non-binär, sitzen zwischen den Stühlen ?
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Slothorpe
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non-binär, sitzen zwischen den Stühlen ?

Post 1 im Thema

Beitrag von Slothorpe »

Ich habe mich vor kurzem erst hier angemeldet und vorgestellt viewtopic.php?f=2&t=32169

Ich sehe mich als non-binäre Person (biologischer Mann) und sitze da auch hier scheinbar ein wenig zwischen den Stühlen. Ich würde mich gerne mit Euch austauschen, wie Ihr das erlebt und wahrnehmt!

Ich habe das Gefühl schon immer, spätestens in der Grundschule habe ich mich mit der Einteilung in Jungs und Mädchen überhaupt nicht wohlgefühlt. Ich wollte nicht zu den Jungs gehören und fühlte mich u.a. von deren immer aggressiven und kompetitiven Verhaltensweisen abgestoßen, gleichzeitig fühlte ich mich aber auch nicht als Mädchen, auch wenn mich die immer fasziniert haben.

Besonders traurig war, dass ich schon damals gerne "gender-fluid" aufgetreten wäre, aber das irgendwie in den frühen 70er nicht denkbar war - warum weiß ich selbst nicht. ich habe das vor ein paar Jahren mit meiner Mutter besprochen, Sie meinte, das glaue ich Ihr auch, für sie wäre es kein Problem gewesen, wenn ich als Kind Röcke und Kleider getragen hätte. Aber Sie denkt auch, dass mein Vater und das ganze Umfeld damit damals überhaupt nicht klargekommen wäre...

Das habe ich dann eben viele Jahre mit mir herum getragen, auch in meine Beziehungen hinein, habe meine Freundinnen immer versucht zu motivieren, sich sehr "klassisch weiblich" zu kleiden, quasi als Kompensation dafür, dass ich das nicht konnte - und habe das parallel ab und zu heimlich gemacht...

Seit ich das überwunden habe, fühle ich mich viel besser... aber erlebe auch, dass ich jetzt gewisser Weise immer noch zwischen den Stühlen sitze. Die Frage, ob ich denn nun Mann oder Frau bin, wird zwar selten explizit gestellt, aber steht doch manchmal spürbar im Raum (wirklich fragen trauen sich nur gute Freunde). Bei meinen vorsichtigen Versuchen Kontakte in die "Szene" zu knüpfen, hatte ich die Wahrnehmung, dass diese Uneindeutigkeit eher schlecht ankommt, als wäre ich unehrlich?

Gibt es hier noch mehr Menschen, denen es so geht wie mir ? Ich denke ja, würde mich sehr interessieren wie Ihr das erlebt und auslebt ?

Liebe Grüße
Olivia
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Re: non-binär, sitzen zwischen den Stühlen ?

Post 2 im Thema

Beitrag von Olivia »

Hallo,
es gibt hier im Forum die Rubrik "Nicht-Binär, nicht Frau nicht Mann, trotzdem ICH"

viewforum.php?f=145
Nicole Fritz
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Re: non-binär, sitzen zwischen den Stühlen ?

Post 3 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Olivia hat geschrieben: Mo 3. Nov 2025, 16:05... es gibt hier ...
Hallo Olivia,

ich denke, das passt hier trotzdem. Es ist ja eher allgemein im Sinne einer erweiterten Vorstellung und kein spezielles NB-Thema. Nach meiner Erfahrung schauen dort vor allem nur diejenigen hinein, die sich dieser Gruppe zugehörig fühlen. Wollte ich also beispielsweise darüber diskutieren, ob die Anwendung von Hormonen auch für nicht Binäre ein möglicher Weg sein kann, würde ich das dort hinein stellen.

LG Nicole
Jaddy
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Re: non-binär, sitzen zwischen den Stühlen ?

Post 4 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Slothorpe hat geschrieben: Mo 3. Nov 2025, 14:11 Gibt es hier noch mehr Menschen, denen es so geht wie mir ? Ich denke ja, würde mich sehr interessieren wie Ihr das erlebt und auslebt ?
Aber hallo! :)

Es ist nicht so einfach, den richtigen Kontakt zu anderen zu finden, aber wenn du erst mal ein passendes Grüppchen gefunden hast, ergibt sich schnell ziemlich viel. Gerade in Berlin gibt es vergleichsweise viele. Und online auch, zum Beispiel in Discords.

