ARTE: Der männliche Blick
ARTE: Der männliche Blick - # 2

zu den Themen Crossdressing, Transgender, Transident...
Joo
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Re: ARTE: Der männliche Blick

Post 16 im Thema

Beitrag von Joo »

Hallo Ihr,
ich glaube nicht, dass die Biologie eine ausreichende Erklärung für unsere männerdominierte und sexistische Gesellschaft liefern kann, noch irgendein individuelles Verhalten in diesem Zusammenhang entschuldigt. Für die diskriminierende und frauenfeindliche Kameraführung des Male Gaze sind keine Hormone verantwortlich, sondern einzig und allein das Denken der Macher, denn der „Male Gaze“ findet im Kopf statt und nicht in den Genen. Wie Männer Frauen wahrnehmen oder Frauen Männer, liegt an ihrer kulturellen Sozialisation. Diese bestimmt ihre persönliche Werteskala, unabhängig von allen körperlichen und biologischen Gegebenheiten.

Ob ein Mann mit Achtung und Respekt einer Frau gegenübertritt, entscheidet nicht sein Hormonspiegel, sondern seine innere Ethik. Wäre das nicht so, wären wir in dieser Sache biologisch determiniert, müssten für immer in der ‚gottgewollten‘ Ordnung des Patriarchates verharren, ohne Hoffnung auf ‚Erlösung‘.

Unsere westliche Kultur und unser Frauen-/Männerbild wurden in den letzten 2000 Jahren stark von der Römisch-Katholischen Kirche geprägt. Dabei vergisst man leicht, dass es in der Vergangenheit in Europa durchaus andere, geschlechtlich weniger polarisierte Gemeinschaften gab, die dem Siegeszug des Römischen Imperiums zum Opfer gefallen sind.

Die geschlechtsübergreifende Wertschätzung und Anerkennung ist eine intellektuelle Leistung des menschlichen Geistes. Das träge Verharren in tradiertem, unemanzipiertem Rollenverhalten das genaue Gegenteil. Gerade weil ich ein Transmensch bin, ist mir die Problematik stereotyper Rollenklischees sehr bewusst. Die Idee des Mannes als Herrn der Schöpfung und der Frau als ewig Dienende ist Ausdruck einer brutalen Entmündigung und Unterdrückung eines sich als omnipotent gebärdenden Männlichkeitswahns. Nur wenn wir unser Denken von den Klischees der geschlechterspezifischen Determination befreien, werden Frau und Mann ihre gleichberechtigte Freiheit finden.

LG Joo
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Re: ARTE: Der männliche Blick

Post 17 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Jaddy hat geschrieben: Di 26. Aug 2025, 11:18 Alice Schwarzer ist da nur wenig besser. Auch aus ihren Einlassungen (und Chantal Luis') geht hervor, dass sie trans Frauen quasi nur gnadenhalber akzeptieren.
Ich lese das ein wenig anders:
Natürlich schafft das Rollendiktat es nie, Menschen, die ja eigentlich individuell jeweils die ganze Palette von "männlich" und "weiblich" zur Verfügung haben könnten, ganz festzunageln auf das eine oder das andere. Aber es gelingt doch weitgehend, und wenn nicht, lassen die inneren und äußeren Konflikte nicht lange auf sich warten. Denn: der Geschlechterdrill ist nicht nur äußerlich, er steckt auch in uns, dringt uns unter die Haut, bis tief ins Mark hinein.

Wir radikalen Feministinnen haben eben diesen Zustand als Einengung, als Verstümmelung erkannt. Unser Ziel ist, in aller Schlichtheit und Vermessenheit, die Menschwerdung von Frauen und Männern. Endlich männlich und weiblich in einer Person sein können und dürfen! Dafür kämpfe ich.
https://www.emma.de/artikel/solidaritae ... len-337405

Dass ihre Vorstellung von Transsexualität nicht mit meiner/(unserer?) übereinstimmt, mache ich ihr hier nicht zum Vorwurf. Aber TS von ihrer "Gnaden" sehe ich nicht so. Und in einer sich ständig zuspitzenden Diskussion, in der Fronten zunehmend verhärten, wird ein Ausgleich oder Verständigung zunehmend schwieriger. Dagegen bin ich. Das bedeutet letztlich eine Spirale der zunehmend verbalen Gewalt. Davon profitiert nur eine Gruppe: die der Intoleranten.
Viele Grüße
Vicky

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Re: ARTE: Der männliche Blick

Post 18 im Thema

Beitrag von Joo »

Hallo Ihr,
ich glaube nicht, dass die Biologie eine ausreichende Erklärung für unsere männerdominierte und sexistische Gesellschaft liefern kann, noch irgendein individuelles Verhalten in diesem Zusammenhang entschuldigt. Für die diskriminierende und frauenfeindliche Kameraführung des Male Gaze sind keine Hormone verantwortlich, sondern einzig und allein das Denken der Macher, denn der „Male Gaze“ findet im Kopf statt und nicht in den Genen. Wie Männer Frauen wahrnehmen oder Frauen Männer, liegt an ihrer kulturellen Sozialisation. Diese bestimmt ihre persönliche Werteskala, unabhängig von allen körperlichen und biologischen Gegebenheiten.

Ob ein Mann mit Achtung und Respekt einer Frau gegenübertritt, entscheidet nicht sein Hormonspiegel, sondern seine innere Ethik. Wäre das nicht so, wären wir in dieser Sache biologisch determiniert, müssten für immer in der ‚gottgewollten‘ Ordnung des Patriarchates verharren, ohne Hoffnung auf ‚Erlösung‘.

Unsere westliche Kultur und unser Frauen-/Männerbild wurden in den letzten 2000 Jahren stark von der Römisch-Katholischen Kirche geprägt. Dabei vergisst man leicht, dass es in der Vergangenheit in Europa durchaus andere, geschlechtlich weniger polarisierte Gemeinschaften gab, die dem Siegeszug des Römischen Imperiums zum Opfer gefallen sind.

Die geschlechtsübergreifende Wertschätzung und Anerkennung ist eine intellektuelle Leistung des menschlichen Geistes. Das träge Verharren in tradiertem, unemanzipiertem Rollenverhalten das genaue Gegenteil. Gerade weil ich ein Transmensch bin, ist mir die Problematik stereotyper Rollenklischees sehr bewusst. Die Idee des Mannes als Herrn der Schöpfung und der Frau als ewig Dienende ist Ausdruck einer brutalen Entmündigung und Unterdrückung eines sich als omnipotent gebärdenden Männlichkeitswahns. Nur wenn wir unser Denken von den Klischees der geschlechterspezifischen Determination befreien, werden Frau und Mann ihre gleichberechtigte Freiheit finden.

