Outen in der Arbeit
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ChristinaF
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Outen in der Arbeit

Post 1 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Wäre mir eine große Hilfe von euch zu erfahren, wie ich dieses Thema am besten angehen soll.
Beruflich arbeite ich in einer Stadtverwaltung als Beamtin. Nun möchte ich hier mit dem Outen beginnen. Aber wo?
Zuerst bei meiner Vorgesetzen? Das wäre die Geschäftsleitende Beamtin. Oder doch zuerst mit den Personalratsvorsitzenden? Und später dann mit den Kollegen/innen?
Was könntet ihr mir empfehlen? Möchte ja nichts falsch machen und keine(n) allzu großen Wirbel verursachen.
Ganz lieben Dank im voraus schon. ---))) ---)))
LG
Chrissie
Bianca D.
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Re: Outen in der Arbeit

Post 2 im Thema

Beitrag von Bianca D. »

Moin Chrissie,

Ich kann da aus meiner Erfahrung berichten,daß der erste Weg zum Betriebsrat,Sozialdienst,falls es bei euch sowas gibt,sein sollte.Und gemeinsam mit denen dann beim nächsten Vorgesetzen,
Amtsleiter vorsprechen.
Auf mein eigenes Outing übertragen sah das so aus,daß ich zunächst ein Betriebsratmitglied eingeweiht habe,mit diesem dann zum Sozialdienst unseres Hauses gegangen und dort haben wir dann
das weitere Vorgehen besprochen. Nächster Schritt war eine Gesprächsrunde mit unserem Niederlassungsleiter,an der ich nicht teilgenommen habe,in der unser Chef sein ok gegeben hat und die
Sache in die Obhut meines nächsten Vorgesetzten gegeben hat.Nach dem das alles durch war,gab es noch eine Teambesprechung mit Anwesenheit von Sozialdienst,Betriebsrat und den unmittelbaren Kollegen.
Natürlich ging das alles nicht ab,ohne das einige Kollegen damit nicht klar kommen,aber die Masse versucht mich so zu akzeptieren.

Für dein Outing in der Firma viel Erfolg,ist der doch Garant dafür,daß der Kopf frei bleibt für die wichtigen Dinge in dieser Phase und einen nicht noch Existenzängste plagen müssen.

Schöne Ostertage!
LG Bianca
Ick wees nüscht,kann nüscht,hab aba jede Menge Potenzial
ChristinaF
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Re: Outen in der Arbeit

Post 3 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Liebe Bianca,

dank dir für die Antwort.
Bei uns entspricht der Betriebsrat dem des Personalrats. D.h. also, zuerst mit einer dieser gewählten Personen sprechen und anschließend dann zu meiner unmittelbaren Vorgesetzten. In diesem Fall also die "geschäftsleitende Beamtin".
Sozialdienst gibts bei uns nicht.
Meine Frau meinte vorhin, ich sollte auch mit der "Frauenbeauftragten" bei uns sprechen. Ob das jedoch, so früh gesehen, Sinn hat, weiß ich auch nicht.
Ich hoffe ja nur, dass ich nicht, gleich von welcher Stelle, zum Amtsarzt wegen meiner TS geschickt werde. Denn der würde mir doch auch nicht weiterhelfen können. Bin ja zur Zeit nicht mal in Behandlung bei einem normalen Arzt.

Noch eine Frage die mir gerade durch mein Köpfchen schisst. Wie ist das so mit der Namensänderung bzw. Änderung der Geschlechtsbezeichnung von "Mann" auf "Frau" bei Versicherungen, Banken, Behörden usw?
Und müssen, dürfen, können mich meine Kollegen/innen dann auch als Frau ansprechen.
Da kommt ja noch einiges auf mich zu. Oder?
Die schönen Ostertage gebe ich gerne zurück und wünsche dir das Gleiche.
LG Chrissie
Bianca D.
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Re: Outen in der Arbeit

Post 4 im Thema

Beitrag von Bianca D. »

Dornröschen hat geschrieben: Wie ist das so mit der Namensänderung bzw. Änderung der Geschlechtsbezeichnung von "Mann" auf "Frau" bei Versicherungen, Banken, Behörden usw?
Und müssen, dürfen, können mich meine Kollegen/innen dann auch als Frau ansprechen.
Da kommt ja noch einiges auf mich zu. Oder?
Moin,

Änderungen der Anrede bzw. des Vornamens bei Banken,Versicherungen etc. kannst du erst nach gerichtlich erwirkter Vornamens und Personenstandsänderung vornehmen lassen.Was du mit
Kollegen,Bankangestelten vorher vereinbarst ist natürlich eine andere Sache,du hast aber keinen Rechtsanspruch auf die Ansprache als Frau XY....sie können und dürfen also,müssen aber nicht.
Die VÄ/PÄ beantragst du beim für dich zuständigen Amtsgericht,am besten erkundigst du dich im Vorfeld,was du an Unterlagen noch bei zubringen hast( psychologische Bescheinigung von deinem
die Transition begleitenden Therapeuten,Attest vom Endo,Geburtsurkunde und wichtig ein Lebenslauf von dir unter transsexuellen Gesichtspunkten).
Paß aber auf,daß du das Pferd nicht von hinten aufzäumst.Suche dir erst mal einen kompetenten,ts-erfahrenen Psychotherapeuten,wenn du noch keinen haben solltest und dann erst die anderen
Schritte.

