Anja61 hat geschrieben: Mi 27. Nov 2024, 21:01
ich finde die Fragestellung von Janine schon interessant.
Durchaus. Allerdings bewegen sich viele Antworten bisher im Rahmen (überkommener?) patriarchalischer Vorstellungen zur "Rolle der Frau". Ich drücke das mal bewusst etwas überspitzt aus, um klarzumachen, worum es mir geht.
Interessant wäre ja, zu erfahren, ob die Partnerinnen eine positive Veränderung des Verhaltens oder der Einstellung wahrnehmen, die sie mit dem Crossdressing in Zusammenhang bringen. In der Tat müsste man dazu mit ihnen reden anstatt über sie. Gibt es da konkrete Aussagen von eurer Partnerin?
Vereinzelt wurde ja erwähnt, dass man durch Crossdressing ruhiger und ausgeglichener geworden sei. Das kann ich so auch für mich bestätigen, obwohl diese Zeit schon ein paar Jahre zurück liegt.
Allerdings ist es mir nicht klar, ob das Ursache oder Folge meiner weiblichen Ambitionen ist. Diese bekamen in meinem Leben nämlich erst dann den Raum, der ihnen zusteht, als ich mich auf bisher verleugnete oder verdrängte Anteile meiner Persönlichkeit einlassen konnte. Diese Anteile hatten jedoch zunächst gar nichts mit Crossdressing zu tun. Das war eher eine Folge davon, mich so anzunehmen, wie ich bin.
Im Laufe der Zeit ging die Entwicklung weiter und heute bin ich nicht mehr im MM unterwegs, weil es den "Mann" nie wirklich gab, zumindest nicht in der stereotypen Ausprägung. Daher passt der Begriff
Crossdressing nicht mehr, ich wechsle nicht zwischen verschiedenen Identitäten, und habe bis auf wenige Ausnahmen keine Männerkleidung mehr im Schrank.
Dieses ständige Hin- und Herwechseln zwischen männlicher und weiblicher Darstellung hat mich viel zu sehr gestresst, als dass da noch irgendwas von Ruhe und Ausgeglichenheit übrig geblieben wäre.
Das sah auch meine Partnerin ähnlich, die damals sehr davon genervt war, wie viel Zeit und Energie ich dafür aufgewendet habe. Vorteile sah sie keine. Für sie war diese Phase nur problembehaftet, anstrengend und von Unverständnis geprägt.
LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal