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Intergeschlechtliche Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
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Georgette
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Post 1 im Thema

Beitrag von Georgette »

Hallo liebe Foristinnen,
ich hab mich in letzter Zeit wenig beteiligt und mehr zugehört und gelesen. Nun brennt mir aber doch etwas ein wenig auf der Seele.
Meine Frau hat seit ein paar Monaten einen Liebhaber. Grundsätzlich habe ich damit nur wenig Probleme und ich meine , darauf hat sie, da ich in bestimmten Bereichen als Mann ausfalle, durchaus auch ein Recht. Ich habe auch immer toleriert, dass sie zu ihrer langjährigen Freundin gelegentlich intime Kontakte hat.
Nun aber möchte sie ihren Freund gelegentlich auch auf Parties und Einladungen mitnehmen. Ihr Freund meint, wir zwei Mädels und er seien doch ein gutes Dreiergespann.
Ich glaube, das geht in die falsche Richtung, auch wenn ich nach mehr als vierzig Jahren Ehe viel Vertrauen in meine Partnerin habe.
Anne-Mette
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Re: Neuer Partner

Post 2 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
Georgette hat geschrieben: Do 3. Jul 2025, 17:47 Ich glaube, das geht in die falsche Richtung, auch wenn ich nach mehr als vierzig Jahren Ehe viel Vertrauen in meine Partnerin habe.
Nach oben
dann gib besonders auf dich acht (nurse)

Es ist eine Situation, die viele selbst langjährige Beziehungen auf eine harte Probe stellt und sogar die Frage aufwerfen kann, ob die bisherige Gemeinschaft dem Ende zugeht.

Ich wünsche dir, dass sich eure Bedürfnisse so aufeinander abstimmen lassen, dass sie dich nicht verletzen.
Aber es wird nicht leicht sein und werden.

Viele liebe Grüße
Anne-Mette
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Re: Neuer Partner

Post 3 im Thema

Beitrag von Liv »

Georgette hat geschrieben: Do 3. Jul 2025, 17:47 Ich glaube, das geht in die falsche Richtung
Hallo Georgette,
hast Du denn mit deiner Frau mal offen darüber gesprochen? Wenn ich Dinge lese wie "ich habe damit nur wenig Probleme" bzw. "ich habe immer toleriert", dann klingt dass alles eher nach schleichendem Gewohnheitsrecht und nicht nach einer Vereinbarung. Ihr solltet gemeinsam klären, wer welche Bedürfnisse hat (emotional, sexuell, etc.) die in eurer Bezeihung nicht (mehr) erfüllbar sind und dann muss man gemeinsam Lösungen finden und Vereinbarungen treffen. Oft ist es gar nicht so einfach darüber ehrlich ins Gespräch zu kommen, eventuell lohnt sich ja das Investment in ein paar Stunden Paartherapie.

Bei dieser Gelegenheit findest Du vielleicht heraus, warum dich deine Frau dabei haben will und vor allem in welcher Funktion. Sieht sie dich dann als Freundin? Soll es eine ménage à trois werden? Will sie dich einfach nicht ausschliessen? Oder will sie dir gar ans Bein treten? Sofern alles auf Augenhöhe stattfindet, ist ja nichts dagegen einzuwenden, auch mal zu dritt auszugehen. Die neue Rolle mag sich am Anfang etwas fremd anfühlen, kann aber vielleicht auch erfüllend sein. Falls nicht, fällt mir nur der schöne italienische Begriff reggicandela ein, zu deutsch das dritte Rad am Wagen. Wörtlich übersetzt aber noch schöner: Der Kerzenhalter. Wenn Du damit ein Problem hast, solltest Du es offen kommunizieren.

LG
Liv
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Re: Neuer Partner

Post 4 im Thema

Beitrag von Momo58 »

Hallo Georgette,
Ich glaube, das geht in die falsche Richtung
Das ist ein wahrhaft emotionaler Satz. Du spürst, dass etwas falsch läuft. Wenn eine Dreiecksbeziehung im Raum steht, heißt das für mich, dass es deiner Frau und dir in eurer Beziehung nicht wirklich gut geht. Klar versuchst du, dich zu beruhigen von wegen tolerieren und so.
Ich erinnere mich an meine Religionslehrerin. Sie sagte mir einmal: "glauben heißt, nicht wissen". Mehrere gemeinsame Gespräche könnten euch beiden Klarheit bringen, über sich selbst und über die Bedürfnisse des anderen.

