Sind die Rechten so stark, weil der trans Aktivismus zu "radikale" Forderungen stellt?
-
Anne-Mette
- Administratorin
- Beiträge: 27142
- Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
- Geschlecht: W
- Pronomen: sie
- Wohnort (Name): Ringsberg
- Forum-Galerie: gallery/album/1
- Hat sich bedankt: 192 Mal
- Danksagung erhalten: 2131 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Sind die Rechten so stark, weil der trans Aktivismus zu "radikale" Forderungen stellt?
Diese Frage stellt sich und uns queer.de in einem Kommentar
und gibt auch eine Antwort dazu: Nein! Wer trans Menschen die Schuld am Backlash gibt, der betreibt eine perfide Opfer-Täter-Umkehr.
und weitere:
https://www.queer.de/detail.php?article_id=52946
und gibt auch eine Antwort dazu: Nein! Wer trans Menschen die Schuld am Backlash gibt, der betreibt eine perfide Opfer-Täter-Umkehr.
und weitere:
https://www.queer.de/detail.php?article_id=52946
-
MiriamR
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 420
- Registriert: Do 30. Apr 2020, 13:27
- Geschlecht: MzF
- Pronomen: Sie
- Wohnort (Name): Dortmund
- Hat sich bedankt: 85 Mal
- Danksagung erhalten: 81 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Sind die Rechten so stark, weil der trans Aktivismus zu "radikale" Forderungen stellt?
Ich, als Trans-Person, möchte einfach nur in Frieden gelassen werden.
Jede Form von Aktivismus ist mir ein Greul. Ich habe meine VÄ/PÄ noch auf die "alte" Art und Weise durchgezogen, inkl. der ach so erniedrigenden Psycho-Gutachten(die alles andere als erniedrigend waren). Und das ganze war nach sieben Monaten inkl. Gerichtsbeschluss beendet. Soweit ich weiß, geht es heutzutage auch nicht wesentlich schneller.
Ein jeder soll für seine Rechte auf seine Weise einstehen, was für mich persönlich bedeutet, das ich nicht mit der Regenbogen-Flagge um die Häuser ziehe, da ich einfach nicht gesehen werden möchte. Ich möchte Teil dieser Gesellschaft sein, Teil aller derjenigen denen ich auf der Strasse und am Arbeitsplatz begegne. Und nein, ich möchte keine Extrawurst gebraten bekommen, nur weil ich Trans bin.
Das die Trans-Community zur Zielscheibe wurde liegt daran, das wir die schwächsten sind. Wir sind die kleinste Gruppe überhaupt die in unserer Gesellschaft sichtbar ist. Und, niemand versteht was in uns vor geht. Es ist für den Otto-Normalverbraucher nicht nachvollziehbar warum wir diesen Weg beschreiten, müssen.
In Gesprächen beantworte ich gerne Fragen von interessierten Mitmenschen. Und meine Antwort ist meist: "Warum lassen sich so viele Frauen die Brüste mache, lassen sich Fett absaugen, so viele Männer Botox spritzen und Haare transplantieren? Auch diese Menschen sind mit ihren Körpern nicht zufrieden. Warum darf ich das nicht sein?"
Das bringt viele zum Nachdenken.
Das die populistischen Parteien einen solchen Zulauf haben liegt, meiner Meinung nach, and dem Angebot vermeintlich einfacher Lösungen für Probleme in unserer Welt, für die es keine einfachen Lösungen gibt.
Schlagworte und leere Worthülsen die wie Rattenfänger durch die Gehirne unserer Gesellschaft wabern. Und, es sind immer "die Anderen" Schuld. Obwohl niemand wirklich weiß wer "die Anderen"
wirklich sind. Bis man feststellt, das man selbst zu "den Anderen" gehört.
nachdenkliche Grüße
Miriam
Jede Form von Aktivismus ist mir ein Greul. Ich habe meine VÄ/PÄ noch auf die "alte" Art und Weise durchgezogen, inkl. der ach so erniedrigenden Psycho-Gutachten(die alles andere als erniedrigend waren). Und das ganze war nach sieben Monaten inkl. Gerichtsbeschluss beendet. Soweit ich weiß, geht es heutzutage auch nicht wesentlich schneller.
Ein jeder soll für seine Rechte auf seine Weise einstehen, was für mich persönlich bedeutet, das ich nicht mit der Regenbogen-Flagge um die Häuser ziehe, da ich einfach nicht gesehen werden möchte. Ich möchte Teil dieser Gesellschaft sein, Teil aller derjenigen denen ich auf der Strasse und am Arbeitsplatz begegne. Und nein, ich möchte keine Extrawurst gebraten bekommen, nur weil ich Trans bin.
Das die Trans-Community zur Zielscheibe wurde liegt daran, das wir die schwächsten sind. Wir sind die kleinste Gruppe überhaupt die in unserer Gesellschaft sichtbar ist. Und, niemand versteht was in uns vor geht. Es ist für den Otto-Normalverbraucher nicht nachvollziehbar warum wir diesen Weg beschreiten, müssen.
In Gesprächen beantworte ich gerne Fragen von interessierten Mitmenschen. Und meine Antwort ist meist: "Warum lassen sich so viele Frauen die Brüste mache, lassen sich Fett absaugen, so viele Männer Botox spritzen und Haare transplantieren? Auch diese Menschen sind mit ihren Körpern nicht zufrieden. Warum darf ich das nicht sein?"
Das bringt viele zum Nachdenken.
Das die populistischen Parteien einen solchen Zulauf haben liegt, meiner Meinung nach, and dem Angebot vermeintlich einfacher Lösungen für Probleme in unserer Welt, für die es keine einfachen Lösungen gibt.
Schlagworte und leere Worthülsen die wie Rattenfänger durch die Gehirne unserer Gesellschaft wabern. Und, es sind immer "die Anderen" Schuld. Obwohl niemand wirklich weiß wer "die Anderen"
wirklich sind. Bis man feststellt, das man selbst zu "den Anderen" gehört.
nachdenkliche Grüße
Miriam
Have fun.....always.
