Oberärzte: Mehr Macht, weniger Frau | doccheck
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Anne-Mette
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Oberärzte: Mehr Macht, weniger Frau | doccheck

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

„Mach doch lieber Pädiatrie, dann übst du schonmal für deine eigenen Kinder!“ Obwohl die Medizin weiblicher wird, bleibt eine andere Statistik gleich: Je höher die Position, desto weniger Frauen besetzen sie. Woran liegt das?

https://www.doccheck.com/de/detail/arti ... niger-frau
Elvira
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Re: Oberärzte: Mehr Macht, weniger Frau | doccheck

Post 2 im Thema

Beitrag von Elvira »

Ärgerlicher Artikel! Man muß nur die ersten fünf Kommentare lesen, die haben das Problem besser verstanden, als die Artikelschreiberin.
Besonders prickelnd finde ich den Vorschlag in einem der Kommentare:
Bei einem Anteil von 70% weiblicher Studenten sollte auch über eine Männerquote im Studiengang Medizin nachgedacht werden
Da nämlich die Mehrzahl der Medizinabsolventinnen hinterher nur halbtags arbeiten, fehlen uns natürlich jede Menge Ärzte!
Besonders deutlich wird das bei den Praxen im ländlichen Raum! Da wollen sie nämlich nicht hin! Also gibt es eine unzureichende ärztliche Versorgung.

Schuld ist selbstverständlich der Gesetzgeber.
Warum hat man denn die Regelung aufgegeben, daß Ärzte die eine Niederlassung wollen, erst 10 Jahre auf dem Land arbeiten müssen? Das war doch ganz vernünftig.

Die Tiermedizin leidet unter dem selben Problem.

Gleiches gilt übrigens auch für die Schulen! Schulleiterstellen bleiben jahrelang unbesetzt. Keine Bereitschaft mehr!

Es gab mal eine Zeit, da konnte man mit einem (1!) Gehalt eine Familie ernähren und als Arzt hatte man ein sehr gutes Einkommen. Stattdessen haben wir einen gierigen Staat, der Steuern erhebt, wo er nur kann und Bürokratie ohne Ende.
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Re: Oberärzte: Mehr Macht, weniger Frau | doccheck

Post 3 im Thema

Beitrag von Val44721 »

Elvira hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 09:50 Schuld ist selbstverständlich der Gesetzgeber.
Warum hat man denn die Regelung aufgegeben, daß Ärzte die eine Niederlassung wollen, erst 10 Jahre auf dem Land arbeiten müssen? Das war doch ganz vernünftig.
Vernünftig halt für alle außer die Betroffenen, die neben dem ewig langen Studium nochmal 10 Jahre ihres Lebens aufgeben müssen, bevor sie das tun können was sie wollen.

Ich nehme an keiner hier will 10 Jahre lang gezwungen werden, was beruflich zu machen, was eins gar nicht will, und dafür auch noch zwangsweise umziehen müssen.

Ich hab auch riesige Probleme mit Terminen, und die richtigen Ärztys zu finden. Aber das ist nicht die Lösung.
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Jaddy
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Re: Oberärzte: Mehr Macht, weniger Frau | doccheck

Post 4 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Elvira hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 09:50 Besonders deutlich wird das bei den Praxen im ländlichen Raum! Da wollen sie nämlich nicht hin! Also gibt es eine unzureichende ärztliche Versorgung.

Schuld ist selbstverständlich der Gesetzgeber.
Warum hat man denn die Regelung aufgegeben, daß Ärzte die eine Niederlassung wollen, erst 10 Jahre auf dem Land arbeiten müssen? Das war doch ganz vernünftig.
Der Artikel bezieht sich ja auf Führungspositionen im Klinikbereich. Also ganz anderes Thema. Was die niedergelassenen mit eigener Praxis angeht: Ich kann alle verstehen, die sich das nicht antun wollen. Insbesondere die allgemeinmedizinischen aka Hausärztys und insbesondere ausserhalb von finanzstarken (privat zahlenden) Gegenden. Das ganze ist nämlich ein erhebliches finanzielles Risiko und Rezept für Selbstausbeutung. Wer sich die Gebührenordnung Ärzte anschaut und dann die Kosten für eine Praxis und die zu erwartenden Einnahmen, macht statt einer selbstständigen Praxis auf dem Land lieber einen Handwerksbetrieb auf.
Die Vergütung eines niedergelassenen Hausarztes setzt neben den hier nicht im Detail behandelten Vergütungen durch Privatversicherte vorwiegend aus den jeweiligen Zahlungen der gesetzlichen Kassen zusammen. Laut KBV Honorarbericht verdienten Allgemeinmediziner und Internisten pro Behandlungsfall (also Patient pro Quartal) zwischen 55,51 Euro (Hamburg) und 70,46 Euro (Thüringen). Die gesamten Honorarumsätze pro Quartal betragen zwischen 45.213 Euro (Hamburg) und 70.457 Euro (Sachsen-Anhalt).