Kleines Problem dabei: Die meisten offenen und offensiver nichtbinären Menschen sind eher jünger. Also U30. Auch bei "FLINTA" Angeboten haben etliche Teilnehmenden Schwierigkeiten, Leute in unserem Alter zu akzeptieren. Vor allem, wenn wir "zu alt" und "zu männlich" aussehen. Macht dann eher keinen Spass. Mir zum Beispiel aber auch nicht, wenn die FLINTA-Realität eher 80% FL und nur Spuren von INTA* heisst.

Ausleben... ich persönlich recht offen. Ich kleide mich wie ich mag, kläre Leute auf, die mich falsch einsortieren, mache auf fehlende Optionen aufmerksam, usw. Ich fühle mich nicht zwischen den Stühlen, sondern stelle mir mein eigenes Sofa auf. "Nichtbinär" heisst für mich, eben nicht mehr an die binären Konventionen und Trennungen gebunden zu sein: Befreiung. Deshalb habe ich auch meinen Eintrag ändern lassen. 2019 auf "divers" und letzten Februar streichen lassen. Etwas schwieriger waren die körperlichen Modifikationen. Enby-aufgeschlossene Medizinys sind rar und die Kasse zahlt nix. Aber das ging auch.
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Re: non-binär, sitzen zwischen den Stühlen ?

Post 5 im Thema

Beitrag von NB-Sabine »

Hallo Slothorpe,

ich lebe bewußt zwischen den Geschlechtern. Ich habe auch hier und da die Erfahrung gemacht, dass viele Mitmenschen sich damit viel schwerer tun, als wenn jemand "ganz von einem zum anderen wechselt", egal ob vorübergehend (z.B. als CD) oder dauerhaft (z.B. Transition). Ich habe mich 2005 aus meiner früheren Rolle "ordentlicher Beamtensohn" befreit und will mich nicht wieder in irgendeine Rolle drängen lassen, auch nicht in die Rolle "ganz Frau". Dass Mitmenschen das nicht oder nur schwer verstehen oder nachvollziehen können, ist letztlich deren Problem, nicht meins.

Viele Grüße - NB-Sabine
Jede(r) ist anders bzw. einzigartig... ;)
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Re: non-binär, sitzen zwischen den Stühlen ?

Post 6 im Thema

Beitrag von Joo »

Hallo Slothorpe,

mit großem Interesse habe ich deine Vorstellung gelesen.
Slothorpe hat geschrieben: Mo 3. Nov 2025, 14:11 Ich sehe mich als non-binäre Person (biologischer Mann) und sitze da auch hier scheinbar ein wenig zwischen den Stühlen.
Da würde ich mich dir vollkommen anschließen. Auch ich habe meine männliche Sozialisation in den frühen 60er und 70er Jahren erfahren und meine weibliche Seite versteckt und nur sporadisch gelebt. Erst vor zwei Jahren, mit 69 Jahren, habe ich mich bei meiner Frau und meinen Kindern geoutet. Seitdem kann ich zu Hause „meine Kleider“ tragen und als Transmensch offen leben. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich mich nicht schminke und keine Perücke anhabe, ansonsten aber fast nur noch weibliche Kleidung trage.

Am letzten Wochenende war ich zum ersten Mal mit meiner Frau in Friedrichshafen bei einem Treffen der Bodensee Connection in Frauenkleidern unterwegs, aber im Hybridmodus (Kopf Mann). Ich habe mich sehr aufgenommen und gut aufgehoben gefühlt. Es war ein großartiges Erlebnis.

Genau wie du könnte ich sagen, ich sitze zwischen den Stühlen. Aber so sehe ich mich nicht. Es gibt nichts benennbar Männliches oder Weibliches in mir - nichts, was gegeneinanderstände. Ich habe keine Probleme mit meinem männlichen Körper und liebe meine weibliche Kleidung, meine kleinen Brüste im BH und den Stoff der Strümpfe an meinen Beinen. Das alles ist Teil meiner Identität und gibt mir das Gefühl richtig zu sein.

Über das Forum hier habe ich sehr liebe und aufgeschlossene Menschen, mittlerweile auch persönlich, kennen gelernt und erfahren, dass diese bunte Welt, so unterschiedlich wir auch sind, für jeden von uns einen Platz hat.

LG Joo
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Re: non-binär, sitzen zwischen den Stühlen ?

Post 7 im Thema

Beitrag von Lana »

Hallo Slothorpe,

ich habe ja schon bei deiner Vorstellung den Finger gehoben - hier bin ich also. Ähnlich wie du, und doch anders.

