Ein verstörender Vorgang, dass eine "gesichert rechtsextreme Partei" in D eine Landtagswahl gewinnt
Ein verstörender Vorgang, dass eine "gesichert rechtsextreme Partei" in D eine Landtagswahl gewinnt - # 3

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_Janine_
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Re: Ein verstörender Vorgang, dass eine "gesichert rechtsextreme Partei" in D eine Landtagswahl gewinnt

Post 31 im Thema

Beitrag von _Janine_ »

Nora_7 hat geschrieben: Mo 2. Sep 2024, 14:04
_Janine_ hat geschrieben: Mo 2. Sep 2024, 09:59 So etwas interessiert die Leute aber nicht, sie wollen meist nur "in Ruhe gelassen" werden.
Nur: Sie werden eigentlich schon die ganze Zeit in Ruhe gelassen.
Keiner zwingt sie, zu gendern (eher andersherum: es ist in mehreren Bundesländern verboten).
Keiner zwingt sie, kein Fleisch mehr zu essen,
Ölheizung kann drinbleiben (das Habeck-Gesetz wurde hochgradig "entschärft")
Verbrenner kann weiter gefahren werden (Verbrenner-Verbot kommt von der EU)
etc. etc.

Man kann sein Leben so leben, wie man möchte. Und man könnte damit glücklich sein.
Man könnte glücklich und zufrieden damit sein, in diesem Land zu leben und all die Freiheiten zu genießen.
Man könnte glücklich damit sein, dass man so frei in so vielem ist (insbesondere als weißer, heterosexueller Mann).
Man könnte glücklich damit sein, insbesondere in den neuen Bundesländern, dass man so viele Vorzüge genießen kann, die es in der DDR nicht gab.
Man könnte einfach nur glücklich damit sein, "man selbst sein zu können".
So einfach ist es nicht. Der Druck wird immer intensiver. Wenn Energie stetig kräftig teurer wird, dann bleibt Geld weder für Lebensfreude, noch für Investitionen in neue Heizungen und Autos übrig. Besonders in Regionen mit hohem Rentneranteil tritt Verarmung ein.

Die Wähler sehen Prioritäten falsch gesetzt, andere Gruppen als bevorzugt an (Migranten - es geht nicht wirklich um die Menge, sondern deren Kosten). Und Gendern muss man nicht selbst - richtig - aber man bekommt es jeden Tag von den ÖR aufgezwungen. Die Sehnsucht nach einer heilen Welt mit dem Staat als Kümmerer ist groß bei der Ost-Landbevölkerung.

Nora_7
Die Energiepreise sind inzwischen wieder auf dem Niveau von 2018, es ist nicht mehr so wie noch vor 1-2 Jahren.
Es hat sich in der Richtung wieder normalisiert.

Und inwiefern werden die Prioritäten falsch gesetzt? Wo werden denn bspw. Migranten bevorzugt? Mit der Bezahlkarte, auf der so wenig Geld drauf ist, das man froh sein kann, dass man in der Woche noch was essen kann?
Und diese Kosten sind gesamt betrachtet für einen Staatshaushalt wie Deutschland einen hat, gering.
Hier könnte man jetzt ansetzen und die Schuldenbremse in Frage stellen oder warum Vermögen immer noch so gering besteuert ist oder auch, was für ein Schaden durch Steuerhinterziehung im großen Stil entsteht....

Und das Gendern wird einem nicht aufgezwungen. Wenn jemand anders (und sei es der Tagesschau-Sprecher) so redet, inwieweit wirst du da eingeschränkt oder welcher Nachteil entsteht dir dabei?

Das sind genau die Themen, die Jaddy bereits auch aufgezeigt hat.
Hier werden Probleme konstruiert, die entweder keine sind oder die man auch angehen könnte ohne sie gleich als nationale Notlage zu sehen.
Es sind alles Strohfeuer und Strohmann-Argumente, die niemanden und vor allem auch das Land nicht voranbringen, im Gegenteil.

Und noch eines zum Schluss:
Verarmung, Unsicherheit, Ängste - sind alles legitime Gefühle und Lebenssituationen.
Es rechtfertigt meiner Meinung nach jedoch nicht, dass man seine Stimme dann den Leuten gibt, denen man im Prinzip egal ist.
Und unter denen man noch mehr zu leiden hat.
Aber es ist natürlich immer einfacher, nach unten zu treten, denn der böse Ausländer oder der angeblich faule Arbeitslose sind den Leuten dann doch greifbarer als der Kühne in Hamburg und Consorten.
missy
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Re: Ein verstörender Vorgang, dass eine "gesichert rechtsextreme Partei" in D eine Landtagswahl gewinnt

Post 32 im Thema

Beitrag von missy »

Ich bewundere euch, dass ihr schon wieder recht sachlich schreiben könnt.

Nach wie vor bin ich schockiert, ein wenig taub und durch den Wind.

