»Heidenspaß-Partys« an Karfreitag
»Heidenspaß-Partys« an Karfreitag - # 2

Jaddy
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Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Post 16 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Patricia hat geschrieben: Fr 29. Mär 2024, 00:13 Ja es mag sein, dass nicht Gläubige oder Andersgläubige ein wenig eingeschränkt werden, das bestreite ich nicht.
...
Es hat schon etwas mit gegenseitigem Respekt zu tun, wenn man solche Tage "duldet".
...
Ja, ich möchte auch von vielen gesellschaftlichen Dingen gerne verschon bleiben.
Entschuldige bitte, aber ich glaube, dass du meinen zentralen Punkt komplett übersiehst. Ich bin auch von manchen Dingen genervt, wie übermässig viel Fussball oder Olympia und bin heilfroh, in keiner Karnevalsgegend zu wohnen. Das ist nervig, aber nicht schlimm, weil normalerweise vermeidbar. Ich habe ja Ausweichmöglichkeiten. Ich habe auch kein Problem, wenn irgendeine Religionsgemeinschaft an irgendwelchen Tagen ihren Glauben feiert. Unter sich. Anderen Raum zum ausweichen lassend.

Was ich kritisiere sind zwei Dinge:

1. Weil wir das glauben ist nicht nur Feiertag - das wäre okay - sondern wir bestimmen auch, dass alle anderen keinen Spass haben dürfen. Letzteres geht über einen normalen Feiertag hinaus.
2. Wir nehmen uns heraus, Feiertage für genau unsere Religion festzulegen, auch noch so besonders restriktive, aber alle anderen kriegen gar nichts.

Übersetzt: "Weil ich glaube, dass der Mond aus grünem Käse ist, darfst du heute nicht in die Disco". Argument by Osterhase. Das ist sowas von überhaupt nicht logisch, freiheitlich oder demokratisch legitim, dass ich mich frage, wie irgendwer das einfach so durchwinken kann.

Es ist ja auch nicht gerecht oder ausgeglichen. Stell dir mal vor, Ramadan wäre plötzlich verbindlich und sämtliche Gastronomie wäre bis Sonnenuntergang dicht und ausserhalb von Privaträumen wäre tagsüber essen und trinken verboten. Da würden etliche fragen, wieso genau irgendeine Gruppe allen anderen derart ins erlaubte Verhalten eingreifen darf. Wer fasten will: bitte sehr. Wer nicht tanzen will: bitte sehr. Aber Anders- und Nichtgläubigen normales Leben zu verbieten, also zB Party machen, wo Gläubige überhaupt nicht tangiert werden, ist schon ein starkes Stück und mir fällt absolut kein legitimer Grund ein, der das rechtfertigt. Insbesondere weil eben nicht gleiches Recht für alle (Weltanschauungen) gilt.

Ich sehe nicht, was ich dadurch gewinne, dass eine religiöse Gruppe mir an irgendwelchen Tagen verbietet, öffentlich Musik zu machen, tanzen zu gehen, bestimmte Filme im Kino zu sehen, usw.
Patricia
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Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Post 17 im Thema

Beitrag von Patricia »

Jaddy, ich denke ich übersehe das nicht was du meinst. Ich sehe durchaus, dass es einseitig ist und nur dem Christentum zugeneigt.

Fussball und Karneval sind für mich hier in Köln aber ebenso unvermeidbar wie der Karfreitag. Es gibt Dinge mit denen lebe ich. Für diese Dinge gibt es keinerlei "Entschädigung". Doch der christliche Glaube bringt uns arbeitsfreie Tage für welche die meisten von uns frei nutzen können und vom Arbeitgeber voll entlohnt werden sofern sie auf unsere regulären Arbeitstage fallen. 4 Tage an denen wir uns etwas zurücknehmen müssen und 4 weitere Tage dieses Jahr an denen wir tun und lassen können was wir wollen. Das ist der Gewinn den ich für mich sehe.

Das spielt z.B. bei deinem Vergleich mit dem Ramadan überhaupt keine Rolle, denn da fehlt der Ausgleich.

