Heute vor 80 Jahren: Befreiung des KZ Buchenwald
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Violetta-TransFlower
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Heute vor 80 Jahren: Befreiung des KZ Buchenwald

Post 1 im Thema

Beitrag von Violetta-TransFlower »

Meine Lieben,

Heute 80 Jahren wurde das Konzentrationslager Buchenwald von amerikanischen Truppen befreit.
Unfassbares Leid schlug den Befreiern entgegen.
Insgesamt waren in Buchenwald fast 280.000 Menschen inhaftiert. Jeder fünfte von ihnen fand den Tod.

Denkt immer an solche Ereignisse, es könnte durchaus wieder passieren !
Ich glaube, mich hätten die Nazis recht schnell verhaftet, mit meinen vielen Eigenschaften, Interessen und meiner großen Klappe. (arg)


Externes Bild, es gelten die Datenschutz- und Nutzungsbestimmungen der ausgewählten Seite.Quelle: https://i.ibb.co/XZzNvBhb/IMG.jpg


Ich komme immer, wenn ich auf der A4 nach Erfurt zu meinen Konzerten fahre, an Weimar vorbei, in dessen Nähe das ehemalige KZ Buchenwald liegt.
Bei guter Sicht, sieht man den Ettersberg und den Glockenturm, der nach der Befreiung des Lagers errichtet wurde.
Das lässt mich trotz aller Freude an solchen Tagen immer nachdenklich werden.
Erinnern kann ich mich auch noch an eine Klassenfahrt nach Buchenwald im Jahre 1985, die in Vorbereitung zur Aufnahme in die DDR Jugendorganisation FDJ stattfand.
Da besichtigte unsere Klasse den gesamten ehemaligen Lagerkomplex. Das war etwas ganz anderes, als immer nur davon zu hören oder zu lesen.
Entsetzen machte sich breit, vor allem im ehemaligen Krematorium.
Viele von uns weinten damals und jetzt kamen mir beim Schreiben auch die Tränen. (cry)

Traurig auch das Kapitel nach 1945 bis 1950, was in diesem Zusammenhang erwähnt werden muß.
Da wurde es als Speziallager von den Sowjets genutzt und das Unrecht und die Grausamkeiten setzten sich bis 1950 fort.
Ab 1950 wurde von der DDR hier die größte deutsche KZ-Gedenkstätte aufgebaut.

https://www.buchenwald.de/

"Wenige Wochen vor der Befreiung Buchenwalds erreicht ein dreijähriges Kind im Inneren eines Koffers das Lager und ist dem Tode geweiht, würde sich nicht eine Gruppe von Häftlingen des Jungen annehmen und ihn vor der SS verstecken. Dies wird zur schwersten Prüfung der einzelnen Häftlinge, die teilweise widerwillig, teilweise mit größten Bedenken im kleinsten Entscheidungsspielraum, den es geben kann, zwischen Leben und Tod, so handeln wie es ihnen ihre Werte vorgeben. Immer unter Lebensgefahr und in der Hoffnung, dass die Gefangenschaft in der Hölle auf Erden wenigstens etwas bringt, das Sinn macht, sichern sie das nackte Überleben des Kindes und damit die Hoffnung auf eine Zukunft. "

"Nackt unter Wölfen" ist die filmische Neuinterpretation des gleichnamigen Romans von Bruno Apitz, der 1958 erschienen ist. Bruno Apitz, selbst Häftling in Buchenwald, erzählt aus der Perspektive der Opfer vom Widerstand der Buchenwaldhäftlinge, die sich in der Hölle des Konzentrationslagers für die Rettung eines dreijährigen Jungen entscheiden. Seine Protagonisten sind kommunistische Gefangene, die im Illegalen Lagerkomitee organisiert sind.


