Täter Mann?
-
Vincent
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 580
- Registriert: Mi 25. Jul 2012, 16:20
- Geschlecht: enby
- Pronomen: egal
- Wohnort (Name): München
- Hat sich bedankt: 9 Mal
- Danksagung erhalten: 56 Mal
- Kontaktdaten:
Täter Mann?
Auf Instagram wurde mir eine Anzeige eigeblendet, die mich teils nachdenklich, teils wütend gemacht hat:
https://www.polizei-beratung.de/themen- ... unterwegs/
Essenz der Kampagne ist die Aussage, dass Männer grundsätzlich als Bedrohung empfunden werden (können) uns sich im öffentlichen Raum am besten weit von Frauen entfernt halten.
Ich frage mich, wo wir mittlerweile gesellschaftlich gelandet sind?
Bin ich als Mann, der meistens so gelesen wird, eine Bedrohung für Frauen, muss ich mich, in den Situationen, in denen ich als Frau gelesen werde, bedroht fühlen?
Kann es Ziel unserer Gesellschaft sein, Frauen zu raten, sich zu schützen, und verteidigungsbereit zu sein, gegen Männer, und die Männer zu bitten sich von den „Opfern“ fernzuhalten?
Wohin laufen wir, als Gesellschaft, wenn eine Hälfte vor der anderen Angst hat? Das ist der Fakt, und nicht nur vor ein paar dunkelhäutigeren Männern, wie es gerne propagiert wird?
Selbst bin ich naiverweise(?) in einer komfortablen Position, als großer starker Mann, und für die Fälle, in denen ich für eine Frau gehalten werde, mir relativ sicher bin durch meine Ausbildung gut gerüstet zu sein?
Ja, ich habe nie wirklich Angst, höchstens erhöhte Aufmerksamkeit, weil ich denke mich behaupten zu können.
Wie können wir das ändern?
Ich will nicht, als Frau gelesen, das Opfer sein,
ich will auch nicht, als Mann gelesen, der potenzielle Täter sein.
https://www.polizei-beratung.de/themen- ... unterwegs/
Essenz der Kampagne ist die Aussage, dass Männer grundsätzlich als Bedrohung empfunden werden (können) uns sich im öffentlichen Raum am besten weit von Frauen entfernt halten.
Ich frage mich, wo wir mittlerweile gesellschaftlich gelandet sind?
Bin ich als Mann, der meistens so gelesen wird, eine Bedrohung für Frauen, muss ich mich, in den Situationen, in denen ich als Frau gelesen werde, bedroht fühlen?
Kann es Ziel unserer Gesellschaft sein, Frauen zu raten, sich zu schützen, und verteidigungsbereit zu sein, gegen Männer, und die Männer zu bitten sich von den „Opfern“ fernzuhalten?
Wohin laufen wir, als Gesellschaft, wenn eine Hälfte vor der anderen Angst hat? Das ist der Fakt, und nicht nur vor ein paar dunkelhäutigeren Männern, wie es gerne propagiert wird?
Selbst bin ich naiverweise(?) in einer komfortablen Position, als großer starker Mann, und für die Fälle, in denen ich für eine Frau gehalten werde, mir relativ sicher bin durch meine Ausbildung gut gerüstet zu sein?
Ja, ich habe nie wirklich Angst, höchstens erhöhte Aufmerksamkeit, weil ich denke mich behaupten zu können.
Wie können wir das ändern?
Ich will nicht, als Frau gelesen, das Opfer sein,
ich will auch nicht, als Mann gelesen, der potenzielle Täter sein.
LG
Vincent
Vincent
-
Val44721
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 212
- Registriert: So 9. Mär 2025, 18:28
- Pronomen: sie/ihr
- Hat sich bedankt: 107 Mal
- Danksagung erhalten: 304 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Täter Mann?
Ich finde das mittlerweile etwas falsch. Gewalt an Frauen durch Männer und ihre Unterdrückung ist so alt wie die Menschheit selbst. Was „neu“ ist, ist, dass es als Problem angesprochen wird. Und ja, da ist es wichtig darüber zu sprechen, was Männer sich oft erlauben können im Alltag zu ignorieren. Ich fand da mal eine Zahl die ich gehört habe sehr einschlagend. Nur 5-6% der Menschen in Gefängnissen sind Frauen. 94% Männer. Und das bei knapp 50/50.Vincent hat geschrieben: Sa 8. Nov 2025, 23:44 Ich frage mich, wo wir mittlerweile gesellschaftlich gelandet sind?
Ich denke viele unterschätzen wie viel schwächer Frauen im Durchschnitt sind als Männer. Du hast praktisch nie auch nur eine Chance. Stell dir vor, dass jeder Mann ohne große Anstrengung dich zu allem zwingen kann was er will. Deine einzige Chance ist weglaufen. Und auch da ist er schneller. Und so gehst du durch die Welt, das ist dein Alltag. Ja, viele sind probably nette Gesellen, aber du weißt nicht wer wo zu gehört bis es zu spät ist. Und es könnten alle sein, aber es reicht wenn du nur bei einem zu unaufmerksam warst. Die Angst ist ständig da, sie bestimmt so viel von dem was man überlegt zu tun.
Meine Mitbewohnerin hat mich heute gefragt ob ich mit ihr zum Supermarkt laufen kann zum Einkaufen, es war ihr schon zu dunkel draußen um allein rauszugehen. Das war um 18 Uhr. Hast du dir jemals um sowas Gedanken gemacht? Nein? Dann werd auch nicht wütend, wenn jemand ein Problem anspricht, dass du ausblenden kannst wenn du willst, sie aber nicht. Es ist wichtig.
PS: Die Karte mit dem Hund finde ich Mist. Hunde können doch nicht ihr ganzes Leben angeleint verbringen. Weiß nicht was eine Karte gegen Hunde auf Spaziergängen ohne Leine mit Gewalt von Männern gegen Frauen zu tun hat.