-
Claudia
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 361
- Registriert: Di 18. Mär 2025, 22:48
- Geschlecht: weiblich
- Pronomen: sie
- Wohnort (Name): Elmshorn
- Hat sich bedankt: 215 Mal
- Danksagung erhalten: 264 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Sind die Rechten so stark, weil der trans Aktivismus zu "radikale" Forderungen stellt?
Aber möchten das nicht eigentlich alle. Zumindest niemand der Leute, die ich so kenne, möchten in irgendeiner Form belästigt oder angegangen werden. Sie wollen alle in Frieden mit ihrer Umwelt leben.MiriamR hat geschrieben: So 16. Mär 2025, 15:14 Ich, als Trans-Person, möchte einfach nur in Frieden gelassen werden.
Da haben wir etwas gemeinsam. Ich habe auch nie verstanden, was an den Gesprächen so erniedrigend sein sollte. Aber vielleicht liegt es auch an den Gesprächspartnern, mit denen man zu tun hatte. Für mich waren es immer sehr einfühlsame Gespräche.MiriamR hat geschrieben: So 16. Mär 2025, 15:14Ich habe meine VÄ/PÄ noch auf die "alte" Art und Weise durchgezogen, inkl. der ach so erniedrigenden Psycho-Gutachten(die alles andere als erniedrigend waren). Und das ganze war nach sieben Monaten inkl. Gerichtsbeschluss beendet. Soweit ich weiß, geht es heutzutage auch nicht wesentlich schneller.
Mit der Flagge um die Häuser ziehen habe ich schon vereinzelt gemacht, aber das war dann immer bei themenbezogenen Veranstaltungen, nicht im Alltag. Denn da möchte ich so wie Du es beschreibst schlicht und einfach stealth leben. Und das funktioniert auch sehr gut.MiriamR hat geschrieben: So 16. Mär 2025, 15:14Ein jeder soll für seine Rechte auf seine Weise einstehen, was für mich persönlich bedeutet, das ich nicht mit der Regenbogen-Flagge um die Häuser ziehe, da ich einfach nicht gesehen werden möchte.
Aber die Ursache dafür ist doch einfach, weil wir eben nicht auffallen wollen. Ja erfolgreicher wir darin sind, desto unsichtbarer ist unser Hintergrund. Wir machen zuwenig auf uns aufmerksam, wenn wir in unserer gewünschten Rolle unsichtbar sind. Mit diesem Widerspruch [sichtbar][unsichtbar] müssen wir leben und anders auf uns aufmerksam machen. Da ist Dein Ansatz, das in Gesprächen zu tun, schon genau richtig. Nur gibt es diese Gespräche zu selten.Wir sind die kleinste Gruppe überhaupt die in unserer Gesellschaft sichtbar ist. Und, niemand versteht was in uns vor geht. Es ist für den Otto-Normalverbraucher nicht nachvollziehbar warum wir diesen Weg beschreiten, müssen.
LG Claudia
The greatest act of courage is to be & own all that you are. Without apology.
Without excuses & without any masks to cover the truth of who you truly are.
Without excuses & without any masks to cover the truth of who you truly are.
-
Jaddy
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 3985
- Registriert: Fr 24. Okt 2014, 21:38
- Geschlecht: a_binär / a_gender
- Pronomen: en/en/ens
- Wohnort (Name): nahe Bremen
- Hat sich bedankt: 286 Mal
- Danksagung erhalten: 1256 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Sind die Rechten so stark, weil der trans Aktivismus zu "radikale" Forderungen stellt?
Bei Gutachten nach TSG gibt es zum einen reichlich Beispiele für völlig verquere und tw sehr verletzende Praktiken durch die Gutachtenden. Schön, wenn das bei euch anders war. Glück gehabt.Claudia hat geschrieben: Mi 19. Mär 2025, 11:50Da haben wir etwas gemeinsam. Ich habe auch nie verstanden, was an den Gesprächen so erniedrigend sein sollte. Aber vielleicht liegt es auch an den Gesprächspartnern, mit denen man zu tun hatte. Für mich waren es immer sehr einfühlsame Gespräche.MiriamR hat geschrieben: So 16. Mär 2025, 15:14Ich habe meine VÄ/PÄ noch auf die "alte" Art und Weise durchgezogen, inkl. der ach so erniedrigenden Psycho-Gutachten(die alles andere als erniedrigend waren). Und das ganze war nach sieben Monaten inkl. Gerichtsbeschluss beendet. Soweit ich weiß, geht es heutzutage auch nicht wesentlich schneller.
Ich weiss von ziemlich vielen Fragen zur Sexualität, Orientierung, Praktiken, Masturbationsfantasien, usw. Ich weiss von Fällen, wo die Leute sich kopmplett ausziehen mussten. Von "Tests" wo Leute auf einer Linie gehen sollten. Auch Beurteilung der Kleidung ("Ohne Herrenhemd gebe ich Ihnen kein positives Gutachten" - zu einem trans Mann in Jeans und t-shirt), Haare, Sitz- und Handhaltung usw.
All das mag für einzelne nicht problematisch sein, führt aber zum Grundproblem: Die geschlechtliche Identität ist nicht ertestbar, weil es keine objektiven Massstäbe dafür gibt und damit auch keine zielführenden Testmöglichkeiten. Deshalb beruhen diese "Gutachten" immer auf subjektiver Stereotypen-Konformität. D.h sie bewerten, wie gut die Person den Gutachtenden deren persönliche Vorstellung von "Weiblichkeit" bzw "Männlichkeit" vortanzen kann. Sage nicht ich, sagen Studien seit vielen Jahren. Am bekanntesten B.Meyenburg, K.Renter-Schmidt, G.Schmidt 2015: Begutachtung nach dem Transsexuellengesetz. Es lassen sich viele mehr finden. Auch die interministerielle Arbeitsgruppe hat das 2014 in ihrem Ergebnis so gesagt.