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Re: ARTE: Der männliche Blick

Post 19 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Vicky_Rose hat geschrieben: Di 26. Aug 2025, 13:44
Jaddy hat geschrieben: Di 26. Aug 2025, 11:18 Alice Schwarzer ist da nur wenig besser. Auch aus ihren Einlassungen (und Chantal Luis') geht hervor, dass sie trans Frauen quasi nur gnadenhalber akzeptieren.
Ich lese das ein wenig anders:
Natürlich schafft das Rollendiktat es nie, Menschen, die ja eigentlich individuell jeweils die ganze Palette von "männlich" und "weiblich" zur Verfügung haben könnten, ganz festzunageln auf das eine oder das andere. Aber es gelingt doch weitgehend, und wenn nicht, lassen die inneren und äußeren Konflikte nicht lange auf sich warten. Denn: der Geschlechterdrill ist nicht nur äußerlich, er steckt auch in uns, dringt uns unter die Haut, bis tief ins Mark hinein.

Wir radikalen Feministinnen haben eben diesen Zustand als Einengung, als Verstümmelung erkannt. Unser Ziel ist, in aller Schlichtheit und Vermessenheit, die Menschwerdung von Frauen und Männern. Endlich männlich und weiblich in einer Person sein können und dürfen! Dafür kämpfe ich.
https://www.emma.de/artikel/solidaritae ... len-337405

Dass ihre Vorstellung von Transsexualität nicht mit meiner/(unserer?) übereinstimmt, mache ich ihr hier nicht zum Vorwurf. Aber TS von ihrer "Gnaden" sehe ich nicht so. Und in einer sich ständig zuspitzenden Diskussion, in der Fronten zunehmend verhärten, wird ein Ausgleich oder Verständigung zunehmend schwieriger. Dagegen bin ich. Das bedeutet letztlich eine Spirale der zunehmend verbalen Gewalt. Davon profitiert nur eine Gruppe: die der Intoleranten.
Hallo Vicky,

Du wirst immer einzelne relativ vernünftig klingende und moderate Äußerungen finden. Und AS findet transweibliche Menschen ja auch nur solange nicht schlimm, solange sie eben nicht in - aus ihrer Sicht exklusiven - Frauenräume eindringen wollen.

Denn ein Mann darf sich gerne als Frau sehen - aber das heißt noch lange nicht, dass er auch wie eine leben/behandelt werden darf. AS unterscheidet da schon sehr deutlich. Gäbe es neben Herren und Damentoiletten oder Umkleiden auch noch eine für trans* Menschen, damit wäre AS vermutlich ganz fein. Und eigene Sportwettbewerbe natürlich.

Und Transmänner sind ihr schonmal doppelt egal. Es geht nur um die Exklusivität der "Frau".

Und was die andere Person angeht, da ist so viel so widerlicher Mist gelaufen, inklusive der Aufforderung, Menschen in öffentlichen Toiletten zu fotografieren und im Netz an den Pranger zu stellen, ihrer sehr intensiven Unterstützung der Gerichtsentscheidung zum Ausschluß von trans* Menschen aus den passenden Toiletten... das von dir gepostete ist nur ein schlecht verwelktes Feigenblatt.
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Re: ARTE: Der männliche Blick

Post 20 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Di 26. Aug 2025, 13:56 Und Transmänner sind ihr schonmal doppelt egal. Es geht nur um die Exklusivität der "Frau".
Sie stellt sie nicht so in den Mittelpunkt, aber tatsächlich sind sie aus ihrer Sicht "fehlgeleitete Frauen". Aus der Stellungnahme des LSVD zum Schwarzer/Luis Buch, Punkt 6:
Transgeschlechtlichkeit bei trans* Männern wird ebenfalls damit „erklärt“, dass es ein Ausweg bzw. Irrweg sei, um engen Weiblichkeitsbildern zu entkommen. Das ist falsch. Mit dieser Erklärung hätte es vor 20 oder 30 Jahren viel mehr trans* Männer geben müssen, da die Möglichkeiten für Mädchen und Frauen deutlich beschränkter waren.

Da sich trans*weibliche Personen meist später outen, gleicht sich erst im Erwachsenenalter das Verhältnis zwischen trans*männlichen, trans*weiblichen und nicht-binären Personen an. In der weltweit größten Studie unter erwachsenen trans* Personen (ca. 28.000 Teilnehmer*innen) gaben jeweils ungefähr ein Drittel der Teilnehmer*innen an, sich als trans*männlich, trans*weiblich oder als nicht-binär zu identifizieren.
Die innere Widersprüchlichkeit, aber auch ihre Forderungen nach "irreversiblen"(!), also körperlich-operativen Massnahmen für eine Anerkennung als trans Person kommt in diesem Interview raus:
Auf den Punkt gefragt: Sind trans-Frauen für Sie „richtige Frauen“? Auf diese Frage habe ich schon vor 40 Jahren geantwortet: Ja! Einen Mann, der diesen irreversiblen Schritt getan hat, sollten wir Frauen als Frau akzeptieren. Und umgekehrt. Dies darf jedoch nicht missbraucht werden durch dominantes Eindringen in Frauenräume - wie im Sport oder in Frauenschutzräumen. Es ist ebenfalls von den „neuen Frauen“ Respekt zu erwarten, Respekt vor den biologischen Frauen. Was allerdings eine „richtige“ Frau ist, weiß niemand. Für mich müssen „richtige“ Frauen nicht zwingend Dessous, Kleidchen und rote Fingernägel tragen. Oder gerne Eierlikör trinken. Das ist doch ein groteskes, reaktionäres Frauenbild von vorgestern.
In Bezug auf trans Männer müsste also gefragt werden: Ist dann ein trans Mann nur dann ein "richtiger" Mann, wenn er sich Brüste, Uterus, etc entfernen lässt?

Noch so ein logischer Knoten: Was ist hier mit der körperlichen Selbstbestimmung, die Schwarzer so wichtig ist und für die sie gegen den §218 aktiv ist und gegen Ausbeutung in Porno und Prositution, inklusive Zwangsbeschützung auch jener, die das gar nicht wollen?

Wie selbstbestimmt ist es insbesondere für trans Frauen, wenn sie nur durch quasi zwangsweisen Verzicht auf ihre körperliche Selbstbestimmung zu "echten [akzeptierbaren] Frauen" werden?

Wieso wohl wurde 2011 (erst!) der in der Urfassung des TSG seit 1981 vorhandene Voraussetzungen Sterilisation ("dauerhafte Fortpflanungsunfähigkeit") und "seine äußeren Geschlechtsmerkmale verändernden operativen Eingriffe" für die Personenstandsänderung vom BVerfG gekippt? Hinweis: Art. 2 Abs. 1 und Abs. 2 in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 GG. Also freie Entfaltung der Persönlichkeit, Leben und körperliche Unversehrtheit, Menschenwürde.

Dahin möchte Schwarzer zurück, bevor sie trans Personen als "echt" ansieht.

Letztenendes steckt sie in der Breduille, dass trans Personen die damalige feministische Erzählung sprengen, nach der Frauen aufgrund ihrer Körperlichkeit eine Genderrolle anerzogen / aufgeprägt bekommen, die sie im Patriarchat unterdrückt. Das ist für viele cis Frauen sicherlich richtig, aber trans Frauen, die freiwillig ihre männlichen Privilegien aufgeben, unter denen sie leiden, passen hier nicht ins Schema. Genauso trans Männer, die sich quasi entsolidarisieren und ins "feindliche Lager" wechseln, statt anständige feministische Lesben zu sein. (Egal ob sie als Männer dann schwul oder hetero sind)

Innerhalb ihres 70er Jahre Weltbilds lässt sich das nicht auflösen.