Nature has made us intolerant to change but fortunately, we have the capacity to change our nature - Arcane
-
Lina
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 4340
- Registriert: Di 25. Jan 2011, 00:34
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 44 Mal
- Danksagung erhalten: 155 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Täter Mann?
Ja, du hast Recht. Das nervt wirklich.
Die können doch nicht im Ernst erwarten, dass man einen ganz anderen Weg geht oder läuft, nur weil SIE zufällig da ist. Irgendwann muss man auch sagen, "da muss sie einfach durch". Sonst eskaliert es wirklich früher oder später zu paranoide Hysterie, wie man es in USA kennt.
Wie sieht es überhaupt statistisch mit Gewalt gegen Frauen im öffentlichen Raum aus? Der Löwenanteil passiert wohl eh zu Hause und wird von Tätern verübt, die sie schon kennen.
Angenommen wir würde die ganze Propaganda von der Website umarbeiten und "Mann" durch "Asylant" oder "Einwanderer" ersetzen. Da würdet ihr sehen, dann wäre die Hölle los!!!
Aber streng genommen ist es ja das selbe, nur gegen eine andere Gruppe Menschen gerichtet.
Die können doch nicht im Ernst erwarten, dass man einen ganz anderen Weg geht oder läuft, nur weil SIE zufällig da ist. Irgendwann muss man auch sagen, "da muss sie einfach durch". Sonst eskaliert es wirklich früher oder später zu paranoide Hysterie, wie man es in USA kennt.
Wie sieht es überhaupt statistisch mit Gewalt gegen Frauen im öffentlichen Raum aus? Der Löwenanteil passiert wohl eh zu Hause und wird von Tätern verübt, die sie schon kennen.
Angenommen wir würde die ganze Propaganda von der Website umarbeiten und "Mann" durch "Asylant" oder "Einwanderer" ersetzen. Da würdet ihr sehen, dann wäre die Hölle los!!!
Aber streng genommen ist es ja das selbe, nur gegen eine andere Gruppe Menschen gerichtet.
-
Jaddy
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 3968
- Registriert: Fr 24. Okt 2014, 21:38
- Geschlecht: a_binär / a_gender
- Pronomen: en/en/ens
- Wohnort (Name): nahe Bremen
- Hat sich bedankt: 280 Mal
- Danksagung erhalten: 1225 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Täter Mann?
Ja, wenn du als Mann gedeutet wirst, bist du gleichzeitig potenzielle Bedrohung. Und ja, das fühlt sich echt mies an. So wie alle negativen Vorurteile.
Gleichzeitig... ist das kein me-Problem. "Wir" (männlich gedeutete) Nicht-Täter*innen sind der Kollateralschaden. Die Ursache sind die Täter (>90+% männlich) und die Leidenden sind Frauen. Wenn wir es mal aus ihrer Perspektive zu sehen versuchen, der potenziellen und realen Opfer: Zwischen 20-50% wurden bereits sexuell belästigt, verbal, tätlich oder gar vergewaltigt. Die Zahlen sind seit Jahrzehnten stabil. Genaue Zahlen zB im Lagebild des BKA von 2024 und in den diversen Statistiken von Frauen-Organisationen. Mit großem Dunkelfeld.
Jede Frau ist entweder bereits selbst Opfer geworden, oder hat im Umfeld mehrere, die es sind. Nicht nur "der Fremde nachts auf der Strasse", sondern im Job, im Verein, auf Parties, usw. Nicht umsonst gibt es Ist Luisa da?, das Hilfezeichen, Begleit-Apps, usw. Die Belästigungen beginnen mit der Pubertät und Ich kenne viele Frauen, die glücklich über die Menopause waren, weil sie ab da nicht mehr so sehr belästigt wurden. Aber sicher sind sie dann auch nicht.
Es ist eine schlimme Epidemie. Und es sind zu >90+% männliche Täter aller Altersgruppen (nicht gleichverteilt). Du siehst es ihnen nicht an. Der nette Kollege nutzt irgendwann die Gelegenheit, wenn Du keine Fluchtmöglichkeit hast. Dein Partner rastet aus oder will Besitzansprüche durchsetzen. Der Mensch an dem du nur vorbei willst grapscht dich an. Der Typ in Bar/Disco oder in der Warteschlange am Stand rückt dir auf die Pelle. Oder eben die Beispiele im Artikel. Tausende Fälle von Stalking, brutaler Gewalt und Femiziden waren größtenteils mal einvernehmlich gewollte Beziehungen. Erfahrungen, die eine Hälfte der Menschheit einfach nicht macht und sich deshalb vielfach gar nicht vorstellen kann.
Deshalb gibt es den Satz "Nicht alle Männer werden Täter. Aber in jedem Ernstfall war es ein Mann". Die sichere Entscheidung ist also ständig auf der Hut sein, Umgebung scannen, Situationen allein ohne Fluchtmöglichkeiten vermeiden, Umwege gehen (um Männern auszuweichen), Telefongespräche vortäuschen, sich unauffällig verhalten, auf Parties das Glas nie unbeobachtet lassen bzw abdecken, für den Heimweg (U-Bahn etc) unauffällige Ersatzklamotten und Schuhe dabei haben, usw. Kannst du einfach mal in deiner Bekanntschaft rumfragen (hab ich gemacht). Das ist Alltag. Recherchiere mal "Mann oder Bär", das war eine Meme-Debatte 2024.
Ich habe gerade heute morgen einen Artikel von einer Frau gelesen, den ich mal (übersetzt) hier reinkopiere (geschlossenes Forum, daher kein Link) - und ich weiss, dass du kein Dennis bist, aber jede Frau kennt einen oder mehrer Dennis. Deshalb sollten wir uns meiner Ansicht nach nicht angegriffen fühlen. Wenn schon sollten wir wütend auf die Dennisse sein. Vor allem aber die Dauerbelastung von Frauen anerkennen und unser Möglichstes tun, dass sie wegen unseres achtsamen Verhaltens weniger Stress empfinden. Weil wir Abstand halten, uns umsichtig verhalten, erst Konsens herstellen, usw. Für uns ist es eine freiwillige Sache, für Frauen geht es um Leib und Leben. Klar ist aber auch: Egal wie achtsam du, ich, wir uns verhalten, wir haben deshalb noch lange keinen Anspruch(!) auf Lob, Bestätigung oder Nähe. Es sollte normal sein, die Stressoren anderer Menschen zu beachten.
