“Ich bin Muslima – und das wünsche ich mir während des Ramadan... | Glamour
“Ich bin Muslima – und das wünsche ich mir während des Ramadan... | Glamour - # 3

Michi
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Re: “Ich bin Muslima – und das wünsche ich mir während des Ramadan... | Glamour

Post 31 im Thema

Beitrag von Michi »

Jaddy hat geschrieben: Fr 7. Mär 2025, 01:09 "Es gibt 10 Gruppen von Menschen. Die, die binär verstehen und die anderen"...
Für solche "Jokes" bin ich der falsche Adressat. Ich spreche u.a. fließend binär. :wink:

Jaddy hat geschrieben: Fr 7. Mär 2025, 01:09 Wenn du zu der ersten Gruppe auch religiöse Menschen zählst, bin ich bei der Wahlfreiheit nicht so sicher. So wie die ganze Sache mit dem freien Willen nicht so sicher ist. Unser Wollen ist immer bedingt. Durch unsere Vergangenheit, durch unsere Lebensumstände und durch unsere Hirnchemie.
Selbstverständlich zähle ich religiöse Menschen zur ersten Gruppe, wenngleich ich ihnen durchaus mildernde Umstände zugestehe, weil sie in der Regel bereits von frühester Kindheit an indoktriniert werden.

Natürlich bestreiten sie diese Indoktrination durch die Familie und Religionsgemeinschaft, während sie umgekehrt nicht müde werden, Menschen wie dir und mir zu unterstellen, dass unsere Selbstwahrnehmung gar nicht real und nur das Ergebnis woker Indoktrination sei.

Das Problem religiöser Menschen ist, dass sie permanent umgeben von zahlreichen gleichartig religiösen Menschen in einer religiösen Echokammer heranwachsen, und im Gegensatz zu uns nicht die permanente Dissonanz zwischen Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung erleben und erleiden müssen, und sich dementsprechend nie oder kaum ernsthaft selbst hinterfragen und erkennen mussten.

Daher wage ich zu behaupten, dass sich religiöse Menschen viel schwerer in unsere Situation hineinversetzen können, als wir in ihre.

Jaddy hat geschrieben: Fr 7. Mär 2025, 01:09 Wie viele der Teilnehmenden hier (trans mal ausgenommen, die sind ja quasi "offiziell entschuldigt") könnte zum Beispiel Crossdressing einfach willentlich bleiben lassen, ohne Bedauern, ohne Verlust von Lebensqualität? Wie viel Aufwand und Nerven stecken viele da rein, riskieren Beziehungen und Familie, hadern mit sich und der Welt? Könnten sie nicht einfach etwas anderes wollen? Können religiöse Menschen das Bedürfnis einfach "wegwollen"? Oder sich einfach für eine etwas praktischere Religion entscheiden, ohne Fasten und Gebote?
Der Unterschied, den ich bereits angedeutet habe, ist ein intrinsisches Bedürfnis auf "unserer" Seite vs. permanente Gehirnwäsche schon ab frühester Kindheit in der Religion.

Jaddy hat geschrieben: Fr 7. Mär 2025, 01:09 Ich denke, dass Menschen an ihrem Bedürfnis (oder Nichtbedürfnis) nach einem für sie stimmigen metaphysischen Sinngebungskonzept, wie zum Beispiel einer Religion, ebenso wenig ändern können, wie an ihrer sexuellen Orientierung, ihrem Geschlechtsempfinden, ihrer Fehlsichtigkeit oder ihren Vorlieben für irgendwelche Gemüse. Welche genau es werden ist nicht vorhersehrbar. Eher eine Art Schmetterllingseffekt, welchen Angeboten von aussen wir in bestimmten Momenten begegnen.
Also der "Hang" zu einer Religion ist schon sehr vorhersehbar, denn der wird den meisten von klein auf eingetrichtert. Bei einer Fehlsichtigkeit wüsste ich jedoch nicht, wie das gehen sollte!

