ARD-Journalistin Georgine Kellermann über ihr Trans-Outing mit 62 Jahren
ARD-Journalistin Georgine Kellermann über ihr Trans-Outing mit 62 Jahren

zu den Themen Crossdressing, Transgender, Transident...
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Franziska
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ARD„Journalistin Georgine Kellermann über ihr Trans„Outing mit 62 Jahren

Post 1 im Thema

Beitrag von Franziska »

Die ehemalige ARD-Journalistin Georgine Kellermann lebte jahrelang ein Doppelleben.
Im Alter von 62 entschied sie sich, als Transfrau zu outen. Im Interview spricht sie über ihre Erfahrungen.



www.tvspielfilm.de/news/stars/ard-journ ... 1pYX0StgAF
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Re: ARD„Journalistin Georgine Kellermann über ihr Trans„Outing mit 62 Jahren

Post 2 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

ich hatte vor ein paar Tagen auch einen Link zu einem Beitrag gepostet, später aber dann wieder gelöscht.
Die Informationen dort waren "zusammengestückelt". Das hatte ich beim ersten Überfliegen übersehen, aber Jaddy hat darauf aufmerksam gemacht.

Gleichwohl habe ich in den letzten Tagen/zwei Wochen zahlreiche Artikel zum Thema gefunden, die aber, soweit ich es festgestellt habe, nichts Neues gebracht haben.
Warum die auch immer in solcher Häufigkeit - ohne besondernen aktuellen Anlass - plötzlich erschienen sind, ist mir ein Rätsel.

Wir hatten vor längerer Zeit mal einen Beitrag hier im Forum zu Frau Kellermann. Ich kann mich aber daran erinnern, dass es wohl bei ihr nicht so gut angekommen ist.

Gruß
Anne-Mette
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Re: ARD„Journalistin Georgine Kellermann über ihr Trans„Outing mit 62 Jahren

Post 3 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

die (von mir unerwartete) Medienpräsenz von ihr, besonders in den letzten Tagen scheint mit ihrer Buch-Veröffentlichung zu tun zu haben.

Queer.de mit einem Artikel über das Buch:

Die größte Lüge der Georgine Kellermann

https://www.queer.de/detail.php?article ... gpgncn2LaW
Anja61
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Re: ARD„Journalistin Georgine Kellermann über ihr Trans„Outing mit 62 Jahren

Post 4 im Thema

Beitrag von Anja61 »

Hallo,

vorweg: ich habe das Buch von Georgine Kellermann noch nicht gelesen. Es wird ja von queer.de eher negativ beurteilt.
Es geht mir aber um etwas anderes: ich selbst bin jetzt 63 Jahre alt. Vor ein paar Jahren erschien irgendwo ein Zeitschriftenartikel über das Outing von ihr. Ich war beeindruckt - es ist doch nie zu spät, dachte ich mir. Also existiert ein Role Model, auch wenn ich es immer noch nicht geschafft habe, ihr nachzueifern. Außerdem hat sie auch nach dem Outing weiterhin die Leitung der WDR-Redaktion Essen behalten.

Wenn ich jetzt auf queer.de folgendes lese: Zitat aus dem Buch: "Georg ist die größte Lüge, die ich mir im Leben leistete." Kommentar: "Unglaublich, wie das über Jahrzehnte funktionierte. Denn nebenher wurde Frauenkleidung angeschafft, wie Georgine im Buch verrät, aber immer Undercover. Immer ist die Angst dabei, entdeckt zu werden."

Ist es nicht vielen von uns so gegangen? Mir jedenfalls schon. Deshalb verstehe ich die Irritation der Autorin/des Autors auf queer.de auch nicht. Dort macht man es sich meiner Meinung nach zu einfach...


Viele Grüße

Anja
"Mein Name ist Mensch"

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Anja61
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Re: ARD„Journalistin Georgine Kellermann über ihr Trans„Outing mit 62 Jahren

Post 5 im Thema

Beitrag von Anja61 »

Hallo Franziska,

danke für den Hinweis!
Abgesehen von ihrer Buchveröffentlichung, die ich auch interessant finde, aber noch nicht gelesen habe: so einfach ist es auch nicht - und vielleicht gerade für eine im öffentlichen Sektor präsente Frau nicht - sich zu outen. Schützt Prominenz?
Eventuell, aber ein potentieller Gegenwind kann dann auch heftiger ausfallen...

Grundsätzlich finde ich ihren damaligen Schritt immer noch mutig, und für mich mit meinen mehr als 60 Lebensjahren ist er ein Vorbild...


Viele Grüße

Anja
"Mein Name ist Mensch"

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Re: ARD„Journalistin Georgine Kellermann über ihr Trans„Outing mit 62 Jahren

Post 6 im Thema

Beitrag von Liv »

Anja61 hat geschrieben: Di 11. Jun 2024, 20:57 Ist es nicht vielen von uns so gegangen? Mir jedenfalls schon. Deshalb verstehe ich die Irritation der Autorin/des Autors auf queer.de auch nicht.
Ich auch nicht. Dort steht:
Als ginge es auch um eine Rechtfertigung, sich für den beruflichen Erfolg und gegen die Wahrheit entschieden zu haben.
Ich glaube nicht, dass es eine bewusste Entscheidung war. Karriere ist eine ausgezeichnete Möglichkeit der Verdrängung. Es gibt durchaus Transfrauen, die zuerst mit einem Burnout auf der Couch landen und sich dort dann die wahre Misere entpuppt.

Meines Erachtens hat sie auch niemanden angelogen, auch wenn sie das selbst so bezeichnet. Denn zur Lüge gehört immer auch ein Sprechakt. Kant würde vielleicht von fehlender Wahrhaftigkeit sprechen. Und Nietzsche zufolge "besteht Wahrhaftigkeit in der moralischen Verpflichtung, nach einer festen Konvention zu lügen". Sagen wir mal so: Sie hat eine Rolle gespielt, die andere von Ihr erwartet haben und damit alle getäuscht, die anderen und sich selbst. Also mithin eine Selbstverleugnung - und damit kennen wir uns hier im Forum ja wunderbar aus.

Im privaten Umfeld war sie ja wohl schon seit Mitte der 1980er komplett geoutet und ist auch en femme auf Reisen gegangen. Also nix mit Zimmertranse. Sie hat jahrzehntelang ein beachtliches Doppelleben geführt und hätte das wohl auch weiter so gehandhabt, wenn sie nicht jemand erkannt hätte. Dass es ihr nun besser geht ist doch toll. Was will man ihr denn vorwerfen? Das sie sich nicht schon in den 80ern als trans geoutet hat? Finde ich arg konstruiert. Wir wissen, wie die Zeiten damals waren, und das hat sich bei vielen in dieser Generation eingebrannt. Ergo alles richtig gemacht.

LG
Liv
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