Nicht, dass ich das Wahlergebnis nicht erwartet und befürchtet hätte. Aber wenn es dann eintritt, verschlägt es mir doch den Atem.
Knapp ein Drittel der Wahlberechtigten wählt Nazis. Unfassbar.
Sind wir wirklich so dumm?
Haben wir wirklich nichts gelernt?

ICH WILL KEIN 4. REICH !!!

Ich bleibe bei meinem schon wiederholt gezeigten Standpunkt:
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... auch wenn ich weiß, dass das nicht ausreicht.

Liebe Grüße,

missy
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Re: Ein verstörender Vorgang, dass eine "gesichert rechtsextreme Partei" in D eine Landtagswahl gewinnt

Post 33 im Thema

Beitrag von Klaudia »

Von mir nur ein kleiner Erklärungsversuch, warum diese böse Partei gerade so viel Zuspruch erhält:

Man könnte einfach glücklich sein, wenn nicht ...

- die deutsche Wirtschaft gerade den Bach runtergeht und massenweise Arbeitsplätze vernichtet werden (durch Insolvenzen bzw. Verlagerung ins Ausland)
- die Verkehrsinfrastruktur zerfällt - gerade das Thema Bahn, die wir aus Umweltgründen doch vermehrt nutzen sollten
- die Energiekosten wahnsinnig steigen und Deutschland nichtmal dabei das eigene CO2-Ziel erreicht, weil wir neue Kohlekraftwerke! bauen
- das Bildungsniveau immer weiter sinkt
- die Gefahr steigt, im öffentlichen Raum Opfer von Messerattacken zu werden
- etc.

Es ist nicht überraschend, dass viele Wähler aus solchen Gründen nicht mehr die Altparteien wählen. Und das ist kein reines ostdeutsches Thema (vielleicht dort ausgeprägter).
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Re: Ein verstörender Vorgang, dass eine "gesichert rechtsextreme Partei" in D eine Landtagswahl gewinnt

Post 34 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

_Janine_ hat geschrieben: Mo 2. Sep 2024, 14:39 Die Energiepreise sind inzwischen wieder auf dem Niveau von 2018, es ist nicht mehr so wie noch vor 1-2 Jahren.
Es hat sich in der Richtung wieder normalisiert.

Und inwiefern werden die Prioritäten falsch gesetzt? Wo werden denn bspw. Migranten bevorzugt? Mit der Bezahlkarte, auf der so wenig Geld drauf ist, das man froh sein kann, dass man in der Woche noch was essen kann?
Und diese Kosten sind gesamt betrachtet für einen Staatshaushalt wie Deutschland einen hat, gering.
Hier könnte man jetzt ansetzen und die Schuldenbremse in Frage stellen oder warum Vermögen immer noch so gering besteuert ist oder auch, was für ein Schaden durch Steuerhinterziehung im großen Stil entsteht....

Und das Gendern wird einem nicht aufgezwungen. Wenn jemand anders (und sei es der Tagesschau-Sprecher) so redet, inwieweit wirst du da eingeschränkt oder welcher Nachteil entsteht dir dabei?

Naja - mein Strompreis wurd dieses Jahr 2 x erhöht - wegen höherer Abgaben. Er ist immer noch viel zu hoch. Und Stromtanken ist ohne eigene PV häufig teurer als Sprit. Wenn man nachts seinen eigenen Strom als Guthaben vom Tag einlösen könnte (s.. NL) wäre vielen geholfen. Die stetig steigenden Gaspreise addieren sich. Aber warum eine 3a alte Gasheizung wegwerfen? WPs rechnen sich für mich (und viele Nachbarn mit Bestandsgebäuden) nicht. Und das Weltklima ändert sich auch nicht. Hier wäre eine konzentrierte Förderung bei Neubauten sicher besser. Doch findet keine Bautätigkeit statt, weil durch die hohen Energiekosten extreme Bauvorschriften
Material sehr teuer ist.
Die Bürokratie ist schlimmer statt besser geworden.
Die Geldkarte ist ein erster Schritt. Grundsätzlich bleibt vor allem bei vielen Rentnern das Problem, dass Leistungen aus langjährigen Beitragszahlungen geringer ausfallen als Sozialleistungen für auch nicht arbeitende Migranten. Der Sozialetat beträgt 1/3 des Bundehaushaltes.
Die blöde Vermögennsteuer wurde aus gutem Grund ausgesetzt. Warum noch einmal für versteuertes Einkommen zahlen? Und das meiste Vermögen liegt in Sachwerten und nicht auf dem Konto. Zum Thema Steuererhinterziehung auch mal einen Herrn O. Scholz befragen.

Und zum Gendern habe ich mich mehrmals geäußert: Der permanente Druck seitens der Grün dominierten Medien zum Gendern ist mehr als lästig. Sowohl bei SPD wie auch grün dominiert in der Handlung die Ideologie und nicht der Mensch. Und das wirkt auf viele hocharrogant.