Jaddy hat geschrieben: Fr 7. Mär 2025, 01:09 Auf der anderen Seite werden meiner (subjektiven) Beobachtung nach Ansprüche umso mehr zurückgewiesen, je mehr wir sie persönlich als "willkürlich" einschätzen. Typischer Bestätigungsfehler. Also wie bei "X is a lifestyle choice". Als ob wir eine Wahl hätten, so zu sein, wie wir sind; queer, trans, schwul oder religiös.
Wenn das so wäre, könnten Menschen nicht von sich aus religiös werden, die Religion wechseln oder ganz ablegen, und sich dabei rundherum gut fühlen. Dagegen kann man Eigenschaften wie trans oder schwul zwar unterdrücken, und gegen seine Natur leben, wird sich dabei aber nie rundherum gut fühlen, wird immer still leiden. Nicht umsonst ist es um die psychische Gesundheit von Menschen schlechter bestellt, die auf Grund unveränderbarer individueller Eigenschaften nicht der normativen Mehrheit entsprechen.

Jaddy hat geschrieben: Fr 7. Mär 2025, 01:09
MichiWell hat geschrieben: Do 6. Mär 2025, 23:40
Jaddy hat geschrieben: Do 6. Mär 2025, 16:28 Ich bin übrigens komplett atheistisch und halte Religionen für Märchenkram. Es steht mir aber genau wie allen anderen nicht zu, Menschen ihr seelisches Wohlbefinden wegnehmen oder madig machen zu wollen, solange sie mich nicht zwingen wollen, mitzumachen.
Ich stimme dir zu. Doch zu mehr als Akzeptanz, nämlich zu darüber hinaus gehender Rücksichtnahme wie sie in dem Artikel erwartet wird, bin ich so generell nicht bereit. Das geht mir zu weit. Dafür habe ich über die Jahre zu viel Negativ-Erlebnisse mit Menschen gehabt, die mich mit ihrer Religion ungefragt grob belästigt haben, und tief in meine Privatsphäre eingedrungen sind, ohne auch nur ansatzweise zu fragen, ob ich das möchte.

Das schließt nicht aus, dass ich es mit einzelnen Menschen anderes handhabe, bei denen ich individuell durchaus entgegenkommender bin.
Mir geht es auch im ganz direkte Begegnung. Also Mensch zu Mensch. In dem Artikel auch, wenn ich das richtig gelesen habe. Die betreffenden Menschen nicht damit aufziehen, keine "haha witzigen" Bemerkungen machen, keine betont anti-Aktionen, wie das eigene Mittagessen extra in der Nähe verspeisen, usw. Also einfach ein netter Mitmensch sein. Golden Rule und all sowas. Mehr war da gar nicht drin. Und natürlich nicht durch penetrante Fragen oder ähnliches in deren Privatsphäre eindringen (ohne auch nur ansatzweise zu fragen, ob die Person das möchte).
Es liegt mir fern, andere auf derartige Weise zu provozieren, und das, obwohl gerade religiöse Menschen ständig andere ungefragt mit ihren religiösen Glaubenssätzen belästigen und bedrängen, und damit übergriffig gegen meinen Willen in meine Privatsphäre eindringen.

Jaddy hat geschrieben: Fr 7. Mär 2025, 01:09 Ich bin mit den karmischen Gesetzen nicht so vertraut, aber heute irgendwelche Menschen wegen ihrer Religion für die Taten anderer Menschen an dir vor Jahren zu bestrafen, scheint mir in keinem guten logischen oder ethischen Zusammenha2ng zu stehen. So sehr ich solche Verletzungen auch nachvollziehen kann. Ich hab auch diverse prägende, negative Begegnungen gehabt. Rein psychologisch betrachtet verlängerst du aber nicht nur dein Leid, sondern vermehrst es auch noch in anderen, an denen du dich anstelle der Verantwortlichen "rächst".
Erstens mal glaube ich nicht an Karma. Und zweitens bestrafe ich Menschen nicht für die Taten anderer oder "räche" mich gar an ihnen, was ja ein aktives Handeln erfordern würde. Nein, ich übe lediglich Zurückhaltung auf Grund meiner bisherigen Erfahrungen, solange ich einzelne Personen nur auf Grund der Labels einordnen kann, die sie sich selbst anheften, und ich sie nicht näher kenne, um sie auf Grund ihrer Worte und Taten konkreter beurteilen zu können. Wer sich vordergründig über das Label seiner Religion definiert, wünscht diese Einordnung.

Ich erzähle anderen übrigens nicht ständig ungefragt und ohne notwendigen Kontext/Bedarf, dass ich trans* bin.