Nochmal in deutlichen Worten, um jegliche Mythen und Missverständnisse auszuräumen: Diese "Gutachten" sind, bzw waren Quatsch. Weder wissenschaftlich basiert noch auf irgendwelchen anderen seriösen Kriterien.
Der ganze Aufwand, die Kosten, Nerven und Wartezeiten sind deshalb nicht begründbar. Völlig egal ob irgendwer sie für sich okay fand oder nicht.
Weiteres Problem: Nichtbinäre trans Personen waren in diesem eingeübten System am A***h, weil es keine nichtbinären Normen gibt, die da hätten performed werden können. Die wenigen, die es durch ein TSG Verfahren geschafft haben, waren quasi auf ein reines good will der (paar) Gutachtenden angewiesen, die sich überhaupt darauf eingelassen haben. Da blieb das System hinter dem Stand nicht nur der Wissenschaft, sondern auch der Gesetzgebung zurück.
Abgesehen davon ist selbst die staatliche Erfassung eines amtlichen Geschlechtseintrags nicht mal verfassungsmässig begründbar und rein praktisch auch obsolet. Die tägliche Erfahrung und die Rechtslage zeigt, dass es quasi nirgendwo auf den Eintrag ankommt, bzw der irgendwie Zugänge regelt. Es gilt stattdessen entweder die Einschätzung durch die Mitmenschen ("Gender wird an der Backtheke konstruiert") oder in der Medizin die jeweiligen körperlichen Faktoren. Genau deshalb steht das so auch inzwischen im SBGG.
Der wesentliche Faktor ist deshalb heute die Vornamensänderung, weil genau die im Alltag einen Unterschied machen kann.
Ja: Sichtbarkeit, die Normalität herstellt.Claudia hat geschrieben: Mi 19. Mär 2025, 11:50Aber die Ursache dafür ist doch einfach, weil wir eben nicht auffallen wollen. Ja erfolgreicher wir darin sind, desto unsichtbarer ist unser Hintergrund. Wir machen zuwenig auf uns aufmerksam, wenn wir in unserer gewünschten Rolle unsichtbar sind. Mit diesem Widerspruch [sichtbar][unsichtbar] müssen wir leben und anders auf uns aufmerksam machen. Da ist Dein Ansatz, das in Gesprächen zu tun, schon genau richtig. Nur gibt es diese Gespräche zu selten.MiriamR hat geschrieben: So 16. Mär 2025, 15:14Wir sind die kleinste Gruppe überhaupt die in unserer Gesellschaft sichtbar ist. Und, niemand versteht was in uns vor geht. Es ist für den Otto-Normalverbraucher nicht nachvollziehbar warum wir diesen Weg beschreiten, müssen.
Manchmal habe ich auch gerade keine Lust, keine Zeit oder keine Energie für die Diskussionen, was ich bin, wie ich bin usw. Natürlich haben wir das Recht, uns langwierigen Erklärungen zu verweigern und einfach zu sein. Oder ohne Erklärungen einfordern, was gut und richtig ist. Oder es einfach geschehen zu lassen und nicht aufzubegehren.
Einige haben das Privileg, in der Masse unterzugehen bzw sich "cis-konform" tarnen zu können. Etliche können das nicht. Nicht optisch oder nicht akustisch. Und einige haben keine binäre Identität, die sie präsentieren können, ohne sich unwohl zu fühlen. Die sind aus Sicht binärer Normen immer irgendwie falsch. Das sollten wir nicht vergessen.
-
Lavendellöwin
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 3228
- Registriert: Do 6. Sep 2018, 15:56
- Geschlecht: weiblich
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 500 Mal
- Danksagung erhalten: 827 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Sind die Rechten so stark, weil der trans Aktivismus zu "radikale" Forderungen stellt?
MiriamR hat geschrieben: So 16. Mär 2025, 15:14 Ich habe meine VÄ/PÄ noch auf die "alte" Art und Weise durchgezogen, inkl. der ach so erniedrigenden Psycho-Gutachten(die alles andere als erniedrigend waren).
Hey..Claudia hat geschrieben: Mi 19. Mär 2025, 11:50 Da haben wir etwas gemeinsam. Ich habe auch nie verstanden, was an den Gesprächen so erniedrigend sein sollte. Aber vielleicht liegt es auch an den Gesprächspartnern, mit denen man zu tun hatte. Für mich waren es immer sehr einfühlsame Gespräche.
hmm meine Haltung dazu ist eher differenziert inzwischen.
Ich hab die VÄ/PÄ auch auf die alte Art und Weise "durchgezogen". Und ja meine Gespräche
waren auch nicht erniedrigend, sondern sehr wohlwollend und einfühlsam. Ich hab sogar da noch
super Tipps von einer Gutachterin bekommen.
Und mein Gespräch bei Gericht war eher so "Das ist eine Formalie, lass uns schnell machen, ich möchte in die
Mittagspause"...
und ja hat man die Gutachten aus der VÄ/PÄ ist das unterstützend für die Anträge bei den
Gesundheitskassen, aber im Grunde sind sie da obsolet, weil die Praxis für die Genehmigungen eine andere ist.
Und die Gutachten machen mich weder mehr/besser trans* oder weiblicher als andere, noch habe ich dadurch
mehr Rechte-das wäre halt auch einfach falsch.
Denn im Grunde bin ich mit dem Gedanken in die Gespräche gegangen ich möchte die rechtliche
Transition und genau den Gedanken haben die Personen die heute das Selbstbestimmungsgesetz nutzen.
Nur die mit weniger Zeitaufwand für Besuche bei Fachpersonen und Behörden und mit weniger Kosten.
Der Ergebnis ist irgendwie das Gleiche..
Und ich weiss von einigen Fachpersonen, das die recht froh sind keine Gutachten mehr schreiben zu müssen.
Die wussten auch schon länger, das es im Grunde maximaler Unfug ist und deswegen waren die Hürden
in den Gesprächen so niedrig, das man locker und fast ohne grossen sonstigen Aufwand da wieder raus war.
In meiner Gegend und auch in anderen, manchmal an anderen Plätzen aber nicht.
