Also diese Formulierungen finde ich nun völlig daneben.Knäckebrötchen hat geschrieben: Sa 26. Jul 2025, 09:14 Ich frage mich ja schon manchmal, was es euch "gibt", immer dermaßen auf das Extravagante und Außergewöhnliche zu gehen?
Mir kommt es manchmal so vor, als seht ihr die Welt als eine Art Bühne, auf der ihr euch präsentieren wollt (und unterstellt den Frauen im gleichen Atemzug, das auch zu wollen). Dabei erzeugt ihr bei mir vor allem den Eindruck von "I'm not like the other girls" - oder auch "ich bin was besseres", exklusiv, elitär, "ich kann es mir leisten, so rum zu laufen, während ihr (Plebs) nur Massenware seid".
Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit - # 6
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Martina-NB
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Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit
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Lana
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Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit
Wir haben ja schon mehrfach festgestellt, dass wir hier unterschiedliche Meinungen haben.Knäckebrötchen hat geschrieben: Sa 26. Jul 2025, 09:14 Ich frage mich ja schon manchmal, was es euch "gibt", immer dermaßen auf das Extravagante und Außergewöhnliche zu gehen?
Aber die Frage nach der Motivation ist berechtigt. Warum liebe ich es, genau so raus zu gehen, obwohl mir die Probleme bekannt sind? Ich könnte mich etwas mehr "zurückhalten" und alles wäre einfacher. Und wahrscheinlich hätte auch Violetta dann weniger von diesen unangenehmen Begegnungen, wenn sie etwas dezenter unterwegs wäre.
Ich zumindest empfinde es manchmal so. Vielleicht nicht direkt als Bühne, aber da draußen werde ich von anderen gesehen und bekomme Reaktionen zu meinem "Auftritt". Das hilft mir selbst bei der Einordnung meiner Styles.Knäckebrötchen hat geschrieben: Sa 26. Jul 2025, 09:14 Mir kommt es manchmal so vor, als seht ihr die Welt als eine Art Bühne, auf der ihr euch präsentieren wollt (und unterstellt den Frauen im gleichen Atemzug, das auch zu wollen).
Dass manche Frauen dies ganz ähnlich machen ist doch offensichtlich. Inwiefern sie es bewusst wollen oder nur das Gefühl haben, sich irgendwelchen Gruppenzwängen beugen zu müssen, kann ich nicht beurteilen.
Das ist schade, wenn bei dir dieser Eindruck entsteht. Beim ersten Teilsatz gehe ich ja gerne mit - ich bin keine gewöhnliche Frau, schon weil mein Körper davon abweicht. Gegen die Wertung, die du dann reinbringst, wehre ich mich aber. Nein, ich bin nichts besseres. Aber ich bin anders. Aus vielen Gründen, nicht nur wegen meines Körpers. An dieser Stelle bin ich mir sehr sicher, dass ich auch als Cis-Frau auffallen wollen würde.Knäckebrötchen hat geschrieben: Sa 26. Jul 2025, 09:14 Dabei erzeugt ihr bei mir vor allem den Eindruck von "I'm not like the other girls" - oder auch "ich bin was besseres", exklusiv, elitär, "ich kann es mir leisten, so rum zu laufen, während ihr (Plebs) nur Massenware seid".
Das war schon als Kind so, dass ich nicht die üblichen Sachen haben wollte, die alle hatten. Sie gefielen mir einfach nicht. Natürlich gab es nur selten etwas, das für mich OK war und so habe ich mich halt notgedrungen mit dem abfinden müssen was es gab. Klamotten Einkaufen war damals einfach nur furchtbar. Das blieb sehr lange so. Freude hat es mir nie gemacht, am schlimmsten war es immer dann, wenn ich neue Hosen "brauchte", das nur nebenbei.
Aber das hat alles nichts damit zu tun, dass ich mich irgendwie als etwas "Besseres" gefühlt hätte. Es war und ist eher umgekehrt - ich fühle hier eher nichts, da ist eine Leerstelle und große Trauer, weil niemand sehen will, dass ich an dieser Stelle anders ticke.
Vielleicht ist es der Versuch, diese Leere zu füllen, was mich heute dazu bringt, meine Andersartigkeit bewusst darzustellen, auch und gerade in dieser Form? Ich kann es nur vermuten. Jedenfalls entspringt es einem tiefen inneren Bedürfnis, mich genau so zu zeigen, wie ich es mache, und das trotz des Wissens, damit erst wieder Vorbehalte bei meiner Umgebung auszulösen. Oder ist es womöglich gerade das - ich suche unbewusst nach Bestätigung für allgemeine Ablehnung meiner Person? Aber warum freue ich mich andererseits über Komplimente, die es manchmal gibt, gerade bei auffälligen Outfits?
Es hat wahrscheinlich auch etwas damit zu tun, dass ich von diesen gesellschaftlichen Konventionen nicht so viel halte und mir denke, wenn sich immer alle nur innerhalb davon bewegen, dann wird sich nichts ändern. So ähnlich, wie Frauen irgendwann im letzten Jahrhundert angefangen haben, Hosen zu tragen, und heute ist es selbstverständlich. Ein kleines bisschen Provokation ist also auch mit dabei.