Wie schon gesagt, akzeptiere ich andere Menschen wie sie sind, solange sie nicht die Freiheit anderer verletzen, aber ich nehme bei fremden Menschen keine besondere, darüber hinausgehende Rücksicht. Ich werde jedoch niemals akzeptieren, geschweige denn Rücksicht darauf nehmen, wenn Menschen mir .. warum auch immer .. meine Existenz absprechen, mich auf Grund ihrer Religion ablehnen, sagen dass ihr Gott nicht gewollt hat, dass ich so bin, oder ähnliches mehr.

Jaddy hat geschrieben: Fr 7. Mär 2025, 01:09 Das wirft die Frage auf, ob du dir diese heutige Reaktion ausgesucht hast und ob du sie auch wieder "wegwollen" kannst.
Warum sollte ich meine Einsichten "wegwollen" wollen? Warum sollte ich Menschen die Freiheit geben wollen, ungefragt und unerlaubt in meine Freiheit eindringen zu dürfen und sie mir beschneiden zu wollen? Welchen vernünftigen Grund sollte es dafür geben?

Du kennst mich nicht gut genug, um mir unterstellen zu können, dass ich mein Leiden verlängern würde, und noch mehr, ich anderen Leid zufügen und Rache nehmen wollen würde. So gesehen sind diese deine Worte auch übergriffig, auch wenn du dies mit dem Verweis auf die Psychologie bemäntelst. Du darfst mir gerne zugestehen, dass ich einfach nur weiß, wie weit meine Freiheit geht, und dementsprechend meine Grenzen ziehe, wie weit ich andere ohne weiteres gehen lasse.


Mit besten und freundlichen Grüßen
Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
Anne-Mette
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Re: “Ich bin Muslima – und das wünsche ich mir während des Ramadan... | Glamour

Post 32 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

oha, das strotzt vor "Allgemeinplätzen"...

Ich greife mal einen Passus heruas, obwohl es sicherlich zwecklos ist, zu diskutieren.
MichiWell hat geschrieben: Sa 8. Mär 2025, 00:52 Natürlich bestreiten sie diese Indoktrination durch die Familie und Religionsgemeinschaft, während sie umgekehrt nicht müde werden, Menschen wie dir und mir zu unterstellen, dass unsere Selbstwahrnehmung gar nicht real und nur das Ergebnis woker Indoktrination sei.
Sicherlich gibt es auch "solche Verhältnisse" aber "sie" ist doch vollkommen allgemein und beliebig - genau wie "Menschen wie dir und mir".
Unter religiösen Menschen findest du auch ebensolche wie "dir und mir".
Jedenfalls tauchen sie z.B. in Netzwerken auf und unterstützen eben genau die Anliegen von queeren Menschen und sind eben z.B. "queer" und religiös.
Die meisten Menschen, die ich dort erlebe, sind aus "freiem Willen" AnhängerInnen ihrer Religion und sind nicht indoktriniert. Eher das Gegenteil scheint mir mindestens bei einigen der Fall zu sein, haben sie Eltern (d/m/w) aus den "wilden" 1960er/1970er Jahren.

Ich staune immer wieder darüber, dass "Nichtgläubige" so viel über Glauben und Religion "wissen".
Das kommt mir ähnlich vor wie die (Fern)- "Diagnosen" von Frauen, die meinen, sie können andere Frauen ausschließen, weil sie nicht in ihr Denken passen.

Gruß
Anne-Mette
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Re: “Ich bin Muslima – und das wünsche ich mir während des Ramadan... | Glamour

Post 33 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

MichiWell hat geschrieben: Sa 8. Mär 2025, 00:52 Daher wage ich zu behaupten, dass sich religiöse Menschen viel schwerer in unsere Situation hineinversetzen können, als wir in ihre.
Eine sehr gewagte Behauptung.

Was genau meinst Du mit "unsere Situation"? Die der Atheisten, der Crossdresser, der [x]?

Und Du willst behaupten, Du könntest dich leichter in die "Situation" einer gläubigen Person hineinversetzen?

