Wer früh in den Ruhestand darf, hatte oft gar keine belastende Arbeit | Spiegel
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Anne-Mette
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Wer früh in den Ruhestand darf, hatte oft gar keine belastende Arbeit | Spiegel
Die Altenpflegerin, der Dachdecker, die Tischlerin — sie dienen oft als Argument für die vorgezogene abschlagsfreie Rente. Eine Studie zeigt nun: In Wirklichkeit profitieren vor allem Menschen in komfortableren Berufen.
https://www.spiegel.de/wirtschaft/sozia ... 605c93c67c
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Hotte
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Re: Wer früh in den Ruhestand darf, hatte oft gar keine belastende Arbeit | Spiegel
Ist ja auch ne Frage, ob man sich das überhaupt leisten kann, früher vom Gehalt runterzugehen auf Altersrente. Dazu braucht man schon Rücklagen oder echt ne hohe Altersrente und die hat man nur, wenn man vorher schon richtig viel verdient hat. Also entweder im Bergbau oder in der Chefetage.
post trans*
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Inga
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Re: Wer früh in den Ruhestand darf, hatte oft gar keine belastende Arbeit | Spiegel
Hallo,
die eine Frage ist, was nun "weniger belastende Arbeit" ist. Beispiele wurden dafür nicht gegeben. Wenn ich den Artikel recht verstanden habe, hat die zitierte Studie psychische Belastungen nicht bedacht.
Die andere Frage, ob die Rente dann auch zum Leben reicht. das ist natürlich subektiv.
Da sind etwa Verwaltungsbeamte in höheren Vergütungsgruppen häufiger besser dran als etwa viele schlechter bezahlte Angestellte in den Dienstleistungsbranchen oder die Patchworkbiographien von Teilzeitakademikern.
Liebe Grüße
Inga
die eine Frage ist, was nun "weniger belastende Arbeit" ist. Beispiele wurden dafür nicht gegeben. Wenn ich den Artikel recht verstanden habe, hat die zitierte Studie psychische Belastungen nicht bedacht.
Die andere Frage, ob die Rente dann auch zum Leben reicht. das ist natürlich subektiv.
Da sind etwa Verwaltungsbeamte in höheren Vergütungsgruppen häufiger besser dran als etwa viele schlechter bezahlte Angestellte in den Dienstleistungsbranchen oder die Patchworkbiographien von Teilzeitakademikern.
Liebe Grüße
Inga
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ExUserIn-2026-04-08
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Re: Wer früh in den Ruhestand darf, hatte oft gar keine belastende Arbeit | Spiegel
Dazu gehören i.d.R. Abitur und Studium. Wenn man dann noch 45 Dienstjahre hinzu rechnet, ist ein abschlagsfreier Vorruhestand kaum möglich. Das zeigt eine einfache Rechnung: wer mit 64 Jahre und 4 Monate in Vorruhestand geht und 45 Jahre gearbeitet hat, muss mit 19 Jahre und 4 Monate spätestens angefangen habe zu arbeiten. Ein Studium wird mit ca. 2 Jahren anerkannt. Da bleibt nicht viel Spielraum.
Für mich klingt das wieder nach einer aufkommenden Neiddebatte. Wer regulär in den Ruhestand geht, braucht abschlagsfrei 40 Jahre Einzahlungen in die Rentenkasse. Wer 45 Jahre gearbeitet hat, geht aus meiner Sicht völlig berechtigt in den Vorruhestand. Egal ob belastend oder nicht. Es ist eher so, dass besonders belastete Menschen vor den 45 Jahren abschlagsfrei gehen können sollten.
Viele Grüße
Vicky
Respekt ist nicht teilbar.
Vicky
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Inga
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Re: Wer früh in den Ruhestand darf, hatte oft gar keine belastende Arbeit | Spiegel
Hi,
Wer bekommt denn heute noch bei der Rente 2 Jahre Studium anerkannt? In meinen Rentenbescheid steht, dass Regelungen zur Anrechnung des Studiums vom Gesetzgeber gestrichen sind. (Angerechnet wird nur, wenn im Studium mit Rentenbeitragszahlung gearbeitet wurde).
Meine These ist viel mehr: Wer absehen kann, dass er/sie etwa mit 10 bis 30 Beitragsjahren eh zu wenig Rente bekommt und deshalb mit "Grundsicherung im Alter" auf Bürgergeldniveau aufstocken wird, erspart es sich, bis zum Erreichen der abschlagsfreien Zeit noch dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen. Fs kann man auch etwas früher mit Abzügen in den Ruhestand gehen.