Aber eine abschließende Erklärung habe ich nicht. Ich weiß, dass es viel einfacher wäre, unauffällig und angepasst unterwegs zu sein, aber oft geht es einfach nicht. Es fühlt sich nicht richtig an, als ob ich einen wichtigen Teil von mir verleugnen würde.
LGL
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Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit
Du, über den Geschmack möchte ich mich nicht streiten. Tut was ihr wollt. Und das ich meinen über den anderer Stelle, wüsste ich nicht wo.Martina-NB hat geschrieben: Sa 26. Jul 2025, 10:54 Kleidung ist halt sehr Geschmacksache. Ich finde es immer schwierig, wenn man den eigenen Geschmack / die eigene Meinung als allgemeingültig darstellen versucht....
- Dunkelroter Mini auf knallrosa Shirt?
Abgesehen davon, ist das für mich eher pink als rosa: Die Kombi ist sicher gewagt aber m.E. okay.
- Gürtel fehlt.
Gürtel mit T-Shirt !? Fände ich schon sehr merkwürdig.
- Shirt in den Rock gesteckt? Gruselig.
Shirt über den Rock hängen fände ich viel schlimmer.
Also ich finde das Outfit ganz gut, nur halt nicht unbedingt im Hochsommer.
Was ich aber durchaus mache, weil ich meine Meinung genau so frei äußern darf wie du: sagen, was mir persönlich an dem Outfit nicht gefällt. Oder wo ich, mit der eigenen Erfahrung als Basis, eben typische (Anfänger-)Fehler erkenne - der Kommentar zum Gürtel heißt ja nicht "ohne Gürtel sieht das Outfit doof aus", sondern: die fehlende Hüfte sticht so noch stärker heraus. Ein Gürtel schafft eine optische Trennung, die auch eine fehlende Taille etwas betont und damit die Illusion einer Hüfte erzeugt.
Außerdem hält ein Gürtel den Rock höher an der Hüfte und damit schaffst du zusätzlich einen stärkeren femininen Eindruck: die Hüfte sitzt bei Frauen etwas höher. Und der Rock liegt dann mehr auf den Hüftknochen auf und wird etwas stärker gespreizt, was wiederum die Optik der Hüfte verbessert.
Du magst das arrogant finden, wenn ich das so schreibe. Wir können uns auch weiter im Schneckentempo bewegen oder mal ein paar der klassischen Tips aus der Trickkiste der holden Weiblichkeit austauschen. Das ist kein Angriff auf Violetta (und persönlich schon gleich gar nicht!), höchstens auf ihr Outfit - aber mit dem Versuch, Tips anzuteasern, ohne gleich ein Modemagazin zu schreiben.
Es gibt so viele Tips aus der trans* Community, was feminine Outfits und so angeht, ich kann es nur empfehlen, sich da umzuschauen und auszuprobieren.
Ob du das jetzt modisch gut findest, ist mir gleichgültig. Ich kann dir nur empfehlen, mal mit offenen Augen rum zu laufen: Rock mit Gürtel und dazu Shirt oder Bluse ist ziemlich üblich.
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Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit
Das mit der höheren Hüfte ist mir neulich bei mir auch aufgefallen bei meinen Hosenoutfit. Einfach nicht daran gedacht sie höherzuziehen, daß Foto war schon geschossen und ich hatte dann keine Zeit mehr ein neues zu machen. Das sind dann diese eingefahrenen Mannattribute wo die Gedanken nicht ganz dabei sind.
Passiert mir bei einem Rock aber nicht.
Zuletzt geändert von HeikeCD am Sa 26. Jul 2025, 12:04, insgesamt 1-mal geändert.
"Es ist nicht die Zeit in deinem Leben, es ist das Leben in deiner Zeit." Bruce Springsteen
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Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit
@Lana:
Na bei mir ist es einerseits so, dass ich grundsätzlich und schon immer (also ab der Pubertät) auf "Farbe" stehe, nicht nur bei der Mode. Es gab Mode-Phasen, da war der schwarz-grau-blaue Einheitslook eher Männersache, aktuell machen sich auch viele Frauen wieder unscheinbar. - Wobei das ja soweit ok ist, wenn es dem eigenen Empfinden entspricht. Manchmal habe ich aber den Eindruck, dass die Leute sich einfach nur nach der "Mode" richten.
Was nun nicht heißt, dass ich dauernd wie ein Kanarienvogel durch die Gegend laufe. Aber je nachdem, wie mir halt grad ist. Und manche Dinge traue ich mich dann doch nicht anzuziehen, weil mir klar ist, dass es eigentlich nicht zu mir (Alter, Figur) passt und doch sehr merkwürdig aussehen würde. (Wenn ich 20 mit Größe 34 wäre, ja dann..... *gg*)
Na bei mir ist es einerseits so, dass ich grundsätzlich und schon immer (also ab der Pubertät) auf "Farbe" stehe, nicht nur bei der Mode. Es gab Mode-Phasen, da war der schwarz-grau-blaue Einheitslook eher Männersache, aktuell machen sich auch viele Frauen wieder unscheinbar. - Wobei das ja soweit ok ist, wenn es dem eigenen Empfinden entspricht. Manchmal habe ich aber den Eindruck, dass die Leute sich einfach nur nach der "Mode" richten.
