Geht das nicht alles ein wenig zu schnell? Vom ersten Schritt bis heute...
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Susette
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Geht das nicht alles ein wenig zu schnell? Vom ersten Schritt bis heute...
Hallo zusammen,
hier möchte ich -auch für mich zur Verarbeitung- meinen Weg beschreiben.
Aber auch Eure Erlebnisse, Fortschritte und momentan anliegende Themen erfahren und einen Austausch starten.
Morgen bin ich seit genau 1 Monat hier angemeldet.
Rückblickend hat sich in diesem einen Monat so viel in mir und um mich herum getan, dass ich inne halten möchte und das zurückgelegte Kapitel auf mich wirken lasse.
Ich fühle mich richtig gut. Bin sichtlich besser gelaunt und entspannter.
Mutiger? Nein... eher eine sich aufbauende Selbstsicherheit, die sich langsam ausbreitet in mir.
Klar beschäftige ich mich mehr mit diesen Themen, seit ich eine Quelle an Inspirationen, Werdegängen und Platz zum Austausch gefunden habe.
Es war für mich die richtige Entscheidung.
Wohin es mich führen wird? Da steht bei mir das große Fragezeichen im Raum.
Ich muss auch noch keinen Plan haben für die Zukunft. Im Moment ist alles genau richtig.
hier möchte ich -auch für mich zur Verarbeitung- meinen Weg beschreiben.
Aber auch Eure Erlebnisse, Fortschritte und momentan anliegende Themen erfahren und einen Austausch starten.
Morgen bin ich seit genau 1 Monat hier angemeldet.
Rückblickend hat sich in diesem einen Monat so viel in mir und um mich herum getan, dass ich inne halten möchte und das zurückgelegte Kapitel auf mich wirken lasse.
Ich fühle mich richtig gut. Bin sichtlich besser gelaunt und entspannter.
Mutiger? Nein... eher eine sich aufbauende Selbstsicherheit, die sich langsam ausbreitet in mir.
Klar beschäftige ich mich mehr mit diesen Themen, seit ich eine Quelle an Inspirationen, Werdegängen und Platz zum Austausch gefunden habe.
Es war für mich die richtige Entscheidung.
Wohin es mich führen wird? Da steht bei mir das große Fragezeichen im Raum.
Ich muss auch noch keinen Plan haben für die Zukunft. Im Moment ist alles genau richtig.
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Lana
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Re: Geht das nicht alles ein wenig zu schnell? Vom ersten Schritt bis heute...
Liebe Susette,
Dann sage ich jedesmal, nein, so ist das nicht. Ich bin überhaupt nicht mutig. Das was du als Mut interpretierst, ist die schiere Verzweiflung in mir drin, weil ich mich so lange nicht getraut habe, zu mir zu stehen. Und jetzt muss es einfach raus. Es geht nicht anders.
Wenn überhaupt von Mut die Rede sein soll, dann bestenfalls von Mut der Verzweiflung.
Du spürst das wohl ähnlich. Mut ist in diesem Fall die falsche Kategorie.
LGL
ich bin schon so oft von anderen darauf angesprochen worden, wie mutig sie es fänden, dass ich mich so zeige, mich trauen würde, einfach im Rock oder Kleid aufzutauchen.Susette hat geschrieben: Di 5. Mär 2024, 11:14 Bin sichtlich besser gelaunt und entspannter.
Mutiger? Nein... eher eine sich aufbauende Selbstsicherheit, die sich langsam ausbreitet in mir.
Dann sage ich jedesmal, nein, so ist das nicht. Ich bin überhaupt nicht mutig. Das was du als Mut interpretierst, ist die schiere Verzweiflung in mir drin, weil ich mich so lange nicht getraut habe, zu mir zu stehen. Und jetzt muss es einfach raus. Es geht nicht anders.
Wenn überhaupt von Mut die Rede sein soll, dann bestenfalls von Mut der Verzweiflung.
Du spürst das wohl ähnlich. Mut ist in diesem Fall die falsche Kategorie.
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Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal
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Helga
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Re: Geht das nicht alles ein wenig zu schnell? Vom ersten Schritt bis heute...
Ihr Lieben,Lana hat geschrieben: Di 5. Mär 2024, 20:05 Wenn überhaupt von Mut die Rede sein soll, dann bestenfalls von Mut der Verzweiflung.
Wenn ein Mensch (egal was die Geburtsurkunde aussagt) Frauenkleidung trägt, dann hat das weder mit Mut noch mit Verzweiflung zu tun. Es ist ganz einfach ein Stück Selbstverständlichkeit. Es gibt reichlich cis- Frauen mit männlich wirkenden Gesichtszügen, breiten Schultern oder unvorteilhaftem Körperbau. Niemand spricht diesen Frauen das Recht ab Frauenkleidung zu tragen.
Auch die Anzahl der Personen, die Menschen, die nach Papierform männlich eingestuft sind, das Tragen von Frauenkleidung verbieten möchten, ist verschwindend gering.
Es sind nur die angelernten Geschlechterrollen in unseren Köpfen, die es zu überwinden gilt. Mut oder Verzweiflung sind dafür eigentlich nicht erforderlich, lediglich ein wenig Souveränität.
Liebe Grüße
Helga
Was bin ich?- Zunächst einmal bin ich ein Mensch!
Meistens bin ich ein Mann.
Wenn mir danach ist bin ich eine Frau.
Ich muss mich nicht festlegen.
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Dani_77
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Re: Geht das nicht alles ein wenig zu schnell? Vom ersten Schritt bis heute...
Hallo Susette,
was genau geht Dir zu schnell?
Der Moment, indem ich entschieden habe, jetzt komplett in Frauenkleidung rauszugehen hat etwa 15 Jahre gedauert mit vielen kleinen Abstufungen.
Das bereue ich heute sehr, es nicht schon viel früher getan zu haben.
Jedoch als "der Knoten geplatzt ist", dauerte es nur Sekunden, die Entscheidung umzusetzen.
Bis ich mich draußen so wohl gefühlt habe, hat es auch etwas gedauert.