Im Übrigen sehe ich nicht, wo hier gleich wieder die "Neiddebatte" vermutet wird. Ich kenne ziemlich viele "Nervenwracks" im öffentlichen Dienst, für die der Renteneintritt ein Segen war. Da ist es egal, ob die zustehenden Altersbezüge nun 500 oder 5000 Euro sind.
Aber ich frage mich bei dem heutigen Arbeitsdruck schon, welche Tätigkeiten so gut dotiert sind, dass sich eine Rente mit Abzügen lohnen würde, und dennoch so wenig belasten, dass die Möglichkeit für den frühen Renteneintritt nicht nötig ist.
Liebe Grüße
Inga
Wer bekommt denn heute noch bei der Rente 2 Jahre Studium anerkannt? In meinen Rentenbescheid steht, dass Regelungen zur Anrechnung des Studiums vom Gesetzgeber gestrichen sind. (Angerechnet wird nur, wenn im Studium mit Rentenbeitragszahlung gearbeitet wurde).
Meine These ist viel mehr: Wer absehen kann, dass er/sie etwa mit 10 bis 30 Beitragsjahren eh zu wenig Rente bekommt und deshalb mit "Grundsicherung im Alter" auf Bürgergeldniveau aufstocken wird, erspart es sich, bis zum Erreichen der abschlagsfreien Zeit noch dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen. Fs kann man auch etwas früher mit Abzügen in den Ruhestand gehen.
Im Übrigen sehe ich nicht, wo hier gleich wieder die "Neiddebatte" vermutet wird. Ich kenne ziemlich viele "Nervenwracks" im öffentlichen Dienst, für die der Renteneintritt ein Segen war. Da ist es egal, ob die zustehenden Altersbezüge nun 500 oder 5000 Euro sind.
Aber ich frage mich bei dem heutigen Arbeitsdruck schon, welche Tätigkeiten so gut dotiert sind, dass sich eine Rente mit Abzügen lohnen würde, und dennoch so wenig belasten, dass die Möglichkeit für den frühen Renteneintritt nicht nötig ist.
Liebe Grüße
Inga
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missy
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Re: Wer früh in den Ruhestand darf, hatte oft gar keine belastende Arbeit | Spiegel
Meines Erachtens geraten in der Berichterstattung Kriterien massiv in Schieflage. (Alles wissenschaftlich toll begründet, ... trotzdem verkehrt.)
Als "Belastung niedrig" führt der DIW Wochenbericht "Berufe in der öffentlichen Verwaltung" auf. Gesamtbelastung 1 von 10, physische Belastung 3 von 10, psychosoziale Belastung 1 von 10. Echt entspannt sozusagen.
So - first of all - ich bin mit jeder Menge Abzügen in Rente, und ich bin froh darüber.
Ich habe über 40 Jahre für die öffentliche Verwaltung gearbeitet, davon 34 Jahre im sozialen Brennpunkt. (Ich weiß, das sagt frau heute nicht mehr, im "Sozialraum mit hohem Handlungsbedarf".) Mein Job (mit endlos Herzblut): Offene Kinder- und Jugendarbeit.
NEIN, war nicht belastend. Und "gebrannt" hat's auch nie. Aber ich hab's geliebt.
Tja, da werden Kriterien aufgestellt, die in keinem Einzelfall passen. Aber für die Realisierung von Regeln braucht frau nun mal Kritierien. Einzelfallprüfungen scheiden definitiv aus.
Also kann ich froh sein, dass ich's geschafft habe. Trotz der Abzüge. (Und es war eine tolle Zeit.)
Grüße, missy
Als "Belastung niedrig" führt der DIW Wochenbericht "Berufe in der öffentlichen Verwaltung" auf. Gesamtbelastung 1 von 10, physische Belastung 3 von 10, psychosoziale Belastung 1 von 10. Echt entspannt sozusagen.
So - first of all - ich bin mit jeder Menge Abzügen in Rente, und ich bin froh darüber.
Ich habe über 40 Jahre für die öffentliche Verwaltung gearbeitet, davon 34 Jahre im sozialen Brennpunkt. (Ich weiß, das sagt frau heute nicht mehr, im "Sozialraum mit hohem Handlungsbedarf".) Mein Job (mit endlos Herzblut): Offene Kinder- und Jugendarbeit.
NEIN, war nicht belastend. Und "gebrannt" hat's auch nie. Aber ich hab's geliebt.
Tja, da werden Kriterien aufgestellt, die in keinem Einzelfall passen. Aber für die Realisierung von Regeln braucht frau nun mal Kritierien. Einzelfallprüfungen scheiden definitiv aus.
Also kann ich froh sein, dass ich's geschafft habe. Trotz der Abzüge. (Und es war eine tolle Zeit.)
Grüße, missy
Toleranz ist lernbar, zu viel Toleranz ist heilbar.