Was nun nicht heißt, dass ich dauernd wie ein Kanarienvogel durch die Gegend laufe. Aber je nachdem, wie mir halt grad ist. Und manche Dinge traue ich mich dann doch nicht anzuziehen, weil mir klar ist, dass es eigentlich nicht zu mir (Alter, Figur) passt und doch sehr merkwürdig aussehen würde. (Wenn ich 20 mit Größe 34 wäre, ja dann..... *gg*)
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Jaddy
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Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit
Hm. Mich beschleicht bei vielen Beiträgen ein etwas ungutes Gefühl. Deshalb möchte ich erst mal ganz klar sagen: Violetta hat wie alle Menschen Anspruch darauf, nicht belästigt zu werden. Nicht beleidigt, ausgelacht, oder schlimmeres. Egal welche Klamotten, Haare, sonstwas. Mal genau betrachtet ist das Ungeheuerliche eigentlich, dass Menschen sich überhaupt herausnehmen, anderen wegen ihrers Aussehens, Kleidung, Lebensweise oder was immer, anders als freundlich und wohlwollend zu begegnen. Allerhöchstens neutral. Also: So sollte es sein. Alles andere ist vom Prinzip menschlichen Zusammenlebens her nicht in Ordnung.
Ich weiss, dass es real anders ist. Ich weiss, dass es nur einer kleinen Minderheit negativer, gehässiger Menschen bedarf, um alle anderen mit und runter zu ziehen und das Leben für alle enger, angstvoller und schlechter zu machen.
Damit möchte ich mich aber nicht zufrieden geben. Nicht für mich und nicht generell. Selbst wenn "wir" (<insert beliebige Minderheit>) uns öfter mal mausgrau machen, um nicht aufzufallen, oder aus Gründen konform mit den uns von aussen zugeschriebenen Gender-Konventionen darstellen und mitspielen.
Das ist kein erstrebenswertes Normal! Es schadet uns selbst und anderen.
Von daher alle Tipps zu weniger Angriffsfläche in allen Ehren, gleichzeitig aber die Frage, wo denn da die Grenze sein soll. Es wird immer Leute geben, die aus unterschiedlichen Gründen - meist eigene Unzufriedenheit mit sich und dem Leben - auf andere losgehen, sie runterziehen, um sich selbst zu erhöhen.
Meiner Ansicht nach sollten wir uns immer bewusst sein, dass jene im Unrecht sind und Methoden entwickeln, das klar zu machen und durchzusetzen.
Statements in der Art "na, du hast es ja auch provoziert; schau dich doch an" gehen deshalb für mich völlig in die falsche Richtung. Das ist genau "hätte sie keinen so kurzen Rock angezogen, wäre sie nicht vergwaltigt worden". Beides falsch auf mehreren Ebenen und eine schlimme Täter(*?)-Opfer-Umkehr.
Das grundsätzliche Thema lautet aus meiner Sicht, warum "extravagantes und aussergewöhnliches" überhaupt als negativ betrachtet wird. Warum soll es schlimm sein, anders zu sein, sich anders zu kleiden? Was ändert es am zwischenmenschlichen Umgang, ob das Gegenüber Rock, Latz- oder Lederhose trägt? Wird das irgendwem gefährlich? Wird irgendeine Lebensqualität dadurch beeinträchtigt?
Oder ist es das, was Knäckebrötchen schrieb? Wer anders traut sich mehr Individualität, mehr selbst sein, mehr Zufriedenheit mit sich und ich bin deshalb angefressen, weil ich das nicht hinkriege, weil ich mit meinen eigenen Ängsten vor sozialen Konsequenzen kämpfe? Mag ja sein, aber das ist vor allem ein Ding auf der eigenen Seite. Der Eindruck, "was die andere Person ausdrücken will", ist selbstgemacht. Andere verantworlich zu machen, weil es eigene innere Konflikte fühlbar macht, ist erstens für eins selbst nicht hilfreich und zweitens eine miese Masche jenen anderen gegenüber.
Ich wünsche mir neben praktischen Tipps angesichts der noch-Realität mehr Bestärkung für Individualität und Selbst-Sein, und keine Schuldumkehr. Wenn wir uns an die negativen Menschen anpassen, gehen wir unter. Individuell und als Interessengemeinschaft.
Ich weiss, dass es real anders ist. Ich weiss, dass es nur einer kleinen Minderheit negativer, gehässiger Menschen bedarf, um alle anderen mit und runter zu ziehen und das Leben für alle enger, angstvoller und schlechter zu machen.
Damit möchte ich mich aber nicht zufrieden geben. Nicht für mich und nicht generell. Selbst wenn "wir" (<insert beliebige Minderheit>) uns öfter mal mausgrau machen, um nicht aufzufallen, oder aus Gründen konform mit den uns von aussen zugeschriebenen Gender-Konventionen darstellen und mitspielen.