Nachbarn, Freunde, der Bäcker, wo man seit Jahren hingeht, ich fand das jedesmal enorm psychisch anstrengend, aber es hat sich gelohnt.
In der ersten Zeit hat mich sehr positiv gestimmt, dass fast immer, wenn ich sehr hohe Sandaletten oder Pumps getragen habe, annähernd immer irgendeine Frau drauf angesprochen hat und sehr begeistert war, dass ich in diesen Schuhen laufen kann, sie könnten das gar nicht.
Ein sattes, fast flirtendes Lächeln, was mir auch öfters vonn Frauen entgegen gebracht wird, macht das Kichern und Gackern der ein oder anderen pupertierenden Gruppe Jungs mehr als wieder weg - finde ich.
Mittlerweile habe ich nur noch Damenschuhe und meinen Hochzeitsanzug, Schuhe habe ich schon lange keine Männer mehr, auch die Sneaker sind weiblich mit Strasssteinen oder in lack oder Glitzer.
Selbst wenn ich wollte, könnte ich nicht mehr in Männerkleidung rausgehen, außer naja Pullover und Jeggings oder Treggings, was die Jungs ja heue auch immer mehr anziehen.
Also ich will damit sagen, wenn du dich wohler fühlst, dann hau rein, die Zeit läuft nicht rückwärts.
was genau geht Dir zu schnell?
Der Moment, indem ich entschieden habe, jetzt komplett in Frauenkleidung rauszugehen hat etwa 15 Jahre gedauert mit vielen kleinen Abstufungen.
Das bereue ich heute sehr, es nicht schon viel früher getan zu haben.
Jedoch als "der Knoten geplatzt ist", dauerte es nur Sekunden, die Entscheidung umzusetzen.
Bis ich mich draußen so wohl gefühlt habe, hat es auch etwas gedauert.
Nachbarn, Freunde, der Bäcker, wo man seit Jahren hingeht, ich fand das jedesmal enorm psychisch anstrengend, aber es hat sich gelohnt.
In der ersten Zeit hat mich sehr positiv gestimmt, dass fast immer, wenn ich sehr hohe Sandaletten oder Pumps getragen habe, annähernd immer irgendeine Frau drauf angesprochen hat und sehr begeistert war, dass ich in diesen Schuhen laufen kann, sie könnten das gar nicht.
Ein sattes, fast flirtendes Lächeln, was mir auch öfters vonn Frauen entgegen gebracht wird, macht das Kichern und Gackern der ein oder anderen pupertierenden Gruppe Jungs mehr als wieder weg - finde ich.
Mittlerweile habe ich nur noch Damenschuhe und meinen Hochzeitsanzug, Schuhe habe ich schon lange keine Männer mehr, auch die Sneaker sind weiblich mit Strasssteinen oder in lack oder Glitzer.
Selbst wenn ich wollte, könnte ich nicht mehr in Männerkleidung rausgehen, außer naja Pullover und Jeggings oder Treggings, was die Jungs ja heue auch immer mehr anziehen.
Also ich will damit sagen, wenn du dich wohler fühlst, dann hau rein, die Zeit läuft nicht rückwärts.
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Susette
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Re: Geht das nicht alles ein wenig zu schnell? Vom ersten Schritt bis heute...
@Lana: Bei mir ist es aber auch keine Verzweiflung. Ich habe da so meine Probleme, dies in genauen Worten zu beschreiben, da ich bei diesem Thema eher nach Bauchgefühl agiere.
In meiner Entwicklung bin ich nicht an einem Punkt wo ich fühle, dass das alles sein muss sondern gerne sein darf. Und z.B. rückblickend auf einen Tag en femme es in mir tiefe Entspannung und Glückseligkeit hervorbringt.
@Helga: Rein nüchtern betrachtet gibt es da ja auch gar kein Argument, welches irgendjemandem irgendein Kleidungsstück verbieten kann.
Hmm... nicht ich muss meine angelernte Geschlechterrolle durchdringen.
Als Frau gekleidet bin ich wie ein Eisbrecher, der durch die eisige Kruste dieser angelernten Konvention der abertausenden Menschen um mich herum schippert. Je nach Örtlichkeit mehr oder auch weniger.
Ich habe zwar ein Schutzschild (meine Brille, welche ich sonst nicht trage) die mir tatsächlich sehr dabei hilft... warum auch immer... und durch kleine Schritte und definitiv auch das Forum Selbstbewusstsein getankt, um mich seit kurzer Zeit recht souverän draussen behaupten zu können.
@Dani_77: Ich weiss genau, was Du meinst. Wie oft hab ich mich dabei ertappt in der Vergangenheit zu schwelgen und mich insgeheim doch zu ärgern, weshalb ich nicht schon Mitte 20 so verfahren bin wie ich es aktuell tue. Da gab es definitiv ne Phase, wo ich schwankte. Warum ich da nicht konsequenter war? hmm... vielleicht hatte ich noch im Kopf dieses Hirngespinst von Freundin haben, irgendwann vielleicht Kinder und die angelernten "klassischen" Muster waren eben stärker.
Die Trennung vor ca. 3 Jahren und dieses Loch, in welches ich gefallen bin zerschmetterte wohl alle Restzweifel. Haus, Heirat, Familie gründen? Been there- done that. Dieses Kapitel war toll... und ich würde es, um meinen Sohn zu haben wieder genau so machen. Es verlief jedoch nicht so, dass es bis ans Ende des Lebens gehalten hätte.
Wenige Tage nachdem ich dann endgültig allein wohnte, habe ich intuitiv und ohne viel Zeit drüber nachzudenken wieder Damenequipment besorgt.
Diese Phase blieb bis vor 1 Jahr dann ohne großartigen Fortschritte. Eben zu Hause ab und zu ein paar Sachen angezogen und es genossen.
Vor 1 Jahr dann in einer Fußgängerzone ans Herz gefasst und in einen Douglas. Einmal alles zum Mitnehmen. Eine sehr nette Bedienung gab mir alles mit, was man so anfangs brauchen kann. Erste zaghafte aber nur kurze Momente en femme draussen. Oft auch nur im Auto herumgefahren und an Stankstellen oder Ladesäulen unsicher und sehr aufgeregt kurz draussen bewegt.