Ich wage jetzt einfach mal zu behaupten, dass das nicht stimmt. Könntest Du das, würdest Du nicht so abfällig über Glaube und gläubige Menschen schreiben. So wie viele andere hier (die wohl zu dem "wir" zählen), die so (fast schon) hasserfüllt und krass abwertend über Religion schreiben.
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Re: “Ich bin Muslima – und das wünsche ich mir während des Ramadan... | Glamour

Post 34 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Ich stimme Michi ja insoweit zu, dass Religionen sehr sehr häufig als Rechtfertigung, Entschuldigung und Anlass für Gewalt aller Art benutzt wurde und wird. Beginnend innerhalb von Familien, im direkten sozialen Umfeld, bis zu nationalen und internationalen Strukturen. Häufig von Institutionen, seien es religiöse oder andere, die die Religion als Vehikel für sehr säkulare Zwecke nutzen. Aber auch im zwischenmenschlichen Bereich, als soziales Druckmittel.

Ich bin auch der Ansicht, dass Glaubensideologien erstens nicht der Kritik entzogen werden dürfen, gerade wenn sie auf andere einwirken wollen, und zweitens keine hinreichende Begründung für Verhaltensweisen gegenüber anderen sind. Ausserdem gilt aus meiner Sicht auch das Generalgebot: Behalte deine Religion bei dir selbst. Drück sie anderen nicht auf, beschränke ihre Freiheiten nicht wegen deines Glaubens. Deine Religion gibt dir keine Rechte anderen gegenüber, die über die allgemeinen Regeln des zivilisierten Zusammenlebens hinausgehen.

D.h. predigen, nötigen und belästigen sind genauso tabu, wie anderen den Respekt etc zu verweigern, weil sie nicht den gleichen Glauben haben oder einen anderen oder keinen. Gilt allerdings auch andersrum für areligiöse und agnostische Menschen. Da gibt es auch echt penetrante, aggressive und sozial negative Leute.

Gleichzeitig bin ich inzwischen ziemlich sicher, dass eine Art empfundene religiöse Identität ähnlich "angeboren", tief verwurzelt und nicht willentlich änderbar ist, wie die geschlechtliche oder sexuelle Identität. Diese Basisprägung kann zeitweilig vielleicht überdeckt, durch starke Einflüsse fehlgerichtet werden, aber das Bedürfnis nach einer bestimmten Form von Sinngebung (im Übernatürlichen) und Selbststimmigkeit ist meines Erachtens eine Art individuelle Konstante. Welche Ausführung es dann genau wird, ist aber nicht von vornherein klar. Es kann ebenso Buddhismus wie Islam werden oder bei "uns" ebenso binär trans oder eine nichtbinäre Identität. Genauso wie eine Homo- oder Pansexualität irgendwann "ausbrechen" kann, nachdem die Basisprägung die antrainierten Muster überwindet.

Insofern sind die Probleme und Reibungspunkte von religiösen Menschen (mal abgesehen von "Schein-Christ*innen(1)) und queeren Menschen aller Schattierungen sehr ähnlich. Das Bedürfnis authentisch zu sein, sich die gleichen Rechte und Freiheiten zu nehmen, die die Mehrheit geniesst, usw. Es bekommen auch alle die gleiche Art von Anfeindungen, die durch die gleiche Art von Ängsten auf der anderen Seite produziert werden: Dass X (Religion, Queerness) plötzlich zur neuen Norm wird, dass der Mehrheit wegen X Dinge verboten werden sollen, usw.

Ich entdecke auch die gleichen Mythen(2). "Social Contagion" zum Beispiel. Die Erzählung, dass Religion - oder Queerness - durch Indoktrination der Umgebung ausgelöst wird. Oder dass sie durch "Gehirnwäsche" manipulativer Bösewichte erzeugt wird, denn eigentlich seien es ja arme Opfer - ihrer religiösen oder queeren Vorbeter*innen - und im Grund seien wir ja alle areligiös bzw cis-hetero-binär...

Es bleibt die Aufgabe für uns persönlich und gesellschaftlich, ein friedliches Miteinander zu gestalten. Denn abschaffen, verbieten oder "deprogrammieren" wird nicht funktionieren. Da ist die Natur des menschlichen Hirns vor.

Aber wir können uns arrangieren, da bin ich sicher. Auch wenn ich Religionen an sich aufgrund ihrer Unbeweisbarkeit für Märchen halte. Es dürfen auch gerne Menschen meine nichtbinäre Geschlechtlichkeit für Unfug halten. Wir können herzlich gerne auf der Metabene respektvoll darüber diskutieren, in wie weit unsere Vorstellungen begründbar sind. Gleichzeitig gilt im Zusammenleben, die jeweiligen Eigenheiten zu respektieren, solange sie nicht übergriffig sind. Gleichberechtigter Interessenausgleich.