Der Text:
Gleichzeitig... ist das kein me-Problem. "Wir" (männlich gedeutete) Nicht-Täter*innen sind der Kollateralschaden. Die Ursache sind die Täter (>90+% männlich) und die Leidenden sind Frauen. Wenn wir es mal aus ihrer Perspektive zu sehen versuchen, der potenziellen und realen Opfer: Zwischen 20-50% wurden bereits sexuell belästigt, verbal, tätlich oder gar vergewaltigt. Die Zahlen sind seit Jahrzehnten stabil. Genaue Zahlen zB im Lagebild des BKA von 2024 und in den diversen Statistiken von Frauen-Organisationen. Mit großem Dunkelfeld.
Jede Frau ist entweder bereits selbst Opfer geworden, oder hat im Umfeld mehrere, die es sind. Nicht nur "der Fremde nachts auf der Strasse", sondern im Job, im Verein, auf Parties, usw. Nicht umsonst gibt es Ist Luisa da?, das Hilfezeichen, Begleit-Apps, usw. Die Belästigungen beginnen mit der Pubertät und Ich kenne viele Frauen, die glücklich über die Menopause waren, weil sie ab da nicht mehr so sehr belästigt wurden. Aber sicher sind sie dann auch nicht.
Es ist eine schlimme Epidemie. Und es sind zu >90+% männliche Täter aller Altersgruppen (nicht gleichverteilt). Du siehst es ihnen nicht an. Der nette Kollege nutzt irgendwann die Gelegenheit, wenn Du keine Fluchtmöglichkeit hast. Dein Partner rastet aus oder will Besitzansprüche durchsetzen. Der Mensch an dem du nur vorbei willst grapscht dich an. Der Typ in Bar/Disco oder in der Warteschlange am Stand rückt dir auf die Pelle. Oder eben die Beispiele im Artikel. Tausende Fälle von Stalking, brutaler Gewalt und Femiziden waren größtenteils mal einvernehmlich gewollte Beziehungen. Erfahrungen, die eine Hälfte der Menschheit einfach nicht macht und sich deshalb vielfach gar nicht vorstellen kann.
Deshalb gibt es den Satz "Nicht alle Männer werden Täter. Aber in jedem Ernstfall war es ein Mann". Die sichere Entscheidung ist also ständig auf der Hut sein, Umgebung scannen, Situationen allein ohne Fluchtmöglichkeiten vermeiden, Umwege gehen (um Männern auszuweichen), Telefongespräche vortäuschen, sich unauffällig verhalten, auf Parties das Glas nie unbeobachtet lassen bzw abdecken, für den Heimweg (U-Bahn etc) unauffällige Ersatzklamotten und Schuhe dabei haben, usw. Kannst du einfach mal in deiner Bekanntschaft rumfragen (hab ich gemacht). Das ist Alltag. Recherchiere mal "Mann oder Bär", das war eine Meme-Debatte 2024.
Ich habe gerade heute morgen einen Artikel von einer Frau gelesen, den ich mal (übersetzt) hier reinkopiere (geschlossenes Forum, daher kein Link) - und ich weiss, dass du kein Dennis bist, aber jede Frau kennt einen oder mehrer Dennis. Deshalb sollten wir uns meiner Ansicht nach nicht angegriffen fühlen. Wenn schon sollten wir wütend auf die Dennisse sein. Vor allem aber die Dauerbelastung von Frauen anerkennen und unser Möglichstes tun, dass sie wegen unseres achtsamen Verhaltens weniger Stress empfinden. Weil wir Abstand halten, uns umsichtig verhalten, erst Konsens herstellen, usw. Für uns ist es eine freiwillige Sache, für Frauen geht es um Leib und Leben. Klar ist aber auch: Egal wie achtsam du, ich, wir uns verhalten, wir haben deshalb noch lange keinen Anspruch(!) auf Lob, Bestätigung oder Nähe. Es sollte normal sein, die Stressoren anderer Menschen zu beachten.
Der Text:
Und noch einen Link zu einem Survey, wie unterschiedlich (cis) Männer und Frauen ihre Umgebung in der Öffentlichkeit wahrnehmen: https://phys.org/news/2024-02-visually- ... -home.html - Besonders der letzte Absatz.Du begegnest Dennis zum ersten Mal, als er dir auf dem Weg zum Büro des Schuldirektors vulgäre Dinge hinterherruft. In der Pause reißt er dir den BH ab. Im Unterricht schaut er dir unter den Rock. Auf einer Party drückt er dich gegen eine Wand. Wenn du Glück hast, kommst du davon.
Du redest dir ein, dass alles in Ordnung ist. Er wird verschwinden, wenn du deinen Abschluss machst, aber Dennis hat ein Talent dafür, überall zu sein. Er ist im Zug und versucht, dich in der Menschenmenge zu begrapschen. Er ist im Club und fasst dir ans Bein. Er ist in seinem Auto und entblößt seinen Körper. Wenn du 21 bist, wird Dennis zu einer ständigen Präsenz in deinem Leben geworden sein, aber du hast noch den Luxus der Geduld, also sagst du nichts und unterdrückst deine Verärgerung.
Wenn du 30 wirst, wird Dennis dir Tausende unerwünschter Penisbilder geschickt haben. Zu diesem Zeitpunkt hat er dich vielleicht sogar vergewaltigt, was diese Penisbilder besonders schwer zu ertragen macht. Du willst jedoch nicht in deiner eigenen Wut versinken, also arbeitest du dich in einer Therapie daran vorbei und kehrst zu deinem Schweigen zurück. Manchmal redest du dir sogar ein, dass alles deine Schuld ist.