Liebe Grüße Nora_7
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Re: Ein verstörender Vorgang, dass eine "gesichert rechtsextreme Partei" in D eine Landtagswahl gewinnt

Post 35 im Thema

Beitrag von Georgette »

Hallo an alle hier,
noch einmal ganz klar - es gibt keine Rechtfertigung, die Wiedergänger der Nationalsozialisten zu wählen.
Natürlich kann man Notlagen phantasieren, die Ampel für alles und jedes verantwortlich, sich in eine ach so heile Vergangenheit sehen und jeden, der anders ist, hassen. Aber alles das führt wohl kaum in eine goldene Zukunft.
Alle rechten Diktaturen weltweit sind gescheitert und haben den Menschen und Völkern unendliches Leid zugefügt.
Und wer in einem solchen Forum die völkischen nationalen Brandstifter herbeisehnt, der findet es auch gut.,den eigenen Schlächter zu wählen.
Anne-Mette
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Re: Ein verstörender Vorgang, dass eine "gesichert rechtsextreme Partei" in D eine Landtagswahl gewinnt

Post 36 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
Dolores59 hat geschrieben: So 1. Sep 2024, 19:10 "Besser-Wessi-Jargon", der bei unseren Mitbürgern (ja, das ist so) in Thüringen und Sachsen gar nicht gut ankommt.
Bei allem Respekt, den ich dir sonst gerne entgegenbringe, möchte ich dir doch mitteilen, dass ich deine Äußerung für unangemessen halte.
Wenn wir "ein Deutschland" sind, dann gehen uns die Vorgänge in anderen als dem gerade bewohnten Bundesland genau so etwwas an - und ich habe mich über Wahlen und Vorgänge in anderen Bundesländern (Nord, Süd, Ost und West) genau so geäußert.
Ich sehe es als Verantwortung an, "Laut zu geben" bei diesen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen.

Gruß
Anne-Mette
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Re: Ein verstörender Vorgang, dass eine "gesichert rechtsextreme Partei" in D eine Landtagswahl gewinnt

Post 37 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

Georgette hat geschrieben: Mo 2. Sep 2024, 16:21 Und wer in einem solchen Forum die völkischen nationalen Brandstifter herbeisehnt, der findet es auch gut.,den eigenen Schlächter zu wählen.
Ich glaube nicht, dass irgendjemand HIER diese herbeisehnt. Aber um das zu verhindern, können SPD, Grüne, FDP und CDU nicht so weitermachen wie bisher. Und da muss die CDU auch endlich mal Druck auf die EU-Kommission ausüben. Ich glaube auch nicht, dass bewußt Nazis gewählt werden, sondern Parteien mit klaren kommunizierten Ansagen, die vermeintlich die Probleme lösen können ohne die Wähler mit Minderheitenthemen, administrativ und monetär zu belasten - das DDR-Kümmerer Konzept. Und das beinhaltet immer undemokratische Methoden, die man vom Faschismus und Marxismus kennt. Dazu haben die traditionellen Parteien derzeit keine erkennbare Lösung.

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Re: Ein verstörender Vorgang, dass eine "gesichert rechtsextreme Partei" in D eine Landtagswahl gewinnt

Post 38 im Thema

Beitrag von missy »

Nora_7 hat geschrieben: Mo 2. Sep 2024, 16:11 Grundsätzlich bleibt vor allem bei vielen Rentnern das Problem, dass Leistungen aus langjährigen Beitragszahlungen geringer ausfallen als Sozialleistungen für auch nicht arbeitende Migranten.
Liebe Nora,

ja, das kann sein.
Aber der Schluss daraus ist der Falsche. Es ist nicht so, dass MigrantInnen bevorzugt werden.
Wenn die Leistungen aus langjährigen Beitragszahlungen zu niedrig ausfallen, besteht auch hier ein Anspruch auf ergänzende Sozialleistungen.
Dann haben beide das Gleiche.

Vielleicht wären die MigrantInnen auch gerne in Deutschland geboren worden, hätten Geld verdient, sich 'was aufgebaut ,...
Sind sie aber nicht.
Und arbeiten durften sie hier auch nicht uneingeschränkt.
Also bekommen sie Hilfe.
Die gleiche Hilfe, die auch Deutsche bekommen, die zu wenig haben zum Leben.
Und das ist gut so. (soli)

Liebe Grüße, missy
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Re: Ein verstörender Vorgang, dass eine "gesichert rechtsextreme Partei" in D eine Landtagswahl gewinnt

Post 39 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

missy hat geschrieben: Mo 2. Sep 2024, 18:22 Die gleiche Hilfe, die auch Deutsche bekommen, die zu wenig haben zum Leben.
Genau das ist das Problem. Im Vergleich zu ihrer Herkunft ein Luxusleben, dass sie ungern aufgeben. Da meine Frau sehr viel mit Migranten, vor allem Migrantinnen, zu tun hat, sehe ich dies jeden Tag. Es sind nur wenige, die hier Beiträge leisten wollen, das versucht wieder die Bürokratie zu verhindern. Aber meine Frau hat alle ihre "Schützlinge" durchgeboxt. Die Mehrzahl allerdings, die wir erleben, wird lieber schwanger und lebt vom Sozialstaat.

