Val44721 hat geschrieben: Mi 26. Mär 2025, 10:11
Nur: ich kann es halt nicht zurücknehmen. Einmal gesagt wissen sie es, und wenn das negative Konsequenzen hat, kann ich es nicht ungeschehen machen.
Hallo Valerie,
das ist eines der größten Probleme, nicht? Ich würde da relativ frei nach der Bedeutung des Profs/Fachs für mein Studium prüfen, ob mich eine ablehnende Haltung wirklich hindern würde oder nicht.
Dann: es gibt doch mit Sicherheit einen AStA und/oder queere Hochschulgruppen und/oder Gleichstellungsbeauftragte oder oder. Da dürfte es viel Wissen um trans* Themen an deiner Uni geben. Und die meisten, wenn nicht alle, sind dann sogar an die eine oder andere Form der Schweigepflicht gebunden.
Ansonsten, so aus der eigenen Erfahrung heraus: ich renne jetzt, nach Vornamens- und Personenstandsänderung in die Uni-Verwaltungen um meine Urkunden ändern zu lassen. Das ist ein Aufwand, den Du dir mit einer frühzeitigen Änderung sparen kannst. Dazu kommt: ich habe noch so viele Dokumente hier rumliegen, auf denen mein alter Name steht. Sachen wo nicht nur ich unterschrieben habe, das heißt, solange ich diese Dokumente verwalten muss... (soll heißen: bis zur Rente (hoffentlich))
Wenn ich könnte, würde ich zurück gehen und das früher ändern*. Die nächste Frage ist dann nämlich: wo und wie bewirbst Du dich bei deinem ersten Arbeitgeber? Wirst Du da mehr Mut haben, dich zu outen? Oder willst Du die Zwischenzeit nutzen? Dann hast Du Wartezeiten und wieder die Urkunden auf falschen Namen...
Also, es gibt eine Menge gute Gründe für ein Coming Out vor dem Abschluß (finde ich). Aber natürlich musst Du deine Situation einschätzen (kann ich nicht) und entsprechend entscheiden.
Krümmelige Grüße
*ja, ich bin neidisch und so. Ich wünschte, ich hätte damals schon den Mut aufgebracht.
Sandra hat geschrieben: Mi 26. Mär 2025, 12:23
ch wohne ich Frankfurt und du glaubst nicht, wie vielseitig das Erscheinungsbild hiesiger Studenten und generell junger Erwachsener ist. Wenn da die Professoren schnell Bedenken hätten würden sie ihre fachliche Arbeit sehr erschweren.
Das war schon damals (um 2000 rum, Frankfurt ist meine Heimatstadt) so, und trotzdem konnte ein missliebiger Prof das Ende eines Studiums bedeuten. Den Professoren ist es herzlich egal, denn ihre "fachliche Arbeit" leidet mit Sicherheit nicht an der Ausgrenzung einer einzelnen studierenden Person. Wenn die ein Problem mit dir haben - egal ob Herkunft, Hautfarbe, Dialekt oder sexuelle Orientierung, musst Du schon echt kämpfen.