Gruß Bianca
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ChristinaF
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Re: Outen in der Arbeit

Post 5 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Ganz lieben Dank für die Anwort. Werde mir so oder so Zeit lassen auf dem Weg, den ich gehen werde.
LG
Chrissie
ExuserIn-2022-05-28
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Re: Outen in der Arbeit

Post 6 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2022-05-28 »

Hallo Namensschwester,

im öffentlichen Dienst gibt es die wenigsten Probleme. Einen kompletten Weg zur Frau einer lieben Freundin (ebenalls im öffentlichen Dienst) findest Du unter http://www.transgender.at/galerie/showu ... ttr=&admin
Sie gibt auch gern unter dortiger email Adresse Auskunft bei speziellen Fragen.


LG Chrissie
Das Leben ist zu kurz um sich zu verleugnen.
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Re: Outen in der Arbeit

Post 7 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Dank dir, liebe Schwester.
Das Dumme ist nur, dass man sich dort anmelden muss um Nachrichten zu verschicken.
Mit dem öffentlichen Dienst haste recht. Da bin ich auch echt froh, Beamtin zu sein.
So oder so, ein langer Weg wird's werden.
Liebe Grüße und für morgen einen ganz, ganz lieben Ostergruß mit vieeeeelen Häschen. ))):s
Chrissie
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Re: Outen in der Arbeit

Post 8 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

So nun hab ich"™s hinter mir. ))):s
Gestern outete ich mich. Und alles lief gut. So gut, dass ich heute noch heulen könnte vor Glück und Zufriedenheit.
Bereits am verg. Montag informierte ich eine Arbeitskollegin (die Person, die mich im März auf meine Kleidung ansprach), was ich vorhatte. Sie wünschte mir alles Gute, versprach mir zu helfen wo sie könne und noch bis zum offiziellen Outen stillzuhalten.
Das gestrige Gespräch begann in so lockerer Forum und Weise, dass ich ehrlich überrascht war, obwohl es über drei Stunden dauerte. Anwesend waren meine Vertrauensperson vom Personalrat, der Personalratsvorsitzende und meine direkte Vorgesetze, die sog. "geschäftsleitende Beamtin". Mit moderaten Worten eröffnete meine Vertrauensperson die Runde und gab das Wort dann an mich weiter. Anfangs noch mit recht zitternder Stimme und wackelnder Beine (trotz Sitzens) führte ich die Anwesenden hin zu meiner Geschichte und meinem jetzigen Dasein. Fast eine Stunde redete ich über mich, meine Arbeit, die Unterstützung meiner Frau und vieles mehr. Unterbrochen wurde ich kein einziges Mal. Allerdings schrieben Einige einiges mit.
Als ich fertig war, war ich so erleichtert, dass ich lächelte und zugleich ein paar Tränen vergoss. Und noch mehr, als Personalrat und Vorgesetzte mir folgendes zusagten:
(in Stichpunkten verfasst, sonst dauert's zulange)

* Keinerlei Diskriminierung in der Behörde
* Keine Auswirkungen auf Beurteilung und evtl. Beförderungen
* Beibehaltung des bisherigen Arbeitsplatzes, wenn gewünscht.
* Nach Information der Beschäftigten (Rundmail) Ansprache als Frau "F" und
Änderung des Familiennamens im Telefon-, e-mail Verzeichnis und an der Tür
* Kostenlose Untersuchung beim Amtsarzt und anschl. Weiterleitung an entsprechende
Ärzte zur Erstellung med. Gutachten (freiwillig)