Deswegen sage ich ja die ganze Zeit, entweder den christlichen Brauch respektieren und die freien Tage bekommen oder auf beides verzichten. Das wäre durchaus fair und konsequent, wenn auch doof. Nicht nur den Brauch verbieten wollen, aber die Urlaubstage genießen. Das ist ja etwas arg scheinheilig.

Und übrigens, ich habe nichts dagegen wenn Discos/Clubs heute offen sind oder Kinos alle Filme zeigen dürfen. Was ich falsch finde, sind Aktionen wie die meiner Meinung nach deplatzierte "Demo" in Köln.

LG
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Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Post 18 im Thema

Beitrag von Patricia »

Ich werde mich jetzt aber aus der Diskussion rausziehen. Ich will niemanden dazu bewegen meinen Standpunkt einzusehen, es war mir jedoch ein Bedürfnis mein Mißfallen zum Ausdruck zu bringen.
Es ist für mich ok wenn andere anderer Meinung sind.
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Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Post 19 im Thema

Beitrag von Franziska »

Stiller Feiertag
Wie zeitgemäß sind Verbote an Karfreitag?

www.n-tv.de/panorama/Wie-zeitgemaess-si ... 28927.html

Der Artikel zeigt auch die Unterschiede zwischen der strengen Auslegung im Süden Deutschlands
und der doch liberaleren Handhabung nördlich des "Weißwurstäquators".
Ich kann mir vorstellen, dass es in den kommenden Jahren zu einer weiteren Aufweichung der strengen Regelungen kommen wird.
Genieße Deine Zeit, denn du lebst nur jetzt und heute. Morgen kannst Du gestern nicht mehr nachholen.
Und später kommt früher als Du denkst.
Albert Einstein
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Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Post 20 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
Jaddy hat geschrieben: Fr 29. Mär 2024, 02:08 Es ist ja auch nicht gerecht oder ausgeglichen. Stell dir mal vor, Ramadan wäre plötzlich verbindlich und sämtliche Gastronomie wäre bis Sonnenuntergang dicht und ausserhalb von Privaträumen wäre tagsüber essen und trinken verboten.
Unser Land ist "christlich geprägt".
Wenn ich ein Land fahre, das anders geprägt ist, dann muss ich mich wohl oder übel den restriktiven Vorschriften unterwerfen. Ansonsten geht es mir nicht nur um Verzicht auf irgendetwas, sondern
mein Verhalten wird u.U. stark sanktioniert - bis hin zu körperlichen Strafen und schlimmeren Sanktionen.

Hier geht es darum, dass an "ernsten Feiertagen" einige wenige Tätigkeiten nur eingeschränkt "erlaubt sind".
Doch ist es hier so frei, dass niemand gezwungen wird, kirchliche Einrichtungen zu besuchen und an kirchlichen Handlungen teilzunehmen.

Wenn ich bei fast allen gesellschaftlichen Handlungen Probleme habe, mich ungerechtfertigt "mitgemeint zu fühlen"; dann ist das nicht nur das Problem anderer Menschen oder "der Gesellschaft".

Heute ist ein ernster Feiertag; aber ich muss ihn nicht begehen. Ich kann mit leichten Einschränkungen genau das tun, was ich will - ohne dass es Konsequenzen für mich hätte.

Herzliche Grüße
Anne-Mette, die sich damals auch als "Wahlhelferin" für den Erhalt des Buß- und Bettages eingesetzt hat.
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Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Post 21 im Thema

Beitrag von Christiane »

O.k., wenn ich das Alles so lese. (Kopf kratz!)

Dann bleiben wohl nur der 1. Januar und der 3. Oktober übrig.
Wobei - der 3. Oktober ist auch diskutierbar - haben wir ja einen ziemlich hohen Anteil Mitbürger ohne deutschen Pass, bzw. viele - die hier zwar die Vorteile genießen, aber den Staat ablehnen.
Sowieso ein Kunstkonstrukt - eigentlich wärs der 9.November. Dann könnte wirklich jeder was feiern :
1918 Ausrufung der ersten deutschen Republik (Ende des ersten Weltkriegs)
1923 Marsch auf die Feldherrnhalle
1938 Reichskristallnacht
1989 Mauerfall - Wiedervereinigung
Ist doch für Jeden was dabei - oder? OKAY !! - das war jetzt extrem überzeichnet!

Dann also lieber nur noch der 1. Januar.