(Ihre anderen Falschbehauptungen aus dem Interview zu kommentieren fehlt mir jetzt die Zeit)
Michi
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Re: ARTE: Der männliche Blick

Post 21 im Thema

Beitrag von Michi »

Ich tue mich mit einem Teil deiner Aussagen sehr schwer und habe intensiv überlegt, was und wie ich darauf antworte. Es wird wohl trotzdem nicht perfekt sein.

Es ist nicht an dich gerichtet, wenn ich noch betone, dass ich meine Worte nicht Anklage oder Angriff gegen dich sind. Ich fühle mich jedoch dazu genötigt, dies vorweg zu schicken, weil sich in der Vergangenheit öfter andere eingemischt und mich dafür angegangen haben, dass ich andere Positionen als sie vertrete und versuche meine Sichtweisen und Gedanken einzubringen.

Vicky_Rose hat geschrieben: Di 26. Aug 2025, 08:56
MichiWell hat geschrieben: Mo 25. Aug 2025, 21:59 Da gab es ja immer wieder Hinweise oder Andeutungen, die annehmen lassen, dass es Menschen waren, die nicht ins heteronormative Bild ihrer Zeit passten, und in der jüngeren Vergangenheit wurde es noch viel häufiger und deutlicher.
Das ist mir neu, macht aber in Grenzen Sinn. Diese Menschen mussten aus den üblichen Gedankenkreisen heraus, um Neues zu denken. Es ist die Freiheit des Geistes.
Ich hätte auch noch die vielen Künste erwähnen können, die ebenso für viele Betroffene Zuflucht waren und heute noch sind. Es waren/sind alles Betätigungen, die erlauben, sich dem Umfeld zu entziehen, von dem man fühlt, dass man da nicht hinein passt.

Vicky_Rose hat geschrieben: Di 26. Aug 2025, 08:56
ob das nicht irgendwann zur Ersatzhandlung geworden ist
Ersatzhandlung für was ? Für mein Transdasein ? Das lebe ich. Ich versuche nur meine inneren Widersprüche aufzulösen.
Ich bezog mich nicht auf das Jetzt, sondern auf den Werdegang. Du hast dich (in meiner Wahrnehmung) über Jahre gequält, eine Erklärung für dein Sein zu finden, und dich auf diese Weise lange selbst daran gehindert, dich zu akzeptieren und zu leben. Ich kann mich noch recht gut daran erinnern, wie ich vor ca. 10 Jahren versucht hatte, dich mal zur Teilnahme an einem unserer damaligen halbjährlichen Treffen in den Hessischen Märchenwäldern zu bewegen, weil ich echt Bock hatte, neben Jenina und ein paar anderen auch dich persönlich kennenzulernen. Mein eigenes Problem war nicht die Selbstannahme, sondern die große Angst, in der Öffentlichkeit als "Nicht-Frau" erkannt zu werden, oder schlimmer noch: als "Vorname-Nachname" von Leuten die mich auch so kennen, und von der mutmaßlich damit verbundenen Ablehnung und der Vernichtung meines bisherigen Lebens. Das erste Mal Kassel .. am hellerlichten Tag und gleich unter tausenden Leuten auf der Wilhelmshöhe und Königsstraße war für mich Himmel und Hölle zugleich. Ohne die anderen Mädels hätte ich das nie gepackt.

Vicky_Rose hat geschrieben: Di 26. Aug 2025, 08:56
Warum sind wir eine Provokation? Ich sehe nicht, dass irgendein System versucht, uns so gut wie möglich zu integrieren .. Stichwort Passing-Bemühungen
Ich habe versucht die Perspektive zu wechseln. Passing ist klar eine Bemühung, sich anzupassen, aber auch sich auszudrücken oder zu verstecken. Es gibt viele Interpretationen. Das wollte ich gar nicht ansprechen. Die Frage, die ich mir gestellt habe, war, wie geht die Gesellschaft mit uns um ? Würde sie uns konsequent ablehnen, müsste sie uns in irgendeiner Form ablehnen. Das machen vielleicht einzelne Menschen oder Gruppen, aber nicht die Gesellschaft als Ganzes. Sie will zwar im wesentlichen nicht auf eine Binarität verzichten, ist so flexibel, dass sie uns z.B. in Form eines Selbstbestimmungsgesetz oder in einer Abschaffung der pathologischen Sichtweise im ICD, integriert.

Wir provozieren nicht um der Provokation willen, sondern durch unsere Existenz. Wir können gar nicht anders.
Ich versuche mal, die Perspektive wieder zurecht zu rücken:

Provokation ist eine Tathandlung, die die Absicht zu provozieren mit einschließt. Wenn ich aber nicht die Absicht habe, sondern im Gegenteil durch meine Passing-Bemühungen zu vermeiden versuche, dass sich jemand an mir stört, dann provoziere ich auch nicht. Wenn ich von Leuten wegen meines Seins beschimpft werde, dann ist diese Beschimpfung und die damit verbundene Aufforderung die eigentliche Provokation, die mich dazu bringen soll, mein Verhalten zu ändern und mich gemäß der Vorstellungen meines Gegenüber zu kleiden und zu verhalten.

Vicky_Rose hat geschrieben: Di 26. Aug 2025, 08:56
Denen geht es weniger um Frauen, geschweige denn Menschen im Allgemeinen, sondern um Macht.
Ich würde das nicht so hart formulieren. Aber Wirkmächtigkeit passt vielleicht ganz gut. Aber ich halte das für eine Verkürzung der Sichtweise der beiden genannten Protagonistinnen. Beide sprechen sich nicht generell gegen Transmenschen aus, sondern in den meisten Fällen gegen den vermeintlichen oder möglichen Missbrauch von Transgenderrechten.
Das sehe nicht nur ich anders.

Vicky_Rose hat geschrieben: Di 26. Aug 2025, 08:56 JKRolling spricht sich z.B. dagegen aus, dass Menschen wegen ihrer Sichtweise entlassen werden. Sie schreibt aber auch im gleichen Zusammenhang:
Zieh dich an, wie du willst. Nenn dich, wie du willst. Schlaf, mit welchem Erwachsenen du willst. Lebe das beste Leben in Frieden und Sicherheit. Aber Frauen aus ihrem Job werfen, weil sie behaupten, dass Geschlechter real sind
https://www.rnd.de/promis/j-k-rowling-u ... P7FRU.html

Das macht sie nicht zu einer Freundin von Trans, aber sie ist auch nicht die Feindin, als die sie häufig dargestellt wird.
Sie beschuldigt unzweifelhaft trans* Menschen, dass sie bestimmte Frauen aus ihrem Job geworfen hätten. Das ist mindestens grober Unfug, wenn nicht sogar Böswilligkeit! Diese eine Frau, auf die sie sich bezogen hat, wurde nämlich nicht von trans* Menschen entlassen. Und ich bin noch nicht mal sicher, ob sie entlassen wurde oder selbst gegangen ist, weil sie sich der Auseinandersetzung mit Menschen verweigert hat, die uns unterstützen.