Unterm Strich für mich da durchzugehen war einfach keine Leistung, sondern ein Abnicken vom einem Ist-Zustand.
Alles andere wie stealth und in Frieden leben hat wenig damit zu tun wie man zu seinem neuen Ausweis
gekommen ist, der ist für das Leben draussen, wie dich die Menschen wahrnehmen gar nicht relevant.
Wenn ich dafür meinen Ausweis bräuchte, wäre etwas völlig falsch für mich..
Und deswegen finde ich die Diskussion darum genau so obsolet wie den Vorgang an sich.
Habt es gut Marie
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
-
Claudia
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 361
- Registriert: Di 18. Mär 2025, 22:48
- Geschlecht: weiblich
- Pronomen: sie
- Wohnort (Name): Elmshorn
- Hat sich bedankt: 215 Mal
- Danksagung erhalten: 264 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Sind die Rechten so stark, weil der trans Aktivismus zu "radikale" Forderungen stellt?
Richtig, es ist nicht wichtig wie man seinen Ausweis bekommen hat, aber schon dass man ihn hat. Denn was dort drin steht sollte zu dem passen wie mich die Menschen sehen und erleben. Und es gibt nunmal Situationen, wo man einen Ausweis braucht. Und da sollten die Angaben schon zu dem Bild passen, das sich die Leute in der Begegnung von uns machen.Lavendellöwin hat geschrieben: Mi 19. Mär 2025, 13:25 Alles andere wie stealth und in Frieden leben hat wenig damit zu tun wie man zu seinem neuen Ausweis
gekommen ist, der ist für das Leben draussen, wie dich die Menschen wahrnehmen gar nicht relevant.
Wenn ich dafür meinen Ausweis bräuchte, wäre etwas völlig falsch für mich..
LG Claudia
The greatest act of courage is to be & own all that you are. Without apology.
Without excuses & without any masks to cover the truth of who you truly are.
Without excuses & without any masks to cover the truth of who you truly are.
-
Lavendellöwin
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 3228
- Registriert: Do 6. Sep 2018, 15:56
- Geschlecht: weiblich
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 500 Mal
- Danksagung erhalten: 827 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Sind die Rechten so stark, weil der trans Aktivismus zu "radikale" Forderungen stellt?
Hey Claudia,Claudia hat geschrieben: Mi 19. Mär 2025, 14:03 Richtig, es ist nicht wichtig wie man seinen Ausweis bekommen hat, aber schon dass man ihn hat. Denn was dort drin steht sollte zu dem passen wie mich die Menschen sehen und erleben. Und es gibt nunmal Situationen, wo man einen Ausweis braucht. Und da sollten die Angaben schon zu dem Bild passen, das sich die Leute in der Begegnung von uns machen.
ich weiss was du meinst, die Situationen wo man ihn braucht sind ja aber nicht so häufig.
Das meiste sind Auslandsreisen und das letzte mal das ich in einer Verkehrskontrolle einen Ausweis brauchte war
glaub ich 2009..meine Gesundheitskarte brauche ich tatsächlich häufiger. Es gibt halt die Ausweispflicht, das ist schon okay..
und das man mit der Onlinefunktion immer mehr machen kann, das ist aber was völlig anderes.
Was steht denn im Ausweis (über den Pass reden wir grade nicht) da steht mein Name, ein paar Zahlen,
ein paar Angaben und da ist mein Bild-sonst nichts, also nichts besonderes, daher verstehe ich die Aufregung eben nicht.
Es ist nicht der Ausweis der die Person ausmacht oder dich dazu macht, genau wie Kleidung unterstreicht er nur wer du bist.
Ich persönlich habe mich fast mehr über die neue Rentenversicherungsnummer gefreut..weil die alte nicht
zu den anderen Daten auf meiner Gehaltsabrechnung passte..
Habs gut Marie
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
-
Claudia
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 361
- Registriert: Di 18. Mär 2025, 22:48
- Geschlecht: weiblich
- Pronomen: sie
- Wohnort (Name): Elmshorn
- Hat sich bedankt: 215 Mal
- Danksagung erhalten: 264 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Sind die Rechten so stark, weil der trans Aktivismus zu "radikale" Forderungen stellt?
Naja, das Bild sagt schon Einiges aus, der Name noch viel mehr. Die Situationen sind normalerweise nicht häufig, bei mir war es die letzte Zeit schon häufiger. Bankaktionen ohne passenden Ausweis kannst du vergessen, bei Ämtern ist es dasselbe.Lavendellöwin hat geschrieben: Mi 19. Mär 2025, 14:26ich weiss was du meinst, die Situationen wo man ihn braucht sind ja aber nicht so häufig.Claudia hat geschrieben: Mi 19. Mär 2025, 14:03 Richtig, es ist nicht wichtig wie man seinen Ausweis bekommen hat, aber schon dass man ihn hat. Denn was dort drin steht sollte zu dem passen wie mich die Menschen sehen und erleben. Und es gibt nunmal Situationen, wo man einen Ausweis braucht. Und da sollten die Angaben schon zu dem Bild passen, das sich die Leute in der Begegnung von uns machen.
Was steht denn im Ausweis (über den Pass reden wir grade nicht) da steht mein Name, ein paar Zahlen,
ein paar Angaben und da ist mein Bild-sonst nichts, also nichts besonderes, daher verstehe ich die Aufregung eben nicht.
So auf der Straße, wenn Dir andere begegnen, brauchst Du den nicht. Aber gibt eben immer wieder Situationen, wo man ihn braucht. Und dann ist es gut, einen passenden zu haben. Es fragt ja niemand danach, wie man ihn bekommen hat, nur ob man ihn hat. Gut, heute habe ich ihn nicht gebraucht, aber morgen brauche ich einen anderen, bei dem es auch um Erkennbarkeit beim Bild geht. Wenn ich hier im Ort mit dem Bus fahre, dann will der Fahrer neben der Wertmarke auch häufig meinen Behindertenausweis sehen. Und wenn das nicht passen würde, dürfte ich nicht mitfahren. Dokument und Erscheinungsbild sollten schon zusammenpassen.
