Moslem bringt Ex-Christin zum Glauben zurück
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Claudia
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Moslem bringt Ex„Christin zum Glauben zurück

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Beitrag von Claudia »

So ungewöhnlich wie dieser Titel ist auch die Geschichte, von der ich hier berichten möchte, mein religiöses Comeback.

Familäres Umfeld:
Mein familiäres Umfeld (Geburtsfamilie) war anfangs geprägt von einer engen Bindung an die Freikirche hier im Ort. Dazu gehörten meine Eltern, sehr extrem meine Oma und fast genauso intensiv der etwas weitere Familienkreis, Onkel, Tante und der weitere Anhang. Damals musste ich auch als kleines Kind (4-6 Jahre alt) immer in die Sonntagsschule. Aber dann wurde es meinen Eltern zuviel, viel zuviel Drängeln und Zwänge vor allem durch meine Oma, sie haben sich dann von denen losgesagt. Richtig austreten kann man ja nicht, weil es keine formelle Zugehörigkeit gibt. Den großen Spalt in diesem Anteil an der Familienzusammengehörigkeit haben dann meine Eltern hereingetrieben, als sie mich im Alter von 6 Jahren in der evangelischen Kirche taufen ließen. An mir ist das damals mehr oder weniger vorbei gegangen, hab in dem Alter nicht kapiert, worum es geht und was da passiert ist.

Aktivitäten
Das änderte sich dann erst einige Jahre später. Auslöser waren wohl ein paar persönliche Beziehungen, die mein Bruder zu einer evangelischen Gemeinde hier im Ort geknüpft hatte. Und anfangs nur aus Neugier, später aus zunehmendem Interesse habe ich mich intensiv damit beschäftigt. Nach meiner Konfirmation begann meine Mitarbeit im Kindergottesdienst, später habe ich eine Jungschar aufgebaut, zwischendurch auch mal Küstervertretung gemacht. Und dann bin ich auch eingestiegen in die Jugendarbeit, habe mehrere Jugendgruppen geleitet, mit denen Veranstaltungen - auch komplette Gottesdienste - organisiert, war da also fest eingebunden und es tat mir gut.

Studium
Diese Erfahrungen waren es wohl auch, dass ich meine Berufsvorstellungen vllig über den Haufen geworfen habe. Ursprüngliche wollte ich mal Maschinenbau studieren und anschließend bei der Deutschen Bundesbahn arbeiten. Ja, wir waren eine Bahner-Familie, Opa hat da gearbeitet und mein Vater auch. Und es gab Unterstützung für das Studium, wenn man sich auf eine längere Anstellung hinterher dort verpflichtet hätte. Nix da, das schien mir nicht mehr wichtig. Ich habe dann an der Fachhochschule (Rauhes Haus) Soziapädagogik studiert, ein bisschen Theolgie war auch dabei, nach dem Diplom dann Anerkennung als Sozialarbeiter und sogar die Einsegnung als Diakon. Soweit so gut.

Meine berufliche Erahrung in dem Bereich war dann nicht so prickelnd. Meine Anstellung bei der Kirchengemeinde in Glückstadt endete schon nach drei Jahren, Kündigung. Ich hatte mich erdreistet, mit den Jugendlichen hauptsächlich über ihre aktuellen Probleme mit Schule und Eltern und sich selbst zu sprechen statt sie intensiv zum Gottesdienstbesuch zu drängen. Es folgen dann Jahre wechselhaft gespickt mit Arbeitslosigkeit, Fortbildung, ABM, alles ziemlich erfolglos. Und eine Unterstützung der Brüder- und Schwesternschaft des Rauhen Hauses gab es auch nicht so recht, dabei hatten gerade die die wichtigen Kontakte. Die letzte Fortbildung allerdings hat mich dann beruflich auf den richtigen Weg gebracht. Mir war klar geworden, dass ich in der kirchlichen oder staatlichen Sozialarbeit keinen Fuß mehr auf den Boden kriegen würde. Also Umschulung in den damals so intensiv nachgefragten IT-Bereich, in dem ich danach auch eine Anstellung gefunden hatte dort 30 Jahre bis zur Rente gearbeitet habe.

Diese trüben Erfahrungen haben meinen Kontakt zur Kirche, aber noch vielmehr den zu meinem vorherigen Glauben sehr geschwächt. Meinen Konfirmationsspruch 'der Herr ist mein Hirte' habe ich da nicht so recht eingelöst gesehen, fühlte mich in den Jahren doch immer mehr allein gelassen. Dieser Abstand wurde dann noch verstärkt durch meine immer stärker werdende Gehbehinderung, anfangs mit Gehstöcken, dann Rollator, dann Rollstuhl. "Wo ist denn nun mein Hirte?", habe ich mich immer wieder gefragt, aber keine Antwort bekommen. So hatte ich ich innerlich immer mehr vom Glauben getrennt, da war nichts mehr, das mich gehalten hat. Wobei es denn doch nicht so stark wurde, dass ich den Glauben an sich für absolut falsch gehalten hätte, nur hatte ich keinen mehr. Über Jahre habe ich mich dann immer als Agnostikerin gesehen, dran glauben will ich nicht, ausschließen aber auch nicht.

Und dann ist mir heimlich, auf ganz leisen Sohlen mein Engel begnet, hier! Ihr ahnt es viellleicht, villeicht aber auch nicht. Es war der liebe Seth, der mich jetzt verlassen musste. Ganz vorsichtig, nur geflüstert im Chat, hat er sich mir gegenüber als Moslem 'geoutet'. Das mag komisch klingen, aber es gab hier damals viele offen ausgesprochene Angriffe gegen Moslems, gegen den gesamten Islam. Und da traute er sich nicht, sich offen dazu zu bekennen. Ob er das anderen gegenüber getan hat weiß ich nicht, darüber hat er nie etwas gesagt.

In all den Jahren, die wir dann zusammen lebten, hat er nie versucht mich zu missionieren. Das wäre ihm völlig fern, hat er immer wieder betront und so war es auch. Allerdings kam der Glaube, seiner und mein früherer in unseren langen Gesprächen immer wieder vor, war dann auch sehr präsent. Ich habe von ihm viel über den Islam erfahren, konnte Unwissen überwinden und Vorurteile abbauen. Und je mehr wir darüber gesprochen haben und ich allein dann darüber nachdachte, kam ganz allmählich mein Glaube zurück. Zunächst nur im Kleinen, aber er wurde immer intensiver und - denke ich - stärker als jemals zuvor.

Und so kann ich zum Schluß dieses Beitrags Seth nur zurufen: yarhamuk allah (arabisch: Gott segne dich)
The greatest act of courage is to be & own all that you are. Without apology.
Without excuses & without any masks to cover the truth of who you truly are.
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