Quelle; ARD Mediathek

Das Buch zum hier genannten Film "mußte" ich in meiner 10klassigen Oberschulzeit in der DDR lesen, es gehörte zum Pflichtstoff.
Wenn ich mich richtig erinnere, fand ich es damals schockierend aber auch spannend.
Die hier genannte Neuverfilmung ist durchaus sehenswert, finde ich. Ich glaube, wir haben uns damals im Unterricht den Originalfilm angeschaut,
welcher auch sehr gut gemacht ist und mit guten Schauspielern glänzt.
Ich weiß nicht, warum der heute nicht mehr gezeigt wird.

https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZ ... ItNDgwNDY1

Sehr Traurig (cry)
Eure Violetta💜
🌺 Das Glück 🍀 wohnt wieder in meinem Herzen 💜🙏
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Re: Heute vor 80 Jahren: Befreiung des KZ Buchenwald

Post 2 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 »

Hallo Violetta,

Dein Bericht erweckte Erinnerungen in mir.
Ich wohne mein Leben lang nur etwa 50 km vom KZ Dachsu entfernt.
Es war das erste KZ das 1933 auf Himmlers Befehl hin gebaut wurde.
Es war Ausbildungslager für SS Wachmannschaften die später auch in Vernichtungslagern eingesetzt wurden.
Dachau war kein Vernichtungslager, allerdings saßen dort etwa 160.000 Häftlinge ein.
Von diesen Wurden ca 40.000 ermordet oder starben an Krankheiten.
Auch ich war mit meiner Schulklasse vor mehr als 50 Jahren dort zur Besichtigung.
Es war ein prägenden Erlebnis über die grausame Nazizeit.
Die Eindrücke auf mich musste ich sehr lange verarbeiten.
Die Erinnerung an die Führung durch das Lager kommen immer wieder hoch wenn ich Richtung München fahre und das Schild Dachau lese.
Ich vermeide heute noch durch die Stadt zu fahren.
Hört sich bescheuert an, ist aber tatsächlich so.
Mein Bruder besuchte vor vielen Jahren Auschwitz.
Er war danach regelrecht traumatisiert.

Nie wieder ist jetzt!

Es ist nicht 5 Minuten vor 12, sondern nur wenige Sekunden wenn ich mir ansehe wieviel Zulauf die blau/braune Brut hat.

LG Tatjana
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Das Bauchgefühl gibt Rat.
Doch das Herz spricht, höre auf dein Herz!
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Re: Heute vor 80 Jahren: Befreiung des KZ Buchenwald

Post 3 im Thema

Beitrag von Claudia »

Violetta CD hat geschrieben: Fr 11. Apr 2025, 05:32 Denkt immer an solche Ereignisse, es könnte durchaus wieder passieren !
Ich glaube, mich hätten die Nazis recht schnell verhaftet, mit meinen vielen Eigenschaften, Interessen und meiner großen Klappe. (arg) [/size][/b]
Deine Befürchtungen sind da durchaus nachzuvollziehen. Was sich da im Moment entwickelt, ist nicht sehr vertrauenserweckend, ist sehr bedrohlich und es kommt immer stärker auf uns, auf die ganze Welt zu. So als hätte niemand etwas gelernt aus der erschreckenden Zeit. Das einzige, was sich geändert hat, ist die Farbe. Von braun auf blau.

Violetta CD hat geschrieben: Fr 11. Apr 2025, 05:32 "Nackt unter Wölfen" ist die filmische Neuinterpretation des gleichnamigen Romans von Bruno Apitz, der 1958 erschienen ist. Bruno Apitz, selbst Häftling in Buchenwald, erzählt aus der Perspektive der Opfer vom Widerstand der Buchenwaldhäftlinge, die sich in der Hölle des Konzentrationslagers für die Rettung eines dreijährigen Jungen entscheiden. Seine Protagonisten sind kommunistische Gefangene, die im Illegalen Lagerkomitee organisiert sind.

Quelle; ARD Mediathek

Das Buch zum hier genannten Film "mußte" ich in meiner 10klassigen Oberschulzeit in der DDR lesen, es gehörte zum Pflichtstoff.
Wenn ich mich richtig erinnere, fand ich es damals schockierend aber auch spannend.
Einen ähnlich bedrückenden Film habe ich vor ein paar Jahren durch Seth kennengelernt. Von diesem hatte ich noch nie gehört.
"Der Junge im gestreiften Pyjama"

Die Empfindungen dabei waren eine Mischung aus Entsetzen, Abwehr, Traurigkeit und Wut auf manche Leute. Allerdings kam da auch etwas anderes in mir hoch, was mir etwas peinlich ist. Deshalb beschreibe ich es hier nicht, es könnte auch als Spoiler gesehen werden.
Den Trailer dazu gibt es hier: https://www.dailymotion.com/video/x7wzljz
Leider kann man den Film nicht mehr ansehen ohne zu bezahlen. Er ist es wert, aber das schreckt auch etwas ab.