Die Gemeinsamkeiten sind wohl, dass wir gerne Frauenkleidung tragen, "obenrum" aber nicht viel dafür tun, als Frau durch zu gehen, also keine Schminke, keine Perücke, keine Brust. So hat das bei mir angefangen, weil es mir immer schon um die Kleider ging. Typischer Crossdresser eben.

Das ist aber nur ein Teil der Wahrheit. Da war und ist nämlich noch mehr. Klassisch müsste jetzt das "weibliche Empfinden", das "Sich-als-Frau-fühlen" kommen, und dann vielleicht die Erkenntnis, dass man trans ist. Aber das war es bei mir nicht.

Ich wusste schon immer, dass ich nicht Mann bin, nur war mir das lange Zeit gar nicht klar, weil ich gar nicht wusste und weiß, was Mann überhaupt sein soll. Für mich hat das keine Bedeutung, allerdings kann ich den Begriff trotzdem so verwenden, wie all diejenigen es tun, die es auch nicht wissen aber sich darüber keine Gedanken machen.

Bei mir war einfach immer dieses Bauchgefühl, dass das mit mir wenig bis gar nichts zu tun hat, dass das meine Welt nicht ist. Männerwelt. Furchtbar. Entsprechend unwohl habe ich mich unter Jungs und Männern gefühlt, teilweise noch heute. Immer musste man da was sein oder zumindest so tun als ob, und ich hatte keine Ahnung was genau man eigentlich sein musste, um von den anderen anerkannt zu werden. Das fand ich total verwirrend, und erklärt hat es nie jemand. Fragen konnte ich auch nicht, nach was denn? Außerdem wäre das total uncool gewesen.

Klar, dann gibt es noch die andere Kategorie Frau. Aber das waren die Anderen. Zu denen gehörte ich nicht, sollte ich nicht gehören. Jungs sind doof, sagten sie.
Aber ich bin doch gar kein Junge, sagte ich - nicht. Ich war übrig geblieben.

Geschlecht war einfach keine Kategorie für mich, auch wenn man versucht hatte, mich da irgendwie zuzuordnen. Das ist wie eine Kiste mit bunt lackierten Holzklötzchen. Da gibt's ganz viele blaue und rosafarbene. Die kann man so sortieren. Übrig bleiben dann alle anderen Farben. Und die Unlackierten - zu denen gehörte ich.

Das weiß ich heute. Es hat sehr lange gedauert, bis ich das einigermaßen verstehen konnte. Zu sehr ist unsere Welt von der binären Geschlechtseinteilung geprägt, zu bedeutend ist diese Kategorie für die Gesellschaft, als dass man aus diesem Spiel einfach so aussteigen könnte. Auch das weiß ich inzwischen.

Der Preis ist hoch, wenn man es trotzdem versucht. Jaddy hat hier immer mal wieder über seine Erfahrungen berichtet. Ich bin da anders gestrickt und möchte eigentlich nur meine Ruhe haben. Weil das oft nicht so einfach geht und ein Bekenntnis zu einer wie auch immer gearteten Geschlechtlichkeit eingefordert wird, wähle ich dann die weibliche Alternative. Wohlwissend, dass ich keine Frau bin, es wohl auch nie sein werde und ebensowenig weiß, was das eigentlich sein soll wie mir das auch schon bei Mann nicht klar war. Aber es kommt meinem Wesen näher und ist mit weniger schlechten Gefühlen verbunden als die andere Möglichkeit, Mann.
Alle anderen Möglichkeiten sind mir zu kompliziert und zu mühsam zu erklären. Zumindest für mich. Wer das kann und mag, bitte, gerne. Nur sollte man ein dickes Fell und einen langen Atem haben - und einen konstruktiven Umgang mit Einsamkeit.

Wahrscheinlich sind das auch die Gründe dafür, dass ich versuche, einigermaßen kohärent aufzutreten, wie ich hier geschrieben habe. Alles andere ist mir auf Dauer zu anstrengend, vor allem, weil ich das nicht nur gelegentlich mache, sondern so lebe. Da gilt es natürlich abzuwägen, was mehr Energie kostet:
Das Bemühen um ein kohärentes Auftreten oder das Ertragen des Unverständnisses der Umgebung, wenn man nicht "passt" und mehr Fragen als Antworten liefert.

Das ist wohl der Punkt, in dem wir uns am deutlichsten unterscheiden, und wo alle ihren eigenen Weg finden müssen.

LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
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Re: non-binär, sitzen zwischen den Stühlen ?