Das ist kein erstrebenswertes Normal! Es schadet uns selbst und anderen.
Von daher alle Tipps zu weniger Angriffsfläche in allen Ehren, gleichzeitig aber die Frage, wo denn da die Grenze sein soll. Es wird immer Leute geben, die aus unterschiedlichen Gründen - meist eigene Unzufriedenheit mit sich und dem Leben - auf andere losgehen, sie runterziehen, um sich selbst zu erhöhen.
Meiner Ansicht nach sollten wir uns immer bewusst sein, dass jene im Unrecht sind und Methoden entwickeln, das klar zu machen und durchzusetzen.
Statements in der Art "na, du hast es ja auch provoziert; schau dich doch an" gehen deshalb für mich völlig in die falsche Richtung. Das ist genau "hätte sie keinen so kurzen Rock angezogen, wäre sie nicht vergwaltigt worden". Beides falsch auf mehreren Ebenen und eine schlimme Täter(*?)-Opfer-Umkehr.
Das grundsätzliche Thema lautet aus meiner Sicht, warum "extravagantes und aussergewöhnliches" überhaupt als negativ betrachtet wird. Warum soll es schlimm sein, anders zu sein, sich anders zu kleiden? Was ändert es am zwischenmenschlichen Umgang, ob das Gegenüber Rock, Latz- oder Lederhose trägt? Wird das irgendwem gefährlich? Wird irgendeine Lebensqualität dadurch beeinträchtigt?
Oder ist es das, was Knäckebrötchen schrieb? Wer anders traut sich mehr Individualität, mehr selbst sein, mehr Zufriedenheit mit sich und ich bin deshalb angefressen, weil ich das nicht hinkriege, weil ich mit meinen eigenen Ängsten vor sozialen Konsequenzen kämpfe? Mag ja sein, aber das ist vor allem ein Ding auf der eigenen Seite. Der Eindruck, "was die andere Person ausdrücken will", ist selbstgemacht. Andere verantworlich zu machen, weil es eigene innere Konflikte fühlbar macht, ist erstens für eins selbst nicht hilfreich und zweitens eine miese Masche jenen anderen gegenüber.
Ich wünsche mir neben praktischen Tipps angesichts der noch-Realität mehr Bestärkung für Individualität und Selbst-Sein, und keine Schuldumkehr. Wenn wir uns an die negativen Menschen anpassen, gehen wir unter. Individuell und als Interessengemeinschaft.
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Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit
Mhm...
als ich heute früh nochmal die Beiträge gelesen habe, habe ich mich gefragt,
ob der psychologische Mechanismus bei der körperlichen Dysphorie bei trans* Personen gegenüber sich selbst
und die Ablehnung mancher Zeitgenossen* gegenüber Personen in "nicht passender" geschlechtsspezifischer
Kleidung die gleiche Grundlage hat?
Ist da vielleicht gar kein Unterschied und ticken die, die das nicht wahrnehmen vielleicht nicht richtig?
Aber beisst euch gerne die Zähne an Lidschatten und Gürteln aus..
Überfragt, Marie
als ich heute früh nochmal die Beiträge gelesen habe, habe ich mich gefragt,
ob der psychologische Mechanismus bei der körperlichen Dysphorie bei trans* Personen gegenüber sich selbst
und die Ablehnung mancher Zeitgenossen* gegenüber Personen in "nicht passender" geschlechtsspezifischer
Kleidung die gleiche Grundlage hat?
Ist da vielleicht gar kein Unterschied und ticken die, die das nicht wahrnehmen vielleicht nicht richtig?
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Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit
Auch wenn es dazu wenig konsistente Forschung gibt, scheint der ganze Komplex schon eine Mischung aus internen und externen Aspekten zu sein. Auf keinen Fall gibt es "genau diesen einen Grund" (Monokausalität). Nicht mal, wenn irgendwer für sich meint, diesen einen Auslöser gefunden zu haben ("musste als Kind immer die Kleidung meiner Schwester tragen" oder sowas). Es gibt tausende andere, die vergleichbares erlebt, aber sich anders entwickelt haben. Genauso wie es reichlich Menschen mit unglaublich mieser Kindheit / Eltern gibt, die später nicht serienmorden oder soziopathische -äh- Darmausgänge werden.Lavendellöwin hat geschrieben: Sa 26. Jul 2025, 12:32 als ich heute früh nochmal die Beiträge gelesen habe, habe ich mich gefragt, ob der psychologische Mechanismus bei der körperlichen Dysphorie bei trans* Personen gegenüber sich selbst und die Ablehnung mancher Zeitgenossen* gegenüber Personen in "nicht passender" geschlechtsspezifischer Kleidung die gleiche Grundlage hat?
Eine (therapeutische) Sichtweise definiert "Problem" als "wahrgenommene Soll-Ist-Abweichung". Nach allem, was "wir" bisher wissen, ist das körperliche Soll-Gefühl bei trans Personen zum großen Teil hirn-physiologisch verankert. Ein anderer Teil mag auch ein empfundener Druck nach Konformität mit den cis Personen des eigenen (Ziel)Geschlechts sein. Aber weder das eine noch das andere kann einfach wegdiskutiert werden.