Die Arbeitgeberseite wird's freuen - eine für sie kostenfreie Lohnkürzung für alle. Und die Feiertagszuschläge fallen auch ersatzlos weg. Super!!
Genau - damit werden wir vielleicht wieder wettbewerbsfähig - was ich in unserer mittlerweile zur Bananenrepublik degenerierten "Republik" eher bezweifle.
Uuuund - Streichung der diversen rund um die Feiertage platzierten Schulferien - Kürzung um insgesamt mindestens 4 Wochen - vielleicht klappt es dann wieder
mit Lesen, Schreiben, Rechnen, Heimat- und Sachkunde, ..... . Win win - Situation - oder?
Allerdings werden wir eine größere Jobflucht bei den Lehrkörpern erleben. Die müssten ja dann mal was arbeiten.

Schafft sie ab, die Feiertage - glaubt doch eh nur noch eine unbedeutende Minderheit dran.
Braucht es da einen ganzen Tag? Man kann auch Abends in der Kirche sein Gebet sprechen - in der Freizeit.
Für den Rest ist es wie schon geschrieben, nur eine Ferienverlängerung, Biergartenzeit, Ausflugszeit.
SCH.... - blöd! Man kann da ja nicht mal shoppen! Ist ja damit auch erledigt. Mehr Shoppingzeit für alle! :mrgreen:
Dafür wird es auch nie einen Feiertag für die anderen geben - fertig!
Alle gleich beschi.... . Super Aussichten!

(Ironie OFF!)

Sorry, aber manchmal hab ich das Gefühl das unsere Gesellschaft irgendwie den Verstand verloren hat.
Ich für mich habe mich in dem Moment, in dem meine Frau verstorben ist, von diesem "Glauben" endgültig abgewendet.
Ein Gott der so etwas zulässt, verdient es nicht angebetet zu werden!
Der muss eher aufpassen, dass er von mir nicht einen richtig fetten Arschtritt kassiert, falls wir uns einmal sehen sollten.
Denn, seine Jobbeschreibung hat der Alte wohl grandios verfehlt. Setzen Sechs!
Und alles andere was sich sonst noch so unter Glauben tummelt, soll mir bloß vom Leib bleiben!!!

Für mich sind diese Feiertage nur noch Tradition aus unserer langen Geschichte. Deswegen respektiere ich sie.
Wie ich sie fülle, ist mir überlassen. Und, wenn es mal ein ruhiger Feiertag ist, dann ist das halt so.
Vielleicht mal eine Gelegenheit in sich zu gehen und etwas Selbstreflexion zu betreiben.
Das können aber die meisten gar nicht mehr - weil sie tief in sich drinnen nur noch finstere Leere vorfinden werden.
Also lieber lärmen und von der eigenen Leere ablenken - am meisten sich selbst!
Christiane
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Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Post 22 im Thema

Beitrag von conny »

Jaddy hat geschrieben: Fr 29. Mär 2024, 02:08 Was ich kritisiere sind zwei Dinge:
1. Weil wir das glauben ist nicht nur Feiertag - das wäre okay - sondern wir bestimmen auch, dass alle anderen keinen Spass haben dürfen. Letzteres geht über einen normalen Feiertag hinaus.
Weil es eben kein "normaler" Feiertag ist. Wer heute unter dem Verzicht "leidet" wird die übrigen 364 Tage um so mehr genießen.
Jaddy hat geschrieben: Fr 29. Mär 2024, 02:08 2. Wir nehmen uns heraus, Feiertage für genau unsere Religion festzulegen, auch noch so besonders restriktive, aber alle anderen kriegen gar nichts.
Doch, freie Tage.

Für mich ist immer wieder interessant, dass der Sinn von Feiertagen, nicht nur christlicher, von Einigen ignoriert wird, aber die Annehmlichkeiten und schönen Beiwerke gerne mitgenommen werden.
Jaddy
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Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Post 23 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Anne-Mette hat geschrieben: Fr 29. Mär 2024, 09:33 Unser Land ist "christlich geprägt".
Wenn ich ein Land fahre, das anders geprägt ist, dann muss ich mich wohl oder übel den restriktiven Vorschriften unterwerfen. Ansonsten geht es mir nicht nur um Verzicht auf irgendetwas, sondern
mein Verhalten wird u.U. stark sanktioniert - bis hin zu körperlichen Strafen und schlimmeren Sanktionen.