Post 8 im Thema

Beitrag von Slothorpe »

Danke für Eure zahlreichen Antworten !
Jaddy hat geschrieben: Mo 3. Nov 2025, 20:39
Es ist nicht so einfach, den richtigen Kontakt zu anderen zu finden, aber wenn du erst mal ein passendes Grüppchen gefunden hast, ergibt sich schnell ziemlich viel. Gerade in Berlin gibt es vergleichsweise viele. Und online auch, zum Beispiel in Discords.

Kleines Problem dabei: Die meisten offenen und offensiver nichtbinären Menschen sind eher jünger. Also U30. Auch bei "FLINTA" Angeboten haben etliche Teilnehmenden Schwierigkeiten, Leute in unserem Alter zu akzeptieren. Vor allem, wenn wir "zu alt" und "zu männlich" aussehen. Macht dann eher keinen Spass. Mir zum Beispiel aber auch nicht, wenn die FLINTA-Realität eher 80% FL und nur Spuren von INTA* heisst.
Ach es geht mir garnicht so sehr um Gruppen, in Gruppen fühle ich mich sowieso selten wohl, eher darum einzelnen Menschen zu finden, mit denen ich mich austauschen kann. Beim Transsisters Stammtisch in Berlin war ich im Sommer einmal, so richtig wohlgefühlt habe ich mich da auch nicht. Ist wahrscheinlich auch die Erfahrung aus der Kindheit, mich nirgendwo wirklich zugehörig gefühlt zu haben... es fehlt mir aber auch nicht, ich habe einen recht großen Freundes- und Bekanntenkreis, bin und war aber nie in einer "Clique".

Die FLINTA Erfahrung habe ich auch schon gemacht, eigentlich hauptsächlich FL unter 30, was soll ich da ?

Ist natürlich vieles einfacher, wenn Du jung bist. Ich hatte es schon in meiner Vorstellung erwähnt, unser bei der Geburt männliches Kind (ich schreibe das so kompliziert, weil wir gerade vor kurzem drüber sprachen, dass wir gerne nicht "unser Sohn" sagen sollen) empfindet sehr ähnlich wie ich, trägt auch schon lange im Alltag Kleider und Röcke, schminkt sich täglich... Es studiert, wie seine Freundin, Musik und lebt in der Kultur- und Musikwelt. Da ist das alles natürlich noch viel entspannter und bunter als in meiner bürgerlichen Umgebung.
Jaddy hat geschrieben: Mo 3. Nov 2025, 20:39 Etwas schwieriger waren die körperlichen Modifikationen. Enby-aufgeschlossene Medizinys sind rar und die Kasse zahlt nix. Aber das ging auch.
Würde mich interessieren darüber mehr zu erfahren, aber vielleicht lieber im persönlichen Austausch.
NB-Sabine hat geschrieben: Mo 3. Nov 2025, 21:39 Ich habe mich 2005 aus meiner früheren Rolle "ordentlicher Beamtensohn" befreit und will mich nicht wieder in irgendeine Rolle drängen lassen, auch nicht in die Rolle "ganz Frau". Dass Mitmenschen das nicht oder nur schwer verstehen oder nachvollziehen können, ist letztlich deren Problem, nicht meins.
das stimmt, ich sehe das auch nicht als mein persönliches Problem!
Joo hat geschrieben: Mo 3. Nov 2025, 22:45 Seitdem kann ich zu Hause „meine Kleider“ tragen und als Transmensch offen leben. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich mich nicht schminke und keine Perücke anhabe, ansonsten aber fast nur noch weibliche Kleidung trage.
Ich würde mich nicht als "Transmenschen" beschreiben, aber zu Hause trage ich eigentlich auch nur Kleider, einfach schon, weil es viel bequemer ist, als sich in engen Hosen zu quetschen...
Joo hat geschrieben: Mo 3. Nov 2025, 22:45 Am letzten Wochenende war ich zum ersten Mal mit meiner Frau in Friedrichshafen bei einem Treffen der Bodensee Connection in Frauenkleidern unterwegs, aber im Hybridmodus (Kopf Mann). Ich habe mich sehr aufgenommen und gut aufgehoben gefühlt. Es war ein großartiges Erlebnis.
Freut mich sehr, dass das gut für Dich verlief. Ich machen das ja schon ne ganze Weile so und habe eigentlich fast nur gute Erfahrungen gemacht, auch gerade da, wo ich es am wenigsten vermutet hätte...

