In mir schlummert schon länger der Wunsch, mich in irgendeiner Form literarisch zu verwirklichen. Irgendwie war nie der richtige Zeitpunkt noch kam die Muße in mir auf, dies auch mal zu versuchen.
Gestern stieß ich dann auf diese packende Karnevals- Kurzgeschichte hier im Forum und habe heute den Entschuss gefasst, dass ich jetzt auch mal was zu Papier bringe
Sei vorsichtig, was Du Dir wünschst
Kapitel 1
Christine und Peter waren schon seit ca. 1,5 Jahren ein Paar. Sie lernten sich beide in München kennen, wo Christine ihren ersten Job bei einer Werbeagentur ausübte und Peter nach seinem Studium der Film und Fernsehwirtschaften ebenfalls seine erste Anstellung in dieser Stadt aufnahm.
Christine war sehr ehrgeizig und strebsam. Eine Musterschülerin mit 1er Abitur mit Sternchen. Somit war sie immer weiter auf der Suche und behielt den Arbeitsmarkt stets im Auge. Bloß keine Gelegenheiten verpassen, um weiter an der Karriere zu feilen!
Peter hatte es da etwas schwieriger. Das Filmbusiness ist bekanntermaßen ein sehr großes Haifischbecken und der erste Job kam eher einem Praktikum gleich, wo er von Auftrag zu Auftrag als Mädchen für alles geschickt wurde. So richtig zufrieden war er nicht, jedoch war er noch jung und unerfahren. So wartete er geduldig ab, wie sich seine Karriere wohl entwickeln würde.
Irgendwann kam der Tag, and dem sich für beide vieles ändern sollte. Christine erzählte freudestrahlend, dass Sie ein Bewerbungsgespräch bei der Marketingabteilung der Sparkasse erhalten habe.
Freudestrahlend und sichtlich erregt erzählte sie es ihrem Peter. Nur war mit der Chance auch eine kleine Hürde verbunden. Das Jobangebot kam nicht etwa aus München... nein. Es kam aus Berlin.
Peter wusste nicht so recht, wie er das finden sollte. Einerseits unterstützte er natürlich jegliches Vorankommen in der Karriere seiner Freundin, jedoch verkomplizierte der mögliche Ortswechsel von Christine seine eigenen Ambitionen hier vor Ort doch erheblich.
Ungefähr zur selben Zeit hatte Peter nämlich mit seinem Chef an einem großen Projekt gearbeitet. Es ging um nichts geringeres als den Imagefilm Deutschlands für die WM 2006!
Es kam, wie es kommen musste. Die Vergabe des Projektes für die WM wurde durch Klüngeleien und Beziehungen hinter den Kulissen an einen Insider vergeben und Christine auf der anderen Seite traf alle Vorbereitungen, um sich optimal auf das Bewerbungsgespräch vorzubereiten.
So packte Christine einige Tage später ihre 7 Sachen und fuhr nach Berlin, um das Gespräch zu führen. Peter hingegen gerade etwas geknickt, da sich eine große Chance seiner Karriere soeben in Luft aufgelöst hatte.
Als Christine weg war, grübelte er vor sich hin und die Option, einen Ortswechsel weg von München zu wagen war gar nicht mehr so fern noch unbehaglich in seiner Gedankenwelt.
"Warum nicht? Berlin ist, was die Filmbranche angeht doch auch absolut angesagt! Vielleicht finde ich ja dort meinen Platz." dachte er sich.
Noch auf dem Weg zur U- Bahn, gerade raus aus dem Termin rief Christine ihren Schatz an und verkündete voller Freude, dass sie den Job jederzeit annehmen könne.
Zurück in München feierten die beiden dieses Ereignis und nur wenige Tage später begannen die Vorbereitungen für den Ortswechsel.
Peter, einerseits erleichtert jedoch noch ohne konkrete Perspektive freute sich für Christine.
Christine hingegen war zwar absolut fokussiert, jedoch auch sehr froh und erleichtert, dass Peter mit nach Berlin kam.
Sie hatte schon schlimmste Befürchtungen, dass es zumindest anfangs in einer Fernbeziehung münden könnte und war froh, dass ihr Partner mitmachte und sie unterstützte. Wohl wissend, dass so ein Umzug ohne jobtechnische Perspektive nicht ohne war.
So nahm die Geschichte ihren Lauf. Aufgrund der hervorragenden Garantien, die der neue Beruf mit sich brachte, bekam Christine auf Anhieb den Zuschlag für eine schnuckelige Wohnung fast direkt am schlesischen Tor in Kreuzberg.
Bisher wohnten die beiden in München noch in getrennten Wohnungen. Somit kam nun die nächste aufregende und einschneidende Erfahrung auf die beiden zu.
Peter musste bei Christine einziehen... zumindest vorübergehend, da er als faktisch jobsuchender weder die Mittel noch die Sicherheiten aufbringen konnte, um sich selbst eine Unterkunft zu organisieren.
Von nun an hatte Christine quasi die Hosen in der Beziehung an. Es störte Peter jedoch nicht im Geringsten. Auch Christine war einfach froh, dass er diesen Schritt mit ihr gegangen ist und fühlte sich eher noch verbundener zu ihm.
Als die beiden die ersten Tage in Kreuzberg verbringend das bunte Treiben und die Lockerheit dieser faszinierenden Stadt entdeckten, sogen sie das neue vielfältige Ambiente förmlich in sich auf.
Eines Abends, als die beiden zusammen im Bett lagen und Christines aktuelle Lieblingsband Placebo hörten, stubbste Christine Peter an und säuselte ihm ins Ohr: "Weisste was? Immer wenn ich den Sänger Brian Molko höre und daran denke, wie sexy der sich immer schminkt werde ich ganz feucht."
Peter war ein recht offener Geist, war jedoch ob der doch eher konservativeren Erziehung und dem eigentlich eher klassischen Gebahren seiner Freundin erstaunt, solche Worte aus ihrem Munde zu hören.
Und ein klitzeklein wenig entzückte es auch seinen Penis, der sich für einen Moment mit warmem Lebenselixir füllte.
"Na ja? Wir sind hier doch im hippsten Stadtteil von Berlin? Da fällt es doch kaum auf, wenn ich mir n bisschen die Augen schminke. Wenn Dich das so antörnt, dann lass uns doch morgen in nen Laden und Du suchst mir was passendes raus?"
Sofort drehte sich Christine zu Peter um "Echt jetzt? Das würdest Du für mich machen?" grinste sie und verwöhnte sogleich sein bestes Stück nach allen Regeln der Kunst. Es folgte ein sehr emotional geladenes Liebesspiel, wie es beide so in der Form vielleicht noch nie gemeinsam erlebt haben.