Aus dem Alltag von Inga
Aus dem Alltag von Inga - # 15

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
Antworten
Inga
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3838
Registriert: Mo 19. Jul 2010, 00:32
Pronomen:
Hat sich bedankt: 93 Mal
Danksagung erhalten: 156 Mal
Kontaktdaten:

Re: Aus dem Alltag von Inga

Post 211 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo, Jaddy,

danke dir für die praktischen Hinweise. Fürs Standesamt werde ich also beizeiten durch Deutschland reisen. Aber das ist es mir auch wert.

Hallo, alle,

mit dem Outen gegenüber meinen Mitmenschen werde ich es mir nicht überstürzen, sondern wie du sagst eher strategisch überlegen, wann ich bei wem etwas sage und wo ich schon vorher etwas vom anstehenden Wechsel "durchsickern" lasse. Ich möchte ja nicht aufregen oder verschrecken und auch nicht in irgendetwas hinein steigern, sondern mich frei machen, mir dabei ehrlich bleiben, dass ich eigentlich Frau bin.

Wird sich im Haushalt viel ändern?- fragte ich mich gestern noch beim Einschlafen. Ich glaube nicht so sehr, denn ich lebe allein in der Wohnung. Ich bleibe die gleiche Person, die zum einem eh ihre Gewohnheiten hat und zum anderem sich jetzt schon in den eiugene vier Wänden die Freiheit nimmt, ihren Vorlieben Platz einzuräumen.

Ähnlich wird es bei mir mit der Kleidung kaum einen plötzlichen Wechsel geben. Kleidung aus der Herrenabteilung habe ich schon seit einiger Zeit nicht mehr angeschafft, hatte ich doch eh so viel. Kleidung in Herrengrößen sortiere ich seit einigen Monaten aus, allein schon weil ich herausgewachsen bin, sie aus anderen Gründen nicht mehr trage oder sie mir wegen dem anhaltenden Corona-Bauch nicht mehr so recht passt. Kleidung in Damengrößen habe ich ja dank des gepflegten CrossDressings reichlich und selbst heutzutage im Noch-Männer-Modus haben meine Jeans, Pullover, Jacken, Schuhe und so meist Damengrößen, auch wenn sie allgemein eher unauffälliger Unisex-Stil sind. Klar werde ich außer Hosen dann öfters Kleider und Röcke tragen.

Veränderungen an der körperlichen Form wie Brust, Bauch und Po werde ich nicht vornehmen wollen. Es genügt mir wenn auch schon jetzt aus irgendwelchen Gründen die Brust langsam mehr Form gewinnt, und untendrunter gerne BH trage. Ja, die Haare werde ich sicher in mehr femininer wirkende Frisur tragen. Gebrauch von Make-Up wird sich in der Alltagstauglichkeit beweisen und sich weiter entwickeln. Auch das ist mir in den verga genen Jahrzehnten eher Begleiterscheinung geworden, weniger Mittelpunkt des Frauseinslebenwollen. Der unkompliziert praktische Alltag wird auch weiterhin meine Lebenswirklichkeit prägen.

Ich glaube, was mich jetzt besonders fasziniert, dasss ich durch die Beurkundung vom Standessamt der Anerkennung des Geschlechts und des anderen Namens ich mich mit meinem Dasein nicht mehr so irgendwie allein deplaziert fühle in der Gesellschaft., sondern nunmewhr einfach ein Recht beansprucht lebe, wie andere Menschen auch.

Liebe Grüße
Inga
missy
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 439
Registriert: Do 1. Feb 2024, 13:32
Geschlecht: m
Pronomen:
Wohnort (Name): NRW
Hat sich bedankt: 143 Mal
Danksagung erhalten: 137 Mal
Kontaktdaten:

Re: Aus dem Alltag von Inga

Post 212 im Thema

Beitrag von missy »

Liebe Inga,

du schreibst
Inga hat geschrieben: Di 16. Apr 2024, 10:31 Ich möchte ja nicht aufregen oder verschrecken
. Das kenne ich nur zu gut auch von mir. Ich habe es so formuliert: "Ich will ja niemand vor den Kopf stoßen". Wir sind doch immer sehr bemüht, niemandem zu nahe zu treten, niemanden zu verärgern oder gar zu verletzen. Auch wenn es vermutlich nicht ganz ohne geht.

