Reisepass mit D oder X als Geschlechtseintrag
-
Lana
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 1782
- Registriert: Fr 8. Jan 2021, 01:29
- Pronomen: sie
- Hat sich bedankt: 954 Mal
- Danksagung erhalten: 1487 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Reisepass mit D oder X als Geschlechtseintrag
Hallo zusammen,
nachdem eine einfache Änderung des Geschlechtseintrags in greifbare Nähe gerückt ist, stellt sich die Frage der praktischen Auswirkungen, z. B. beim Reisen.
So gibt es beispielsweise noch viele Länder, die ein Visum zur Einreise verlangen. In der Regel gibt es in den Anträgen nur die Möglichkeit, M oder F anzukreuzen. Nicht-binäre oder intersexuelle Menschen mit einem D oder X als Geschlechtseintrag haben dann ein Problem.
Schwierig kann es auch für trans Menschen werden, deren Passing bei der Einreisekontrolle nicht ausreichend ist, die also laut Pass weiblich sind, vom Grenzbeamten aber männlich gelesen werden, oder umgekehrt.
Natürlich wäre es am einfachsten, solche Länder gar nicht zu besuchen. Es kann jedoch Gründe geben, trotz dieser Schwierigkeiten hinzufahren. Gibt es dann die Möglichkeit, einen Zweitpass mit anderem Geschlechtseintrag zu bekommen? Oder steht im Pass ohnehin entweder M oder F, weil die meisten Länder gar nichts anderes kennen?
LGL
nachdem eine einfache Änderung des Geschlechtseintrags in greifbare Nähe gerückt ist, stellt sich die Frage der praktischen Auswirkungen, z. B. beim Reisen.
So gibt es beispielsweise noch viele Länder, die ein Visum zur Einreise verlangen. In der Regel gibt es in den Anträgen nur die Möglichkeit, M oder F anzukreuzen. Nicht-binäre oder intersexuelle Menschen mit einem D oder X als Geschlechtseintrag haben dann ein Problem.
Schwierig kann es auch für trans Menschen werden, deren Passing bei der Einreisekontrolle nicht ausreichend ist, die also laut Pass weiblich sind, vom Grenzbeamten aber männlich gelesen werden, oder umgekehrt.
Natürlich wäre es am einfachsten, solche Länder gar nicht zu besuchen. Es kann jedoch Gründe geben, trotz dieser Schwierigkeiten hinzufahren. Gibt es dann die Möglichkeit, einen Zweitpass mit anderem Geschlechtseintrag zu bekommen? Oder steht im Pass ohnehin entweder M oder F, weil die meisten Länder gar nichts anderes kennen?
LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal
Blaise Pascal
-
Vesta
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 272
- Registriert: Sa 24. Feb 2024, 22:51
- Geschlecht: w
- Pronomen: sie
- Hat sich bedankt: 63 Mal
- Danksagung erhalten: 135 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Reisepass mit D oder X als Geschlechtseintrag
Vor Jahren hatte ich Mal aus anderem Grunde eine ähnliche Frage beim Innenministerium gestellt.
Bei besonderen Gründen kann ein Zweitpass ausgestellt werden. Die Daten im Zweitpass, insbesondere der Geschlechtsbeitrag, müssen aber mit denen im Erstpass übereinstimmen. Das ist also eine Sackgasse, hilft dir nicht weiter.
Es gibt schon länger die Regelung, dass das im Reisepass eingetragene Geschlecht vom Geschlecht in der Geburtsurkunde abweichen darf. Das betraf bisher Transsexuelle, die zwar die Vornamensänderung, nicht aber die Personenstandsänderung hinter sich hatte. Ich meine, diese Regelung kam, als der Geschlechtseintrag im Pass international ein Pflichtfeld wurde und nicht einfach weggelassen werden durfte. So etwas könnte auch bei Geschlechtseintrag X/D gelten. Bei mir hat das die Beantragung für den Pass um fünfzehn Minuten verlängert, weil die Behördenmitarbeiterin die Regelung nicht kannte und sich erst schlau machen musste, war dann aber kein Problem mehr.
Wenn du es genau wissen möchtest: Auf der Internetseite des BMI gibt es ein Kontaktformular, und die Anfragen werden auch kompetent beantwortet, auch wenn es ein paar Wochen dauert. Wenn du eine Antwort hast, Teil sie doch hier mit- Mich betrifft das nicht mehr, aber für andere Leser könnte das sehr wohl von Interesse sein.
Bei besonderen Gründen kann ein Zweitpass ausgestellt werden. Die Daten im Zweitpass, insbesondere der Geschlechtsbeitrag, müssen aber mit denen im Erstpass übereinstimmen. Das ist also eine Sackgasse, hilft dir nicht weiter.