Was mir (vielleicht) zu schnell geht? Die Entwicklung in diesem letzten Monat.
Was hintert mich denn, werde viele fragen? Nun... Absprachen zwischen meiner noch-Ehefrau (sie hat es nach der Trennung herausgefunden) und ein berufliches Umfeld, welches noch seehr klassisch konservativ geprägt ist. Aus heutiger Sicht sage ich: Ein no-go, dass ich mich hier oute.
Nun halte ich etwas inne und lausche in mich hinein.
In meiner Entwicklung bin ich nicht an einem Punkt wo ich fühle, dass das alles sein muss sondern gerne sein darf. Und z.B. rückblickend auf einen Tag en femme es in mir tiefe Entspannung und Glückseligkeit hervorbringt.
@Helga: Rein nüchtern betrachtet gibt es da ja auch gar kein Argument, welches irgendjemandem irgendein Kleidungsstück verbieten kann.
Hmm... nicht ich muss meine angelernte Geschlechterrolle durchdringen.
Als Frau gekleidet bin ich wie ein Eisbrecher, der durch die eisige Kruste dieser angelernten Konvention der abertausenden Menschen um mich herum schippert. Je nach Örtlichkeit mehr oder auch weniger.
Ich habe zwar ein Schutzschild (meine Brille, welche ich sonst nicht trage) die mir tatsächlich sehr dabei hilft... warum auch immer... und durch kleine Schritte und definitiv auch das Forum Selbstbewusstsein getankt, um mich seit kurzer Zeit recht souverän draussen behaupten zu können.
@Dani_77: Ich weiss genau, was Du meinst. Wie oft hab ich mich dabei ertappt in der Vergangenheit zu schwelgen und mich insgeheim doch zu ärgern, weshalb ich nicht schon Mitte 20 so verfahren bin wie ich es aktuell tue. Da gab es definitiv ne Phase, wo ich schwankte. Warum ich da nicht konsequenter war? hmm... vielleicht hatte ich noch im Kopf dieses Hirngespinst von Freundin haben, irgendwann vielleicht Kinder und die angelernten "klassischen" Muster waren eben stärker.
Die Trennung vor ca. 3 Jahren und dieses Loch, in welches ich gefallen bin zerschmetterte wohl alle Restzweifel. Haus, Heirat, Familie gründen? Been there- done that. Dieses Kapitel war toll... und ich würde es, um meinen Sohn zu haben wieder genau so machen. Es verlief jedoch nicht so, dass es bis ans Ende des Lebens gehalten hätte.
Wenige Tage nachdem ich dann endgültig allein wohnte, habe ich intuitiv und ohne viel Zeit drüber nachzudenken wieder Damenequipment besorgt.
Diese Phase blieb bis vor 1 Jahr dann ohne großartigen Fortschritte. Eben zu Hause ab und zu ein paar Sachen angezogen und es genossen.
Vor 1 Jahr dann in einer Fußgängerzone ans Herz gefasst und in einen Douglas. Einmal alles zum Mitnehmen. Eine sehr nette Bedienung gab mir alles mit, was man so anfangs brauchen kann. Erste zaghafte aber nur kurze Momente en femme draussen. Oft auch nur im Auto herumgefahren und an Stankstellen oder Ladesäulen unsicher und sehr aufgeregt kurz draussen bewegt.
Was mir (vielleicht) zu schnell geht? Die Entwicklung in diesem letzten Monat.
Was hintert mich denn, werde viele fragen? Nun... Absprachen zwischen meiner noch-Ehefrau (sie hat es nach der Trennung herausgefunden) und ein berufliches Umfeld, welches noch seehr klassisch konservativ geprägt ist. Aus heutiger Sicht sage ich: Ein no-go, dass ich mich hier oute.
Nun halte ich etwas inne und lausche in mich hinein.
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Re: Geht das nicht alles ein wenig zu schnell? Vom ersten Schritt bis heute...
Also ich bin wegen dem Titel mal reingekommen und bei mir trifft es definitiv zu, dass es zu schnell geht.
Ich habe erst im letzten Monat mich getraut meiner Partnerin zu sagen, dass ich gerne Frauensachen trage und dass es Phasen gibt, in denen ich eine Frau sein möchte. Ich weiß nicht, ob ich trans bin, aber die Frage schwingt immer wieder mit.
Das war überhaupt das erste Mal, dass es jemand erfahren hat. Danach war dann die Handbremse gelöst und los ging es. Die Euphorie war riesig. Ich hab eine Therapeutin gefunden, die mir hilft herauszufinden, wer ich bin. Dann habe ich meinen Zwillingsbruder eingeweiht. Dann wurden die Beine mit meiner Partnerin epiliert. Dann wurde meine beste Freundin eingeweiht. Dann hab ich mich zum ersten Mal meinem Zwillingsbruder gezeigt. Das erste Mal Makeup auftragen und mit Perücke sich zum ersten Mal als Frau zu sehen. Das waren ein paar Wochen. Von nichts zu dem Stand. Ich merke, dass ich gerne weiter möchte. Weiter ausprobieren, ausleben usw. Aber ich merke auch, dass ich die Schritte nicht so richtig reflektiert habe. Warum mache ich das alles so schnell? Wie ging es mir dabei (gut, ansonsten wäre ich ja nicht so weit gekommen) und was sind die Beweggründe. Das muss mir mal selber überlegen. Aber ich hab festgestellt, dass es einfach eine Kraft in mir gab, die immer weiter will. Immer schneller, ohne Rücksicht auf das Umfeld. Meine Partnerin ist gerade selber in einer tiefen Krise und nun hat meine weibliche Seite viel Platz eingenommen und unsere Beziehung stark gefährdet. Jetzt muss ich mir klar werden, was ich will und ich muss etwas langsamer vorgehen. Ich weiß, dass manche mich motivieren würden weiter zu gehen und das diese innere Stimme die Richtige ist. Aber ich weiß es nicht und habe Angst am Ende Entscheidungen zu treffen, die einfach Konsequenzen haben.