Heisst: Ich lasse anderen ihre Feiern, ihre Gewandung, ihre Rituale und Nahrungsregeln, und achte darauf, ihnen nicht auf die Füsse zu treten, und sie beachten meine Pronomen (keine oder en) und drücken mir keine geschlechtlichen Rollen auf. Wir beschimpfen uns nicht, wir versuchen nicht zu bekehren oder anzuwerben und wir haben auch das Recht, bestimmte persönliche Dinge nicht diskutieren zu müssen.


(1) "Schein-Christ*innen" meint solche, die zwar irgendwie christlich geprägt wurden und sich wohl auch dafür halten, aber eher wenig praktizieren oder ihren Glauben im Alltag wirken lassen. Also so "zu Weihnachten in die Kirche". Gibt's natürlich auch für andere Religionen, in die Menschen hineingeboren wurden und die mehr Gewohnheit sind als echter Glaube.

(2) Zusatzinfo: Ich war seit spätestens 2010 in den Räumen des "neuen Atheismus" unterwegs. Zuerst dem englisch-sprachigen, angeführt von den Four Horsemen, The Four Horsemen: Dawkins, Hitchens, Harris, Dennett. Ausserdem im Umfeld der deutschen Giordano Bruno Stiftung, allen voran Michael Schmidt-Salomon, usw. Deswegen kenne ich viele Religionen manchmal besser als etliche ihrer Anhänger*innen. Aber ich kenne auch die extremistischen Leute im organisierten Atheismus und manchen Gruppen, die sich selbst humanistisch oder rationalistisch nennen. Die können genauso radikal und ausgrenzend werden, ohne ihre eigene Verblendung zu erkennen. Von der Four Horsemen sind zum Beispiel die beiden noch lebenden inzwischen scharf rechts abgebogen. Harris ist zum Ultralibertären geworden (also die Musk/Thiel-Richtung) und Dawkins kann sich nicht damit abfinden, dass viel menschliches Sein nicht rein biologisch (mess- und objektivierbar) ist. So viel zu Toleranz und Humanismus, bzw der Möglichkeit sich pseudo-rational ideologisch zu verrennen.
conny
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Re: “Ich bin Muslima – und das wünsche ich mir während des Ramadan... | Glamour

Post 35 im Thema

Beitrag von conny »

Anne-Mette hat geschrieben: Sa 8. Mär 2025, 08:56 Die meisten Menschen, die ich dort erlebe, sind aus "freiem Willen" AnhängerInnen ihrer Religion und sind nicht indoktriniert.
Und die gibt es sogar im Osten Deutschlands, ich kenne einige, obwohl es dort eine Indoktrination ganz anderer Art gab.
Anne-Mette hat geschrieben: Sa 8. Mär 2025, 08:56 Ich staune immer wieder darüber, dass "Nichtgläubige" so viel über Glauben und Religion "wissen".
Ich auch!Danke für deinen Beitrag!
Hier mal etwas von einem "Nichtgläubigen"
https://www.kirche-und-leben.de/gysi-bi ... -die-bibel
missy
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Re: “Ich bin Muslima – und das wünsche ich mir während des Ramadan... | Glamour

Post 36 im Thema

Beitrag von missy »

Ja,
im Angesicht schwerer Krisen oder gar des Todes kommen einer andere Gedanken ...
Und da freut sie sich über jede Unterstützung.
Isso.
missy
Toleranz ist lernbar, zu viel Toleranz ist heilbar.
Annette
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Re: “Ich bin Muslima – und das wünsche ich mir während des Ramadan... | Glamour

Post 37 im Thema

Beitrag von Annette »

Anne-Mette hat geschrieben: Sa 8. Mär 2025, 08:56 Ich staune immer wieder darüber, dass "Nichtgläubige" so viel über Glauben und Religion "wissen".
Moin Moin

Es gibt in der Tat sehr viele Nichtgläubige, die viel über Glauben und Religion wissen. Weil sie sich informiert und sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Im Gegensatz zu vielen anderen, die nichts hinterfragen und schön brav ihre "Pillen schlucken".