Hier geht es darum, dass an "ernsten Feiertagen" einige wenige Tätigkeiten nur eingeschränkt "erlaubt sind".
Doch ist es hier so frei, dass niemand gezwungen wird, kirchliche Einrichtungen zu besuchen und an kirchlichen Handlungen teilzunehmen.

Heute ist ein ernster Feiertag; aber ich muss ihn nicht begehen. Ich kann mit leichten Einschränkungen genau das tun, was ich will - ohne dass es Konsequenzen für mich hätte.
Du hast recht, dass die Einschränkungen inzwischen weniger strikt sind. Im (überwiegend) evangelischen Norden interessanterweise liberaler als im Süden, obwohl diese spezielle Hervorhebung des Karfreitags wenn ich mich nicht irre eine protestantische Ansicht seit dem siebzehnten Jahrhundert ist. Davor und in der katholischen Kirche war es ein reiner Gedenktag, an dem in den Kirchen bestimmte Dinge verhüllt wurden.

Die "neue Liberalität" und Zugeständnisse an Andersgläubige gehen aber nicht auf staatliche Einsicht zurück, Gleichbehandlungsgrundsatz etc, sondern auf Gerichtsurteile. Basierend auf Aktionen wie der Tanz-Demo in Köln, die auf diese übergriffige Regelung aufmerksam machen.
Die Sanktionen für Zuwiderhandlungen bei "zu lauten Geburtstagsfeiern" oder Staubsaugen oder Autowaschen (Anlagen müssen aus bleiben in Bayern), usw sind Geldbussen bis 10.000 Euro (alles bayrisches Feiertagsgesetz).
Wenn du also zufällig heute Geburtstag hast und in einer eher nichtchristlichen Wohngegend feierst, aber dort nur eine Person warum auch immer die Polizei ruft (oder die einfach mal so vorbei kommt), bist du von deren Kulanz abhängig, wie teuer das wird. Find ich jetzt nicht harmlos für eine Regelung dieser Art.

Ich bin übrigens nicht "in dieses Land gefahren". Ich bin hier hineingeboren und begeistert von der freiheitlich demokratischen Grundordnung samt ihrem (rechts-)philosophischen Hintergrund. Von den einseitigen religiösen Sondergesetzen bin ich hingegen nicht begeistert, so wie vermutlich viele, die auch hier aufgewachsen sind und keine christliche Religion haben. Das vermittelt einfach den Eindruck willkürlicher Bevorzugung (inkl Benachteiligung anderer).

Die "christliche Prägung" ist meines Erachtens kein hinreichender Grund (mehr). Zum einen ist die Quote der Nichtreligiösen in D inzwischen irgendwo zwischen 40 und 45%. Dazu kommen die nichtchristlich-religiösen Menschen, so dass absehbar schon mal die Mehrheit nicht gegeben ist. Aber Mehrheit ist per se kein Argument. Auch nicht für so restriktive Regelungen. Das Problem ist die Willkür. Der deutsche Staat garantiert Religionsfreiheit und Gleichbehandlung. Das beinhaltet auch die Freiheit von Religion(en) und die Gleichbehandlung von Weltanschauungen. Heisst: Jede Religion darf unter sich beliebig feiern, und alle anderen haben das Recht, davon möglichst unbehelligt zu bleiben. Wenn da ein bis zwei mal im Jahr drei Strassen für ne Prozession gesperrt werden, ist das tolerabel, aber ein generelles Fahrverbot für alle wäre es eben nicht. Heisst doch Car-frei-Tag, oder?

Es gibt keine legitime Grundlage, weshalb eine Religion bevorzugt werden und in diesem Übermass in das Leben der anderen hineinlangen darf. Weder Mehrheit noch Tradition. Es gibt vor allem dem Staat keine Legitimation für gesetzlich festgeschriebene Ungleichbehandlung.

Das ganze reiht sich ein in diverse Sondergesetze für die beiden christlichen Kirchen. Arbeitsgesetze, religiöser Einfluss über reservierte Plätze in Rundfunkräten, Steuerbefreiungen, staatliche Leistungen für kirchliches Personal (ja, Priester etc werden nicht aus Kirchen- sondern allgemeinen Steuern bezahlt), uvm.