Und: Man kann uns nicht "das beste Leben in Frieden und Sicherheit" wünschen, und gleichzeitig dafür kämpfen und öffentlich abfeiern, dass uns Frieden und Sicherheit (in GB per Gesetz) verwehrt werden. Genau das macht aber JKR, und deswegen gebe ich keinen Pfifferling auf ihre offensichtlich verlogenen Worte.

Vicky_Rose hat geschrieben: Di 26. Aug 2025, 08:56 Nehmen wir Alice Schwarzer. Sie schrieb bereits 1984, aktualisiert 2022
Und die Minderheit der echten Transsexuellen, deren tiefer Konflikt nur durch Anpassung zu heilen ist? Bei ihnen vergisst man das Aufregendste: Nämlich, dass Transsexuelle Menschen sind, deren gelebte Erfahrung zwei Geschlechter umfasst – und sie uns viel erzählen könnten.
https://www.emma.de/artikel/anpassung-die-rolle-337403
Das ist 1-A-Gate-Keeping. AS maßt sich an, darüber zu urteilen, wer echt ist und wer nicht. Ich weiß, das Beispiel ist nicht so gut, aber man stelle sich mal kurz vor, jemand würde in gleicher Weise bestimmen wollen, was echte Feministinnen sind .. also z.B. nur die Minderheit, die hetero ist, weil Lesben den Feminismus ja nicht aus ehrbaren Motiven betreiben würden, sondern nur um ihren Männerhass auszuleben und Macht zu bekommen. Da würde doch sofort auf Selbstbestimmung gepocht werden.

Vicky_Rose hat geschrieben: Di 26. Aug 2025, 08:56 Liest man den Text nicht vor dem Hintergrund, was für uns nicht passt, sondern vor einem Hintergrund, wo wir ihr zustimmen können, ist eine prinzipielle Anlehnung nicht zu finden. Es geht darum auf der Basis gemeinser Sichtweisen die Differenzen zu diskutieren. Ich halte beide Personen nicht für Transgegner, sondern so manches, was sie von sich geben, wird dramatisch überhöht. Natürlich gibt es Kritikpunkte, die viele von uns anders sehen. Aber die Verteufelung hat aus meiner Sicht keine echte Basis.
Bedenke bitte: Du unterstellst mir damit zugleich die Absicht, nicht verstehen zu wollen, und gibst mir die Schuld an der Ablehnung. Und du glaubt, durch Übernehmen der ablehnenden Positionen Verständnis und eine Verbesserung unserer Lage zu erreichen. In beiden Fällen liegst du falsch.

Du kannst dir nicht einfach die am wenigsten schlimmen Äußerungen herauspicken und behaupten: "Alles nicht so wild." Das ist doch keine Strategie zur Problemlösung.

Vicky_Rose hat geschrieben: Di 26. Aug 2025, 08:56
Und damit sind wir eine Bedrohung für die Deutungshoheit
Das meinte ich. Oftmals sind es auch Ängste, die zur Triebfeder werden. Frei nach dem Motto: Was ich nicht kontrollieren kann, macht mir Angst und deshalb bekämpfe ich es. Die Saunafrage ist für mich ein klassisches Beispiel.
Wir werden nicht weniger bekämpft, wenn wir uns selbst und gegenseitig bekämpfen. Wer die Deutungshoheit über andere beansprucht, will Macht über sie ausüben, und wird sich keine Chance auf noch mehr Macht entgehen lassen. Darum können wir nur verlieren, wenn wir denen bereitwillig die Deutungshoheit über uns überlassen.

Vicky_Rose hat geschrieben: Di 26. Aug 2025, 08:56 DAs was AS im genannten Artikel thematisiert hat, ist genau unsere Sache: die Auflösung der Verbindung von gesellschaftlichen Geschlechterrollen und biologischem Geschlecht. Wenn ich sie richtig verstehe, will sie den Begriff "Frau" an das biologische Geschlecht verbunden wissen, aber Weiblichkeit auch von biologischen Männern gelebt werden kann. Sie akzeptiert den Wunsch nach körperlicher Veränderung, das manche Menschen empfinden, wenn ihr Körper nicht ihrer Seelenlage entspricht. Eine Position, mit der ich gut leben kann, auch wenn ich mit den Personen AS und JKR nicht viel anfangen kann.
Da gehe ich nicht mit. AS will die Geschlechterrollen irgendwie "auflösen", aber nicht das biologische Geschlecht. Die Lager sollen bleiben und die Zuordnung per Geburtsrecht. Trans* Frauen sind für AS bestenfalls irgendwelche Kranken, von denen sie den schlimmsten Fällen gönnerhaft Hilfe zugesteht .. jedoch nicht, ohne sie nach Gutsfrauenart einzuschränken. Und trans* Männer sind für sie Verräter an der feministischen Sache. Angleichende Maßnahmen wie Mastektomie hat sie in der Vergangenheit als Verstümmelung von Frauenkörpern bezeichnet.
Vicky_Rose hat geschrieben: Di 26. Aug 2025, 08:56 Was mich stört, sind die Überhöhungen, die beide Seiten der jeweils anderen andichten, um ein "Feindbild" aufzubauen, statt zuzuhören, Gemeinsamkeiten zu suchen und gemeinsam zu agieren. Wenn die Kameras ausgeschaltet sind und die Handys zur Seite gelegt werden. ließe es sich mit vielen "Gegnern" gut diskutieren. Der Schlüssel heißt Empathie für die andere Seite. Der Gegner ist dort, wo er uns als Transmenschen verbal oder körperlich angreift. Und das sind sehr häufig die, welche auch Bio-Frauen angreifen und/oder einschränken. Da sind Kooperationen möglich. Manchmal muss man über den eigenen Schatten springen.
Das zu tun, geht schon deutlich Richtung Stockholm-Syndrom. Und dann ist da auch noch das Toleranz-Paradoxon.

Mich empathisch in die Position meiner Feinde hineinzufühlen, führt leider nicht dazu, dass diese ihre Haltung auch nur ein My ändern. Dazu müssten sie sich nämlich empathisch in unsere Situation hineinfühlen, was sie ja nicht tun. Warum sollte ich meine Haltung ändern und ganz reale Nachteile für mich wollen, nur weil die sich an ihre hypothetischen Bedrohungsfantasien klammern?!

