Belltower: Während die AfD hetzt, feiert Eberswalde den CSD
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Jaddy
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Belltower: Während die AfD hetzt, feiert Eberswalde den CSD

Post 1 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Sehr schön!
Rund 2.000 Menschen feierten am Samstag in Eberswalde einen lauten, bunten und friedlichen CSD – doppelt so viele wie im Vorjahr. Trotz queerfeindlicher Provokationen durch die AfD setzte die Stadt ein kraftvolles Zeichen für Vielfalt und Zusammenhalt. Der CSD war der Höhepunkt der ersten Queeren Wochen – und ein klares „Nein“ zu Hass und rechter Hetze.
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Die Versammlung war laut, bunt und, das ist wohl das Wichtigste: Sie verlief ohne größere Angriffe und Störversuche, obwohl die AfD am selben Tag ein queerfeindliches „Sommerfest“ in Eberswalde abgehalten hat.

Als der CSD den Marktplatz von Eberswalde passierte, an dem das AfD-Fest stattfand, schallte es in Sprechchören durch die Stadt: „Siamo tutti Antifascisti“ oder „Es gibt kein Recht auf Nazi-Propaganda“. Hunderte Teilnehmer*innen spannten Schirme in Regenbogenfarben in Richtung des Marktplatzes auf, eine Konfetti-Kanone schoss Glitzer in die Luft. Auf Seiten der AfD standen, wenn überhaupt, hundert Leute, die missmutig auf die CSD-Teilnehmenden blickten.
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Der CSD am vergangenen Samstag war der feierliche Abschluss einer ganzen Reihe queerer Veranstaltungen. Seit dem 6. Juni fanden die ersten queeren Wochen in Eberswalde statt. Die Community organisierte Ausstellungen, Workshops, ein Konzert, einen queeren Poetry Slam und vieles mehr.

Wenige Tage vor dem CSD mobilisierten Rechtsextreme aus dem Ort zu einer Kinderbuchlesung, die im Rahmen der Queeren Wochen in der Stadtbibliothek stattfand. „Am Ende kamen aber nur acht Leute, die sehr, sehr laut geplärrt haben“, berichtet Armonies. Die queere Community konnte hingegen rund 100 Leute spontan organisieren, die sich schützend vor die Veranstaltung stellten. „Die Rechten sind hier nicht in der Mehrzahl“, so Armonies.

Dieser Eindruck bestätigte sich am Samstag beim CSD: Viele Eberswalde*innen begrüßten die queere Parade mit Pride-Flaggen an ihren Wohnungsfenstern oder vor Geschäften. Die Teilnehmer*innen grüßten zurück, mit fröhlichen Trillern und Jubeln.

Eine besonders einprägsame Rede steuerte Eva La Bosse vom Verein „AndersArtig“ bei, die von ihren Erfahrungen in den Neunzigern in Eberswalde berichtete. „Ich war auch Opfer rechter Gewalt und war zum Unmut aller so dreist, das auch zu benennen“, sagt sie. Dafür gab es an diesem Tag keinen Unmut, sondern Applaus. „Erst 2014 erkannte der damalige Bürgermeister dieser Stadt an, dass – Zitat – die Neunziger schwierig waren“, berichtete sie weiter. „Es war nicht allein schwierig, es war vor allem Angst um die eigene Unversehrtheit. Schwierig und eigentlich unerträglich war das Wegducken derjenigen, die für unsere Unversehrtheit hätten eintreten müssen“, sagte La Bosse
(https://www.belltower.news/pride-in-der ... sd-160691/)
Rusza
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Re: Belltower: Während die AfD hetzt, feiert Eberswalde den CSD

Post 2 im Thema

Beitrag von Rusza »

Jaddy hat geschrieben: Mo 23. Jun 2025, 15:03 Erst 2014 erkannte der damalige Bürgermeister dieser Stadt an, dass – Zitat – die Neunziger schwierig waren“, berichtete sie weiter. „Es war nicht allein schwierig, es war vor allem Angst um die eigene Unversehrtheit. Schwierig und eigentlich unerträglich war das Wegducken derjenigen, die für unsere Unversehrtheit hätten eintreten müssen“, sagte La Bosse
Diese Zeit haben die meisten leider schon vergessen.Eberswalde wurde damals wie viele andere Städte von den Rechten beherrscht.Niemals hätte in den 1990 er Jahren dort ein CSD stattfinden können.Trauriger Höhepunkt dieser Zeit war der Mord an dem angolanischen Vertragsarbeiter Amadeu Antonio,welcher von einer Horde von 60 Schlägern zu Tode geprügelt wurde.
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