Verhetzungsprozess um "Trans ist pervers"-Posting | DerStandard
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Anne-Mette
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Verhetzungsprozess um "Trans ist pervers"„Posting | DerStandard
Freispruch:
Ein unbescholtener 70-Jähriger glaubt an die Schöpfungsgeschichte. Daher seien Transsexuelle für ihn "pervers", aber nicht im beleidigenden Sinn, sagt er vor Gericht
https://www.derstandard.de/story/300000 ... freispruch
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Jutta Rambler
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Re: Verhetzungsprozess um "Trans ist pervers"„Posting | DerStandard
Danke. Ein sehr interessanter Artikel. Ob ich ihm glaube? Da bin ich hin und her gerissen. Ich bin jemand, der bei so einem Gespräch/Verhandlung dabei sein müsste um das zu beurteilen. Ich muss die Körpersprache, Tonlage und das „Behaviour“ desjenigen sehen um mir da ein Bild zu machen.
Grüßle von Jutta
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Jaddy
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Re: Verhetzungsprozess um "Trans ist pervers"„Posting | DerStandard
Auch der Kontext ist wichtig. Was hat er sonst so gepostet, ist er irgendwo aktiv und als trans/queerfeindlich bekannt?
Für mich ist im Artikel genau die zitierte Antwort von M problematisch; gerade weil er sich auf akademische Wortbedeutungen bezieht: "Pervers heißt ja auf Lateinisch verkehrt, und so habe ich es gemeint. Dass es nicht der Norm entspricht". An der Stelle hätte ich eingehakt, welche "Norm" er denn meint und dass "Norm" und "normal" zwei verschiedene Bedeutungen haben.
Nicht "normal" im statistischen Sinne - beobachtete Realität - akzeptiere ich, weil nur 1-3% Betroffene. "Verkehrt" ist es deshalb aber nicht, weil es in freiheitlich-demokratischen Ländern eben keine cis-Norm (Soll-so-sein-Vorschrift) gibt. Trans-sein wird anerkannt, trans Personen haben - theoretisch zumindest - die gleiche Existenzberechtigung und Grundrechte. Wenn er allerdings seinen persönlichen christlichen Glauben als Norm heranzieht, was auch unter Christys durchaus umstritten ist, dann sind wir beim Konflikt seiner persönlichen Einstellungen vs allen anderen. Namentlich denen der Betroffenen, aber vor allem auch gegenüber den tatsächlichen Normen, nämlich der Verfassung und Gesetze.
Von daher sehe ich in seiner Aussage streng genommen einen Schuss ins Knie, mit dem er eingesteht, trans Personen aufgrund seiner persönlichen Einstellungen die gleichberechtigte Anerkennung wie für cis Personen zu versagen. Das ist mMn durchaus geeignet, vielleicht nicht § 283 (1) Satz 2 zu erfüllen, wohl aber den schwächeren Absatz (4): "Wer ... schriftliches Material, Bilder oder andere Darstellungen von Ideen oder Theorien, die Hass oder Gewalt gegen eine in Abs. 1 Z 1 bezeichnete Gruppe oder gegen ein Mitglied einer solchen Gruppe wegen dessen Zugehörigkeit zu dieser Gruppe befürworten, fördern oder dazu aufstacheln, in einem Druckwerk, im Rundfunk oder sonst auf eine Weise, wodurch diese einer breiten Öffentlichkeit zugänglich werden, in gutheißender oder rechtfertigender Weise verbreitet oder anderweitig öffentlich verfügbar macht, ist mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bis zu 720 Tagessätzen zu bestrafen." (Quelle).
Ich frage mich, wie er reagiert hätte, wenn sein eigener Satz auf ihn angewandt würde. Es lassen sich ja mühelos endlos viele Sätze formulieren, wie "pervers" (verkehrt, verdreht; falsch, widersinnig) ein christlicher Glaube von aussen betrachtet ist.
Für mich ist im Artikel genau die zitierte Antwort von M problematisch; gerade weil er sich auf akademische Wortbedeutungen bezieht: "Pervers heißt ja auf Lateinisch verkehrt, und so habe ich es gemeint. Dass es nicht der Norm entspricht". An der Stelle hätte ich eingehakt, welche "Norm" er denn meint und dass "Norm" und "normal" zwei verschiedene Bedeutungen haben.
Nicht "normal" im statistischen Sinne - beobachtete Realität - akzeptiere ich, weil nur 1-3% Betroffene. "Verkehrt" ist es deshalb aber nicht, weil es in freiheitlich-demokratischen Ländern eben keine cis-Norm (Soll-so-sein-Vorschrift) gibt. Trans-sein wird anerkannt, trans Personen haben - theoretisch zumindest - die gleiche Existenzberechtigung und Grundrechte. Wenn er allerdings seinen persönlichen christlichen Glauben als Norm heranzieht, was auch unter Christys durchaus umstritten ist, dann sind wir beim Konflikt seiner persönlichen Einstellungen vs allen anderen. Namentlich denen der Betroffenen, aber vor allem auch gegenüber den tatsächlichen Normen, nämlich der Verfassung und Gesetze.
Von daher sehe ich in seiner Aussage streng genommen einen Schuss ins Knie, mit dem er eingesteht, trans Personen aufgrund seiner persönlichen Einstellungen die gleichberechtigte Anerkennung wie für cis Personen zu versagen. Das ist mMn durchaus geeignet, vielleicht nicht § 283 (1) Satz 2 zu erfüllen, wohl aber den schwächeren Absatz (4): "Wer ... schriftliches Material, Bilder oder andere Darstellungen von Ideen oder Theorien, die Hass oder Gewalt gegen eine in Abs. 1 Z 1 bezeichnete Gruppe oder gegen ein Mitglied einer solchen Gruppe wegen dessen Zugehörigkeit zu dieser Gruppe befürworten, fördern oder dazu aufstacheln, in einem Druckwerk, im Rundfunk oder sonst auf eine Weise, wodurch diese einer breiten Öffentlichkeit zugänglich werden, in gutheißender oder rechtfertigender Weise verbreitet oder anderweitig öffentlich verfügbar macht, ist mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bis zu 720 Tagessätzen zu bestrafen." (Quelle).
Ich frage mich, wie er reagiert hätte, wenn sein eigener Satz auf ihn angewandt würde. Es lassen sich ja mühelos endlos viele Sätze formulieren, wie "pervers" (verkehrt, verdreht; falsch, widersinnig) ein christlicher Glaube von aussen betrachtet ist.
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Michi
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Re: Verhetzungsprozess um "Trans ist pervers"„Posting | DerStandard
Das Problem sehe ich noch deutlich davor, weil er .. sofern das Zitat durch die Zeitung korrekt wiedergegeben wurde .. keine Meinungsäußerung, sondern eine Tatsachenbehauptung gemacht hat.Jaddy hat geschrieben: Fr 24. Okt 2025, 11:48 Von daher sehe ich in seiner Aussage streng genommen einen Schuss ins Knie, mit dem er eingesteht, trans Personen aufgrund seiner persönlichen Einstellungen die gleichberechtigte Anerkennung wie für cis Personen zu versagen.
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.