Es gibt schon länger die Regelung, dass das im Reisepass eingetragene Geschlecht vom Geschlecht in der Geburtsurkunde abweichen darf. Das betraf bisher Transsexuelle, die zwar die Vornamensänderung, nicht aber die Personenstandsänderung hinter sich hatte. Ich meine, diese Regelung kam, als der Geschlechtseintrag im Pass international ein Pflichtfeld wurde und nicht einfach weggelassen werden durfte. So etwas könnte auch bei Geschlechtseintrag X/D gelten. Bei mir hat das die Beantragung für den Pass um fünfzehn Minuten verlängert, weil die Behördenmitarbeiterin die Regelung nicht kannte und sich erst schlau machen musste, war dann aber kein Problem mehr.
Wenn du es genau wissen möchtest: Auf der Internetseite des BMI gibt es ein Kontaktformular, und die Anfragen werden auch kompetent beantwortet, auch wenn es ein paar Wochen dauert. Wenn du eine Antwort hast, Teil sie doch hier mit- Mich betrifft das nicht mehr, aber für andere Leser könnte das sehr wohl von Interesse sein.
-
Nico
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 213
- Registriert: Sa 12. Sep 2020, 20:50
- Geschlecht: ∈ [x;m[
- Pronomen: er
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 36 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Reisepass mit D oder X als Geschlechtseintrag
Im Selbstbestimmungsgesetz wurde festgelegt, dass im Passgesetz der Artikel 4 erster Absatz zu folgenden ändert:
"”"”"”"”"”
Pässe sind nach einheitlichen Mustern auszustellen; sie erhalten eine Seriennummer.
Der Pass enthält neben dem Lichtbild des Passinhabers, seiner Unterschrift, der Angabe der ausstellenden Behörde, dem Tag der Ausstellung und dem letzten Tag der Gültigkeitsdauer ausschließlich folgende Angaben über seine Person:
1. Familienname und Geburtsname,
2. Vornamen,
3. Doktorgrad,
4. Ordensname, Künstlername,
5. Tag und Ort der Geburt,
6. Geschlecht,
7. Größe,
8. Farbe der Augen,
9. Wohnort,
10. Staatsangehörigkeit und
11. Seriennummer.
Die Angabe des Geschlechts richtet sich nach der Eintragung im Melderegister.
Ist dort das Geschlecht nicht mit "weiblich" oder "männlich" angegeben, wird im Pass das Geschlecht mit "X" bezeichnet.
Auf Antrag ist in den Fällen des Satzes 4 ein Pass mit der Angabe "männlich" oder "weiblich" auszustellen, wenn durch Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung nachgewiesen wird, dass eine Variante der Geschlechtsentwicklung vorliegt. Die Nachweispflicht gilt nicht, wenn der Passbewerber
1. über keine ärztliche Bescheinigung einer erfolgten medizinischen Behandlung verfügt und das Vorliegen der Variante der Geschlechtsentwicklung wegen der Behandlung nicht mehr oder nur durch eine unzumutbare Untersuchung nachgewiesen werden kann und
2. das Vorliegen der Voraussetzungen von Nummer 1 an Eides statt versichert.
Das nach Satz 5 einzutragende Geschlecht richtet sich nach der letzten Angabe des Geschlechts im Melderegister, welches auf "männlich" oder "weiblich" lautete. Bestand eine solche Angabe zu keinem Zeitpunkt, so kann der Passbewerber einmalig das im Pass einzutragende Geschlecht wählen; bis zur Eintragung eines Geschlechts im Melderegister im Sinne von Satz 7 bleibt das gewählte Geschlecht für die Ausstellung künftiger Pässe maßgeblich.
"”"”"”"”"”
So wie ich es mit meinem sehr beschränkten Rechtsverständnis verstehe bedeutet das, dass Menschen mit einem D oder X als Geschlechtseintrag nur einen Pass mit weiblich oder männlich beantragen können, wenn sie intergeschlechtlich sind. Dabei können sie sich den Geschlechtseintrag nicht aussuchen, sondern es wird der letzte binäre genommen den man hatte.
Hab selber schon darüber nachgedacht, dass nicht binäre trans Menschen, die ne Transition hinter sich haben, um sicher reisen zu können, erst den Geschlechtseintrag binär ändern müssen, dann nach einem Jahr zu einem nicht binären Eintrag wechseln können und anschließend sich ein Attest besorgen müssen, dass sie inter sind.
Wenn es wirklich stimmt ist es echt bescheuert und hat nichts mit Selbstbestimmung zu tun
"”"”"”"”"”
Pässe sind nach einheitlichen Mustern auszustellen; sie erhalten eine Seriennummer.