Liebe Grüße
Manuela
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Re: Neuer Partner

Post 5 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Georgette hat geschrieben: Do 3. Jul 2025, 17:47 Hallo liebe Foristinnen,
ich hab mich in letzter Zeit wenig beteiligt und mehr zugehört und gelesen. Nun brennt mir aber doch etwas ein wenig auf der Seele.
Meine Frau hat seit ein paar Monaten einen Liebhaber. Grundsätzlich habe ich damit nur wenig Probleme und ich meine , darauf hat sie, da ich in bestimmten Bereichen als Mann ausfalle, durchaus auch ein Recht. Ich habe auch immer toleriert, dass sie zu ihrer langjährigen Freundin gelegentlich intime Kontakte hat.
Nun aber möchte sie ihren Freund gelegentlich auch auf Parties und Einladungen mitnehmen. Ihr Freund meint, wir zwei Mädels und er seien doch ein gutes Dreiergespann.
Ich glaube, das geht in die falsche Richtung, auch wenn ich nach mehr als vierzig Jahren Ehe viel Vertrauen in meine Partnerin habe.
Hallo Georgette,

das tut mir irgendwie leid für dich. Auch wenn ich Dich und eure Beziehung so gar nicht kenne, so wie Du schreibst klingst Du nicht glücklich.

Ich habe zwei mehr oder weniger gute Bekanntschaften, in denen eine Partei (mal die Frau, mal der Mann) relativ plötzlich mit einem Wunsch nach einer polyamoren Partnerschaft um die Ecke kamen. Das ging in beiden Fällen nicht wirklich gut. Was nicht heißt, dass das grundsätzlich nicht funktioniert, hier waren halt zwei Menschen auf eine 1:1 Beziehung aus, die anderen nach vielen Jahren Ehe auf einmal nicht mehr. Das kostet Kraft und Vertrauen und am Ende war es nie glücklich.

Aus dem Gelegentlich kann schnell ein "jedes Mal" werden, die Grenzen werden immer weiter ausgelotet. Kannst Du damit umgehen, dass deine Frau auch ganz offiziell nach außen sichtbar mit einem anderen Mann "partnert"? Denn immerhin fungiert ja dann der andere als der "Mann an ihrer Seite" mit allem drum und dran.

Ich will Dir da nichts madig machen, aber das ist schon ne harte emotionale Nummer. Wie Liv schrieb: sind denn zwischen euch die Bedürfnisse und Grenzen bekannt und kommuniziert? Ich denke, das wäre ein ganz wichtiger Punkt, besonders hier. Was ist für Dich in solchen Situationen akzeptabel und was nicht? Persönlich finde ich die Formulierung "darauf hätte sie ein Recht" sehr sehr schwierig. Sie hat definitiv kein Recht auf "Mann" - genauso wenig wie der Mann Rechte an seiner Frau hat. Das war mal.
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Georgette
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Re: Neuer Partner

Post 6 im Thema

Beitrag von Georgette »

Hallo,
ersteinmal vielen Dank für eure Antworten. Ich denke, ich werde ich mich gehen und meine eigenen Bedürfnisse und Ängste ausloten. Natürlich spreche ich mit meiner Frau, aber vorher nachzudenken schadet nicht.
Klar ist mir, dass der sexuelle Aspekt nicht entscheidend ist. So merkwürdig es klingt, mir wäre s fast lieber, sie hätte zwei oder drei Liebhaber. Ich melde mich, wenn ich klarer sehe.
Lieben Dank
Georgette
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Re: Neuer Partner

Post 7 im Thema

Beitrag von Georgette »

