Gegen Belästigung im ÖPNV | männer*
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Anne-Mette
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Gegen Belästigung im ÖPNV | männer*

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Eine neue Petition fordert Veränderung im öffentlichen Nahverkehr Berlins: „Sichere FLINTA*-Wagons jetzt, @BVG! #WennIhrUnsLiebt“. Die Initiatorin, Alex, fordert von den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG), spezielle Abteile für FLINTA*-Personen (Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre, trans* und agender Personen) in öffentlichen Verkehrsmitteln einzurichten.

https://www.maenner.media/gesellschaft/ ... -im-oepnv/
Knäckebrötchen
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Re: Gegen Belästigung im ÖPNV | männer*

Post 2 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Wir wollen ja nicht wieder sowas:

Vor 110 Jahren erlassen – Die "Hutnadel-Verordnung“ von Seattle

Um das Jahr 1900 nahmen sich Frauen die Freiheit, ohne männlichen Begleitschutz zu gehen, wohin sie wollten. Das konfrontierte sie mit Belästigungen auf der Straße. Ein modisches Accessoire wurde zur immer griffbereiten Waffe: die Hutnadel.

https://www.ardaudiothek.de/episode/kal ... /12728993/

Nicht wahr?

Aber das wird allein schon wegen den Kosten nix.
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Claudia
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Re: Gegen Belästigung im ÖPNV | männer*

Post 3 im Thema

Beitrag von Claudia »

Anne-Mette hat geschrieben: Do 24. Apr 2025, 19:24 [...] spezielle Abteile für FLINTA*-Personen (Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre, trans* und agender Personen) in öffentlichen Verkehrsmitteln einzurichten.
Das gibt doch einen großen Aufschrei wegen der Sonderrolle.

"Das sind doch die mit diesen komischen Sprachideen. Jetzt wollen sie auch noch besondere Abteile. Was denn sonst noch?"

Eine bessere Idee, auf die Abschussliste zu kommen, kann es kaum geben. Dabei wollten wir doch eigentlich nur ganz schlicht Viele unter Gleichen sein, nicht primusse inter pares.

LG Claudia
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Re: Gegen Belästigung im ÖPNV | männer*

Post 4 im Thema

Beitrag von Malvine »

Was gut gemeint ist, kann dann schnell in eine erneuten "Rassentrennung" ausarten.
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Re: Gegen Belästigung im ÖPNV | männer*

Post 5 im Thema

Beitrag von Susi T »

Ihr habt aber schon gelesen das es allgemein um den Schutz von Frauen vor Übergriffen geht, was wohl immer mehr zum Problem geworden ist, und nicht speziell um INTA Menschen(diese sind nur ausdrücklich mit gemeint).
Das beste Make-up einer Frau ist Glücklich sein
Claudia
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Re: Gegen Belästigung im ÖPNV | männer*

Post 6 im Thema

Beitrag von Claudia »

Tira hat geschrieben: Do 24. Apr 2025, 21:28 Ihr habt aber schon gelesen das es allgemein um den Schutz von Frauen vor Übergriffen geht, was wohl immer mehr zum Problem geworden ist, und nicht speziell um INTA Menschen(diese sind nur ausdrücklich mit gemeint).
Schon, aber die INTA werden ausdrücklich und noch erklärend genannt. Und damit wie die Frauen allgemein aus der großen Gruppe der Fahrgäste herausgehoben. Schon gut gedacht, aber diese explizite Erwähnung weist dieser Gruppe wieder eine Sonderrolle zu. Und das möglicherweise in der Form: "die kriegen, wir nicht". Wer immer dieses wir dann sein mag.

LG Claudia
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Re: Gegen Belästigung im ÖPNV | männer*

Post 7 im Thema

Beitrag von Susi T »

Für mich liest sich das nach ausdrücklicher Inclusion, so unterschiedlich können die Sichtweisen sein.
Denn ohne solche Formulierungen wäre das Gegenteil die Konsequenz bei erfolgreicher Umsetzung von solchen Schutzräumen.
Die Diskussion wäre spätestens dann im Gange.
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Re: Gegen Belästigung im ÖPNV | männer*

Post 8 im Thema

Beitrag von Lana »

Nun ja, in vielen Ländern gibt es das bereits, überwiegend in islamischen. Da haben Frauen die Wahl, ob sie sich im Berufsverkehr zwischen die Männer quetschen oder lieber unter sich bleiben wollen.
Männer haben diese Wahlmöglichkeit nicht, dafür sind nur 20% der Abteile ausschließlich für Frauen (und Kinder).