LG Claudia
The greatest act of courage is to be & own all that you are. Without apology.
Without excuses & without any masks to cover the truth of who you truly are.
Without excuses & without any masks to cover the truth of who you truly are.
-
Susi T
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 1242
- Registriert: Mi 4. Mai 2022, 23:44
- Geschlecht: Frau mit Varianzen
- Pronomen: Sie
- Wohnort (Name): Pfalz
- Hat sich bedankt: 892 Mal
- Danksagung erhalten: 1081 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Sind die Rechten so stark, weil der trans Aktivismus zu "radikale" Forderungen stellt?
Hallo Ihr,
für mich ist mein Ausweis und die damit verbundenen Urkunden wie ein Lebensberechtigungsschein, von der ersten Sekunde an als ich das auf dem Standesamt erledigt hatte und als ich durch die Tür nach draußen ging spielte das Glockenspiel des Uhrenturms seine Melodie.
Ich habe immer die größten Probleme mit diesem verfluchten männlichen Eintrag in meinen Akten gehabt, nicht mit der Anerkennung unter den Mädchen/Frauen.
Die Sache mit den Gutachtern für das VÄ/PÄ? Da hätte es schon sehr viel gebracht, wenn es in allen Bundesländern gleich gewesen wäre und eine freie Wahl der Gutachter für alle bestanden hätte, anstatt teilweise die Gutachter von der Gegenseite aussuchen zu lassen. Kein Wunder das da so unterschiedliche Erfahrungen gemacht wurden.
Ich hab einmal ein Gutachter (für einen Rehaantrag) vorgeschrieben bekommen, das war schlimmer als unmenschlich, würd mich nicht wundern das er mich mit Absicht in den Selbstmord treiben wollte. Ich hab das ganze Gespräch geheult was ihn nur gefreut hat, dabei war ich nicht nah am Wasser gebaut und kämpfte nur um meine weitere Arbeitsfähigkeit.
Ein späterer Gutachter, der von meiner Thera vorgeschlagen war, war dagegen einfach nur nett. So unterschiedlich kann das sein, aber eben auch Problematisch.
für mich ist mein Ausweis und die damit verbundenen Urkunden wie ein Lebensberechtigungsschein, von der ersten Sekunde an als ich das auf dem Standesamt erledigt hatte und als ich durch die Tür nach draußen ging spielte das Glockenspiel des Uhrenturms seine Melodie.
Ich habe immer die größten Probleme mit diesem verfluchten männlichen Eintrag in meinen Akten gehabt, nicht mit der Anerkennung unter den Mädchen/Frauen.
Die Sache mit den Gutachtern für das VÄ/PÄ? Da hätte es schon sehr viel gebracht, wenn es in allen Bundesländern gleich gewesen wäre und eine freie Wahl der Gutachter für alle bestanden hätte, anstatt teilweise die Gutachter von der Gegenseite aussuchen zu lassen. Kein Wunder das da so unterschiedliche Erfahrungen gemacht wurden.
Ich hab einmal ein Gutachter (für einen Rehaantrag) vorgeschrieben bekommen, das war schlimmer als unmenschlich, würd mich nicht wundern das er mich mit Absicht in den Selbstmord treiben wollte. Ich hab das ganze Gespräch geheult was ihn nur gefreut hat, dabei war ich nicht nah am Wasser gebaut und kämpfte nur um meine weitere Arbeitsfähigkeit.
Ein späterer Gutachter, der von meiner Thera vorgeschlagen war, war dagegen einfach nur nett. So unterschiedlich kann das sein, aber eben auch Problematisch.
Das beste Make-up einer Frau ist Glücklich sein
-
Lina
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 4345
- Registriert: Di 25. Jan 2011, 00:34
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 47 Mal
- Danksagung erhalten: 164 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Sind die Rechten so stark, weil der trans Aktivismus zu "radikale" Forderungen stellt?
Nein, sie sind stark, weil es ganz anderes Probleme gibt, und sie brauchen Minoritäten als Sendenböcke.
-
Nicole Fritz
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 2998
- Registriert: Mo 20. Mär 2017, 17:38
- Geschlecht: Enby
- Pronomen:
- Forum-Galerie: gallery/album/567
- Hat sich bedankt: 126 Mal
- Danksagung erhalten: 235 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
-
Mila S
- Beiträge: 44
- Registriert: Di 30. Jan 2024, 21:00
- Geschlecht: M
- Pronomen: du
- Hat sich bedankt: 8 Mal
- Danksagung erhalten: 6 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Sind die Rechten so stark, weil der trans Aktivismus zu "radikale" Forderungen stellt?
Ich möchte mich Lina unbedingt anschließen! Das ist der eigentliche Grund, warum sie so "Laut" sein können.
Allerdings fühle ich mich direkt gar nicht betroffen, da ich im "normalen" Leben draussen quasi nur als "Standard-Mann" unterwegs bin. Andererseits bin ich ja doch betroffen, da ich mich eben nicht einfach so raus trauen kann (und ich hier auch ein "kopfloses" Profilbild hab
), um nicht komisch angemacht zu werden. Das ist aber leider noch ein allgemeines gesellschaftliches Problem und nicht unbedingt nur den Rechten anzulasten.
Andererseits - bitte schlagt mich nicht - finde ich es persönlich in den letzten Jahren schon recht nervig, bspw. dieses vergenderte Deutsch in allen öffentlcihen Berichterstattungen hören zu müssen. Ich möchte jetzt niemandem hier zu nahe treten, aber von denen, die damit offensichtlich gemeint sind bzw angesprochen werden sollen, ist bestimmt nur ein Bruchteil wirklich darauf aus, dass sie mit dem wirklich korrekten Pronomen usw. angesprochen werden. Woher soll das Gegenüber das aber denn nur wissen? Aus meinem näheren und ferneren Bekanntenkreis kann ich nur sagen, dass es wirklch allen auf die Nerven geht. Allerdings sind dabei auch nur "Standard"-Schwule, -Lesben und -Heteros, niemend mit einem Trans-Hintergrund. Also keine wirklich repräsentative Statistik. Es kann ja jeder Mensch so handhaben wie er will, aber dass in Schulen oder Unis daraufhin sogar schlechter benotet wird geht in meinen Augen nunmal garnicht.