Als sich die Welt ins Internet verlagert, folgt Dennis dir in die sozialen Medien. Von seinem Wohnzimmer aus kann er dich 20 Mal häufiger erreichen, und das wird nach einer Weile unerträglich. Dann taucht Dennis in deinem Ehebett auf. Er schlägt dich mit Fäusten und grausamen Worten, bis du überzeugt bist, dass nicht er das Problem ist, sondern du. Du hast das verursacht. Du hast es dein ganzes Leben lang verursacht, aber nach Jahrzehnten des Schweigens beginnst du zu lernen, dass auch andere Frauen mit Dennis zu kämpfen haben. Die Vergewaltigungskultur ist bedrückend, aber du stellst fest, dass sie leichter wird, wenn wir miteinander darüber sprechen.
Wenn wir die Universalität des Problems erkennen, wird es leichter zu ertragen. Wenn wir diejenigen verurteilen, die zur Vergewaltigungskultur beitragen, hören wir auf, uns selbst zu verurteilen. Wenn wir sie zur Rede stellen, verliert ihr Verhalten seine Macht. Wenn wir die Irrationalität ihrer Überzeugungen enträtseln, erkennen wir die Rationalität unserer Reaktion. Wenn wir sie ausgrenzen, werden sie distanzierter, und wir können uns wieder darauf konzentrieren, uns in unserer Haut wohlzufühlen.
Und so sprechen wir. Wir erwähnen Dennis' ständige Präsenz in unserem Leben, um unsere Macht zurückzugewinnen. Wir müssen darauf bestehen, dass es nicht an uns liegt, sondern an ihm. Gott weiß, dass wir genug sexuelle Scham haben, um eine neue Art von Katholizismus zu erfinden.
Dann verlangt Dennis Schweigen. Wie können wir es wagen, die Sünde zu begehen, seine Taten anzuerkennen? Das beweist doch, dass wir Männerhasserinnen sind. Außerdem hat Dennis Kaugummi und Krieg erfunden. Ohne ihn wären wir nichts.
Es gibt so viele Gründe, warum wir uns zu Wort melden, und alle sind relevanter als Dennis' Gründe, auf unserem Schweigen zu bestehen. Wir wettern gegen eine Kultur, die seit Jahrzehnten Teil unseres Lebens ist. Er wettert gegen einen Internetbeitrag, mit dem er nicht einverstanden ist. Ja, dieser Text ist eine große Ungerechtigkeit. Diese Stimme ist ebenso verwerflich. Hört auf zu reden. Hört auf, die Wahrheit über euer Leben zu sagen. Dennis findet das so verdammt unbequem.
Sich über Bigotterie zu beschweren, ist nicht von Natur aus bigott. Es weist einer Handlung Frauenfeindlichkeit zu. Es weist nicht einem ganzen Geschlecht eine Handlung zu.
Nehmen wir an, ich hätte ein wunderschönes Bild gemalt. Nehmen wir an, es würde mit Abwasser bespritzt. Nehmen wir an, ich beschwere mich darüber, dass Abwasser auf meinem Gemälde ist. Wäre das von Natur aus eine Kritik am Gemälde selbst? Nein, und genauso verhält es sich mit der Kritik an der Vergewaltigungskultur. Die meisten Feministinnen kritisieren nicht das gesamte Gemälde. Wir nehmen nur den schrecklichen Gestank wahr, der den Raum erfüllt.
-
Beatrixtg
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 345
- Registriert: So 5. Okt 2025, 01:45
- Geschlecht: Männlich
- Pronomen: Sie und Er
- Wohnort (Name): Basel
- Hat sich bedankt: 1419 Mal
- Danksagung erhalten: 415 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Täter Mann?
Danke, dass Du das ansprichst.Val44721 hat geschrieben: So 9. Nov 2025, 00:38 Meine Mitbewohnerin hat mich heute gefragt ob ich mit ihr zum Supermarkt laufen kann zum Einkaufen, es war ihr schon zu dunkel draußen um allein rauszugehen. Das war um 18 Uhr. Hast du dir jemals um sowas Gedanken gemacht? Nein? Dann werd auch nicht wütend, wenn jemand ein Problem anspricht, dass du ausblenden kannst wenn du willst, sie aber nicht. Es ist wichtig.
Ich selbst habe leine Angst auch in der Nacht als Frau raus zu gehen. Ich wurde bis jetzt nur einmal angefeindet. Einer wollte mich lächerlich machen. Alls ich zu ims sagte: Sei Froh dass du diese Probleme nicht hast, bekam er grosse Augen. Vermutlich hatte er andere Reaktionen erwartet. Dann war es etwa 20 Sekunden ruhig. Plötzlich "Entschuldigung, gute Nacht". Genau weiss ich es nicht mehr, ist zu lange her. Blieb mir aber in Erinnerung.
Ich muss auch erwähnen, ich bin 1.87m gross, und durchaus in der Lage mich zu wehren. Macht natürlich vieles leichter, aber auch schwerer als verletzliche Frau durch zu gehen.
Soviel zu diesem Thema. Aber ich kann durchaus nachvollziehen, welche Ängste bei Frauen aufkommen. Schade das es auch heute immer noch solche Typen gibt, die Angst verbreiten.
Und ja, wir sehen beide Seiten, und fragen uns wieso es immer noch so ist. Aber leider gibt es immer noch solche Menschen...
Liebe Grüsse Beatrix
Ich bin nicht Mann, ich bin nicht Frau, ich bin einfach ich. Und das ist gut so.
-
Magdalena
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 2704
- Registriert: Di 4. Feb 2014, 10:17
- Geschlecht: weiblich
- Pronomen: sie
- Wohnort (Name): Dresden
- Hat sich bedankt: 355 Mal
- Danksagung erhalten: 451 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Täter Mann?
Hallo,
Gewalt gegen Frauen zeigt sich in vielen alltäglichen Situationen. Auch wenn es nicht gleich in körperlicher Gewalt ausartet. Manche Männer betrachten Frauen als willfähige Opfer.