Auf der anderen Seite ist eine transfeindliche Haltung eine grundsätzlich andere Sache, weil sie gegen andere gerichtet ist. Trans Personen kümmern sich hingegen (im wesentlichen) um sich, wo andere erst mal nichts reinzureden haben. Selbst wenn also ähnliche Mechanismen zugrunde lägen, ist das eine - trans - mit guten Gründen zu verteidigen und das andere - Transfeindlichkeit - aus ebendiesen guten Gründen zu bekämpfen. Persönliche Biografie kann vielleicht ein bisschen erklären, aber nicht entschuldigen ("sie haben ihn halt nicht auf die Kunstakademie gelassen").
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Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit
@Jaddy: ja. Ich halte viel von dem, was als Ablehnung formuliert wird für psychische Selbstverstümmelung aufgrund von Angst vor sozialen Konflikten.
"Du nimmst dir das Recht heraus, so zu sein wie du willst und ich würde das auch gerne, habe aber Angst vor den Konsequenzen und darum darfst du das auch nicht."
Was, im Übrigen, auch hier dazu führt, das so viele sich nicht trauen, in die Öffentlichkeit zu gehen. (Meine Meinung, nur für den Fall)
-----------
Ich möchte das hier noch einmal ausdrücklich betonen: ich habe kein Problem mit Violettas Outfit in dem Sinne, das ich Sie darin nicht sehen möchte oder gar finde, das ist unangemessen oder so.
Ich habe ein "Problem" mit Violettas Outfit, weil ich es ( und das ist mein ganz persönlicher Geschmack) als Angriff auf die Sehnerven betrachte. Vollkommen unabhängig davon, wer in diesen Klamotten stecken würde.
Und ich finde schon, das wir uns auch darüber unterhalten sollten. Kritik ist nicht per se schlecht. Komplimente sind schön, aber auch eine Form der Übergriffigkeit. Entweder nehme ich Komplimente an, dann muss ich auch mit negativen Bewertungen klar kommen. Oder ich möchte das nicht hören, dann aber auch bitte gar keine Wertung.
--------
Davon abgesehen, es ist ein schöner, utopischer Gedanke, das wir uns vollkommen wertfrei gegenseitig begegnen.
Aber wir haben immer Kontext und die damit verbundenen Emotionen und die lassen sich nicht kontrollieren.
"Du nimmst dir das Recht heraus, so zu sein wie du willst und ich würde das auch gerne, habe aber Angst vor den Konsequenzen und darum darfst du das auch nicht."
Was, im Übrigen, auch hier dazu führt, das so viele sich nicht trauen, in die Öffentlichkeit zu gehen. (Meine Meinung, nur für den Fall)
-----------
Ich möchte das hier noch einmal ausdrücklich betonen: ich habe kein Problem mit Violettas Outfit in dem Sinne, das ich Sie darin nicht sehen möchte oder gar finde, das ist unangemessen oder so.
Ich habe ein "Problem" mit Violettas Outfit, weil ich es ( und das ist mein ganz persönlicher Geschmack) als Angriff auf die Sehnerven betrachte. Vollkommen unabhängig davon, wer in diesen Klamotten stecken würde.
Und ich finde schon, das wir uns auch darüber unterhalten sollten. Kritik ist nicht per se schlecht. Komplimente sind schön, aber auch eine Form der Übergriffigkeit. Entweder nehme ich Komplimente an, dann muss ich auch mit negativen Bewertungen klar kommen. Oder ich möchte das nicht hören, dann aber auch bitte gar keine Wertung.
--------
Davon abgesehen, es ist ein schöner, utopischer Gedanke, das wir uns vollkommen wertfrei gegenseitig begegnen.
Aber wir haben immer Kontext und die damit verbundenen Emotionen und die lassen sich nicht kontrollieren.
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Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit
Ich fange mal von unten anKnäckebrötchen hat geschrieben: Sa 26. Jul 2025, 13:17 Davon abgesehen, es ist ein schöner, utopischer Gedanke, das wir uns vollkommen wertfrei gegenseitig begegnen.
Aber wir haben immer Kontext und die damit verbundenen Emotionen und die lassen sich nicht kontrollieren.
Wir können Kontexte schaffen, in denen das möglich ist.
Ich bin überhaupt nicht der Ansicht, dass sich Emotionen nicht kontrollieren lassen. Vor allem aber die Folgeaktionen. Auch wenn sie ungewollt aufkommen. Es ist im Gegenteil Grundlage menschlichen Zusammenlebens, Emotionen und die Reaktionen darauf nicht unkontrolliert zu lassen. Gesetze sind zum Beispiel Ausdruck dieses Prinzips. Inzwischen haben wir auch Werkzeuge, unwillkürliche Emotionen konstruktiv zu bewältigen, also die dahinter liegenden Motivationen und Konflikte zu klären.