Wir waren neulich mal wieder in der Deutschen Oper („Westberlin“) zu zwei modernen Balett-Stücken israelischer Choreografen… Ich trug ein paar 10cm hohe Stiefel, Knie-langen schmalen Lederrock und schwarzen Strümpfen (meine Frau im Kleid und auch hohe Stiefel), Bild hatte ich vor ein paar Tagen mal eingestellt hier viewtopic.php?p=413517#p413517
Auf dem Weg in die Oper, in der U-Bahn beim Warten auf den Zug auf dem vollen Bahnsteig, kam eine ca. 50jährige, eher unscheinbare Frau auf mich zu und meinte (in etwa wörtlich): „Ich muss es Ihnen sagen, aber Sie wissen es wahrscheinlich schon: Sie sehen toll aus, sehr schöne Kombination mit dem Rock und den Stiefel….“ Ich habe mich natürlich sehr gefreut, ist ja in Berlin eher ungewöhnlich, überhaupt irgendwelche Reaktionen zu bekommen.
Es gab ein kurzes, freundliches und interessiertes Gespräch darüber, wieso ich das mache usw. Zum Schluss meinte Sie noch, dass das „sehr mutig und extrem cool ist, das ich als Mann so in die Öffentlichkeit gehe“.

Den Begriff "Hybridmodus" hatte ich so noch nicht gehört, beschreibt es aber vielleicht ganz gut.
Tatsächlich ist es schon abhängig davon, in welchen Umfeldern ich mich bewege, wie es sich anfühlt, im "Hybridmodus" unterwegs zu sein.
Das Ausgehen in Umgebungen, in denen mich niemand kannte war sehr einfach, mit guten Freunden war das auch nicht kompliziert.
Schwieriger war es schon, dass auch in der Homezone (wohne im Altbau mit viele Parteien, wir haben eine ganz gute Hausgemeinschaft) und im Kiez wo jeder jeden kennt, aber eben nicht richtig.

Am Schwierigsten fand ich es bislang im Sport, ich spiele schon viele Jahre recht aktiv Beachvolleyball (u.a. auch weil das ein Sport ist, bei dem Männer und Frauen gemeinsam spielen und es eine große offene Szene gibt, in der jede(r) mit jede(r/m ) mal spielt oder trainiert, keine festen Vereinsstrukturen, in denen man sich etablieren muss).

Das ist aber auch ein Sport mit einem klassisch-körperbetontem Männer- und Frauenbild. Es hat tatsächlich eine ziemliche Überwindung gekostet, zum ersten Mal im Rock, Top und mit hohen Schuhen zum Training zu gehen. Zur Umkleide geht es durch den Bar-Bereich, wo viele Leute sitzen, die mich kennen, Das ist ein wenig wie auf einem Laufsteg. Da ich mich nicht als Frau wahrnehme und es keine "divers" Umkleide gibt, bleibt nur die Männer-Umkleide. Da ist es dann recht eng und voll, dort dann neben vielen Männern Heels, Rock usw. aus- und später wieder anzuziehen ist schon Anfangs nicht leicht gewesen. Aber inzwischen ist das auch Routine, es hat glaube ich auch nie jemand irgendwie reagiert, ich habe auch nicht das Gefühl anders behandelt zu werden als früher.
Joo hat geschrieben: Mo 3. Nov 2025, 22:45 Genau wie du könnte ich sagen, ich sitze zwischen den Stühlen. Aber so sehe ich mich nicht. Es gibt nichts benennbar Männliches oder Weibliches in mir - nichts, was gegeneinanderstände. Ich habe keine Probleme mit meinem männlichen Körper und liebe meine weibliche Kleidung, meine kleinen Brüste im BH und den Stoff der Strümpfe an meinen Beinen. Das alles ist Teil meiner Identität und gibt mir das Gefühl richtig zu sein.

Über das Forum hier habe ich sehr liebe und aufgeschlossene Menschen, mittlerweile auch persönlich, kennen gelernt und erfahren, dass diese bunte Welt, so unterschiedlich wir auch sind, für jeden von uns einen Platz hat.
Das klingt sehr gut, ist eigentlich auch das, was ich weitgehend empfinde, würde mich auch freuen, ein paar Menschen persönlich kennen zu lernen, das ganze Texten hier ist doch immer auch unpersönlich und ich habe oft den Gedanken, kaum habe ich was abgeschickt, ich hätte gerne dies oder jenes noch ergänzt oder anders gesagt.

Liebe Grüße
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Re: non-binär, sitzen zwischen den Stühlen ?