Weiterhin finde ich dieses zwanghafte schmücken mit de rRegenbogenfahne (siehe REWE oder die DFB-Auswahl und etc.) auch etwas too much.
Wie gesagt, gegen all die Symbolik und die Menschen dahinter hab ich persönlich überhaupt nichts (sonst wäre ich ja auch nicht hier)! Nur das gefühlte "Aufdrängeln" kann nerven - den einen mehr, den anderen weniger.
Ich denke, daher schöpfen die Rechten eben die Kraft aus der breiten Masse - weils eben so einfach zu projezieren ist.
Hoffe, ich habe mit meinem Versuch der Erklärung niemanden hier beleidigt und mich zu weit aus dem Fenster gelehnt
Daher verbleibe ich hiermit freundlichst lieb gute Nacht wünschend
Mila
Ah, PS: helft mir mal bitte: VÄ/PÄ? Kann damit nichts anfngen.
Allerdings fühle ich mich direkt gar nicht betroffen, da ich im "normalen" Leben draussen quasi nur als "Standard-Mann" unterwegs bin. Andererseits bin ich ja doch betroffen, da ich mich eben nicht einfach so raus trauen kann (und ich hier auch ein "kopfloses" Profilbild hab
Andererseits - bitte schlagt mich nicht - finde ich es persönlich in den letzten Jahren schon recht nervig, bspw. dieses vergenderte Deutsch in allen öffentlcihen Berichterstattungen hören zu müssen. Ich möchte jetzt niemandem hier zu nahe treten, aber von denen, die damit offensichtlich gemeint sind bzw angesprochen werden sollen, ist bestimmt nur ein Bruchteil wirklich darauf aus, dass sie mit dem wirklich korrekten Pronomen usw. angesprochen werden. Woher soll das Gegenüber das aber denn nur wissen? Aus meinem näheren und ferneren Bekanntenkreis kann ich nur sagen, dass es wirklch allen auf die Nerven geht. Allerdings sind dabei auch nur "Standard"-Schwule, -Lesben und -Heteros, niemend mit einem Trans-Hintergrund. Also keine wirklich repräsentative Statistik. Es kann ja jeder Mensch so handhaben wie er will, aber dass in Schulen oder Unis daraufhin sogar schlechter benotet wird geht in meinen Augen nunmal garnicht.
Weiterhin finde ich dieses zwanghafte schmücken mit de rRegenbogenfahne (siehe REWE oder die DFB-Auswahl und etc.) auch etwas too much.
Wie gesagt, gegen all die Symbolik und die Menschen dahinter hab ich persönlich überhaupt nichts (sonst wäre ich ja auch nicht hier)! Nur das gefühlte "Aufdrängeln" kann nerven - den einen mehr, den anderen weniger.
Ich denke, daher schöpfen die Rechten eben die Kraft aus der breiten Masse - weils eben so einfach zu projezieren ist.
Hoffe, ich habe mit meinem Versuch der Erklärung niemanden hier beleidigt und mich zu weit aus dem Fenster gelehnt
Daher verbleibe ich hiermit freundlichst lieb gute Nacht wünschend
Mila
Ah, PS: helft mir mal bitte: VÄ/PÄ? Kann damit nichts anfngen.
"... Ja, das Elfte Gebot gebietet zu lieben - Und zu verglüh'n in Flammen lichterloh ..." (c) Feuerschwanz
-
Lavendellöwin
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 3228
- Registriert: Do 6. Sep 2018, 15:56
- Geschlecht: weiblich
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 500 Mal
- Danksagung erhalten: 827 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Sind die Rechten so stark, weil der trans Aktivismus zu "radikale" Forderungen stellt?
Hey..Mila S hat geschrieben: Do 20. Mär 2025, 00:22 Ah, PS: helft mir mal bitte: VÄ/PÄ? Kann damit nichts anfangen.
na klar gerne. Es gut das du fragst wenn du etwas nicht weisst.
Das ist die Vornamensänderung/Personenstandsänderung, also der Vorgang mit dem
die rechtliche Transition verbunden ist.
Eben, du kannst fragen, so mache ich das auch immer und am liebsten benutze ich sowiesoMila S hat geschrieben: Do 20. Mär 2025, 00:22 ist bestimmt nur ein Bruchteil wirklich darauf aus, dass sie mit dem wirklich korrekten Pronomen usw. angesprochen werden. Woher soll das Gegenüber das aber denn nur wissen?
Namen, es geht nämlich fast ohne Pronomen wenn man ein bisschen darauf achtet.
Damit sind quasi alle beachtet.
Ansonsten ist Symbolik (grade die Rechten arbeiten ja auch mit einfachen Symbolen)
natürlich etwas worüber man reden kann, bei mir hier unten haben
tatsächlich einige die badische Flagge am Haus, ich mag das sehr gerne.
Aber ich mag es eben am allerliebsten wenn alle zeigen dürfen mit was sie sich identifizieren.
(Ausser definitiv verbotene Symbole)
Ich glaube nicht das das ein Aufdrängen ist, sondern ein Hallo an die Welt.
(Die Welt ist voll von Symbolen, Piktogrammen, Logos weil es eine einfache Methode ist,
sich in der Erinnerung von Personen zu verankern, falsch ist aber möglicherweise, bestimmten
Gruppen eine Symbolik verweigern zu wollen-versteh mich nicht falsch)
Habs gut, Marie
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
-
Jaddy
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 3985
- Registriert: Fr 24. Okt 2014, 21:38
- Geschlecht: a_binär / a_gender
- Pronomen: en/en/ens
- Wohnort (Name): nahe Bremen
- Hat sich bedankt: 286 Mal
- Danksagung erhalten: 1256 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Sind die Rechten so stark, weil der trans Aktivismus zu "radikale" Forderungen stellt?