Wesentliche Notwendigkeit Nummer eins dazu ist, auch dazu bereit zu sein. Wir fühlen, was wir fühlen, aber wir sind dem nicht hilflos ausgeliefert. Wir können nicht nur lernen, anders mit unseren Gefühlen umzugehen - vor allem anders als aggressiv -, wir müssen es mMn auch lernen.
Jupp.Knäckebrötchen hat geschrieben: Sa 26. Jul 2025, 13:17 @Jaddy: ja. Ich halte viel von dem, was als Ablehnung formuliert wird für psychische Selbstverstümmelung aufgrund von Angst vor sozialen Konflikten.
"Du nimmst dir das Recht heraus, so zu sein wie du willst und ich würde das auch gerne, habe aber Angst vor den Konsequenzen und darum darfst du das auch nicht."
Was, im Übrigen, auch hier dazu führt, das so viele sich nicht trauen, in die Öffentlichkeit zu gehen. (Meine Meinung, nur für den Fall)
Ich möchte eine alternative Betrachtung anbieten. Zum einen würde ich mal den eigenen Eindruck anders herum formulieren. "Wow, dieses Outift greift irgendwie meine Sinne an. Spannend. Warum fühle ich mich so attackiert? Sind es die Farben? Die Kombination? Die Symbolik - zB "Girly"? Hab ich ein Altersthema?" Sprich: Den Eindruck - das unwillkürliche Gefühl - erst mal zu einer konstruktiven Analyse der eigenen Befindlichkeiten zu nutzen, die möglicherweise auf Vorurteilen beruht oder deshalb zu ungewollter Diskriminierung führt.Knäckebrötchen hat geschrieben: Sa 26. Jul 2025, 13:17 Ich möchte das hier noch einmal ausdrücklich betonen: ich habe kein Problem mit Violettas Outfit in dem Sinne, das ich Sie darin nicht sehen möchte oder gar finde, das ist unangemessen oder so.
Ich habe ein "Problem" mit Violettas Outfit, weil ich es ( und das ist mein ganz persönlicher Geschmack) als Angriff auf die Sehnerven betrachte. Vollkommen unabhängig davon, wer in diesen Klamotten stecken würde.
Und ich finde schon, das wir uns auch darüber unterhalten sollten. Kritik ist nicht per se schlecht. Komplimente sind schön, aber auch eine Form der Übergriffigkeit. Entweder nehme ich Komplimente an, dann muss ich auch mit negativen Bewertungen klar kommen. Oder ich möchte das nicht hören, dann aber auch bitte gar keine Wertung.
Zum anderen bin ich gar nicht so sicher, dass wir uns darüber unterhalten sollten. Schliesslich geht es zu allererst um deine persönlichen Gefühle. Dafür kannst du aber nicht zB Violetta bzw ihr Outfit verantwortlich machen. Erstens hat sie es sicherlich nicht absichtlich gemacht um dich zu triggern, zweitens ist das immer noch dein ganz eigenes Problem. Auch Mehrheitsmeinung hat in diesem Fall nicht mehr Recht gegenüber Violetta. Also was möchtest du diskutieren? "Hallo, dein Outfit ruft in mir unwillkürlich ablehende Gefühle hervor"? Welchen Appell-Aspekt soll das transportieren?
Bei "entweder beides oder keines" gehe ich zum Teil sogar mit. Selbst gut gemeinte Komplimente sind manchmal keine. Ich kenne mehrere Menschen, die es absolut hassen, für scheinbare stereotypische Konformität Komplimente zu erhalten. Zum Beispiel weiblich gedeutete Menschen, die gelegentlich Kleider tragen, aber dafür noch lange nicht für ihre besonders "weibliche" Erscheinung komplimentiert werden wollen. Insofern wäre es sicher eine schöne Konvention, vor Kommentaren aufgrund des eigenen Eindrucks Konsens herzustellen.
Gleichzeitig sehe ich keinen Grund, mit positiven Kommentaren auch negative zu erlauben. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.
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Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit
Hey Jaddy,
ich mach mal wild durcheinander, weil urlaubsbedingt am Handy.
Was deine Alternative zur Betrachtung angeht, das ist eigentlich meine Baseline. Wann immer mich etwas irritiert, ist mein erster Gedanke: warum? Und der zweite: hab ich dadurch irgendeinen Nachteil/Schaden?
In diesem Fall ist die Bewertung eine ganz persönliche, die äußere ich hier auch nur deshalb, weil ich in der Gesamtschau Kleidung-Abfällige Kommentare eine Ursache sehe, wenn ich mal so auf mein Umfeld schaue. Im Normalfall hätte ich Violetta zur Kenntnis genommen und fertig.
Und ich erlebe Violetta so, dass sie - ungewollt - in bestimmten Situationen diese Art negativer Reaktion erlebt und da empfinde ich es als unfair, nur betroffen zu nicken. Ja, ich hätte fragen können, ob die Einzelkritik gewünscht ist. Werde ich beim nächsten Mal drauf achten.