Aber zu euren anderen Äußerungen. Niemand sollte aufgrund seiner Kleidung anders behandelt werden. Aber für mich sind eure Geschichte, als Frau rauszugehen, Wunschvorstellungen und Alpträume zu gleich. Ich bewundere alle, die einfach ihr wahres Ich zeigen. Ich würde das gerne, merke aber schon, dass der Kauf einer Strumpfhosen im Laden einfach mir zu große Angst bereitet. Aber ihr hilft mir ungemein mit euren Geschichten und gebt mir Kraft und Zuversicht
Ich habe erst im letzten Monat mich getraut meiner Partnerin zu sagen, dass ich gerne Frauensachen trage und dass es Phasen gibt, in denen ich eine Frau sein möchte. Ich weiß nicht, ob ich trans bin, aber die Frage schwingt immer wieder mit.
Das war überhaupt das erste Mal, dass es jemand erfahren hat. Danach war dann die Handbremse gelöst und los ging es. Die Euphorie war riesig. Ich hab eine Therapeutin gefunden, die mir hilft herauszufinden, wer ich bin. Dann habe ich meinen Zwillingsbruder eingeweiht. Dann wurden die Beine mit meiner Partnerin epiliert. Dann wurde meine beste Freundin eingeweiht. Dann hab ich mich zum ersten Mal meinem Zwillingsbruder gezeigt. Das erste Mal Makeup auftragen und mit Perücke sich zum ersten Mal als Frau zu sehen. Das waren ein paar Wochen. Von nichts zu dem Stand. Ich merke, dass ich gerne weiter möchte. Weiter ausprobieren, ausleben usw. Aber ich merke auch, dass ich die Schritte nicht so richtig reflektiert habe. Warum mache ich das alles so schnell? Wie ging es mir dabei (gut, ansonsten wäre ich ja nicht so weit gekommen) und was sind die Beweggründe. Das muss mir mal selber überlegen. Aber ich hab festgestellt, dass es einfach eine Kraft in mir gab, die immer weiter will. Immer schneller, ohne Rücksicht auf das Umfeld. Meine Partnerin ist gerade selber in einer tiefen Krise und nun hat meine weibliche Seite viel Platz eingenommen und unsere Beziehung stark gefährdet. Jetzt muss ich mir klar werden, was ich will und ich muss etwas langsamer vorgehen. Ich weiß, dass manche mich motivieren würden weiter zu gehen und das diese innere Stimme die Richtige ist. Aber ich weiß es nicht und habe Angst am Ende Entscheidungen zu treffen, die einfach Konsequenzen haben.
Aber zu euren anderen Äußerungen. Niemand sollte aufgrund seiner Kleidung anders behandelt werden. Aber für mich sind eure Geschichte, als Frau rauszugehen, Wunschvorstellungen und Alpträume zu gleich. Ich bewundere alle, die einfach ihr wahres Ich zeigen. Ich würde das gerne, merke aber schon, dass der Kauf einer Strumpfhosen im Laden einfach mir zu große Angst bereitet. Aber ihr hilft mir ungemein mit euren Geschichten und gebt mir Kraft und Zuversicht
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Magdalena
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Re: Geht das nicht alles ein wenig zu schnell? Vom ersten Schritt bis heute...
Hallo Susette,
wohin die Reise geht, war mir auch nicht so wichtig. Ich bin nun seit zehn Jahren hier im Forum. In dieser Zeit habe ich mich entwickelt. Der Schritt, welchen ich vor wenigen Tagen beantragt habe, war nicht von Anfang an mein Ziel gewesen. Zur Information, ich stellte bei meiner Krankenkasse den Antrag zur Kostenübernahme der GAOP. Wichtig ist mir immer gewesen mich nicht unter Druck zu setzen. Sondern meinen Weg zu gehen. Ein treuer Wegbegleiter ist für mich, neben vielen Anderen, dieses unser Forum.
Wie viele plagten mich Selbstzweifel, Scham und so weiter. Dann die ersten Schritte in der Öffentlichkeit, der erste Restaurantbesuch. Nach und nach entdeckte ich mein wahres Ich. Die Frau, welche ich heute lebe. Und für mich gibt es kein zurück mehr. Geplant ist es so nie gewesen. Es fügte sich eher zusammen, was zusammen gehört. Nun lässt es sich nicht verallgemeinern.
Geht alles zu schnell? Bei mir gab es Phasen, da konnte ich den nächsten Ausflug als Frau kaum erwarten. Dann wieder Zweifel ob alles so richtig ist. Da traute ich mich nicht bis zur nächsten Straßenecke.
Wohin Dich Dein Weg auch führen wird, solltest Du selbst in der Hand haben. Und auch das Tempo liegt in Deiner Verantwortung. Du wirst dann nicht umhinkommen Dich Outen zu müssen. Mir ist dabei fast das Herz stehen geblieben. Um so größer die Erleichterung, wenn ich so angenommen wurde wie ich bin. Und bei einigen Freundinnen gab es mehrere Outings. Kurz, weil ich mich weiterentwickelt habe, sie in den Prozess mit einbezog.
Liebe Susette, ich wünsche Dir auf Deinen Weg, egal wie er verläuft, viel Glück.
Mit lieben Grüßen Magdalena
wohin die Reise geht, war mir auch nicht so wichtig. Ich bin nun seit zehn Jahren hier im Forum. In dieser Zeit habe ich mich entwickelt. Der Schritt, welchen ich vor wenigen Tagen beantragt habe, war nicht von Anfang an mein Ziel gewesen. Zur Information, ich stellte bei meiner Krankenkasse den Antrag zur Kostenübernahme der GAOP. Wichtig ist mir immer gewesen mich nicht unter Druck zu setzen. Sondern meinen Weg zu gehen. Ein treuer Wegbegleiter ist für mich, neben vielen Anderen, dieses unser Forum.