Wichtig: die Vergütung stellt nicht das Gehalt, sondern den Umsatz des Hausarztes dar. Davon müssen noch Kosten für Praxismiete, Nebenkosten, Personal und Ausstattung der Praxis finanziert werden.
(https://www.praktischarzt.de/arzt/hausarzt-gehalt/)

... und eigene Versicherungen (Berufshaftpflicht!, Unfall, Krankheit, ...), Rentenvorsorge, Steuern, usw. Urlaube müssen davon auch bezahlt werden. Für Arzty ist das einkommensfreie Zeit, bei der die Kosten für Personal und Praxis weiterlaufen.

Die Umsätze geteilt durch den pro Person Durchschnitt sagen, dass ein Mediziny ca 1000 Leute pro Quartal durchschleusen muss, um auf den Schnitt zu kommen. Das sind Leute, nicht Besuche. Umgerechnet 40 Minuten pro Person und Quartal. Wenn Leute zwei mal kommen (Kontrolle? Nachsorge?) halbiert sich das auch. Von dem Geld muss auf die eine oder andere Weise auch die Pflege der Akte, die Abrechnung mit der KV usw bezahlt werden. Entweder macht Arzty das selbst oder bezahlt MFA dafür. Erheblich mehr Aufwand, als ein Handwerky hätte. Aber um das auch gleich abzufangen: Jede Bürokratie hat eine Ursache. Für jede Regelung gab es mindestens mal einen Grund; einen Anlass, irgendeine schlechte Sache zu vermeiden. Einfach nur auf "zuviel" zu schimpfen wird der Komplexität nicht gerecht.

Diese Umsätze können auch nicht gesteigert werden, weil sie über Fallpauschalen und Budgets gedeckelt sind (noch). Längere Gespräche, genauere Abklärung, ausführliche Diagnostik werden von den KV nicht bezahlt. Wenn zu viele Patientys kommen - hallo Erkältungswelle - arbeitet Arzty nach ausgeschöpften Budgets dann ohne Bezahlung pro Nase.

Dass Praxiskonzerne wie Amedes, die mit angestellten Ärztys und gemeinsam genutzten Ressourcen (Labore, IT, ...) arbeiten, keine Landpraxen eröffnen, ist daher wohl klar. Eine Verpflichtung zu einer Landpraxis wer weiss wo, um zB Schulden abzuarbeiten o.ä. würde ich mir nicht antun wollen. Zehn Jahre? Wer kann heutzutage so weit planen?

Dennoch, diese Förder+Pflichtprogramme gibt es weiter: https://www.praktischarzt.de/magazin/la ... programme/

Und um mal auf das Thema des Artikels zu kommen: Wie lässt sich so ein Job und Risiko mit einer jungen Familie vereinbaren?

Ich sehe hier also vor allem ein Problem der Einnahmeseite und dass die meisten Kosten nicht vom "gierigen Staat" verursacht werden, der natürlich nicht "selbstverständlich schuld" ist (weil er zB keine Berufsverpflichtungen regeln darf usw).

Auf der anderen Seite sehe ich den Staat, insbsondere kommunal schon in der Pflicht, eine ärztliche Versorgung auch auf dem Land sicherzustellen. Also wie bei den oben verlinkten Förderprogrammen zum Beispiel. Ich kann mir aber auch Programme vorstellen, die wie bei Gewerbegebieten, Einkaufspassagen und Gründungszentren zB auch eine kommunale Gesellschaft gründet, die Praxen einrichtet und Ärztys plus Personal einstellt, wenn das so gewinnorientierte Ketten wie Amedes nicht profitabel genug ist. Dem entgegen steht eigentlich meistens die "konservative" Ideologie, dass der Staat nicht marktteilnehmend sein soll und das Problem, so eine Gesellschaft rechtskonform zu finanzieren. Das eine lässt sich über Wahlen lösen, das andere zB durch gute Landespolitik (Gesundheit ist Ländersache), die ihre Kommunen beratend unterstützt.

