Puh, eine steile These. Gibt es hierfür empirische Belege? Heißt eine Transition gleich HRT und GaOp? Aber wäre eine Diskussion hierzu für Helen in ihrem Thread hilfreich? Wenn das ein Thema ist, sollten wir es ggf. separat fortführen.Helga hat geschrieben: Di 20. Feb 2024, 21:30 Gerade bei Praxen mit "Trans- Erfahrung" wird leider viel zu schnell und viel zu oft der Weg in die Transition empfohlen.
Ich entnehme den Posts von Helen, dass sie derzeit unter ihrer Situation sehr leidet. Ich kann das auch sehr gut nachvollziehen, weil sich wohl unsere Situation sehr ähnelt: Langjährige Ehe, sehr spätes Outing, schwierige Suche nach Lösungswegen, weil wir uns lieben und unsere Beziehung erhalten wollen etc.
In dieser Situation habe ich (!) sehr gute Erfahrung mit externer Hilfe gemacht: schnelle Erstberatung in einer kommunalen Anlaufstelle - dann Psychotherapie, die auch eine Paar-Therapie wurde. Natürlich gibt es bei Therapeut:innen unterschiedliche Qualitäten und auch die "Chemie" zwischen Therapeut:in und Patient:in muss stimmen. Ich und unsere Ehe haben von der Psychotherapie nur profitiert. Das jahrzehntelange Unterdrücken meiner Transidentität hat natürlich Spuren bei mir und in unserer Ehe hinterlassen. Ich war zunehmend gereizt und frustriert und hatte am Ende keine Kraft mehr für das Verstecken/Unterdrücken. Das Outing und meine Transition waren (und sind) ein Risiko für unsere Ehe, da meine Frau ihren Mann nicht verlieren möchte und sich ein Leben (24/7) mit einer anderen Frau (derzeit) nicht vorstellen kann. Allerdings möchten wir beide unsere Ehe fortführen, da wir uns (immer noch) lieben. Gemeinsam und mit Hilfe unserer Therapeutin suchen wir nun nach einem Weg, der für uns beide gangbar ist. Aktuell ist unsere Ehe so gut wie schon lange nicht mehr und uns beiden geht es deutlich besser! Wir haben eine "Variante" gefunden, die für uns (und unsere Familie) wunderbar tragfähig ist. Ob das auf Dauer aber so bleibt, kann niemand garantieren. Das ist meine individuelle Situation und Erfahrung. Es gibt aber auch andere Wege, wie die Beiträge hier zeigen. Und das ist auch das wertvolle an diesem Forum. Es zeigt verschiedene Erfahrungen und Biographien auf und gibt Inspiration. Was davon auf die eigene Lebenswelt zutrifft, muss man dann jedoch selbst herausfinden.
Liebe Helen, wenn Ihr Euch liebt, dann solltet Ihr gemeinsam versuchen, einen Weg zu finden. Dass es gelingt, kann Dir niemand garantieren. Meine Erfahrung (und die anderer) kann Dir vielleicht Mut machen, die nächsten Schritte zu gehen. Denn Deine derzeitige Situation scheint auf Dauer nicht tragfähig zu sein - so war es zumindest bei mir. Ich wünsche Dir viel Erfolg!Helen67 hat geschrieben: Di 20. Feb 2024, 17:48 Da ist jede/jeder anders gestrickt, ich tue mir unheimlich schwer, jemandem wehzutun, noch schwerer bei einem geliebten Menschen.
LG Maike