Der Gegner ist nicht nur dort, wo er uns offen verbal oder körperlich angreift. Nein, der Gegner ist bereits da, wo er Mitmenschen Angst vor uns macht, sie aufwiegelt und zum Hass anstachelt. Die Ängste mögen nachvollziehbar sein. Trotzdem sind sie auch nicht mal annähernd die Realität als die sie verkauft werden, und Verständnis dafür aufbringen und bestätigen ist der falsche Weg.
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Re: ARTE: Der männliche Blick

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Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

MichiWell hat geschrieben: Mi 27. Aug 2025, 23:08 dass ich meine Worte nicht Anklage oder Angriff gegen dich sind.
Liebe Michi,

noch nie habe ich Deine Worte als persönlichen Angriff verstanden und so auch hier. Ich möchte hier nur auf wenige Punkte eingehen, den Rest können wir gerne bilateral klärenfalls notwendig.
und dich auf diese Weise lange selbst daran gehindert, dich zu akzeptieren und zu leben.
Stimmt. Ich war damal noch nicht so weit wie heute. Ich sehe das viel entspannter, aber das Nachdenken gehört zu meiner Natur ... Ich war einmal in den Märchenwäldern dabei und war überfordert. Deshalb bin nicht wieder hin gefahren. Ich steckte irgendwo zwischen en femme rausgehen (ich hatte meine ersten Schritte gemacht) und einem Leben en femme (das ich mir nicht vorstellen konnte, ohne mich als Freak zu sehen). Und die Begegnung mit Transfrauen war noch sehr ungewohnt für mich. Ich hatte echt viel zu verarbeiten. Das brauchte viel Zeit. Und quälen wir uns nicht alle, mit unserer Fähigkeit ...
Provokation ist eine Tathandlung, die die Absicht zu provozieren mit einschließt.
Wenn Du Provokation ausschließlich so verstehst, kann ich Deine Antwort verstehen. Ich verstehe es auch in dem Sinn:
Provoziert werden ebenfalls Regel- und Normverletzungen, aber auch zielungerichtete Verhaltensweisen.
Provoziert werden ebenfalls Regel- und ... ensweisen.

Ich denke es hier von der Seite des "Empfängers", der möglicherweise unsere Erscheinung als Provokation empfindet. Das bedeutet Ablehnung oder vielleicht auch (im besten Fall) einen Anlass die eigenen Empfindungen zu überprüfen.
Vielleicht wird dadurch meine Sichtweise verständlicher. Falls nicht, führe ich das gerne weiter aus.
dann ist diese Beschimpfung und die damit verbundene Aufforderung die eigentliche Provokation, die mich dazu bringen soll, mein Verhalten zu ändern und mich gemäß der Vorstellungen meines Gegenüber zu kleiden und zu verhalten.


Hier haben wir einen Unterschied. Ich lasse mir heute nicht mehr vorschreiben, wie meine Erscheinung aussehen soll. Ich empfinde Ablehnung nicht mehr als Aufforderung, mich anzupassen.

Über das Thema JKR oder AS wollte ich nichts mehr schreiben, aber ich sehe doch die Notwendigkeit dafür. Ich bemühe mich, gelegentlich auch einmal die Perspektive zu wechseln. Kaum jemand ist so "gut" oder so "böse", dass man nicht auch andere Aspekte entdecken kann. Ich halte das für zwingend, wenn es um Ausgleich und Deeskalation gehen soll.
Bedenke bitte: Du unterstellst mir damit zugleich die Absicht, nicht verstehen zu wollen, und gibst mir die Schuld an der Ablehnung.
Das ist ein gravierender Aspekt. Versuche das für den Augenblick einmal anders zu lesen. Ich unterstelle Dir gar nichts, will ich auch nicht. Ich praktiziere immer wieder einen Perspektivwechsel und versuche mich in die Rolle des/r Anderen zu versetzen. Das ist eine Ich-Aussage. Wenn Du glaubst, ich würde Dir etwas unterstellen, ist das eine Aussage, die Du generierst. Meine Erfahrung, und die ist ganz persönlich, ist die, dass bei einer emotionaler Reaktion meinerseits immer ich selber verantwortlich bin. Es gibt in meinem Leben einige Schlüsselerlebnisse dafür. Eine davon ist, dass ich eine Ablehnung meiner Person im en femme Auftreten, emotional total gelassen bleiben kann. Es ist das Problem des Anderen, nicht meines. Das war früher anders. Ganz im Sinne der Beschreibung von Alice Miller, dass ein Kind für sein Verhalten geliebt werden will. DAvon habe ich mich weitgehend emanzipiert.
Und du glaubt, durch Übernehmen der ablehnenden Positionen Verständnis und eine Verbesserung unserer Lage zu erreichen. In beiden Fällen liegst du falsch.
Ob ich mit meiner Haltung, zu einer Problemlösung beitrage, hängt von der Diskussion ab. Es muss von beiden Seiten die Bereitschaft dazu signalisiert werden. Auch hier habe ich einige positive Schlüsselerlebnisse. Wir können Konflikte nicht vermeiden, aber wir können sie auf die Konfliktfelder eingrenzen und damit eine Eskalation vermeiden, wenn wir die Aspekte detektieren, in denen Gemeinsamheiten vorliegen. Das ist Deeskalation. Im gegenteiligen Fall werden Differenzen verallgemeinert und sogar auf Personen generalisiert. Das erschwert jede Diskussion und Ausgleich oder macht sie teilweise sogar unmöglich.
Das ist doch keine Strategie zur Problemlösung.
Es ist ein Einstieg in eine Problemlösung. Es geht darum, den Anderen nicht in seiner Person anzugreifen, sondern sein Recht auf seine Sichtweise zu akzeptieren. Ich muss ihr ja nicht folgen. Aber wenn alleine der Name AS oder JKR fällt, geht bei vielen bereits der Rolladen zu. Das macht eine Verständigung nur schwer möglich. Gesprächsbereitschaft zu zeigen hat auch den Vorteil, dass wir für unsere Positionen mehr Akzeptanz bei Dritten finden. Wenn wir immer wieder diskriminierend über andere sprechen, werden wir negativ wahrgenommen. Ist das besser ? Erreichen wir irgendetwas damit ? Ich halte das für eine sehr schlechte Stategie.
Darum können wir nur verlieren, wenn wir denen bereitwillig die Deutungshoheit über uns überlassen.
Das müssen wir gar nicht. Ich überlasse niemanden die Deutungshoheit, wenn ich versuche Aussagen von Anderen auch in einer anderen Perspektive zu sehen. Ich muss dazu keine andere Meinung übernehmen. Beispiel: Du und ich haben offensichlich andere Vorstellungen vom Begriff "Provokation". Aber durch die Erläuterung, was wir jeweils darunter verstehen, können wir uns annähern und einen dritten Weg finden. Würden wir beide auf unsere Meinung beharren, könnte die Diskussion eskalieren und persönlich werden. Wenn ich die verschiedenen Eskalationen hier im Forum sehe, liegt das mMn daran, dass man sich zu wenig mit der Position der Anderen zu beschäftigen und die eigene Position als die "richtige" zu sehen. Das wird ja auch immer wieder beklagt.
Dahin möchte Schwarzer zurück, bevor sie trans Personen als "echt" ansieht.
Ist das nicht spekulativ ?
Dahin möchte Schwarzer zurück, bevor sie trans Personen als "echt" ansieht.
Sie sieht Transpersonen als echt an. Sie schrieb in dem o.g. Artikel:
Die Existenz der Transsexualität beweist: Die Seele ist stärker als der Körper - sie bestimmt die Geschlechtsidentität. Der Körper ist nur Vorwand für diese Zuweisung.
Wir radikalen Feministinnen haben eben diesen Zustand als Einengung, als Verstümmelung erkannt. Unser Ziel ist, in aller Schlichtheit und Vermessenheit, die Menschwerdung von Frauen und Männern. Endlich männlich und weiblich in einer Person sein können und dürfen! Dafür kämpfe ich.... Lebensläufe von Transsexuellen sind Schicksale. Heimlichkeit, Demütigung, Verzweiflung. Seit 1981 ist es in der Bundesrepublik für eineN TranssexuelleN rechtlich möglich, die Identität zu ändern: aus Karl wird nun auch im Ausweis Carmen, aus Michaela Michael.