Liebe Grüße Nora
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Re: Ein verstörender Vorgang, dass eine "gesichert rechtsextreme Partei" in D eine Landtagswahl gewinnt

Post 40 im Thema

Beitrag von missy »

Nora_7 hat geschrieben: Mo 2. Sep 2024, 18:30 Im Vergleich zu ihrer Herkunft ein Luxusleben
Hallo Nora,

da bin ich wieder.
Schön, wenn es aus ihrer Perspektive ein Luxusleben ist. Es sei ihnen gegönnt. Aus Sicht von uns Deutschen ist es das Minimum. Das, was frau/man braucht, um zu leben.
Es sind nur wenige, die hier Beiträge leisten wollen
Auch da magst du in Ansätzen nahe dran sein. Ich habe es so erlebt, dass die meisten irgendwann "mehr" wollen. Einmal "akklimatisiert" kommt der Wunsch nach mehr. Und damit die Bereitschaft, sich zu engagieren, sich einzubringen, mitzumachen.
Die Mehrzahl allerdings ... wird lieber schwanger und lebt vom Sozialstaat.
Was soll ich dir sagen? Das gibts auch bei Deutschen. Ich hatte mehrfach mit 14-/15-jährigen deutschen Müttern zu tun. Das hat auch was mit Bildung zu tun.

Und da wird's spannend. Ob die MigrantInnen oder ihre Kinder: Wir müssen sie annehmen, bilden (gut, manche sind gebildeter als ich), ihnen helfen, sie unterstützen, sie aufbauen. (Und ich bin kein Lehrer.) Nur so können sie zu fördernden Mitgliedern unserer Gesellschaft werden. So funktioniert Integration, von der alle profitieren.

Liebe Grüße, missy
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Re: Ein verstörender Vorgang, dass eine "gesichert rechtsextreme Partei" in D eine Landtagswahl gewinnt

Post 41 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

missy hat geschrieben: Mo 2. Sep 2024, 19:14 Auch da magst du in Ansätzen nahe dran sein. Ich habe es so erlebt, dass die meisten irgendwann "mehr" wollen. Einmal "akklimatisiert" kommt der Wunsch nach mehr. Und damit die Bereitschaft, sich zu engagieren, sich einzubringen, mitzumachen.
Die Mehrzahl funktioniert nicht, vielleicht aus Mentalitätsgründen. Haben gerade einen Afrikaner in Ausbildung, braucht Deutsch B1 - durchgefallen. Kostenlose Nachhilfe: Ich habe jetzt Ferien, da lerne ich nicht. Kann man sagen nur Tschüss&weg.

Liebe Grüße Nora
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Re: Ein verstörender Vorgang, dass eine "gesichert rechtsextreme Partei" in D eine Landtagswahl gewinnt

Post 42 im Thema

Beitrag von Georgette »

Hallo,
@Nora
Die Wahlforschung zeigt sehr wohl, dass rechtsextreme und völkische Positionen bei vielen AfD Wählern eine wichtige Rolle spielen. Und die Nähe einiger Mitglieder des Forums zu solchen Positionen ist kaum zu übersehen.
Wer dem nachhängt sollte einfach schauen, wie es queeren Menschen unter Putin, Erdogan, Orban und ähnlichen völkisch nationalen Regimen geht.
Völkisches Denken ist per se menschenfeindlich und trifft immer zuerst die Minderheiten.
Nicht die demokratischen Parteien waren schuld am Nationalsozialismus und nicht die Juden am Antisemitismus.
Und vielleicht macht die Ampel schlechte Politik, aber das erklärt kaum das Erstarken vollständig menschenfeindlicher Politikkonzepte. Die Wähler tragen die Verantwortung für ihre Entscheidung und können mitnichten einen gesellschaftlichen oder persönlichen Notstand geltend machen.
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Re: Ein verstörender Vorgang, dass eine "gesichert rechtsextreme Partei" in D eine Landtagswahl gewinnt

Post 43 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

@Georgette: nach meinen Erfahrungen ist vielen Menschen die Minderheitendiskussion einfach nur lästig. Sie haben existenzielle Probleme, und haben den Eindruck, dass der Focus mancher Parteien in der öffentlichen Diskussion nicht darauf, sondern zu viel auf Minderheiten liegt - z.B. LBTQ*, gendern. Ich erlebe das auch beim CSD, dass die extrem knappen microdünnen Lycra-Hosen mancher Schwulen oder die Hundemasken (Puppy Play) auf massive Ablehnung stoßen, Eltern Probleme haben, dies ihren Kindern zu erklären - sie kennen es ja selbst nicht. Fetisch in der Öffentlichkeit ist nun mal unerwünscht. Ich sage schon seit langem, dass zu ungewohntes Auftreten, vor allem in Richtung Fetisch und sexueller Präsentation (natürlich immer außer "Titten") in der Öffentlichkeit nicht wirklich ankommt. AfD und BSW nutzen diese Ängste vor dem Unbekannten geschickt aus und verstärken sie regelmäßig gegen die Parteien, die dahinter stehen. Zu jeder Regenbogenveranstaltung kommt auf FB, X etc. direkt ein widerlich abwertender Kommentar der AfD aus der Region: Wir sind die Normalität, bei uns braucht ihr das nicht anzusehen, NUR WIR kümmern und um eure echten Probleme...