Service: VÄ/PÄ: Vornamens- und Personenstandsänderung.Mila S hat geschrieben: Do 20. Mär 2025, 00:22 Andererseits [...] dieses vergenderte Deutsch [...] wirklich korrekten Pronomen usw. angesprochen werden [...] dieses zwanghafte schmücken mit de rRegenbogenfahne
Ah, PS: helft mir mal bitte: VÄ/PÄ? Kann damit nichts anfngen.
Aber zu deinem Beitrag. Ich hab beim lesen ein wenig irritiert schmunzelnd den Kopf geschüttelt. Einerseits sagst du, dass du und dein Umfeld "da" völlig draussen sind. Also was Sprache und Repräsentation etc angeht. Pronomen, Anreden, Sternchen, all diese Dinge. Andererseits bringst du deine persönlichen Einschränkungen - nicht raus trauen können - damit nicht in Verbindung. Das ist schon ziemliches Zwiedenken (bzw in moderner Psychologie "kognitive Dissonanz"), oder?
Erst mal zu den Missverständnissen: Soweit ich weiss wird und wurde nirgendwo jemals irgendetwas schlechter benotet, weil keine geschlechtsneutrale, -inklusive Sprache bzw Sternchen o.ä. benutzt wurde. Nein, auch an der Uni Kassel nicht, siehe hier und hier. Alles Märchen.
Die einzigen Verbote, Punktabzüge und schlechteren Noten werden effektiv bei Verwendung von Sternchen etc. vergeben. Also mal ganz klar: Kein ein wird zu Sternchen gewzungen. Wenn du welche siehst, ist das freie Entscheidung der Autor*innen bzw Absprache. Aber einige Leute verbieten (im Rahmen ihrer Einflussmöglichkeiten) anderen, Sternchen zu benutzen.
Auch Regenbögen werden nicht erzwungen. Weder als Flaggen, noch als Kleber. Was du siehst sind freiwillig angebrachte, bzw im Konsens entschiedene. Auch hier ist Zwang nur bei Verboten der Fall.
Neopronomen wie they, dey, en usw: Kann ich mir ganz ehrlich auch nicht merken. Vor allem nicht in den nichtbinären Gruppen mit 15, 20 Leuten. Die allermeisten verwenden inzwischen den Namen der Person statt eines Pronomens. "Pro-nomen" steht nämlich für "statt des Namens" und das geht auch umgekehrt. Ich kenne unter den bestimmt 250, 300 oder mehr mit bekannten nichtbinären Personen kein Leut, das etwas dagegen hätte. Aber so ziemlich alle wollen nicht einfach von anderen "nach Augenschein" falsch vergeschlechtlich werden. Also mit er, sie oder gar es bezeichnet oder als Herr oder Frau angesprochen werden.
Es geht letztlich darum, dass andere nicht einfach ein Geschlecht raten und zuschreiben. Das mag ungewohnt sein, aber ist genau der gruppenspezifische Respekt, den Sternchen wie ich brauchen. Wie würdest du dich fühlen, wenn irgendwer dich ungefragt "das Zonk" nennt, statt nach deinem Namen zu fragen und den dann auch zu respektieren? Spätestens wenn du darum bittest, deinen richtigen Namen und Anrede zu verwenden und das dann ignoriert wird, würdest du dich vermutlich mies behandelt fühlen.
Übrigens: Mit Pronomen wird nicht angesprochen, sondern über Menschen geredet. "Er hat", "sie wurde", "es möchte". Deshalb ist "du" auch kein Pronomen. Dann noch die bestimmten Artikel: der, die, das. Sind auch gegendert, denn "nicht gendern" geht im deutschen fast nicht. Deshalb brechen wir uns dabei ja so die Finger. Anreden sind "Herr" oder "Frau". Und auch hier noch ein kleiner Service: In schriftlicher Kommunikation einfach "Guten Tag, (vorname) (nachnname)". Ist übrigens einer Empfehlung der Duden-Redaktion.
Das geht alles in die gleiche Richtung: Akzeptanz, Respekt, teilhaben können. Du traust dich nicht raus, ich kann mich nicht tarnen und hab jedes Mal das Ding mit Anreden und zweigeteilten Räumen.
Wie lässt sich denn dieses "allgemeine gesellschaftliche Problem" der nicht-Akzeptanz lösen; vor allem durch Menschen, die gar keine Ahnung oder Beziehung zu den Themen und den Menschen haben? Also deine Umgebung zum Beispiel, wegen der du dich nicht "raus traust"? Ich kenne bisher nur "mehr Sichtbarkeit und Normalität". Und zwar im direkten Umfeld, in Medien, in Filmen usw. Als ganz normale Menschen, die genau wie cis, hetero, binäre Menschen einfach mit dabei sind.
Je nach Altersgruppe ordnen sich zwischen 1 bis über 5% als "nicht ganz cis" ein. Wenn du draussen Menschen unter 25 triffst, ist ca jede 20ste Person irgendwas von trans, nichtbinär, genderfluid, gendernonkonform, demi-irgendwas usw. Wir sind nicht so selten, wie sich das manche vorstellen. Aber wir sind bei weitem nicht so präsent, wie wir vorkommen. Weil sich die meisten nicht "raus trauen" und weil Medien und Filmleute sie nicht einfach als Teil der Gesellschaft mit dabei haben, sondern höchstens als "Token", also als "Kleiderständer" für das Thema trans, nichtbinär und dergleichen.
Wie ist das bei deinen nicht-hetero-Freundys mit der eigenen Sichtbarkeit? Trauen die sich, in jeder Umgebung zu erzählen, dass sie als Mann mit einem Mann verheiratet sind? Dass sie als lesbische Frau mit ihrer Partnerin im Urlaub waren? Zum Beispiel in der Firma, im Verein? Halten die unbeschwert Händchen oder küssen sich in der Öffentlichkeit? "Homo"-Feindlichkeit ist immer noch Thema. Angriffe passieren täglich. Von Beleidigungen über anspucken bis zuschlagen. Vom Gerede hinterm Rücken, unterschwelligen Mobbing und Benachteiligungen (Wohnung? Job?) weil sie homosexuell sind mal ganz zu schweigen.
