Caster Semenya: "Es kann in den Selbstmord führen" | Sportschau
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Anne-Mette
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Caster Semenya: "Es kann in den Selbstmord führen" | Sportschau
Die zweimalige Olympiasiegerin Caster Semenya schildert in einem exklusiven Interview mit der ARD, welchen krassen Effekt Leichtathletik-Regeln auf ihr Leben haben und wie sie die Diskussionen über Geschlechteridentität in Paris erlebt. Für ihre Kritiker hat sie kein Verständnis.
https://www.sportschau.de/olympia/caste ... n-100.html
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Susi T
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Re: Caster Semenya: "Es kann in den Selbstmord führen" | Sportschau
Schon interessant wenn man sich mit den Zahlen beschäftigt.
Der Normbereich einer Frau liegt bei 0,15-0,6 ng/ml und der Grenzwert beim Sport liegt bei 0,721ng/ml. Also knapp oberhalb des Normbereichs, um den einzuhalten müsste man klar drunter liegen, also auf alle Fälle im Normbereich dauerhaft liegen. Fragt sich wieviel Frauen bei diesen Kriterien rausfallen, denn Normbereich heißt ja nicht, das alle da drin liegen.
Meine Ex wäre mit doppelt so hohen Werten klar ausserhalb gelegen, trotzdem ist sie leibliche Mutter eines Kindes und hätte Blocker nehmen müssen um an sportlichen Wettkämpfen teilzunehmen?
Klar hatte sie körperliche Kraftvorteile, das weiß ich nur zu gut und vieleicht ist es je nach Sportart tatsächlich gut sich Gedanken zu machen. Aber so einfach ist das alles nicht.
Der Normbereich einer Frau liegt bei 0,15-0,6 ng/ml und der Grenzwert beim Sport liegt bei 0,721ng/ml. Also knapp oberhalb des Normbereichs, um den einzuhalten müsste man klar drunter liegen, also auf alle Fälle im Normbereich dauerhaft liegen. Fragt sich wieviel Frauen bei diesen Kriterien rausfallen, denn Normbereich heißt ja nicht, das alle da drin liegen.
Meine Ex wäre mit doppelt so hohen Werten klar ausserhalb gelegen, trotzdem ist sie leibliche Mutter eines Kindes und hätte Blocker nehmen müssen um an sportlichen Wettkämpfen teilzunehmen?
Klar hatte sie körperliche Kraftvorteile, das weiß ich nur zu gut und vieleicht ist es je nach Sportart tatsächlich gut sich Gedanken zu machen. Aber so einfach ist das alles nicht.
Das beste Make-up einer Frau ist Glücklich sein
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Lavendellöwin
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Re: Caster Semenya: "Es kann in den Selbstmord führen" | Sportschau
Ja, nein, ist es nicht...Tira hat geschrieben: Fr 9. Aug 2024, 10:20 Klar hatte sie körperliche Kraftvorteile, das weiß ich nur zu gut und vieleicht ist es je nach Sportart tatsächlich gut sich Gedanken zu machen. Aber so einfach ist das alles nicht.
es ist nicht klärbar, nicht wirklich.
Hätte ich bezogen auf meinen Hypogonadismus und weil ich nicht den männlichen Normwert erreicht
hätte, trotz überwiegend männlich gelesenem Genital bei den Frauen mitmachen müssen, selbst wenn ich es nicht gewollt hätte?
Die Grenze ist einfach schwammig und sinnfrei..sorry..
und ich nehme mich ja nicht inter* wahr. Leistungssport ist in dem Fall wirklich tricky..
Zumal dann immer noch nicht gesagt ist wie viel von dem freien Geschlechtshormon im Serum auch wirklich andockt
und dann die Entwicklung ausfällt. Oder wieviel Testo in DHT oder E2 umgewandelt wird..
Über wie Werte zu gehen macht relativ wenig Sinn denk ich.
Alles Liebe Marie
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Re: Caster Semenya: "Es kann in den Selbstmord führen" | Sportschau
Diese Referenz und Grenzwertsache für "biologisches Geschlecht" schon prinzipiell nicht für Sport funktionieren. Weder bei Testosteron noch bei anderen Skalen. Die Referenztabellen legen ein statistisches Normal des endogeschlechtlichen Bevölkerungsdurchschnitts fest mit einer ziemlich willkürlichen Grenze, wer zum Normal zählt. In der Realität überlappen sich die Glockenkurven "beider" Geschlechter aber. Im Falle Testosteron sogar so breit, dass auch für Männer deren Testowert kaum Aussage über deren Leistung liefert. Es gibt endo Frauen mit mehr Testo im Blut als einige endo Männer. Ob ihnen das hilft ist fraglich und nicht pauschal vorhersagbar.Tira hat geschrieben: Fr 9. Aug 2024, 10:20 Schon interessant wenn man sich mit den Zahlen beschäftigt.