Wie viele plagten mich Selbstzweifel, Scham und so weiter. Dann die ersten Schritte in der Öffentlichkeit, der erste Restaurantbesuch. Nach und nach entdeckte ich mein wahres Ich. Die Frau, welche ich heute lebe. Und für mich gibt es kein zurück mehr. Geplant ist es so nie gewesen. Es fügte sich eher zusammen, was zusammen gehört. Nun lässt es sich nicht verallgemeinern.
Geht alles zu schnell? Bei mir gab es Phasen, da konnte ich den nächsten Ausflug als Frau kaum erwarten. Dann wieder Zweifel ob alles so richtig ist. Da traute ich mich nicht bis zur nächsten Straßenecke.
Wohin Dich Dein Weg auch führen wird, solltest Du selbst in der Hand haben. Und auch das Tempo liegt in Deiner Verantwortung. Du wirst dann nicht umhinkommen Dich Outen zu müssen. Mir ist dabei fast das Herz stehen geblieben. Um so größer die Erleichterung, wenn ich so angenommen wurde wie ich bin. Und bei einigen Freundinnen gab es mehrere Outings. Kurz, weil ich mich weiterentwickelt habe, sie in den Prozess mit einbezog.
Liebe Susette, ich wünsche Dir auf Deinen Weg, egal wie er verläuft, viel Glück.
Mit lieben Grüßen Magdalena
Lebe jeden Tag.
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Malvine
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Re: Geht das nicht alles ein wenig zu schnell? Vom ersten Schritt bis heute...
Hier mal meine Erfahrungen aus 2 Jahren Malvine.
Am Anfang war ich selber von mir überrascht, in welchem Tempo sich Malvine in meinem Leben bemerkbar machte. Der sonst etwas schüchterne Mensch hatte keine Hemmungen, sich in seiner weiblichen Seite der Öffentlichkeit zu zeigen. Gefühlt stand ich manchmal neben mir und habe mich über mich selbst gewundert, was da alles zum Vorschein kam und was ich mich alles getraut habe. Eine rasante Entwicklung nahm ihren Lauf, bei der ich mir die üblichen Fragen stellte. Was bin ich denn jetzt, wie nennt man das, was will ich, was will ich nicht, vor allem aber wie gehe ich mit meinem sozialen Umfeld um, explizit mit meiner Frau. Nach gut 9 Monaten war mir klar, das Malvine nicht nur ein Kick ist, der wieder verschwindet, sonder gekommen ist, um zu bleiben.
Was dann nicht schnell ging, war den Mut zu fassen, mit meiner Frau über mich, Malvine und sie zu reden...aber das kennt ihr ja bestimmt auch.
Aus jetziger Sicht könnte es mit der sozialen Integration von Malvine schneller gehen...da kommt jetzt aber wieder der etwas zurückhaltendere Mensch zum Vorschein.
Die Herausforderung besteht mMn darin, sich selbst, sein Umfeld, seine Mitmenschen, seine Wünsche und Ziele im Blick zu haben und dann den "Goldenen Weg" zu finden - wie schwierig dies ist, brauche ich euch ja nicht zu sagen....Aber ganz wichtig - finde dein eigenes Tempo!
LG
Malvine
Am Anfang war ich selber von mir überrascht, in welchem Tempo sich Malvine in meinem Leben bemerkbar machte. Der sonst etwas schüchterne Mensch hatte keine Hemmungen, sich in seiner weiblichen Seite der Öffentlichkeit zu zeigen. Gefühlt stand ich manchmal neben mir und habe mich über mich selbst gewundert, was da alles zum Vorschein kam und was ich mich alles getraut habe. Eine rasante Entwicklung nahm ihren Lauf, bei der ich mir die üblichen Fragen stellte. Was bin ich denn jetzt, wie nennt man das, was will ich, was will ich nicht, vor allem aber wie gehe ich mit meinem sozialen Umfeld um, explizit mit meiner Frau. Nach gut 9 Monaten war mir klar, das Malvine nicht nur ein Kick ist, der wieder verschwindet, sonder gekommen ist, um zu bleiben.
Was dann nicht schnell ging, war den Mut zu fassen, mit meiner Frau über mich, Malvine und sie zu reden...aber das kennt ihr ja bestimmt auch.
Aus jetziger Sicht könnte es mit der sozialen Integration von Malvine schneller gehen...da kommt jetzt aber wieder der etwas zurückhaltendere Mensch zum Vorschein.
Die Herausforderung besteht mMn darin, sich selbst, sein Umfeld, seine Mitmenschen, seine Wünsche und Ziele im Blick zu haben und dann den "Goldenen Weg" zu finden - wie schwierig dies ist, brauche ich euch ja nicht zu sagen....Aber ganz wichtig - finde dein eigenes Tempo!
LG
Malvine
Nicht das schwarze Schaf ist anders, die Weißen sind alle gleich
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Annette
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Re: Geht das nicht alles ein wenig zu schnell? Vom ersten Schritt bis heute...
Es kann nie schnell genug gehen. Die Uhr tickt, und an jedem einzelnen Abend ist wieder ein Tag unwiederbringlich verloren! Keine Kompromisse, keine Zeit vertrödeln, nach vorne schauen und los!
Seit dem Moment meines Outings war dies meine einzige Prämisse, und wenn ich sehe, was ich damit erreicht habe, kann ich nur sagen: alles richtig gemacht!
Dies jedoch ist meine eigene Sicht der Dinge.
Liebe Grüße,
Annette
Seit dem Moment meines Outings war dies meine einzige Prämisse, und wenn ich sehe, was ich damit erreicht habe, kann ich nur sagen: alles richtig gemacht!
Dies jedoch ist meine eigene Sicht der Dinge.
Liebe Grüße,
Annette
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Dani_77
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Re: Geht das nicht alles ein wenig zu schnell? Vom ersten Schritt bis heute...
Ich lese da einen sehr ähnlichen Lebenslauf, wie den meinen.Susette hat geschrieben: Mi 6. Mär 2024, 10:15 @Dani_77: Ich weiss genau, was Du meinst. Wie oft hab ich mich dabei ertappt in der Vergangenheit zu schwelgen und mich insgeheim doch zu ärgern, weshalb ich nicht schon Mitte 20 so verfahren bin wie ich es aktuell tue. Da gab es definitiv ne Phase, wo ich schwankte. Warum ich da nicht konsequenter war? hmm... vielleicht hatte ich noch im Kopf dieses Hirngespinst von Freundin haben, irgendwann vielleicht Kinder und die angelernten "klassischen" Muster waren eben stärker.