Noch immee bin ich auf der Suche nach einem Partner an meiner Seite. Und da bekomme ich auch Anfragen, ob ich für eine schnelle Nummer zu haben bin. Diese "Männer" sehen in mir ein Objekt, dass der Mann benutzen kann. Anschließend darf ich vielleich noch aufräumen und dann verschwinden.
Oder es kommen Anfragen, ob ich Bilder von meiner Vagina habe. Die Frau als Ware! Denen geht es nur sich selbt zu befriedigen. Die Frau als Mensch kommt in ihrer Welt nicht vor.
Aber es gibt zum Glück auch Ausnahmen. Leider sind diese Exemplare schon vergeben.
Viele liebe Grüße von Magdalena
Gewalt gegen Frauen zeigt sich in vielen alltäglichen Situationen. Auch wenn es nicht gleich in körperlicher Gewalt ausartet. Manche Männer betrachten Frauen als willfähige Opfer.
Noch immee bin ich auf der Suche nach einem Partner an meiner Seite. Und da bekomme ich auch Anfragen, ob ich für eine schnelle Nummer zu haben bin. Diese "Männer" sehen in mir ein Objekt, dass der Mann benutzen kann. Anschließend darf ich vielleich noch aufräumen und dann verschwinden.
Oder es kommen Anfragen, ob ich Bilder von meiner Vagina habe. Die Frau als Ware! Denen geht es nur sich selbt zu befriedigen. Die Frau als Mensch kommt in ihrer Welt nicht vor.
Aber es gibt zum Glück auch Ausnahmen. Leider sind diese Exemplare schon vergeben.
Viele liebe Grüße von Magdalena
Lebe jeden Tag.
-
Slothorpe
- Beiträge: 47
- Registriert: Fr 21. Mär 2025, 21:54
- Geschlecht: nonbinär
- Pronomen: wie Ihr wollt
- Wohnort (Name): Berlin
- Hat sich bedankt: 35 Mal
- Danksagung erhalten: 226 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Täter Mann?
Ja, leider geht Gewalt auf dieser Welt nun mal zu 99% von Männern aus. Ob ich mich nun selbst bedroht fühle oder nicht, hängt ja sehr von den Umständen ab. Wie einige schon schrieben, habe ich als biologischer Mann mit einer entsprechenden Körpergröße und Körperbau evtl. ein anderes Gefühl, auch wenn ich weiblich unterwegs bin. Wenn es da mal unangenehme Situationen gab, dann waren es ja auch ausschließlich Männer, die das ausgelöst haben…
-
Juliane
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 1515
- Registriert: Di 5. Okt 2021, 11:53
- Geschlecht: Teilzeitfrau
- Pronomen: sie
- Wohnort (Name): Hamburg
- Hat sich bedankt: 822 Mal
- Danksagung erhalten: 946 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Täter Mann?
Magdalena hat geschrieben: So 9. Nov 2025, 09:00
Aber es gibt zum Glück auch Ausnahmen. Leider sind diese Exemplare schon vergeben.
Viele liebe Grüße von Magdalena
Liebe Magdalena.
Wie Recht du doch hast. Und da kommt mir der Spruch aus meiner Jugend wieder in den Sinn.
Was ist der Unterschied zwischen einem Mann und einer Toilette?
Keiner! Sie sind entweder besetzt, ..... oder beschissen.
Ich habe dies zum Anlass genommen einen Nachbarn in Zukunft komplett zu ignorieren. Er hat sich seiner Lebensgefährtin und ihren Töchtern gegenüber wie ein Schwein benommen. Und das ist eigentlich falsch, denn Schweine sind nicht so mies wie dieser Typ.
Und die Probleme, die weiter oben geschildert werden, kenne ich nur zu gut, wenn ich als Juliane unterwegs bin. Auch wenn blöde Anmachen bisher in den vielen Jahren eher selten waren. Aber sie kommen leider vor.
Liebe Grüße, Juliane
Die mich kennen mögen mich. Die mich nicht mögen können mich. Frei nach Konrad Adenauer
-
Knäckebrötchen
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 605
- Registriert: So 6. Okt 2024, 16:48
- Geschlecht: Weiblich
- Pronomen: Sie/ihr
- Wohnort (Name): Marburg
- Hat sich bedankt: 227 Mal
- Danksagung erhalten: 624 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Täter Mann?
Guten Morgen, Vincent,Vincent hat geschrieben: Sa 8. Nov 2025, 23:44 Auf Instagram wurde mir eine Anzeige eigeblendet, die mich teils nachdenklich, teils wütend gemacht hat:
[...]
Wie können wir das ändern?
Ich will nicht, als Frau gelesen, das Opfer sein,
ich will auch nicht, als Mann gelesen, der potenzielle Täter sein.
wenn Dich das wütend macht, dann ist das doch schön! Sei wütend auf deine Mitmänner (wenn Du als Mann gelesen unterwegs bist), sei wütend auf die Söhne, die Väter, die Onkel, die Freunde, die "Alphas" - alle die, die sich daran beteiligen, das Privileg einfach nur ein Mann zu sein weiter am Leben halten.
Das ist keine schicksalhafte Situation, gottgegeben und unveränderlich. Aber es erfordert Bewusstsein, diese Tatsache zu erkennen und Kraft und Mut, sich damit auseinander zu setzen. Und nochmal mehr Kraft, und Mut, dann auch noch was zu ändern und nicht nur bei sich selbst, sondern auch bei anderen Männern hinzuschauen und nicht still zu bleiben.
Es ist schön, wenn Du "nicht willst".
- Keine Frau "will" das Opfer sein.
- Viele Männer "wollen" aber durchaus Täter sein. Nicht alle. Aber "Alpha-Mann", Incels, Groyper,... das sind erschreckend populäre Trends und Themen unter (jungen) Männern.
Oder warum, denkst Du, ruft Herr Merz als Beleg für seine "Stadtbild"-Aussage "Fragen Sie doch ihre Frauen und Töchter!" natürlich insinuiert er hier, dass diese potentielle Bedrohungslage primär von nicht-deutschen Männern oder Männern mit migrantischen Hintergrund ausgeht. Deutsche Männer, auch die blonden und blauäugigen, sind keinen Deut besser.