Annette
Elvira
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Re: “Ich bin Muslima – und das wünsche ich mir während des Ramadan... | Glamour

Post 38 im Thema

Beitrag von Elvira »

Das Nicht-Kennen der eigenen Religion ist ja in Deutschland ganz bewußt herbeigeführt worden. Falls es noch niemand weiß, die deutsche Bischofskonferenz hat schon 1972 festgelegt, daß im Religionsunterricht in der Schule keine Vermittlung des katholischen Glaubens mehr stattfinden darf. Dies sei Aufgabe der Familie. Stattdessen seien gesellschaftliche Phänomene zu behandeln.
Dann hat es natürlich keine Generation gedauert, bis die so aufgewachsenen Kinder keine Ahnung mehr von ihrem Glauben hatten.
Denn in der Familie fand auch keine Unterweisung im katholischen Glauben mehr statt.

Fragt man heute, 2025, Katholiken nach den einfachsten grundlegenden Prinzipien des Glaubens, dann erhält man eben auch dementsprechende Platitüden. In der evangelischen Kirche sieht es ganz ähnlich aus. Da macht sich eben jeder seinen eigenen Glauben.
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Re: “Ich bin Muslima – und das wünsche ich mir während des Ramadan... | Glamour

Post 39 im Thema

Beitrag von conny »

Annette hat geschrieben: So 9. Mär 2025, 09:16
Anne-Mette hat geschrieben: Sa 8. Mär 2025, 08:56 Ich staune immer wieder darüber, dass "Nichtgläubige" so viel über Glauben und Religion "wissen".
Es gibt in der Tat sehr viele Nichtgläubige, die viel über Glauben und Religion wissen. Weil sie sich informiert und sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben.
Ich habe mich über das Thema Transsexualität informiert und mit dem Thema, auch in persönlichen Gesprächen, auseinander gesetzt. Trotzdem maße ich mir nicht an, zu wissen, was in den Köpfen der Transsexuellen wirklich vorgeht.
Theoretisches Wissen reicht dazu nicht.
Ich kann den o.g. Satz von Anne-Mette nur unterstreichen.
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Re: “Ich bin Muslima – und das wünsche ich mir während des Ramadan... | Glamour

Post 40 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Elvira hat geschrieben: So 9. Mär 2025, 09:54 Das Nicht-Kennen der eigenen Religion ist ja in Deutschland ganz bewußt herbeigeführt worden. Falls es noch niemand weiß, die deutsche Bischofskonferenz hat schon 1972 festgelegt, daß im Religionsunterricht in der Schule keine Vermittlung des katholischen Glaubens mehr stattfinden darf. Dies sei Aufgabe der Familie. Stattdessen seien gesellschaftliche Phänomene zu behandeln.
Dann hat es natürlich keine Generation gedauert, bis die so aufgewachsenen Kinder keine Ahnung mehr von ihrem Glauben hatten.
Denn in der Familie fand auch keine Unterweisung im katholischen Glauben mehr statt.

Fragt man heute, 2025, Katholiken nach den einfachsten grundlegenden Prinzipien des Glaubens, dann erhält man eben auch dementsprechende Platitüden. In der evangelischen Kirche sieht es ganz ähnlich aus. Da macht sich eben jeder seinen eigenen Glauben.
Ja, denn wir haben uns für die strikte Trennung von Staat und Religion entschieden (könnte teils durchaus noch strikter sein, siehe C-Parteien). Ich persönlich finde das auch vollkommen richtig so. Glaube ist Privatsache, das geht den Staat nichts an.

Da der Religionsunterricht lange auch verpflichtend war, das Fach Ethik als pan-religiöse Alternative ist noch nicht so alt, musste diese Entscheidung so getroffen werden. Nochmal: absolut richtig so. Wer zum Glauben finden möchte, dem steht es frei, sich einer Gemeinschaft der Wahl anzuschließen. Die staatlichen Kirchen bieten ein relativ solides Basisprogramm, dass frei und immer verfügbar ist - Freikirchen muss man schon eher suchen. Aber auch hier ist das Angebot und vor allem die Vielfalt im Angebot beachtlich.