Dass den meisten Transsexuellen der neue Ausweis nicht genügt, sondern dass sie auch einen "neuen" Körper wollen, ja ihnen das Voraussetzung zum Weiterlebenkönnen scheint - das ist schwerwiegend. In einer vom Terror der Geschlechtsrollen befreiten Gesellschaft wäre Transsexualismus schlicht nicht denkbar. Transsexualismus scheint mir der dramatischste Konflikt überhaupt, in den ein Mensch auf dem Weg zum "Mannsein" oder "Frausein" in einer sexistischen Welt geraten kann.
Das sind doch massive Statements, die man nicht ohne weiteres vom Tisch fegen kann. Welcher Weg dahin der richtige ist, steht auf einem anderen Blatt. Aber auf diese Aussagen kann man sie festnageln. Andererseits ist z.B. ihre Kritik am SBGG teilweise unterirdisch. Das Grundproblem ist mMn, dass weder sie noch wir eine echte Definition von Mann und Frau haben. Es gibt viele Dimensionen des Begriffs: anatomisch, genetisch, sozial, ... und dass diese Dimensionen immer wieder vermischt werden. Ich bin anatomisch keine Frau und keine Operation kann mich dazu machen. Aber trotzdem trage ich in mir den Wunsch eine Frau zu sein. Der Begriff Frau oder Mann ist einfach massiv überfrachtet. Und niemand bekommt das auf die Reihe. Wie sollte das auch gehen ?

Unsere Natur verlangt zwei Geschlechter zur Vermehrung. Das ist der Ursprung der Binarität. Ganz platt. Aber es gibt unendlich viele Erscheinungsformen von Menschen. Körperlich, geistig ... auch das ist Natur. Die Natur ist immer zu Variationen in allen Bereichen bestrebt, denn nur so entsteht Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Randbedingungen. Ob Mikrobe oder Mensch, in diesem Aspekt sehe ich keinen Unterschied. Als wahrscheinlich komplexestes Wesen, das jemals existiert hat, gibt es "unendlich" viele Kombinationen. Und dann kommen noch die sozialen und gesellschaftlichen Aspekte hinzu. Das ist alles trivial und wissen wir. Warum also versuchen wir immer wieder, diese Vielfalt in zwei Begriffe zu packen ? Da steckt für mich eine Basis der meisten Streits. Sich selber zu erklären (Ich-Botschaften) und dem Anderen zuhören zu wollen, ist für mich Annäherung. Die Reduktion des Anderen auf eine Position ist viel zu wenig. Kritisieren wir Frau Schwarzer da, wo sie zu kritisieren ist, aber lassen wir die Kirche im Dorf. Sie ist definitiv nicht gegen Transsexualität oder die Akzeptanz von "Männern", die als Frauen leben.

Eine AS oder JKR halte ich nicht für harmlos, aber es macht mMn Sinn, sich zum eigenen Nutzen mit ihren Positionen offener zu beschäftigen. Darauf wollte ich nur hinweisen.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Michi
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Re: ARTE: Der männliche Blick

Post 23 im Thema

Beitrag von Michi »

Hallo Vicky,

sorry, ich nochmal. Aber ich versuche mich kurz zu fassen. :D
Vicky_Rose hat geschrieben: Do 28. Aug 2025, 10:35 Und die Begegnung mit Transfrauen war noch sehr ungewohnt für mich.
Verstehe. Ich habe es als Befreiung gesehen, und es hat mir Sicherheit gegeben, beim Schritt in die Öffentlichkeit Menschen dabei zu haben, die schon mehr Erfahrung hatten.

Vicky_Rose hat geschrieben: Do 28. Aug 2025, 10:35 Ich denke es hier von der Seite des "Empfängers", der möglicherweise unsere Erscheinung als Provokation empfindet. Das bedeutet Ablehnung oder vielleicht auch (im besten Fall) einen Anlass die eigenen Empfindungen zu überprüfen.
Das kann ich nachvollziehen, aber nicht mitgehen, denn ich kann nichts für die Empfindungen der anderen, und möchte mir nicht die Schuld dafür aufbürden (lassen), was ja, wie auch du sicherlich in verschiedenen Threads hier im Forum gelesen, durchaus gemacht wird .. auch von Mitbetroffenen mit unterschiedlicher Selbstdefinition (CD, TS, ..).

Vicky_Rose hat geschrieben: Do 28. Aug 2025, 10:35 Über das Thema JKR oder AS wollte ich nichts mehr schreiben, aber ich sehe doch die Notwendigkeit dafür. Ich bemühe mich, gelegentlich auch einmal die Perspektive zu wechseln. Kaum jemand ist so "gut" oder so "böse", dass man nicht auch andere Aspekte entdecken kann. Ich halte das für zwingend, wenn es um Ausgleich und Deeskalation gehen soll.
Bedenke bitte: Du unterstellst mir damit zugleich die Absicht, nicht verstehen zu wollen, und gibst mir die Schuld an der Ablehnung.
Das ist ein gravierender Aspekt. Versuche das für den Augenblick einmal anders zu lesen. Ich unterstelle Dir gar nichts, will ich auch nicht.
Okay. Ich merke, ich hätte mich besser ausdrücken müssen. Da ich durchaus versuche, die andere Seite nachzuvollziehen, fühlt es sich nicht gut an, gesagt zu bekommen, dass man es doch mal tun soll. Das kommt dann (bei mir) als Unterstellung der Absicht an, nicht verstehen zu wollen. Zum Thema an sich: Es fühlt sich für nicht richtig an, wenn ich einzelne Aussagen positiv werten soll, weil ich dazu die anderen klar negativen Aussagen ausblenden muss, obwohl diese doch thematisch sehr eng miteinander verbunden sind. Und ganz kurz zu AS (das gilt aber auch ganz allgemein): Wenn jemand Hilfe nur zu seinen Bedingungen gewährt, diktiert, wie ich zu sein und mich zu verhalten habe, um diese Hilfe zu bekommen, dann geht es dieser Person doch wohl nicht darum, mir zu helfen, sondern vielmehr darum, ihr Ego aufzupäppeln.

Vicky_Rose hat geschrieben: Do 28. Aug 2025, 10:35 Ob ich mit meiner Haltung, zu einer Problemlösung beitrage, hängt von der Diskussion ab. Es muss von beiden Seiten die Bereitschaft dazu signalisiert werden.