Sapphic | Trans* | Femme
-
Sabrina Verena
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 2143
- Registriert: Sa 11. Aug 2012, 23:58
- Geschlecht: genderfluid
- Pronomen: sie
- Wohnort (Name): Rechts vom Neckar
- Hat sich bedankt: 141 Mal
- Danksagung erhalten: 206 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Täter Mann?
Männer unter Generalverdach zu stellen ist Männerfeindlich!
Parallelen zum Rassismus und Antisemitismus tun sich da auf.
Im Übrigen, die Hauptlast der Erziehung ruht auf den Schultern der Frauen.
Woher kommen da all diese hoch gefährlichen Männer?
Was läuft schief in der Erziehung??
LG Verena
Parallelen zum Rassismus und Antisemitismus tun sich da auf.
Im Übrigen, die Hauptlast der Erziehung ruht auf den Schultern der Frauen.
Woher kommen da all diese hoch gefährlichen Männer?
Was läuft schief in der Erziehung??
LG Verena
Solange Du in Dir selber nicht zuhause bist, bist Du nirgendwo zu Haus.
Die Natur ist Wakan Tanka. Leider haben das nur Wenige verstanden.
Maka Ke Wakan Die Erde ist heilig
Lakota Sioux
Die Natur ist Wakan Tanka. Leider haben das nur Wenige verstanden.
Maka Ke Wakan Die Erde ist heilig
Lakota Sioux
-
Val44721
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 212
- Registriert: So 9. Mär 2025, 18:28
- Pronomen: sie/ihr
- Hat sich bedankt: 107 Mal
- Danksagung erhalten: 304 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Täter Mann?
Des Weiteren findet Dennis auch, dass sie halt kein so kurzes Kleid hätte tragen sollen wenn sie es nicht gewollt hätte. Denn Dennis ist immer das Opfer, es gibt immer einen Weg, warum die Schuld nicht beim Täter liegt.Sabrina Verena hat geschrieben: So 9. Nov 2025, 11:04 Männer unter Generalverdach zu stellen ist Männerfeindlich!
Parallelen zum Rassismus und Antisemitismus tun sich da auf.
Im Übrigen, die Hauptlast der Erziehung ruht auf den Schultern der Frauen.
Woher kommen da all diese hoch gefährlichen Männer?
Nature has made us intolerant to change but fortunately, we have the capacity to change our nature - Arcane
-
Lana
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 1697
- Registriert: Fr 8. Jan 2021, 01:29
- Pronomen: sie
- Hat sich bedankt: 796 Mal
- Danksagung erhalten: 1278 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Täter Mann?
Also, ich trage gerne kurze Kleider. Und ich bin körperlich unterlegen, wenn mal jemand gewalttätig werden sollte. Das war schon immer so, und ich habe früh gelernt, dass ich körperliche Auseinandersetzungen besser vermeide.
Und ja, ich kenne dieses Gefühl nur zu gut, wenn ich abends unterwegs bin und jemand läuft hinter mir her. Ich weiß, wie es ist an Gruppen von angetrunkenen jungen Menschen vorbei zu gehen.
Und nein, das liegt nicht daran, dass ich Angst davor habe, als trans Person erkannt zu werden. Es ist die Angst vor Übergriffen. Bisher waren sie immer verbaler Natur, wenn ich von vereinzelten Grabschereien an meinem Po absehe.
In der Regel sind das Männer, die sich so verhalten. Aber deswegen käme ich doch nie auf die Idee, grundsätzlich alle Männer als Bedrohung zu sehen. Das ist überzogen und löst das Problem nicht.
Das Problem ist nämlich die kleine Gruppe von Männern, die sich gewalttätig gegen Frauen verhalten. Und die fühlen sich von solchen Kampagnen sicher nicht angesprochen - im besten Fall machen sie vielleicht Witze darüber.
Mit solchen Kampagnen wird meiner Meinung nach nur die gesellschaftliche Spaltung vertieft und die falschen in den Vordergrund gestellt. Warum sollte man sich als rücksichtsvoller Mann mit diesen Aussagen solidarisieren, wenn man sie als unfairen Angriff empfindet?
LGL
Und ja, ich kenne dieses Gefühl nur zu gut, wenn ich abends unterwegs bin und jemand läuft hinter mir her. Ich weiß, wie es ist an Gruppen von angetrunkenen jungen Menschen vorbei zu gehen.
Und nein, das liegt nicht daran, dass ich Angst davor habe, als trans Person erkannt zu werden. Es ist die Angst vor Übergriffen. Bisher waren sie immer verbaler Natur, wenn ich von vereinzelten Grabschereien an meinem Po absehe.
In der Regel sind das Männer, die sich so verhalten. Aber deswegen käme ich doch nie auf die Idee, grundsätzlich alle Männer als Bedrohung zu sehen. Das ist überzogen und löst das Problem nicht.
Das Problem ist nämlich die kleine Gruppe von Männern, die sich gewalttätig gegen Frauen verhalten. Und die fühlen sich von solchen Kampagnen sicher nicht angesprochen - im besten Fall machen sie vielleicht Witze darüber.
Mit solchen Kampagnen wird meiner Meinung nach nur die gesellschaftliche Spaltung vertieft und die falschen in den Vordergrund gestellt. Warum sollte man sich als rücksichtsvoller Mann mit diesen Aussagen solidarisieren, wenn man sie als unfairen Angriff empfindet?
LGL
Zuletzt geändert von Lana am So 9. Nov 2025, 11:37, insgesamt 4-mal geändert.
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal
Blaise Pascal
-
Sabrina Verena
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 2143
- Registriert: Sa 11. Aug 2012, 23:58
- Geschlecht: genderfluid
- Pronomen: sie
- Wohnort (Name): Rechts vom Neckar
- Hat sich bedankt: 141 Mal
- Danksagung erhalten: 206 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Täter Mann?
