Hallo Marie,Lavendellöwin hat geschrieben: Sa 15. Mär 2025, 14:27 Du bist ja Fliegerin und weisst also über verschiedene Flughöhen Bescheid.
Genauso ist es mit den Empfindungen zu irgendetwas, mal steigst du höher, hast also
mehr Intensität, manchmal ist diese niedriger und du möchtest gar nicht so hoch fliegen.
Und ich sag dir was, das ist auch völlig normal so, keine Person ist immer auf dem
gleich hohen Level mit ihren Gefühlen, das schwankt einfach..
ich geb dir noch einen Lesetipp, schau mal nach Bertrand Piccard "Die richtige Flughöhe"
tolles Buch, toller und wunderschöner Mann, der wahnsinnig gute Vorträge hält..
auch dir vielen Dank für deine Gedanken. Die schwierige Zeit ist dankenswerter Weise vorbei, und das schneller als ich zu hoffen wagte.
Klar, Nichts muss, Alles kann. Sagt sich so leicht. Doch als Betroffene, oder hier besser Betroffener, sucht man verzweifelt einen Ausweg und findet keinen. In der dunklen Zeit wusste ich nicht, wer ich jetzt bin. Die Erinnerung war da, hinterließ aber keine Emotionen. Ich bin zurückgefallen in alte, Jahrzehnte lang eingeübte und erprobte Rollenmuster. Selbst die Auswahl der Männerklamotten fiel mir schwer, ich hab einfach das gegriffen, was am Nächsten lag. Frauenklamotten lagen nebendran und wollten einfach gar nicht angefasst werden. Vielleicht war es ein depressiver Schub, vielleicht etwas anderes. Mal sehen, inwiefern ich das noch aufklären kann.
Jetzt ist wieder eine helle Zeit angebrochen, und natürlich hoffe ich, dass sie nie enden wird. Über den Verstand kann ich mir ausrechnen, dass es wohl nicht so kommen wird, also muss eine Exitstrategie her. Daran muss ich nun arbeiten.
Dein Vergleich mit der Fliegerei trifft die Sache ganz gut. Vielen Dank für den Einwurf. Je höher ich fliege, desto glücklicher bin ich. Klar, möchte ich da nicht tief fliegen. Zumal beim Segelfliegen die tiefe Fliegerei immer mit dem Risiko verbunden ist, keinen Aufwind mehr zu finden und abseits des Flugplatzes auf dem Acker landen zu müssen. Da steigt der Blutdruck und die Unzufriedenheit mit sich selbst. Wer will das schon? Jede und jeder will doch da landen, wo sie oder er es geplant hat. So läuft es auch mit den Gefühlen. Je länger ein Flug dauert, umso glücklicher und aufgekratzter bin ich am Abend, aber jeder Flug endet einmal. Eigentlich ist es gar nicht auszudenken, wenn Glücksgefühle ewig andauern würden. Könnte man das noch aushalten? Braucht es nicht Höhepunkte im Leben, auf die man sich freuen und hinarbeiten kann? Ein klares JA ist die Antwort, sonst dümpelt man dahin in einer Wohlfühlblase ohne neue Ansprüche. So stelle ich mir das Leben nicht vor. Zur Wahrheit gehören dann aber auch die Tiefpunkte, die es gilt, mit Ideen und Schwung zu überwinden.
Dem Lesetipp werde ich nachgehen und schauen, ob der Autor auf meiner Wellenlänge sendet.
Liebe Grüße, Alicia.