämlich trotz guter Absichten erhebliche unbeabsichtigte Schäden, indem sie eine vereinheitlichte, stark normierende Deutung etabliere, die die kulturelle Vielfalt genitaler Praktiken und die Erfahrungswirklichkeit der Betroffenen ignoriere.


https://www.bild.de/news/ausland/weibli ... a01269fc37

Zu Hintergründe siehe auch hier: Afrikanische Perspektiven: Kritik und Erfordernisse im Umgang mit FGM
Olivia
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Re: Forscherinnen kritisieren Begriff „Verstümmelung“ | BILD

Post 2 im Thema

Beitrag von Olivia »

Michi
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Re: Forscherinnen kritisieren Begriff „Verstümmelung“ | BILD

Post 3 im Thema

Beitrag von Michi »

Grob umrissen: Sie befürworten sie nicht – aber sie wollen sie nicht mehr Verstümmelung nennen, lieber Praxis.
"Praxis" das klingt recht harmlos .. im Grunde sogar positiv .. so wie etwa Fahrpraxis.

Ich kann es darum wirklich nicht nachvollziehen. Wenn das Schule macht, welche Untaten werden dann als nächstes zur "Praxis" verklärt?

Nein! Das Entfernen gesunder Körperteile, ohne informiertes Einverständnis der Betroffenen IST nun mal eine Verstümmelung!
Die globale Anti-FGM-Kampagne verursache nämlich trotz guter Absichten erhebliche unbeabsichtigte Schäden, indem sie eine vereinheitlichte, stark normierende Deutung etabliere, die die kulturelle Vielfalt genitaler Praktiken und die Erfahrungswirklichkeit der Betroffenen ignoriere.
Warum diese pseudo-intellektuellen Verrenkungen? Weil die Täter zumeist Frauen sind?

Dem halte ich entgegen, wie groß der Aufschrei von Forscherinnen wohl wäre, wenn irgendwer auf die Idee käme, Vergewaltigungen mit dem Verweis auf kulturelle Vielfalt als Praxis zu verharmlosen!

Die "Erfahrungswirklichkeit" von Betroffenen, die nichts anderes kennen und von klein auf indoktriniert wurden, dass nur eine verstümmelte Frau eine "reine" Frau ist, ist keine echte Erfahrungswirklichkeit, weil die betroffenen Frauen nie andere Erfahrungen machen konnten .. außer vielleicht mitzuerleben, wie schlecht Frauen von der Gemeinschaft behandelt wurden, nur weil sie nicht verstümmelt waren. Mit ihren Schmerzen müssen sie ein Leben lang leiden. Sie haben nie die Erfahrung machen können, wie das Leben es ohne Schmerzen ist.
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Re: Forscherinnen kritisieren Begriff „Verstümmelung“ | BILD

Post 4 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Michi hat geschrieben: Do 25. Dez 2025, 23:57 Das Entfernen gesunder Körperteile, ohne informiertes Einverständnis der Betroffenen IST nun mal eine Verstümmelung!
Hey,

ich habe das so verstanden, dass der Begriff "Verstümmelung" auch stigmatisiert und damit Betroffene doppelt belastet - und auch zu einem veränderten Umgang durch andere führen kann (im Sinne von Ausschluss oder anderer Formen von Diskriminierung). Und das ist ja nun auch nicht richtig.

Das den Frauen hier Unrecht angetan wird, das verstehen wir so. Aber auch hier: das ist eine westliche Perspektive. Sie wird ja mittlerweile auch in den betreffenden Kulturen übernommen, siehe die anderen verlinkten Artikel, und es verändert sich viel zum (aus unserer Sicht) positiven.

Allerdings, und das ist echt nicht so leicht nachzuvollziehen: andere Kulturen haben echt teilweise richtig krass andere Herangehensweisen an bestimmte Probleme. Aus wissenschaftlicher Sicht haben wir damals während der großen Ebola-Epidemie in Westafrika viel über kulturelle Differenzen lernen müssen und da waren schon ein paar echt wilde Dinge dabei. Und eine Stigmatisierung, aus welchen Gründen auch immer, ist in solchen Kulturen bisweilen quasi ein Todesurteil, auch wenn die Person nicht tatsächlich getötet wird.

Also - auch wir als westliche Gesellschaft müssen ein Stück weit akzeptieren, dass sich diese anderen Gesellschaften auf ihre Art und mit ihren Begriffen um ihre eigenen Themen kümmern.
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Anne-Mette
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Re: Forscherinnen kritisieren Begriff „Verstümmelung“ | BILD

Post 5 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

taz

Feminismus auf Irrwegen

Weibliche Genitalverstümmelung und kosmetische Vulva-Operationen zu vergleichen, ist fragwürdig. Genau das taten einige Fe­mi­nis­tin­nen vor Kurzem


https://taz.de/Feminismus-auf-Irrwegen/!6143691/
Anne-Mette
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Re: Forscherinnen kritisieren Begriff „Verstümmelung“ | BILD

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Beitrag von Anne-Mette »

hpd dazu

Wissenschaftler rechtfertigen weibliche Genitalverstümmelung – eine Rezension

https://hpd.de/artikel/wissenschaftler- ... sion-23706
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