An dem ganzen Thema Gesundheit auf dem Land bin ich gerade sehr dran, weil hier im Nordwesten gerade die trans Versorgung quasi Null ist. Weder Therapieplätze noch Endokrinologie. Nicht mal einigermassen qualifizierte Ärztys, die eine gut funktionierende HET einfach mit Rezepten forsetzen könnten.
Elvira
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Re: Oberärzte: Mehr Macht, weniger Frau | doccheck

Post 5 im Thema

Beitrag von Elvira »

Val44721 hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 12:37
Elvira hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 09:50 Schuld ist selbstverständlich der Gesetzgeber.
Warum hat man denn die Regelung aufgegeben, daß Ärzte die eine Niederlassung wollen, erst 10 Jahre auf dem Land arbeiten müssen? Das war doch ganz vernünftig.
Vernünftig halt für alle außer die Betroffenen, die neben dem ewig langen Studium nochmal 10 Jahre ihres Lebens aufgeben müssen, bevor sie das tun können was sie wollen.
"Das tun können, was sie wollen?" Das Leben ist kein Ponyhof! Wenn man Arzt wird, hat man die Aufgabe, den Menschen zu dienen. Wer das nicht will, soll eben kein Arzt werden (und die Studienplätze blockieren).
Die schwören einen Eid!
Auf dem Land zu leben, ist keine Strafe, sondern eine Chance, auch mal die arbeitende Bevölkerung kennenzulernen. Für einen jungen Mediziner bestimmt eine sehr wichtige Erfahrung.

Was hier übrigens als Argument benutzt wird, ist "Geld". Nebenbei, wer eine Halbtagsstelle anstrebt, sollte meiner Meinung nach ganz vom Arztberuf Abschied nehmen. Falsche Baustelle! Mit einer Halbtagsstelle kann man keine Familie ernähren.
Übrigens hat auch hier der Gesetzgeber wieder die rote Karte. Durch die Einführung des Numerus Clausus in Medizin war schon vor der Einführung klar, dass da die "Falschen" Medizin studieren werden.
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Re: Oberärzte: Mehr Macht, weniger Frau | doccheck

Post 6 im Thema

Beitrag von Val44721 »

Elvira hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 15:37 "Das tun können, was sie wollen?" Das Leben ist kein Ponyhof!
Den Spruch werden etwa Faktor 1000x mehr Menschen bei uns bringen. Viele Menschen glauben, ein Recht zu haben, entscheiden zu dürfen, wer wer sein darf und zu sein hat. Und genauso wie ich die Sprüche bei uns nicht akzeptiere, akzeptiere ich sie auch nicht mit anderen als Ziel. Jeder kontrolliert das eigene Leben. Jeder hat das Recht sich selbst zu entfalten.
Elvira hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 15:37 Auf dem Land zu leben, ist keine Strafe, sondern eine Chance, auch mal die arbeitende Bevölkerung kennenzulernen.
Für mich wäre es eine. Größere Städte sind tolleranter queerem Leben gegenüber. Die Andeutung, dass Menschen in Städten gar nicht arbeiten, überlese ich lieber mal.
Elvira hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 15:37 Nebenbei, wer eine Halbtagsstelle anstrebt, sollte meiner Meinung nach ganz vom Arztberuf Abschied nehmen.
Eine Freundin von mir ist Ärztin. Das schlimmste, sagt sie immer, am Arzt-Beruf ist, wie Menschen einen behandeln. Übrigens arbeiten 40% der Ärztys über 50 Stunden die Woche, und ü20% mehr als 60 Stunden die Woche. Du kannst ja deine Arbeitszeit bis auf dieses Maß mit gemeinnütziger Arbeit auffüllen, wenn du meinst, dass Gemeinschaftswohl über dem Einzelwohl steht. Es nur von anderen zu verlangen ist einfach, das eigene Wohl dafür zurückzustellen ist schwer.

Ganz davon abgesehen, dass es nicht mehr Arztys gibt, wenn wir Menschen in Teilzeit ein Berufsverbot erteilen. Aber das ist nochmal was anderes.

LG Valerie
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Nicole Fritz
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Re: Oberärzte: Mehr Macht, weniger Frau | doccheck

Post 7 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Elvira hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 15:37 Wenn man Arzt wird, hat man die Aufgabe, den Menschen zu dienen.
Ach ja!? - So wie ich es verstehe, dienen die meisten Ärzte der Pharma-Industrie und einem Pflege-System, bei dem diejenigen, die ihre Arbeit dort bis zu ihrer Erschöpfung einbringen, mit einem Hungerlohn abgespeist werden. Das funktioniert überhaupt nur, weil es eine Pflicht für die kranke Versicherung gibt. So finanzieren alle dieses kranke System, das an kranken Menschen und kranken Häusern viel Geld verdient.

Und dieses kranke System braucht keine guten Ärzte, sondern Ärzte, die Geld, Erfolg und Anerkennung anstreben. Das sucht aber niemand irgendwo auf dem Land, obwohl die Ärzte dort mehr als gut ausgelastet sind, und damit auch genug Geld verdienen. Nur hier muss wohl für dieses Geld richtig gearbeitet werden. Vermutlich findet man also gute Ärzte eher auf dem Land. Die dienen dann schon einmal mit ihrer Arbeit den Menschen.