Vor allem CDU und FDP sind m.E. in der Mediennutzung völlig inkompetent, SPD und Grüne besitzen ja genügend Verlagshäuser und Agenturen (RND), die ihre Ansichten verbreiten. Bei Social Media sind die aber auch schwach.

Ist schon mal aufgefallen, dass AfD und noch mehr BSW grundsätzlich vom Bürgerwillen, Bürgermandat sprechen? Und nicht von einer ideologie/dazugehörigem Parteiprogramm? Bottom-up Kommunkationsstrategie statt Top-Down (da zeichnen sich gerade die Grünen besonders aus). Das ist zwar nicht die Wahrheit, wird aber so verkauft und damit wahrgenommen.

Liebe Grüße Nora
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Re: Ein verstörender Vorgang, dass eine "gesichert rechtsextreme Partei" in D eine Landtagswahl gewinnt

Post 44 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Klaudia hat geschrieben: Mo 2. Sep 2024, 15:30 Von mir nur ein kleiner Erklärungsversuch, warum diese böse Partei gerade so viel Zuspruch erhält:
Man könnte einfach glücklich sein, wenn nicht ...
... der subjektive Eindruck (oder die Falschinfos in manchen Medien) in Konflikt mit der Realität stände.

"- die deutsche Wirtschaft gerade den Bach runtergeht und massenweise Arbeitsplätze vernichtet werden (durch Insolvenzen bzw. Verlagerung ins Ausland)"

Die Arbeitslosigkeit sank von 2013 bis 2019 von 11,7 auf 5%. Dann kam Corona und Putins Krieg, aktuell sind wir bei 6%. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg von 27,3 Mio (2008) auf ~34,9 Mio (2024). 2008 waren 400.000 Stellen offen, aktuell 600.000. Bis 2019 war selbst die "Wende" aufgeholt und die aktuellen Zahlen sind besser als die meisten Jahre seit 1992 (ausser 2018/19). (Alle Zahlen ausser der ersten: Zeitreihen der BA)

Das BIP in D steigt seit Jahrzehnten quasi kontinuierlich, also Geld wird umgesetzt und verdient. Der Steueranteil liegt seit Jahrzehnten ziemlich stabil bei 22%, daher stieg auch das Steueraufkommen auf 916 Mrd € 2023. Der Reallohnindex (also Lohn gemessen an Kaufkraft) liegt 7 Prozentpunkte über 1993, ohne Putins Krieg hätte es nicht den Einbruch von 2022 gegeben.

"- die Verkehrsinfrastruktur zerfällt - gerade das Thema Bahn, die wir aus Umweltgründen doch vermehrt nutzen sollten"

Jepp, da gebe ich dir recht. Nach der neoliberalen Wende sollte sie an die Börse, weshalb "optimiert" wurde. Strecken still gelegt, Preise erhöht, bei Wartung und Instandhaltung gespart (u.a. "Eschede"). Gleichzeitig wurden "Gewinne" abgefordert. Übrigens fast alles CxU Minister, wobei die SPDler wahrlich keine Leuchten waren. Die Gesetze sagen übrigens, dass die Bahn Reparaturen aus ihrem Budget bezahlen muss, Neubauten aber der Bund - was da wohl bei raus kommt? Genau.

Und der Todesstoss waren vier CSU Verkehrsminister in Folge, die gemäss ihrem Auftrag möglichst viel Geld nach Bayern geschafft haben [1], [2], [3], [4]. Das betraf dann nicht nur die Bahn, sondern auch Bundesmittel für kommunale und Landesstrassen in anderen Bundesländern.

Naja und Wissing...

"- die Energiekosten wahnsinnig steigen und Deutschland nichtmal dabei das eigene CO2-Ziel erreicht, weil wir neue Kohlekraftwerke! bauen"

Die Energiekosten sind, wie schon an anderer Stelle geschrieben, ziemlich auf prä-pandemischem und prä-putinschem Niveau. Was passieren wird: Fossile Brennstoffe werden teurer werden. Sogar egal, ob wir die CO2 Abgabe wie international vereinbart anheben oder nicht. Weil der Rest der Welt schon weiter auf der Energiewende-Spur ist. Strom hingegen sollte eigentlich längst billiger sein, was leider durch die Einheits-Strompreis-Zone und die verschlepptem Leitungsausbauten in den Süden verhindert wurde. Für den Norden plus NRW könnte er das sozusagen mit einem Federstrich (Strompreiszonen). So aber zahlen alle mehr, weil in Bayern die teuren fossilen Kraftwerke hochgefahren werden müssen.