Der Pass enthält neben dem Lichtbild des Passinhabers, seiner Unterschrift, der Angabe der ausstellenden Behörde, dem Tag der Ausstellung und dem letzten Tag der Gültigkeitsdauer ausschließlich folgende Angaben über seine Person:
1. Familienname und Geburtsname,
2. Vornamen,
3. Doktorgrad,
4. Ordensname, Künstlername,
5. Tag und Ort der Geburt,
6. Geschlecht,
7. Größe,
8. Farbe der Augen,
9. Wohnort,
10. Staatsangehörigkeit und
11. Seriennummer.
Die Angabe des Geschlechts richtet sich nach der Eintragung im Melderegister.
Ist dort das Geschlecht nicht mit "weiblich" oder "männlich" angegeben, wird im Pass das Geschlecht mit "X" bezeichnet.
Auf Antrag ist in den Fällen des Satzes 4 ein Pass mit der Angabe "männlich" oder "weiblich" auszustellen, wenn durch Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung nachgewiesen wird, dass eine Variante der Geschlechtsentwicklung vorliegt. Die Nachweispflicht gilt nicht, wenn der Passbewerber
1. über keine ärztliche Bescheinigung einer erfolgten medizinischen Behandlung verfügt und das Vorliegen der Variante der Geschlechtsentwicklung wegen der Behandlung nicht mehr oder nur durch eine unzumutbare Untersuchung nachgewiesen werden kann und
2. das Vorliegen der Voraussetzungen von Nummer 1 an Eides statt versichert.
Das nach Satz 5 einzutragende Geschlecht richtet sich nach der letzten Angabe des Geschlechts im Melderegister, welches auf "männlich" oder "weiblich" lautete. Bestand eine solche Angabe zu keinem Zeitpunkt, so kann der Passbewerber einmalig das im Pass einzutragende Geschlecht wählen; bis zur Eintragung eines Geschlechts im Melderegister im Sinne von Satz 7 bleibt das gewählte Geschlecht für die Ausstellung künftiger Pässe maßgeblich.
"”"”"”"”"”
So wie ich es mit meinem sehr beschränkten Rechtsverständnis verstehe bedeutet das, dass Menschen mit einem D oder X als Geschlechtseintrag nur einen Pass mit weiblich oder männlich beantragen können, wenn sie intergeschlechtlich sind. Dabei können sie sich den Geschlechtseintrag nicht aussuchen, sondern es wird der letzte binäre genommen den man hatte.
Hab selber schon darüber nachgedacht, dass nicht binäre trans Menschen, die ne Transition hinter sich haben, um sicher reisen zu können, erst den Geschlechtseintrag binär ändern müssen, dann nach einem Jahr zu einem nicht binären Eintrag wechseln können und anschließend sich ein Attest besorgen müssen, dass sie inter sind.
Wenn es wirklich stimmt ist es echt bescheuert und hat nichts mit Selbstbestimmung zu tun
LG Nico
[er]
[er]
-
Jaddy
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 4107
- Registriert: Fr 24. Okt 2014, 21:38
- Geschlecht: a_binär / a_gender
- Pronomen: en/en/ens
- Wohnort (Name): nahe Bremen
- Hat sich bedankt: 323 Mal
- Danksagung erhalten: 1435 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Reisepass mit D oder X als Geschlechtseintrag
Das ist leider genau so. Binärer Reisepass nur mit den gleichen Bescheinigungen wie aktuell für -§45b PStG. Und der binäre Eintrag ist der letzte binäre aus dem Geburtenregister. Was nicht im Gesetz steht: Wie sieht das mit den Vornamen aus? So wie ich das sehe, kann der Reisepass keine anderen Vornamen enthalten, als offiziell im Melderegister / Geburtenregister steht. Und da haben wir dann je nach (körperlicher) Präsentation wohl eine massive Problem-Quelle.Nico hat geschrieben: So 5. Mai 2024, 23:15 So wie ich es mit meinem sehr beschränkten Rechtsverständnis verstehe bedeutet das, dass Menschen mit einem D oder X als Geschlechtseintrag nur einen Pass mit weiblich oder männlich beantragen können, wenn sie intergeschlechtlich sind. Dabei können sie sich den Geschlechtseintrag nicht aussuchen, sondern es wird der letzte binäre genommen den man hatte.
Hab selber schon darüber nachgedacht, dass nicht binäre trans Menschen, die ne Transition hinter sich haben, um sicher reisen zu können, erst den Geschlechtseintrag binär ändern müssen, dann nach einem Jahr zu einem nicht binären Eintrag wechseln können und anschließend sich ein Attest besorgen müssen, dass sie inter sind.![]()
Mit einem X im Reisepass kann in einige Länder gar nicht eingereist werden (VAE zB). Es dürfte sehr interessant werden, wie die Behörden in anderen Ländern darauf reagieren.
Ich vermute, diese Ungleichbehandlung und die ziemlich absehbaren Probleme mit einem X in manchen Ländern werden zu den ersten Klagen führen.
