Viele der Symptome kenne ich auch, allerdings teste ich immer nur knapp unter der Schwelle, ab der irgendein Medizinmensch mir eine Diagnose ausstellen würde. Elvanse und Medikinet ("Ritalin") habe ich auch probiert. Menschen in meiner Umgebung sind neurodivers und haben mir Proben gegeben. Bei mir wirken beide wie im Lehrbuch. (Kleines Erfahrungs-Beispiel: Wer kennt die sprichwörtliche Gedanken-Situation beim Sex, "die Decke könnten wir auch mal wieder streichen" oder "was machen wir nachher zum Abendessen"? Mit Medikinet sind diese ablenkenden Gedankensprünge bei mir für vier Stunden weg und der Fokus genau in der Situation). Ich habe eine Reserve in der Hinterhand, falls ich sie mal wirklich brauche. Der Hinweis auf Betäubungsmittel ist ernst. Die testen alle positiv auf Amphetamine, auch wenn sie nicht aufputschend, sondern fokussierend wirken.
Ich lerne sehr viel von meinen Freundys, welche Strategien und Methoden sie zusätzlich verwenden, um mit Motivationsmangel, Prokrastination und Ablenkbarkeit fertig zu werden. Denn Medikation allein ist in der Regel nicht die Lösung.
Wer sich in den Beschreibungen auch wiedererkennt (und Englisch kann), findet vielleicht
https://howtoadhd.com/ nützlich. Das
Buch enthält pro Kapitel ein Merkmal, beschreibt es und mögliche Strategien, damit umzugehen. Dabei geht es nicht um "Renormalisierung" bzw Angleichung an die Normgesellschaft, sondern mit dem eigenen, neurodiversen Hirn auf eigene Art selber besser klar zu kommen.