Die Trennung vor ca. 3 Jahren und dieses Loch, in welches ich gefallen bin zerschmetterte wohl alle Restzweifel. Haus, Heirat, Familie gründen? Been there- done that. Dieses Kapitel war toll... und ich würde es, um meinen Sohn zu haben wieder genau so machen. Es verlief jedoch nicht so, dass es bis ans Ende des Lebens gehalten hätte.
Wenige Tage nachdem ich dann endgültig allein wohnte, habe ich intuitiv und ohne viel Zeit drüber nachzudenken wieder Damenequipment besorgt.
Diese Phase blieb bis vor 1 Jahr dann ohne großartigen Fortschritte. Eben zu Hause ab und zu ein paar Sachen angezogen und es genossen.
Vor 1 Jahr dann in einer Fußgängerzone ans Herz gefasst und in einen Douglas. Einmal alles zum Mitnehmen. Eine sehr nette Bedienung gab mir alles mit, was man so anfangs brauchen kann. Erste zaghafte aber nur kurze Momente en femme draussen. Oft auch nur im Auto herumgefahren und an Stankstellen oder Ladesäulen unsicher und sehr aufgeregt kurz draussen bewegt.
Was mir (vielleicht) zu schnell geht? Die Entwicklung in diesem letzten Monat.
Was hintert mich denn, werde viele fragen? Nun... Absprachen zwischen meiner noch-Ehefrau (sie hat es nach der Trennung herausgefunden) und ein berufliches Umfeld, welches noch seehr klassisch konservativ geprägt ist. Aus heutiger Sicht sage ich: Ein no-go, dass ich mich hier oute.
Nun halte ich etwas inne und lausche in mich hinein.
Nach jeder Trennung sofort in den Keller und die guten Klamotten und Schuhe ausgepackt.
Das mit den Tankstellen erinnert mich sehr an meinen Leidensweg. Ich habe teils 3x bissl getankt und hatte jede Menge BiFi und Schokoriegel von der Tanke im Auto
Ich habe auch einen Sohn, 5j, auf den würde ich nie verzichten wollen.
Meine Frau hat mich sehr gestärkt, das anzuziehen was ich will. Schminke und Brüste waren jedoch nie Thema, sie mochte Vollbart.
Nun haben wir vor kurzem entschieden, uns schneiden zu lassen, wir haben beide nicht das bekommen, was wir erhofft hatten, um es ganz kurz zu machen.
Mein erster Gedanke war noch während des Trennungsgespräches, wie kann ich die Hoden loswerden, echte Brüste bekommen und die Körper- und Gesichtshaare für immer entfernen lassen. Es gleichte einer neuen Freiheit.
Auf der Arbeit habe ich es schrittweise gemacht. Da ich einer großen Behörde arbeite mit über 2000 Mitarbeiter:innen , wo Gleichstellung sogar rechtlich überwacht und akribisch beobachtet wird, war es zwar sehr aufregend und psychisch anstrengend, aber ich laufe dort auch nur in Damenkleidung rum.
Aktuell suche ich nach einem Therapieplatz für das Gutachten zur Transsexualität.
Wir lenben aber auch heute in einer ganz anderen Zeit, ich war in den 90ern Teenager. Da war es schon eine mega überwindung, Fußschmuck zu tragen oder Lack Sneaker, damals hat mein Freundeskreis gedacht, ich wäre schwul und würde nur als Alibi Frauen Daten.
Ich wünsche Dir ganz viel Erfolg auf deinem Weg, es kann nur besser werden, wen man glücklicher wird.
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Susette
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Re: Geht das nicht alles ein wenig zu schnell? Vom ersten Schritt bis heute...
@Pika: Das ist ein entscheidender Moment in Eurem Leben. Ich weiss zu wenig über "Euch"... aber viel Erfolg, dass ne Lösung gefunden wird für Euch als Paar. Oder eben... tja.
@Magdalena: Danke für den Einblick in Deine Welt. Und Gratulation zu dem Schritt, den Du nun unternimmst.
Und klar... sollte ich irgendwann verspüren, dass es so sein soll oder einfach muss, wäre auch ein Outing im beruflichen Umfeld nötig. Oder Kündigung und Neuanfang, wenn keine anderen Optionen verbleiben.
Wobei ich hier im Büro schon im hybriden Modus am mein Limit gehe. Selbst vor 4 Wochen war das noch nicht so ausgeprägt.
Da hatte ich bei den kleinsten Details schon Herzklopfen und es versteckt so gut es ging. Nun bin ich ruhiger im Umgang damit geworden. Was natürlich auch Risiken mit sich bringt.
Ich werde quasi behutsam unvorsichtiger.
@Malvine: Also ist es bei Dir ja irgendwie auch noch alles sehr frisch. Aber schön, dass Du mutigen Schrittes weiter den für Dich richtigen Weg gehst. Und zwar gemeinsam mit Deiner Frau.
Ich weiss nicht, ob ich mich je freiwillig geoutet hätte. Egal ob vor meiner "Frau", den eigenen Eltern oder oder. Das passierte bei mir unfreiwillig und wie mit einem Vorschlaghammer.
Nun habe ich bereits Freunden freiwillig davon berichtet... ich habe da keine Angst mehr. Find ich allemal angenehmer als die flüchtigen Blicke auf z.B. meine Nägel. *grins*
@Annette: Ich weiss. Und ich hatte ja schon das große Glück mit Dir persönlich darüber zu reden. Wenn auch nur recht kurz. So wie bei Dir ist es bei mir nicht... aber wenn es keine andere Option mehr gibt? Dann muss man wohl nach vorne preschen und sein Ziel erreichen.