Realistisch betrachtet ist der deutsche Staat nicht so neutral, wie er laut Verfassung sein sollte. Sonst gäbe es erstens erheblich weniger christliche Sondergesetze und zweitens gleiches Recht für alle. Es ist diese Ungleichbehandlung in einem selbstdeklarierten weltanschaulich fairen Staat, die mich massiv stört. Mal abgesehen davon, dass es wie gesagt auch konträr zum Thema Integration ist.

Wenn Ungleichbehandlung und Übergriffigkeit beseitigt sind, werden die christlichen Feiertage auch vergleichbar mit Fussball-WM, CSD oder dem 1.Mai. Aktuell sind sie es nicht.
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Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Post 24 im Thema

Beitrag von Blossom »

Abgesehen davon heute tatsächlich mal frei zu haben ... dafür arbeite ich Ostern ... Ich machs mal krasser: Warum muss ich mich einer religiösen Gemeinschaft unterwerfen, die noch lange nichts von Trennung Kirche/Staat verstanden hat - und mich als Trans-Person nicht respektiert?
Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.
Billie Jean King (*1943)
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Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Post 25 im Thema

Beitrag von edeka »

conny hat geschrieben: Fr 29. Mär 2024, 10:08
Jaddy hat geschrieben: Fr 29. Mär 2024, 02:08 2. Wir nehmen uns heraus, Feiertage für genau unsere Religion festzulegen, auch noch so besonders restriktive, aber alle anderen kriegen gar nichts.
Doch, freie Tage.

Für mich ist immer wieder interessant, dass der Sinn von Feiertagen, nicht nur christlicher, von Einigen ignoriert wird, aber die Annehmlichkeiten und schönen Beiwerke gerne mitgenommen werden.
natürlich ist das so, das ist doch ganz normal und da ist nichts schlechtes dabei ! Das entscheidende ist, es ist ein arbeitsfreier Tag, dafür brauche ich nicht religiös sein (oder nationalistisch - wenn es ein Nationalfeiertag ist). Andere Länder haben andere Feiertage. Wenn sie mit einem festen Datum verbunden sind , werden sie in manchen Ländern auch auf Wochentage verschoben, wenn sie sonst auf Sa/So fallen würden. In Vereinigtes Königreich heissen Feiertage 'bank holiday' - das ist wohl der entscheidende Aspekt :wink: . Das kann man alles entspannt sehen.

Bei den "religiösen" Feiertagen kann man sich schon die Frage stellen: warum zählt da das christliche ? Wenn man ehrlich ist, muß man schon sehen, daß die deutsche Bevölkerung längst nicht mehr so christlich geprägt ist. Ich werde jetzt keine Zahlen hervor kramen, aber der Anteil der nicht-religiösen und der muslimischen Menschen ist vergleichbar mit den christlichen. Und die wirklich gläubigen Christen sind noch weniger.
Und die Traditionen ? Vielleicht noch ganz nett für die Kinder mit dem Weihnachtsfest und Ostereiersuchen. Sonst nervt das "frohe Weihnachten" und "schöne Ostern" Gegrüsse nur. Aber so ernst nehme ich das auch nicht.
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Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Post 26 im Thema

Beitrag von Jaddy »

conny hat geschrieben: Fr 29. Mär 2024, 10:08
Jaddy hat geschrieben: Fr 29. Mär 2024, 02:08 Was ich kritisiere sind zwei Dinge:
1. Weil wir das glauben ist nicht nur Feiertag - das wäre okay - sondern wir bestimmen auch, dass alle anderen keinen Spass haben dürfen. Letzteres geht über einen normalen Feiertag hinaus.
Weil es eben kein "normaler" Feiertag ist. Wer heute unter dem Verzicht "leidet" wird die übrigen 364 Tage um so mehr genießen.
Äh doch. Um das mal in Perspektive zu rücken: Aus nichtreligiöser Sicht beruhen alle religiösen Feiertage auf unbelegten Mythen und einem völlig willkürlichen, von jeglicher realer Grundlage freien Weltbild. Es ist nichts anderes als Feiertage für Frau Holle, Sol Invictus, Manitou oder Meister Yoda. Es ist schon erstaunlich genug und aus meiner Sicht nicht legitim, auf den Märchen von einigen aufbauend Gesetze für alle zu machen, aber "besonders" ist der Karfreitag nur im Kopf der Gläubigen. Glaube rechtfertigt aber in einem nach seiner Verfassung religiös neutralen Staat erst mal gar nichts, ausser dass wir uns drauf geeinigt haben, dass wir uns gegenseitig möglichst auch die Freiheit für privaten Unfug lassen - was ich toll finde.