Ersetzen wir die Frau durch einen Transvestiten.
Bleibst Du bei der Aussage, Val?
Männer können nichts dafür, dass sie von der Natur vermeidlich bevorteilt werden.
Auch kommt es vor, dass Frauen, Männern Gewalt an tun, sie neigen auch eher dazu mit Gegenständen zu werfen, obwohl sie eigentlich eher redegewandter sind als Männer.
Das wird meist belächelt, aber genau das Belächeln ist eigentlich das Problem.
LG Verena
Bleibst Du bei der Aussage, Val?
Männer können nichts dafür, dass sie von der Natur vermeidlich bevorteilt werden.
Auch kommt es vor, dass Frauen, Männern Gewalt an tun, sie neigen auch eher dazu mit Gegenständen zu werfen, obwohl sie eigentlich eher redegewandter sind als Männer.
Das wird meist belächelt, aber genau das Belächeln ist eigentlich das Problem.
LG Verena
Solange Du in Dir selber nicht zuhause bist, bist Du nirgendwo zu Haus.
Die Natur ist Wakan Tanka. Leider haben das nur Wenige verstanden.
Maka Ke Wakan Die Erde ist heilig
Lakota Sioux
Die Natur ist Wakan Tanka. Leider haben das nur Wenige verstanden.
Maka Ke Wakan Die Erde ist heilig
Lakota Sioux
-
Anne-Mette
- Administratorin
- Beiträge: 27022
- Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
- Geschlecht: W
- Pronomen: sie
- Wohnort (Name): Ringsberg
- Forum-Galerie: gallery/album/1
- Hat sich bedankt: 181 Mal
- Danksagung erhalten: 2020 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Täter Mann?
Moin,
Es gibt durchaus Bestrebungen, am Männerbild zu arbeiten; denn es stimmt, dass da vieles zu verbessern ist.
Hier läuft gerade eine ganze Reihe an Veranstaltungen dazu.
ich denke, dass grobe Sprache nicht hilfreich ist, Pauschalisierung genau so wenig.
Es gibt durchaus Bestrebungen, am Männerbild zu arbeiten; denn es stimmt, dass da vieles zu verbessern ist.
Hier läuft gerade eine ganze Reihe an Veranstaltungen dazu.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
-
Jaddy
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 3968
- Registriert: Fr 24. Okt 2014, 21:38
- Geschlecht: a_binär / a_gender
- Pronomen: en/en/ens
- Wohnort (Name): nahe Bremen
- Hat sich bedankt: 280 Mal
- Danksagung erhalten: 1225 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Täter Mann?
Das ist, vor allem nach Daten und Zahlen durchaus nicht vergleichbar. Weder qualitativ, und schon gar nicht quantitativ. Die "gefühlte Wahrheit" (gegen Zugewanderte) spiegelt sich in den Zahlen nicht wider.Lina hat geschrieben: So 9. Nov 2025, 01:40 Angenommen wir würde die ganze Propaganda von der Website umarbeiten und "Mann" durch "Asylant" oder "Einwanderer" ersetzen. Da würdet ihr sehen, dann wäre die Hölle los!!! Aber streng genommen ist es ja das selbe, nur gegen eine andere Gruppe Menschen gerichtet.
Die Forschung über spontane Gewalt gegen Frauen - also Zufallsbegegnungen -, sexualisiert oder nicht, zeigt ganz klar drei bestimmenden Faktoren (in absteigender Wichtigkeit) auf: Männlich, jung (-35), mieses soziales Umfeld (und_oder sozial enthemmt durch Alkohol o.ä.). Herkunft ist nicht signifikant.
Diese drei Faktoren sind also viel treffsicherer, was auch bei den eigenen Vorsichtsmassnahmen einen erheblichen Unterschied macht. Gleichzeitig sind viele Zugewanderte armutsbetroffen und leben - notgedrungen - in miesem sozialen Umfeld. Das ist also eine soziale Frage, keine nach Herkunft. Weniger Rassismus und weniger Klassismus wären Lösungen.
Es geht auch umgekehrt, aus Sicht der Opfer, Dunkelfeldstudien (also repräsentative Befragung in sicherer Umgebung), weil das jeweilige "Milieu" (aka sozioökonomische Faktoren) ja von Frauen und Männern geteilt wird. Ich zitiere aus dem "Monitor Gewalt gegen Frauen"(1), der sehr viele echte Daten enthält. Große Leseempfehlung; wenigsten die Kurzfassung
Gerade der letzte Satz enthält eine wichtige Info: Als "Deutsche ohne Migrationshintergrund" wirst du seltener Opfer von Zufallsbegegnungen als als migrantisierte Frau. Kann auch sozioökonomische Faktoren haben, siehe oben, kann auch rassistische Faktoren haben. Das Bild der "Deutschen Frau", die von "Fremdländischen Männern" angegriffen wird ist jedenfalls Unfug. "Mann, jung, prekäres soziales Umfeld" sind die Kriterien, die 90% der Täter (ohne *) ausmachen.Die Aussagekraft der Kategorie „Migrationshintergrund“ (Definiert als Merkmal von Personen, die selbst oder von denen mindestens ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit nicht durch Geburt besitzen) als Merkmal von Betroffenen geschlechtsspezifischer Gewalt ist umstritten, da sie eine sehr heterogene Gruppe umfasst, etwa hinsichtlich des sozioökonomischen Status, der erfahrenen rassistischen Zuschreibungen sowie der möglichen Diskriminierungserfahrungen (...). Die Ergebnisse der SKiD-Studie mit Bezug zu Befragten mit und ohne Migrationshintergrund seien hier dennoch genannt. Sie beziehen sich nicht nur auf Frauen, sondern auf alle betrachteten Geschlechter. Die SkiD-Studie zeigt keine durchgängigen Unterschiede zwischen Befragten mit oder ohne Migrationshintergrund hinsichtlich der Belastung mit Sexualdelikten oder Partnerschaftsgewalt. Im Einzelnen heißt dies: In Hinblick auf Sexualdelikte zeigen sich keine signifikanten Unterschiede zwischen Befragten ohne Migrationshintergrund und Befragten aus vier der insgesamt fünf betrachteten Gruppen unterschiedlicher familiärer Herkunftsländer; Befragte einer familiären Herkunftsgruppe (nämlich Afghanistan, Irak, Syrien, Eritrea) waren hingegen signifikant seltener von Sexualdelikten betroffen als Befragte ohne Zuwanderungsgeschichte. In Hinblick auf die Prävalenz von Partnerschaftsgewalt zeigen sich keine signifikanten Unterschiede zwischen Deutschen mit und ohne Migrationshintergrund. Hinsichtlich der Inzidenz hingegen waren Deutsche ohne Migrationshintergrund etwas häufiger von Partnerschaftsgewalt betroffen.
