Das sehe ich so pauschal aber gar nicht soThea hat geschrieben: So 4. Aug 2024, 18:43 Andrea hat es sehr treffend beschrieben, als Transperson, CD, etc. sollte ich erst recht Toleranz gegenüber anderen praktizieren und nicht mein Recht als das Massgebende und von allen anderen zu Respektierende einfordern.
Das ist übrigens das aktuell sehr ausgeprägte Phänomen in unserer Gesellschaft, was uns in aktuelle Krise gebracht hat. Es wird viel zu sehr an sein eigenes Wohl und vermeintliches Recht gedacht und dabei nicht auf das Empfinden der Mehrheit Rücksicht genommen.
Aber erst zum aktuellen Fall: Da wurde nämlich nicht wirklich "eingefordert", sondern sogar Selbstbeschränkung angeboten, indem zB die Duschen nicht benutzt würden. Erst als klar war, dass die Ablehnung kam, "weil sie trans ist", hat sie - zurecht - die ADS eingeschaltet. Was dann passierte wurde massiv falsch dargestellt und aufgebauscht.
Und genauso generell gedacht, wie du schreibst und wie ich meine es verstanden zu haben: Wieso sollte _gerade_ eine Minderheit mehr Toleranz gegenüber der Mehrheit üben als sie von der Mehrheit erfährt? Weil die anderen mehr sind? Weil sie potenziell mehr Macht haben bzw stärker sind? So soll es per definitionem nicht funktionieren. Der Kern der ersten Grundgesetzartikel und das ihnen zugrunde liegenden Menschenbild, Menschenrechte usw. reden alle von Gleichwertigkeit aller Menschen. D.h. dass allen Menschen auch der gleiche Respekt und die gleiche Toleranz zusteht.
Sprich: Begegnung auf Augenhöhe, "was du nicht willst...", kategorischer Imperativ und das alles.
Natürlich ist das eine, was mensch nach "Recht" oder reiner Kraft_kann/könnte_ und das andere, was mensch aus Weisheit und Sozialkompetenz tatsächlich tut oder bleiben lässt. Aber das ist beidseitig. Im konkreten Fall wäre bei ein bisschen mehr Toleranz seitens der Gym-Leitung wahrscheinlich eine beidseitig verträgliche Lösung möglich gewesen.
Das mit dem Egosimus, bzw "eigenen Wohl und vermeintlichem Recht", ja, ist schon heftig, hat aber sehr verschiedene Ausprägungen. Was ich beobachte sind diverse Gruppen, die _schon_immer_ unter Ausgrenzung, Benachteiligung, also Verweigerung ihrer Rechte und mangelnder Toleranz der "Mehrheit" zu leiden hatten, und jetzt erst mal Gleichstellung erreichen wollen, und kleinen, lauten Teilen "der Mehrheit", die keine Lust hat, sich von der gewohnten bisherigen Intoleranz zu lösen. Sei es bei Bezeichnungen oder was auch immer.
Besonders mies ist natürlich, wenn sich benachteiligte Gruppen _untereinander_ ausgrenzen und diskriminieren. Klar gibt es auch unvereinbare Interessen, die dann vielleicht letztlich in getrennten Räumen enden. Eigentlich sollten aber gerade Benachteiligte besonders aufeinander achten und Solidarität und Toleranz untereinander üben. Dazu gehört auch, sich einzugestehen, selbst mal in der Rolle der potenziell Diskriminierenden zu sein - und dieses Potenzial nicht auszunutzen.