Natürlich, wenn man im Dorf aufwächst, lebt und bleibt... da ist die Wahl nicht groß.
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Re: “Ich bin Muslima – und das wünsche ich mir während des Ramadan... | Glamour

Post 41 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Annette hat geschrieben: So 9. Mär 2025, 09:16
Anne-Mette hat geschrieben: Sa 8. Mär 2025, 08:56 Ich staune immer wieder darüber, dass "Nichtgläubige" so viel über Glauben und Religion "wissen".
Moin Moin

Es gibt in der Tat sehr viele Nichtgläubige, die viel über Glauben und Religion wissen. Weil sie sich informiert und sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Im Gegensatz zu vielen anderen, die nichts hinterfragen und schön brav ihre "Pillen schlucken".

Annette
Und wieder... Warum reicht denn nicht
Annette hat geschrieben: So 9. Mär 2025, 09:16 Es gibt in der Tat sehr viele Nichtgläubige, die viel über Glauben und Religion wissen. Weil sie sich informiert und sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben.
:?:

Wozu
Annette hat geschrieben: So 9. Mär 2025, 09:16 Im Gegensatz zu vielen anderen, die nichts hinterfragen und schön brav ihre "Pillen schlucken".
noch hinter schieben und damit wieder gläubige Menschen beleidigen und herabwürdigen :?:

Du bist mindestens genauso fanatisch, aggressiv, bevormundend und dogmatisch wie die, denen Du das vorwirfst.
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Re: “Ich bin Muslima – und das wünsche ich mir während des Ramadan... | Glamour

Post 42 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Elvira hat geschrieben: So 9. Mär 2025, 09:54 Das Nicht-Kennen der eigenen Religion ist ja in Deutschland ganz bewußt herbeigeführt worden. Falls es noch niemand weiß, die deutsche Bischofskonferenz hat schon 1972 festgelegt, daß im Religionsunterricht in der Schule keine Vermittlung des katholischen Glaubens mehr stattfinden darf. Dies sei Aufgabe der Familie. Stattdessen seien gesellschaftliche Phänomene zu behandeln.
Die beiden Dinge würde ich gerne trennen. Glaubensinhalte zu vermitteln ist meines Erachtens tatsächlich Aufgabe der jeweiigen Glaubensgemeinschaften. Nicht einmal so der Eltern, sonst führt das eben genau dazu, dass sich das ganze verwässert. Der "Volksglaube" entspricht ja häufig nicht den tatsächlichen Lehren, sondern ist mit Traditionen vermischt und dem was eins eben so aufgeschnappt und noch behalten hat von den Unterweisungen der Jugend. Die waren allerdings sogar durch die örtlichen Religionsvertreter*innen nicht immer gut und richtig. Diese Standortvertreter*innen sind häufig Einzelpersonen, die nicht unbedingt gute pädagogische Fähigkeiten haben müssen. Mal abgesehen von eigenen Präferenzen, was die Ausprägung des Glaubens angeht. Es gibt ja progressive und reaktionäre, und sehr persönliche Ansichten zu den Basisschriften.

In der Schule sollte Religionsunterricht mE spätestens im jetzigen Jahrtausend religionsübergreifend bzw -unabhängig sein. Schliesslich sind ca. 46% der Menschen in D konfessionsfrei (fowid). Von den 51% selbsterklärten Christ*innen sind jedoch ca 93% "religiös passiv". Analog zum wording des fowid-Berichts könnten sie als "Kultur-" oder Trandtions-Christ*innen bezeichnet werden. Ich denke, dass dies im wesentlichen den persönlichen Bedarf wiedergibt. Eins ist eben "in der Kirche", weil sich das so ergab.

Ich wünsche mir auch im Sinne der Integration und des sozialen Friedens, dass in der Schule die wesentlichen Reilgionen und Weltanschauungen erklärt werden, inklusive der säkularen, mit ihren Werten und Vorstellungen, ihrer Geschichte, Herleitung und Zusammenhängen. Auch ihren Strömungen, Flügeln und Untergruppen. Dann können auch Religionslehrkräfte als Ergänzung vorbeikommen, um zum Beispiel nach einer Unterrichtseinheit über eine Religion oder über ein Weltanschuungsthema (Arbeitsmoral, Nahrungsregeln, Gottesvorstellungen, Stellung von Frauen oder Kindern, Sexualmoral, etc) Fragen zu beantworten.