Post 9 im Thema

Beitrag von Sabrina_9223 »

Slothorpe hat geschrieben: Di 4. Nov 2025, 09:04 Es hat tatsächlich eine ziemliche Überwindung gekostet, zum ersten Mal im Rock, Top und mit hohen Schuhen zum Training zu gehen. Zur Umkleide geht es durch den Bar-Bereich, wo viele Leute sitzen, die mich kennen, Das ist ein wenig wie auf einem Laufsteg. Da ich mich nicht als Frau wahrnehme und es keine "divers" Umkleide gibt, bleibt nur die Männer-Umkleide. Da ist es dann recht eng und voll, dort dann neben vielen Männern Heels, Rock usw. aus- und später wieder anzuziehen ist schon Anfangs nicht leicht gewesen. Aber inzwischen ist das auch Routine, es hat glaube ich auch nie jemand irgendwie reagiert, ich habe auch nicht das Gefühl anders behandelt zu werden als früher.
Das bewundere ich. Ich hoffe, dass ich eines Tages auch so weit bin, mich so etwas zu trauen :oops:.

Ich selbst weiß aktuell nicht genau, ob ich vielleicht auch non-binär oder etwas anderes bin. Nach außen trete ich hauptsächlich als Mann auf, was mir grundsätzlich auch nicht unangenehm ist. Andererseits gibt es diesen starken Drang zu Frauenkleidung, Make-up, Nagellack usw., den ich im Moment nur im Geheimen auslebe.
Oft spüre ich auch das Bedürfnis, lieber eine Frau zu sein – besonders dann, wenn ich Silikonbrüste anlege. In diesen Momenten fühle ich mich irgendwie vollständiger und liebe besonders das Gefühl, keinen BH tragen zu müssen. Als Mann hingegen ist mir mein Aussehen ziemlich egal – auch was Kleidung betrifft. Als Frau jedoch nicht, da achte ich auf jedes Detail.

Mit 12 Jahren wurde mir bewusst, dass irgendetwas „nicht stimmt“:
viewtopic.php?t=32122

Zurzeit befinde ich mich auf einer Findungsreise, um herauszufinden, was es genau ist. Meine Geschlechtsidentität würde ich momentan als fließend beschreiben, da ich sowohl männliche als auch weibliche Seiten auslebe. Ein „Hybridmodus“ wäre für mich nach außen jedoch nichts – in der Öffentlichkeit möchte ich dann vollständig als Frau wahrgenommen werden.

In den eigenen vier Wänden ist das etwas anders…
Beim Schreiben merke ich gerade, dass ich mich – wenn die gesellschaftlichen Ängste vor Ablehnung durch Familie, Freunde oder auf der Arbeit nicht wären – eigentlich dauerhaft so zurechtmachen möchte, wie ich mich wirklich fühle. Ich würde gerne immer Nagellack und Make-up tragen sowie meine Haare wachsen oder verlängern lassen. Diese tiefen Sehnsüchte haben sich über die Jahre immer mehr angesammelt 😓.

Habt ihr das auch, dass ihr bei Frauen zum Beispiel das Augen-Make-up bewundert und es auch gerne so tragen würdet? Oder bei schönem Nagellack?
Andererseits, was fast schon widersprüchlich ist, gibt es dann wieder komplett männliche Phasen bei mir 😶.
Ich denke, ich sollte erst einmal einen längeren Alltagstest machen, um mich selbst besser zu verstehen. Ihr seid da alle schon viel weiter als ich, und ich bewundere das sehr (he).

Liebe Grüße
Sabrina
"Deine Zukunft ist immer das, was du daraus machst" - Dr. Emmett Brown (Zurück in die Zukunft III)
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Re: non-binär, sitzen zwischen den Stühlen ?

Post 10 im Thema

Beitrag von Slothorpe »

Sabrina_9223 hat geschrieben: Di 4. Nov 2025, 10:23
Das bewundere ich. Ich hoffe, dass ich eines Tages auch so weit bin, mich so etwas zu trauen :oops:.
Ich hätte mir das ganz am Anfang auch nicht vorstellen können, aber nach und nach, je öfter ich raus gegangen bin, desto mehr hat es sich unehrlich und falsch angefühlt, wenn ich mich für den Sport als 100% Mann "verkleidet" habe.