Was die Emotionen und Kontrolle angeht, stimme ich dir zu. Ich war gedanklich allerdings einen Schritt früher, die Entstehung der Emotion kann ich nicht verhindern. So wie ich Schreckmomente nicht verhindern kann, oder andere Reflexe. Lernen, damit umzugehen, ja. Und das ist absolut notwendig. Und ich denke, das das Abbauen sozialer und kultureller Stigmatisierung ein ganz entscheidender Faktor dabei ist.
Was Kommentare angeht, da sehe ich die Freiheit, meine Meinung nicht nur haben, sondern auch äußern zu können (nicht zu müssen), als relevant. Wenn ich nur die Wahl habe zwischen "nett" und "nichts", dann werden viele entweder still oder fangen an zu lügen.
Und zu deiner Gesellschaft: klingt klasse. Ich beneide dich ein bisschen um deine "Bubble".
ich mach mal wild durcheinander, weil urlaubsbedingt am Handy.
Was deine Alternative zur Betrachtung angeht, das ist eigentlich meine Baseline. Wann immer mich etwas irritiert, ist mein erster Gedanke: warum? Und der zweite: hab ich dadurch irgendeinen Nachteil/Schaden?
In diesem Fall ist die Bewertung eine ganz persönliche, die äußere ich hier auch nur deshalb, weil ich in der Gesamtschau Kleidung-Abfällige Kommentare eine Ursache sehe, wenn ich mal so auf mein Umfeld schaue. Im Normalfall hätte ich Violetta zur Kenntnis genommen und fertig.
Und ich erlebe Violetta so, dass sie - ungewollt - in bestimmten Situationen diese Art negativer Reaktion erlebt und da empfinde ich es als unfair, nur betroffen zu nicken. Ja, ich hätte fragen können, ob die Einzelkritik gewünscht ist. Werde ich beim nächsten Mal drauf achten.
Was die Emotionen und Kontrolle angeht, stimme ich dir zu. Ich war gedanklich allerdings einen Schritt früher, die Entstehung der Emotion kann ich nicht verhindern. So wie ich Schreckmomente nicht verhindern kann, oder andere Reflexe. Lernen, damit umzugehen, ja. Und das ist absolut notwendig. Und ich denke, das das Abbauen sozialer und kultureller Stigmatisierung ein ganz entscheidender Faktor dabei ist.
Was Kommentare angeht, da sehe ich die Freiheit, meine Meinung nicht nur haben, sondern auch äußern zu können (nicht zu müssen), als relevant. Wenn ich nur die Wahl habe zwischen "nett" und "nichts", dann werden viele entweder still oder fangen an zu lügen.
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Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit
Hoi...Jaddy hat geschrieben: Sa 26. Jul 2025, 13:11 Auf der anderen Seite ist eine transfeindliche Haltung eine grundsätzlich andere Sache, weil sie gegen andere gerichtet ist. Trans Personen kümmern sich hingegen (im wesentlichen) um sich, wo andere erst mal nichts reinzureden haben. Selbst wenn also ähnliche Mechanismen zugrunde lägen, ist das eine - trans - mit guten Gründen zu verteidigen und das andere - Transfeindlichkeit - aus ebendiesen guten Gründen zu bekämpfen.
na sicher! Die These hat aber nicht gefragt wohin sich was richtet, sondern worin es begründet liegt.
Und an sich ist die Fragestellung schon provokant, das war mir klar.
Ich wollte aber auch etwas weg von Kleidung, hin zu Aura und Ausstrahlung, ich finde das wird hier
viel zu oft ausgeblendet. Ich bin eigentlich der festen Überzeugung das bei Übergriffen wie sie
Violetta passiert sind, eben nicht die Kleidung an sich kommentiert wird, sondern der reine Mismatch.
Wäre das T von Violetta schwarz mit Leomuster gewesen, hätte es safe den gleichen Effekt gehabt.
Ich konnte früher keinen Match zu meiner damals flachen Brust finden..die Ausstrahlung war für mich falsch.
Ob das jetzt für jemanden anderen umgekehrt ist, mag sein.
Und deshalb sag ich, das wenn sich Violettas Aura nach und nach verändert, die Klamotte eher angenommen wird.
Egal ob es den Geschmack trifft...
Eine bestimmte Aura ist nicht von jetzt auf gleich da, aber sie ist da
Schönes Wochenende, Marie
Zuletzt geändert von Lavendellöwin am Sa 26. Jul 2025, 15:47, insgesamt 1-mal geändert.
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit
Moin,
Natürlich ruft sie durch ihr Auftreten und ihre Kleidung ganz deutlich: "schaut alle her, schaut mich an!" - und sie wird darauf nicht immer die gewünschten Reaktionen erhalten und in einigen Fällen
sogar böse Blicke oder mehr erleiden.
Selbst wenn mir ein Outfit oder der ganze Auftritt nicht "gefallen", kann ich auch Kritik daran (wenn sie denn gefragt ist) in respektierender Form rüberbringen, oder einfach dazu den Mund halten.
Sie ist nicht für deine Gefühle verantwortlich.
