Kleiner Nachtrag zu diesem Clan-Lobby-Verein und den blauen. Andreas Kemper forscht seit Jahren zu rechten Netzwerken, ihren Verbindungen z.B. in alte Adels- und erzkatholische (Storch, v.Oldenburg, etc) Kreise, zu "Privatstädten" usw. In einem aktuellen Artikel hat er herausgearbeitet, wo sich schon die Vorläuferorganisation der "Familienunternehmer" und der Vorläufer der Afd kannten, mochten und gegenseitig beförderten. Das geht mindestens 20 Jahre zurück und es tauchen bekannte Namen auf.
https://blog.campact.de/2025/12/die-fam ... erbindung/
Dazu sollte man Begriffe kennen, die in dem Zusammenhang immer wieder auftauchen und die Konzepte dieser Leute genauer definieren. Zum einen "Proprietarismus". Kemper erklärt es in einem Belltower
Artikel:
Unter Proprietarismus (von proprium, property: Eigentum) wird eine Strömung verstanden, die sich selbst als „libertär“ oder „anarcho-kapitalistisch“ bezeichnet. Demokratie ist für den Proprietarismus nur sinnvoll als „Abstimmung mit dem Geldbeutel”, der Begriff „sozial” sei ein Unwort („Weazel-Word“ nach F. A. Hayek), der Feminismus nur eine moderne Spielart des zu bekämpfenden „Kulturmarxismus“ und sogar der Neoliberalismus ist für Proprietarist*innen eine Form von Sozialismus (Javier Milei). Proprietaristen wie Hoppe und Markus Krall [propagieren] eine Monarchie (des privaten Kapitals, also weniger Besitzender) und sehen sich z.T. als „neoreaktionäre“, „dunkle Aufklärung“ (Curtis Yarvin, dessen Monarchismus auf Hoppe zurückgeht). Curtis Yarwin ist einer der ideogischen Prediger hinter Trump, Musk, Project 2025 usw.
Nochmal deutlich: Die Monarchie bzw Feudalismus des privaten Kapitals und die "Abstimmung mit dem Geldbeutel" bedeutet, dass im Staat das die Höhe des Vermögens den Stimmenanteil bestimmt, im Sinne von Aktienanteilen der Jahreshauptversammlung; also nicht "one voice one vote", sondern "one Euro one vote".
Familismus ist ein soziologischer Begriff, der die (Groß)Familie (Clan) als Leitform einer Sozialstruktur beschreibt (Wiki). Dies wird von den "Familienunternehmern" - Clans mit Großvermögen - und Alt-Adel-Clans (Ländereien, etc) auch im Sinne eines nicht-demokratischen Privat-Kapital-Feudalismus interpretiert. "Die Familie" regelt Dinge unter sich und wirkt sowohl als Firma, als auch als politische Kraft im Wettbewerb der "Häuser" (Clans, "Dune"). Das Vermögen bestimmt die Stärke des Einfluss'. Die Patriarchen geben den Ton an, usw. Trump praktiziert das mit seiner Familie so. Wenn Storch etc von "Familie" reden, dann ist vor allem dies gemeint, nicht "bürgerliche Kleinfamile.
Es lohnt sich, in den Komplex mal einzusteigen, wer letztlich nicht nur ideologisch, sondern vor allem finanziell hinter der Afd steckt, um Besitzstandswahrung zu betreiben. Viele Programmpunkte, die Menschen mit wenig Einkommen und Vermögen benachteiligen, kommen aus der Ecke.
Anmerkung und Disclaimer: Ziemlich sicher sind nicht alle Mitglieder der Clan-Lobby so demokratiefeindlich oder würden überhaupt den Ansichten der "Proprietaristys" zustimmen. Die Geschichte und die Politik der führenden Leute zeigt aber schon, dass diese rechts-libertären Kreise ziemlichen Einfluss haben. Auch wenn sie es selten offen sagen. Dieser "Öffnungsansatz" ist deshalb als Versuch zu werten, rechts-libertäre Ansätze salonfähig zu machen. Das mag den eher sozialeren, liberaleren Mitgliedern entgangen sein oder sie ignorieren es zum Wohl ihrer Lobbyarbeit. Eine Mitgliedschaft im Verband halte ich nicht per se für verwerflich; Ignoranz oder gar wissentliche Duldung der Extremistys hingegen schon.