Um so mehr bin ich begeistert von deinen klaren Strukturen, deiner klaren Vorgehensweise. Du weißt genau, was du willst und was du nicht willst. Das ist wirklich beeindruckend. Obwohl die Ereignisse sich gerade überschlagen, hast du offenbar einen klaren Kopf.
Inga hat geschrieben: Di 16. Apr 2024, 10:31 Der unkompliziert praktische Alltag wird auch weiterhin meine Lebenswirklichkeit prägen.
Ich wünsche dir von Herzen, dass dir genau das gelingt.

Liebe Grüße, missy
Toleranz ist lernbar, zu viel Toleranz ist heilbar.
Inga
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3838
Registriert: Mo 19. Jul 2010, 00:32
Pronomen:
Hat sich bedankt: 93 Mal
Danksagung erhalten: 156 Mal
Kontaktdaten:

Re: Aus dem Alltag von Inga

Post 213 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo, Missy,

danke für deine Worte. Aber soo klar komme ich mir gar nicht vor.
Wahrscheinlich hilft es, die Gedanken in Worte zu fassen, niederzuschreiben und dadurch ordnen sich die wirren Gedankenknoten in eine klarere Vorgehensweise.

Liebe Grüße
Inga
Inga
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3838
Registriert: Mo 19. Jul 2010, 00:32
Pronomen:
Hat sich bedankt: 93 Mal
Danksagung erhalten: 156 Mal
Kontaktdaten:

Re: Aus dem Alltag von Inga

Post 214 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo,

lange habe ich hier nichts mehr eingetragen. Jetzt wird es aber Zeit, den Thread weiterzuführen.


Vor einer Wioche, am Sonntag, war ich wieder schwimmen. Nach fast zehn Jahren Jahren endlich wieder schwimmen. So richtig schwimmen im Schwimmbad.
Ich bin früher gerne ins Schwimmbad gegangen, habe die halbe Schulzeit dort verbracht. Während des Studiums waren die Duschen des Hallenbades mein eigentliches Badezimmer und auch später nutzte ich gerne Gelegenheiten, in Schwimmbecken und Seen zu hopsen und einige Züge durchs Wasser zu schwimmen, wenn sich die Gelegenheit bot. Eine Operation am Herzen vor nunmehr fast zehn Jahren setzte mir dem Wasserfreizeitsport vorerst ein Ende, musste danach erst mal die Wunde ausheilen, der Kreislauf wieder störungsfrei werden. Zum Wiedererlangen und Erhalten der Fitness war für mich dann eher regelmäßig wasserlose Gymnastik, Radfahren und Wandern angesagt. Die Wiederaufnahme der körperlich manchmal anstrengenden Arbeit tat ein übriges, bald wieder zu einem vorbildlich niedrigem Gewicht zurückzukeheren, und trotzdem von einem guten Appetit gesegnet zu sein.

Als dann nach einiger Zeit von der Narbe kaum mehr etwas zu sehen war, fand ich für die Schwimmbäder die Eintrifttspreise etwas hoch geraten. Corona kam dazwischen. Bald störte mich später der gut sichtbare Bauch. Und überhaupt mochte ich nicht mehr ohne bedeckten Oberkörper in die Öffentlichkeit. Meine Brüste haben aus unerfindlichen Gründen spürbar an Größe gewonnen, wahrscheinlich eine Kombination aus Alter, gutes Essen und Nebenwirkungen der reglmäßig einzunehmenden Medikamente. Mir jedenfalls soll es recht sein. Beim Crossdressing und anderen Gelegenheiten brauche ich keine Sillis mehr, damit sich unter dem Pullover auch so etwas mehr Fülle abzeichnet. Ich trage regelmäßig eine gepolsterten BH oder ähnliches. Gute Erfahrungen habe ich auch mit Bikini- und Tankini-Oberteilen als BH-Ersatz gemacht. Kurz: Ich wollte nur noch mit Badeanzug oder ähnliches in der Öffentlichkeit ins Wasser gehen. Aber traue ich mich auch? Und wo umziehen?