Ich wüsste nicht, wo jetzt noch neue Kohlekraftwerke gebaut werden. Die Abschaltung bis spätestens 2038 ist geregelt. Für alle Braunkohle-KW stehen die Endtermine bereits fest. Einige Steinkohle-KW gehen vorher in die Reserve. Der Anteil fossiler KW nimmt immer weiter ab, (Daten 2002-2024). Kohle besonders. Im 1. HJ 2024 nur noch knapp über 20%. Erneuerbare legen zu auf fast 60%. Das ist auch wirtschaftlich, denn Kohlestrom ist inzwischen viel zu teuer.

"- das Bildungsniveau immer weiter sinkt"

Hm ja... das ist auch so'n Ding. Es gibt ja Wissenschaft dazu, was Schulen brauchen. Nämlich intakte Gebäude, sehr viele gute Lehrkräfte, also keine Quereinsteigenden und "Saisonkräfte" mit Halbjahresverträgen, aktuelle Lehr- und Lernmittel, Sozialarbeit, Förderung und auch materiellen Ausgleich für Kinder aus ärmeren und "bildungsferneren" Schichten und schliesslich Aufstiegschancen als Motivation.

Was hingegen richtig runterzieht: Schulerfolg quasi abhängig von Geld und Interesse der Eltern, die den Mangel individuell für ihre Kinder ausgleichen, Demotivation, Mangelverwaltung und Auspowern der Lehrkräfte, ein unüberwindliches Kastensystem aus dem 19ten Jahrhundert und ein Umfeld, das Schule, Bildung etc nicht wertschätzt.

Das alles ist aus anderen Ländern seit Jahrzehnten bekannt und gilt auch Deutschland: Wer erinnert sich an den Brandbrief der Rütli-Schule in Berlin Neukölln von 2006? Nun, inzwischen sieht es dort vollkommen anders aus: Nach 8 Jahren, nach 10 Jahren, nach 15 Jahren (2021).

tl;dr "Geld und gute Leute". Gebäude saniert, Lehrkräfte und Sozialarbeitende eingestellt, die die Sprache(n) der Kinder sprechen, Ganztagsbetreuung, aus Grund-, Haupt-, Realschule und einer neuen gymnasialen Oberstufe eine integrierten Gesamtschul-Campus gemacht.

Aber gleichzeitig gibt es auch gleich das Gegenbeispiel, denn die Rütli-Schule war meines Wissens das einzige Projekt, das so gefördert wurde. In den Stadtteilen nebendran sieht es nicht so gut aus.

"- die Gefahr steigt, im öffentlichen Raum Opfer von Messerattacken zu werden"

Ah, der ist gut, weil beispielhaft, was Kriminalstatistik angeht. tl;dr nope, nicht die Gefahr steigt, sondern vor allem die Zahl der Berichte.

Der wesentliche Punkt: Die offiziellen Polizei-Statistiken weisen erst seit ~2020 "Tatwaffe Messer" extra aus, wobei dies erst nach und nach in den Bundesländern eingeführt wurde, wodurch die Gesamtzahlen logischerweise steigen. Davor gibt es keine Zahlen. Nun war 2020 das Coronajahr mit Ausgangsbeschränkungen bis nach 2022 hinein. Sämtliche Kriminalstatistiken hatten 2020 bis 22 eine massive Delle - ausser Cyber Crime - die sich jetzt wieder auf präpandemisches Niveau einpendelt. Bei Gewalttaten ist auch kein Zusammenhang zur Staatsangehörigkeit (oder Vornamen...) nachweisbar. Die wesentlichen Merkmale sind: Männlich, 15-30 Jahre und ein problematisches soziales Umfeld.

Es gibt aber eine sehr ausführliche Studie[1] von 2022, die sich Gewalttaten mit Messern im Vergleich zu allgemeiner Gewaltkriminalität anhand von verurteilten Täter*innen angeguckt hat, und zwar speziell 2013 und 2018. Warum? Weil "2015":

"Der leichte prozentuale Anstieg der Messerkriminalität von 10,7"¯% in 2013 auf 14,7"¯% in 2018 spiegelte keinen statistisch bedeutsamen Anstieg wider, womit die teilweise medial vertretene These eines massiven Anstiegs der Messerkriminalität für Rheinland-Pfalz nicht gestützt werden konnte. Ohnehin stellt das Maß der medialen Berichterstattung, in welchem insbesondere die Gewaltkriminalität generell und zuletzt auch die Messerkriminalität stark repräsentiert sind, selbstverständlich keinen Indikator für das tatsächliche Kriminalitätsaufkommen dar. Durch mediale Überrepräsentation kann aber ein verzerrtes Bild der tatsächlichen Kriminalitätslage entstehen, das zu übertriebenen oder unangemessenen Diskussionen und Reaktionen beitragen kann. Die Veränderungen beim Altersdurchschnitt der Täter/-innen waren statistisch nicht signifikant; insgesamt deuten die vorliegenden Daten darauf hin, dass die Messerkriminalität in Deutschland kein spezifisches Problem der Jugend zu sein scheint — wie beispielsweise in Großbritannien oder nach Berichten der WHO —, sondern in allen Alterskategorien auftritt."