Wer also gesund bleiben oder werden will, sollte erst einmal lernen, wie 'gesund' wirklich funktioniert, und sich dann selbst um seine Gesundheit kümmern. Nach meiner Erfahrung helfen da Ärzte nur selten. Die kennen nur ganz viele Symptome, und welche Medikamente oder Maßnahmen deren Wahrnehmung unterdrücken. Dann sind alle immer noch krank, aber sie merken es nicht mehr - bis der Körper schließlich aufgibt und damit den Pflegefall als nächste Stufe in diesem Profit-System für die obere Ebene seiner Führung einleitet.

LG Nicole
Jaddy
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Re: Oberärzte: Mehr Macht, weniger Frau | doccheck

Post 8 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Elvira hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 15:37 "Das tun können, was sie wollen?" Das Leben ist kein Ponyhof! Wenn man Arzt wird, hat man die Aufgabe, den Menschen zu dienen. Wer das nicht will, soll eben kein Arzt werden (und die Studienplätze blockieren).
Die schwören einen Eid!
Auf dem Land zu leben, ist keine Strafe, sondern eine Chance, auch mal die arbeitende Bevölkerung kennenzulernen. Für einen jungen Mediziner bestimmt eine sehr wichtige Erfahrung.

Was hier übrigens als Argument benutzt wird, ist "Geld". Nebenbei, wer eine Halbtagsstelle anstrebt, sollte meiner Meinung nach ganz vom Arztberuf Abschied nehmen. Falsche Baustelle! Mit einer Halbtagsstelle kann man keine Familie ernähren.
Übrigens hat auch hier der Gesetzgeber wieder die rote Karte. Durch die Einführung des Numerus Clausus in Medizin war schon vor der Einführung klar, dass da die "Falschen" Medizin studieren werden.
Ich finde das eine ganz erstaunliche Argumentation :) Es kommt mir so vor, als ob du einige wichtige Faktoren des Lebens sehr vernachlässigst. Vor allem die persönliche Freiheit, zum anderen das seit mindestens 40 Jahren immer weiter durch-kommerzialisierte Gesundheitssystem. Letzteres setzt den Rahmen, in dem sich die Leute dank ersterem dann bewegen und ihr Leben einrichten.

Medizin zu studieren ist ja nun auch keine einfache Sache, sondern viel Arbeit. Kostet Zeit, damit auch Geld. Es ist ja auch nicht so, als ob die fertig Studierten dann nicht als Ärztys arbeiten würden. Aber natürlich suchen sie sich die Jobs, die sie am besten mit ihrem Leben vereinbaren können und die ihnen ein angemessenes Einkommen bei akzeptablem Risiko bieten.

"Kein Ponyhof" ist ja vor allem eine Auswirkung der neoliberalen Wirtschaftsdoktrin und in der ist das zentrale Argument immer "Geld". Niedergelassene Ärztys sind in diesem System selbstständig und führen einen Betrieb wie andere auch. Ob Teeladen oder Tischlerei. Wenn sich das nicht rechnet, dann ist das eben so. Wenn anderswo mehr gezahlt wird, die Arbeitsbedingungen besser sind, die Stelle eher zur eigenen Lebensplanung passt, dann ist das eben so.

Bei Bäckereien, kleinen Läden usw beklagen wir ja auch, dass die immer weniger werden. Gerade auf dem Land. Gleiche Gründe. Ärztys unterliegen den gleichen Rahmenbedingungen (und ein paar mehr).

Du kannst das mit der "Verantwortung als Ärzty" gerne meinen, aber letztlich ist der Beruf, genau wie Pflege usw. vor allem und zuerst mal Lebensunterhalt für die Leute. Der "Eid" bezieht sich auf den individuellen Fall, nicht auf Selbstaufopferung.

Wir können nicht einerseits eine flächendeckende Versorgung fordern, auch in Regionen, in denen das auf Selbstausbeutung und hohes persönliches finanzielles Risiko hinausläuft, und die Leute andererseits total auf sich gestellt lassen. Wenn "die Gesellschaft" - Bevölkerung und ihre Repräsentation in der Politik - was will, dann muss sie in einem freiheitlichen, selbstverantwortlichen System auch etwas bieten. Das andere nennt sich Totalitarismus, wenn "der Staat" für Leute bestimmt, wo sie zu wohnen und was sie wo zu arbeiten haben.