Gruß
Anne-Mette
so eine Äußerung würde ich als unangemessen einstufen, ganz gleich, wie es dir bei der Betrachtung des Fotos geht.Knäckebrötchen hat geschrieben: Sa 26. Jul 2025, 13:17 weil ich es ( und das ist mein ganz persönlicher Geschmack) als Angriff auf die Sehnerven betrachte.
Natürlich ruft sie durch ihr Auftreten und ihre Kleidung ganz deutlich: "schaut alle her, schaut mich an!" - und sie wird darauf nicht immer die gewünschten Reaktionen erhalten und in einigen Fällen
sogar böse Blicke oder mehr erleiden.
Selbst wenn mir ein Outfit oder der ganze Auftritt nicht "gefallen", kann ich auch Kritik daran (wenn sie denn gefragt ist) in respektierender Form rüberbringen, oder einfach dazu den Mund halten.
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Gruß
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Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit
Hi, ok, darauf wolltest du hinaus.Lavendellöwin hat geschrieben: Sa 26. Jul 2025, 15:40
Ich wollte aber auch etwas weg von Kleidung, hin zu Aura und Ausstrahlung, ich finde das wird hier
viel zu oft ausgeblendet. Ich bin eigentlich der festen Überzeugung das bei Übergriffen wie sie
Violetta passiert sind, eben nicht die Kleidung an sich kommentiert wird, sondern der reine Mismatch.
Wäre das T von Violetta schwarz mit Leomuster gewesen, hätte es safe den gleichen Effekt gehabt.
Ich konnte früher keinen Match zu meiner damals flachen Brust finden..die Ausstrahlung war für mich falsch.
Ob das jetzt für jemanden anderen umgekehrt ist, mag sein.
Und deshalb sag ich, das wenn sich Violettas Aura nach und nach verändert, die Klamotte eher angenommen wird.
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Schönes Wochenende, Marie![]()
Da ich Violettas "Aura" durch mein kleines Display schlecht spüren kann, kann ich dazu oder der Ausstrahlung in Live nichts sagen. Ich muss mit dem einen Foto und ihrer subjektiven Einschätzung der Lage arbeiten.
Und eine Kritik am Verhalten steht mir eh nicht zu.
Daher kann ich nur Bezug nehmen auf die Kleidung.
Und das geht mir bei all den anderen hier leider genauso. Wie soll ich denn - und warum sollte ich mir anmaßen, "die Aura" einer anderen Person zu kommentieren?
Und ich würde - ohne dafür einen Beweis vorbringen zu können - behaupten, die Reaktion wäre bei einem schwarzen Shirt möglicherweise doch anders gewesen. Einfach nur, weil es weniger ins Auge sticht.
@Anne-Mette: zur Kenntnis genommen. Habe oben ja schon geschrieben, das ich in Zukunft vorher frage.
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Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit
Klar ist es möglich, zusammen mit Menschen, die das auch wollen, eine entsprechend wohlwollende Umgebung zu schaffen. Ich freu mich für dich, dass du sowas hast.Jaddy hat geschrieben: Sa 26. Jul 2025, 14:25Ich war die letzten zwei Wochen in einer solchen respektvollen, wohlwollenden Gesellschaft, [...]Knäckebrötchen hat geschrieben: Sa 26. Jul 2025, 13:17 Davon abgesehen, es ist ein schöner, utopischer Gedanke, das wir uns vollkommen wertfrei gegenseitig begegnen.
Aber wir haben immer Kontext und die damit verbundenen Emotionen und die lassen sich nicht kontrollieren.
Aus der größeren Bubble drumherum kommen wir zwei Mal im Jahr in verschiedener Konstellation zusammen. Dabei geht es nicht nur um unsere Spezialinteressen, sondern insbesondere um dieses gemeinschaftliche Erleben.
Wir können Kontexte schaffen, in denen das möglich ist.
Nur hat das leider wenig bis nichts mit der Wirklichkeit im Alltag zu tun. Zumindest nicht mit der von den allermeisten Menschen.
Ich finde, das muss klar benannt werden, um sich mit diesen Gegebenheiten auseinandersetzen zu können. Es ist ja schön zu wissen, dass es auch anders geht, aber in der Breite der Gesellschaft sind wir weit davon entfernt und müssen nun mal mit dem umgehen, was wir da draußen vorfinden. Unabhängig davon, wie wir dazu stehen. Es dürfte klar sein, dass derart übergriffiges Verhalten, wie von Violetta beschrieben, gar nicht geht. Das ist ja auch breiter Konsens. Nicht nur hier im Forum, sondern bei der Mehrheit der Menschen. Und trotzdem gibt es eine (kleine?) Minderheit, die das anders sieht und sich entsprechend verhält.
Das ist zwar Mist, aber es ist erstmal so hinzunehmen, weil sich diese Leute nicht so schnell ändern werden.
Das ist also der aktuelle Zustand. Nun kann ich das als Realität anerkennen, ohne es damit gutzuheißen, und mein Verhalten darauf einstellen. Das bedeutet eine Einschränkung meiner Freiheit, aber welche Alternative habe ich? Damit meine ich nicht perspektivisch, in irgendeiner Zukunft, wo das hoffentlich besser ist. Sondern akut, hier und heute.
LGL
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