Am Beispiel NHS zeigt sie, warum und wie solche Organisationen aus strukturellen und menschlichen Gründen versagen, über falsche Prämissen, Regularien, Weisungsbefugnisse, Beharrungsvermögen und Verantwortungsdiffusion. Und zwar auch dann, wenn viele oder sogar die meisten Menschen darin mit besten Absichten und gutem Willen bei der Sache sind.
Das gleiche gilt in vielen Belangen auch hierzulande, nicht nur für das Gesundheitssystem. Sehr lohnenswertes Video. Ja, sorry, englisch. Schaltet die Untertitel ein.
Nun der Twist: Eine der von ihr kontaktierten Personen aus der NHS-Spitze hat sich bei ihr gemeldet und wollte sie für eine Werbe- und Informationskampagne des NHS gewinnen, in der die "verbesserten Regularien" erklärt werden sollen. Dazu hat sie jetzt einen starken Text geschrieben, warum die angeblichen Verbesserungen das grundsätzliche Problem nicht lösen und dass die NHS Leitung (und alle drum herum) bereits von einem falschen Ansatz ausgehen, der einfach scheitern muss: My doctor emailed me back.
Der falsche Ansatz:
Gilt auch für unser System hier: "Spezialisten" entscheiden (spolier: Unfug(1)), ob wir "ausreichend abweichen", damit wir etwas bekommen, was andere ganz selbstverständlich kriegen. Immerhin gehen die allermeisten "gender affirming treatments" (geschlechtsbestätigende Massnahmen) an cis Personen. Wegen zu viel oder zu wenig Hormonen, Haaren, Brüsten, etc. Ohne psychologische Gutachten."The NHS ... view transition as a response to a medical problem they call "˜gender dysphoria"™ or "˜gender incongruence."™ From this starting point it seems appropriate that trans people have to get permission to transition: transness is a medical matter with inherent risks that ought to be controlled by "specialists." Sometimes those specialists delay or deny permission, but that"™s just part of the job. It also makes sense to ask which treatments are "most effective at treating dysphoria" and explore alternative treatments through trials, reviews, consultations, etc. I call this view "˜Pathologization."™"
Abigail arbeitet detailliert heraus, warum diese Systeme strukturell bösartig sind und nicht von innen heraus verändert werden können, selbst wenn alle darin Arbeitenden gut und wohlwollend wären, inklusive der Chefs. Sie können nur durch etwas neues ersetzt werden, das mit grundlegend anderen Ansätzen arbeitet:
Das bedeutet auch für uns eine grundlegend andere Denkweise: "If someone wants to transition, that"™s their business""We need an informed consent system in which we control our own bodies without needing permission from anybody."
I refuse to believe trans people must always live in a world where someone else controls our bodies. We will not always be second-class citizens. We can start by refusing to internalise Pathologization and insisting on the abolition of systems that produce it. We can grasp the determination necessary to go around those systems(2).
The road ahead is long, but we have never been stronger. For the first time ever we are seeing the emergence of a global collective trans subjectivity. We have always been here, but often isolated and in hiding. Now in the early years of the 21st Century we have made an astonishing discovery:
There are a lot more of us than anyone thought!
Trans people in the UK, France, Germany, Eastern Europe, North America, Brazil, Taiwan, India, Russia, Australia, North Africa, South Africa, New Zealand- more places every day- are thinking and talking about ourselves in similar terms, and making similar demands. This has never happened before. Moreover, cis people are slowly realising they are cis. We really have reached a "tipping point," no doubt in part thanks to the internet. The bodily autonomy of trans people is bound up with the bodily autonomy of all people, particularly cis women who have also suffered for far too long under the paternalistic medicalising gaze. That"™s why I think the Colonel Korns of this world are doomed to fail: they are trying to do medicine and management on a civil rights movement.
(1) Es ist schlichtweg unmöglich zu ertesten, ob eine Person trans ist. Es ist streng genommen auch unerheblich, warum sie eine medizinische Massnahme haben möchte. Wenn irgendwer die Effekte eine HET haben will, dann sei es drum. Eine informierte Einwilligung, die einer ausführlichen Aufklärung über Risiken und Nebenwirkungen folgt, ist vollkommen ausreichend. Dazu braucht es keine Therapie, die versucht irgendetwas "wegzumachen".
(2) Info aus dem Video von 2022: Laut einer Studie praktizierten 40% aller trans Personen, wenn sie ins System kommen bereits DIY, also Selbstmedikation. Die Dunkelziffer dürfte höher sein, weil die Leute gar nicht offiziell auftauchen.