Der Normbereich einer Frau liegt bei 0,15-0,6 ng/ml und der Grenzwert beim Sport liegt bei 0,721ng/ml. Also knapp oberhalb des Normbereichs, um den einzuhalten müsste man klar drunter liegen, also auf alle Fälle im Normbereich dauerhaft liegen. Fragt sich wieviel Frauen bei diesen Kriterien rausfallen, denn Normbereich heißt ja nicht, das alle da drin liegen.
Meine Ex wäre mit doppelt so hohen Werten klar ausserhalb gelegen, trotzdem ist sie leibliche Mutter eines Kindes und hätte Blocker nehmen müssen um an sportlichen Wettkämpfen teilzunehmen?
Klar hatte sie körperliche Kraftvorteile, das weiß ich nur zu gut und vieleicht ist es je nach Sportart tatsächlich gut sich Gedanken zu machen. Aber so einfach ist das alles nicht.
Wenn die Referenz/Grenzwerte für die "schwächere" Gruppe zu breit definiert wird, haben ggf die Leute am hinteren Ende ggf gar keine Chance, weil sie den T-Vorteil der Spitzengruppe nie durch Training ausgleichen können. Werden dei Grenzwerte zu gering angesetzt, fallen immer mehr aus der Mehrheit raus, obwohl das Testo bei ihnen keinen signifikanten Vorteil gegenüber anderen Faktoren gibt.
Heisst: Sobald eine "schwächere Gruppe" über solche Grenzwerte definiert wird, fallen damit automatisch Menschen raus, die aus anderer Perspektive "drin" wären.
Und das im Hinblick auf Wettbewerbe, die ja gerade Ausnahmeleistungen mit Medaillen und Siegprämien honorieren. Im Spitzensport sind keine Normal-Menschen siegreich. Und bei den Männern ist das auch kein Problem.
Der andere Punkt ist, dass bei Unterschieden nach "Geschlecht" gesucht wird, nicht nach Auswirkung auf die Sportart. Ich hatte das (nicht so seltene) Beispiel kompletter Androgenresistenz erwähnt. Die XY-Mutter mit ihrer XY-Tochter. Da kann noch so viel Testo im Körper sein, es wird nicht umgesetzt. In der Sportart geht es aber vielleicht um Muskelkraft bzw Muskel/Gesamtgewichts-Verhältnis. Also sollten vielleicht _solche_ Leistungsklassen gebildet werden. Für Rudern andere als für Diskus, für Boxen andere als für Laufen.
Das halte ich allerdings leider für unwahrscheinlich, weil dann potenziell midestens in der Mitte mixed Klassen entstehen, in denen Männer und Frauen ähnlicher Voraussetzungen gemeinsam vertreten sind. Ich glaube a) nicht, dass das für männliches Ego vertretbar wäre, b) gäbe es ständig die Fairness-Diskussion, falls ein Mann vor einer Frau gewinnt und c) würden diese "schwächeren" Klassen eh kaum Interesse finden, weil wir auf Spitzenleistungen getrimmt werden. Die - bis Paris - festgeschriebenen sehr knappen Frauen Beach Volleyball Outfits (ähnlich bei gymnastischen Fächern) kamen nicht von ungefähr. Frauensport muss (hetero)-sexy sein, um Einnahmen aus Sponsoring/Werbung und Übertragungslizenzen zu erzielen.
Noch ein Gedanke zur Scheinfairness von Olympia und anderen internationalen Wettbewerben und genetischen Merkmalen: Im Durchschnitt sind japanische Männer genau die 10cm kürzer und haben die Proportionen wie der Durchschnitt europäischer (Europa, Russland, Nordamerika) Frauen. Die Japaner (Männer) müss(t)en also im Wettbewerb überproportional mehr Muskeln für Kraftsportarten aufbauen, als Menschen aus nördlicheren Regionen. Dito der Energiebedarf bei Laufwettbewerben wegen der Schrittlänge. In vielen Spitzensportarten, die auf Kraft, Schnelligkeit, Körpergröße setzen, sind deshalb unterdurchschnittlich viele Asiat*innen unter den Spitzenleuten. (Ausnahme, telweise, China. Da fragen wir besser nicht so genau nach, wie das geht)