@Dani_77: Stimmt. Wir haben da in der Tat beachtliche Parallelen. Nur das meine Trennung nichts mit dem CD oder so zu tun hatte. Was irgendwie auch beruhigend ist für mich. Meine "Frau" ist ein guter Mensch und ne tolle Mutter. Aber es harmonierte nicht mehr und in zu vielen Bereichen war der Wurm drin.
In einer Behörde arbeitend ist das Umfeld natürlich nahezu ideal. Da würden mich die ersten Schritte und Erlebnisse sehr interessieren. Andere vielleicht auch?
@Magdalena: Danke für den Einblick in Deine Welt. Und Gratulation zu dem Schritt, den Du nun unternimmst.
Und klar... sollte ich irgendwann verspüren, dass es so sein soll oder einfach muss, wäre auch ein Outing im beruflichen Umfeld nötig. Oder Kündigung und Neuanfang, wenn keine anderen Optionen verbleiben.
Wobei ich hier im Büro schon im hybriden Modus am mein Limit gehe. Selbst vor 4 Wochen war das noch nicht so ausgeprägt.
Da hatte ich bei den kleinsten Details schon Herzklopfen und es versteckt so gut es ging. Nun bin ich ruhiger im Umgang damit geworden. Was natürlich auch Risiken mit sich bringt.
Ich werde quasi behutsam unvorsichtiger.
@Malvine: Also ist es bei Dir ja irgendwie auch noch alles sehr frisch. Aber schön, dass Du mutigen Schrittes weiter den für Dich richtigen Weg gehst. Und zwar gemeinsam mit Deiner Frau.
Ich weiss nicht, ob ich mich je freiwillig geoutet hätte. Egal ob vor meiner "Frau", den eigenen Eltern oder oder. Das passierte bei mir unfreiwillig und wie mit einem Vorschlaghammer.
Nun habe ich bereits Freunden freiwillig davon berichtet... ich habe da keine Angst mehr. Find ich allemal angenehmer als die flüchtigen Blicke auf z.B. meine Nägel. *grins*
@Annette: Ich weiss. Und ich hatte ja schon das große Glück mit Dir persönlich darüber zu reden. Wenn auch nur recht kurz. So wie bei Dir ist es bei mir nicht... aber wenn es keine andere Option mehr gibt? Dann muss man wohl nach vorne preschen und sein Ziel erreichen.
@Dani_77: Stimmt. Wir haben da in der Tat beachtliche Parallelen. Nur das meine Trennung nichts mit dem CD oder so zu tun hatte. Was irgendwie auch beruhigend ist für mich. Meine "Frau" ist ein guter Mensch und ne tolle Mutter. Aber es harmonierte nicht mehr und in zu vielen Bereichen war der Wurm drin.
In einer Behörde arbeitend ist das Umfeld natürlich nahezu ideal. Da würden mich die ersten Schritte und Erlebnisse sehr interessieren. Andere vielleicht auch?
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Susette
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Re: Geht das nicht alles ein wenig zu schnell? Vom ersten Schritt bis heute...
Uff...
Gestern Abend war ich gerade dabei den Kurzen ins Bett zu bringen. Wir hatten gute Laune und es herrschte ne entspannte Atmosphäre.
Ich plötzlich rüber, mein Handy geholt und ihm gezeigt, wie ich letztes WE en femme aussah. Dazu etwas ausgeholt. Das ich in Köln war und auch andere getroffen habe, die so etwas machen etc.
Es schaut und sagt: Witzig... aber an der Gesichtsform erkenne ich irgendwie schon, dass Du das bist Papa.
Mir fiel ein oder gleich mehrere Steine vom Herzen. Wir haben noch darüber etwas geredet und er war keineswegs verstört oder so.
Ich fragte noch, ob ich mich ihm mal geschminkt etc. präsentieren soll an einem WE. Da zögerte er und hatte er Sorgen, dass unsere Mieterin im Haus mich sehen könnte
Ich hab ihn beruhigt, dass sie ja nicht hier rein kommt und ich schon aufpasse.
Schwupps... wie ich heut zu Hause rumgelaufen bin haben manche ja schon gesehen. Leichtes Makeup, meine Brille, Strickkleid, hautfarbene Strumpfi und n paar
Schuhe durchprobiert.
Ihn stört es nicht. "Hast ja weiterhin eine Stimme wie mein Papa."
Geht das nicht ein wenig zu schnell?
Dieses Mal... glaube ich nicht!
Sollte er sich bei meiner Frau verplappern könnte es nun aber Ärger geben.
Darauf bin ich vorbereitet und hab da keine Angst mehr vor.
Gestern Abend war ich gerade dabei den Kurzen ins Bett zu bringen. Wir hatten gute Laune und es herrschte ne entspannte Atmosphäre.
Ich plötzlich rüber, mein Handy geholt und ihm gezeigt, wie ich letztes WE en femme aussah. Dazu etwas ausgeholt. Das ich in Köln war und auch andere getroffen habe, die so etwas machen etc.
Es schaut und sagt: Witzig... aber an der Gesichtsform erkenne ich irgendwie schon, dass Du das bist Papa.
Mir fiel ein oder gleich mehrere Steine vom Herzen. Wir haben noch darüber etwas geredet und er war keineswegs verstört oder so.
Ich fragte noch, ob ich mich ihm mal geschminkt etc. präsentieren soll an einem WE. Da zögerte er und hatte er Sorgen, dass unsere Mieterin im Haus mich sehen könnte
Ich hab ihn beruhigt, dass sie ja nicht hier rein kommt und ich schon aufpasse.
Schwupps... wie ich heut zu Hause rumgelaufen bin haben manche ja schon gesehen. Leichtes Makeup, meine Brille, Strickkleid, hautfarbene Strumpfi und n paar
Ihn stört es nicht. "Hast ja weiterhin eine Stimme wie mein Papa."
Geht das nicht ein wenig zu schnell?
Dieses Mal... glaube ich nicht!
Sollte er sich bei meiner Frau verplappern könnte es nun aber Ärger geben.
Darauf bin ich vorbereitet und hab da keine Angst mehr vor.
Zuletzt geändert von Susette am Sa 9. Mär 2024, 21:05, insgesamt 1-mal geändert.