Übrigens Halbtagsstellen: Die KVen vergeben die genau wie Vollsitze. Warum? Weil sie sonst keine Leute finden. Weil die Halbtagsleute entweder ihre Zeit für was anderes brauchen oder sich das nötige Geld mit nicht-GKV Patientys verdienen, also privat zahlenden. Damit sie auf ihre nötigen Einnahmen kommen. Ja, mit einem Gehalt ist heute kaum eine Familie zu ernähren. Weder bei Ärztys, noch in anderen Jobs. Kein Problem der Ärztys, sondern des Bezahlungssystems, in dem sie arbeiten. Logisch also, wenn bspw bei einem Ärzty-Paar mit Kindern eine oder beide Eheleute eine halbe Stelle machen.

Übrigens Numerus Clausus. Ja, das System ist höchst fragwürdig. Aber es ist ja nicht so, dass alle mit einem bestimmten Notenschnitt einen Studienplatz kriegen. Vielmehr sind die Plätze einfach von vornherein begrenzt und der NC ergibt sich quasi als Ergebnis. Nicht nur aus der Abi-Note, sondern es fliessen auch Wartezeiten usw mit ein. Die eigentliche Frage zum NC ist aber, ob die Zulassungs-Kriterien (Notendurchschnitt etc) wirklich sinnvoll sind für das Medizinstudium.

Wir haben auch nicht zu wenige Absolventys - und wenn, müssten die Studienplätze erhöht werden (Bildung: Ländersache). Wir haben ein verkorkstes System, dass einerseits massiven persönlichen Einsatz fordert und andererseits bei vollem Eigenrisiko den Erfolg deckelt.

Meiner Ansicht nach machst du die falschen Leute dafür verantwortlich, in dem System nicht die Gelackmeierten sein zu wollen.
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Re: Oberärzte: Mehr Macht, weniger Frau | doccheck

Post 9 im Thema

Beitrag von HeikeCD »

Nicole Fritz hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 16:40
Elvira hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 15:37 Wenn man Arzt wird, hat man die Aufgabe, den Menschen zu dienen.
Wer also gesund bleiben oder werden will, sollte erst einmal lernen, wie 'gesund' wirklich funktioniert, und sich dann selbst um seine Gesundheit kümmern. Nach meiner Erfahrung helfen da Ärzte nur selten. Die kennen nur ganz viele Symptome, und welche Medikamente oder Maßnahmen deren Wahrnehmung unterdrücken.
Das ist wahr. Daher hab ich auch seit über zwanzig Jahren keine internistische Praxis mehr von innen gesehen. Und ein Glück auch nichts größeres mehr gehabt. Aber wie in Pflegeheimen wo pro Bewohner im Schnitt nur eine Viertelstunde bleibt, ist die Zeit für tiefere Diagnosen auch knapp, vor allem wenn die Wartezimmer voll sind. Dazu muß der Arzt auch noch ein guter Diagnostiker sein, ist auch nicht jeder. Elvira meint natürlich den selbstverständlichen "Hippokratischen Eid" und noch den "Nürnberger Kodex". Ich will auch Ärzten nichts unterstellen, die tun schon was sie können. Aber allein das schon genug Menschen als neue Patienten nicht mehr angenommen werden weil die "nur" in der Kasse sind statt privatversichert. Da sind wir schon beim überbordenden Kassensystem. :roll:

Und, wie hier auch geschrieben wurde, man kann einfacher mal einen Handwerksbetrieb aufmachen...nee, auch da ist die Bürokratie nicht ohne. Allein schon der Dokumentationswahnsinn. Und von den Zwangsmitgliedschaften ganz zu schweigen.

LG Heike
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Re: Oberärzte: Mehr Macht, weniger Frau | doccheck

Post 10 im Thema

Beitrag von Claudia »

Nicole Fritz hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 16:40 Ach ja!? - So wie ich es verstehe, dienen die meisten Ärzte der Pharma-Industrie und einem Pflege-System, bei dem diejenigen, die ihre Arbeit dort bis zu ihrer Erschöpfung einbringen, mit einem Hungerlohn abgespeist werden.
Bei dem Hungerlohn für Pflegedienste stimme ich Dir zu, bei dem Rest definitiv nicht. Da habe ich andere Erfahrungen.
Nicole Fritz hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 16:40 Das funktioniert überhaupt nur, weil es eine Pflicht für die kranke Versicherung gibt. So finanzieren alle dieses kranke System, das an kranken Menschen und kranken Häusern viel Geld verdient.
Wünschst Du Dir dieses kranke US-System, in dem alle selbst darüber entscheiden, ob sie in eine Krankenkasse eintreten oder nicht? Das mag auf den ersten Blick günstig erscheinen, bis man dann mal ärztliche Hilfe braucht. Denn dann wirst Du von den Kosten erschlagen.