Und das hier ist auch wichtig: "Weder in beiden Jahrgängen zusammengenommen noch bei einer separaten Analyse war ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen der Messerkriminalität und der gesamten schweren Gewaltkriminalität hinsichtlich der Staatsangehörigkeit auszumachen. Deskriptiv zeigte sich hingegen ein Anstieg des Anteils nichtdeutscher Täter/-innen bei den Aburteilungen aufgrund von Messerkriminalität von 25,9"¯% in 2013 auf 43,6"¯% in 2018. Eine entscheidende Rolle könnte hierbei die Anzeigebereitschaft spielen, die beeinflusst, welche Taten ins Hellfeld gelangen, was z."¯B. bei Körperverletzungsdelikten laut Birkel et al. nur bei etwa einem Drittel der Fälle anzunehmen ist. Hierbei muss in Rechnung gestellt werden, dass ethnisch fremde Tatverdächtige ca. doppelt so oft angezeigt werden, im Vergleich zu Personen, die als Mitglieder der eigenen Ethnie eingestuft werden, und dass die mediale Berichterstattung einen entscheidenden Einfluss auf die Kriminalitätsfurcht und damit auf das Anzeigeverhalten hat. Somit liegt nahe, dass eine Intensivierung der Berichterstattung auch die Anzeigebereitschaft erhöht, wobei Hestermann (2020) berichtete, dass nichtdeutsche Tatverdächtige ohnehin medial deutlich überrepräsentiert sind, was eine Verstärkung der Auswirkungen auf das Anzeigeverhalten und damit die Hellfelddaten erwarten lässt."

Auch 2023 liess sich aus den Daten von BKA oder in [2] speziell dem bayrischen LKA nicht ableiten, dass das Risiko für einen Messerangriff im öffentlichen Raum gestiegen sei und auch keine der anderen häufigen Mutmassungen und Behauptungen. Taten mit Zufallsopfern machen eh nur 5% der Gewalttaten mit Messern aus.

Interessanterweise gibt es aber aus UK eine Erfahrung, welche Faktoren Gewaltkriminalität (auch uns spezielle mit Hieb/Stichwaffen) verschlimmert - Sparpolitik bei Community Police (Kontaktbereichs-Polizei) und Jugendarbeit - und was sie präventiv verhindert: (Übersetzung: Google) "In Schottland betrachtet die seit 2006 tätige Scottish Violence Reduction Unit Gewaltkriminalität ebenfalls als ein Problem der öffentlichen Gesundheit. Durch die Konzentration auf die Grundursachen erkennt dieser Ansatz an, dass die Verletzlichkeit von Kindern angegangen werden muss, um zu verhindern, dass die nächste Generation Gewalt ausübt. Dazu gehört die Bekämpfung von Armut, Ungleichheit in der Bildung, psychischer Gesundheit und sozialer Isolation sowie Ausbildung und Beschäftigung. Dies sind alles wichtige Probleme, die junge Menschen anfällig für kriminelle Aktivitäten machen. Solche ganzheitlichen Ansätze ermöglichen die Diagnose der Grundursachen von Gewalt, und die Ergebnisse zeigen die Vorteile. Die Mordrate in Schottland hat sich zwischen 2008 und 2018 halbiert. In Glasgow sank die Zahl der Krankenhauseinweisungen aufgrund von Angriffen mit einem scharfen Gegenstand um 62 %." [1](en).

Heisst: Das Risiko, Opfer einer Messerattacke zu werden ist nicht wirklich gestiegen. Die Gewaltkriminalität (Anzeigen laut PKS) war tatsächlich 2007 am höchsten und seitdem bis zu 15% darunter. Deutschland ist selbst in Europa überdurchschnittlich sicher. Die meisten Gewalttaten passieren unter Leuten, die sich kennen. Herkunft/Ethnie/Zuwanderung ist nicht das Problem. Prävention heisst nicht schärfere Gesetze, sondern Sozialarbeit plus die "guten alten" SchuPos.



Also: Nein, die Wirtschaft geht nicht den Bach runter. Aie Arbeitslosigkeit steigt nicht. In fast allen Branchen fehlen gute Leute. Die Kaufkraft ist ziemlich stabil - wäre da nicht dieser blöde Krieg. Wenn du etwas anderes fühlst, wäre vielleicht mal interessant, woher diese Diskrepanz zwischen Fakten und Eindruck kommt.

