Claudia hat geschrieben: Do 18. Dez 2025, 15:49
... wenn ich anfange mit Pflanzen zu sprechen?
Ich hab hier einen Bonsai, ehemals angesetzt von Gilbert. Und jeden Tag unterhalte ich mit ihm. "Brauchst du noch etwas Wasser?" "Mehr gibt es nicht, will dich nicht ertränken."
Diese Überlegung könnte ich ja schlicht in meinem Kopf bewegen, aber es es mir wichtig es auszusprechen. Das passiert einfach so, nicht geplant. Täglich. Schon merkwürdig.
Aber es ist nicht allein diese Pflanze. Wenn sich meine brush nicht verhält wie ich es erwarte oder wünsche, dann mecker ich die an und beschwer mich recht lautstark. Dabei ist es ja mein Fehler.
Schon merkwürdig alles.
LG
Claudia
Nein, es ist nicht verrückt. Und auch nicht besonders verwunderlich.
Auch auf der emotionalen Ebene braucht man den Sherlock Holmes - Watson - Effekt. Wie wir wissen, braucht Holmes nicht Watson's Hilfe in dem Sinne, dass er was groß rationelles zur Aufklärung von Mysterien beisteuern kann. Holmes ist ihm ständig überlegen. Watson ist aber Homes nützlich weil es ihn dazu animiert seine Gedanken klar zu formulieren und deshalb selber einen besseren Überblick bekommt. Wir kennen es auch vom Schulunterricht, Anno-dazumal. Alle in einem Raum. Die Älteren erklärten den jüngeren wie man Rechnet. Dadurch wurden sie genötigt, sich selbst klar zu machen, ob sie es wirklich verstanden hatten oder nicht - viel besser als durch eine Prüfung, die nur Stress bereitet hätte. Letztendlich wurden sie dadurch besser.
Leute schreiben auch Tagebücher - das funktioniert ähnlich auf der emotionalen Ebene. Da kommen eher komplexere Gefühle zum Ausdruck - und es bringt manchmal mehr Klarheit.
Freundlich mit der Straßenkatze, dem Kanarienvogel oder gar mit dem Bonsai zu sprechen, ist ähnlich - vielleicht nur auf einer Ebene worüber nicht viele Zeilen im Tagebuch geschrieben werden würde. Aber im Prinzip das Selbe.
Wir sollten nicht vergessen, dass 99% von unserer Gedankenwelt unbewusst abläuft.