Entschuldige bitte, wenn das deine religiösen Gefühle ankratzt. Es geht genau darum, dass es nur ein Glaube unter vielen in diesem Land ist. Für andere wären andere Tage so bedeutsam, aber die kriegen nichts. Und zusammen mit ihnen kriegen nichtreligiöse Menschen keine solchen Sonderrecht (Ungleichbehandlung), müssen sich aber - aus meiner Sicht übermässig - von anderer Leute Märchen einschränken lassen (Übergriffigkeit).
conny hat geschrieben: Fr 29. Mär 2024, 10:08
Jaddy hat geschrieben: Fr 29. Mär 2024, 02:08 2. Wir nehmen uns heraus, Feiertage für genau unsere Religion festzulegen, auch noch so besonders restriktive, aber alle anderen kriegen gar nichts.
Doch, freie Tage.
Für mich ist immer wieder interessant, dass der Sinn von Feiertagen, nicht nur christlicher, von Einigen ignoriert wird, aber die Annehmlichkeiten und schönen Beiwerke gerne mitgenommen werden.
Natürlich ignorieren Menschen den Sinn von Feiertagen, wenn sie mit deren Anlass nichts zu tun haben. Bei einem "stillen Frau Holle Gedenktag" würde ich genauso argumentieren. Das ist für mich vollkommen gleichwertig mit dem Karfreitag. Es ist völlig egal, was genau da geglaubt wird. Ich gönne allen christlichen, moslemischen, jüdischen, buddhistischen und den 5000 anderen Religionen ihre Freude und Verbundenheit und Feiertag. Ich mag mir auch ihre Weltanschauung anhören. Ich würde auch keiner christlich-gläubigen Person heute Fleisch aufnötigen oder zu einer Party drängen. Aber im Gegenzug möchte ich die normale Freiheit haben, davon weitgehend unbelästigt zu bleiben.

Der Knackpunkt ist nicht der arbeitsfreie Tag. Die Besonderheit ist, anderer Leute Grundrechte allgemein einzuschränken aufgrund von genau einem Märchenzyklus, dem keine nachvollziehbare Rechtsgüterabwägung und Gleichbehandlung gegenübersteht.
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Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Post 27 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

ascona hat geschrieben: Fr 29. Mär 2024, 11:32 Aber so ernst nehme ich das auch nicht.
Danke...

das ist genau der Punkt.

Unterm Strich kann ich doch trotzdem machen was ich möchte..sogar tanzen..oder in die Kirche gehen.
Es obliegt doch mir, an was ich mich an der Stelle halte oder eben nicht.

Ich könnte sogar schockierender Weise heute ein Steak essen, wenn ich Lust darauf hätte.
Ich kann mir Leute einladen, jeder Person einen Kopfhörer geben und ein Silent Dancing veranstalten..wer prüft das?
Ganz genau, niemand..und es ist nicht mal respektlos denen gegenüber die sich an etwas anderes halten wollen.
Ich esse ja auch tagsüber an Ramadan und keine muslimische Person wirft mir was vor...also Ramadan Mubarak.

Wenn eine selbständige Person heute Rechnungen schreibt wird sie nicht vom Blitz getroffen und auch in anderen
Bereichen wird heute völlig normal gearbeitet, dafür gibt es dann "Ausgleichstage" die gesetzlich sogar
auf einen normalen freien Tag fallen dürfen..insofern sind die Feiertage sowieso nicht mehr vollumfänglich festgeschrieben
und alle haben was davon.