Viel verdienen kann meine Krankenkasse an mir nicht mehr. Gut, früher habe ich bei geringen Kosten ganz gut eingezahlt, aber jetzt bin ich für die ganz schön teuer geworden, obwohl kaum noch etwas reinkommt. So zwischen 20.000€-35.000€ pro Jahr müssen sie für mich ausgeben. Die wären froh, ich wäre nicht bei ihnen.
Nicole Fritz hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 16:40 Das sucht aber niemand irgendwo auf dem Land, obwohl die Ärzte dort mehr als gut ausgelastet sind, und damit auch genug Geld verdienen. Nur hier muss wohl für dieses Geld richtig gearbeitet werden. Vermutlich findet man also gute Ärzte eher auf dem Land. Die dienen dann schon einmal mit ihrer Arbeit den Menschen.
Willst Du damit andeuten, dass in der Stadt nicht richtig gearbeitet wird? Das hatten wir hier doch gerade. Intensiv gearbeitet werden muss gerade in dem Beruf überall. Ich wohne weder in der Großstadt noch auf dem Land, sondern irgendwo mittendrin. Und hier sind sie alle reichlich ausgelastet und (die ich kenne) machen ihre Arbeit gut und zuverlässig im Sinne der Kranken.
Nicole Fritz hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 16:40 Wer also gesund bleiben oder werden will, sollte erst einmal lernen, wie 'gesund' wirklich funktioniert, und sich dann selbst um seine Gesundheit kümmern.
Das müsstest Du jetzt mal etwas ausführlicher erklären, denn so kann ich damit nichts anfangen. Wie funktioniert denn 'gesund'. Nu mal Butter bei die Fische wie es hier im Norden heißt.
Nicole Fritz hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 16:40 Nach meiner Erfahrung helfen da Ärzte nur selten. Die kennen nur ganz viele Symptome, und welche Medikamente oder Maßnahmen deren Wahrnehmung unterdrücken.
Richtig, die Wahrnehmung von Schmerzen unterdrücken. Das ist für mich/bei mir ein wesentlicher Teil der Behandlung, weil man an der Ursache nichts ändern kann. Schon mal etwas von Palliativmedizin gehört?
Nicole Fritz hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 16:40 Dann sind alle immer noch krank, aber sie merken es nicht mehr
Ich merke es immer noch, aber es ist deutlich leichter auszuhalten. Es soll Krankheiten geben, die sind nicht heilbar. Und dann ist man froh, wenn die Ärzte Möglichkeiten finden, die Probleme und Schmerzen in Grenzen zu halten und damit ein erträgliches (Rest-)Leben zu ermöglichen.
Nicole Fritz hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 16:40 - bis der Körper schließlich aufgibt
Irgendwann wird es das tun und ich wäre nicht böse, wenn er damit nicht mehr so lange wartet.
Zuviele Verluste in den letzten Jahren, da kommt es auf diesen einen auch nicht mehr an.

LG Claudia

Keine Sorge, ich werde da nichts selbst anfangen, aber ich nehme es dann gelassen hin. Es gibt da keine weiteren Wünsche an das Leben.
The greatest act of courage is to be & own all that you are. Without apology.
Without excuses & without any masks to cover the truth of who you truly are.
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Re: Oberärzte: Mehr Macht, weniger Frau | doccheck

Post 11 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Elvira hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 15:37 "Das tun können, was sie wollen?" Das Leben ist kein Ponyhof!
Hmm..

mal völlig generell. Nein, das Leben ist nicht immer schön und leicht,
aber man muss es sich auch nicht zu einem Zwang machen.

Natürlich möchte man doch tun, was man möchte, wozu man sich "berufen" fühlt.
Sonst ist für mich der Sinn hinter Arbeit völlig falsch. Oder überhaupt des Lebens.

Vielleicht habe ich aber auch nicht den Gedanken das ich alles monetarisieren muss.
Das macht mich super frei und darüber hinaus geht es mir super, ich hab alles was
ich für ein gutes Leben brauche und darüber hinaus ziemlich viel von dem was
ich im Grunde nicht brauche-also Dinge die wir haben, ohne das sie auch nur
im Ansatz zu einer Erfüllung beitragen..

kleine Brötchen schmecken in der Sonne besser, als grosse im Regen..

habt es fein, Marie (flo)
Zuletzt geändert von Lavendellöwin am Mi 2. Apr 2025, 22:34, insgesamt 1-mal geändert.
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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Re: Oberärzte: Mehr Macht, weniger Frau | doccheck

Post 12 im Thema

Beitrag von Lana »

Lavendellöwin hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 20:35 kleine Brötchen schmecken in der Sonne besser, als grosse im Regen.
Da steckt so viel mehr Wahrheit drin, als man auf den ersten Blick vermuten würde.