Aber: Jupp, die notwendigen und anerkannt wirksamen Modernisierungen in Bildung, Verkehr, Energie und gesellschaftlichem Zusammenleben werden seit Jahrzehnten vor sich her geschoben. Und jetzt kommt die bittere Wahrheit: Diejenigen, die diese Modernisierungen konsequent unterlassen haben, wurden trotzdem immer wieder gewählt. Meiner Vermutung nach, _weil_ sie versprochen haben, dass sich nichts ändert - höchstens für andere verschlimmert.

Und diejenigen, die genau die notwendigen und anerkannt wirksamen Massnahmen seit Jahrzehnten in ihren Programmen stehen haben, werden gerade zum Hauptfeind erklärt, _weil_ sie diese durchführen wollen. Guck dir die grünen Programme der vergangenen Dekaden an. Steht alles drin. Von Schule über Energie und Verkehr bis zu sozialen Angeboten. Ah, und Klimakrisen- und Klimafolgenprävention. Denn da rauscht wegen des Nichtstuns noch eine gigantische Menge an Kosten auf uns zu. In Bergregionen ganz wortwörtlich.

Also sorry, aber "Alt-Parteien"? Eher Parteien der Gestrigen, und zwar die Parteien selbst und jene, die sie wählen. CxU schon immer, der FDP ist inzwischen alles egal, solange Firmen Geld verdienen und die SPD lallt halbdement alte Floskeln und Gewerkschaftslieder. Die Linke lass ich mal weg, weil: Richtige Analyse, falsche Rezepte, kein Personal dafür.

Die heftigsten Gestrigen und Realitätsverweigernden sind aber die Rechtsextremen und die Wagenknechte. Sie haben nicht mal ansatzweise funktonierende Rezepte für sinnvolle Massnahmen. Im Gegenteil. Wenn sie könnten, wie sie wollten, würde von obigem nichts besser, sondern das und noch viel mehr viel schlimmer. Leider werden sie meiner Ansicht nach genau deshalb gewählt, _weil_ sie maximal weit von der Beschäftigung mit der Realität entfernt sind und stattdessen laut schimpfend "hau die Strohpuppe" spielen. Das sind lange schon keine "Denkzettel"-Wählenden (Studien kann ich raussuchen), sondern wer Afd wählt hat die rechtsextremen Ideen verinnerlicht.
MoreThan2m
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Re: Ein verstörender Vorgang, dass eine "gesichert rechtsextreme Partei" in D eine Landtagswahl gewinnt

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Beitrag von MoreThan2m »

Danke, dass Du all diese Punkte so gründlich aufgedröselt hast. Mit so detailliertem Wissen und differenzierten Argumenten erreichst Du jedoch nicht die Anhänger der plakativen Methoden bestimmter Parteien. Solche komplexen Darstellungen überschreiten die "30-Sekunden-Marke" — sprich, sie überfordern die Aufmerksamkeitsspanne der meisten Menschen.

In unserer marktwirtschaftlich orientierten Medienwelt regiert das Prinzip "Laut und schrill". Es sind vor allem die auffälligen, provokanten Meldungen, die in den Medien landen und dann tatsächlich wahrgenommen werden. Dies führt zu einem selbstverstärkenden Kreislauf: Je lauter und provokanter eine Nachricht, desto mehr Aufmerksamkeit bekommt sie — und umgekehrt.

Man sieht das auch gut an YouTubern, die am Anfang ganz normale Inhalte produzieren. Natürlich beobachtet man dann, welche Videos gut ankommen, welche die meisten Klicks und damit auch das meiste Geld generieren. Schnell merkt man: Oh, dieses eine Video lief besonders gut, also mache ich mehr in diese Richtung. Bald folgen Clickbait-Thumbnails und provokante Inhalte, die mehr Interaktionen erzeugen. Diese höhere Interaktionsrate führt dazu, dass die Videos häufiger in den Timelines anderer Nutzer auftauchen. So kann es passieren, dass man sich plötzlich in einer Ecke wiederfindet, die man sich vorher gar nicht hätte vorstellen können.

Dieses Phänomen erklärt auch, warum gerade junge Menschen, die viel Zeit in diesen Medien verbringen, oft überdurchschnittlich rechts wählen. Man wird in eine Welt gezogen, in der einfache, plakative Botschaften dominieren. Leider lernt man oft erst mit zunehmendem Alter, dass es keine einfachen Lösungen gibt. Eine vermeintlich einfache Lösung für ein Problem kann ein viel größeres an anderer Stelle schaffen.

Ich habe leider auch kein Patentrezept, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Das Einzige, was helfen kann, ist eine gestärkte Medienkompetenz und die Fähigkeit, das eigene Verhalten kritisch zu hinterfragen. Es geht darum, Inhalte nicht nur passiv zu konsumieren, sondern sich aktiv zu fragen: Was steckt dahinter? Wer profitiert davon? Und was sind die langfristigen Folgen dieser scheinbar einfachen Antworten?
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