Das lässt sich durch Gegenprobe abschätzen, siehe unten. Gleichzeitig möchte ich noch mal das Ausmass deutlich machen, warum sich Frauen bedroht fühlen. Zahlen aus dem Monitor:Lina hat geschrieben: So 9. Nov 2025, 01:40Wie sieht es überhaupt statistisch mit Gewalt gegen Frauen im öffentlichen Raum aus? Der Löwenanteil passiert wohl eh zu Hause und wird von Tätern verübt, die sie schon kennen.
Sechs von hundert Frauen haben in den letzten zwölf Monaten strafrechtlich relevante Sexualdelikte erlebt!Laut einer repräsentativen Befragung der EU-Grundrechteagentur (FRA) aus dem Jahr 2012 haben 35 Prozent aller befragten Frauen in Deutschland (etwa 1.500 Frauen im Alter von 18 bis 74 Jahren) seit ihrem 15. Lebensjahr mindestens eine Form von körperlicher und/oder sexualisierter Gewalt durch (ehemalige) Partner*innen oder durch andere Personen erfahren.
Psychische Gewalt erfuhr etwa die Hälfte der befragten Frauen seit dem 15. Lebensjahr und etwa 11 Prozent erlebten wirtschaftliche Gewalt.
Die im Jahr 2020 durchgeführte repräsentative Befragung „Sicherheit und Kriminalität in Deutschland“ (SKiD) des BKA und der Polizeien der Länder mit 45.350 Personen, darunter 23.290 Frauen, zeigt, dass 6 Prozent der Frauen ab 16 Jahren innerhalb von zwölf Monaten strafrechtlich relevante Sexualdelikte erlebten, 1,3 Prozent Körperverletzungen und 4,6 Prozent verbale Gewalt im Internet (Jahresprävalenz).
Nur ein Teil der erlebten Gewalt wird von den Betroffenen bei der Polizei angezeigt, wie die Befragung SKiD belegt, wobei die Anzeigequote bei Körperverletzungen generell höher ist als bei Sexualdelikten, wo sie erst mit zunehmender Schwere der Tat ebenfalls tendenziell steigt. Im Einzelnen bedeutet dies: Im Durchschnitt zeigen Frauen 66 Prozent der von ihnen erlebten Körperverletzungen, die mit einer Waffe und von einer einzelnen Person verübt wurden, an, 26,4 Prozent der erlittenen Körperverletzungen, die durch eine Person ohne Waffe begangen wurden, und nur 21,5 Prozent der durch mehrere Personen und ohne Waffe begangenen Körperverletzungen. Bei sexualisierter Gewalt ist die Anzeigeneigung der Betroffenen deutlich geringer: Durchschnittlich zeigen Frauen nur jede zehnte gegen sie gerichtete Straftat (9,6 %) im Bereich sexueller Missbrauch oder Vergewaltigung an. Die Anzeigenquote für von Frauen erlebte körperliche sexuelle Belästigungen liegt bei lediglich 2,6 Prozent und für das unerwünschte Zeigen von Geschlechtsteilen bei 2,4 Prozent.
Jede dritte Frau war schon mal Opfer!
Sprich: Jede Frau kennt mehrere Opfer oder hat das selbst schon erlebt.
Zur Gegenprobe, auch aus dem Monitor:
Zusammengesetzt bedeutet das: Wenn ich als Frau selbst schon Opfer war, auf jeden Fall mehrere betroffene Frauen kenne, und weiss, dass die Täter aus meinem eigenen "Milieu" kamen, inklusive "informelle sozialen Beziehungen (Freunde, Bekannte, Kollegen usw.)", dann ist mein Vorsichtsfilter logischerweise auch auf jene Menschen gerichtet, die ich dauernd treffe. Also Menschen meiner sozialen Umgebung, meiner häufigen Aufenthaltsorte.Geschlechtsspezifische Gewalt findet oft im sozialen Nahraum statt. Täter oder Tatverdächtige sind oft Partner, Angehörige oder Personen aus informellen
sozialen Beziehungen (Freunde, Bekannte, Kollegen usw.). Bei einem Großteil der Gewaltformen kannte die Mehrheit der Opfer den Tatverdächtigen:
− Stalking: 80,8 Prozent
− Vergewaltigung: 76 Prozent
− möglicher Femizid: 74,4 Prozent
− körperliche Gewalt (gesamt): 70,3 Prozent
− psychische Gewalt (gesamt): 60,8 Prozent
− digitale Dimension von Gewalt: 59,1 Prozent
Anders gesagt: Die Männer und die Typen von Männern, die ich täglich sehe. Das ist nicht "männerfeindlich", sondern Selbstschutz und Vorsorge aus Erfahrung. Es gibt eben keine anderen Merkmale, um die "Guten" von den "Bösen" zu unterscheiden. Aber die "Guten" haben es in der Hand, nicht bedrohlich zu wirken, bzw aktiv den Stress für Frauen zu verringern.
(1) "Monitor Gewalt gegen Frauen, Umsetzung der Istanbul-Konvention in Deutschland, Erster Periodischer Bericht", 2024, https://www.institut-fuer-menschenrecht ... gen-frauen