Gesprächsbereitschaft zu zeigen hat auch den Vorteil, dass wir für unsere Positionen mehr Akzeptanz bei Dritten finden. Wenn wir immer wieder diskriminierend über andere sprechen, werden wir negativ wahrgenommen. Ist das besser ? Erreichen wir irgendetwas damit ? Ich halte das für eine sehr schlechte Stategie.
Es gibt andere Menschen als AS und JKR, die ihre Bereitschaft, ihre Hilfe ohne Vorbedingungen signalisieren.

Mal abgesehen davon, dass ich nicht sehe, dass AS oder JKR zu Gesprächen bereit wären, frage ich mich, wie meine Gesprächsbereitschaft gegenüber denen aussehen sollte? Um mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die mich als krank, gestört und sonst noch was sehen, und die offensichtlich nicht allen Menschen die selben Grundrechte zugestehen wollen, muss ich mich doch selbst erniedrigen, um aus deren Sicht auf das Niveau eines Menschen 2. (Mann) oder 3. Klasse (trans*) herab zu steigen, auf dem sie mich verorten. AS und JKR haben sich zudem mit Menschen verbündet, die uns unsere mühsam erkämpften Rechte wegnehmen wollen.

Sorry, wenn ich das gerade so hart formuliert habe. Ich bin kein Kämpfertyp. Und ich leide unter dieser Fremdbestimmung. Darum grenze ich mich ab und möchte ich mich nicht mit diesen Menschen zum Gespräch treffen, sondern viel lieber mit solchen Menschen, die mich gleichwertig und auf Augenhöhe sehen.

Vicky_Rose hat geschrieben: Do 28. Aug 2025, 10:35
Darum können wir nur verlieren, wenn wir denen bereitwillig die Deutungshoheit über uns überlassen.
Das müssen wir gar nicht. Ich überlasse niemanden die Deutungshoheit, wenn ich versuche Aussagen von Anderen auch in einer anderen Perspektive zu sehen. Ich muss dazu keine andere Meinung übernehmen.
Da drehen wir uns im Kreis. Aus welcher "anderen" Perspektive sollte ich Aussagen sehen, die mich zu einem Menschen 2. oder 3. Klasse herabstufen?

AS mag Anfang der 1980er Jahre uns gegenüber vergleichsweise positiv dagestanden haben. Aber nicht erst in den letzten paar Jahren ist sie zu dem mutiert, was man sonst gerne mit "alter weißer Mann" umschreibt.

Hier mal 3 Links dazu:

Alice Schwarzer irrt
9 Kritikpunkte an Alice Schwarzers gefährlichen und falschen Thesen zu "Transsexualität"

Schon früher war sie damit aufgefallen, trans Männer als lesbische Verräterinnen einzuordnen, und trans Frauen als schwule Eindringlinge.

Und weil ja gerne der Verdacht aufkommt, dass sie nur falsch verstanden wird, hier noch das, was sie selbst veröffentlicht:
"Wir Feministinnen sind angetreten für eine Befreiung vom Geschlechterdiktat – und nun das«

Nicht nur, dass sie Gatekeeping betreibt, indem sie in echte und unechte Transsexuelle unterteilt. Sie ist unzweifelhaft zur Biologistin geworden, und schreibt, dass wir "ein so verstörtes Verhältnis zu ihrem Körper haben", und dass das "nur Maskeraden" sind, und unterstellt anderen, dass sie den Unterschied zwischen Sex und Gender nicht kennen würden.


Erleuchte mich, denn mir fehlt da wirklich die Fantasie, wie ich mit solchen Menschen ins Gespräch kommen sollte.

Vicky_Rose hat geschrieben: Do 28. Aug 2025, 10:35 Beispiel: Du und ich haben offensichlich andere Vorstellungen vom Begriff "Provokation". Aber durch die Erläuterung, was wir jeweils darunter verstehen, können wir uns annähern und einen dritten Weg finden. Würden wir beide auf unsere Meinung beharren, könnte die Diskussion eskalieren und persönlich werden.
1. Ich habe ab und zu auch falsche Vorstellungen von Bedeutungen von Begriffen. Darum schlage ich im Zweifelsfall lieber nochmal nach.
2. Der Versuch, aufzuzeigen, was bei mir passiert: Wenn mein Asperger-Gehirn "A" liest/hört, dann steht da klar: "A", und nicht: "Könnte auch irgendwas mit B sein."
3. Ich habe anhand deiner Erklärung darüber nachgedacht. Was du meinst, wenn du von "Provokation" schreibst, lässt sich mit Trigger oder Auslöser treffender benennen.

Vicky_Rose hat geschrieben: Do 28. Aug 2025, 10:35 Wenn ich die verschiedenen Eskalationen hier im Forum sehe, liegt das mMn daran, dass man sich zu wenig mit der Position der Anderen zu beschäftigen und die eigene Position als die "richtige" zu sehen. Das wird ja auch immer wieder beklagt.
Ich sehe noch nicht mal so sehr das Problem zwischen zwei Personen, die eine Meinungsverschiedenheit haben. Vor allem sind es ganz bestimmte hier, die sich zuvor i.d.R. auch noch gar nicht an der Diskussion beteiligt haben, die regelmäßig in solchen Momenten auftauchen und die Gelegenheit nutzen, Stimmung gehen eine der beiden Personen zu machen, die sie schon lange hassen. Darum hatte ich auch zu Anfang meines letzten Beitrages diesen Disclaimer geschrieben, den du dann doch auf dich bezogen hast, obwohl ich bestimmte Dritte damit gemeint hatte.

Vicky_Rose hat geschrieben: Do 28. Aug 2025, 10:35 ...
Das ist nicht von mir. Da bist in einen anderen Beitrag (den von Jaddy) verrutscht. Darauf möchte ich nicht auch noch eingehen.


Liebe Grüße (has-o)
Michi
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Re: ARTE: Der männliche Blick

Post 24 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Vicky_Rose hat geschrieben: Do 28. Aug 2025, 10:35
Dahin möchte Schwarzer zurück, bevor sie trans Personen als "echt" ansieht.
Ist das nicht spekulativ ?
Das war von mir, nicht Michi. Nein, das ist nicht spekulativ. Ich zitiere noch mal die wichtige Stelle aus dem ziemlich aktellen Interview, 40 Jahren nach dem ersten Text:
Einen Mann, der diesen irreversiblen Schritt getan hat, sollten wir Frauen als Frau akzeptieren. Und umgekehrt. Dies darf jedoch nicht missbraucht werden durch dominantes Eindringen in Frauenräume - wie im Sport oder in Frauenschutzräumen. Es ist ebenfalls von den „neuen Frauen“ Respekt zu erwarten, Respekt vor den biologischen Frauen.
Ich unterstelle Alice Schwarzer, dass sie mit all ihrer Erfahrung nicht unbedacht formuliert. Vor allem nicht bei einem Thema, über das sie gerade ein Buch mit ihrem dezidierten Standpunkt und Meinung veröffentlicht hatte.

Sie sagt ausdrücklich, dass sie - als Frau - einen Mann als Frau akzeptieren sollte. Wir könnten ihr höchstens zugute halten, dass sie nur den Menschen vor der Transition als Mann bezeichnet. Das würde immer noch bedeuten, dass sie eine Transidentität vor der Transition nicht als valide anerkennt.

