Inga hat geschrieben: Mi 20. Nov 2024, 10:07
Hallo,
welches sind nun die Gebiete, die gemieden werden sollen? Ohne Ortsangaben ist diese Meldung für Berlin-Besucher etwa, die nicht wissen, wer wo wohnt, ohne Wert.
Wenn ich von den schmalen Funden ausgehe, die es wohl gibt:
RIAS (Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin)
https://www.report-antisemitism.de/docu ... _Hamas.pdf Seite 11 und dem Berlin Monitoring (die "300 Seiten"): Mitte, Kreuzberg, Neukölln. Also da wo das meiste Stadtleben ist und sich die meisten Leute treffen. Wie überraschend
Das geht übrigens für Hamburg auch:
https://www.polizei.hamburg/resource/bl ... o-data.pdf Zitat aus
https://www.polizei.hamburg/services/po ... lstatistik wobei Hamburg kein offizielles Monitoring queerfeindlicher oder antisemitischer Vorfälle hat. Ich nehme mal Gewaltkriminalität und Stadtteile:
Nach den pandemiegeprägten Vorjahren und den damit verbundenen Einschränkungen bis einschließlich April 2022, registrierte die Polizei Hamburg für 2023 einen Anstieg der erfassten Delikte auf 234.241 Fälle (+10,9 Prozent).
...
Analog zur Entwicklung der Gesamtkriminalität registriert die Polizei Hamburg auch bei den erfassten Delikten im Bereich der Gewaltkriminalität einen Anstieg um +10,7 Prozent. Dieser ist vor allem auf eine erhöhte Erfassung von Raubdelikten und gefährlicher Körperverletzungen in den Stadtteilen St. Pauli und St. Georg zurückzuführen. Dabei ist auffällig, dass aufgrund der erhöhten Polizeipräsenz und der niedrigschwelligen Ansprechbarkeit der Einsatzkräfte vermehrt Taten innerhalb der Drogen- und Trinkerszene zur Anzeige gebracht werden, die ansonsten unentdeckt geblieben wären. So registrierte die Polizei allein im Stadtteil St. Georg im vergangenen Jahr 465 Raubdelikte. Das sind 110 mehr als im Vorjahr (+21 %). Demnach wurde 2023 jedes fünfte Raubdelikt im Stadtteil St. Georg erfasst.
Ähnliches zeigt sich auch bei den Körperverletzungsdelikten. So registrierte die Polizei Hamburg in St. Georg im vergangenen Jahr ein Plus von 132 gefährlichen Körperverletzungsdelikten im Vergleich zum Vorjahr (+22 Prozent). Auch hier sind die Betroffenen, sowohl auf der Opfer-, aber auch auf der Täterseite, in vielen Fällen der Drogen- und Trinkerszene zuzuordnen. Immer wieder kommt es bei solchen Fällen zu einer wechselseitigen Anzeigenerstattung. Rechnet man den Stadtteil St. Pauli (+185 Taten/+26 Prozent) hinzu, wurde nahezu jede vierte in Hamburg erfasste gefährliche Körperverletzung in 2023 in diesen beiden Gebieten begangen. Hamburgweit stieg die Zahl der gefährlichen und schweren Körperverletzungen um +5,7 Prozent, die Zahl der einfachen Körperverletzungen um +10 Prozent.
Sehr arg verkürzt in
https://de.statista.com/statistik/daten ... -bezirken/
Bildschirmfoto 2024-11-20 um 10.36.41.png
Auch hier: Wo sich viele Menschen treffen, passieren Dinge. Und: Wo mehr Polizei ist, wird mehr angezeigt (oder von der Polizei bemerkt).
Es gibt eine aktuelle Studie mit Dunkelfeldanalyse) zu antisemitischen Vorfällen:
https://ddatabox.dataport.de/public/dow ... NhvokbNdKh (Artikel bei NDR:
https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/ ... us430.html). Achtung: Das Sample ist klein, die Leute größtenteils Ü65, also nicht gerade Party People. 29% der Vorfälle waren "im Internet" (S.44).
Interessant dazu die Beschreibung der Täter*innen (S.45):
Befragt nach dem Bereich, aus dem der Täter oder die Täterin stammte, gaben 24 (16%) von den 154 Befragten, die von einer schlimmsten Tat berichteten an, dass der Haupttäter/die Haupttäterin aus dem Bekanntenkreis stammte. Am zweithäufigsten wurde eine Zusammenarbeit mit dem Haupttäter/ der Haupttäterin genannt (n = 21; 14 %). Die meisten Personen (n = 36; 24 %) konnten jedoch keine Angaben zu dem
Bereich machen, aus dem der Haupttäter/die Haupttäterin kam. Lediglich 7 % (10 Befragte) gaben an, der Täter/die Täterin stamme aus einer extremistischen religiösen Gruppierung
Es ist schon alles nicht so einfach.
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