Intuitiv habe ich diese Trennung zunächst abgelehnt, wahrscheinlich auch deswegen, weil sie religiös begründet wird. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich aber, dass man als Frau in diesen Abteilen seine Ruhe hat vor blöder Anmache und Gegrabsche. Ein Gewinn von Sicherheit und Lebensqualität. Andererseits wird die Rolle der Frau als schwachem Wesen, das besonderen Schutz braucht, bestätigt. Das widerstrebt meiner Vorstellung von Gleichberechtigung.

Eine andere Möglichkeit wäre natürlich, dass die bescheuerte Minderheit der Männer, die Frauen nicht respektieren, endlich mal vernünftig wird. Das ist aber eher dem Bereich der Utopie zuzuordnen. Leider.
Knäckebrötchen hat geschrieben: Do 24. Apr 2025, 19:44 Aber das wird allein schon wegen den Kosten nix.
Ein paar Aufkleber an den Türen und je eine Absperrung im Durchgang im vorderen und hinteren Zugteil kosten nicht viel. Das könnte sich sogar Berlin leisten :lol:

https://c8.alamy.com/comp/BC74R3/women- ... BC74R3.jpg
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Re: Gegen Belästigung im ÖPNV | männer*

Post 9 im Thema

Beitrag von HeikeCD »

Lana hat geschrieben: Do 24. Apr 2025, 22:01 Nun ja, in vielen Ländern gibt es das bereits, überwiegend in islamischen. Da haben Frauen die Wahl, ob sie sich im Berufsverkehr zwischen die Männer quetschen oder lieber unter sich bleiben wollen.
Ob sie die Wahl haben ist die Frage, oder ob es nicht an der allgemein dort ausgeübten Praxis der Trennung der Geschlechter handelt. Beim Gebet in der Moschee z.B beten die Geschlechter ja ebenso getrennt. Wäre möglich aber den tieferen Grund vermute ich eher dort.

LG Heike
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Re: Gegen Belästigung im ÖPNV | männer*

Post 10 im Thema

Beitrag von Lana »

In Ägypten, Dubai, Iran, Indien kann man als Frau überall in die Metro einsteigen, nicht nur in die Frauenabteile. Als Mann geht das nicht. Da fliegst du aus dem Frauenbereich wieder raus.

Die Frauen können zumindest dort wählen und tun das auch. Wie es in anderen Ländern aussieht, weiß ich nicht.

In der Moschee gibt es keine Wahlmöglichkeit während der Gebetszeiten. Das dürfte überall gleich sein.

Aber hier geht es um Berlin. Ich hatte das nur erwähnt, weil man in Deutschland dazu neigt, das Rad jedesmal neu zu erfinden. Dabei gibt es etablierte Beispiele, wie so etwas praktisch umgesetzt werden kann und wo man Vor- und Nachteile studieren könnte. Wenn man das möchte.

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Re: Gegen Belästigung im ÖPNV | männer*

Post 11 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Lana hat geschrieben: Do 24. Apr 2025, 22:01 Andererseits wird die Rolle der Frau als schwachem Wesen, das besonderen Schutz braucht, bestätigt. Das widerstrebt meiner Vorstellung von Gleichberechtigung.

