Internationaler Frauenkampftag 8. März 2025
Internationaler Frauenkampftag 8. März 2025 - # 2

Olivia
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Re: Internationaler Frauenkampftag 8. März 2025

Post 16 im Thema

Beitrag von Olivia »

Aus dem "Correctiv-newsletter" vom 14.03.2025:

"Kurz nach dem 8. März (Weltfrauentag) wollen wir daran erinnern, dass es Länder gibt, in denen feministischer Aktivismus als gefährlicher Extremismus gilt: In Russland etwa leben Frauen in einer Gesellschaft der Unterdrückung, in der Widerstand nie ohne Konsequenzen möglich ist. Frauen werden verhaftet oder ihnen werden Strafen auferlegt, weil sie sich gegen den Krieg äußern, vor Kriegsdenkmälern tanzen oder an falschen Orten Kaffee kochen. Die Künstlerin Lyudmila Razumova wurde wegen in Einzelhaft gebracht, nachdem sie eine Putin-kritische Botschafte an eine Wand sprayte. Es sind Geschichten von Aufständen im Kleinen, die von einem anhaltenden Kampf um Unabhängigkeit trotz gewaltsamer Realitäten zeugen.

Auch in der Türkei herrschen strukturelle Benachteiligung von Frauen unter dem Deckmantel rechtlicher Schutzgesetze. Geschlechterbasierte Gewalt ist allgegenwärtig, Femizide passieren alarmierend häufig. Die Festnahme von nahezu 200 Frauen, die am 8. März protestierten, verdeutlicht den anhaltenden Kampf gegen systematische Unterdrückung. Nach dem Austritt der Türkei aus der Istanbul-Konvention stagnierte die Frauenrepräsentation im Parlament bei lediglich 17,4 Prozent, während die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern weiterhin viele Frauen in Niedriglohnjobs festhält.

Afghanistan stellt vielleicht den extremsten Fall dar, da die Taliban im Grunde jegliche Frauenrechte einschränken. Unter ihren repressiven Gesetzen sind Bildung und Bewegungsfreiheit Luxusgüter für marginalisierte Gruppen geworden, die Frauen verwehrt bleiben. Das führt zu einem Zustand der „Geschlechterapartheid“. Die Schauspielerin Meryl Streep trifft es mit dem Spruch: „Katzen haben mehr Freiheit als Frauen in Afghanistan“. Trotz dieser Herausforderungen schaffen es afghanische Frauen, geheime, selbstinitiierte Bildungsnetzwerke aufzubauen und immer wieder gegen die Unterdrückung in allen Lebensbereichen zu protestieren.

In Belarus schränkt der staatlich sanktionierte Glaube an traditionelle Geschlechterrollen die beruflichen Möglichkeiten von Frauen ein und verstummt den feministischen Aktivismus. Dennoch klären Frauen wie Darya Afanasyeva selbst im Gefängnis unterdrückte Menschen über ihre Rechte auf. Sie zeigen, dass kein Staat sie zum Schweigen bringen kann.

Trotz dieser düsteren Realitäten in zahlreichen Ländern beweist dieser Widerstand die Kraft von Frauen in diesen und vielen weiteren Regionen. Trotz oder gerade angesichts der Unterdrückung bewahren sie sich ihre Identität – und kämpfen für ein Leben nach ihren eigenen Vorstellungen."
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