Dabei ist es für nicht-heteros viel viel besser geworden in den letzten Jahrzehnten. Keine Ahnung, in welcher Altersgruppe du bist, aber ich habe "die Affäre Kiessling" live erlebt. Sieben jahre später Rosa von Praunheims Outing-Kampagne, mit der Biolek, Kerkeling und andere plötzlich in den Fokus rückten. Spätestens ab Wowereits öffentlichem Outing 2001 sind homosexuelle Prominente wenigstens medial keine Notiz mehr. Westerwelle, Will, von Beust, Spahn, Hendricks, usw. Erst durch die breite Sichtbarkeit kennen jetzt praktisch alle Menschen ein paar schwule, lesben, bisexuelle Menschen in ihrer Umgebung.
Und dennoch! Nicht-heteros machen ca 10% der Bevölkerung aus. Jede 10te Person da draussen. Aber in Filmen, Serien usw sind sie immer noch nicht so normal wie Heteros. Schwule tauchen immer noch hauptsächlich als Szenetypen auf und_oder mit Knickhändchen, tuntig, als Opfer usw. Trans Personen als exotisch und meist deutlich erkennbar / nicht-passend. Queers nur als "Token" (siehe oben) für Vorurteile. (In britischen Serien übrigens kaum noch! Viel mehr ganz normale Diversität. Der Unterschied ist absolut krass)
Wie fühlst du dich, wenn jede Darstellung von Menschen wie dir nur Klischee ist? In Artikel, Filmen, Dokus? "Er zog heimlich Damenwäsche an". Wie würdest du dich fühlen, wenn du dich im Alltag nicht tarnen könntest, sondern dich bei jeder Begenung erst mal fragst, wie dein Gegenüber reagiert? Normal oder naserümpfend? Wohlwollend oder sichtbar abgeneigt? Aufgeschlossen gegenüber deinem Anliegen oder fühlbar widerwillig? Vielleicht offen feindselig?
Bei jedem "echten" Regenbogen (nicht den "Pace"-Farben der Kirchen) bin ich etwas entspannter, weil ich etwas mehr davon ausgehen kann, hier nicht blöd angemacht zu werden. Bei jedem Sternchen fühle ich mich mitgedacht (auch wenn meistens "nur" Frauen "mitgemeint" sind).
Repräsentation und Normalisierung sind wichtig. Ich halte sie für die einzige Möglichkeit eine Instrumentalisierung als Feindbild zu verhindern, wie wir sie zB in den USA beobachten. Eigentlich haben alle Menschen irgendwelche Queers im Bekanntenkreis. Aber viele wissen es gar nicht, weil sich die Leute nicht trauen - wie du nach draussen.
Wir brauchen die Regenbögen und die Sternchen, bis es so normal geworden ist, dass es die Leute genauso wenig interessiert, wie dass Frauen Hosen tragen. Nur zur Erinnerung: Das ist noch nicht allzu lange her: https://hundertjahrefrauenwahlrecht.de/ ... osenanzug/
Und irgendwo auf dem Weg zur Normalität kannst auch du dann auch ganz normal nach draussen. in den Sachen, in denen du dich wohl fühlst, in der Mischung aus "weiblich" und "männlich", die für dich gerade richtig ist, und dich ohne Sorgen mit beliebigen Menschen treffen.
Am 31.3. ist übrigens der internationale Tag der trans Sichtbarkeit.
-
Lina
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 4345
- Registriert: Di 25. Jan 2011, 00:34
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 47 Mal
- Danksagung erhalten: 164 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Sind die Rechten so stark, weil der trans Aktivismus zu "radikale" Forderungen stellt?
Kleine Nebenbemerkun, was aber mit dem Thema zu tun, weil es eng mit dem politischen Klima verbunden ist:
Vor drei Tagen hat U.S. District Judge Ana C. Reyes, zumindest vorlöufig, Trumps Excecutive Order zum Ausschluss von Transgender aus dem Militär blockiert.
von Miriam R
@Dass die populistischen Parteien einen solchen Zulauf haben liegt, meiner Meinung nach an dem Angebot vermeintlich einfacher Lösungen für Probleme in unserer Welt, für die es keine einfachen Lösungen gibt.
Das trifft den Punkt recht genau. Ich finde jedoch, dass Mitte und Links parteien einige probleme denen ein leichtes Spiel gegeben haben, indem man Probleme komplett ignoriert hat - warum rennt z.B. ein Typ rum und tötet Leute, wenn man ihn schon hätte abschieben müssen. Weiter haben sie einen großen Anteil Vertrauen verloren, indem sie während der Corona-Krise eklatant demokratische Bürgerrechte ignoriert haben.
Das erklärt aber nicht die Hetze gegen Trans-Personen - weil das nicht mal eine Pseudo-Lösung für irgend ein definierbares Problem darstellt.
Vor drei Tagen hat U.S. District Judge Ana C. Reyes, zumindest vorlöufig, Trumps Excecutive Order zum Ausschluss von Transgender aus dem Militär blockiert.
von Miriam R
@Dass die populistischen Parteien einen solchen Zulauf haben liegt, meiner Meinung nach an dem Angebot vermeintlich einfacher Lösungen für Probleme in unserer Welt, für die es keine einfachen Lösungen gibt.
Das trifft den Punkt recht genau. Ich finde jedoch, dass Mitte und Links parteien einige probleme denen ein leichtes Spiel gegeben haben, indem man Probleme komplett ignoriert hat - warum rennt z.B. ein Typ rum und tötet Leute, wenn man ihn schon hätte abschieben müssen. Weiter haben sie einen großen Anteil Vertrauen verloren, indem sie während der Corona-Krise eklatant demokratische Bürgerrechte ignoriert haben.
Das erklärt aber nicht die Hetze gegen Trans-Personen - weil das nicht mal eine Pseudo-Lösung für irgend ein definierbares Problem darstellt.