Eine andere Möglichkeit wäre natürlich, dass die bescheuerte Minderheit der Männer, die Frauen nicht respektieren, endlich mal vernünftig wird. Das ist aber eher dem Bereich der Utopie zuzuordnen. Leider.
HeikeCD hat geschrieben: Mo 21. Apr 2025, 19:54
Knäckebrötchen hat geschrieben: Mo 21. Apr 2025, 19:10 Eine der Top-Antworten von Frauen zur Frage, warum sie Männer brauchen: um sie vor anderen Männern zu beschützen...
Da hab ich neulich einen interessanten Text gelesen, es geht um die Amerikanerin die einen aufdringlichen Typen abgewehrt hat, allerdings mit einem Messer. Aber wer will ihr dss verübeln.
"Weil ein Mann sie sexuell belästigt, sticht eine junge Frau zu – mit tödlicher Folge. Jetzt hat ein Gericht geurteilt: Die US-Amerikanerin handelte nicht in Notwehr, sondern wurde vielmehr zur Angreiferin." (welt-online)
Hier der erwähnte Text:
"Könnten wir mal kurz darüber reden, ob und wie Frau sich wehren darf? tagesschau.de/inland/regiona…
Der eingefügte Fall: Frau wird mehrfach am Gesäß gepackt - der Täter lässt nicht locker, belästigt weiter, schließlich packt er die Frau am Arm - es kommt zu einem "Gerangel" und sie sticht zu. Leider trifft sie den Täter dabei tatsächlich tödlich.
Ich frage mich nun - und ich denke es geht vielen Frauen so - wie, wann und in welchem Umfang dürfen wir uns wehren?
Als Frau sind wir einem Mann idR. körperlich unterlegen. Bei einem Antatschen von Hintern, Brust etc, wäre das mildeste Mittel eine Ohrfeige - und dann? Wenn der Typ dann daraufhin komplett ausrastet? Also eher versuchen deeskalieren zu sein? Die sexuelle Belästigung schlucken und flüchten? Bei einer Anzeige danached wird offensichtlich der Täter niemals zu ermitteln sein.
Wird es - wie in diesem Fall - eine Stufe heftiger: Person lässt nicht locker, gibt nicht auf und hält die Frau am Arm fest. Auch hier: was tun (um Hilfe rufen? Wer kümmert sich heute noch oder möchte sich einmischen) Frau muss also in Sekundenbruchteilen abwägen - wird der Typ weiter übergriffig werden? Habe ich die Möglichkeit unbeschadet aus der Situation heraus zu kommen. Sie zieht letztendlich ein Messer und sticht zu - final in diesem Fall mit Todesfolge. Und nun ist sie Täterin. Und muss mir einer Gefängnisstrafe rechnen.
Also erneut: wie darf, kann und muss eine Frau sich wehren können?
Der Täter ist in den 60ern und belästigt eine Frau in den 20ern. Der Typ ist verheiratet und hat Kinder. Wie ekelhaft ist das bitte? Und von dem Opfer - dass nun Täterin wurde, wird der Hintergrund durchleuchtet. Wieso muss sich die Frau rechtfertigen? Warum liegt das Hauptaugenmerk nicht bei dem Täter?
Und was soll die Beeinflussung durch die Presse, die sich auf die Ehefrau stürzt, die Totschlag fordert? Für einen Ehemann und Vater, der offensichtlich es ok findet junge Frauen zu belästigen und sexuelle anzugehen?
Also erneut: wie dürfen Frauen sich zur Wehr setzen? Oder ist die Botschaft im Grunde, man möge sich nicht so anstellen? Ist ja im Grunde nix dramatisch passiert? So ein bissl Arschgrabschen und penetrant aufdringlich werden - jo mei! Sind halt Menners...."
posting.php?mode=quote&p=403214

Ich zitiere das mal ganz frech, Heike - sorry, aber ich finde das passt hier gerade so gut her. Da hat sich seit 1900 nicht viel getan.

Wenn Frau sich wehrt, macht sie es falsch - wenn sie sich nicht wehrt, hat sie es gewollt.

Versteht mich nicht falsch: Ich finde die Möglichkeit, sich potentiellem Mißbrauch entziehen zu können absolut richtig, weil leider notwendig. Ich verstehe halt nur nicht, warum wir wieder nur am Symptom herumdoktorn anstatt endlich mal die Ursache anzugreifen. Kinder, die als Männer leben wollen oder sollen müssen von klein auf anders erzogen werden. Aber leider sehen das sogar viele Frauen anders.

Und dabei sollte es eigentlich schon ausreichen, Jungen, jungen Männern beizubringen, dass Frauen kein Freiwild sind. Scheint aber irgendwie zu viel verlangt.