Das könnte mMn am besten Indoktrination, Verdrehungen und Radikalisierung entgegenwirken. Gleichzeitig könnte ein Bewusstsein geschaffen werden, dass es um Glauben geht; um "gefühlte", nicht um faktische Wahrheit, und dass wir deshalb Metaregeln des Zusammenlebens schaffen und begreifen müssen.
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Re: “Ich bin Muslima – und das wünsche ich mir während des Ramadan... | Glamour

Post 43 im Thema

Beitrag von conny »

Was Du forderst gibt es doch bereits:
https://www.bildung.bremen.de/sixcms/me ... 3-2023.pdf
in anderen Bundesländern läuft das i.d.R. unter Ethikunterricht
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Re: “Ich bin Muslima – und das wünsche ich mir während des Ramadan... | Glamour

Post 44 im Thema

Beitrag von Elvira »

Liebes Knäckebrötchen,
Du schriebst:
Knäckebrötchen hat geschrieben: So 9. Mär 2025, 10:38 Ja, denn wir haben uns für die strikte Trennung von Staat und Religion entschieden
In Deutschland? Nein. Diese Diskussion (Einführung der Trennung von Kirche und Staat) wurde ja immer schon abgewürgt, bevor sie ernsthaft beginnen konnte.
In Deutschland werden die Religionslehrer vom Staat (also von den Steuerzahlern!) bezahlt und auch ausgebildet.
So ähnlich ist es mit den Priestern und den Pfarrern. Die katholischen und evangelischen Hochschulen werden auch von allen Steuerzahlern bezahlt. Die Gehälter von beiden Berufen werden durch die Kirchensteuer finanziert (wenigstens da hat man einen bescheidenen Einfluß). Nicht so die Bischöfe! Beide Konfessionen lassen sich die Bischöfe auch vom allgemeinen Steueraufkommen finanzieren (inkl. Dienstwagen und Chaffeur). Ganz ähnlich sieht es mit den muslimischen Religionslehrern aus. Da es für Muslime keine Kirchensteuer gibt, zahlt also auch hier der deutsche Zahlmichel.

Sinnvoll ist das nur dann, wenn der Staat so eine Kontrollmöglichkeit besitzt, die Inhalte zu kontrollieren (wenn er sie denn auch wahrnimmt).
Strikte Trennung von Staat und Kirche haben wir z.B. in Frankreich. Da lebt der Priester (mehr schlecht als recht!) ausschließlich von den freiwilligen Spenden der Katholiken. Die Kinder gehen zum Katechismus-Unterricht zum Priester.
Was finde ich am deutschen System schlecht? Es wird nicht mehr über die Glaubensinhalte gesprochen, geschweige denn gelehrt. Bis auf eine Ausnahme: die fünf Säulen des Islams muß jeder Grundschüler, Hauptschüler (Mittelschüler), Realschüler und Gymnasiast auswendig herbeten können.
Aber den ganzen Rest? Sucht man vergebens. Nicht einmal die Unterschiede zwischen den katholischen und evangelischen Kirchen lernen unsere Kinder und deren Eltern haben es auch nie gelernt.
Jaddy
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Beitrag von Jaddy »

conny hat geschrieben: So 9. Mär 2025, 14:57 Was Du forderst gibt es doch bereits:
https://www.bildung.bremen.de/sixcms/me ... 3-2023.pdf
in anderen Bundesländern läuft das i.d.R. unter Ethikunterricht
Jaaa, auf Bremen bin ich aus vielen Gründen ein bisschen stolz :)
Das Fach „Religion“ in der Schule dient dem Kennenlernen der Religionen als wichtigem Teil der Allgemeinbildung sowie in ihrem Auftrag an Menschlichkeit und Ethik. Darüber hinaus soll die interreligiöse Verständigung praktiziert werden.
Es geht in der Schule nicht darum, die Kinder zu einem bestimmten Glauben zu erziehen.
Darin unterscheidet sich das Bremer Fach „Religion“ von dem Religionsunterricht in anderen Bundesländern. Ziel des Unterrichts ist es, das eigenständige Denken zu fördern, damit Kinder und Jugendliche sich auch in religiösen Fragen ein eigenes begründetes Urteil bilden können – unabhängig davon, ob sie selber religiös geprägt sind.
Auch die Schulen sind sehr integrativ. Jedenfalls was im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten umsetzbar ist. Als sie noch überall verteufelt wurden, haben mein Bruder und ich sehr vom Gesamtschulkonzept profitiert.
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