Dank des Forums habe ich vom monatlichen queeren Schwimmen "ABS" (All Body Swim) in Hannover-Anderten erfahren. Dank Deutschland-Ticket mit etwas Bahnfahren gut und günstig zu erreichen. Schwimmhallentaugliche Kleidung habe ich ja genug und andere Termine kamen auch nicht dazwischen. Das erste Mal im Februar seit langem war für meine Seele ein voller Erfolg. Die Scchwimmhalle wird vom Sportverein organisiert, so auch die Schwimmzeit fürs ABS. Bedingung für die Schwimmgäste ist, einfach zu akzeptieren, wie anderer Leute Körper oder Badekleidung sein mag und nicht hinterherzugucken. Problemlos war es für mich, mich in einer Einzelkabine umzuziehen, die Klamotten im abschließbaren Schrank zu verstauen, ausgiebig zu duschen, mit mir angemessener Schwimmkleidung zum Wasserbecken zu gehen, vorsichtig über die Treppe ins Wasserbecken zu gehen, das Wasser - angehme Temperatur übrigens - zu testen, einzutauschen, und endlich wieder zu schwimmen, zügig, mehere Bahnen durchs Becken, etwas Strecken tauchen und vom Sprungbrett und Beckenrand zu springen. Das war wirklich ein tolles Geschenk für mich! Dank an die Organisatoren! Doch wollte ich es beim ersten Mal nicht übertreiben. Als es voller und lebhafter wurde, stieg ich wieder aus dem Wasser, gimg eine zweite Runde duschen, zog mich an und konnte noch Haare trocknen und Makeup erneuern und ging voll zufrieden mit mir und der Welt zum Ausgang in den sonnigen, wenn auch jahreitbedinglichen kühlen Sonntag nachmittag zu gehen. Beim nächsten Mal stärke ich mich am Kiosk noch mit Kaffee und Kuchen und lass mich auch auf eine heiße Bratwurst ein. Beim nächsten Mal!

Die ganze Woche noch hatte ich dies Bild von mir vor dem geistigen Auge, wie ich in dem blauen Tankini mit den weißen Punkten durchdas warme Wasser glitt. Es gab mir so ein stimmiges wohliges Gefühl. Das mache ich jetzt öfters!

Anders Thema:

Meine Erklärung nach dem SBGG habe ich einige Monate zurückgestellt und jetzt dann beantragt - pardon, angemeldet. Ich will ja nichts bekommen, sondern ich will den fehlerhaften Eintrag in der Geburtsurkunde korrigieren und die eigentliche Wahrheit erklären, damit sie korrekt eingetragen wird. Beim naheliegenden Standesamt habe ich es angemeldet und einen Termin für die Erklärung in drei Monaten später bekommen. Da wird die Erklärung dann entgegen genommen und an das Geburts-Standesamt weiter gemeldet, das mich dann über die Eintragung benachrichtigt. Es wird also seine Zeit brauchen, bis der Papierwechselmarathon beginnt, dass mir mit dem neuen Geschlechtseintrag auch der Name Inga amtlich bestätigt ist. Anders ausgedrückt dass meine Idendität amtlich bestätigt mit Inga bezeichnet werden darf und auch so korrekterweise bezeichnet werden muss.

In den vergangenen Monaten hat da etwas in mir geklickert, wo ich eigentlich noch unsicher war: Wo ist jetzt der Wechsel? Gibt es eine Verwandlung? Eigentlich nicht. Ich ändere mich ja nicht. Ich bekomme andere Bezeichnungen - genaugenommen andere Bezeichnungen für mich, mein Geschlechtseintrag undnzugehörig meine Namen. Es geht mir mit dem Eintrag nicht darum, eine Wandlung zu vollziehen. Es geht ja nicht darum, von einem Ufer zum anderen zu gelangen. Es geht auch nicht darum von einem Ufer auf dem Weg zum anderen Ufer dazwischen auf einer Insel festen Halt zu fassen. Es geht gar nicht um einen Wandel. Es geht vielmehr darum, etwas festzuhalten und bestätigen zu lassen, was vielmehr ist und ich mir darüber immer klarer geworden bin - so klar, dass der bisherige Eintrag im Geburtsregister einfach falsch ist.


Liebe Grüße
Inga
Inga
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3838
Registriert: Mo 19. Jul 2010, 00:32
Pronomen:
Hat sich bedankt: 93 Mal
Danksagung erhalten: 156 Mal
Kontaktdaten:

Re: Aus dem Alltag von Inga

Post 215 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo, miteinander,

es ist Fastenzeit angebrochen und dies Jahr habe ich mich als meine persönliche Fastenaktion entschieden, bis zu Ostern in diesem Forum kürzer zu treten.

Mal sehen, ob ich durchhalte.

Liebe Grüße
Inga
Inga
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3838
Registriert: Mo 19. Jul 2010, 00:32
Pronomen:
Hat sich bedankt: 93 Mal
Danksagung erhalten: 156 Mal
Kontaktdaten:

Re: Aus dem Alltag von Inga

Post 216 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo, miteinander,

Abstinenz vom Forum durchgehalten.
Das tat gut.

Liebe Grüße
Inga
Antworten

Zurück zu „(Eigene) Berichte und Geschichten“