-
Nico
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 213
- Registriert: Sa 12. Sep 2020, 20:50
- Geschlecht: ∈ [x;m[
- Pronomen: er
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 36 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Reisepass mit D oder X als Geschlechtseintrag
Geht ja sogar nicht nur um die Einreise. Bei meinem letzten Langstreckenflug hätte man nicht mal ein X als Geschlecht auswählen können. Wie soll man dann einen Flug buchen, wenn sämtliche Daten mit den Daten im Pass übereinstimmen müssen.Jaddy hat geschrieben: Mo 6. Mai 2024, 00:15 Mit einem X im Reisepass kann in einige Länder gar nicht eingereist werden (VAE zB). Es dürfte sehr interessant werden, wie die Behörden in anderen Ländern darauf reagieren.
Ich vermute, diese Ungleichbehandlung und die ziemlich absehbaren Probleme mit einem X in manchen Ländern werden zu den ersten Klagen führen.
LG Nico
[er]
[er]
-
Lana
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 1782
- Registriert: Fr 8. Jan 2021, 01:29
- Pronomen: sie
- Hat sich bedankt: 954 Mal
- Danksagung erhalten: 1487 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Reisepass mit D oder X als Geschlechtseintrag
Danke Nico, das hatte ich völlig übersehen. Bei Ticketbuchungen gibt es in der Regel nur die Wahl zwischen Mr und Ms.Nico hat geschrieben: Mo 6. Mai 2024, 00:40 Bei meinem letzten Langstreckenflug hätte man nicht mal ein X als Geschlecht auswählen können.
Und das nicht nur bei Flügen, auch bei Schiffen, Zügen, Bussen und Hotelreservierungen, etc.
Wenn man sich daran erinnert, wie lange allein die DB gebraucht hat, das in ihren Buchungsportalen zu ändern, braucht man sich keinen Illusionen hinzugeben, dass das woanders oder gar im Ausland besser läuft. Kann man nur hoffen, dass beim Checkin nur der Namen abgeglichen wird.
LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal
Blaise Pascal
-
Vesta
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 272
- Registriert: Sa 24. Feb 2024, 22:51
- Geschlecht: w
- Pronomen: sie
- Hat sich bedankt: 63 Mal
- Danksagung erhalten: 135 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Reisepass mit D oder X als Geschlechtseintrag
Ich würde das ganz pragmatisch sehen. Ein Pass ist nur ein Stück Papier, das im Schrank liegt oder in der Brieftasche steckt. Was da drin steht, ist erst einmal egal. Interessant wird der Inhalt erst dann, wenn er vorgezeigt werden muss und dies erhebliche Konsequenzen nach sich zieht. Damit meine ich nicht die Ausweiskontrolle durch die Polizei oder am Flughafen. Die wird von Menschen gemacht, die wir nie wieder sehen werden. Da kann uns doch egal sein, was die von uns denken. Ich meine ein Vorzeigen der Papiere beim Arbeitgeber oder beim Kunden (betr. Selbstständige) oder bei Freizeitaktivitäten wie Vereinen und Hobbykursen. Wenn wir da wegen unpassender Papiere unsere Trans-Vergangenheit offenlegen, kann das erhebliche berufliche Nachteile, finanzielle Verluste oder Einschränkungen unserer privaten Selbstverwirklichung (gemeint ist, wenn wir wg. der Papiere nicht als Frau sondern als verkleideter Mann angesehen werden) nach sich ziehen kann.
Ergo: Sinn der Namensänderung ist, seine Trans-Vergangenheit zu verstecken. Für Transsexuelle, die im neuen Geschlecht leben, ist das ein großer Gewinn.
Daher verstehe ich (vom Gefühl her) nicht, wieso man X oder D im Ausweis haben will. Wenn ich weiblich im Pass stehen habe (bzw. männlich für Transmänner), gewinne ich Normalität, aber wenn da X/D steht, offenbare ich damit doch, dass ich was Ungewöhnliches bin. Das kann ich auch ohne Papiere tun.
Auch für Transsexuelle ohne Passing sehe ich den Sinn einer offiziellen Namensänderung nicht. Das ist doch nur ein amtliches Outing. Erst wenn ein halbwegs brauchbares Passing erreicht ist (das erreichen eigentlich alle TS irgendwann), dann wird das Passing von passenden Papieren unterstützt.
Für TS, die für spezielle Fälle noch mal "amtlich" in das alte Geschlecht zurück wollen, gibt es diese Möglichkeit allerdings nicht. Die müssen warten, bis nach einer Übergangszeit während der Transition irgendwann die Notwendigkeit, sich noch mal im alten Geschlecht auszuweisen, entfällt.
Ergo: Sinn der Namensänderung ist, seine Trans-Vergangenheit zu verstecken. Für Transsexuelle, die im neuen Geschlecht leben, ist das ein großer Gewinn.
