Das ganze Leben ist Tarnung, solange man nicht seine Identität und Einzigartigkeit lebt. Ich hab gehört, dass die queere Community auch Menschen inkludiert, die sich als ein bestimmtes Tier wahrnehmen. Es gibt nichts unter diesem Himmel, das es nicht gibt. Nur nachempfinden kann ich‘s nicht, genauso wie die meisten Menschen in meinem Umfeld mein feminines Erleben nicht nachempfinden können, obgleich sie es vom Verstand her als unproblematisch betrachten. Gutes Beispiel: Am Freitag habe ich mich gegenüber meiner Schwester geoutet. Sie meinte dann, dass sie damit wohl eine Halbschwester hätte, was ich zu „Teilzeitschwester“ berichtigen musste. Sie hatte schon paar Fragen „wie kommt‘s zustande“ und „wie äußert sich‘s“, aber ich spürte, dass sie unbeholfener wurde, je mehr Details ich preisgab. Sich anhand von Fotos ein konkretes Bild zu machen, war ihr too much, erklärtermaßen „noch“ too much. Wir werden sehen! Aber da der Apfel ja nicht weit vom Birnbaum fällt und ich schon erkennen musste, dass auch meine Mutter rein intellektuell kein Problem mit Martina hat, aber ansonsten so gut wie nichts von ihr versteht, dürfte der Abstand zu meiner Schwester maximal die Distanz einer Generation haben und damit eine Progressivität im allgemein üblichen Tempo markieren.
Im Zoo bei den Zebras würde ich mit den Stiefeln sicher nicht auffallen. Alles Tarnung!
Schönen Sonntag!


Martina

Quelle: https://i.ibb.co/kgTSvL9L/IMG-8344.jpg