Und @Lana: ich glaube nicht, dass das eine Minderheit der Männer ist. Vielleicht grabschen nicht alle, aber es kann auch schon ein sexistischer Kommentar sein, ein sehr-dicht-aufrücken, ein Wegdrängen...
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Re: Gegen Belästigung im ÖPNV | männer*

Post 12 im Thema

Beitrag von Olivia »

„Ich würde meine Tochter nie allein fahren lassen“: Das sagen Berliner Fahrgäste zu der Petition für Schutzräume bei der BVG

https://www.msn.com/de-de/nachrichten/p ... cfe0&ei=45
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Re: Gegen Belästigung im ÖPNV | männer*

Post 13 im Thema

Beitrag von Lucky70 »

Man sollte hier auch noch die gefühlte Sicherheit beachten: wie häufig passiert da wirklich etwas? Reicht da manchmal schon ein intensiver Blick für ein mulmiges Gefühl? Ohne Das verharmlosen zu wollen, aber es gibt Kreise, die einem täglich einreden wie unsicher die Bahnhöfe sind. Bei drei Vorfällen pro Jahr. Oder so, war in Bayern gerade Thema. Wir reden hier mit Sicherheit über ein ganz anderen Level als Indien.

Lucy
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Re: Gegen Belästigung im ÖPNV | männer*

Post 14 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Lucky70 hat geschrieben: Sa 26. Apr 2025, 06:52 Man sollte hier auch noch die gefühlte Sicherheit beachten: wie häufig passiert da wirklich etwas? Reicht da manchmal schon ein intensiver Blick für ein mulmiges Gefühl? Ohne Das verharmlosen zu wollen, aber es gibt Kreise, die einem täglich einreden wie unsicher die Bahnhöfe sind. Bei drei Vorfällen pro Jahr. Oder so, war in Bayern gerade Thema. Wir reden hier mit Sicherheit über ein ganz anderen Level als Indien.

Lucy
Guten Morgen,

ja wir reden hier von einem anderen Niveau, was Anzahl, Heftigkeit und Art der Gewalt angeht.

Aber im Prinzip reicht auch schon der Blick. Jeder Anlass um sich unwohl zu fühlen ist ein Anlass. Auch ein Blick kann, wenn er penetrant, intensiv ist, Angst auslösen - denn was passiert denn vielleicht nach dem Blick? Wird diese Person mich verfolgen? Welche Intention steckt hinter diesem Blick? Und diese Fragen kommen automatisch und damit ist deine Sicherheit - vielleicht "nur" gefühlt" - weg. Deine gute Laune vielleicht aber auch, wenn Du gerade von einem netten Abend kommt oder Dich auf etwas freust, wo Du hinfährst.

Kleine Anekdote aus einem früheren Leben: ich bin mit der U-Bahn gefahren und da stand ein Junge. Ich hab den nur kurz angeschaut, eigentlich mehr "in die Gegend" und dabei kam es zum Blickkontakt. Den habe ich nicht sofort abgebrochen, es erschien mir in dem Moment aber auch nicht unhöflich lange oder starrend. Er ist mir dann bis zur Bushaltestelle gefolgt wo ich umsteigen musste, stellte sich vor mich und fragte "was starrst Du mich so an?" und schlägt mir vollkommen unvermittelt mit der Faust ins Gesicht.

Da war ich so ~12, mittags auf dem Schulweg zurück.

Zweites Erlebnis, diesmal aus meinem neuen Leben, weiblich gelesen, gehe ich in die Disko und direkt an der Bar sitzt einer und starrt mich an. So richtig hart. Krass unangenehm. Der kam dann auch über den Abend immer wieder in meine Richtung getanzt und hat mich angeschaut. Der wollte, dass ich zurück schaue. Ich hatte den Eindruck, weil er damit einen Grund für eine Ansprache hätte. Und ich muss sagen, es ist verdammt anstrengend, nervig und einschränkend, wenn man einen ganzen Abend lang Angst hat, zufällig dieser einen Person ins Gesicht zu blicken, wenn man mal den Blick hebt und in den Raum schaut.

Also: es reicht ein Blick.
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Re: Gegen Belästigung im ÖPNV | männer*

Post 15 im Thema

Beitrag von Olivia »

Berliner Zeitung: Frauen und Männer getrennt: Was sagen die Berliner zu Gender-Waggons in der BVG?

https://www.msn.com/de-de/lifestyle/lie ... 8e3e&ei=30
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