Daher verstehe ich (vom Gefühl her) nicht, wieso man X oder D im Ausweis haben will. Wenn ich weiblich im Pass stehen habe (bzw. männlich für Transmänner), gewinne ich Normalität, aber wenn da X/D steht, offenbare ich damit doch, dass ich was Ungewöhnliches bin. Das kann ich auch ohne Papiere tun.
Auch für Transsexuelle ohne Passing sehe ich den Sinn einer offiziellen Namensänderung nicht. Das ist doch nur ein amtliches Outing. Erst wenn ein halbwegs brauchbares Passing erreicht ist (das erreichen eigentlich alle TS irgendwann), dann wird das Passing von passenden Papieren unterstützt.
Für X/D gibt es das in gewisser Weise doch, den Ausweis mit X/D, den Pass mit dem Geschlecht, dem man mehr ähnelt. Dann zeigt man den Ausweis, wenn man sich outen will, den Pass aber, wenn man unerkannt durchgehen will. Meistens hat man die Wahl, welches der Dokumente man vorzeigen will.Lana hat geschrieben: So 5. Mai 2024, 19:15 Gibt es dann die Möglichkeit, einen Zweitpass mit anderem Geschlechtseintrag zu bekommen?
Für TS, die für spezielle Fälle noch mal "amtlich" in das alte Geschlecht zurück wollen, gibt es diese Möglichkeit allerdings nicht. Die müssen warten, bis nach einer Übergangszeit während der Transition irgendwann die Notwendigkeit, sich noch mal im alten Geschlecht auszuweisen, entfällt.
-
Nicole Fritz
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 3027
- Registriert: Mo 20. Mär 2017, 17:38
- Geschlecht: Enby
- Pronomen:
- Forum-Galerie: gallery/album/567
- Hat sich bedankt: 175 Mal
- Danksagung erhalten: 258 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Reisepass mit D oder X als Geschlechtseintrag
... Mal sehen, was hier noch kommt. - Seit ich letztens äußerte, dass ich kein Personal dieses Pleite-Unternehmens BRDGmbH&CoKG bin, hält man mich wohl für eine*n Reichsbürger*in. Dabei ist mir eigentlich nur egal, was auf diesem Papier oder besser Plastik-Schnipsel steht, das ich schon länger "Transenperverso" nenne. - Ich sehe mich als Bewohner unseres Planeten, und damit nur Mutter Erde zugehörig. Das Papier dient ausschließlich rein organisatorischen Zwecken.
-
Lana
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 1782
- Registriert: Fr 8. Jan 2021, 01:29
- Pronomen: sie
- Hat sich bedankt: 954 Mal
- Danksagung erhalten: 1487 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Reisepass mit D oder X als Geschlechtseintrag
Das ist es ja gerade - du (und auch alle anderen) hast nicht die Wahl, ob du mitsamt deinen persönlichen Merkmalen erfasst und verwaltet werden möchtest oder nicht. Um die "organisatorischen Zwecke" kommst du also nicht herum. Übrigens auch in anderen Ländern nicht.Nicole Fritz hat geschrieben: Mi 8. Mai 2024, 22:23 Ich sehe mich als Bewohner unseres Planeten, und damit nur Mutter Erde zugehörig. Das Papier dient ausschließlich rein organisatorischen Zwecken.
Damit stellt sich automatisch die Frage, wie man das im vorgegebenen Rahmen am passendsten für sich einrichten kann. Da dieser Rahmen sich gerade ändert, stellen sich neue Fragen.
LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal
Blaise Pascal
-
Lana
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 1782
- Registriert: Fr 8. Jan 2021, 01:29
- Pronomen: sie
- Hat sich bedankt: 954 Mal
- Danksagung erhalten: 1487 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Reisepass mit D oder X als Geschlechtseintrag
Konsequent zu Ende gedacht wären die Einträge X oder D damit obsolet.Vesta hat geschrieben: Mi 8. Mai 2024, 21:35 Ergo: Sinn der Namensänderung ist, seine Trans-Vergangenheit zu verstecken. Für Transsexuelle, die im neuen Geschlecht leben, ist das ein großer Gewinn.
Daher verstehe ich (vom Gefühl her) nicht, wieso man X oder D im Ausweis haben will. Wenn ich weiblich im Pass stehen habe (bzw. männlich für Transmänner), gewinne ich Normalität, aber wenn da X/D steht, offenbare ich damit doch, dass ich was Ungewöhnliches bin. Das kann ich auch ohne Papiere tun.
Auch für Transsexuelle ohne Passing sehe ich den Sinn einer offiziellen Namensänderung nicht. Das ist doch nur ein amtliches Outing. Erst wenn ein halbwegs brauchbares Passing erreicht ist (das erreichen eigentlich alle TS irgendwann), dann wird das Passing von passenden Papieren unterstützt.
Was ist dann mit intersexuellen, nicht-binären oder genderfluiden Menschen? Sollen die sich auf amtlicher Ebene weiterhin ins binäre System reinpressen, nur damit sie nichts "Ungewöhnliches" sind?