Sabrina_9223 hat geschrieben: Di 4. Nov 2025, 10:23
Ich selbst weiß aktuell nicht genau, ob ich vielleicht auch non-binär oder etwas anderes bin. Nach außen trete ich hauptsächlich als Mann auf, was mir grundsätzlich auch nicht unangenehm ist. Andererseits gibt es diesen starken Drang zu Frauenkleidung, Make-up, Nagellack usw., den ich im Moment nur im Geheimen auslebe.
Oft spüre ich auch das Bedürfnis, lieber eine Frau zu sein – besonders dann, wenn ich Silikonbrüste anlege. In diesen Momenten fühle ich mich irgendwie vollständiger und liebe besonders das Gefühl, keinen BH tragen zu müssen. Als Mann hingegen ist mir mein Aussehen ziemlich egal – auch was Kleidung betrifft. Als Frau jedoch nicht, da achte ich auf jedes Detail.
Mir ist auch als Mann wichtig, wie ich aussehe. Nagellack trage ich nur auf den Fußnägeln, aber im Sommer mit den offenen Sandaletten schon sehr klar erkennbar.
Make-up habe ich mal versucht, das Ergebnis gefiel mir nicht, aber Nylon-Strümpfe, hohe Schuhe, Röcke und Kleider mag ich auch sehr an mir.

Ich muss zugeben, dass ich vermutlich auch etwas extrovertiert und provokant bin. Ich merke das u.a. daran (meine Frau lästerte schon ein wenig, aber nett gemeint), dass ich nur sehr selten U-Bahn gefahren bin, bevor ich anfing Röcke und hohe Schuhe zu tragen, jetzt viel häufiger. Ich mag das Gefühl im Rock über den vollen Bahnsteig zu "stöckeln" und in die U-Bahn einzusteigen... klingt komisch, ist aber so... Ich fühle mich dabei irgendwie stolz und selbstbewußt...
Sabrina_9223 hat geschrieben: Di 4. Nov 2025, 10:23
Mit 12 Jahren wurde mir bewusst, dass irgendetwas „nicht stimmt“:
viewtopic.php?t=32122
Das war bei mir schon mit 5 oder 6, würde ich sagen. Ich kann mich gut daran erinnern, wie unglücklich ich war, dass meine Schwester am Wochenende schöne Kleider und hübsche Schuhe tragen durfte und ich nur hässliche (und unbequeme) Hosen, Hemden und Halbschuhe. Das kann man richtig sehen auf unseren alten Kinderbildern.
Sabrina_9223 hat geschrieben: Di 4. Nov 2025, 10:23
Zurzeit befinde ich mich auf einer Findungsreise, um herauszufinden, was es genau ist. Meine Geschlechtsidentität würde ich momentan als fließend beschreiben, da ich sowohl männliche als auch weibliche Seiten auslebe. Ein „Hybridmodus“ wäre für mich nach außen jedoch nichts – in der Öffentlichkeit möchte ich dann vollständig als Frau wahrgenommen werden.

In den eigenen vier Wänden ist das etwas anders…
Beim Schreiben merke ich gerade, dass ich mich – wenn die gesellschaftlichen Ängste vor Ablehnung durch Familie, Freunde oder auf der Arbeit nicht wären – eigentlich dauerhaft so zurechtmachen möchte, wie ich mich wirklich fühle. Ich würde gerne immer Nagellack und Make-up tragen sowie meine Haare wachsen oder verlängern lassen. Diese tiefen Sehnsüchte haben sich über die Jahre immer mehr angesammelt 😓.
Mir geht es tatsächlich nicht darum, als 100% Frau wahrgenommen zu werden... wie ich in meiner Vorstellung schrieb, werde ich trotzdem mal ausprobieren, wie weit ich da mit professioneller Hilfe komme, weil ich gerne sehen möchte was möglich ist

Ich kann mir aber kaum vorstellen, jeden Morgen den ganzen Aufwand zu treiben, der nötig wäre um einigermaßen glaubwürdig als Frau zu erscheinen. Zudem das eben auch nicht meine primäre Idee ist. Einmal die Woche die Fußnägel lackieren oder alle paar Tage Beine, Bauch, Po usw. epilieren geht noch....

Von daher passt der "Hybridmodus" ganz gut zu mir.
Sabrina_9223 hat geschrieben: Di 4. Nov 2025, 10:23 Habt ihr das auch, dass ihr bei Frauen zum Beispiel das Augen-Make-up bewundert und es auch gerne so tragen würdet? Oder bei schönem Nagellack?
Andererseits, was fast schon widersprüchlich ist, gibt es dann wieder komplett männliche Phasen bei mir 😶.
Ich denke, ich sollte erst einmal einen längeren Alltagstest machen, um mich selbst besser zu verstehen. Ihr seid da alle schon viel weiter als ich, und ich bewundere das sehr (he).

ja, klar, natürlich, wenn eine Frau - oder tatsächlich neulich ein "normaler" junger Mann in der S-Bahn mit ganz tollen, langen, schön lackierten tiefroten Nägeln - ein tolles Kleide, schöne (hohe) Schuhe, Augen-Make-up oder Nagellack trägt, dann habe ich natürlich auch den Wunsch, das zu tragen. Aber ich bin auch realistisch, ein kurzer Minirock steht mir z.B. einfach nicht, dazu habe ich zu viel Sport gemacht in meinem Leben, die Oberschenkel sind einfach zu muskulös, das sieht blöd aus. Also trage ich z.B. nur Röcke und Kleider die max. 5-6cm oberhalb des Knies enden...