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Malvine
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Re: Geht das nicht alles ein wenig zu schnell? Vom ersten Schritt bis heute...
Mutiger Schritt von dir!
Und die Reaktion deines Sohnes zeigt, das Kinder deutlich weniger Probleme damit haben, wenn sie von ihren Eltern nicht "geistig weg gesperrten" werden.
Frei nach Herbert Grönemeyer, ... die Welt gehört in Kinderhände...
Lg
Malvine
Und die Reaktion deines Sohnes zeigt, das Kinder deutlich weniger Probleme damit haben, wenn sie von ihren Eltern nicht "geistig weg gesperrten" werden.
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Re: Geht das nicht alles ein wenig zu schnell? Vom ersten Schritt bis heute...
Mein Nachbar schrieb heute... "Wie schaut`s aus? 1-5 Bierchen am Abend? hehe"
Ich so: "Ja ok... wenn der Kurze schläft, dann meld ich mich. Aber bin heut eher "weiblich" gekleidet. Nur damit Du vorgewarnt bist."
Stille. Ich war irritiert.
Ich hatte es ihm schon so etwas näher gebracht, dieses Thema... ist n paar Monate her und wir hatten beide einen im Kahn. Da er auch sehr offen mit pikanten Themen mir gegenüber umging und ich so das Gefühl hatte, dass er das abkann.
Dann bin ich heut mit meinem Sohn um 19:30 eingeschlafen. Er liebt das so, Hand zu halten und dann langsam wegzuschnurren. Tolles Erlebnis. Jedes Mal aufs Neue. Hatte mir aber in weiser Voraussicht nen Wecker für 20:30 gestellt.
Wecker klingelt... bin tatsächlich mit eingeschlafen.
Antwort vom Nachbarn aufm Handy gelesen... "könn wa machen!"
Ich dann: "Ok... in 10 min bin ich soweit."
Genau 10 min später klingelt es.
Ich meine beigen Highheelstiefeletten angezogen, weiterhin mit Brille, leichtem Makeup, hautfarbener Strumpfi, Kleid etc ausgestattet zur Tür.
Es war n ganz entspannter Abend auf meiner Terrasse. Einziger Unterschied... hab mir n Deckchen geholt, da meine Beine in Strupfis die Kälte nicht so mochten im Vergleich zu sonst so. *kicher*
Er kommt voll gut damit zurecht. Haben ne Zeit lang auch über das Thema gesprochen und ich vergass wiedermal für ne Zeit, dass ich überhaupt so hergerichtet war/bin.
Zu schnell?
Nein... das passte perfekt.
Ich fühle mich jeden Tag ein bisschen freier.
Irre!
Wo führt mich das nur hin?
Zu mir?
Endlich?
Mal sehen.
Ich fühle einfach nur Befreiung.
Ich so: "Ja ok... wenn der Kurze schläft, dann meld ich mich. Aber bin heut eher "weiblich" gekleidet. Nur damit Du vorgewarnt bist."
Stille. Ich war irritiert.
Ich hatte es ihm schon so etwas näher gebracht, dieses Thema... ist n paar Monate her und wir hatten beide einen im Kahn. Da er auch sehr offen mit pikanten Themen mir gegenüber umging und ich so das Gefühl hatte, dass er das abkann.
Dann bin ich heut mit meinem Sohn um 19:30 eingeschlafen. Er liebt das so, Hand zu halten und dann langsam wegzuschnurren. Tolles Erlebnis. Jedes Mal aufs Neue. Hatte mir aber in weiser Voraussicht nen Wecker für 20:30 gestellt.
Wecker klingelt... bin tatsächlich mit eingeschlafen.
Antwort vom Nachbarn aufm Handy gelesen... "könn wa machen!"
Ich dann: "Ok... in 10 min bin ich soweit."
Genau 10 min später klingelt es.
Ich meine beigen Highheelstiefeletten angezogen, weiterhin mit Brille, leichtem Makeup, hautfarbener Strumpfi, Kleid etc ausgestattet zur Tür.
Es war n ganz entspannter Abend auf meiner Terrasse. Einziger Unterschied... hab mir n Deckchen geholt, da meine Beine in Strupfis die Kälte nicht so mochten im Vergleich zu sonst so. *kicher*
Er kommt voll gut damit zurecht. Haben ne Zeit lang auch über das Thema gesprochen und ich vergass wiedermal für ne Zeit, dass ich überhaupt so hergerichtet war/bin.
Zu schnell?
Nein... das passte perfekt.
Ich fühle mich jeden Tag ein bisschen freier.
Irre!
Wo führt mich das nur hin?
Zu mir?
Endlich?
Mal sehen.
Ich fühle einfach nur Befreiung.
Zuletzt geändert von Susette am Sa 9. Mär 2024, 23:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Geht das nicht alles ein wenig zu schnell? Vom ersten Schritt bis heute...
Guten Morgen,
Du könntest es damit in Konflikte stürzen.
Alle Arten von "Heimlichkeiten" könnten einen "bitteren Beigeschmack" haben und damit auch dir selbst schaden.
So etwas könnte auch für große Probleme in weiteren Trennungs- und Umgangsangelegenheiten sorgen.
An deiner Stelle wäre ich etwas vorsichtiger bei aller Begeisterung für deine neue Lebensphase.
Gruß
Anne-Mette
das Übergibt dem Kind eine Verantwortung, die es eigentlich nicht haben sollte - und dann noch für eine Angelegenheit, die dich betrifft und nicht primär das Kind.Susette hat geschrieben: Sa 9. Mär 2024, 21:04 Sollte er sich bei meiner Frau verplappern könnte es nun aber Ärger geben.
Du könntest es damit in Konflikte stürzen.
Alle Arten von "Heimlichkeiten" könnten einen "bitteren Beigeschmack" haben und damit auch dir selbst schaden.
So etwas könnte auch für große Probleme in weiteren Trennungs- und Umgangsangelegenheiten sorgen.
An deiner Stelle wäre ich etwas vorsichtiger bei aller Begeisterung für deine neue Lebensphase.
Gruß
Anne-Mette