LG Claudia
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Re: Heute vor 80 Jahren: Befreiung des KZ Buchenwald

Post 4 im Thema

Beitrag von Rusza »

Ich war 1978 zusammen mit meiner Schulklasse drei Tage in Weimar.Da stand auch dIe Besichtigung von Buchenwald auf dem Programm.Es war ein kalter Januartag und alles war sehr trist und grau.Nichts würde mich noch einmal an diesen Ort,wo grausame Verbrechen begangen wurden bringen.Aber irgendwie scheint das ganze immer mehr in Vergessenheit zu geraten.Die Zeitzeugen werden immer weniger und auch die Täter sind längst unschädlich.Es gibt ja noch mehr KZ Gedenkstätten,aber ich werde keine weitere ansehen.Zu abscheulich finde ich diese Orte wo einst der Horror herschte.Nicht verstehen kann ich,das es auch heute im Jahr 2025 jede Menge Leute mit brauner Gesinnung gibt.
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Re: Heute vor 80 Jahren: Befreiung des KZ Buchenwald

Post 5 im Thema

Beitrag von Claudia »

Rusza hat geschrieben: Fr 11. Apr 2025, 16:45 Aber irgendwie scheint das ganze immer mehr in Vergessenheit zu geraten. Die Zeitzeugen werden immer weniger und auch die Täter sind längst unschädlich.
Das ist genau das Problem.
Rusza hat geschrieben: Fr 11. Apr 2025, 16:45 Nicht verstehen kann ich,das es auch heute im Jahr 2025 jede Menge Leute mit brauner Gesinnung gibt.
Weil was passiert ist, in Vergessenheit zu gehen droht. So wie Du es oben beschrieben hast. Also gerade diese neubraunen Leute immer wieder darauf aufmerksam machen. Sie wollen es nicht hören, aber sie müssen. Immer wieder und wieder und ...

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Re: Heute vor 80 Jahren: Befreiung des KZ Buchenwald

Post 6 im Thema

Beitrag von Alicia »

Rusza hat geschrieben: Fr 11. Apr 2025, 16:45 Nicht verstehen kann ich,das es auch heute im Jahr 2025 jede Menge Leute mit brauner Gesinnung gibt.
Leider gibt es immer mehr, gerade junge Menschen, die sich solche Lager wieder wünschen. Es war ja bestimmt nicht so schlimm, wie es die Altvorderen immer behaupten. Ich könnte kotzen, wenn ich solche Sprüche höre.
Letztes Jahr war ich mit dem Segelflieger über Nordhausen unterwegs und es war überhaupt nicht schwierig, die Überreste des KZ Mittelbau Dora aus der Luft auszumachen. Mir hat sich in diesem Moment der Magen verkrampft und jetzt habe ich beim Tippen feuchte Augen.
NIE WIEDER IST JETZT!

Nachdenkliche Grüße, Alicia.
Eine Lebensweise zu erfinden ist nichts. Sie zu verinnerlichen, ein Anfang. Sie zu leben ist alles.
(Frei nach Otto Lilienthal)
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Re: Heute vor 80 Jahren: Befreiung des KZ Buchenwald

Post 7 im Thema

Beitrag von petra0103 »

Dass sich die Geschichte beginnt zu wiederholen, scheint so mancher nicht wahrhaben zu wollen. Wenn ich mir die Sprache von Politikern aus der rechten Ecke anhöre, sind da viele Parallelen zu der Zeit vor 1933 zu erkennen. Nach und nach werden Zitate aus der Nazi-Zeit wieder salonfähig gemacht. Im Stadtrat einer vor der Haustür liegenden Großstadt (es handelt sich nicht um Nürnberg) hat ein Stadtrat in einer Rede Goebbels zitiert. Und ich glaube nicht, dass das ein Einzelfall ist und er das aus eigenen Stücken gemacht hat. Ich glaube vielmehr, dass rechte Denkfabriken dahinterstehen, die das so vorgeben, um unsere Demokratie auszuhöhlen.
In so einigen Ländern um uns herum ist ja zu beobachten, wie bereits die Justiz gefügig gemacht wird. Das ist nur der erste Schritt, dem weitere folgen werden, auf dem Weg in eine braune Zukunft.

Liebe Grüße
Petra
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