Hallo ihr Lieben,
der Liebhaber ist Geschichte. Er wollte - auch für meine Frau - deutlich zu viel. Wir hatten in den letzten Wochen viele intensive Gespräche, die nicht immer leicht waren. Aber wir sind noch zusammen und werden es auch bleiben. Es ist aber auch klar geworden, dass es auch wieder neue Männer in ihrem Leben geben wird, da sie auf bestimmte Aspekte der Männlichkeit nicht verzichten will und es wahrscheinlich auch nicht kann.
Mit den so gesetzten Prioritäten kann ich gut leben. Mir ist wieder sehr deutlich geworden, was für eine Frau bedeuten kann, wenn ihr männlicher Gegenpart quasi verschwindet. Dies gilt umso mehr, wenn die gelebte Sexualität, wie für meine Frau, von zentraler Bedeutung ist. Ich lasse ihr also fast ohne Eifersucht freie Hand und sie nimmt mich auch öffentlich endgültig als ihre Frau an.
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Re: Neuer Partner

Post 8 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Georgette hat geschrieben: Do 21. Aug 2025, 12:05 Hallo ihr Lieben,
der Liebhaber ist Geschichte. Er wollte - auch für meine Frau - deutlich zu viel. Wir hatten in den letzten Wochen viele intensive Gespräche, die nicht immer leicht waren. Aber wir sind noch zusammen und werden es auch bleiben. Es ist aber auch klar geworden, dass es auch wieder neue Männer in ihrem Leben geben wird, da sie auf bestimmte Aspekte der Männlichkeit nicht verzichten will und es wahrscheinlich auch nicht kann.
Mit den so gesetzten Prioritäten kann ich gut leben. Mir ist wieder sehr deutlich geworden, was für eine Frau bedeuten kann, wenn ihr männlicher Gegenpart quasi verschwindet. Dies gilt umso mehr, wenn die gelebte Sexualität, wie für meine Frau, von zentraler Bedeutung ist. Ich lasse ihr also fast ohne Eifersucht freie Hand und sie nimmt mich auch öffentlich endgültig als ihre Frau an.
Hey,

na das klingt doch nach einen fast sehr guten Ende - und Einstieg in eine neue, reifere Form eurer Beziehung. Das freut mich sehr für dich, auch wenn wir uns ja nun so gar nicht kennen.

Ich wünschte fast, meine Frau hätte das damals auch so leben können. Aber nur fast. Und euch alles Gute für die gemeinsame Zukunft :)
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Re: Neuer Partner

Post 9 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hallo Georgette,

ich sehe das ähnlich wie Knäckebrötchen. Aber es klang auch schon an: wie geht es DIr dabei ? Deinen Worten klingt für mich eine Traurigkeit mit. Da ist nur wenig Freude und Begeisterung. Es gibt viele Formen eine Partnerschaft zu führen und deshalb erlaube ich mir auch keine Bewertung. Solange Du (und sie) damit zufrieden bist, ist es ja gut. Wie geht es Dir damit Ihre Frau zu sein ? Wie sieht dann Dein Leben aus ? ISt Sexualität für Dich kein Thema ?

In meiner Ehe falle ich auch als Mann aus, aber deshalb muss man ja auf vieles nicht verzichten. Daraus könnt Ihr ja etwas Neues gestalten, zumal Deine Frau ja auch dem gleichgeschlechtlichen Sex nicht abgeneigt ist. Wenn sie für das "Andere" noch einen von Dir geduldeten Liebhaber nehmen kann, sollten doch alle zufrieden sein. Oder denke ich da vielleicht doch falsch ?
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Georgette
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Re: Neuer Partner

Post 10 im Thema

Beitrag von Georgette »

Vielen Dank für eure Beiträge. Wir werden sehen, wohin das Ganze führt.
Die Sexualität als Sexualakt - nicht die Zärtlichkeit - haben wir jetzt bewusst aus unserer Beziehung ausgeklammert. Die darauf bezogene Eifersucht hatte bei uns aber nie eine größere Bedeutung, zumal das Netz der sexuellen Treue bei meiner Partnerin von Beginn an sehr weit geknüpft war. Uns ist klar geworden, dass wir uns aufeinander verlassen können. Liebe, Vertrauen und Verlässlichkeit, das bleibt der Kern unserer Beziehung und soll es auch bleiben.
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