Ich freu mich über heute, das ist alles und ehrlich grade geniesse ich die Stille...

alles Liebe Marie (fwe3)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Post 28 im Thema

Beitrag von Mirjam »

Jaddy hat geschrieben: Fr 29. Mär 2024, 12:03 Aber im Gegenzug möchte ich die normale Freiheit haben, davon weitgehend unbelästigt zu bleiben.
Und genau diese Freiheit wollen bestimmt auch so einige haben, die an den Straßen wohnen, wo heute dieser "Demonstrationszug" stattfinden soll. Unbelästigt von lauter Technomusik an einem Tag, an dem ihnen die Stille wichtig ist. Denn es geht dabei auch — mutmaßlich sogar in erster Linie — um Provokation. Und das finde ich einfach daneben, sorry.

Übrigens finde ich auch deine Wortwahl in einigen Fällen etwas deplaziert, beispielsweise das hier:
Jaddy hat geschrieben: Fr 29. Mär 2024, 12:03 von anderer Leute Märchen einschränken lassen
Wo ist da der Respekt gläubigen Menschen gegenüber? Insbesondere, da du ja eben jenen Respekt dir gegenüber des öfteren anmahnst.

Sorry, das musste jetzt einfach raus.

Mirjam
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Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Post 29 im Thema

Beitrag von Malvine »

Jaddy hat geschrieben: Fr 29. Mär 2024, 12:03 Die Besonderheit ist, anderer Leute Grundrechte allgemein einzuschränken aufgrund von genau einem Märchenzyklus, dem keine nachvollziehbare Rechtsgüterabwägung und Gleichbehandlung gegenübersteht.
...und dann wundern wir uns noch, warum rechts-konservative Parteien und Politiker immer mehr Zulauf bekommen?

Sachlich magst du vielleicht Recht haben, aber deine Argumentation stößt viele Menschen in diesem Land einfach vor den Kopf....

LG
Malvine
Nicht das schwarze Schaf ist anders, die Weißen sind alle gleich
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Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Post 30 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Mirjam hat geschrieben: Fr 29. Mär 2024, 12:18 Übrigens finde ich auch deine Wortwahl in einigen Fällen etwas deplaziert, beispielsweise das hier:
Jaddy hat geschrieben: Fr 29. Mär 2024, 12:03 von anderer Leute Märchen einschränken lassen
Malvine hat geschrieben: Fr 29. Mär 2024, 12:29
Jaddy hat geschrieben: Fr 29. Mär 2024, 12:03 Die Besonderheit ist, anderer Leute Grundrechte allgemein einzuschränken aufgrund von genau einem Märchenzyklus, dem keine nachvollziehbare Rechtsgüterabwägung und Gleichbehandlung gegenübersteht.
...und dann wundern wir uns noch, warum rechts-konservative Parteien und Politiker immer mehr Zulauf bekommen?

Sachlich magst du vielleicht Recht haben, aber deine Argumentation stößt viele Menschen in diesem Land einfach vor den Kopf....
Ich habe das sehr bedacht und mit Ansage in genau diesem Post so geschrieben, weil Conny von dem "besonderen Feiertag" schrieb. Diese Besonderheit existert nur im Kopf der betroffenen Gruppe. So wie der Anlass des Feiertages auch. Für nichtchristliche Menschen ist sowohl der Anlass belanglos, also auch die empfundene Besonderheit. Für nichtchristliche andersreligiöse Menschen wären andere Feiertage ebenso bedeutsam. Nur bekommen die weder Feiertag noch Stille, müssen sich aber genau einer Gruppe besonders beugen.

Deshalb habe ich es bewusst drastisch formuliert und so gekennzeichnet.

Ich wollte mit der Wortwahl klar machen, dass es für das Gesellschaftsgefühl, ob sich Menschen gleichwertig und freiheitllich behandelt fühlen, unerheblich ist, welcher Glaube als einziger Sonderrechte bekommt. Die Glaubensinhalte sind irrelevant.

Es ärgert mich einfach, wenn so selbstverständlich wie ich es bei Conny wahrgenommen habe davon ausgegangen wird, dass andere die eigenen Glaubensinhalte auch teilen müssten. Für mich persönlich sind sie belanglos und das möchte ich auch respektiert wissen.

Den Zusammenhang mit irgendwelchem rechten Zulauf sehe ich nicht.
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