sbsr hat geschrieben: Do 9. Jan 2025, 13:31
Es geht um die ständige mediale (Über-)Präsenz, durch die der Eindruck entsteht, sich für's "normal" sein mittlerweile rechtfertigen zu müssen. Gefühlt sehen die genervten in TV, Internet und Printmedien bald mehr homosexuelle und/oder trans* als "normale" Menschen, überall geht es nur noch um Regenbogen, Geschlecht wechseln und Gendern.
Das sehe ich zwar selber nicht so, aber bis zu dem Punkt kann ich den Eindruck anderer nachvollziehen. Für Toleranz zu werben, den einen zu signalisieren "du bist nicht allein" und den anderen "wir sind keine Bedrohung, sondern wollen genau wie ihr auch einfach nur so leben wie wir es für richtig halten", das ist eine Sache; wenn ich aber ein Thema allen, denen es im besten Sinne im Grunde einfach nur herzlich egal ist, ständig ungefragt unter die Nase reibe, ist es nicht verwunderlich, wenn nicht wenige irgendwann genervt sind. Wie gut das funktioniert, kann man sehr gut auch in osteuropäischen Ländern beobachten, wo das Thema in den Medien immer und immer wieder in Verbindung mit dem Westen wiedergekäut wird - zur abschreckenden Mahnung, wohlgemerkt. Leute, die keine Ahnung haben, wie es hier ist und auch sonst nicht so viel mitbekommen, können den Eindruck gewinnen, das Leben ist hier eine einzige Schwulenparade und alle müssen mitmachen.
Thea hat geschrieben: Do 9. Jan 2025, 14:16
von gehissten Regenbogenflaggen an Rathäusern und Behörden bevormundet fühlen und dies als ungerechtfertigten Sonderstatus wahrnehmen.
Das sehe ich auch problematisch. Nicht weil ich persönlich etwas dagegen habe. Eigentlich gäbe es viele gute Anlässe, für alles mögliche Flagge zu zeigen - meinetwegen aus aktuellen Anlässen auch gerne die Regenbogenflagge. Macht man aber kaum, weil: öffentliches Gebäude, da gehören nur die Flaggen der betreffenden Gebietskörperschaften hin und sonstiges nur ganz ausnahmsweise. Für die Regenbogenflagge gilt das aber anscheinend nicht.
Und damit jetzt kein falscher Eindruck entsteht: So ein Gerede wie das des Kunden im Sonderverkauf ist ganz klar einfach ein mieses Verhalten, in diesem Fall natürlich noch schlimmer, weil obendrein noch getrieben von Hass und Ablehnung und - je nachdem, welchem Bild Slatjana im Berufsalltag entspricht oder wie sichtbar die blauen Fingernägel für ihn waren - womöglich ein absichtlicher Affront. Aber im Grunde zunächst mal auch wieder so ein ungefragtes Unter-die-Nase-reiben einer Meinung.
Motto: "Wenn Sie möchten, dass ich Ihnen keine Regenbogenflagge verkaufe, kann ich das gerne für Sie tun."
LG, Flora