LGL

PS:
Wer glaubt, dass große Brötchen in der Sonne die Lösung wären: Watzlawik lesen!
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal
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Re: Oberärzte: Mehr Macht, weniger Frau | doccheck

Post 13 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Claudia hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 19:22 Wünschst Du Dir dieses kranke US-System, in dem alle selbst darüber entscheiden, ob sie in eine Krankenkasse eintreten oder nicht?
Hallo Claudia,

ich tippe dieses Zitat einmal raus, weil es typisch dafür ist, wenn jemand den Medien vertraut, und die globalen Zusammenhänge nicht wirklich versteht.

Habe ich irgendwo dieses US-System erwähnt? - Hier sind alle Systeme weltweit letztlich krank. Was bedeutet also für mich 'gesund'? Ich habe schon als Kind erkannt, dass alle Krankheiten letztlich von der Seele kommen. Ich war als Kind ständig krank, weil ich, oder besser meine Seele, den narzisstischen Umgang meiner Mutter mit mir nicht ertragen konnte. Als ich dann so langsam anfing zu begreifen, übernahm ich nach und nach selbst die Kontrolle über meinen Körper. Die von meiner Mutter eingesetzten Ärzte lehnte ich vehement, am Ende sogar mit Selbstmord-Drohungen, ab.

Ich machte ganz viel falsch, lernte aber so nach und nach, wie man mit dem Körper umgehen sollte, damit er gesund bleibt. Das funktioniert inzwischen so über 50 Jahre. Die letzte - ziemlich brutale - Aktion war eine Abkehr vom übermäßigen Zucker-Konsum. Da haben mir die Zucker fressenden Parasiten in meinem Darm aufs Übelste zu gesetzt. Ergebnis: Mein Gewicht wird ganz langsam kleiner und ich fühle mich besser.

Ärzte brauchte ich nur noch für den Krankenschein, wenn es mir bei der Arbeit zu viel wurde. Und dabei erkannte ich auch, wie wenig die wirklich über unseren Körper verstehen. Ich konnte sie belügen, ohne dass sie etwas merkten. Dafür zitierte ich medizinische Fachbücher. Diese haben sie bei ihrem Studium offensichtlich einfach nur auswendig gelernt.

Was heute im Pflege-Bereich ab geht, hat mit der Würde eines vom Göttlichen erschaffenen Lebewesens nichts zu tun. Gefühlt geht es da den Schweinen bei der Massentierhaltung besser. Bei mir wäre das wohl sehr schnell vorbei. Ich weiß, dass ich mit dem Tod meinen ewigen Frieden finde. Die meisten Menschen fürchten aber Hölle und Teufel, oder sie haben einfach nur Angst vor einem ultimativen Ende. Und die Ärzte haben gelernt, wie man einen letztlich schon toten Körper noch lange künstlich am Kacken hält.

Ich könnte jetzt noch ganz lange weiter schreiben, aber ich hoffe, es kommt ein wenig an, worum es mir hier geht.

Liebe Grüße
Nicole
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Re: Oberärzte: Mehr Macht, weniger Frau | doccheck

Post 14 im Thema

Beitrag von Annette »

Nicole Fritz hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 16:40...dienen die meisten Ärzte der Pharma-Industrie und einem Pflege-System,...
Tja, und genau dieses vermaledeite System hat es mir überhaupt ermöglicht, zu dem zu werden, was ich bin und endlich glücklich zu sein! (GaOP, HET, etc). Darüberhinaus hat die böse Medizin mir mehrfach das Leben gerettet (nach folgenschweren Unfällen). Mein Sohn ist damals nicht gestorben, weil die systemtreuen Kurpfuscher sich um ihn gekümmert haben! Und dabei ist es mir völlig schnuppe, wieviel Geld die Pharma-Tycoons scheffeln. Ihre, von dir als so korrumpiert bescholtenen Aftervasallen retten Leben! Letztendlich zählt nur das!

Liebe Grüße,
Annette
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Re: Oberärzte: Mehr Macht, weniger Frau | doccheck

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Beitrag von Claudia »

Moin Nicole,

es gibt da leider nur sehr wenig Positionen, in denen wir einer Meinung sind. Und ich betone es extra nochmal, was ich hier schreibe ist meine Meinung.
Nicole Fritz hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 22:23
Claudia hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 19:22 Wünschst Du Dir dieses kranke US-System, in dem alle selbst darüber entscheiden, ob sie in eine Krankenkasse eintreten oder nicht?
Habe ich irgendwo dieses US-System erwähnt? - Hier sind alle Systeme weltweit letztlich krank.
Nein, das hast Du nicht. Das habe ich extra erwähnt als Gegenstück zu unserem von Dir so scharf kritisierten System. Man könnte es einigen Punkten verbessern - etwa eine einzige Versicherung verpflichtend für alle statt dieser Trennung in Pflicht- und Freiwilligversichert.