Liebe Grüße
Zuletzt geändert von Slothorpe am Di 4. Nov 2025, 11:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: non-binär, sitzen zwischen den Stühlen ?

Post 11 im Thema

Beitrag von Lana »

Sabrina_9223 hat geschrieben: Di 4. Nov 2025, 10:23 Zurzeit befinde ich mich auf einer Findungsreise, um herauszufinden, was es genau ist. Meine Geschlechtsidentität würde ich momentan als fließend beschreiben, da ich sowohl männliche als auch weibliche Seiten auslebe.
Das ist doch schon ganz schön viel Klarheit, liebe Sabrina. Das Konzept der Genderfluidität finde ich sehr angenehm, weil es berücksichtigt, dass man nicht jeden Tag der selbe Mensch ist. Das geht auch cis Menschen nicht anders, niemand will jeden Tag der harte Kerl oder das sexy Girlie sein. An manchen Tagen ist es aber toll, wenn es so ist.

Wenn du deine beiden Seiten für dich akzeptieren kannst, dann ist doch alles gut. Es muss ja gar nicht widerspruchsfrei sein, so lange du kein Problem damit hast.

Allerdings:
Sabrina_9223 hat geschrieben: Di 4. Nov 2025, 10:23 Beim Schreiben merke ich gerade, dass ich mich – wenn die gesellschaftlichen Ängste vor Ablehnung durch Familie, Freunde oder auf der Arbeit nicht wären – eigentlich dauerhaft so zurechtmachen möchte, wie ich mich wirklich fühle.
Da hilft wohl nur ausprobieren, ob das im Alltag wirklich so wäre, wie du es dir vorstellst. Es braucht großen Aufwand und viel Zeit, sich ordentlich aufzuhübschen. Sogar für viele cis Frauen ist das zu viel für jeden Tag. Und bei männlicher Anatomie ist der Aufwand noch größer.
Aber ja, es kann sein, dass es aller Mühen wert ist, weil du dich dann besser fühlst, mehr du selbst bist, vollständiger bist, dein äußeres Sein mit deinem inneren Erleben übereinstimmt.

Vielleicht hast du ja die Möglichkeit, das in einem längeren Urlaub irgendwo auszuprobieren, wo dich niemand kennt, wo es unverbindlich ist und befürchtete Nachteile keine Auswirkungen auf dein restliches Leben haben würden?
Sabrina_9223 hat geschrieben: Di 4. Nov 2025, 10:23 Habt ihr das auch, dass ihr bei Frauen zum Beispiel das Augen-Make-up bewundert und es auch gerne so tragen würdet? Oder bei schönem Nagellack?
Bei mir ist es so. Und es geht weit über Schminke und Nagellack hinaus. Auch besonders schöne Körperformen bringen mich manchmal dazu, mir das auch für mich zu wünschen. Aber da sind mir Aufwand und Risiko zu groß. Den Rest (lange Haare, Fingernägel immer lackiert, Schminken nur manchmal) mache ich einfach seit einigen Jahren.

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Re: non-binär, sitzen zwischen den Stühlen ?

Post 12 im Thema

Beitrag von Slothorpe »

Lana hat geschrieben: Di 4. Nov 2025, 11:52
Vielleicht hast du ja die Möglichkeit, das in einem längeren Urlaub irgendwo auszuprobieren, wo dich niemand kennt, wo es unverbindlich ist und befürchtete Nachteile keine Auswirkungen auf dein restliches Leben haben würden?
Ich kann da auf jeden Fall die Kanaren empfehlen, Teneriffa oder Gran Canaria. Ich habe da nur gute Erfahrungen gemacht, selbst mit wirklich alten Menschen in kleinen untouristischen Dörfern sehr nette Gespräche über mein Outfit geführt und mehr als einmal ein freundliches „¡muy guapa!“ auf der Straße, von Männern wie Frauen…
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