Wie soll sich dann je die Einsicht verbreiten, dass es außer M und F noch anderes gibt?
Ich habe eigentlich nicht vor, irgend etwas von mir "zu verstecken". Das habe ich viel zu lange gemacht.
Wenn ich als "normal" durchgehen wollte, dann würde ich einfach die männliche Rolle weiterspielen.
Das ist nicht möglich. Ich habe das jahrzehntelang versucht und bin froh, dass dies hinter mir liegt. Dabei ist leider keine Transfrau mit perfektem Passing heraus gekommen, aber die schlechte Männer-Imitation aus früheren Jahren ist auch nicht mehr da. Ich denke, da wäre ein X oder ein D beim Standesamt erstmal nicht verkehrt? Vielleicht wächst es sich ja irgendwann noch zur Frau* aus, aber bis dahin brauche ich ein Papier, das mir möglichst gut gerecht wird. Für all die Fälle, wo man sich eben ausweisen muss.
Auffallen tu ich dabei sowieso, weil ich je nach Tagesform und Anlass zwischen halbwegs männlich und übertrieben-klischeehaft weiblich auftreten kann. Wenn ich deiner Argumentation folgen würde, dann hieße das, ich müsste mich bei diesen Gelegenheiten immer so präsentieren, dass es mit meinem Pass übereinstimmt, um nicht aufzufallen. Weil ich aber etwas "Ungewöhnliches" bin, wäre es womöglich sinnvoll, dass auch im Pass zu vermerken, wenn da schon eine Angabe zum Geschlecht drinstehen muss.
Vesta hat geschrieben: Mi 8. Mai 2024, 21:35 Für X/D gibt es das in gewisser Weise doch, den Ausweis mit X/D, den Pass mit dem Geschlecht, dem man mehr ähnelt. Dann zeigt man den Ausweis, wenn man sich outen will, den Pass aber, wenn man unerkannt durchgehen will. Meistens hat man die Wahl, welches der Dokumente man vorzeigen will.
I'm Personalausweis gibt es doch gar keine Angabe zum Geschlecht. Ansonsten hat man nicht immer eine Wahlmöglichkeit, womit man sich ausweisen möchte. Sogar für Reisen nach Großbritannien ist inzwischen ein Reisepass erforderlich.
LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal
Blaise Pascal
-
Jaddy
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 4107
- Registriert: Fr 24. Okt 2014, 21:38
- Geschlecht: a_binär / a_gender
- Pronomen: en/en/ens
- Wohnort (Name): nahe Bremen
- Hat sich bedankt: 323 Mal
- Danksagung erhalten: 1435 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Reisepass mit D oder X als Geschlechtseintrag
Naja, nicht ganz, aber zum Teil gebe ich Dir recht.Vesta hat geschrieben: Mi 8. Mai 2024, 21:35 Daher verstehe ich (vom Gefühl her) nicht, wieso man X oder D im Ausweis haben will. Wenn ich weiblich im Pass stehen habe (bzw. männlich für Transmänner), gewinne ich Normalität, aber wenn da X/D steht, offenbare ich damit doch, dass ich was Ungewöhnliches bin. Das kann ich auch ohne Papiere tun.
Ich mag den Satz von Jürgen Lenders in der ersten Lesung des SBGG: "Was sich wirklich ändert, ist, ob sie zukünftig als Frau oder Mann Post vom Amt bekommen. Selbst im Personalausweis steht ihre geschlechtliche Identität nicht drin. Mehr, meine Damen und Herren, ändert sich nicht." Die Auslassung nichtbinärer Identitäten lasse ich ihm dafür durchgehen
Das SBGG macht es ja auch sehr klar, dass der Eintrag im Alltag keine wirkliche Bedeutung hat. Also könnte eins den auch lassen, wie er ist. Ändert ja nichts... Naja, ausser dass Vornamen nur geändert werden können, wenn auch der Eintrag geändert wird. Und die richtigen Namen sind ja vielen trans und_oder nichtbinären Personen sehr wichtig.
Andererseits... Mir geht es wie Lana, aber vielleicht noch mit einem extra Twist.
Ich habe meine Vornamen nicht geändert, nur den Eintrag auf "divers". Warum? Weil ich mich damit offiziell von dem mir irrtümlich zugeschriebenen Gender und all seinen Konventionen verabschiedet habe - ohne gleichzeitig in "das andere" falsche geschoben zu werden. Ich will klar stellen, dass ich weder "als Mann" noch "als Frau" angesehen und behandelt werden will. Weder vom Staat noch von anderen.