Ich finde es gut und wichtig, dass es eine solche Versicherung gibt und wirklich jeder auf die vorgehaltene medizische Versorgung zurückgreifen kann. Ich hatte ja erwähnt, was die Krankenkasse für mich zahlt 20.000€-35.000€/Jahr), das könnte ich mir so nicht leisten und hätte keinerlei medizinische Versorgung.
Nicole Fritz hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 22:23 Was bedeutet also für mich 'gesund'? Ich habe schon als Kind erkannt, dass alle Krankheiten letztlich von der Seele kommen.
Da muss ich Dir ganz massiv widersprechen. Natürlich gibt es Krankheiten, die durch ein seelisches Ungleichgewicht hervorgerufen werden, Psychosomatik ist mir durchaus vertraut. Nur die überwiegenden Krankheiten entstehen eher aus biologisch/chemischen Faktoren. Ja gut, manche davon erzeugen wir selbst durch unser Verhalten wie falsche Ernährung oder Rauchen. Aber in den meisten Fällen sind es Fehlfunktionen des Körpers aus unterschiedlichen Ursachen. Bei mir erblich und inzwischen auch altersbedingt.
Nicole Fritz hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 22:23 Ich machte ganz viel falsch, lernte aber so nach und nach, wie man mit dem Körper umgehen sollte, damit er gesund bleibt. Das funktioniert inzwischen so über 50 Jahre. Die letzte - ziemlich brutale - Aktion war eine Abkehr vom übermäßigen Zucker-Konsum. Da haben mir die Zucker fressenden Parasiten in meinem Darm aufs Übelste zu gesetzt. Ergebnis: Mein Gewicht wird ganz langsam kleiner und ich fühle mich besser.
Da hast Du für Dich erkannt, wie Du Deinen Körper falsch behandelt hast und einen für Dich erfolgreichen Weg gefunden. Gratulation!

Das klappt aber nur, wenn Krankheiten aus einer Mißhandlung des Körpers entstehen. In vielen Fällen gibt es aber andere Ursachen, wo sich eine Änderung der Lebensweise nicht zu einem gesund werden führt. Und da brauchen wir die ärztliche Hilfe. Meine Behinderung ist aus einer ererbten Fehlfunktion des Rückenmarks entstanden, es löst sich am Ende langsam auf. Da gibt es einerseits technische Hilfsmittel wie den Rollstuhl, andrerseits aber auch chemische, die die Krämpfe und die Schmerzen lindern. Da würde es mir ohne ärztlichen Beistand ziemlich schlecht gehen und ich hätte nicht die körperliche Ruhe und Konzentration Dir hier zu schreiben. Mal abgesehen davon, dass sie mir noch vieles andere ermöglicht haben durch Hormone, GAOP, und ...
Nicole Fritz hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 22:23 Was heute im Pflege-Bereich ab geht, hat mit der Würde eines vom Göttlichen erschaffenen Lebewesens nichts zu tun. Gefühlt geht es da den Schweinen bei der Massentierhaltung besser. Bei mir wäre das wohl sehr schnell vorbei.
Wenn Du damit die stationäre Pflege meinst, kann ich dazu nichts aus eigener Erfahrung sagen, die habe ich nicht. Aber die ambulante Pflege funktioniert bei mir sehr gut und hilft mir ungemein. Kritisieren kann man da nur, dass die Leute, die diese Arbeit machen, wesentlich besser bezahlt werden müssten. Durch den engen Kontakt zu den Patienten wissen sie meist viel mehr über den Zustand und müssen ihn beachten und daraus eine Diagnose und Behandlung entwickeln. Da sind schon medizinsche Kenntnisse gefragt, die mit dem Wissen der Ärzte vergleichbar sind.
Nicole Fritz hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 22:23 Ich weiß, dass ich mit dem Tod meinen ewigen Frieden finde. Die meisten Menschen fürchten aber Hölle und Teufel, oder sie haben einfach nur Angst vor einem ultimativen Ende.
Da sind wir ausnahmsweise mal einer Meinung. Du schreibst, wir wären ein vom Göttlichen erschaffenes Lebewesen. Genau das ist es. Und deshalb habe ich auch keine Angst, wenn dieses Leben ein Ende findet, denn es ist nicht das absolute Ende. Es ist die Rückkehr zu Gott und damit der ewige Friede. Diese Gewissheit habe ich erst in den letzten Jahren zurück erhalten. Darüber hatte ich ja schon etwas geschrieben.

LG Claudia
The greatest act of courage is to be & own all that you are. Without apology.
Without excuses & without any masks to cover the truth of who you truly are.
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