Ihr könnt euch vorstellen, dass ich nach diesem Ergebnis mir den Rest des Tages frei nahm und nach Hause fuhr.
Und heute war ich zum letzten Mal als "Mann" verkleidet in der Arbeit und informierte per Intranet alle Kolleginnen und Kollegen über meinen Stand. Natürlich auch meine bei mir im Zimmer arbeitenden Kolleginnen. Die eine staunte nur und war "etwas erschüttert". Die zweite lächelte zwar, aber so unsicher, dass es nicht einzuordnen war. Und die letzte Kollegin, die ja schon informiert war lächelte ebenso, als sie sagte: "Wir freuen uns auf Montag, wenn wir mit unserer neuen Kollegin Kristina ab jetzt ein reines Frauenzimmer sind. Herzlich Willkommen und alles, alles Gute!"
So, das wars einmal. Am Montag dann beginnt eine andere Zeit. Hoffentlich eine bessere. Das wünsche ich mir so sehr. Aber der erste Schritt ist nun getan. (na)
LG
Chrissie
Queen-Linda

Re: Outen in der Arbeit

Post 9 im Thema

Beitrag von Queen-Linda »

Glückwunsch und noch viel Glück auf deinen weiteren Weg! Hoffentlich bleibt es auch dann so Positiv wie es angefangen hat.
anna-Lea
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Re: Outen in der Arbeit

Post 10 im Thema

Beitrag von anna-Lea »

Auch von mir,
herzlichen Glückwunsch zu Deinem positiven outen und
alles gute und viel Glück auf Deinem neuem Weg ---))) (flo) ))):s

Liebe Grüße

anna-lea
Erinnere Dich an gestern, denke an morgen, aber lebe heute…
Man muß viele Wege gehen, bis das man den richtigen gefunden hat.
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Re: Outen in der Arbeit

Post 11 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Danke euch allen für die lieben Glückwünsche. Und Zuspruch kann Frau ja immer brauchen. Zumal von euch ja auch einige diesen Weg gegangen sind. Wie weit meiner gehen wird, ich weiß es zur Zeit echt noch nicht. Auf alle Fälle werden jetzt der Reihe nach und nach unsere Verwandten, Bekannten, Freunde und Nachbarn informiert. Und am Montag habe ich bereits einen Termin beim zuständigen Amtsarzt.
Liebe Grüße
Chrissie
T´Poul

Re: Outen in der Arbeit

Post 12 im Thema

Beitrag von T´Poul »

Das ist sehr schwer, ich erinnere mich noch an die Zeit, als ich mich outete, das ist sehr lange her, aber die Gesichter waren die Krönung, Kraft und Mut wünsche allen dazu. Das ist tapfer, wenn man über die Grenze geht.
Alisha301

Re: Outen in der Arbeit

Post 13 im Thema

Beitrag von Alisha301 »

Dornröschen hat geschrieben:So nun hab ich"™s hinter mir. ))):s
Gestern outete ich mich. Und alles lief gut. So gut, dass ich heute noch heulen könnte vor Glück und Zufriedenheit....
Ist ein tolles Gefühl.
So gut läuft es leider nicht bei jeder. Ich hatte auch das Glück das alles sehr leicht ging.

Von mir auch herzliche Glückwünsche

LG Alisha )))(:
Chris

Re: Outen in der Arbeit

Post 14 im Thema

Beitrag von Chris »

Hallo Chrissi,
herzliche Glückwünsche, ich wünsche Dir weiterhin alles Gute auf Deinem Weg

Liebe Grüße

Christiane
Bianca D.
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Re: Outen in der Arbeit

Post 15 im Thema

Beitrag von Bianca D. »

Moin Chrissie,

Herzlichen Glückwunsch! Dornröschen ist also erwacht.Es freut mich für dich,daß es so gut gelaufen ist.Auf deinem neuen Weg wünsch ich dir alles Glück dieser Welt und das du auch in Zukunft von
größeren Problemen verschont bleibst. (flo)
Dein positives Outing scheint mir aber kein Einzelfall mehr zu sein,habe ich doch von einer Bekannten genau dasselbe gehört.Ich denke,daß die Vorgesetzten in Behörden und großen Firmen durchaus wissen,was bei negativen Reaktionen auf das Outing auf sie zukommen würde.Damit komm ich auch zur Frage von Kerstin.
Kerstin S. hat geschrieben:Noch mehr Angst habe ich davor, daß mir die Firma kündigt und ich wieder in der Sch... sitze. Während der Probezeit kann ich innerhalb von 14 Tagen ohne Angaben von Gründen gekündigt werden - ein Recht, welches mir in dieser Zeit genauso zusteht. Eine echte Zwickmühle. Was würdet Ihr mir raten?
Es macht sicher Sinn,die Probezeit erst mal abzuwarten,aber danach solltest du es angehen,nicht allein sondern so,wie auch Chrissie mit Unterstützung von Vertrauensleuten im Betrieb(Betriebsrat).
Und was die Gaop angeht,da mach dir keinen Kopf drum,die ist mit 14 Tagen Krankenhaus erledigt,die Korrektur oder Nach-Op ein halbes Jahr später dauert noch weniger lang.

LG Bianca
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