Ich weiss, dass das für andere "ungewöhnlich" ist, aber für mich ist "das" immer noch angenehmer, als die Alternativen. Es gibt mir Freiheiten, offen ich selbst zu sein und das auch einzufordern. Aber ich habe zugegebenermassen auch jahrzehntelange Erfahrung, nicht "reinzupassen" bzw aufzufallen. In Situationen, in denen ich einen Reisepass brauche, muss ich mich voraussichtlich eh "outen" und in Länder, die TIN Personen Probleme machen, möchte ich überhaupt nicht reisen.
Möglicherweise ist das eine verbindende Eigenschaft für viele, die als trans raus kommen: Als "Ungewöhnliches" zu leben und vielleicht auch erkannt zu werden, ist immer noch angenehmer, als weiter das alte Leben auszuhalten.
Es gibt aber auch eine nicht so pragmatische Seite.
Als ich 2019 zum Standesamt gegangen bin, war mir schon klar, dass mein "divers"-Eintrag nichts automatisch ändert. Vor allem nicht, wie andere mich per Augenschein vergeschlechtlichen. Und trotzdem, ich hab das hier schon mal geschrieben, als ich mit meiner neuen Geburtsurkunde da raus bin, habe ich Rotz und Wasser geheult. Weil dieser blöde Eintrag, der "an der Backtheke" etc nichts ändert, eine beglaubigte Anerkennung meiner Identität ist. Der Staat, den ich kritisch beäuge, dessen Regierungen mich um 40 Jahre Zukunft betrogen haben, dessen Grundprinzip ich aber ziemlich toll finde, garantiert mir mit diesem Eintrag zum ersten Mal meine Rechte als nichtbinäres Wesen. Diese Erfahrung war ein ungeheuer emotionaler Moment.
Ich war über 50 Jahre nicht "passend". Ich hatte keine Worte dafür, keine Bezugsgruppe, nichts. Jetzt schon. Und ich feiere das jeden Tag ein bisschen. "Normalität" gibt mir nichts, weil die zu schauspielern mich krank macht. Ich empfinde Stolz, die 50 Jahre überstanden zu haben und scheue mich nicht, völlig offen "ungewöhnlich" zu sein. Deshalb ist für mich ein X im Reisepass kein Problem, sondern ein Statement, das mir Kraft gibt.
-
Vesta
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 272
- Registriert: Sa 24. Feb 2024, 22:51
- Geschlecht: w
- Pronomen: sie
- Hat sich bedankt: 63 Mal
- Danksagung erhalten: 135 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Reisepass mit D oder X als Geschlechtseintrag
Wenn du nicht auffallen willst, ja.Lana hat geschrieben: Do 9. Mai 2024, 00:16Wenn ich deiner Argumentation folgen würde, dann hieße das, ich müsste mich bei diesen Gelegenheiten immer so präsentieren, dass es mit meinem Pass übereinstimmt, um nicht aufzufallen.
Aber es ist deine Entscheidung, ob du auffallen willst oder nicht.
Willst du auffallen, ist es egal, welches Geschlecht im Pass steht. Es ist nicht verboten, sich äußerlich komplett weiblich mit einem männlichen Pass auszuweisen. Habe ich oft genug machen müssen.
Hast du X/D im Pass stehen, ist dir die Wahlmöglichkeit, nicht aufzufallen, genommen.
Mir war es immer sehr unangenehm, mich in solchen Momenten outen zu müssen.
Da habe ich ganz anders reagiert.Jaddy hat geschrieben: Do 9. Mai 2024, 03:12 Und trotzdem, ich hab das hier schon mal geschrieben, als ich mit meiner neuen Geburtsurkunde da raus bin, habe ich Rotz und Wasser geheult.
Nach der Namensänderung habe ich die Papiere noch zügig geändert. Aber die Personenstandsänderung kam erst Jahre später. Die Richterin meinte, nach zwei Wochen könne ich die neue Geburtsurkunde beantragen. Ich habe dies nach einem halben Jahr gemacht.Als die Urkunde dann ankam, habe ich mir gesagt "Schön, es hat funktioniert" und die Urkunde in den Schrank gelegt.
Ich habe überhaupt keine Probleme mit einer binären Gesellschaft, solange ich zur weiblichen Seite gehöre. Wie gesagt, vom Gefühl her könnte ich mir niemals vorstellen, ein X/D in einem offiziellen Dokument zu haben. Gerade deswegen vielen Dank für deinen Beitrag.
-
Lana
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 1782
- Registriert: Fr 8. Jan 2021, 01:29
- Pronomen: sie
- Hat sich bedankt: 954 Mal
- Danksagung erhalten: 1487 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Reisepass mit D oder X als Geschlechtseintrag
Ich glaube, das ist der springende Punkt. Das kann man wohl nur verstehen, wenn man Wert darauf legt, sich selbst zu sein, auch dann, wenn es binären Konventionen widerspricht. Sei es wegen "schlechten" Passings, sei es, weil man sich mit einer klaren Zuordnung zu M oder F nicht auf gesunde Weise arrangieren kann.Jaddy hat geschrieben: Do 9. Mai 2024, 03:12 Möglicherweise ist das eine verbindende Eigenschaft für viele, die als trans raus kommen: Als "Ungewöhnliches" zu leben und vielleicht auch erkannt zu werden, ist immer noch angenehmer, als weiter das alte Leben auszuhalten.
LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal
Blaise Pascal
-
Lana
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 1782
- Registriert: Fr 8. Jan 2021, 01:29
- Pronomen: sie
- Hat sich bedankt: 954 Mal
- Danksagung erhalten: 1487 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Reisepass mit D oder X als Geschlechtseintrag
Das stimmt wohl, aber ich habe auch die Chance vertan, zu mir zu stehen und das deutlich zu machen, so ähnlich wie Jaddy das hier beschrieben hat:Vesta hat geschrieben: Do 9. Mai 2024, 15:50 Hast du X/D im Pass stehen, ist dir die Wahlmöglichkeit, nicht aufzufallen, genommen.
Da muss jede*r selbst entscheiden, was schwerer wiegt. Und genau das darum geht es mir:Jaddy hat geschrieben: Do 9. Mai 2024, 03:12 Weil ich mich damit offiziell von dem mir irrtümlich zugeschriebenen Gender und all seinen Konventionen verabschiedet habe - ohne gleichzeitig in "das andere" falsche geschoben zu werden. Ich will klar stellen, dass ich weder "als Mann" noch "als Frau" angesehen und behandelt werden will. Weder vom Staat noch von anderen.
Ich weiss, dass das für andere "ungewöhnlich" ist, aber für mich ist "das" immer noch angenehmer, als die Alternativen. Es gibt mir Freiheiten, offen ich selbst zu sein und das auch einzufordern.
Abwägen zu können, ob im nun kommenden rechtlichen Rahmen die Vorteile oder die Nachteile *für mich* überwiegen, wenn ich mir ein X in die Geburtsurkunde schreiben lasse.
Es wäre naiv zu glauben, dass es bei der Möglichkeit der Selbstbestimmung keine Nachteile gäbe.
LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal
Blaise Pascal
-
Lavendellöwin
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 3256
- Registriert: Do 6. Sep 2018, 15:56
- Geschlecht: weiblich
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 544 Mal
- Danksagung erhalten: 902 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Reisepass mit D oder X als Geschlechtseintrag
Hmmm...Lana hat geschrieben: Do 9. Mai 2024, 16:37 Abwägen zu können, ob im nun kommenden rechtlichen Rahmen die Vorteile oder die Nachteile *für mich* überwiegen, wenn ich mir ein X in die Geburtsurkunde schreiben lasse.
also in meiner Geburtsurkunde von 1973 und ja ich wiederhole mich, stand kein Geschlecht, nur mein Name von damals.
Das hat nie auch nur eine Person gestört-deshalb tu ich mich etwas schwer damit Nachteile zu sehen, denn ich hatte keine.
Die haben damals auf den Namen geschaut und sich gedacht...der ist klar männlich. Und fertig. Warum wird das heute so hochdiskutiert, warum?
Im Untersuchungsheft für Kleinkinder wurden meine nicht eindeutigen Genitalien beanstandet, das wars aber auch schon. Gecheckt und auf erledigt gesetzt.
Und im Grunde hätte ichs gerne wieder so gehabt, kein Eintrag, kein D, kein X, sondern einfach nichts.
Und ja ob da w, m oder d oder x steht-find ich weiterhin unwichtig, es hat nichts damit zu tun wie mich Menschen wahrnehmen.
Der Name untersteicht das Erscheinungsbild, das ist was völlig anderes.
Hmm du denkst, deswegen könnte das passieren, nicht eher deshalb was eine Person ausstrahlt und die anderen wahrnehmen?Vesta hat geschrieben: Mi 8. Mai 2024, 21:35 Wenn wir da wegen unpassender Papiere unsere Trans-Vergangenheit offenlegen, kann das erhebliche berufliche Nachteile, finanzielle Verluste oder Einschränkungen unserer privaten Selbstverwirklichung (gemeint ist, wenn wir wg. der Papiere nicht als Frau sondern als verkleideter Mann angesehen werden) nach sich ziehen kann.
Ich hab schon so oft inzwischen meine "Vergangenheit" offen gelegt und wie oft wurde ich schon völlig ungläubig angeschaut.
Ich habe manchmal den Eindruck, manche denken ich würde sie veralbern wollen...
aber so unterschiedlich schauen "wir" wohl in die Welt
ich hatte mal folgende Situation ich sass in einem Hotel beim Frühstück, Mütze auf, Hose und Kapuzenjacke an, nicht gekämmt und noch nicht rasiert trotzdem werde ich als Frau angesprochen und der Chef meinte das Rührei kommt zu den Damen an den Tisch.
Wieso, warum, keine Ahnung...
habt es gut Marie
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.