Sie spricht auch von "diesem irreversiblen Schritt". Was an einer trans-weiblichen Transition ist irreversibel? Eigentlich nur die Genitaloperation, genauer die Penektomie und Orchiektomie. Kurz gesagt: Akzeptanz nur ohne Schwanz.

Sie erwartet Respekt vor biologischen Frauen, macht also einen kategorischen Unterschied. Frau (trans) ist was anderes als Frau (biologisch). Und zwar auf Dauer. Marke: Diesen "Makel" wirst du als trans Frau für Schwarzer nie los. Deshalb sehe ich keine wirkliche Akzeptanz, sonderen eine begrenzte Duldung. Umgekehrt finde ich keinen Respekt für den Leidensweg, eine ungewollte männliche Sozialisation durchgemacht zu haben, eine ungewollte Pubertät, ein ungewolltes Leben in falscher Rolle, die Kämpfe mit sich selbst, dann häufig mit der Umwelt und den Strukturen, die die Transition kontrollieren und schliesslich irgendwie als "echt" wahrgenommen zu werden. Ich sehe kein "WIllkommen, Schwester; du hattet einen noch härteren Weg zur Frau und jetzt sowohl den Sexismus als auch die Transfeindlichkeit zu ertragen".

Was da steht ist deshalb: "Wenn ein Mann sich das Genital entfernen lässt, lassen wir ihn als Frau zweiter Klasse teilhaben, solange er - naja "sie" - nicht die gleichen Rechte will. Wir haben Frauenräume, die ihr versperrt bleiben, und insbesondere Schutzräume für trans Frauen gibt es nicht, die sind nur für 'boiologische' Frauen".

Jetzt weiter mit dem alten 1984er Text von ihr und dem zentralen Unfug darin:
Dass den meisten Transsexuellen der neue Ausweis nicht genügt, sondern dass sie auch einen "neuen" Körper wollen, ja ihnen das Voraussetzung zum Weiterlebenkönnen scheint - das ist schwerwiegend. In einer vom Terror der Geschlechtsrollen befreiten Gesellschaft wäre Transsexualismus schlicht nicht denkbar. Transsexualismus scheint mir der dramatischste Konflikt überhaupt, in den ein Mensch auf dem Weg zum "Mannsein" oder "Frausein" in einer sexistischen Welt geraten kann.
Das bleibt naturgemäss weit hinter der aktuellen Erkenntnislage - 40 Jahre später - zurück. Körperliche Dysphorie wird nicht, auf jeden Fall nicht zentral durch inkogruente Rollenbilder verursacht, sondern steckt im Körperbild des Gehirns, das bereits vor der Geburt angelegt wird. Rollenbilder und die eigene körperliche Inkompatibilität damit tut in der Regel noch ordentlich was obendrauf, aber solange sich Körper und Gehirn vor der Geburt nach entsprechenden Signalen entwickeln - und zwar nacheinander -, wird es auch solche Dysphorie geben.

Von den meisten trans Personen egal welcher Richtung kriege ich Zustimmung, dass zB seit Beginn der Hormonumstellung "das Hirn endlich mit dem richtigen Betriebsstoff läuft". Das liegt nicht an den körperlichen Veränderungen (allein), sondern dass das Hirn endlich so tickt, wie es angelegt wurde.

Deshalb gäbe es auch in einer Gesellschaft ohne Geschlechterrollen Menschen, die ihren Körper verändern wollen bzw müssen, um mit sich leben zu können. Schwarzers Weltbild ist an dieser Stelle zu biologiefrei, wo sie an anderer Stelle Geschlecht an der Biologie festmacht. Nämlich wenn sie wie oben trans Frauen nicht als echt, sondern nur als - sorry - umoperierte Männer ansieht. Einer ihrer vielen Widersprüche.
Vicky_Rose hat geschrieben: Do 28. Aug 2025, 10:35Das Grundproblem ist mMn, dass weder sie noch wir eine echte Definition von Mann und Frau haben. Es gibt viele Dimensionen des Begriffs: anatomisch, genetisch, sozial, ... und dass diese Dimensionen immer wieder vermischt werden. Ich bin anatomisch keine Frau und keine Operation kann mich dazu machen. Aber trotzdem trage ich in mir den Wunsch eine Frau zu sein. Der Begriff Frau oder Mann ist einfach massiv überfrachtet. Und niemand bekommt das auf die Reihe. Wie sollte das auch gehen ?
Nunja, ein Ansatz wäre meines Erachtens, sich allzu fester, eigener Defintionen zu entziehen, indem man nicht apodiktisch erklärt, wer Frau erster und zweiter Klasse ist, und welche Einlassstempel in welche Bereiche des Frauen-Clubs wer nach welchen "Prüfungen" möglicherweise gewährt bekommt.
Vicky_Rose hat geschrieben: Do 28. Aug 2025, 10:35Kritisieren wir Frau Schwarzer da, wo sie zu kritisieren ist, aber lassen wir die Kirche im Dorf. Sie ist definitiv nicht gegen Transsexualität oder die Akzeptanz von "Männern", die als Frauen leben.
Genau da steckt einer der Kritikpunkte. Ihre Definition Frau basiert letztendlich auf einer biologistischen Perspektive, die Frauen und Männern grundsätzliche Unterschiede unterstellt. Ein weibliches vs ein männliches Prinzip. Nennt sich Essenzialismus. Gleichzeitig argumentiert sie eigentlich nur an Geschlechterrollen herum. Die will sie einerseits letztlich abschaffen, nämlich den Zwang von Frauen in "weibliche" Klischees, und ihnen die Freiheit geben, sich auch aus männlichen zu bedienen. Auf der anderen Seite hat sie ein Problem, wenn sich Männer nicht nur aus ihren Rollen befreien - das findet sie gut -, sondern komplett wechseln wollen, am liebsten mit allen Features und Konsequenzen.

Sprich: Schwarzer akzeptiert letztlich nicht ihrer eigene Aussage: "Die Seele ist stärker als der Körper - sie bestimmt die Geschlechtsidentität. Der Körper ist nur Vorwand für diese Zuweisung." Männer bleiben für sie immer Männer und Frauen bleiben Frauen. Transition hin oder her. Das ist quasi die Lehrbuch-Definition von TERF, von Transmisogynie, von biologischem Essenzialismus, usw.
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Re: ARTE: Der männliche Blick

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Beitrag von Vesta »

@Shoshana
Danke für den Tipp.

In der Arte Mediathek gibt es unter dem Titel Knick Knack (Frz. Culbute) insgesamt sieben Filmchen, die sich alle damit beschäftigen, wie die Darstellung von Sex in Kino und Filmen unsere Vorstellung von Sex prägt. Jeder Film zeigt einen anderen Aspekt. Gerade der weibliche Sex und das weibliche Sexualempfinden werden oft falsch dargestellt, was zumindest in der Männerwelt zu falschen Vorstellungen führt, was die Frauen überhaupt mögen.
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